Fastenzeit, here I come

17/02/2010

Die folgenden Zeilen sind, so beim richtigen Nachdenken, recht leichtfertig hingeschrieben. Aber dennoch wage ich es und teile es meiner Leserschaft mit. Kennt ihr das Gefühl, wenn man dabei ist etwas zu tun und man weiß schon jetzt, das es ein großer Fehler sein wird? Genau so ein Gefühl habe ich jetzt. Aber meistens kommt ja doch etwas Gutes dabei raus. Nicht!

Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit dem Karfreitag. Das sind trocken betrachtet 44 Tage. Da ich katholisch erzogen wurde, bin ich natürlich auch mit den Gebräuchen vertraut. Da war es ja mal Brauch in der Fastenzeit auf Fleisch zu verzichten. Über geblieben ist ja jetzt nur noch der zwingende Verzicht auf Fleisch am Aschermittwoch und am Karfreitag. So betrachtet totaler Schwachsinn, wenn man sich in der Rest der Zeit wieder alles normal rein fahren kann. Aber die Erziehung hat es geschafft, das ich allein beim Gedanken an Fleisch an diesen beiden Tagen ein unglaublich schlechtes Gewissen bekomme und leicht zittern, mit einer durchsichtigen Flüssigkeit benetzt mich in eine Ecke kauere. Der Verstand ist schon ein mächtiger Gegner.

Man kann das Ganze auch auf die Neuzeit übertragen und statt auf Fleisch auf etwas anderes verzichten. Wichtig ist hierbei, das es etwas ist, das einem vielleicht wichtig ist oder woran man Spaß hat. Also nicht den Kirchgang oder Rasen mähen. Tja, am Wichtigsten ist mir zur Zeit nur eine Person, aber auf die ich aber in keinster Weise verzichten kann! Also gucke ich die Prioritätenliste ein wenig nach unten und werde fündig.

Als erstes möchte ich auf etwas klassisches verzichten. In den nächsten 44 Tagen werde ich kein Süßkram zu mir nehmen. Darunter fallen alle Knabbereien, Kekse, Kuchen, Eis und Süßigkeiten. Einzig und allein der Süßstoff im Kaffee ist mir erlaubt, da meine Synapsen auf der Arbeit durch brennen würde.

Da ich das bereits im letzten Jahr gemacht habe, dachte ich mir, das ich die Regeln ja noch ein wenig anziehen könnte. Immerhin muß man ja sich ja ein wenig steigern. Und dann kam mir ein Gedanke, den ich am liebsten schnell wieder verjagt mit Napalm übergossen und angezündet mit Schwefelsäure über gossen zum Mond geschossen ganz tief unter der Erde vergraben versteckt hätte. Besser gesagt, hatte ich ihn leichtfertig im letzten Jahr einfach hin geschrieben. Und dann stand er im Logbuch und ermahnte mich meiner Leichtfertigkeit und meines Tugend zu meinem Wort zu stehen. Ich bin so blöd!

Für die nächsten 44 Tage, also bis zum Karfreitag, das sind dann zusammen gerechnet wirklich 44 Tage, werde ich keinen Alkohol trinken. Nicht da kleinste Tröpfchen. So, jetzt ist es raus! So ganz kann ich noch gar nicht glauben, was ich da geschrieben habe. Ich habe gerade nochmal überprüft ob ich wirklich nüchtern bin. Alles normal.

An sich sollte das ja alles kein Problem sein, wenn ich mich in eine kleine Kammer einschließe und genügend Vorräte bei mir habe. Aber das macht man ja nun auch nicht. Und da treten die bösen Spießbuben auf den Plan. Ich bin mir ziemlich sicher, das ich in Versuchung geführt werde. Mehrfach und mit den schlimmsten Mitteln, die sich Personen mit einem normal tickenden Gehirn gar nicht ausdenken können. Aber ich werde stand halten. Allerdings gibt es da noch einen kleine Sache, die für mich nur suboptimal geplant ist.

Die Steini ist ja vor kurzem Mutter geworden (Gratulation an dieser Stelle nach Seligenstadt : ) ). Wie mir im Vorfeld verkündet wurde, soll die Pinkelparty nun am Karfreitag statt finden. Das ist jetzt natürlich sehr kritisch. Und nachdem ich mein Vorhaben den Eltern schon kund getan habe, hat es ein diabolisches Grinsen bei Jens ins Gesicht gezaubert. Da der Karfreitag ja der letzte Tag der Fastenzeit ist, darf ich dann ab Mitternacht mich wieder den alkoholischen Getränken widmen. Gut, ich könnte ja dann über den Dingen stehen und einfach weiter verzichten, aber ich glaube das werde ich nicht aushalten. Auch werde ich nicht die Party erst kurz vor Mitternacht aufsuchen, das wäre äußerst unfein. Nein, ich sehe diese Party als letzte große Prüfung, aus der ich dann als Sieger hervor treten werden. Erst wenn die Turmuhr zu Ende geschlagen hat, werde ich mir ein Bier aufmachen und es genüsslich auf Ex trinken. Danach rechne ich mit einem kollabieren sämtlicher Sinnesorgane, aber das war es dann wert.

So dann, lasset die Prüfungen beginnen!

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Logbuchpause

08/02/2010

In letzter Zeit sind ein paar sehr traurige Sachen passiert, weswegen ich im Moment nicht das Bedürfnis verspüre hier zu etwas zu schreiben. Daher nehme ich mir die Freiheit einer unbestimmten Pause.

Der nächste Eintrag wird wohl zum Aschermittwoch kommen. Aber auch nur, weil er eigentlich schon fertig ist und darauf wartet auf die Leserschaft los gelassen zu werden.


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