Merke: Hände waschen macht Sinn

13/05/2011

Wenn man vorher mit seinen Händen in Blumenkästen rum gewühlt hat, weil man sagenhafte Schätze finden wollte sollte man hinterher die Hände waschen. Vor allem weil die Blumenerde sehr, sehr anhänglich ist und auch die kleinsten Öffnungen findet. Nun wollen wir mal nicht den schweinischen Gedanken folgen. Ich meine natürlich unter den Fingernägeln und gerne auch zwischen Nagel und Nagelhaut. Hier hilft nur gut schrubben. Soviel zur Theorie…

Wenn man nun eine Art Bewässerungskugel kontrollieren soll, warum sie denn nun seit zwei Tagen den gleichen Wasserstand anzeigt sollte man hinterher auch die Hände waschen. Denn in besagtem Kanal zur Bewässerung setzt sich ganz gerne mal Erde rein, die eben raus geplümt werden muß. Und besagte Erde ist eben sehr, sehr anhänglich. Gefährlich wird es nun wenn diese Blume inklusive Kugel auf dem Küchentisch steht und nebenbei gegessen wird. Kugel kontrolliert, danach mit den Fingern gegessen und Finger abgeleckt. Ich möchte nun hier darauf verzichten zu beschreiben, wie die Blumenerde geschmeckt hat und auch das knirschende Geräusch beim Kauen lasse ich mal außen vor.

Ach ja, man sollte sich auch danach nicht ins Auge fassen. Black Krümel everywhere!

Und ja, wir haben Blumen und sie leben noch alle. Die Ameisen allerdings nicht mehr habe ich vorhin mit der kleinen weißen Fahne gesehen. Es lebe die chemische Keule!


Der König ist tot, es lebe der König

24/02/2011

Die Krönungsmesse ist vollbracht. Ich bin gekrönt worden und nun auch mal richtig wertvoll. Jedenfalls im Mund. Wo genau sage ich aber nicht, denn nachher kriege ich in einer dunklen Ecke irgendwann mal einen Sack über den Kopf und einen Kneifzange in den Mund gesteckt. Und ich kann mir vorstellen, das es einige fiese Individuen gibt, die so was wirklich machen würden. Aber genug der haltlosen Unterstellungen.

Nach meinem letzten Besuch rechnete ich wieder mit dem Schlimmsten und wäre am liebsten gar nicht erst hin gegangen, aber der Name Provisorium ist ja nicht ganz unberechtigt und bevor mir das vom Zahn fällt während ich genussvoll in ein Sesambrötchen beiße, stelle ich mich lieber meinen Dämonen. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, welche Schmerzen ein Sesamkorn mit einem frei gelegten Nerv hervor zaubern kann. Eher kippe ich mir Domestos in die Augen.

Bereitwillig nahm ich auf dem Stuhl platz, der schon viel aushalten mußte. Und nicht nur von mir. Frohen Mutes kam der Arzt rein und bemerkte nebenbei, das wir es erst mal ohne Betäubung probieren würden. Mein Körper nahm also einen Maurerkübel voll mit Adrenalin und kippte ihn in meine Blutbahn. Worte wie „ohne Betäubung“ und „versuchen“ möchte ich nicht in einem Satz hören. Aber ich öffnete den Mund und es folgte ein Tiefpunkt meiner Zahnarztchroniken. Diverse Instrumente, meine Augen waren ja geschlossen, wurden in meinen Mund gesteckt und ich spürte eine Hebelwirkung an dem Provisorium, gleichzeitig setzte ein ziehendes Gefühl irgendwo am Oberkiefer an. Ich wartete quasi auf den Schmerz und alle meine Muskeln waren wohl angespannt. Und plötzlich entspannte sich alles. Naja, nicht alles, denn die Hose blieb trocken, aber ich trat aus, wie ein Kaltblüter. Der Arzt erschrak und rechnete wohl gleich mit einer gezielten Rechten, aber ich bin ja friedlich. Und verlangte sofort nach einer Betäubung. Er sah es genauso und auch der panische Gesichtsausdruck der Helferin verschwand sofort. Mein Kopf blieb trotzdem gut durchblutet.

