Vatertag preloaded

Wir schreiben die KW 18 und die Arbeit an der Festzeitschrift geht, sagen wir mal nicht so toll voran wie ich es geplant hatte. Ich hasse mich dafür, das ich an diesem schicksalhaften Tag das vierte Weizen getrunken habe und mich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet habe. Ich hasse mich dafür, das ich bei jeder Arschtrittaufgabe am lautesten Schreie und somit quasi um Schläge bettele. Da hilft aber kein lamentieren, sondern angepackt. Ich habe mir selber den 07.Mai als Fertigstellungstermin gesetzt. Ich Arsch, ich Riesenarsch. Also muß ich es bis dahin schaffen.

Nachdem ich mich nun genügend selbst gegeißelt habe, kommen wir zum vergnüglichen Teil. Die vergangene Woche wird wohl in die Geschichtsbücher als die geburtenreichste Woche des letzten Jahrhunderts bezüglich meines Bekanntenkreises eingehen. Ganze drei Leute sind Väter geworden. Und ihre Frauen irgendwie zu Müttern. Ganz komplizierte Geschichte, wenn ich mal viel Zeit habe, liebe Kinder, werde ich das mal hier näher erörtern.

Für mich heißt das, das es hoffentlich drei Pinkelparties gibt. Noxley, Morchel und Regin. Und am Samstag ging es bereits los. Involvierte werden sich nun fragen, warum denn vom Freitag nichts berichtete wird. Einfachheitshalber könnte ich jetzt wieder mit der Festzeitung und dem Termindruck anfangen, aber dann würde ich mich ja selber belügen. Also sage ich einfach mal, das am Freitag irgendjemand die Steuerung meines Hirns übernommen hat. Ich habe da gewisse Aliens im Verdacht, die schon früher meine Erlebnisse beim galaktischen ebay feil geboten haben. Jedenfalls fing der Abend Nachmittag mit Bier an und endete mit Bier. Dazwischen hat eine mystische Kraft meine Bewegungen gesteuert und Ramazotti, Friesengeist und andere Flüssigkeiten meinem Magen zugeführt. Ich war entsetzt. Für Außenstehende sah es so aus, als würde ich ganz normal handeln, doch Menschen die mich besser kennen, dürften festgestellt haben, das dort etwas nicht stimmt. Dumm nur, wenn man dann in so einer Situation bei Leuten zu Gast ist, die einen noch nie bei sich zu Hause hatte und wohl auch nicht mehr werden. Nun ja, ich werde wohl ein Entschuldigungsschreiben an das noch amtierende Prinzenpaar aufsetzen.

Zurück zur Pinkelparty. Noxley hatte geladen und Angst, das sein Stammhalter nicht gut Wasserlassen könnte. Also karrte er Unmengen an Bier in sein Gartenhaus und lud die Creme de la Creme der Alkoholvernichtung geladen. Und ich quasi mittendrin. Angefahren bin ich mit Ingo und abgehauen dann alleine. Aber dazwischen mußte ich dann Unmengen Bier trinken, was ja so gar nicht meinem Lebenswandel entspricht.

Es fing alles damit an, das ich mich an den Tisch mit Kameraden der Duderstädter Wehr setzten. Bekannt durch Truppmann Lehrgänge findet man schnell Kontakt. Zunächst mußte ich Akki ein wenig schelten, da mir Dinge zu Ohren gekommen sind, die ich für Unfassbar hielt. Mit gespielter ernster Miene drohte ich ihm ein wenig und spielte den Enttäuschten. Doch als ich sah, daß das schlechte Gewissen ihn regelrecht zerfraß, hörte ich auf. Es hilft ja keinem was, wenn er anfängt zu weinen und dann schmollt. Spätestens, als ich die Plätze wechselte und dann neben ihm saß, war alles wieder vorbei und wir gingen nahtlos ins Scheiße labern über.

Seltsamerweise muß an solchen Aktionen auch immer Schnaps auf den Tisch. Und egal was ich sage, ich muß immer mit trinken. Ich sage, ich vertrage das Zeug nicht und verzichte diesmal. Die anderen lachen und schütten mir einen Doppelten ein. Bei Getränkefragen, zählt meine Meinung irgendwie nicht oder ich habe immer in den entscheidenden Momenten einen Sprachfehler. Es könnte aber auch an dem gemeinen Gehirnwäschetrick der Aliens liegen. Jedenfalls durfte ich schön Obstler mit trinken. Auch gerne mal einen Doppelten. Das Gute an dem Umstand war, das mir nicht so schnell kalt wurde.

Irgendwann fiel dann Akki und Qincy von der Bank. Jetzt könnte ich zwar hinschreiben, das Alkohol nicht das Hauptproblem gewesen ist, aber dann wäre die Geschichte nur halb so lustig. Und Grasflecken lassen sich so schlecht wieder weg lügen. Außerdem mußte ich dem Stadtausbildungsleiter Jemand versprechen es zu erwähnen und ihm auch noch die Fotos zu kommen lassen. Ich weiß zwar nicht was er damit vor hat, aber ich kann ihm ja keinen Wunsch abschlagen, unserem kleinen Zuckerkuchen.

So, ich glaube jetzt bin ich genügend Leuten auf den Schlips getreten und freu mich schon auf das nächste Zusammentreffen mit den Ausbilderkollegen. Irgendwie erinnert es mich an einen Spruch den ich am Wochenende gehört habe. Wenn da mal nicht einer kräftig am Ohrfeigen-Baum rüttelt.

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