Music was my first love…

23/07/2009

Musik gehört zu meinem Leben. Dabei bin ich eher Konsument, denn Hersteller. Nicht das ich daran uninteressiert wäre. Denn wenn ich ein Instrument hätte spielen wollen, dann wäre es die Gitarre gewesen. Aber da meine Finger ungefähr so gelenkig wie ein Stock sind, wäre das keine gute Idee. Zumal durch den sich aufbauenden Frust meine Gitarren alle den Opfertod gestorben wären. Außerdem zeigt meine Performance bei Guitar Hero, das ich mich eher zum Musikkonsumenten eigene. Ich überlege hierzu nochmal einen extra Eintrag zu machen und mich mal wieder zum Voll-Ei.

In den ersten Jahren meines Lebens spielte Musik eine eher untergeordnete Rolle. Klar, gab es da die Formel 1 im TV, die aber eher im Hintergrund zur Unterhaltung meiner älteren Geschwister lief. Ich spielte damals lieber noch mit dem Lego Technik Hubschrauber und im Hintergrund lief dann „19“ von Paul Hardcastle. Doch dann irgendwann entdeckte ich die Kassetten-Sammlung meines Bruders und hörte die gesammelten Werke der 80er rauf und runter. Ich verliebte mich in Musik. Nun mag man über die 80er sagen was man will. Ich fand sie Klasse, wobei ich sie ja nur in den letzten Atemzügen kennen gelernt hatte.

Es folgten die 90er, die mich eher abschreckten als faszinierten. Die Musik war einfach nur schlecht und manchmal schämte ich mich für Gruppen wie 2Unlimited oder DJ Bobo. Im Jugendraum lief zwar diese Scheiße hoch und runter, doch zu Hause konnte ich ja hören was ich wollte. Und in der Zeit zog es mich dann, auf der Suche nach neuen Sachen, zu Musik der härteren Gangart. Meine erste selbst gekaufte CD war von Blind Guardian. Heavy Metal in Reinkultur. Nun mag man hier feinste Nuancen von Black Metal, Death Metal, Melodic Metal, Mediaval Metal und Schlag-mich-tot-Metal aufführen und unterscheiden, aber das geht mir alles zu weit. Entweder ich mag die Musik oder nicht und für mich fällt das alles unter Heavy Metal.

Nach Blind Guardian traf ich dann auf die Band, die mich voll und ganz in ihren Bann zog. Metallica. Das erste Album was ich von Metallica erwarb war „…and justice for all„. Es war ein Blindkauf. Es war ein verdammt guter Kauf. Es war ein Anfixkauf. Es war der Beginn einer Leidenschaft. Nach und nach kaufte ich mir alle Alben und verschlang die Lieder. Ich hörte sie rauf und runter, bis ich sie mitfurzen mitsingen konnte. Wann immer ich wollte. In meinem Kopf konnte ich mir jedes Lied anhören wann ich wollte. Ich bin und bleibe einfach ein Metallica Mann und mögen da noch so viele St. Anger Alben kommen.

Was mit ein paar Alben angefangen hat, ufert langsam aus. Meine Musiksammlung übersteigt so einiges. Dabei habe ich mich nicht nur auf den Heavy Metal Kram beschränkt sonder ausgeweitete auf so manches Genre. Ist man Musik Fan, muß man auch über den Tellerrand gucken. Das habe ich getan und eine wunderbare Welt entdeckt. Ich fing an zu sammeln. Allerdings nicht jeden Scheiß, sondern sortiertes sammeln. Gut, ich gebe zu, da sind manche Schandflecke in meiner Sammlung, aber auch zu denen stehe ich.

Faszinierend finde ich die Tatsache, das man mit verschiedenen Liedern Erinnerungen verknüpft. So erinnere ich mich bei dem Album „Genesis“ von Genesis (große Überraschung), genau an das Buch welches damals gerade gelesen habe. Diese heimtückischen Verknüpfungen machen es mir dann auch einigermaßen erträglich, Wolle Petry ihm seine „Lieder“ zu ertragen, ohne einen Amoklauf zu starten. Denn wenn damals solche Melodeien aus den Lautsprechern des Checkpoints trieften, dann war mir klar, das wenige Sekunden später Imke die Tanzfläche betreten würde. Höre ich nun ein Lied vom Gesangsimitator Petry, kann ich, getragen durch die Erinnerung an Imke, noch so lange den Blutrausch die Ohnmacht unterdrücken, bis ich das Radio gegen die Wand geschmissen den Knopf zum Senderwechsel des Radios gefunden habe. Allerdings gibt es auch Lieder die ich gar nicht mehr nur noch selten hören kann.

