Kleine Sünden

20/06/2011

Neulich Morgen wurde ich angehupt. Aber nicht freundlich, sondern eher ungeduldig. Aber kleine Sünden bestraft der liebe Gott ja bekanntlich sofort.

Da ich ja durchaus Umweltbewusst bin, lasse ich mein sparsames 5,7 Liter Hubraum Auto stehen und fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit. Leider gibt es nicht immer Fahrradwege und man muß sich die Straßen mit den Autofahrern teilen. Ähnliches denken ja bestimmt auch die Autofahrer. Jedenfalls geht es mir so. Aber das interessiert jetzt ja gerade gar nicht.

Ich fuhr auf eine Kreuzung zu und wollte links abbiegen. Also gab ich fein Pfötchen Handzeichen und ordnete mich, richtig, nahe der Kreuzung Mitte ein. Von links kamen allerdings Autos, mit überhöhter Geschwindigkeit, welches ich mit meinem geeichten Auge sofort erkannt habe, wir waren ja noch Innerorts. Ich tat das einzig logische und blieb stehen. Nicht nur, weil die StVo das so vorgibt, sondern weil sich in meinem unglaublich großen Gehirn schnell die Chancen heraus kristallisierten, wie groß meine Möglichkeiten gegen ein Stahlmonster auf Rädern wären. Ein Beinbruch wäre noch eine der guten Ausgangsmöglichkeiten. Die Top 10 lasse ich jetzt mal aus, da sie sehr viel von meinem Blut und Tränen beinhalten würden.

Doch was vernehmen meine Ohren von hinten. Ein Hupen. Kein freundliches Hupen, sondern ein zorniges, drohendes Hupen. So ganz verstand ich nicht was ich machen sollte. Meinte der Honk im Auto hinter mir wirklich das ich das überqueren der Straße schaffen würde und er womöglich auch noch? Gut ich sehe so aus, als hätte ich 5 Liter Hubraum unter dem T-Shirt, aber das heißt noch lange nicht, das ich das nötige Drehmoment aufbringe um mit Lichtgeschwindigkeit über die Straße zu fahren. Das sind zwar nur drei Meter, aber die können beim Kontakt mit schnellem Stahl schmerzhaft sein und Golf II eitern so schlecht aus dem Oberschenkelknochen raus.

Außerdem wollte ich mich am frühen Morgen nicht schon so überanstrengen. Ich krampfe doch so leicht.

Nach ca. 10 Sekunden konnte ich dann die Straße gefahrlos überqueren und der Spassel im Audi hinter mir auch noch. Dafür hat er es mir dann aber noch mal so richtig gezeigt. Mit Vollgas und quietschenden Reifen ist er an mir vorbei gezogen, was, wenn man Radfahrer überholen will, nicht gerade schwer ist. Hui, war ich da beeindruckt. Aber es dauerte nicht lange, da stand er wieder. Und zwar ganze 50 m weiter an der nächsten Kreuzung über die er nicht rüber kam, weil von rechts und links Autos kamen. Beim Vorbeifahren hätte ich ja gerne freundlich gehupt, aber mit einer Klingel kommt das nicht so gut. Also habe ich mir meinen Teil gedacht und bin weiter gefahren.


Bei grün darf ich gehen…

16/04/2010

Freund Schnarchnase hätte es beinahe wieder geschafft, daß ich meinen fahrbaren Untersatz zur Mordwaffe gemacht hätte. Und dazu hätte es nur eines simplen, aber durchaus kräftigen Schweißgestell benötigt, das ich als Rammbock an mein Auto geschwartet hätte.

Zur Zeit in Duderstadt zwischen 1600 Uhr und 1700 Uhr Auto zu fahren, erhöht die Gewaltbereitschaft ungemein. Grund ist die Sperrung einer Hauptverkehrsader von Duderstadt, durch Straßenerneuerungsarbeiten. Wenn man im Falle von Duderstadt überhaupt von Hauptverkehrsadern sprechen darf. Kurz gesagt, es gibt zwei Straßen nach Duderstadt rein und eine davon ist nun gesperrt.