Nachdem dann die Spritze gesetzt wurde, machte ich ein wenig Smalltalk mit der Helferin. Ich meinte das ich beim Reinigen mit der Zahnseide gar nicht in die Zwischenräume gekommen bin, ob das denn sehr schlimm wäre. Ihr Gesichtsausdruck wechselte sogleich auf erschrocken und mir wurde schon wieder schlecht. Mit Zahnseide sollte ich da auch gar nicht ran, denn das Provisorium ist auch teilweise geklemmt und wenn ich bis zum Zahnfleisch gekommen wäre, dann hätte ich es auch heraushebeln können. Klasse, das ich davon auch erfahre. Mir wurde noch etwas schlechter. Vor meinem geistigen Auge sah ich ganze Sesambrötchen mit Salami belegt meine Nervenbahnen attackieren.

Die Betäubung wirkte komplett und ich hatte das Gefühl, als würde mir Sabber überall hin laufen. Als dann der Sauger applizierte wurde, gab es ein lautes schlürfendes Geräusch. Ich weiß schon warum ich Vollnarkosen bevorzuge. Nun ging aber alles recht fix. Hebeln hier, Fuß auf den Brustkorb gedrückt, schmatzende Geräusche dort, blitzender Gegenstand am Auge vorbei gehuscht und fest zu beißen. Dies war die Probe und sie war gut. Dann wurde lustig schmeckende Paste überall hin geschmiert und teilweise von mir geschluckt. Ich fragte gar nicht nach ob das gesundheitsschädlich ist. Wer Löwentor trinken kann, dem macht so ein bisschen Kleber auch nichts mehr aus.

Dann mußte ich richtig zubeißen, so fest ich konnte. Das ging dann auch für ca. 30 Sekunden gut und dann merkte ich das meine Muskeln anfingen weh zu tun. Die im Mund. Und man glaubt gar nicht wie lange 2 Minuten werden können. Es folgte eine Reinigung und die Nachbesprechung. Ich hoffte auf reichlich Lob, doch wurde auf diverse braune Stellen (Markierungen auf dem Computermonitor) hingewiesen, die beobachtete werden müssen. Juchhu, ich sehe mich schon jedes Jahr einen Zahn machen. Außerdem meine ich den Arzt im Hintergrund den Vertrag für ein neues Auto unterschreiben gesehen zu haben.

Außerdem habe ich wieder keinen Lutscher bekommen. Ich denke das war wegen dem Austreten auf dem Stuhl. Der war danach auch irgendwie wackelig.

Aber ich bin jetzt König und erst mal fertig mit dem Zahnarzt. Wenn das mal nicht ein Lied wert ist:


Die Vorbereitung

16/02/2011

Letzten Donnerstag war ich mal wieder bei meinem neuen Lieblingsspartenmediziner. Und zwar sollte ich diesmal Abdrücke bekommen. Immerhin werde ich bald gekrönt.

Prima dachte ich mir. Rein, in eine weiche Masse beißen und wieder Abfahrt. Aber das was ich denke und die Realität sind zwei grundsätzlich verschiedene Dinge. So teilte mir man am Empfang bereits mit das ich mit 1,5 h Aufenthalt rechnen darf. Verfriemelte Scheiße! Meine Laune stieg immens. Aber ich lenkte mich erst mal mit Zähne putzen ab. Praktischerweise habe ich Utensil erhalten, da ich in meinem morgendlichen Tran alles zu Hause vergessen hatte.

Wieder zurück im Wartezimmer fiel mir erst mal auf, das egal wann ich beim Zahnarzt bin, nach ca. 10 Sekunden fängt an sich mein Magen entweder selbst zu verdauen oder kleine Wesen in meinem Körper fangen an Knotenübungen zu machen. Und schon durfte ich vortreten. Und wieder fühlte ich das Verlangen spontan und vor allem fluchtartig die Praxis zu verlassen. Doch das freundliche Gesicht der Assistentin führte mich in eine Folterkammer einen Behandlungsraum. Und so gleich wurde die Anästhesie erwähnt und im gleichen Atemzug hörte man einen großen Stein fallen. Allerdings schlich sich eine kleine Frage ein, warum man für einen Abdruck eine Anästhesie brauchen?

