Zuckerschock

20/01/2012

Heute Morgen stieß ich hier drauf: http://www.goettinger-tageblatt.de/GT-ET/Nachrichten/Goettingen/Uebersicht/Lasse-mir-Bonbon-Verteilen-nicht-verbieten

Und mir wurde schlecht. Was ist denn das bitte für eine Micky Maus Kacke? Anscheinend ist Bolchen-Verteilen eins der wichtigsten Themen für unsere Politker.

Denk ich an Politiker, angefangen bei der höchsten Instanz bis runter gebrochen zum kleinen Lokalpolitker, wird mir ganz anders. Ich bekomme so einen kleinen Brechreiz, als wenn mein Aufstoßen ein klein wenig Kotze mit hoch kommt. Folgende Begriffe fallen mir spontan ein: Betrüger, Lügner, Verrrückte, Vollkommen weltfremd, Arschlöcher!

Zu mehr kann ich mich jetzt nicht hinreißen lassen, sonst fühlen sich noch manche Leute auf den Schlips getreten. Ich weiß schon warum ich auf Nachfrage nicht in die Lokalpolitik gegangen bin. Korrumpiertes Mistpack!

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Ein offener Brief an alle Spacken

18/01/2010

Achtung! In diesem Eintrag wird expliziter Gebrauch von Schimpfwörtern gemacht.

Am vergangenen Wochenende meinte doch ein Vollpfosten vom Mingeröder Karnevalsverein mir gute Ratschläge in Hinblick auf meine Freundin zu geben. Natürlich wollte er nur mein Bestes, aber das will die GEZ auch. Gründe, warum Katja so schlecht für mich sein sollte, konnte er mir nicht geben, aber in Behauptungen aufstellen, war er quasi der König. Aber der Mingeröder Karnevalsverein ist ja eh der Beste auf der ganzen Welt. Ich tat es dann unter „Nicht bemerkenswert“ ab und kann auf Grund solcher Aussagen auf fehlende wenn nicht sogar nie vorhandene Hirnmasse schließen. Als ihn dann auch noch Katja drauf ansprach und eine Begründung wollte, wurde er beleidigend. Erst ihr und dann noch mir gegenüber. Wie mir denn einfallen könnte, solche privaten Sachen meiner Freundin zu erzählen. Hier war für mich klar, das dort wo manche Leute ihren Verstand sitzen haben, bei ihm nur ein großer Haufen Scheiße vorhanden ist.

Was ist los mit solchen Leuten? Warum müssen die größten Spacken zu allem und jedem ihren Senf geben? Was fällt ihnen ein, andere Leute ungefragt an ihrer Weltanschauung teil zu haben? Meinungen akzeptiere ich von Leuten, die ich kenne und denen ich vertraue. Aber nicht von irgendwelchen Wichsern, die meinen ihre Sicht der Welt und Leuten sei die einzige Wahrheit. Und wer das nicht wahr haben will, ist doof und macht ins Bett.

Daher mein Tip an all die Leute, die sich dazu berufen fühlen Katja und mich auseinander zu bringen. Behaltet euren geistigen Dünnschiß für euch. Was wollt ihr damit bezwecken? Nur weil ihr zu wenig Liebe zu Hause bekommen habt, müsst ihr doch das Glück anderer Leute nicht zerstören. Und wenn ihr wirklich glaubt, das ich einem daher gelaufenen Arschloch mehr glaube als meiner Freundin, dann bin ich mir ziemlich sicher das man euer Gehirn operativ entfernt hat, wenn es denn überhaupt vorhanden war.

Wir leben hier in einem freien Land und daher kann ich keinem verbieten mich mit unqualifizierter Scheiße voll zu naseln. Aber ich habe die Freiheit, die Leute zu ignorieren und ihnen nicht zu zu hören. Und keinesfalls werde ich mich mit ihnen auf eine Diskussion einlassen. Warum solle ich sie denn davon überzeugen, das ich glücklich bin und keinesfalls ihre Meinung über meine Freundin teile? Lieber unterhalte ich mich eine Stunde mit einem Baum, da kommt dann das intellektuell höherwertige Gespräch bei rum.

Wundert euch also nicht, das ich mich einfach umdrehe und weg gehe. Denn ich verabscheue körperliche Gewalt.


Who watches the watchmen?

26/08/2009

Ich muß nochmal ein wenig zurück rudern. Und zwar zum Eintrag Quis custodit custodes?