Also konzentriert sich sämtlicher Verkehr auf eine Straße. Nun sollte man davon ausgehen, das die Stadtverwaltung diesen Umstand mit bedacht hat und ein bisschen an den Ampelschaltzeiten gedreht hätte. Als Ingenieur würde ich zunächst eine Prozessanalyse machen und dann an ein paar Rädchen drehen, damit der Prozess wieder so fehlerfrei wie möglich läuft. Eben den Umständen angepasst. In der Stadt sieht man da allerdings anders. Gründe verkneife ich hier mal. Außerdem soll das ja gar nicht mein Thema sein. Wichtig ist nur zu wissen, das man durch Blechmassen, zu denen ich ja auch meinen Teil beitrage, die Nerven, sagen wir mal, ein wenig offen liegen.

So fährt man dann hinter einer Schnarchnase her und früher oder später wird der Verkehrsfluß durch eine Ampel zerhackt. Ist die Ampel grün darf man fahren, zeigt sie hingegen das rote Licht, muß man halten. Dieser Umstand sollte allgemein bekannt sein. Gucke ich mich im Straßenverkehr um, schwindet meine Hoffnung in diese Voraussetzung.

Schnarchnase fährt auf die grüne Ampel zu und plötzlich flammen seine Bremslichter auf. Warum? Ein Eichhörnchen auf der Fahrbahn? Kinder, die am Fahrbandrand spielen? Hübsche Frauen die auf dem Bürgersteig an der Hähnchenbude vorbei flanieren? Alles Fehlanzeige! Es ist die grüne Ampel. Denn eins hat sich auch nach zu vielen RTL Vormittagsprogramm im Hirn fest gebrannt. Nach grün folgt rot. Und man will ja nicht über eine rote Ampel fahren. Da kann man doch schon mal vorsichtshalber das Bremspedal penetrieren. Ich glaube es hackt! Wenn grün ist wird gefahren und wenn rot ist, wird gehalten! Wo kommen wir denn da hin?

Doch der Erfinder der Ampel für Fahrzeuge hat noch ein gelbes Licht eingebaut. Dies zeigt an, das man in Alarmbereitschaft gehen sollte, weil gleich eine endgültige Veränderung eintritt. Eben jene, das man freie Fahrt hat oder das man anhalten muß. Und diese Phase ist durchaus lang genug, das man rechtzeitig auf das Bremspedal treten kann und auch rechtzeitig anhalten kann. Wenn man denn mit der vorschriftsmäßigen Geschwindigkeit unterwegs ist.

Freund Schnarchnase interessiert das alles aber nicht, denn er verlangsamt seine Fahrt unaufhörlich bis er am Haltstreifen angekommen ist. Um dann, nach passieren selbigen gleich wieder voll auf das Gas zu drücken. Immerhin muß man ja den Abstand zum Vordermann auf Bildzeitungsdicke minimieren. Was nach ihm kommt ist ihm furzegal. Er hat es ja geschafft und muß nicht vor dem Verkehrszerhacker warten.

Das sind Situationen, in denen ich mir ein Rammschild an meinem 8 Zylinder wünsche. Womit ich dann verquanzten Schnarchnasen mal zeige wozu 510 Nm Drehmoment alles gut sein können.


Zürcher Geschnetzeltes

07/11/2008

Am Montag war ich in der Schweiz. In Zürich um genauer zu sein. Und dort erlebte ich mein persönliches Waterloo im Bezug auf den Straßenverkehr. Bisher dachte ich das ich Großstadttauglich wäre, wenn es darum geht sich im Verkehrswirrwarr zurecht zu finden. Doch das war bevor ich in die Hauptstadt des Verkehrsirrsinn gefahren bin.

Die Schweizer mögen alle nett und freundlich sein, was ich durchaus unterschreibe. Sie haben lustige Namen und sprechen eine noch lustigere Sprache. Das macht sie natürlich sehr sympathisch. Auch mögen sie ganz tolle Erfinder und Ingenieure sein. Was sie für mich noch sympathischer macht.  Aber was sie definitiv nicht können, ist eine Straßenführung in einer großen Stadt. Von den horrenden Strafen bei Geschwindigkeitsübertretung und anderen Verkehrsdelikten mal abgesehen. Sie sind sozusagen Infrastrukturlegasteniker.