Und dann wurde klar, das mehr gemacht werden sollte, als nur auf ein Stück Knete zu beißen. Die Vorbereitung zur Krönungsfeier. Fräsen, bohren, das volle Programm also. Doch es ging los mit Beißen auf weichen Massen. Im Verlauf der Behandlung folgten noch mehr weiche und weniger weiche Massen. Nett war das entfernen. Beim ersten Abdruck des Unterkiefers dachte ich mir fehlten drei Zähne. Waren aber nur zwei.

Auftritt des Doktors und setzen der Spritze. Ich mache ja grundsätzlich meine Augen zu bei der Behandlung. Je wenige ich weiß, welche Instrumente in meinen Mund gesteckt werden, desto weniger kann ich mir den Schmerz vorstellen. Bringt herzlich wenig, denn ich habe eine blühende Fantasie. Als ich dann mal blinzelte, da ich ja doch neugierig war, blickte ich auf eine Spritze die aussah als würde sie einem Elefantenbullen verabreicht werden, wenn ihm die Stoßzähne gezogen wurden. Der Knoten im Magen wurde mit einer Schleife versehen. Dann hörte ich nur eine weit entfernte Stimme, die die Helferin aufforderte doch ein Wattebausch mit Kältespray zu benetzen. Sekundenbruchteile später wurde ich mit einem Katapult in das Land Universum der Schmerzen katapultiert. Es fühlte sich an als würde eine Lanze durch den Zahn in mein Gehirn gebohrt werden. Also nicht gerade schön. Mein Ohren hörten dann den Arzt nur sagen, das die Betäubung wohl noch nicht wirken würde. Wenigstens war er aufmerksam genug.

Es wurde eine gebührende Zeit gewartet und dann ging es ans Späne machen. Dank der verfrüht aufhörenden Anästhesie beim letzten Mal, warte ich sekündlich auf den Schmerz, aber nichts trat ein. Nur am Zahnfleisch hat es ab und ein wenig weh getan. War aber eher Kindergarten verglichen mit dem Kälteangriff. Es wurde gebohrt, gefräst, gesaugt, gesabbert, geweint, geätzt, mit heißem Draht rumgemacht und dann kam der Krönungsabdruck.

Woher ich das wusste? Mir wurde eine Vorrichtung am Kopf befestigt. Ich sollte auf eine Art Metallspange beißen und im gleichen Atemzug wurde mit eine Art Schraubzwinge auf die Ohren gesetzt. Zunächst dachte ich es wäre um mein eigenes Schreien nicht zu hören, war aber nur zur Arretierung. Mein Kopf die Werkbank.

Ich wagte es sogar zwischendurch mal zu schlucken, weil sich der Aralsee aus Spucke in meinem Mund gesammelt hat. Es schmeckte nach verbrannten Keks und roch nach verbrannten Haaren. Ich wollte gar nicht mehr Informationen haben. Zum Schluß wurde dann noch ein paar Abdrücke gemacht. Als mein Oberkiefer mal wieder dran war, fürchtete ich um meine Vorderzähne. Immerhin muß das ja alles irgendwie raus gehebelt werden. Auch hier wurde mir wieder versprochen, das alles an Ort und Stelle geblieben wäre. Ich kontrollierte dennoch mit der Zunge.

Nachdem das Provisorium befestigt wurde, durfte ich nach Hause. Als ich mir den Termin zur Krönungsmessefeier holte fragte ich nochmal nach, was denn der Geschmack nach verbrannten Keksen zu bedeuten hatte. Hätte ich es doch gelassen. Das war, verbranntes Zahnfleisch. Das mußte er weg brennen, weil der Karies so tief ging. Mir wurde ein wenig schlecht. Aber es würde spätestens übermorgen wieder da sein. Außerdem war ich sehr tapfer. Das war mir dann doch ein wenig peinlich vor den Zahnarzthelferinnen, insgeheim hoffte ich dann doch auf einen Lutscher. Doch den gab es nicht. Verfriemelte Scheiße!

So und weil mir danach ist gibt es jetzt Musik von Black Sabbath:


Karies ist ein Arschloch!