Da habe ich irgendwie am Thema vorbei geschrieben. Wäre das ein Aufsatz in der Schule gewesen, hätte ich, nicht zu unrecht, nur 03 Punkte dafür bekommen und ein nettes „Thema verfehlt“ und meinen Erguß bekommen. Daher möchte ich jetzt zunächst ein paar Sachen klären und dann das Thema nochmal neu anfassen und meinen Standpunkt ein wenig besser erläutern.

Punkt 1: Ich bin nicht rechts radikal. Ich bin auch nicht links radikal. Jedesmal wenn eine politische Richtung mit einem radikal ergänzt wird, kann da etwas nicht richtig laufen. Egal ob Rechte oder Linke, die haben für mich alle einen an der Klatsche. Wegen mir kann man die ganzen Kaputten in einen großen Käfig sperren und dann können die sich so lange auf die Omme hauen, bis sie nur noch fähig sind zu atmen. Dann richten sie auch keinen Flurschaden mehr an. Und vor allem müßen sich dann keine Polizisten dazwischen stellen und auch noch Schläge bekommen.

Punkt 2: Ich halte es für gefährlich Dinge zu verteufeln oder zu verbieten. Mit einem Verbot erhöhe ich nur den Reiz einer Sache. Ich mache es interessant für die Leute, denen es verboten wurde. Ich halte es für unsinnig ein Symbol verbieten, weil es das Zeichen der Nationalsozialisten war. Immerhin haben diese Leute Greultaten begangen. Und jeder der noch ein wenig Grips im Kopf hat, wird sich ein solches Zeichen nicht auf die Fahnen schreiben. Und wenn doch, dann soll er es doch machen, schreibt er damit seinem Gehirn doch eine Nichtfunktion aus. Warum regt man sich eigentlich darüber auf? Von mir aus können sich doch die ganzen Fascho-Idioten ihr linkes Ei mit Hakenkreuzen tätowieren. Selber schuld, sage ich da nur.

Punkt 3: Ich bin einfach nur an der Geschichte interessiert. Da ich Deutscher bin, setze ich mich nun mal am liebsten mit der deutschen Geschichte auseinander. Die Schule hat dann dafür gesorgt, das ein Großteil eben das Dritte Reich und der 2. Weltkrieg ist. Ich habe die Berichte darüber verschlungen. Das Interesse begann mit dem Krieg an sich. Als Junge hatte ich dafür eine Faszination. Doch als ich tiefer in die Materie einstieg war es nicht nur der Krieg, sondern vor allem, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Und ich bin auch der Meinung, das man nur mit einem gesunden Interesse auch verhindern kann, das so was wieder passiert. Gehe ich mit geschlossenen Augen durch die Welt und mit einer Null Bock Einstellung in die Schule, dann bin ich doch eher empfänglich für Hetzparolen aus den rechten und linken Lagern.

Das erstmal dazu. Kommen wir nun zum Hauptthema.

Was mich ein wenig beunruhigt ist die Verbotschwemme die über Deutschland geht. Beschäftigt man sich ein wenig mit Computerspielen, dann hört man laufend, das hier was indiziert wurde. Dort wurde was weggeschnitten, weil es zu brutal ist oder weil an der Wand Hakenkreuzflaggen wehen. Das macht ja nicht nur vor Computerspielen halt, sondern, wenn es um Gewalt geht, werden auch mal Filme geschnitten.

Warum? Warum entscheiden andere Leute für mich, was ich sehen darf und was nicht? Wie kann jemand entscheiden ob die Szene in der Wolverine, einen Menschen im abgestürzten Hubschrauber tötet für mich nicht geeignet ist? Hat er mich persönlich kennen gelernt? Hat er meine Psyche analysiert? Ich kann mich nicht daran erinnern. Vielleicht ist das ja auch eine geheime Verschwörung der Regierung bei der sie jeden Mitbürger entführt hat, ein psychologisches Profil erstellt hat, ihm dann eine Gehirnwäsche verpasst hat und zurück in die freie Welt entsendet hat. Hmm, hat ja Jemand „Matrix“ gesagt?

Warum pappt man dann nicht einfach einen großen dicken ab 18 Jahren Aufkleber auf die Packung und gut ist. Laut Verfassung ist man ja ab 18 Erwachsen und kann sich so etwas angucken. Und wenn man bei der Regierung nicht der Meinung ist, dann kann man ja auch die Reifheitsgrenze nach oben setzen. In den Staaten geht es ja auch ab 21 Jahren. Hier kann man aber einfach als starkes Gegenargument bringen, das man ja ab 18 zur Bundeswehr eingezogen werden kann. Also alt genug um auf das Töten vorbereitet zu werden, aber anscheinend noch nicht alt genug um sich Tötungsszenen im TV anzugucken.

