Quis custodit custodes?

Zu deutsch „Wer bewacht die Wächter?“ oder zu angelsächsisch „Who watches the watchmen?“.

Dabei ist keineswegs die Polizei oder gar die Bundespolizei gemeint, die haben wohl genügend Leute, die denen auf die Finger schauen. Vielmehr meine ich damit die Jugendschützer und Verfassungsschützer.

DAS wir Deutschen ein Problem mit unserer Vergangenheitsbewältigung haben, dürfte ja im allgemeinen hin bekannt sein. Werden wir im Ausland oder von Ausländern auf das dritte Reich angesprochen, zucken wir automatisch zusammen und das Schuldbewustsein meldet sich lautstark zu Wort. Warum nur? Ich bin der Meinung weil wir damit viel zu verklemmt umgehen, weil es uns so von jeher eingebleut wurde. Wir sollen uns für die Vergangenheit schämen. Auch wenn 95% der Bevölkerung mit den Geschehnissen im dritten Reich nichts mehr zu tun hat. Nur weil Opa in der Wehrmacht war, kann ich doch dazu noch lange nichts. Was allerdings in unserer Verantwortung liegt, ist die Tatsache, das so etwas nicht wieder passiert. Aber das ist ein anderes Thema und soll hier nicht diskutiert werden.

Ich bin begeisterter First Person Shooter Spieler. Das sind die verteufelten Spiele, in denen man durch die Gegend läuft und andere Leute über den Haufen schießt. Die öfter mal in den reißerischen Medien erwähnten Killerspiele. Ein Großteil dieser Spiele baut auf diversen Kriegen auf. Vietnam, imaginäre Zukunftskriege und ein Löwenanteil besitzt der 2. Weltkrieg (seltsamerweise gibt es kein Spiel vom 1. Weltkrieg). Warum auch nicht. Ein perfektes Szenario für einen First Person Shooter. Mehr oder wenige taktische Kämpfe basierend auf mehr oder weniger realen Schlachtfeldern.

Doch wirft man die deutsche Version dieser Spiele an, wird auf die Authentizität geschissen. Schleicht man sich an deutsche Stellungen heran, wehen davor keine Fahnen mit Hakenkreuz, sondern das Hakenkreuz ist durch ein stilisiertes „Eisernes Kreuz“ ersetzt worden. Und so geschieht es mit allen Sachen, auf denen dieses Symbol abgebildet ist.

Warum? Weil dieses Symbol in Deutschland verfassungswidrig ist. Erlaubt ist in Deutschland eine Hakenkreuzdarstellung nach § 86 Absatz 3 StGB nur, wenn sie „der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient“ [Quelle: wikipedia.org]. Heißt auf gut deutsch, das man wohl Filme und Dokumentationen machen kann die nur so von Hakenkreuzen strotzen, aber in Computerspielen ist es verboten. Verstehe ich zwar nicht so ganz, aber anscheinen kann man Hollywoodunterhaltungsfilme ohne Probleme in oben genannte Kategorie einordnen, aber Computerspiele eben nicht. Da ist es dann auch nicht so schlimm, wenn namenhafte Schauspieler den rechten Arm nach oben reißen und „Heil Hitler“ schreien. Passiert so etwas, in einem meiner Meinung nach ähnlichen Unterhaltungsmedium, wie einem Computerspiel, dann wird es gleich in Deutschland verboten. Finde ich eine Frechheit.

Man verstehe mich bitte hier nicht falsch. Ich bin weder rechts noch verehre ich das Hakenkreuz oder das was die Nationalsozialisten mit und in Deutschland und Europa angerichtet haben. Ich finde nur Realismus in Computerspielen einfach fantastisch. Dazu gehört für mich, das Blut spritzt, das Körperteile abgetrennt werden und das politische Symbole an den entsprechenden Stellen stehen. Es macht das Spiel einfach realistischer, das Ziel eines jeden Spieles.

Aber nein, schon treten Personen auf den Plan, die meinen den erwachsenen, mündigen Bürger etwas vorschreiben zu müssen. Da werden allzu brutale Spiele verboten. Spiele mit verfassungswidrigen Inhalten werden verboten. Dabei könnte ich solche Sachen durchaus verstehen, wenn man in einem Spiel die Rolle eines Nazis übernimmt und für den Sieg des dritten Reiches kämpft. Aber nicht, wenn an einigen wenigen Stellen ein paar Hakenkreuze auf Flaggen oder in Reichsadlern eingemeißelt sind. Wie kann den ein Symbol, bestehend aus ein paar Strichen, so gefährlich sein? Gefährlich und verantwortlich für die Schreckensereignisse der damaligen Zeit waren Personen, größenwahnsinnige Menschen. Und der Anführer kam, wenn ich richtig informiert bin, aus Österreich. Sollten dann nicht vielleicht Österreich verboten werden?

Man hört immer das Sozialpädagogenpack die Jugendschützer ganz schlau daher reden, das solche Computerspiele viel zu brutal seien und die Jugend nur verroht. Hat man denn vielleicht mal daran gedacht, das solche Spiele dann auch zur Abschreckung eingesetzt werden können? Warum nicht ein wirklich realistisches Spiel entwickeln. Ein wirkliche Kriegssimulation. Mit abgerissenen Körperteilen durch Granaten oder Mienen. Mit Bauchschüssen, mit schreienden Menschen, die Angst haben oder verletzt sind. Vielleicht schreckt das mehr ab, als das es begeistert. Das nur als Vorschlag, da ja alles andere was sich in den hohen Rängen der Politik so ausgedacht wird, bisher nicht funktioniert hat.

Seltsamerweise hege ich keine Mordgedanken oder plane einen Amoklauf. Obwohl ich mit Begeisterung solche First Person Shooter spiele. Warum nur? Ich denke, das ich einfach ein gesundes Maß an Intelligenz besitze. Ich kann richtig von falsch unterscheiden. Ich habe eine gute Erziehung genossen in der mir meine Eltern beigebracht haben, was es heißt ein aufrichtiger Mensch zu sein. Dazu habe ich eine gute Bildung genossen. Und ein gesundes Interesse an der Vergangenheit, der Gegenwart und an dem was um uns herum passiert. Kurz gesagt, ich bin mit einem gesunden Menschenverstand gesegnet. Hat man so was, kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Und daran ändern Hakenkreuze in Computerspielen auch nichts.

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