31/01/2011

Und seine Mutter auch! Letzten Dienstag war es soweit. Die große Sitzung beim Zahnarzt. Quasi der Judgement Day für die Zähne. Und ich glaube der Terminator himself hat den Bohrer geführt.

Als ich die Praxis betrat hatte ich das dringende Bedürfnis andere Termine wahr zu nehmen. Aber es war leider keiner so wichtig, als das ich ihn hätte vorziehen können. Plötzlich wurde die Beratung bei der Bank über eine Berufsunfähigkeitsversicherung sehr interessant.  Aber es half nichts, ich mußte mich meinem Dämon stellen. Und ich rede hier nicht vom Löwentor. Schneller als mit lieb war wurde ich auf den Zahnarztstuhl gerufen. Und ich wunderte mich noch, warum dort keine Lederriemen zum festschnallen waren.

Als nächstes folgte nun die Diskussion über die Notwendigkeit einer Betäubung. Da ich ja nicht als Memme da stehen wollte, druckste ich rum und versuchte die nette Zahnarzthelferin in eine Frage und Antwort Spiel zu verwickeln. Was für Schmerzen würden mich denn erwarten? Wären sie schlimmer als ein Lungendurchschuß oder ein Fahrradstunt? Doch sie roch den Braten, aber schonte mich. Ich entschied mich ihren Rat anzunehmen und es für alle Beteiligten entspannter zu machen und eine Betäubung zu nehmen. Die Frage nach einer Vollnarkose stellte ich zunächst zurück. Doch damit tat sich dann die nächste Unsicherheit auf. Wie schmerzhaft war die Spritze und würde sie überhaupt wirken?

Der Onkel Doktor kam und fing dann gleich an auf ausländisch zu sprechen. Selbst mit meinem kleinem Latinum verstand ich nichts. Meine Brille wurde mir vorsichtshalber abgenommen und ich rechnete jeden Moment damit, das aus den Armlehnen Edelstahlmanschetten fahren würden, die meine Arme fixieren würden. Doch nichts dergleichen geschah, sondern die Spritze wurde gesetzt und ich merkte sie kaum. Hier möchte ich bemerken, das ich zwar Erfahrung im Blut spenden habe, doch eine Spritze in den Mund zu bekommen, wo mal kein Schnaps drin ist, ist dann doch etwas anderes. Immerhin ist der Mund auch viel dchter am Hirn dran wie der Arm. Nun war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich meinen Speichel nicht mehr bei mir behalten konnte. Ich machte mir ein wenig Sorgen um das kleine Handtuch, was mir aus Hygienegründen auf den Brustkorb gelegt wurde. a) Würde es den Speichelmassen mit Sicherheit nicht Herr werden und b) das ganze Blut muß ja auch irgendwo hin.

Da Karies ja ein Arschloch ist, habe ich ja auf beiden Seiten das Vergnügen. Also gibt es gleich die Spritze im Doppelpack. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle anmerken, das vielleicht eine Vollnarkose vielleicht doch sinnvoll ist. Aber da hatte ich auch schon den Mund voll mit Instrument. Und ich glaube, irgendwo lief ein bisschen Sabber hin. Auf die Frage, ob denn meine Zähne schon taub wären, konnte ich gar nicht richtig antworten, da der Bohrer schon an geschmissen wurde. Das Geräusch war aber an sich angenehm. Auch das was er machte, als er mit meinen Zähnen in Berührung trat. Das Wunder der Betäubung entfaltete sich voll und ich merkte nichts, ich war nur ein wenig angespannt, hinsichtlich der Tatsache, was wohl passieren würde, wenn der Bohrer einen Punkt erreichen würde, an dem die Betäubung nicht wirken würde. Wieder stellt sich mit hier die Frage, ob eine Fixierung nicht sinnvoll wäre.

Es folgte ein Bohrerwechsel. Wie ich später feststellte, war es der Polieraufsatz aus Gummi. Doch als er loslegte, ahnte ich nichts, sondern konnte nur an Hand der Geräusche und der Vibrationen im Kopf eine grobe Zuordnung machen. Sollte ich meinen Gefühlen trauen, war der erste Aufsatz ein 0,1 mm Bohrer gewesen. Und nun kam die grobe Schrubbscheibe mit 10 karätigen Diamanten zum Einsatz. Ich war sogar der Meinung einige Brocken in meinem Mund umher fliegen gespürt zu haben. Der Sauger, der irgendwo unter den 10 Instrumenten in meinem Mund war, machte schon leicht gurgelnde Geräusche. Die Vorstellung, was passieren würde, wenn jetzt plötzlich die Betäubung nach lassen würde, ließ mich fast in Ohnmacht fallen.

