I hurt myself today 3

Die Tage im Krankenhaus waren anfangs noch recht angenehm. Man bekam den Arsch nachgetragen und konnte den ganzen Tag im Bett liegen bleiben. Die Schwestern waren zu 50% unter 35 und sehr hübsch. Aber auch das kann einem schnell auf den Kranz gehen. Zumindest das im Bett liegen, die Schwestern hingegen kann man sich ja den ganzen Tag lang angucken und Abends mit Beleuchtung. Ohne Probleme. Bei mir hat die Langeweile nach gerade mal zwei Tagen angefangen.

Die Highlights eines solchen Standard Krankenhaustages waren zum einen die Hauptmahlzeiten. Die allerdings wurden immer eine Stunde früher serviert, als man es erwartet hat. Frühstück gab es um 0700 Uhr. Mittag um 1130 Uhr und Abendbrot um 1700 Uhr. Klar, im Krankenhaus hat man nicht so viel Zeit, da muß man rein hauen, das man seinen vollen Tagesplan irgendwie unter bekommt. Kaffee gab es auch noch, aber da habe ich schon auf das Stück Kuchen verzichtet, da es eh schon genügend zu Essen gab. Ein weiterer Höhepunkt war dann noch die abendliche Thrombosespritze. Nichts wovor man Angst haben muß. Vor allem nicht wenn sie von hübschen Schwestern verpasst wird. Da verzeiht man dann auch gerne mal kleinere oder größere blaue Flecke. Ab Mitte der Woche gab es dann Lymphdrängen und Krankengymnastik. So kriegt man die Tage schon rum. Nicht!

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten der Langeweilebekämpfung. Zum einen konnte man alle fünf Minuten auf den Schwesternknopf drücken und hoffen das Schwester Stefanie um die Ecke kommt und ihre einem die Kissen nochmal aufschüttelt. Aber das klappt vielleicht nur am ersten Tag und dann reagieren die Schwestern leicht ungehalten und drohen mit eventuellen Kathedern oder Einläufen.

Dann gibt es da ja noch unseren guten alten Freund das TV Gerät. Als Mitglied der arbeitenden Bevölkerung, komme ich ja nicht oft in den Genuß das TV Programm am Vormittag zu genießen. Und was bin ich froh, das ich Arbeit habe und meinen Tagesablauf anders gestalten kann. Im Fernsehen kommt ja nur gequirlte Scheiße. Aber zwei Mal gequirlte Scheiße. Kein Wunder das Deutschland langsam aber sicher verblödet. Richtershows, Talkshows, Hilfe meine Familie ist dumm wie Brot, Männer versuchen den Haushalt zu schmeißen und wundern sich warum man mit dem Schlagbohrer keine Schlagsahne machen kann, Erziehungsshows, Verkaufssender und vielerlei Rotz mehr. Ich glaube, ich habe die richtige Entscheidung getroffen und gucke keinen TV mehr. Da kommt wirklich nur Scheiße. Das einzige was ich mir gegönnt habe, waren die Simpsons zum Abendbrot und dann vielleicht noch die x-te Wiederholung von CSI.

Da greife ich doch lieber zum Buch oder zu Zeitschriften, mit nackten Frauen. Wobei es da ja bestimmt auch genügend Schund gibt. Ich möchte mit FHM gar nicht erst anfangen. Außerden Fotos kann man sich ja da nichts angucken. Bücher kann man sich aber dennoch selber auswählen und auf Qualität achten. So habe ich dann auch die meiste Zeit der Langeweile überbrückt.

Ich bin auch zu der Erkenntnis gekommen, das Zeit unterschiedlich schnell verläuft. Nehmen wir an man befindet sich auf einer Hochzeit. Da fliegt die Zeit mit Mach 5 an einem vorbei. Ehe man zwei mal mit den Liedern geschlagen hat, sind drei Stunden voller Spaß und Unterhaltung vorbie und man sitzt vollstramm im Fahrdienst nach Hause und will unbedingt beim Fahrer auf die Hupe drücken, weil man der Welt mitteilen will, das man nun nach Hause fährt. Ziet hat hier ungefähr die Viskosität von Alkohol. Befindet man sich allerdings an einem unschönen Ort, wie dem Krankenhaus (von den Schwestern mal abgesehen), dann nimmt die Zeit eine ganz andere Zähigkeit an. Man fühlt sich eher wie ein Insekt, das gerade von einem Tropfen Harz gefangen genommen wird und mit einem Viertel der Geschwindigkeit einer Weinbergschnecke überrollt wird. Und genau diese Mischung gibt dann die Normzeit. Die schneller verlaufende Zeit und die langsamer verlaufende Zeit wird in einen Topf geschmissen und dann daraus das Mittel errechnet und Zack haben wir die Zeit, die auf unserer Armbanduhr angezeigt wird. Man muß halt nur darauf achten, sich immer am richtigen Ort aufzuhalten.

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