Zunächst mal ist es wahre Folter zur Feierabendzeit sich in Zürich per Automobil sich in Zürich fortzubewegen. Grüne Phasen sind seltener als der Vogel, der auf der roten Liste steht. So kriecht man also voran und die Laune nähert sich immer weiter dem Tiefpunkt. Sie sinkt sogar so tief, das man gar unentdeckte Tiefen erkundet. Man steht im Stau und weiß gar nicht wo man sich einordnen soll. Denn die Pfeile, die auf den Straßen die Richtung vorgeben, sind nur beim direkten Überfahren zu erkennen. Also schätz man nur auf der richtigen Spur zu sein. Verwirrung pur.

Man kommt an Kreuzungen an denen es in vier Richtungen geht und muß sich binnen Sekunden einordnen. Realisiert man dann aber, das man doch irgendwie falsch fährt, hat man keine Chance mehr die Spur zu wechseln. Also biegt man falsch ab und landet entweder in einer Nebenstraße in der Wenden unmöglich ist, dem Berufsverkehr sei Dank, oder aber die in einer Sackgasse endet, da mal wieder gebaut wird. Tolles Brett. Wieder auf die richtige Straße zurück zu finden, ist sogar mit Navi ein Abenteuer.

Schön auch die ganzen Fußgängerüberwege. Egal ob es durch eine Ampel geregelt wird oder nicht. Alle sehen wie gelbe Zebrastreifen aus. Da Fußgängern im Allgemeinen nicht zu trauen ist, fährt man nur langsam und verpasst eine erneute Grünphase. Nun soll man aber nicht denken, das die Rotphasen ebenso kurz sind, wie die Grünphasen. Man steht immer so seine Zeit.

Und da soll dann mal einer verlangen, das man nicht aggressiv wird. Ich wünschte mir ein Räumschild am Chrysler. Langsam hatte ich das Gefühl, das mich Zürich nicht wieder raus lassen wollte. Der Moloch wollte mich schlucken. Und dann war da ja noch die Angst, das mein Sprit leer wird, da man ja die meisten Zeit herum stand. Und auch da nimmt der 8 Zylinder mit beiden Händen.

Nach dieser Tortour war mich klar. Es gibt Großstadtverkehr und es gibt die Schweiz, die absolut keine Ahnung von Straßenführung hat. Zürich wird mich so schnell nicht wieder sehen. Nur im äußersten Notfall. Außerdem finde ich die Vignetten-Politik eine absolute Frechheit. Wenn es nach mir gehen sollte, sollten die Schweizer und die Österreicher ordentlich für die Nutzung der deutschen Autobahnen bezahlen. Auge um Auge, Zahn um Zahn.


Kreisverkehr – Die Schnarchnase, Teil 02

28/08/2008

Liebe Freunde der Natur. Ich möchte mich erneut mit unserem Kollegen Schnarchnase (nasus sterto) beschäftigen. Wenden wir uns diesmal seinen natürlichen Feinden zu.