Wenn ich irgendwann vor den Schöpfer trete und mir ein letztes Mal mein Leben als Film angucken darf, dann wird es ein Film mit Überlänge werden. Und zwar allein auf Grund des Soundtracks. Ich könnte zu jeder Situation meines Lebens oder zu jedwedem Gemütszustand fünf bis drölf Lieder aufzählen, die gerade passen würden. Im Moment wären das… Nee, lieber nicht.

Zum Abschluß gibt es nochmal ein schönes Lied von Lynyrd Skynyrd:

Ach, drauf geschissen, damit es auch zur Überschrift passt:

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Talente, Teil 2

22/07/2009

Meine Talente sind quasi unerschöpflich. Und somit habe ich die Befürchtung, das diese Reihe noch lange nicht vorbei sein wird. Kommen wir nun also zum Teil 2, dieser Serie. Und dieser Teil behandelt mein Talent, mich immer in die falschen Frauen zu vergucken.

Dabei gibt es ja gar keine falschen Frauen, nur eine falsche Einschätzung meinerseits oder aber Karma zeigt mir mal wieder wer hier das Sagen hat. Im Großen und Ganzen kann ich zwischen drei Hauptfällen unterscheiden.

Die lange Anlaufphase

Wird mein Interesse durch eine Frau geweckt, dann brauche ungefähr einen Anlauf vom Mond um überhaupt wieder klar denken zu können. Hierbei hat sich noch nicht heraus gestellt ob ein weiteres Treffen in dieser Vorlaufzeit von Vorteil oder doch eher hinderlich ist. Meistens ist es aber dann so, das man die entsprechende junge Dame des Öfteren am Wochenende an verschiedenen Lokalitäten antrifft. Also steigt auch die Nervosität. Eng verknüpft mit diesem Phänomen ist der Konsum von Alkohol. Eine Langzeitstudie läuft noch. Doch auch das ist im Laufe der Jahre abgeflacht. Früher war es ja extrem schlimm, wohingegen ich heute da schon gelassener werde. In dieser Vorlaufzeit wird dann erstmal abgeprüft, ob denn eventuelle Mitkonkurrenten oder gar ein Freund vorhanden ist. Ist ein Freund vorhanden, werden jegliche Aktionen sofort abgebrochen. Sollten andere Mitbewerber im Spiel sein, wird in einem ausgeklügelten Rechenverfahren, bei dem die Mondphasen und der aktuelle Dollarkurs eine wichtige Rolle spielen nach Sympathie entschieden. Meistens kenne ich den Mitbewerber und ziehe mich vorzeitig zurück, da ich dann doch eher Realist bin. Sollte die Bahn aber frei sein, dann dauert es, bis ich irgendwas auf die Reihe bekomme. Und dann ist sie immer im Großteil aller Fälle schon wieder vergeben. Dabei fällt mir spontan ein Fall ein, bei dem sie mich sogar irgendwie angegraben hat. Und bis ich dann soweit war, hat sie schon geheiratet. Doch den größten Coup habe ich gelandet, bei dem ich einem Freund sogar noch Mut gemacht habe, die entsprechende junge Dame anzusprechen, da sie ja doch ganz gut zusammen passen würden. Warum ich solche Vollidiotenaktionen mache? Ganz einfach, weil ich ein Riesenarsch bin. Ich wollte einfach darüber hinweg spielen, das ich sie mochte. Es sollte keiner mitbekommen und schon gar nicht er, der mit ihr ganz gut befreundet war. Also fragte ich ihn, warum er denn nichts mit ihr anfangen würde. Bevor ich überhaupt merkte, was ich da von mir gab, war es schon zu spät. Ein paar Monate später kam er dann mal auf mich zu und bedankte sich, die Zwei wären jetzt schon seit geraumer Zeit ein Paar. Da hätte ich mir gewünscht mir selber in den Sack treten zu können. Zumal ich das Gefühl hatte, das sie nicht abgeneigt war. Ich war nur einfach zu doof.