Und wer überwacht denn die Leute, die entscheiden, was geschnitten/indiziert/verboten werden soll? Wer sagt denn das diese Leute die richtige Entscheidung treffen? Vielleicht machen sie ja was explizites falsch und bringen uns alle an den Rand des Wahnsinn? Vielleicht sind durch ihren Schnitt- und Indizierungswahn die ganzen Amokläufe ausgelöst worden? Vielleicht hat auch der Hund der Kanzelrin schlecht geschissen, weil diese Leute „Watchmen“ geschnitten haben? Man weiß es nicht.

Ich finde es nur nicht gut, das es einfach so passiert und das gemeine Volk da kein Mitspracherecht hat. Mich hat keiner gefragt, ob es mir gefällt wie meine Rechte beschnitten werden. Es geht immer einen Schritt weiter. Dies ist nicht geeignet, das kann man dem Volk nicht zeigen, hier ein Schnitt, da ein Verbot. Und ehe wir uns versehen, werden wir überwacht. Beispiele gibt es am laufenden Band. Reale oder fiktive. Mir gefällt es ganz und gar nicht, das die Regierung der Meinung ist, gewisse Sachen seien für mich nicht geeignet. Es macht ein ungutes Gefühl. Ein ungutes Gefühl zwischen Regierung und den Bundesbürgern. Vielleicht sind wir als Volk nicht vertrauenswürdig. Steuern kassiert man aber trotzdem gern.


Quis custodit custodes?

14/08/2009

Zu deutsch „Wer bewacht die Wächter?“ oder zu angelsächsisch „Who watches the watchmen?“.

Dabei ist keineswegs die Polizei oder gar die Bundespolizei gemeint, die haben wohl genügend Leute, die denen auf die Finger schauen. Vielmehr meine ich damit die Jugendschützer und Verfassungsschützer.

DAS wir Deutschen ein Problem mit unserer Vergangenheitsbewältigung haben, dürfte ja im allgemeinen hin bekannt sein. Werden wir im Ausland oder von Ausländern auf das dritte Reich angesprochen, zucken wir automatisch zusammen und das Schuldbewustsein meldet sich lautstark zu Wort. Warum nur? Ich bin der Meinung weil wir damit viel zu verklemmt umgehen, weil es uns so von jeher eingebleut wurde. Wir sollen uns für die Vergangenheit schämen. Auch wenn 95% der Bevölkerung mit den Geschehnissen im dritten Reich nichts mehr zu tun hat. Nur weil Opa in der Wehrmacht war, kann ich doch dazu noch lange nichts. Was allerdings in unserer Verantwortung liegt, ist die Tatsache, das so etwas nicht wieder passiert. Aber das ist ein anderes Thema und soll hier nicht diskutiert werden.

Ich bin begeisterter First Person Shooter Spieler. Das sind die verteufelten Spiele, in denen man durch die Gegend läuft und andere Leute über den Haufen schießt. Die öfter mal in den reißerischen Medien erwähnten Killerspiele. Ein Großteil dieser Spiele baut auf diversen Kriegen auf. Vietnam, imaginäre Zukunftskriege und ein Löwenanteil besitzt der 2. Weltkrieg (seltsamerweise gibt es kein Spiel vom 1. Weltkrieg). Warum auch nicht. Ein perfektes Szenario für einen First Person Shooter. Mehr oder wenige taktische Kämpfe basierend auf mehr oder weniger realen Schlachtfeldern.

Doch wirft man die deutsche Version dieser Spiele an, wird auf die Authentizität geschissen. Schleicht man sich an deutsche Stellungen heran, wehen davor keine Fahnen mit Hakenkreuz, sondern das Hakenkreuz ist durch ein stilisiertes „Eisernes Kreuz“ ersetzt worden. Und so geschieht es mit allen Sachen, auf denen dieses Symbol abgebildet ist.