Alles was eine fließende Bewegung voraussetzt ist unserem Freund zu wider. Als erstes Beispiel möchte ich hier den Kreisel heran ziehen. Während die Kollegen von der Insel den Kreiselverkehr nahezu perfekt beherrschen und das auch noch bei falscher Fahrtrichtung, ist es in Deutschland schier unmöglich ohne Probleme in einen Kreisel heran zu fahren. Der Grund dafür sind die Schnarchnasen. Sie fahren recht zügig an den Kreisl heran um dann einen Vollbremsung hin zu legen auf die Egon Hoegen stolz gewesen wäre. Anstatt sich dem fließenden Verkehr einzuordnen wird einfach stehen geblieben und dumpf den vorbei fahrenden Autos hinterher gestiert. Der Fahrer ist sichtlich verwirrt. Wie kann es sein, das eine gerade Straße plötzlich im Kreis geht? Das kann nicht sein. Kosmische Kräfte haben hier den Straßenverlauf willkürlich geändert. Nachdem nun die anfängliche Verwirrung entschwindet und der Neugier Platz macht wird der erste große Fehler gemacht. Klar, man will ja in eine andere Straße rein fahren und da setzt man erstmal den Blinker. Falsch! Ganz falsch! Im Kreiselverkehr wird nur beim Verlassen geblinkt. In solchen Situation wünscht man sich ein sadischter Fahrlehrer zu sein und die Schnarchnase in Grund und Boden zu brüllen. Es ist aber egal ob man dabie einen touschtsanfall bekommt oder Engelsgeduld beweist. Sämtliche Informationen gehen in total überforderten Brägen der Schnarchnase nicht mehr rein. Der ist ja schon damit beschäftigt die neue Situation zu entschlüsseln (Hääää, eben gerade Gerade aus und nun rechts abbiegen? Versteh ich nicht?).

Die Schlange hinter dem Ididoten wird langsam wild. Einige haben bereits Bisspuren im Kunstleder des Lenkrades anderes drücken beherzt auf die Hupe. Das stört unseren Geronten, die am weitesten verbreitete Unterart der Schnarchnase, aber sehr wenig, denn er weiß ja was er will. Mit dem Ascona zum Pippimarkt um dort den Satz Fernost-Billig-Werkzeug zu erstehen. Der Blinker wird also rechts gesetzt und so lange an gelassen, bis man die Schilder entziffert hat die einen zum Pippimarkt leiten. Das verwirrt aber den übrigen Verkehr, der ja mit den allgemeinen Regeln des Kreisverkehrs vertraut ist. Geblinkt wird nur wenn man den Kreisel verlassen will. Und wenn man im Kreisel unterwegs ist, dann wird auch nicht links geblinkt, nur weil man das Lenkrad nach links einschlägt! Nein, das machen wir nicht! Ist ja auch vollkommen überflüssig. Und hier, liebe Freunde, liegt die wahre Unfallquelle des Kreisels. Durch verwirrte Schnarchnasen, die absolut orientierungslos und mit falsch eingesetzten richtungsanzeigenden Lichtquellen im Kreisel eine Umlaufbahn einschlagen. Und wenn ihnen dann Jemand, völlig zu Recht, die Vorfahrt nimmt, dann wird sich auch noch aufgeregt.

Schön auch die Vertreter, die meinen ohne Blinker den Kreisel verlassen zu dürfen. Das wartende Fahrzeug ärgert sich und bedient sich ausreichend im Schimpfwortfundus und teilweise nicht jugendfreier Gestik. Auch hier wieder völlig zu Recht. Wenn man natürlich zu cool ist den Blinker zu betätigen, dann hilft nur noch die sofortige Vernichtung durch Kurzstreckenraketen. Oder das Räumschild am Chrysler anbringen.

Solche Leute sofort zur Nachschulung und bei nicht bestehen standrechtliche Erschiessung sofortiger Führerscheinentzug. Für immer! Wenn unsere Straßen Schnarchnasenfrei wären, dann wäre es viel sicherer im Straßenverkehr. Man könnte auf der Autobahn mit 180 km/h lang knüppeln und nur einen Meter Abstand zum Vordermann halten. Es gibt ja keine Schnarchnasen mehr, die unverhofft die Spur wechseln oder aus heiterem Himmel Bremsmanöver einleiten, weil die gefährdete Zirkonen-Libelle gerade auf der Windschutzscheibe aufgeschlagen ist. Mal davon abgesehen, das Schnarchnasen nie Tempobereiche jenseits der 100 km/h erreichen werden.
Daher bin ich für ein freies Judäa Schnarchnasenfreie Straßen!


Aggressions-Aufbau-Programm

25/11/2007

Am Donnerstag fuhr ich nach Fulda um Sabrina und Christian zu besuchen. Da ich Urlaub hatte und Christian eh Student ist konnten wir schön das Nachtleben unsicher machen. Aber darüber will ich an dieser Stelle nicht berichten. Vielmehr über das was vor der Party lag, nämliche die Autofahrt nach Fulda. Und die Crème de la crème der deutschen Autofahrer.