Der große Teich

Mit Vorliebe entdecke ich meine Zuneigung für Frauen, die Jenseits des Atlantiks wohnen. Ich kann mir nicht helfen, aber für Amerikanerinnen habe ich tatsächlich ein gewisses Faible. Angefangen mit einer gewissen Austauschschülerin, die mal hier war. Wobei ich die Zuneigung erst entdeckt habe, als sie kurz vor der Abreise stand. Besser gesagt wurde mir da erst bewusst, das sie nicht abgeneigt gewesen wäre. Da sie aber nun wieder zurück in die Staaten flog, war alles vergebene Liebesmühe. Es folgte dann der Gegenbesuch, von dem ich mir nicht wirklich viel erhoffte. Jedenfalls nicht auf Ebene einer Beziehung. Ich muß auch ehrlich sagen, das ich da bereits über sie hinweg war, wenn man das so sagen darf. Sie ist zur guten Freundin geworden. Doch, wie sollte es nicht anders sein, hat sie in den Staaten auch Freundinnen gehabt. Und eine dieser Freundinnen hat mich sofort aus den Socken gehauen. Sie war umwerfend hübsch, unglaublich gut gebaut und war charakterlich genau das, was zu mir passte. Ganz ehrlich, wie konnte ich mich nicht in eine Frau verlieben, die mir Tequila und Bier ausgab, mich zum Tanzen gebracht hat, mich eventuell unter den Tisch trinken konnte, was sie leider nie bewiesen hat, eine Menge über alkoholische Getränke wusste, da sie eine gewisse Zeit als Barkeeper gearbeitet hat und dazu noch umwerfend hübsch war. Bei unserer Abreise lud ich alle zu einem Gegenbesuch ein, aus dem bisher nichts geworden ist. Nun ja, mittlerweile ist sie ja auch schon verheiratet. Ich glaube hier passt dieses Lied ganz gut. Karma zeigt hier mal wieder, wer der Chef ist.

Die verbotene Frucht

Dies ist mit das Schlimmste was passieren kann. Ich vergucke mich in eine Frau, die bereits vergeben ist. Doch meistens ist es dann so, das ich sämtliche Anstrengungen auf Null fahre. Für mich gehört das sogenannte Ausspannen nicht zu meinem Vokabular. Wie kann ich mir nur einbilden, das sie es bei mir besser hätte. Sie befindet sich ja im Moment in einer Beziehung und da kann ich doch nicht so einfach rein platzen und versuchen zu überzeugen, das ich der Bessere bin. Und wenn es dann nicht so ist, dann habe ich alles zerstört. Das würde mir gehörig auf der Seele liegen und ihr bestimmt noch mehr. Außerdem würde ich auch nicht wollen, das es jemand macht, wenn ich in so einer Situation bin. Das nicht jeder so denkt, ist mir klar und das ist äußerst schade, aber ich muß ja nicht wie jeder andere sein. Ich muß mit dem Gewissen leben und würde mir extrem schlecht dabei vorkommen. Außerdem möchte ich mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn ich eine solche Aktion machen würde. Ich dürfte mich auf einen gehörigen Sacktritt von Karma gefasst machen. Und das wäre dann erst der Anfang der Tortour. Und wenn ich mich wirklich in eine bereits vergebene Frau vergucken sollte, dann sehe ich es als ein Zeichen von Karma, was ich hätte haben können. Leider muß ich mein Konto erstmal in die schwarzen Zahlen treiben. Karma gibt nur so ungern Kontoauszüge raus.


Geschützt: Wenn ich einmal Hochzeit mach…

14/07/2009

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Shit goddamn

10/07/2009

Es ist ja eine Unart zu fluchen. Aber, ich tue es einfach zu gerne. Wie sonst soll man auch seinem Unmut Luft machen. Da fluche ich doch lieber gepflegt, als das ich irgendetwas oder gar irgendjemand physisch Gewalt an tue.

Eine ehemalige Arbeitskollegin hat mich mal darauf hingewiesen, das ich doch recht oft fluche. Nun ja, das ist ja auch auf der Arbeit und da hat man mit Computern und semi-professionellen Stücklisten und Verwaltungsprogrammen zu tun, da hat man schon mehr den Grund schlechte Laune zu bekommen, als wenn man mit Freunden unterwegs ist oder auf dem Sofa sitzt und sich einen Film anguckt. Auf ihr Anraten hin, habe ich dann für einen Tag mal eine Fluchliste geführt. Was mich da am Ende des Arbeitstages erwartete, ließ mich schon ein wenig staunen. Die Zahl durchbrach locker die 50er Grenze.

Dabei kann ich locker zwei Situationen fest machen, bei denen die Fluchwahrscheinlichkeit sehr schnell der 1 nährt.