Warum? Weil dieses Symbol in Deutschland verfassungswidrig ist. Erlaubt ist in Deutschland eine Hakenkreuzdarstellung nach § 86 Absatz 3 StGB nur, wenn sie „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient“ [Quelle: wikipedia.org]. Heißt auf gut deutsch, das man wohl Filme und Dokumentationen machen kann die nur so von Hakenkreuzen strotzen, aber in Computerspielen ist es verboten. Verstehe ich zwar nicht so ganz, aber anscheinen kann man Hollywoodunterhaltungsfilme ohne Probleme in oben genannte Kategorie einordnen, aber Computerspiele eben nicht. Da ist es dann auch nicht so schlimm, wenn namenhafte Schauspieler den rechten Arm nach oben reißen und „Heil Hitler“ schreien. Passiert so etwas, in einem meiner Meinung nach ähnlichen Unterhaltungsmedium, wie einem Computerspiel, dann wird es gleich in Deutschland verboten. Finde ich eine Frechheit.

Man verstehe mich bitte hier nicht falsch. Ich bin weder rechts noch verehre ich das Hakenkreuz oder das was die Nationalsozialisten mit und in Deutschland und Europa angerichtet haben. Ich finde nur Realismus in Computerspielen einfach fantastisch. Dazu gehört für mich, das Blut spritzt, das Körperteile abgetrennt werden und das politische Symbole an den entsprechenden Stellen stehen. Es macht das Spiel einfach realistischer, das Ziel eines jeden Spieles.

Aber nein, schon treten Personen auf den Plan, die meinen den erwachsenen, mündigen Bürger etwas vorschreiben zu müssen. Da werden allzu brutale Spiele verboten. Spiele mit verfassungswidrigen Inhalten werden verboten. Dabei könnte ich solche Sachen durchaus verstehen, wenn man in einem Spiel die Rolle eines Nazis übernimmt und für den Sieg des dritten Reiches kämpft. Aber nicht, wenn an einigen wenigen Stellen ein paar Hakenkreuze auf Flaggen oder in Reichsadlern eingemeißelt sind. Wie kann den ein Symbol, bestehend aus ein paar Strichen, so gefährlich sein? Gefährlich und verantwortlich für die Schreckensereignisse der damaligen Zeit waren Personen, größenwahnsinnige Menschen. Und der Anführer kam, wenn ich richtig informiert bin, aus Österreich. Sollten dann nicht vielleicht Österreich verboten werden?

Man hört immer das Sozialpädagogenpack die Jugendschützer ganz schlau daher reden, das solche Computerspiele viel zu brutal seien und die Jugend nur verroht. Hat man denn vielleicht mal daran gedacht, das solche Spiele dann auch zur Abschreckung eingesetzt werden können? Warum nicht ein wirklich realistisches Spiel entwickeln. Ein wirkliche Kriegssimulation. Mit abgerissenen Körperteilen durch Granaten oder Mienen. Mit Bauchschüssen, mit schreienden Menschen, die Angst haben oder verletzt sind. Vielleicht schreckt das mehr ab, als das es begeistert. Das nur als Vorschlag, da ja alles andere was sich in den hohen Rängen der Politik so ausgedacht wird, bisher nicht funktioniert hat.

Seltsamerweise hege ich keine Mordgedanken oder plane einen Amoklauf. Obwohl ich mit Begeisterung solche First Person Shooter spiele. Warum nur? Ich denke, das ich einfach ein gesundes Maß an Intelligenz besitze. Ich kann richtig von falsch unterscheiden. Ich habe eine gute Erziehung genossen in der mir meine Eltern beigebracht haben, was es heißt ein aufrichtiger Mensch zu sein. Dazu habe ich eine gute Bildung genossen. Und ein gesundes Interesse an der Vergangenheit, der Gegenwart und an dem was um uns herum passiert. Kurz gesagt, ich bin mit einem gesunden Menschenverstand gesegnet. Hat man so was, kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Und daran ändern Hakenkreuze in Computerspielen auch nichts.


Volksvertreter

15/05/2009

Politiker gehören, charakterlich gesehen, für mich zum Bodensatz der Bevölkerung. Vorne schütteln sei einem die Hand, erzählen einem was man, ihrer Meinung nach, hören will und grinsen, das man meint die alten Flakscheinwerfer Marke Varta Volkssturm sind wieder ausgepackt worden. Dreht man ihnen dann den Rücken zu, treten sie einen in den Arsch und lachen sich dann noch darüber kaputt mit ihren anderen Politiker-Kumpels. Angefangen beim kleinen Kommunalpolitiker bis hoch zu den ach so schlauen MdBs. Ich traue keinem Politiker weiter, als ich ihn werfen kann. Also mit Ihrem schlimmen Knie sollten Sie niemand werfen.

