Who watches the watchmen?

Ich muß nochmal ein wenig zurück rudern. Und zwar zum Eintrag Quis custodit custodes?

Da habe ich irgendwie am Thema vorbei geschrieben. Wäre das ein Aufsatz in der Schule gewesen, hätte ich, nicht zu unrecht, nur 03 Punkte dafür bekommen und ein nettes „Thema verfehlt“ und meinen Erguß bekommen. Daher möchte ich jetzt zunächst ein paar Sachen klären und dann das Thema nochmal neu anfassen und meinen Standpunkt ein wenig besser erläutern.

Punkt 1: Ich bin nicht rechts radikal. Ich bin auch nicht links radikal. Jedesmal wenn eine politische Richtung mit einem radikal ergänzt wird, kann da etwas nicht richtig laufen. Egal ob Rechte oder Linke, die haben für mich alle einen an der Klatsche. Wegen mir kann man die ganzen Kaputten in einen großen Käfig sperren und dann können die sich so lange auf die Omme hauen, bis sie nur noch fähig sind zu atmen. Dann richten sie auch keinen Flurschaden mehr an. Und vor allem müßen sich dann keine Polizisten dazwischen stellen und auch noch Schläge bekommen.

Punkt 2: Ich halte es für gefährlich Dinge zu verteufeln oder zu verbieten. Mit einem Verbot erhöhe ich nur den Reiz einer Sache. Ich mache es interessant für die Leute, denen es verboten wurde. Ich halte es für unsinnig ein Symbol verbieten, weil es das Zeichen der Nationalsozialisten war. Immerhin haben diese Leute Greultaten begangen. Und jeder der noch ein wenig Grips im Kopf hat, wird sich ein solches Zeichen nicht auf die Fahnen schreiben. Und wenn doch, dann soll er es doch machen, schreibt er damit seinem Gehirn doch eine Nichtfunktion aus. Warum regt man sich eigentlich darüber auf? Von mir aus können sich doch die ganzen Fascho-Idioten ihr linkes Ei mit Hakenkreuzen tätowieren. Selber schuld, sage ich da nur.

Punkt 3: Ich bin einfach nur an der Geschichte interessiert. Da ich Deutscher bin, setze ich mich nun mal am liebsten mit der deutschen Geschichte auseinander. Die Schule hat dann dafür gesorgt, das ein Großteil eben das Dritte Reich und der 2. Weltkrieg ist. Ich habe die Berichte darüber verschlungen. Das Interesse begann mit dem Krieg an sich. Als Junge hatte ich dafür eine Faszination. Doch als ich tiefer in die Materie einstieg war es nicht nur der Krieg, sondern vor allem, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Und ich bin auch der Meinung, das man nur mit einem gesunden Interesse auch verhindern kann, das so was wieder passiert. Gehe ich mit geschlossenen Augen durch die Welt und mit einer Null Bock Einstellung in die Schule, dann bin ich doch eher empfänglich für Hetzparolen aus den rechten und linken Lagern.

Das erstmal dazu. Kommen wir nun zum Hauptthema.

Was mich ein wenig beunruhigt ist die Verbotschwemme die über Deutschland geht. Beschäftigt man sich ein wenig mit Computerspielen, dann hört man laufend, das hier was indiziert wurde. Dort wurde was weggeschnitten, weil es zu brutal ist oder weil an der Wand Hakenkreuzflaggen wehen. Das macht ja nicht nur vor Computerspielen halt, sondern, wenn es um Gewalt geht, werden auch mal Filme geschnitten.

Warum? Warum entscheiden andere Leute für mich, was ich sehen darf und was nicht? Wie kann jemand entscheiden ob die Szene in der Wolverine, einen Menschen im abgestürzten Hubschrauber tötet für mich nicht geeignet ist? Hat er mich persönlich kennen gelernt? Hat er meine Psyche analysiert? Ich kann mich nicht daran erinnern. Vielleicht ist das ja auch eine geheime Verschwörung der Regierung bei der sie jeden Mitbürger entführt hat, ein psychologisches Profil erstellt hat, ihm dann eine Gehirnwäsche verpasst hat und zurück in die freie Welt entsendet hat. Hmm, hat ja Jemand „Matrix“ gesagt?

Warum pappt man dann nicht einfach einen großen dicken ab 18 Jahren Aufkleber auf die Packung und gut ist. Laut Verfassung ist man ja ab 18 Erwachsen und kann sich so etwas angucken. Und wenn man bei der Regierung nicht der Meinung ist, dann kann man ja auch die Reifheitsgrenze nach oben setzen. In den Staaten geht es ja auch ab 21 Jahren. Hier kann man aber einfach als starkes Gegenargument bringen, das man ja ab 18 zur Bundeswehr eingezogen werden kann. Also alt genug um auf das Töten vorbereitet zu werden, aber anscheinend noch nicht alt genug um sich Tötungsszenen im TV anzugucken.

Und wer überwacht denn die Leute, die entscheiden, was geschnitten/indiziert/verboten werden soll? Wer sagt denn das diese Leute die richtige Entscheidung treffen? Vielleicht machen sie ja was explizites falsch und bringen uns alle an den Rand des Wahnsinn? Vielleicht sind durch ihren Schnitt- und Indizierungswahn die ganzen Amokläufe ausgelöst worden? Vielleicht hat auch der Hund der Kanzelrin schlecht geschissen, weil diese Leute „Watchmen“ geschnitten haben? Man weiß es nicht.

Ich finde es nur nicht gut, das es einfach so passiert und das gemeine Volk da kein Mitspracherecht hat. Mich hat keiner gefragt, ob es mir gefällt wie meine Rechte beschnitten werden. Es geht immer einen Schritt weiter. Dies ist nicht geeignet, das kann man dem Volk nicht zeigen, hier ein Schnitt, da ein Verbot. Und ehe wir uns versehen, werden wir überwacht. Beispiele gibt es am laufenden Band. Reale oder fiktive. Mir gefällt es ganz und gar nicht, das die Regierung der Meinung ist, gewisse Sachen seien für mich nicht geeignet. Es macht ein ungutes Gefühl. Ein ungutes Gefühl zwischen Regierung und den Bundesbürgern. Vielleicht sind wir als Volk nicht vertrauenswürdig. Steuern kassiert man aber trotzdem gern.

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