Zunächst mußte ich ja erstmal auf die Autobahn kommen. Da ging es schon los, schleichende Leute die einfach die Geschwindigkeitsempfehlung mißachten. Wenn da ein rundes Schild mit rotem Rand am Straßenrand steht auf dem eine große 100 geschrieben steht, dann heißt das so viel wie das man hier 100 km/h fahren darf. Anscheinend hat man die Verkehrsregeln geändert, denn die Trulla vor mir fuhr exakte 80 km/h. Gibt es da jetzt ein Rechensystem, bei dem man von der Höchstgeschwindigkeit je nach Tagesform km/h abziehen kann oder gar drauf rechnen kann? Ich fasste es nicht. Und vor allem gab es keine Gelegenheit zu überholen. Also drückte ich meine gesamten Mordgedanken einfach nach hinten und versuchte sie dort in eine dunkle Kammer einzusperren. Die Autobahn würde ja noch kommen und dann würde ich den guten alten Volvo ordentlich treten. Doch vorher stand ich noch an einem zauberhaften Bahnübergang in Obernjesa. Ich dachte die Bahn streikt, warum stehe ich immer an diesem dämlichen Bahnübergang und kann zusehen wie ich altere während ich auf Züge warten, die leer in eine Richtung fahren. Ich verfluchte die Bahn und diesen dämlichen Übergang. Außerdem markierte ich diese Stelle auf meiner Landkarte, sollte ich jemals Zugriff auf einen Bomber oder einen Leopard haben wird diese Stelle auf der Stelle in die Steinzeit gebombt.

So dachte ich jedenfalls, denn auf der Autobahn war es recht voll und es tauchten plötzlich überall diese Geschwindigkeitsbegrenzungen von 120 km/h auf. Ich dachte nochmal über das oben erwähnte Rechensystem nach und kam zu dem Entschluß, das ich es durchaus riskieren konnte 20 km/h schneller zu fahren als die Schilder kund taten. Schließlich mußte ich ja ein wenig Zeit gut machen, die ich durch die Schnarchnase verloren habe. Falls ich dann doch geblitzt werden sollte, kann ich ja immer noch die Schuld auf die Schnarchnase schieben und sie auf meine Todesliste setzten. Was ist das überhaupt für eine dämliche Schieße, das man auf einer Autobahn Geschwindigkeitsbegrenzungen macht? Wofür ist denn die Autobahn da, damit ich da heizen kann wie ein Geisteskranker und möglichst schnell an mein Ziel komme. Vielleicht ist es auch einfach nur eine weitere Einnahmequelle für die Bundesländer. Schließlich müssen die teuren Ausgaben für die Blitzkästen gedeckt werden.

Das ich allerdings frei Fahrt hatte war ein Wunschdenken, denn es gibt ja noch die LKW’s und die Schnarchnasen. Dieses Völkchen macht sich mit Vorliebe auf den Autobahnen breit. Kommen diese zwei Ereignisse auch noch zusammen vor, kann man vom Super-GAU auf der Autobahn reden. Folgende Situation hat sich nicht nur einmal ereignet. Ich befuhr vorschriftsmäßig die mittlere Spur., da die rechte Spur mit LKW’s belegt war. Nun bekommt einer dieser Brummifahrer plötzlich einen Geschwindigkeitsrausch und meint er sei genau 2,3 km/h schneller als sein Vordermann und schert aus. Soweit ja kein Problem, die können sich ja überholen bis sie schwarz werden, so lange der Rest der steuerzahlenden Bevölkerung einfach dran vorbei rauschen kann. Ein kurzer Blick in den Spiegel verriet mir, daß das hinter mit fahrende Fahrzeug ausscherte und zum Überholen ansetzte. Nun sollte man eigentlich davon ausgehen, das nun das rechte Pedal ordentlich penetriert wird, damit man den anderen Autofahrern auch noch die Möglichkeit gibt zügig an dem Elefantenrennen vorbei zu brausen. Das kann man sich aber abschreiben, wenn Kollege Schnarchnase das Fahrzeug führt. Wir befinden uns ja noch in der Geschwindigkeitsbegrenzungszone und da darf man keinesfalls schneller fahren. Besteht ja auch keine Notwendigkeit, die Schnarchnase kommt ja ohne Probleme und ohne Zeitverzug dran vorbei. Also tuckern geschätzte 180 Jahre (Fahrer + Beifahrerin + Hut auf der Ablage + Fahrzeug) an mir vorbei, mit der gleichen Geschwindigkeitsdifferenz wie die LKW’s direkt vor mir. Also 2,3 km/h. Während mich also die Mercedes E-Klasse 280 (3,0 l Maschine, 170 KW/230 PS) überholt, kommt das Elefantenrennen immer näher, als drücke ich beherzt das mittlere Pedal und hänge hinter dem LKW und neben mit fährt das Geronten-Mobil. Tropfen um Tropfen füllt sich das Faß. Und diese Situation hat sich des öfteren wiederholt.

