Kleine Sünden

20/06/2011

Neulich Morgen wurde ich angehupt. Aber nicht freundlich, sondern eher ungeduldig. Aber kleine Sünden bestraft der liebe Gott ja bekanntlich sofort.

Da ich ja durchaus Umweltbewusst bin, lasse ich mein sparsames 5,7 Liter Hubraum Auto stehen und fahre mit dem Fahrrad zur Arbeit. Leider gibt es nicht immer Fahrradwege und man muß sich die Straßen mit den Autofahrern teilen. Ähnliches denken ja bestimmt auch die Autofahrer. Jedenfalls geht es mir so. Aber das interessiert jetzt ja gerade gar nicht.

Ich fuhr auf eine Kreuzung zu und wollte links abbiegen. Also gab ich fein Pfötchen Handzeichen und ordnete mich, richtig, nahe der Kreuzung Mitte ein. Von links kamen allerdings Autos, mit überhöhter Geschwindigkeit, welches ich mit meinem geeichten Auge sofort erkannt habe, wir waren ja noch Innerorts. Ich tat das einzig logische und blieb stehen. Nicht nur, weil die StVo das so vorgibt, sondern weil sich in meinem unglaublich großen Gehirn schnell die Chancen heraus kristallisierten, wie groß meine Möglichkeiten gegen ein Stahlmonster auf Rädern wären. Ein Beinbruch wäre noch eine der guten Ausgangsmöglichkeiten. Die Top 10 lasse ich jetzt mal aus, da sie sehr viel von meinem Blut und Tränen beinhalten würden.

Doch was vernehmen meine Ohren von hinten. Ein Hupen. Kein freundliches Hupen, sondern ein zorniges, drohendes Hupen. So ganz verstand ich nicht was ich machen sollte. Meinte der Honk im Auto hinter mir wirklich das ich das überqueren der Straße schaffen würde und er womöglich auch noch? Gut ich sehe so aus, als hätte ich 5 Liter Hubraum unter dem T-Shirt, aber das heißt noch lange nicht, das ich das nötige Drehmoment aufbringe um mit Lichtgeschwindigkeit über die Straße zu fahren. Das sind zwar nur drei Meter, aber die können beim Kontakt mit schnellem Stahl schmerzhaft sein und Golf II eitern so schlecht aus dem Oberschenkelknochen raus.

Außerdem wollte ich mich am frühen Morgen nicht schon so überanstrengen. Ich krampfe doch so leicht.

Nach ca. 10 Sekunden konnte ich dann die Straße gefahrlos überqueren und der Spassel im Audi hinter mir auch noch. Dafür hat er es mir dann aber noch mal so richtig gezeigt. Mit Vollgas und quietschenden Reifen ist er an mir vorbei gezogen, was, wenn man Radfahrer überholen will, nicht gerade schwer ist. Hui, war ich da beeindruckt. Aber es dauerte nicht lange, da stand er wieder. Und zwar ganze 50 m weiter an der nächsten Kreuzung über die er nicht rüber kam, weil von rechts und links Autos kamen. Beim Vorbeifahren hätte ich ja gerne freundlich gehupt, aber mit einer Klingel kommt das nicht so gut. Also habe ich mir meinen Teil gedacht und bin weiter gefahren.

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Stangenhühner

09/06/2011

Neulich waren waren wir mal wieder unterwegs. Unter wideren Umständen, die ich hier keinesfalls wieder geben möchte, landeten wir im Savoy. Und dort war gerade Abi-Party. Ich möchte an dieser Stelle keinen Kommentar hören.

Unter anderem fiel mir auf, das unter den Abiturienten ganz schön viele Checker unterwegs waren. Als ich Abi gemacht habe, also damals, war das noch nicht so. Oder es ist mir nicht so aufgefallen, da ich mich überwiegend an der Theke aufgehalten habe. Wie sollten wir denn auch sonst damals in der Outpost die Heineken-Pyramide schaffen. Streiti, Benni und ich haben wirklich alles gegeben. Nur damit unsere Mitschüler günstiges Bier Heineken trinken konnte. Was waren wir selbstlos. Aber das ist eine andere Geschichte.

Im Savoy gibt es jedenfalls zwei Stangen. Vertikale Stangen wo sich Leute im Rhytmus der Musik dran bewegen können. Macht eigentlich nur Sinn, wenn diese Leute aus nicht mehr als zwei Personen bestehen. Hier mag jeder sein bevorzugtes Geschlecht einsetzen. Vorrauszusetzen um an der Stange tanzen zu können, sei mal ein gewisses Geschick und eine Grazilität. Irgendwie setzt man voraus, das es gut auszusehen hat, sobald sich eine Person an die Stange begibt.

Muß es aber nicht, wie ich lernen mußte. Die Hauptsache ist man steht auf dem Podest und fasst die Stange an. Dabei konnte ich bis zu zehn Personen beobachten die dort die Stange berührten und sei es nur mit dem kleinen Finger. Gut, Tanzen konnte man zu dem Gehampel dann nicht mehr sagen, aber immerhin waren sie auf dem Podest und an der Stange. Anscheinend gibt es eine interne to-do-Liste auf der steht, das man mal an der Stange zu tanzen hat. Und damit meine ich auch männliche Vertreter. Die wollen genauso gerne an die Stange und dort sich festhalten. Vielleicht haben sie es mit der Freibierschlange verwechselt und glauben immer noch daran, daß das Tablett gleich vorbei kommt.

Kurzer Check. Bei mir steht das nicht. Und stand auch nie drauf. Dafür habe ich mehrfach „An der Theke stehen und Bier saufen trinken“ abgehakt. Ist ja auch eine Leistung. Ich verstehe auch nicht so richtig was der Reiz ist, sich vor allen anderen zum Ei zu machen. Mal davon abgesehen, dasich das meistens automatisch mache, was eigentlich eine Grundvoraussetzung für den Jugendfeuerwehrwart ist. Außerdem kriege ich es auch hin mich zu Ei zu machen, während ich an der Theke stehe und Bier saufe trinke. Ich hätte auch gar keinen Bock mich an die Stange zu begeben. Da wimmelt es bestimmt von EHEC Erregern. Ist ja wie im Bus. Außerdem kann man in der Zeit in der man an der Stange „tanzt“ (sagen wir mal sich an der Stange festhalten und dabei einigermaßen rhythmisch Kniebeugen zu machen, sei tanzen), gar kein Bier trinken.

An der Stange zu tanzen fällt für mich also komplett raus. Gott sei Dank steht das auch nicht auf meiner to-do-Liste. Aber ich kann ja auch damals sagen.


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