Dann irgendwann wurde eine Pause eingelegt, in der Fachwissen zwischen Arzt und Helferin ausgetauscht wurde, bei dem ich die Augen schloß. Dann kam meine Ansprache. „Herr Gerhardt, warum machen sie es uns nur so schwer?“ Ich war geschockt, was mache ich denn? Wie kann ich es besser machen? Haaaaaaargh, ich will hier weg. Ich will aufn Arm. Ein Karieskanal geht tiefer als gedacht und muß großflächig aufgebohrt werden. Füllung geht hier nicht mehr, nur noch Überkronen. Nach großflächig aufgebohrt, wurde mir schon schwarz vor den Augen. Ich stellte mir vor, wie mein Mund aussah und traute mich nicht mit der Zunge nach zu fühlen. Aber ich stellte mich meinem Schicksal. Was bleib mir auch anderes über, versucht mal zu diskutieren, wenn man drölf Sauger im Mund hat. Gefühlt hätte es auch ein Weidepfosten sein können.

Nun wurde geklebt, poliert, UV belichtet und was weiß ich noch. Dann dachte ich wir wären fertig, doch sollte mich irren. Die Helferin meinte, das jetzt noch zwei Zähne gemacht werden müßten und dann hätten wir es geschafft. Für heute. Ich wollte nicht mehr, gleichzeitig drängelte sich ein Gedanke nach vorne, der eigentlich hätte hinten bleiben sollen. Wie lange hält eigentlich die Betäubung an?

Doch das Rätsel sollte nicht lange ungelöst bleiben. Es fing an, als ich den kalten Wind vom Sauger merkte. Ein häßliches Gefühl und Unbehagen machte sich breit. Ein kurzes Zucken meinerseits, machte den Zahnarzt aufmerksam und er fragte ob denn die Betäubung nach lassen würde. Nein, ich kriege gerade einen Anfall, weil ich lange kein Pils getrunken habe. Leider machte er keine Anstalten, erneut die Spritze in den Mund zu stecken. Und dann kam der Schmerz. Ich weiß nicht was gemacht wurde, aber ich wollte nur noch weg. Aufstehen, ein zwei Leuten volles Pfund aufs Maul gebe und aus dem Fenster springen. Selbst wenn unten eine Lavagrube mit Speeren und ausgehungerten Wölfen gewesen wäre, es wäre mir egal gewesen. Doch aus dem Stuhl gab es kein Entrinnen. Selbst die Kopfstütze gab nicht nach. Und mein Hintern schwitzte unangenehm. Hätte der Stuhl ein Brett am Fußende gehabt, ich hätte es abgelatscht und dabei wäre es in seine Atome aufgelöst worden. Das war ein Schmerz, der ohne Umwege über Nervenbahnen direkt ins Hirn gegangen ist. Ich wollte weg und konnte nicht.Die Worte des Arztes machten es leider nicht besser, da sie kein Betäubungsmittel für die Zähne hatten.

Irgendwann war es vorbei und ich fragte mich, wie groß die Bolzen waren, die den Stuhl in Position hielten. Tja, nun habe ich drei Füllungen, ein Provisorium und bekomme bald eine Krone. Sticht! Das Abenteuer Zahnarzt ist leider noch nicht vorbei. Und Worte wie, „Wären sie drei Jahre früher gekommen, dann hätten wir noch was mit Füllungen machen können.“ helfen nicht wirklich. Ich kauf mir jetzt trotzdem eine Zeitmaschine.

Hinterher hatte ich eine seltsame Spannung in beiden Kiefern. Es könnte aber auch Muskelkater gewesen sein. Kennt ihr das, wenn man zu zähes Rindfleisch ist? Ich habe das Gefühl, als könnte ich nun Bahngleise zerbeißen. Lasse es aber, da ich weitere Zahnarztbesuche so gering wie möglich halten will.