Auf Maloche der Arbeit

  • Ich arbeite täglich mit einem CAD-Programm. Früher häufiger, da ich da nur konstruiert habe. Mit CAD Programmen erstellt man am Computer Bauteile und leitet daraus Zeichnungen ab. Zwei hervorragende Aktivitäten, bei denen sich schnell Frust und Streß aufbaut. Vor allem weil die Programm oft nicht so wollen, wie man sich das gedacht hat. Dann haken sie hier mal oder der Server hängt dort mal. Der Frustfaktor verhält sich wie ein Benzinkanister, dem gerade ein Streichholz gezeigt wird. Sehr schön, die Anwendung von Freiformflächen und die entsprechende Fehlerausgabe, wenn man mal wieder zu dämlich ist, Flächen tangential ineinander laufen zu lassen. Oder aber man frickelt die ganze Zeit an diversen Baugruppen rum und plötzlich kommt die Sanduhr. Die Gedärme ziehen sich langsam aber sicher zu einem gordischen Knoten zusammen und man wagt noch nicht mal die Maus scharf an zugucken. Selbst wenn in der Fensterzeile „Keine Rückmeldung“ steht, glaubt man an ein Wunder und hofft das gleich alles wieder normal ist. Man denkt nach, wann man das letzte Mal gespeichert hat und merkt wie das Blut den Kopf verlässt. Kurz danach stellt man fest, das sich alle ProE-Fenster einfach so geschlossen haben. Kommentarlos, ohne ein Wort der Entschuldigung oder nur den Hauch einer Ausgabe einer Fehlermeldung. Das Blut was vorher den Kopf wasserfallartig verlassen hat, steigt nun mit gefühlten 125 bar zurück in den Kopf. Sagen wir mal so, meine Ausdrucksweise wird sehr schnell sehr blumig. Liebgewonnen Ausdrücke sind: „Scheiße“, „Fuck“ (und die mehrfache Aneinanderreihung der Worte) und „Du dämliches Mistprogramm, warum…“
  • Programme, die schon beim Starten mein Frustzustand in einen hellroten Bereich katapultieren, alleine aus dem Grund das ich mit ihnen arbeiten muß, sind sogenannte Vergewaltigungs Verwaltungsprogramme. Prädestiniert dafür Stücklisten zu schreiben und Lagerbestand zu kontrollieren, Zeichnungen aufzurufen und alles unglaublich kompliziert zu machen. Früher war es AMS, bei dem ich dann selber noch Stücklisten schreiben mußte. Heute ist es SAP, das ich „nur“ noch zur Information und zur Kontrolle nutze. Aber ich hasse die beiden Programm bis auf den Quellcode. Alles ist unglaublich unübersichtlich. Man nutzt diverse Zeichencodes, die keinen Sinn machen. Alles dauert unglaublich lange. Man weiß ganz genau was man sucht, aber weiß nicht wie man da hin kommt. Man muß sich durch drölftausend Menüs klicken, Untermenüs aufrufen, dämlich aussehende Pfeile drücken, um zu überprüfen, wo die DIN 912 M4 x 22 noch so alles eingebaut ist. Lieblingsphrase hier: „Ich hasse SAP!“ und dann gehe ich zu unserer Zeichnerin, bei der immer alles ganz einfach aussieht und man kommt sich ein ganz klein wenig doof vor.

Im Auto

Hier ist der häufigste Auslöser die allseits bekannte Schnarchnase. Dabei ist es egal, ob man ihr auf der Landstraße oder der Autobahn begegnet. Immer, aber auch immer ist sie der Grund, warum der Blutdruck nach oben schnellt. Da wird dann in der 100 km/h Zone nur 80 Sachen gefahren, weil es ja vor 7 Stunden geregnet hat. Die Kurve wird geschnitten, obwohl kein Grund dazu besteht (untermotorisierte Fahrzeuge mit nur 4 Zylindern fallen hier enorm ins Gewicht). Oder aber Parkkünstler, die es schaffen so neben einem zu parken, das man durch das Schiebedach einsteigen muß oder aber drei Parkbuchten auf einmal belegen, es aber nicht für nötig halten, doch nochmal zu korrigieren. Nachher zeigt man ja öffentlich das man zu doof ist zwischen zwei durchgezogenen Striche zu fahren. Hat man so einen Strategen im Teilnehmerkreis des Straßenverkehrs (grob geschätzt zu 100 % der Fall), fängt eine Auge schnell an zu zucken. Hier lasse ich dann meiner Kreativität freien Lauf. Ich möchte allerdings auf eine nähere Ausführung meiner Flüche verzichten. Sonst könnte ich hier schnell die Grenzen des guten Geschmacks durchbrechen und müßte eine Kontrolle des Jugendschutzes über mich ergehen lassen.