Harte Worte, höre ich jetzt so manchen sagen, aber ich habe meine Gründe, aber vor allem habe ich Erfahrung. Kommt Jemand an und schmiert mir mit der großen Maurerkelle Honig um den Bart, dann ist da schon was im Busch. So freundlich ist keiner, den man nur flüchtig kennt ohne etwas zu wollen. Und im Wollen sind Politiker die Könige. Erst wollen sie meine Stimme und dann wollen sie meine Kohle. An der Kohle kann ich nichts machen, aber an der Stimme. Die gehört nämlich noch mir und ich entscheide wem ich sie gebe. So gesehen ist sie ein Tropfen auf einen Stein, der geradewegs aus dem Erdinneren kommt, aber manchmal kann sie auch der Tropfen sein, der das Faß zum Überlaufen bringt. Gar nicht wählen ist jedenfalls Scheiße.

Es fängt an mit den Steuern. Ich zahle Steuern, wie es sich für einen anständigen Bundesbürger der im Arbeitsverhältnis steht gehört. Und das nicht zu knapp. Da ich Steuerklasse I bin und das auch noch geraume Zeit bleiben werde, kommen mir jedes Mal die Tränen, wenn ich auf meine Abrechnung gucke und wie viel ich Vater Staat in die Taschen stecke. Früher, als es noch Lehnsherren gab, da war die Welt noch in Ordnung. Da mußten die Bauern sogenannte Zehnte bezahlen. Und das waren wirklich nur Zehntel ihrer Ernte. Multiplizieren wir das ganze jetzt mal mit der Zahl fünf, kommen wir ungefähr auf die heutigen Abgaben. Was ich aber am Schlimmsten finde, ist das ich nicht selber entscheiden kann, was mit den Steuern passiert. Nun mag der Kleinkarierte sagen, das man es ja indirekt macht, in dem man eine Partei wählt. Bullenscheiße! Mein Geld wird von Leuten verwaltet, die ein Jabbelstudium hinter sich haben. Das sind Politiker. Die haben nichts richtiges gelernt. Doch halt, Leuten die Taschen vollügen ist doch was Richtiges. Auf jeden Fall macht es reich und von der Steuer befreit. Und solche Leute, die von BWL soviel Ahnung haben, wie ich von einer Knochenmarktransplantation dürfen dann über Unsummen an Kohle verfügen. Naja, dann haben wir halt mal ein Projekt mit Überlichtgeschwindigket vor die Wand geknallt. Ist doch egal, war doch nur das Geld der Steuerzahler. Und Wahlen sind erst in drei Jahren wieder, genügend Zeit sich die Taschen voll zu stecken. Hallo!? Wäre die Bundesrepublik eine Firma, dann wäre sie innerhalb eines Jahres herunter gewirtschaftet und alle wären arbeitslos. In der freien Wirtschaft werden solche Leute achtkantig raus geschmissen. Oder an eine Stelle befördert wo sie keine Dummheiten mehr anstellen können. Wobei, das ist in der Politik nicht möglich. Ein rasierter Affe könnte diesen Job besser machen. Wenn ich entscheiden dürfte für was meine Steuern verbraten werden dürften, dann würde oben auf der Liste Kindergeld, Bildung, Naturschutz stehen. Ganz weit unten würden die Diäten stehen. Die Diäten, anders Abgeordnetenentschädigungen, sollen dem Politiker ermöglichen unabhängig zu leben. Übersetzt heißt das, das sie nicht gezwungen sind zu arbeiten, da sie so beeinflussbar sind. Frei nach dem Motto: „Entweder Du entscheidest so und so bei der Abstimmung oder ich lasse dich kopfüber aufhängen und werde mit einem Kantholz deine Testikeln massieren du hast morgen keine Arbeit mehr.“ Schön und gut und auch sinnvoll. Aber wenn ich mir die Tabelle der MdBs angucke finde ich bei 2009 einen Verdienst von 7668,00 €! Brutto! Ich gehe mal eben Sozialhilfe beantragen, denn so viel verdiene ich nicht. Warum? Wieso? Mit welchem Recht, kriegen die MdBs so viel Asche in die Hand gedrückt. Unabhängig leben kann man auch mit der Hälfte. Was rede ich? Mit einem Drittel. Und schon haben wir wieder 3 Millionen Euronen (allein im Bundestag) gespart. Ich rege mich schon wieder auf!

