Er hat nicht mal gebohrt…noch nicht

Gestern war es soweit. Gestern stellte ich mich einer Sache, die ich schon seit langem habe schleifen lassen. Auch wenn ich in letzter Zeit sehr gewissenhaft geworden bin, was Gesundheit angeht, gibt es da einen dunklen Fleck auf meiner Weste. Neben den Bierflecken und Currywurst-Pommes-Flecken Salatsoßenflecken.

Ich war seit Jahren schon nicht beim Zahnarzt. so, jetzt ist es raus und es ist mir sehr, sehr peinlich und unangenehm. Zumal eine sehr gute Freundin von mir Zahnarzthelferin ist und mich mehr als einmal dazu gedrängt hat. Sie hat mich sogar in den Schwitzkasten in den Arm genommen, aber ich bleib standhaft. Aber ich denke, sie hat dann irgendwann die Flinte zum Hasen in den Pfeffer geworfen. Oder so ähnlich. Es ist ja nicht so, das ich mir das nie vorgenommen habe. Eigentlich wollte ich jedes Jahr hin, aber dann kam der Schlendrian durch und ich habe es, sagen wir mal vergessen mir einen Termin geben zu lassen. So ging das Jahr ein Jahr aus. In der Zwischenzeit sind meine Weisheitszähne gekommen und auch geblieben. Und Zahnschmerzen hatte ich ja auch nie. Alles Ausreden, höre ich jetzt den geneigten Leser sagen.

Doch meinem Hasen liegt mein Wohl am Herzen und so hat sie mir einen Termin besorgt. Weil sie wohl wusste, das ich es eh wieder nicht gebacken bekommen hätte. So stand ich also gestern in einer Zahnarztpraxis und bekam eine Kontrolle und eine professionelle Zahnreinigung.

Die Kontrolle brachte das Erwartete. Ich glaube die Wortlaut war, das die Zähne normal sind für mein Alter. Ein Grinsen in meinem Gesicht. Aber in Ordnung wäre nicht alles. Das Blut schoß aus meinem Kopf in tiefere Regionen in meinem Körper. Nicht was ihr schon wieder denkt, ich Säue! Aber dazu später mehr, jetzt kommt erst mal Röntgen und Zahnreinigung.

Zack, Bleiweste um und zack mit Röntgenstrahlen beschossen. Es gab sogar einen Rundumscan von meinem Kopf. Juchu, mein Brägen wird von Strahlen noch und nöcher durch schossen. Aber bei meinem bisherigen Lebensstil werden die paar Strahlen wohl auch keinen großen Schaden mehr anrichten.

Und dann ging es los mit der Zahnreinigung. Zunächst Ultraschall. Bei Ultraschall dachte ich zuerst an etwas sehr sanftes. Immerhin werden ungeborene Babys im Mutterleib damit sichtbar gemacht. Doch das Instrument, was die junge Dame in der Hand hielt schien, die Schrubbscheibe unter den Ultraschall-Geräten gewesen zu sein. Und sie wusste damit umzugehen. Ich versank immer tiefer im Stuhl und schwitzte. Ich glaube ab und an fühlte ich wie sich Brocken von meinen Zähnen lösten und im Mundraum umher flogen. Ich hoffte nur, das es kein Stück Zahn war. Immerhin habe ich schon größere Mengen Löwentor konsumiert. Schon kleine Flecken von dem Teufelszeug auf dem guten Eichentisch hinterlassen Brandflecken. Teilweise fühlte es sich an, als würde der Ultraschall kleine Greifer haben, die das Zahnfleisch weg halten, damit man direkt an den Zahnhals kam. Aber ich bleib tapfer und weinte nicht. Ab und an wünschte ich mit sie würde sofort aufhören, doch da war die untere Zahnreiche noch nicht mal fertig. Angenehm war was anderes.

Als sie damit fertig war oder besser gemerkt hat, wie winzige Tränen meine Augen verließen wie ich leicht das Gesicht verzog, als sie an bestimmte Stellen im Mund kam, kam ein Zanharztinstrument zum Einsatz, das mir nie so ganz geheuer ist. Die/der/das Kürette. Ein Instrument beidseitig mit Klingen ausgestattet. Was will man damit im Mund? Genau, Zahnstein entfernen. Und das gibt gar feine Geräusche. Am liebsten wäre ich Ohnmächtig geworden. Aber es wäre nur das Geräusch, wurde mir versichert. Die Zähne wären noch da. Als ich mal mit der Zunge fühlen wollte, meinte ich festzustellen, das an den unteren Schneidezähnen etwas fehlen würde. Das wäre der Zahnstein, aber vom Zahn wäre alles noch da. Meine Gesichtsfarbe wechselte auf rot. Der Schlimmste Teil war aber vorbei. Nun wurde noch poliert und lackiert. Ich entschied mich für ein Metallic schwarz mit Rallystreifen. Das ist so schön sportlich. Die Zähne waren nun schön glatt. Man könnte fast meinen sie wären mit Teflon beschichtet.

Doch die Freude hielt nicht lange an, denn es folgte die Nachbesprechung. Röntgenbilder auf den Schirm und los gings. 1 links OB, 2 rechts alles hin OK, 6 rechts rausstemmen, 18, 20, schwarz… Ich verstand Bahnhof. Doch Bilder lassen auch mich Dummen schlau werden. Zwei Zähne sollten gemacht werden. Er würde gar nicht verstehen, warum ich beim Süßigkeiten essen keine Schmerzen hätte. Jahrelanger Löwentorkosum tötet einiges ab. Klartext, Bohren, Füllung rein, alles gut. Ich hoffe es geht mit Vollnarkose und stationärer Aufnahme.

Da ich ja eh nicht drum rum komme, habe ich gleich einen Folgetermin kassiert. Am Dienstag startet also das große Blutfest. Meine ganzen Blutspenden zahlen sich nun aus.

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