Ich weiß, das ist sehr schlecht für meinen Blutdruck, mein Herz und meine Gesundheit im allgemeinen, aber irgendwohin muß der Frust ja abgeführt werden. Dann lieber verbal, als physisch.

Ich muß allerdings sagen, das ich es vermeide vor Kindern zu fluchen. Dabei rede ich jetzt von den Kindern die noch nicht in der Schule sind. Die kennen meistens bessere Flüche als ich. Aufgefallen ist es mir, als ich neulich bei meinem Cousin zu Besuch war und ich mal wieder am Aufregen war über diverse Sachen, da habe ich schon bewusst auf gewisse Kraftausdrücke beginnend mit S verzichtet. Man gut, das manche Kontrollmechanismen funktionieren.

Update [13.07.09]: Ich hab es gewusst. Jetzt ist es sogar wissenschaftlich bewiesen!


Geschützt: Der 50. Geburtstag

06/07/2009

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Freiheit für die Gurke

02/07/2009

Endlich, endlich können wir wieder aufatmen. Obst und Gemüse sind wieder frei. Die Unterdrückung durch die EU wurde aufgehoben. Ab heute können endlich wieder verkrüppelte und schrumplige Früchte in den Läden verkauft werden. Lasst uns frohlocken und jubeln.

WTF? Jetzt mal ehrlich. What. The. Fuck. Es gibt eine Norm für Obst und Gemüse? Wer denkt sich denn bitte so eine, verzeiht mein Ausdrucksweise, Scheiße aus? Solche Sachen können einfach nur in der Verwaltung passieren. Da sitzen nämlich Leute rum, die haben den ganzen Tag nichts anderes zu tun als Däumchen zu drehen. Und das Geld anderer Leute mit beiden Händen aus dem Fenster zu werfen.

„Hmmm, was machen wir denn heute mal?“ – „Laß uns doch ein großes Feuer mit Steuergeldern machen und Marshmallows rösten!“ – „Oder Stockbrot!“ – „Oder die ganzen Goldbarren aus dem Keller darauf schmelzen und unsere Rosetten damit vergolden!“ – „Oder, wir machen heute eine Norm!“ – „Ja! Geil! Was machen wir denn?“ – „Kopfformen hatten wir gestern? Und letzte Woche die erlaubte Menge von Fürzen, die innerhalb einer Stunde auf einer Baustelle gelassen werden dürfen! Wird schwer was neues und sinnloses zu finden.“ – „Ich hab es! Wir machen eine Norm für Obst und Gemüse!“ – „Super! Und was da nicht rein passt wird eingestampft und als Wurfgeschosse für Steuerzahler die sich beschweren wollen verwendet!“

Ich glaube es hackt. Da gibt es tatsächlich Leute, die sich Gedanken über Form, Farbe und Pickelanzahl einer Gurke gemacht haben. Und wieder andere mußten die dann kontrollieren. Ich kann mir richtig vorstellen, wie da einer mit einem Meßschieber und eine Schablone auf einem holländischen LKW herum turnt und eine Wareneingangskontrolle macht, damit in Deutschland nur genormtes Gemüse verkauft wird. Manchmal frage ich mich ob ich im falschen Film bin. Oder gleich springt Jemand hinter einer Ecke hervor und begrüßt mich bei der versteckten Kamera. Ich hoffe er kann einen Sacktritt vertragen.

Normen sind wichtig. Ich habe täglich damit zu tun. Aber mit sinnvollen und wichtigen Normen. Schrauben, Materialien, Bauteile. Gemüse und Obst gehören nicht dazu. Habe ich jedenfalls noch nicht verbaut. Und für so eine gequirlte Scheiße werden Steuergelder verballert.

Nun ja, jetzt ist die Norm teilweise wieder außer Kraft gesetzt. Für wie lange, bis der nächste grenzdebile Beamte sich wichtig machen will und feststellt das in dem Pippi-Markt bei ihm um die Ecke, die Haselnüssen unterschiedlich groß sind. Und schwupps, ist die Norm wieder aktiv und schon herrscht wieder Ordnung. Hauptsache Mutter Natur bekommt dann eine Abschrift der Norm. Ach nee, die kann sie sich ja für teures Geld kaufen. Wie schizophren ist das denn bitte? Auf der einen Seite sind alle gegen genmanipulierte Lebensmittel, aber auf der anderen Seite werden Normen für Gemüse eingeführt. Und die ist schon 20 Jahre alt! Ich glaube manche Leute haben einfach zu viele Freiheiten. Oder zu viel Zeit. Oder beides! Gab es früher nicht mal Arbeitslager?


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