Talente, Teil 2

Meine Talente sind quasi unerschöpflich. Und somit habe ich die Befürchtung, das diese Reihe noch lange nicht vorbei sein wird. Kommen wir nun also zum Teil 2, dieser Serie. Und dieser Teil behandelt mein Talent, mich immer in die falschen Frauen zu vergucken.

Dabei gibt es ja gar keine falschen Frauen, nur eine falsche Einschätzung meinerseits oder aber Karma zeigt mir mal wieder wer hier das Sagen hat. Im Großen und Ganzen kann ich zwischen drei Hauptfällen unterscheiden.

Die lange Anlaufphase

Wird mein Interesse durch eine Frau geweckt, dann brauche ungefähr einen Anlauf vom Mond um überhaupt wieder klar denken zu können. Hierbei hat sich noch nicht heraus gestellt ob ein weiteres Treffen in dieser Vorlaufzeit von Vorteil oder doch eher hinderlich ist. Meistens ist es aber dann so, das man die entsprechende junge Dame des Öfteren am Wochenende an verschiedenen Lokalitäten antrifft. Also steigt auch die Nervosität. Eng verknüpft mit diesem Phänomen ist der Konsum von Alkohol. Eine Langzeitstudie läuft noch. Doch auch das ist im Laufe der Jahre abgeflacht. Früher war es ja extrem schlimm, wohingegen ich heute da schon gelassener werde. In dieser Vorlaufzeit wird dann erstmal abgeprüft, ob denn eventuelle Mitkonkurrenten oder gar ein Freund vorhanden ist. Ist ein Freund vorhanden, werden jegliche Aktionen sofort abgebrochen. Sollten andere Mitbewerber im Spiel sein, wird in einem ausgeklügelten Rechenverfahren, bei dem die Mondphasen und der aktuelle Dollarkurs eine wichtige Rolle spielen nach Sympathie entschieden. Meistens kenne ich den Mitbewerber und ziehe mich vorzeitig zurück, da ich dann doch eher Realist bin. Sollte die Bahn aber frei sein, dann dauert es, bis ich irgendwas auf die Reihe bekomme. Und dann ist sie immer im Großteil aller Fälle schon wieder vergeben. Dabei fällt mir spontan ein Fall ein, bei dem sie mich sogar irgendwie angegraben hat. Und bis ich dann soweit war, hat sie schon geheiratet. Doch den größten Coup habe ich gelandet, bei dem ich einem Freund sogar noch Mut gemacht habe, die entsprechende junge Dame anzusprechen, da sie ja doch ganz gut zusammen passen würden. Warum ich solche Vollidiotenaktionen mache? Ganz einfach, weil ich ein Riesenarsch bin. Ich wollte einfach darüber hinweg spielen, das ich sie mochte. Es sollte keiner mitbekommen und schon gar nicht er, der mit ihr ganz gut befreundet war. Also fragte ich ihn, warum er denn nichts mit ihr anfangen würde. Bevor ich überhaupt merkte, was ich da von mir gab, war es schon zu spät. Ein paar Monate später kam er dann mal auf mich zu und bedankte sich, die Zwei wären jetzt schon seit geraumer Zeit ein Paar. Da hätte ich mir gewünscht mir selber in den Sack treten zu können. Zumal ich das Gefühl hatte, das sie nicht abgeneigt war. Ich war nur einfach zu doof.

Der große Teich

Mit Vorliebe entdecke ich meine Zuneigung für Frauen, die Jenseits des Atlantiks wohnen. Ich kann mir nicht helfen, aber für Amerikanerinnen habe ich tatsächlich ein gewisses Faible. Angefangen mit einer gewissen Austauschschülerin, die mal hier war. Wobei ich die Zuneigung erst entdeckt habe, als sie kurz vor der Abreise stand. Besser gesagt wurde mir da erst bewusst, das sie nicht abgeneigt gewesen wäre. Da sie aber nun wieder zurück in die Staaten flog, war alles vergebene Liebesmühe. Es folgte dann der Gegenbesuch, von dem ich mir nicht wirklich viel erhoffte. Jedenfalls nicht auf Ebene einer Beziehung. Ich muß auch ehrlich sagen, das ich da bereits über sie hinweg war, wenn man das so sagen darf. Sie ist zur guten Freundin geworden. Doch, wie sollte es nicht anders sein, hat sie in den Staaten auch Freundinnen gehabt. Und eine dieser Freundinnen hat mich sofort aus den Socken gehauen. Sie war umwerfend hübsch, unglaublich gut gebaut und war charakterlich genau das, was zu mir passte. Ganz ehrlich, wie konnte ich mich nicht in eine Frau verlieben, die mir Tequila und Bier ausgab, mich zum Tanzen gebracht hat, mich eventuell unter den Tisch trinken konnte, was sie leider nie bewiesen hat, eine Menge über alkoholische Getränke wusste, da sie eine gewisse Zeit als Barkeeper gearbeitet hat und dazu noch umwerfend hübsch war. Bei unserer Abreise lud ich alle zu einem Gegenbesuch ein, aus dem bisher nichts geworden ist. Nun ja, mittlerweile ist sie ja auch schon verheiratet. Ich glaube hier passt dieses Lied ganz gut. Karma zeigt hier mal wieder, wer der Chef ist.

Die verbotene Frucht

Dies ist mit das Schlimmste was passieren kann. Ich vergucke mich in eine Frau, die bereits vergeben ist. Doch meistens ist es dann so, das ich sämtliche Anstrengungen auf Null fahre. Für mich gehört das sogenannte Ausspannen nicht zu meinem Vokabular. Wie kann ich mir nur einbilden, das sie es bei mir besser hätte. Sie befindet sich ja im Moment in einer Beziehung und da kann ich doch nicht so einfach rein platzen und versuchen zu überzeugen, das ich der Bessere bin. Und wenn es dann nicht so ist, dann habe ich alles zerstört. Das würde mir gehörig auf der Seele liegen und ihr bestimmt noch mehr. Außerdem würde ich auch nicht wollen, das es jemand macht, wenn ich in so einer Situation bin. Das nicht jeder so denkt, ist mir klar und das ist äußerst schade, aber ich muß ja nicht wie jeder andere sein. Ich muß mit dem Gewissen leben und würde mir extrem schlecht dabei vorkommen. Außerdem möchte ich mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn ich eine solche Aktion machen würde. Ich dürfte mich auf einen gehörigen Sacktritt von Karma gefasst machen. Und das wäre dann erst der Anfang der Tortour. Und wenn ich mich wirklich in eine bereits vergebene Frau vergucken sollte, dann sehe ich es als ein Zeichen von Karma, was ich hätte haben können. Leider muß ich mein Konto erstmal in die schwarzen Zahlen treiben. Karma gibt nur so ungern Kontoauszüge raus.

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