Außerdem sehen die großen Parteien und wohl auch die kleinen mich als potentiellen Amokläufer. Ich spiele First Person Shooter und Paintball. Beides will die Bundesregierung verbieten, weil sie a) keine Ahnung von der Materie hat und b) alle Leute die solchen Hobbies nach gehen mit ziemlicher Sicherheit gefährlich sind. Warum ballern sie sonst (virtuell oder real) in der Gegend rum. Irgendwann drehen wir alle durch und begehen dann einen Amoklauf. Für mich Aussagen von Personen die keinen Plan haben von der Sache die sie verbieten wollen. Ich könnte mich jetzt über Sinn und Unsinn dieser Debatte auslassen, aber das hebe ich mir mal für einen anderen Artikel auf. Da ich nun zu den oben genannten Gruppen gehöre, fühle ich mich auch verdächtigt. Und man beachte hier mal, das man gleich als Schuldig betrachtet wird. War da nicht mal was mit „so lange Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist“? Scheinen alte Werte zu sein auf die man heute ruhig scheißen kann nicht mehr achten muß. Außerdem sind die Computer- und Paintballspieler ja in der Minderheit oder gehören Personengruppen an die man nicht beachten muß, da sie nicht so viel Geld auf der hohen Kante haben. Laut Abgeordnetenentschädigung sollte das ja eigentlich egal sein. Aber alles ist käuflich. So werde ich also von der derzeitigen Bundesregierung unter Generalverdacht gestellt. Wenn ich im Geschichtsunterricht richtig aufgepasst habe, hatten wir eine ähnliche Situation bereits schon mal. So zwischen 1939 und 1945. Damals gab es gelbe Sterne an die Klamotten und Nummern in den Oberarm tätowiert. Mal sehen was sich die Regierung diesmal ausdenkt. Wo wir gerade beim Thema neue Medien und Politiker sind, folgt nun ein weiteres Beispiel wie respektlos unsere Volksvertreter den wählenden Bürger behandeln. Schön wie sich manche Leute einfach selbst in das Aus verfrachten. So hoffe ich doch zumindest. Gefragt wurde Dr. Dieter Wiefelspütz nach Fachbegriffen aus dem Bereich Internet um überhaupt seine Kompetenz in dieser Sache abzufragen.

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

inwiefern würden Sie Ihre fachliche Kompetenz im Bereich von Computer- und Internettechnologien beschreiben?

Haben Sie besondere Kurse besucht oder sich sonst auf anderen Wegen fortgebildet?

Was ist ein DNS oder TLD, Herr Dr. Wiefelspütz?

Mit freundlichen Grüßen

XXX

Antwort von Herrn Wiefelspütz:

Sehr geehrter Herr XXX,

was soll denn ein „Computer“ sein, was soll „Internet“ sein?

Ich habe diese Begriffe noch nie gehört oder gelesen. Ich stamme nämlich aus dem vergangenen Jahrtausend.

DNS, TLD, GAGA, GOGO, TRALAFITTI oder was?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB

Eine Respektlosigkeit, die ihresgleichen sucht. Das sind Momente in denen mir richtig schlecht wird und ich eine Aggression in mir heranwachsen fühle. Diese Reaktion rührt nicht von First Person Shootern oder vom Paintball her, sondern von Ignoranz, Arroganz und Dummheit. Ich glaube ich gehe jetzt kotzen.

Zum Schluß möchte ich noch kurz das Thema Wahlversprechen aufgreifen. Oder lieber nicht. Denn da sind ja alle Parteien absolute Spitzenklasse. Ich möchte es gar nicht ausweiten und lasse lieber Herrn Müntefering zum Thema Wahlversprechen zitieren:

„Müntefering bezeichnete es als „unfair“, dass die Koalitionsparteien an ihren Versprechen im Wahlkampf gemessen würde.“ – Tagesspiegel vom 29.08.2006

Sensationell wie unüberlegt manche Politiker ihren Mund aufmachen. Genauso sensationell finde ich aber die Konsequenzen, die daraus resultierten. Nämlich gar keine. Ein ehemaliger Arbeitskollege hatte damals gesagt, das er, als er das gehört hatte, Münte am liebsten eine in die Fresse gehauen rein gedrückt hätte. Ich hätte ihn sogar fest gehalten.