Er hat nicht mal gebohrt…noch nicht

18/01/2011

Gestern war es soweit. Gestern stellte ich mich einer Sache, die ich schon seit langem habe schleifen lassen. Auch wenn ich in letzter Zeit sehr gewissenhaft geworden bin, was Gesundheit angeht, gibt es da einen dunklen Fleck auf meiner Weste. Neben den Bierflecken und Currywurst-Pommes-Flecken Salatsoßenflecken.

Ich war seit Jahren schon nicht beim Zahnarzt. so, jetzt ist es raus und es ist mir sehr, sehr peinlich und unangenehm. Zumal eine sehr gute Freundin von mir Zahnarzthelferin ist und mich mehr als einmal dazu gedrängt hat. Sie hat mich sogar in den Schwitzkasten in den Arm genommen, aber ich bleib standhaft. Aber ich denke, sie hat dann irgendwann die Flinte zum Hasen in den Pfeffer geworfen. Oder so ähnlich. Es ist ja nicht so, das ich mir das nie vorgenommen habe. Eigentlich wollte ich jedes Jahr hin, aber dann kam der Schlendrian durch und ich habe es, sagen wir mal vergessen mir einen Termin geben zu lassen. So ging das Jahr ein Jahr aus. In der Zwischenzeit sind meine Weisheitszähne gekommen und auch geblieben. Und Zahnschmerzen hatte ich ja auch nie. Alles Ausreden, höre ich jetzt den geneigten Leser sagen.

Doch meinem Hasen liegt mein Wohl am Herzen und so hat sie mir einen Termin besorgt. Weil sie wohl wusste, das ich es eh wieder nicht gebacken bekommen hätte. So stand ich also gestern in einer Zahnarztpraxis und bekam eine Kontrolle und eine professionelle Zahnreinigung.

Die Kontrolle brachte das Erwartete. Ich glaube die Wortlaut war, das die Zähne normal sind für mein Alter. Ein Grinsen in meinem Gesicht. Aber in Ordnung wäre nicht alles. Das Blut schoß aus meinem Kopf in tiefere Regionen in meinem Körper. Nicht was ihr schon wieder denkt, ich Säue! Aber dazu später mehr, jetzt kommt erst mal Röntgen und Zahnreinigung.

Zack, Bleiweste um und zack mit Röntgenstrahlen beschossen. Es gab sogar einen Rundumscan von meinem Kopf. Juchu, mein Brägen wird von Strahlen noch und nöcher durch schossen. Aber bei meinem bisherigen Lebensstil werden die paar Strahlen wohl auch keinen großen Schaden mehr anrichten.

Und dann ging es los mit der Zahnreinigung. Zunächst Ultraschall. Bei Ultraschall dachte ich zuerst an etwas sehr sanftes. Immerhin werden ungeborene Babys im Mutterleib damit sichtbar gemacht. Doch das Instrument, was die junge Dame in der Hand hielt schien, die Schrubbscheibe unter den Ultraschall-Geräten gewesen zu sein. Und sie wusste damit umzugehen. Ich versank immer tiefer im Stuhl und schwitzte. Ich glaube ab und an fühlte ich wie sich Brocken von meinen Zähnen lösten und im Mundraum umher flogen. Ich hoffte nur, das es kein Stück Zahn war. Immerhin habe ich schon größere Mengen Löwentor konsumiert. Schon kleine Flecken von dem Teufelszeug auf dem guten Eichentisch hinterlassen Brandflecken. Teilweise fühlte es sich an, als würde der Ultraschall kleine Greifer haben, die das Zahnfleisch weg halten, damit man direkt an den Zahnhals kam. Aber ich bleib tapfer und weinte nicht. Ab und an wünschte ich mit sie würde sofort aufhören, doch da war die untere Zahnreiche noch nicht mal fertig. Angenehm war was anderes.