Kommt es nun aber zum Gegenteiligen Ereignis, also das man frei Fahrt hat und problemlos überholen kann, hat man binnen weniger Sekunden ein ähnliches Fahrzeug hinter sich, dessen Fahrer sich durchaus bewusst was für ein PS-Giganten er da unter dem Arsch sitzen hat. Also wird dicht aufgefahren und mit der Lichthupe zarte Signale im Sekundentakt gegeben, das man doch endlich mal sein Fahrzeug auf die mittlere Spur bewegen sollte. Am Besten sollte man doch den LKW ein wenig ab drängen, damit der Überholende schneller vorbei kommt. Ich bin ja geboren für solche Situationen. In meinem Kopf legte ich schon Bauteile aus, auf denen ich ein MG3 an meinem Volvo befestigen konnte. Ein kleiner Druck auf einen Knopf und schon wird die Luxuskarosse mit netten 7,62 mm großen Geschwindigkeitslöchern versehen und ich fahre mit debilen Gelächter dran vorbei.

Über das Überholverhalten von LKW’s wenn es in eine Steigung geht möchte ich mich hier nicht auslassen, denn das hat Mario Barth ja schon zur Genüge getan. Aber er hat Recht. Sobald es bergauf geht, wird gnadenlos der Blinker gesetzt und raus gezogen. Besagte 2,3 km/h treffen auch hier zu. Und die Schnarchnase überholt hier auch mit Vorlieben, allerdings nur innerhalb des Geschwindigkeitslimit.

Weiter drei Stunden auf der Autobahn hätte ich nicht ausgehalten. Entweder hätte ich irgendwelche Fahrzeugführerimitatoren von der Straße gedrängt oder aber ich wäre irgendwann von einem Nervenzusammenbruch geschüttelt in meinem Auto gefunden worden. Zum Glück war Fulda nicht so weit und ich hatte die Aussicht auf eine Party mit uneingeschränktem Zugang zu alkoholischen Getränken. Das half mir ein wenig über die Aggressionen die beim Auto fahren auftreten hinweg.