Warum schreibe ich das alles? Dieses Jahr sind Bundestagswahlen. Und ich bin mir nicht sicher, wen ich wählen soll. Keiner der großen Parteien vertritt mich zufriedenstellend. Wenn ich mir die Hauptparteien (Regierung oder Opposition) angucke, dann ist das für mich ein großer fetter Molch, der sich immer weiter voll saugt mit Geld. Geld, welches ich mit meinen Steuern hinein stecke. Ich habe das Gefühl, das unsere Volksvertreter nur am Geld interessiert sind. Vielleicht hatten sie mal Ideale, für die sie kämpfen wollten. Doch viele haben dann aufgegebenen und sind nur noch hinter der Kohle her. Gucke ich mir an was manche Politiker verdienen, wird mir schlecht. Zu 100% ist es viel mehr als mein Gehalt und ich bin der Meinung, ich arbeite ich für den deutschen Staat und für die Wirtschaft. Wie viele Politiker können diese Antwort geben und dabei die Wahrheit sagen? Vertreten fühle ich mich durch keinen von Ihnen. Zumal mich der Großteil eh für einen potentiellen Mörder hält.

Vielen Dank, liebe Volksvertreter für den Respekt und das Vertrauen, das ihr mir, als euren Wähler, entgegenbringt. Hofft mal nicht, das es auf Gegenseitigkeit beruht.


Bullenstaat

15/11/2008

Vor Kurzem habe ich den Film „Der Baader Meinhof Komplex“ gesehen und war erschüttert. Nicht wegen dem Film an sich oder dem Thema „RAF„, sondern wegen den ersten ca. 20 Minuten. Man muß sich bewusst machen, das dies alles passiert und noch gar nicht so lange her ist.

Der Film beginnt mit dem Besuch des Schah von Persien am 02. Juni 1967 in Berlin. Es wird gezeigt wie sich Studenten hinter Absperrungen befinden und Spruchbänder auf denen die diktatorische Regierung Persiens und der Schah selber verunglimpft werden. Auch werden recht kernige Sprüche der Marke „Mörder, Mörder“ oder „Schah-Schah-Sharlatan“ und die härtere Variante „Schah-SA-SS“ gerufen. Daher auch der Name der Veranstaltung. Demonstration. Man demonstriert seinen  Unmut gegen eine Sache. Da aber der BRD das zu peinlich war, da ja die Geschäftsbeziehungen zu Persien viel zu wichtig waren, wurden vom persischen Geheimdienst SAVAK sogenannte Jubelperser (ich denke mir solche Begriffe nicht aus, die gibt es wirklich) zwischen den Demonstraten und dem Schah aufgereiht. Diese sollten für den Schah jubeln und ihm ein Gefühl der Willkommenheit in Deutschland geben. Da es nun mal Perser sind, gefielen ihn die Beschimpfungen der deutschen Demostranten rein gar nicht. Irgendwo verständlich. Der eine Sagt „Arschloch“ der andere sagt „blödes  Schwein“ und schon gibt es gegenseitig aufs Fressbrett.

Die Jubelperser brachen also schön die Dachlatten von ihren Schildern ab und knüppelten ordentlich in die Menge. So weit so ungut. Schlägereien gehören nun auch zu Demonstrationen dazu. Emotionen kochen hoch und der eine oder andere Primat hat sich dann halt nicht unter Kontrolle. Doch was mich wirklich schockiert hat und was ich eigentlich für unfassbar gehalten habe, war die Tatsache, das die Polizei, die deutsche Polizei, daneben stand und nicht eingegriffen hat. Sie haben zugesehen wie ihre Landsmänner zusammen geschlagen wurden. Dabei ist es ja noch nicht mal wichtig, das sie von Persern zusammengeschlagen wurden, sondern die Tat an sich ist ausschlaggebend. Ich dachte ja eigentlich von den Ordnungshütern, das sie dazwischen gehen sollten, damit Menschen nichts passiert. Aber nichts dergleichen. Ganz im Gegenteil, sie haben die Studenten, die auszubrechen versuchten sogar mit verprügelt. Und das war der Moment, in dem ich mich, vor dem Fernseher, schämte Deutscher zu sein.

Ich schämte mich für die deutsche Polizei und überhaupt für das deutsche Staatsorgan zu der Zeit. Wie konnten denkende Menschen nur solche Brutalität zu lassen. Wehrlose Menschen wurden nieder geschlagen und es wurde nicht aufgehört als sie auf dem Boden lagen. Sie waren unbewaffnet und wurden mit Dachlatten, Schlagringen und Schlagstöcken bearbeitet. Bisher dachte ich das so was nur in Ländern vorkommt, die durch Religion oder andere Umstände noch nicht so weit sind. Wo Menschen durch militärische Regime oder extreme Doktrine zu solchen Taten geleitet werden. Doch mir wurde vor Augen geführt, das es vor 40 Jahren auch in Deutschland nicht anders war. Die Deutschen waren primitiv. Ich schämte mich. War enttäuscht und unsagbar wütend.