Als sie damit fertig war oder besser gemerkt hat, wie winzige Tränen meine Augen verließen wie ich leicht das Gesicht verzog, als sie an bestimmte Stellen im Mund kam, kam ein Zanharztinstrument zum Einsatz, das mir nie so ganz geheuer ist. Die/der/das Kürette. Ein Instrument beidseitig mit Klingen ausgestattet. Was will man damit im Mund? Genau, Zahnstein entfernen. Und das gibt gar feine Geräusche. Am liebsten wäre ich Ohnmächtig geworden. Aber es wäre nur das Geräusch, wurde mir versichert. Die Zähne wären noch da. Als ich mal mit der Zunge fühlen wollte, meinte ich festzustellen, das an den unteren Schneidezähnen etwas fehlen würde. Das wäre der Zahnstein, aber vom Zahn wäre alles noch da. Meine Gesichtsfarbe wechselte auf rot. Der Schlimmste Teil war aber vorbei. Nun wurde noch poliert und lackiert. Ich entschied mich für ein Metallic schwarz mit Rallystreifen. Das ist so schön sportlich. Die Zähne waren nun schön glatt. Man könnte fast meinen sie wären mit Teflon beschichtet.

Doch die Freude hielt nicht lange an, denn es folgte die Nachbesprechung. Röntgenbilder auf den Schirm und los gings. 1 links OB, 2 rechts alles hin OK, 6 rechts rausstemmen, 18, 20, schwarz… Ich verstand Bahnhof. Doch Bilder lassen auch mich Dummen schlau werden. Zwei Zähne sollten gemacht werden. Er würde gar nicht verstehen, warum ich beim Süßigkeiten essen keine Schmerzen hätte. Jahrelanger Löwentorkosum tötet einiges ab. Klartext, Bohren, Füllung rein, alles gut. Ich hoffe es geht mit Vollnarkose und stationärer Aufnahme.

Da ich ja eh nicht drum rum komme, habe ich gleich einen Folgetermin kassiert. Am Dienstag startet also das große Blutfest. Meine ganzen Blutspenden zahlen sich nun aus.


Wellaform

24/03/2010

Wisst ihr was doof ist? Wenn man sich für 5 Euro im penny Markt Tupperersatzware kauft und das dann mit Inhalt in die Mikrowelle gibt um den Inhalt zu erwärmen.

Besser gesagt, sollte man vielleicht vorher ein bis zwei Minuten dafür opfern und die vorsorglich in die Spritzform des Deckels eingelassene Schrift zu lesen, als wie ein Neandertaler vor dem sich drehenden Teller zu warten und mit den Fäusten auf die Brust hauen bis der Glasnudelsalat Marke extra scharf nach unendliche langen zwei Minuten fertig ist. Auf dem Deckel stand nämlich in einfacher Symbolschrift, also auch für Schimpansen erkenntlich, das man die Plastikscheiße nur bis 400 W nutzen kann. Dumm dann nur, wenn man die Mikrowelle auf höchster Stufe betreibt, weil man zu faul ist die Bedienungsanleitung zum x-ten Mal hervor zu kramen.

Sagen wir mal so, der Deckel passt nun nicht mehr wirklich auf den Topf, da er nun eine eher wellige Form angenommen hat. Anscheinend hat er auch an Spannkraft gewonnen. Denn wenn ich tatsächlich schaffe ihn über alle vier Ecken zu stülpen, fängt er bedrohlich an zu zittern und wird an einigen Stellen durchsichtig.

Man muß das Ganze einfach von der positiven Seite sehen. Nun habe ich eine Schüssel für mein Obst Kronkorken Eier leere Löwentorfläschchen Gedöns mehr. Kann man ja nie genug haben. Ach ja und ein Deckel, rot wird dem gelben Sack zugeführt. Es lebe der grüne Punkt.


Fisherman’s Nose

26/01/2010

Man soll es kaum glaube, aber von Zeit zu Zeit bin ich ein wenig ungeschickt. Und so kam es dann einmal ein Fisherman’s Friend in meiner Nase landete. Und das kam so…

Mir wurde ein Fisherman’s Friend angeboten, welches ich dankend an nahm. Natürlich nahm man nur die ganz fiesen ultra-scharfen, die alle Verhärtungen, die sich eventuell in der Nase aufhalten könnten, sofort zu flüssigen Schnodder verwandelten. Man ist ja keine Lusche. Die schmeckten zwar wie hullefratz, aber wenn man was umsonst angeboten bekommt sagt man nicht nein. Immerhin komme ich aus dem Eichsfeld!