Die Schnarchnase

30/11/2005

Jeder kennt sie, die Schnarchnase (nasus sterto). Sie fährt vor einem her, wenn man unbedingt nach Hause muß. Man hat Feierabend und der Termin bei der Sparkasse oder dem Bewährungshelfer ist wirklich wichtig. Man will ja nicht zu spät kommen. Und dann taucht sie plötzlich vor einem auf. Man kann gerade noch so von 140 km/h auf ca 30 km/h runterbremsen nur um das Auto der Schnarchnase nicht zu rammen. Hätte man es doch getan, dann hätte man zwar eine Beule aber weiterhin freie Fahrt. Nun kommt meistens eine Strecke auf der man nicht überholen kann oder gerade dann eine weiter Schnarchnase von vorne kommt, wo eine einzige gute Strecke zum überholen auf 50 km ist. Also zuckelt man dann hinter der Schnarchnase hinterher. Fies grinst einen das Kissen oder die Toilettenpapierrolle mit Häkelmütze von der Hutablage an. Meisten verziert dann die Blechschleuder der Schnarchnase noch Aufkleber vom Heide-Park oder dem Ziegenpark irgendwas. Gerne genommen auch Aufkleber von der Insel Sylt. Bevorzugtes Fahrzeug der Schnarchnase ist der Jetta oder ein Citroen, beides älteres Baujahr. Sie zuckelt mit Vorilebe
10 – 20 km/h unter der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit über die Landstraße. Bekommt man dann tatsächlich die Gelegenheit die Schnarchnase zu überholen (kommt sehr selten vor) und wirft einen flüchtigen Blick zur Seite wie denn so ein Verkehrhindernis im Gesicht aussieht, erblickt man meistens einen Menschen der ca. 1000 Jahre alt ist. Geschlecht ist egal, kommt Beides vor. Dieser guckt ganz seltsam, als ob er zum ersten mal ein Auto gesehen hat das mehr als drei Gänge hat. Hat man ihn dann überholt, muß man gleich den Spiegel verstellen, da der Fahrer (darf man das überhaupt sage, ohne „richtige“ Autofahrer zu beleidigen) total vergessen hat das er noch Fernlicht anhat. Wahrscheinlich hat er auch schon vergessen, das er es jemals angemacht hat. Hat man die Schnarchnase dann hinter sich gebracht, dauert es meistens nicht lange, bis man die nächste vor sich hat. Man heizt ja auch wie ein Bekloppter um die verlorengegangen Zeit irgendwie wieder gut zu machen. Aber das interessiert ja die Geronten nicht, da sie ja unendlich viel Zeit zur Verfügung haben. Das scheint auch der Grund zu sein, warum sie immer zur Feierabendzeit oder am Samstag einkaufen gehen und mit ihren Einkaufswagen, in denen 2 Teile drinliegen, die breiten Wege in den Supermärkten versperren.

Ganz hart trifft die Schnarchnase der Winter. Gut vorbereitet mit Winterreifen, die schon im September aufgezogen werden, scheint sie super gerüstet zu sein für die Schneemassen die uns jährlich erwarten. Doch was passiert wenn die erste Flocke am Himmel auftaucht? Genau, es wird auf der Stelle auf ca. 10 km/h runtergebremst und in diesem Schneckentempo weitergefahren. Mich wundert ja nur, das die Schnarchnase nicht anhält und sofort die Schneeketten aufzieht. Doch jetzt kommt der absolute Clou. Das ist mir erst heute passiert. Auf meinem Rückweg von der Arbeit hatte ich dann eine Schnarchnase vor mir. Sie fuhr mit ca. 30 km/h auf einer 100-km/h-Straße lang. Natürlich, es wurde ja auch langsam dunkel und eventuell könnte es auf der total trockenen Straße plötzlich glatt sein. Sie könnte ins Schleudern geraten und in den Graben fahren und dort könnten wilde Eisbären über sie herfallen, die durchaus vorkommen zu dieser Jahreszeit in unseren Breitengraden. Naja, so zuckelten wir also auf der kurvigen Straße dahin als plötzlich und aus heiterm Himmel Gegenverkehr kam. Was macht also Freund Schnarchnase (von hinten konnte ich erkennen, das er einen Hut aufhatte, was mich vermuten ließ, das es sich um einen 1000jährigen handeln müßte), er wird langsamer und langsamer, bis er zum stehen kommt. Auf einer Straße an der zwei holländische 40-Tonner hätten aneinander vorbeifahren können. Unfaßbar. Was denken sich solche Leute. Man kann doch nicht auf einer Straße einfach anhalten, nur weil einer von vorne kommt. Wo kommen wir denn dahin, der Königstiger hat ja auch nicht einfach angehalten, als er der Stalin-Orgel in der russischen Steppe begegnet ist. Nein, er ist wild feuern weiter gefahren. Was würde ich jetzt für einen Königstiger geben. Bei der nächsten Gelegenheit überholte ich dann den Geronten und ich hatte Recht. Tausend Jahre alt und einen Blödmannshut auf dem Kopf!


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