Die ganze Aktion gipfelte dann in der Ermordung von Benno Ohnesorg durch einen deutschen Polizisten. Dieser wurde dann, Dank falscher Zeugenaussagen und Fälschung von Beweisen freigesprochen. Das deutsche Staatsorgan hat ganze Arbeit geleistet um einen Mörder aus den eigenen Reihen zu decken. Der Polizeistaat lässt grüßen. Und ich verstehe die Angst der Linken, das der Faschismus wieder hoch kocht. Die Presse zu der Zeit wurde von einem Verlag regiert, der heute wie damals der Meinung ist eine Zeitung auf den Markt zu schmeißen. In Wirklichkeit ist es nur eine armselige Imitation die sich für eine Zeitung hält. Doch zum Glück gibt es ja heute das Internet, welches die Lächerlichkeit dieser Imitation aufzeigt. Sehr gefallen haben mir einige Berichterstattungen deutscher Zeitungen, so wie diese hier (zitiert aus dem Wikipedia-Artikel):

Die Polizei habe ohne gravierende Notwendigkeit, mit Planung, einer Brutalität Lauf gelassen, wie sie bisher nur aus Zeitungsberichten über faschistische oder halbfaschistische Länder bekannt wurde… Dieselbe Polizei, die am Nachmittag einer . . . persischen Prügelgarde zusah, wie sie mit Latten und Totschlägern deutsche Demonstranten anging, sah am gleichen Abend offensichtlich die Stunde gekommen, ihr Mütchen an jenen zu kühlen, die nicht aufhören wollten, den hohen Staatsgästen ihre unroyalistischen Ansichten zu zeigen.

Was der Einsatzleiter befohlen hatte, kommt dem gleich, in einem Kino ein Feuer anzuzünden und die Ausgänge zu verschließen.

Ich verstand nun die Wut und den Haß der linken Bewegung auf das deutsche Staatsorgan. Allerdings konnte ich die Aktionen die von der RAF durchgeführt wurden nicht gut heißen. Außerdem stellte ich fest, das ich recht wenig von dieser Zeit weiß. Und überlegte warum. Sollte dieses Thema nicht im Geschichtsunterricht durch genommen worden sein? Und doch dunkele Erinnerungen verrieten mir, das da was war. Doch viel war es nicht. Zum ersten Mal dachte ich darüber nach, ob es nicht doch zu viel 3. Reich war, was wir durchgenommen haben. Doch diesen Gedanken verwarf ich schnell. Vielleicht sollte man das Schuljahr besser aufteilen und eher am Anfang etwas weglassen und dafür ein wenig mehr auf die jüngste deutsche Geschichte eingehen.

Ich habe mich mit einem Zeitzeugen unterhalten und er sagte mir, das es damals halt so war. Die Eltern waren noch sehr autoritär. Schläge, und man sprach nicht von einer Ohrfeige, waren an der Tagesordnung. Nicht nur von den Eltern! Außerdem muß man die damalige äußerst wichtige industrielle Beziehung zu Persien beachten. Die durften dann einfach mal deutsche Studenten ablatten, ohne das die Polizei eingriff. Aber meiner Meinung nach darf man nicht die Polizeibrutalität und Unfähigkeit dieses Staatsorganes der damaligen Zeit unter den Tisch fallen lassen. Ich verstehe nun die Angst der jungen Erwachsenen, die gebildet und politisch informiert waren, vor einem Polizeistaat. Und wenn ich mir manche Ideen der Regierung zur Datensicherung angucke, dann sehe ich den Polizeistaat winken. Und zwar nicht aus der Ferne!

Und noch etwas ist mir klar geworden. Wenn uns immer wieder unsere Geschichte vorgehalten wird und dabei ohne Zweifel Bezug auf das 3. Reich genommen wird, dann sollten wir auch die Zeit der 70er nicht unter den Tisch fallen lassen. Auch für diese Zeit sollten wir uns schämen. Für den deutschen Staat, für die deutschen Staatsorgane und vor allem für das breite Volk, das dies alles toleriert hat. Mindestens genauso sehr wie für die Gräueltaten des 3. Reiches.


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