Fisherman’s Nose

26/01/2010

Man soll es kaum glaube, aber von Zeit zu Zeit bin ich ein wenig ungeschickt. Und so kam es dann einmal ein Fisherman’s Friend in meiner Nase landete. Und das kam so…

Mir wurde ein Fisherman’s Friend angeboten, welches ich dankend an nahm. Natürlich nahm man nur die ganz fiesen ultra-scharfen, die alle Verhärtungen, die sich eventuell in der Nase aufhalten könnten, sofort zu flüssigen Schnodder verwandelten. Man ist ja keine Lusche. Die schmeckten zwar wie hullefratz, aber wenn man was umsonst angeboten bekommt sagt man nicht nein. Immerhin komme ich aus dem Eichsfeld!

Lutscht man dann an so einem Bolchen und ist mit seinen Gedanken gerade woanders oder gar kurz vom einschlafen, kann es durchaus vorkommen, das sich das Bolchen in Richtung Schlund verdrückt. Dort das Zäpfchen zu passieren ist, durch fehlende Aufmerksamkeit eine Leichtigkeit. Da die Schärfe ihr Nötigstes tut und den Körper zum Atmen animiert kann das Bolchen die falsche Abzweigung nehmen und sich in Richtung Luftröhre verabschieden. Ein Fisherman’s der Marke Extra Stark in der Lunge möchte ich mir gar nicht vorstellen. Da würde ich lieber einen Lungendurchschuß ertragen.

Die angeborenen Reflexe starten nun einen Hustvorgang, der das Bolchen aus dem gefährlichen Bereich der Luftröhre wieder in den Mund befördern soll. Die Betonung liegt auf „soll“. Denn aus noch nicht geklärten Umständen dachte sich das Fisherman Zäpfchen Bolchen das es im Mund schon war und sich lieber eine Etage darüber umsehen wollte. In diesem Moment verfluchte ich Mutter Natur, das sie die Atemwege der Nase und des Mund direkt miteinander verbunden hat.

Ich hatte also das Fisherman’s Friend Bonbon der Marke „Extra Stark“ in meiner Nasenhöhle! Binnen weniger Millisekunden standen alle Signale in meinem Körper auf Alarmstufe dunkelrot. Das Bolchen verdiente zu Recht die Bezeichnung „Extra Stark“. Der stechende Schmerz der sich in Richtung meines Gehirns ausdehnte, war extra stark. Sämtliche Flüssigkeiten die sich im Innern meiner Nase befand wollte fluchtartig meinen Körper verlassen. Auf welchem Wege war ihnen erstmal egal, Hauptsache weg. Die Ausgeburt eines Zuckerbäckers auf Backpulver mit ein bisschen H gestreckt hingegen lag dort rum und löst sich langsam in dem nicht enden wollenden Strom an Nasenflüssigkeit auf. Wie sehr wünschte ich mir es wäre eine Brausetablette.

Meine Augen traten ca. 5 cm aus meinen Höhlen. Der Schmerz läßt sich ungefähr mit dem Gefühl vergleichen, das ein handbetriebener Bohrer hervorruft, der mir langsamer Drehzahl von der Nase in Richtung Gehirn geschoben wird. Oder wenn man Domestos schnupft. Wie soll ich das nur beschreiben? Es war nicht gerade angenehm und rief schon leichte Panikattaken auf.

Meine erste Aktion war, das brennende Ding auf dem Wege aus der Nasenhöhle zu befördern, wie es sie betreten hat. Man kennt das ja, wenn man Schnupfen hat und den schleimigen Grünen das dickflüssige Sekret nicht schon wieder in die Schmirgelpapier ähnlichen Taschentücher schneuzen will. Nach fünf Minuten panischen Röchelns, vergleichbar mit den Geräuschen am Morgen nach einer Löwentorkur, entschied ich, das dies nichts bringen würde. Dafür hatte ich aber ordentlich Rotze Nasenflüssigkeit geschluckt und war gar nicht mehr durstig.

Da es nach hinten nicht raus ging, gab es nur die Flucht nach Vorn. Ich besorgte mir soviel Taschentücher, wie ich mit meinen wässrigen Augen nur finden konnte und schneuzte was die Nase und Lungeflügel her gaben. Ein Frauen-DVD-Abend mit „Titanic“ war Kindergeburtstag dagegen. Und mit einem leichten Plopp kam dann das widerliche braune Bolchen aus meiner Nase. Ich weinte noch ein bisschen, was aber bestimmt nicht an den Schmerzen gelegen hat, sondern an dem Normalisierungsvorgang in meiner Nase.

Die umstehenden Personen fanden das Ganze übrigens recht witzig, was ich so gar nicht verstehen konnte. Mein Verbesserungsvorschlag die Atemwege zu trennen, wurde von Gott übrigens noch nicht beantwortet. Das nächste Mal schicke ich den per Einschreiben.

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