Brennen muß Salem

06/05/2010

Vergangene Woche war ich außer Landes. Und zwar in MeckPom auf Familienurlaub. Es war recht nett. Gut, MeckPom ist sehr weiträumig und nicht sehr dicht besiedelt. Außerdem hat wohl die Kolpingfamilie beim sichten der Landschaft darauf Wert gelegt, das um ihre Ferienstätte nicht viel ist. Ist in MeckPom auch nicht sonderlich schwer. Da kann man quasi eine Karte des Bundeslandes nehmen und mit einem Dartpfeil drauf werfen. Zu 80% trifft man dünn besiedeltes Gebiet. Oder ein Schloß. Sehr schön. Doch auf den Urlaub im speziellen möchte ich gar nicht eingehen. Ich möchte eher ein paar Eindrücke nieder schreiben. Denn eins hat man dort wirklich. Zeit sich Gedanken zu machen.

  • Die Fahrt ins neue Bundesland ging mit dem Benz der Eltern. Selbstlos wie ich bin, bot ich mich als Fahrer an. Was ich nicht bedachte, war die Drittelung meines bisherigen Hubraums und die Halbierung meiner bisher gewohnten Zylinder. Dies machte sich zunächst beim Anfahren deutlich. Ich dachte erst die Feststellbremse wäre angezogen. Dem war nicht so. und auch der Hinweis, das vielleicht was mit dem Auto nicht stimmen könnte, wurde nicht für voll genommen. Ich kam mir irgendwie langsam vor. Außerdem heulte der Motor sehr laut auf, wenn man Vollgas fuhr. Um ein ähnliches Fahrgefühl zu bekommen, war das bei mir sehr oft der Fall. Auf der Autobahn schaffte ich es, trotz einer eher langsamen Fahrt (Ich hasse Kolonnenfahrten), den Benz, der in der Sonne glänzt, auf über 200 km/h zu beschleunigen. An dieser Stelle wünschte ich mit Ohrenstöpsel. Unterhaltungen waren nur noch schreiend möglich. Unglaublich, das ein solche Fahrzeug mal richtig viel Geld gekostet hat. 8 Zylinder haben mich wahrlich für kleinere Motoren verdorben.
  • Das Fahrverhalten eines unteren Mittelklassewagen hat mich allerdings positiv überrascht. Während mein 300C eher Sänfteneigenschaften vorweisen kann, ist die Lenkung im 200er Benz schon anders. Die Motorhaube sitzt auch etwas tiefer und so tief konnte ich meinen Sitz nicht einstellen. Man spürte schon mehr den Aspahlt, der unter dem eigenen Hintern lang zog. Fand ich jetzt nicht so schlecht. Ein wenig mehr Bums in der Karre und ich könnte mich an Ohrenstöpsel gewöhnen.
  • In MeckPom gibt es unglaublich viele Schlösser und alte Bauwerke zum angucken. Man könnte fast denken zu SBZ Zeiten hat sich hier die SED Elite ein paar Ferienschlösser hingezaubert. Stimmt aber nicht, die wurden schon früher vom Landadel da hin gezaubert. Meine Mutter pflegt immer zu sagen, das sie die Bauwerke mit dem Geld der anderen Leute erbaut haben. Stimmt ja auch und eigentlich ist es wie heute. Nur das wir mit den Steuern eben einen S8 und ein Urlaub auf den Malediven bezahlen. Die Standortwahl der Schlösser war schon nicht verkehrt. Man kann der Mecklenburgischen Seenplatte einen gewissen Reiz nicht abschlagen. Allerdings ist die finanzielle Pflege nicht mehr ganz so gegeben. Kann man mal ein Schloß von innen besichtigen, gibt es jede menge Bilder, Vertäfelungen, Parkett, Statuen, Rangfolgen, Bilder, Vasen, Vitrinen, Bilder, Halsketten und vielerlei anderes altes Gedöns. Tjaaaaa, ich stellte erneut fest, das ich irgendwie kein Kunstmensch bin.
  • Zum Frühstück gab es ein Standard Buffet. Für den Preis durchaus angemessen. Und es gab Nutella. Eher Nutella Ersatz, aber das tut nichts zur Sache. Jahrelang hatte ich die Schokoladencreme nicht gegessen und wagte einen erneuten Versuch. Zunächst war mein Körper wohl überrascht, aber am dritten Tag entsann er sich. Ich bekam Pickel im Gesicht. Und ich mußte feststellen, das ich das süße Zeug gar nicht mehr so gerne mag. Hat auch was für sich.
  • Ganz toll sind ja die Sanifair Toiletten Anlagen auf den Autobahnraststätten. Man bezahlt 50 Cent und darf sich dann sanitätstechnisch austoben. Meiner Meinung nach ein angemessener Preis, denn die Örtlichkeiten sind top gepflegt. Und es gibt Schaumseife. Freude! Das man mit dem tollen Gutschein hinterher nichts anfangen kann, weil alles im Shop erst bei 1,80 € anfängt, ist ja Nebensache. Aber ganz neu scheinen Urinale ohne Wasser zu sein. Hygienisch stehe ich der ganzen Sache eher kritisch gegenüber und der Ingenieur in mir hätte das Pinkelbecken am liebsten auseinander genommen. Auch wenn sich das jetzt ein wenig grenzwertig anhört. Was ich aber viel faszinierender fand, war die Tatsache, das sobald ich mein Brauchwasser abgegeben habe, diverse Werbetafeln zu leuchten angefangen haben. Sollte mein Urin etwa stromerzeugend sein? Sensationell, ich fülle das Zeug jetzt in Flaschen ab und verkloppe es als Stromsaft. Der jahrelange Alkoholkonsum hat sich ausgezahlt. Ich bin mutiert. Nur habe ich halt keine coole Fähigkeit wie fliegen, Spinnenfäden verschießen, furzen oder grün werden und alles kaputt hauen was mir nicht passt, sondern stromerzeugendes Urin. Hmmm, so betrachtet, ist es doch keine Fähigkeit zum angeben. Wen könnte ich damit bekämpfen? Stromzaun-Man?
  • Und noch was mußte ich feststellen. Kein Urlaub mehr ohne meinen Hasen. Das war eine verdammt lange Woche ohne Katja.
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