Lutscht man dann an so einem Bolchen und ist mit seinen Gedanken gerade woanders oder gar kurz vom einschlafen, kann es durchaus vorkommen, das sich das Bolchen in Richtung Schlund verdrückt. Dort das Zäpfchen zu passieren ist, durch fehlende Aufmerksamkeit eine Leichtigkeit. Da die Schärfe ihr Nötigstes tut und den Körper zum Atmen animiert kann das Bolchen die falsche Abzweigung nehmen und sich in Richtung Luftröhre verabschieden. Ein Fisherman’s der Marke Extra Stark in der Lunge möchte ich mir gar nicht vorstellen. Da würde ich lieber einen Lungendurchschuß ertragen.

Die angeborenen Reflexe starten nun einen Hustvorgang, der das Bolchen aus dem gefährlichen Bereich der Luftröhre wieder in den Mund befördern soll. Die Betonung liegt auf „soll“. Denn aus noch nicht geklärten Umständen dachte sich das Fisherman Zäpfchen Bolchen das es im Mund schon war und sich lieber eine Etage darüber umsehen wollte. In diesem Moment verfluchte ich Mutter Natur, das sie die Atemwege der Nase und des Mund direkt miteinander verbunden hat.

Ich hatte also das Fisherman’s Friend Bonbon der Marke „Extra Stark“ in meiner Nasenhöhle! Binnen weniger Millisekunden standen alle Signale in meinem Körper auf Alarmstufe dunkelrot. Das Bolchen verdiente zu Recht die Bezeichnung „Extra Stark“. Der stechende Schmerz der sich in Richtung meines Gehirns ausdehnte, war extra stark. Sämtliche Flüssigkeiten die sich im Innern meiner Nase befand wollte fluchtartig meinen Körper verlassen. Auf welchem Wege war ihnen erstmal egal, Hauptsache weg. Die Ausgeburt eines Zuckerbäckers auf Backpulver mit ein bisschen H gestreckt hingegen lag dort rum und löst sich langsam in dem nicht enden wollenden Strom an Nasenflüssigkeit auf. Wie sehr wünschte ich mir es wäre eine Brausetablette.

Meine Augen traten ca. 5 cm aus meinen Höhlen. Der Schmerz läßt sich ungefähr mit dem Gefühl vergleichen, das ein handbetriebener Bohrer hervorruft, der mir langsamer Drehzahl von der Nase in Richtung Gehirn geschoben wird. Oder wenn man Domestos schnupft. Wie soll ich das nur beschreiben? Es war nicht gerade angenehm und rief schon leichte Panikattaken auf.

Meine erste Aktion war, das brennende Ding auf dem Wege aus der Nasenhöhle zu befördern, wie es sie betreten hat. Man kennt das ja, wenn man Schnupfen hat und den schleimigen Grünen das dickflüssige Sekret nicht schon wieder in die Schmirgelpapier ähnlichen Taschentücher schneuzen will. Nach fünf Minuten panischen Röchelns, vergleichbar mit den Geräuschen am Morgen nach einer Löwentorkur, entschied ich, das dies nichts bringen würde. Dafür hatte ich aber ordentlich Rotze Nasenflüssigkeit geschluckt und war gar nicht mehr durstig.

Da es nach hinten nicht raus ging, gab es nur die Flucht nach Vorn. Ich besorgte mir soviel Taschentücher, wie ich mit meinen wässrigen Augen nur finden konnte und schneuzte was die Nase und Lungeflügel her gaben. Ein Frauen-DVD-Abend mit „Titanic“ war Kindergeburtstag dagegen. Und mit einem leichten Plopp kam dann das widerliche braune Bolchen aus meiner Nase. Ich weinte noch ein bisschen, was aber bestimmt nicht an den Schmerzen gelegen hat, sondern an dem Normalisierungsvorgang in meiner Nase.

Die umstehenden Personen fanden das Ganze übrigens recht witzig, was ich so gar nicht verstehen konnte. Mein Verbesserungsvorschlag die Atemwege zu trennen, wurde von Gott übrigens noch nicht beantwortet. Das nächste Mal schicke ich den per Einschreiben.


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