Die Leiden des Elferrates

27/01/2009

Die Karnevalszeit hat ja seit geraumer Zeit begonnen. Und sobald sich der Januar dem Ende nährt, wird in China nicht nur das neue Jahr begrüßt, sondern in Westerode wird der Büttenabend begangen. Ein bunter Blumenstrauß an Tänzen und Büttenreden wird präsentiert. Nicht alles mag jedem gefallen, aber mit ein paar Bier und Schnäpsen bringt man sich schon in die richtige Stimmung. Beinahe hätte ich es vergessen, da gibt es ja noch diesen unberechenbaren Faktor des Löwentors oder das Abbeizmittel aus Wattenscheid, wie es im Rest der Welt genannt wird. Doch wollen wir mal nicht über Alkoholexzesse sprechen. Wird eh überbewertet.

Wie vielleicht bekannt ist bin ich Mitglied im Elferrat. Ich möchte gar nicht darauf zu sprechen kommen, wie ich in diesem Verein Mitglied geworden bin. Auf jeden Fall ist es schon lange her und hat einige Biere an Überredung gekostet. Also den Präsidenten, nicht mich. Nun ist es ja so, das der Elferrat ja einmal da ist um zu buckeln. Bühnen auf- und abbauen, Kasse machen, diverse Utensilien durch die Gegend schleppen und das eine oder andere Bier zu trinken. Dabei ist natürlich darauf zu achten, das nicht zu viel getrunken wird und man nicht zu viel auffällt. Gerade Alt-Elferratsmitglieder stößt solches Benehmen immer ein wenig sauer auf. Klar, weil früher ja auch nur heißes Wasser getrunken wurden. Am Arsch die Waldfee! Eher glaube ich das Gandhi ein übler Schläger war.

Als Elferrratsmitglied ist man ja immer gerne mal ein Opfer der Büttenredner. Doch wenn man sich im Allgemeinen im Jahr nichts zu schulden gekommen lassen hat und auch sonst ganz brav war, kann man ruhigen Gewissen auf der Bühne Platz nehmen und sich mit Bier zu schütten. Gut, ich führe Logbuch über meine Eskapaden und bin daher leicht zu kontrollieren. Aber das tue ich ja mittlerweile schon im vierten Jahr. Und mein mehr als öffentliches Logbuch wurde bisher noch nicht erwähnt. Einzig mein Vorstoß in das dritte Jahrzehnt könnte erwähnt werden. War aber auch nichts außergewöhnliches. Von daher war ich ruhig. Hier mal ein Witz, da mal eine kleine Lästerei. Alles ertragbar und nicht gerade peinlich, da andere Mitglieder ebenso durch den Kakao gezogen wurden. Das muß man ab können als Elferratsmitglied.

Doch dann kamen die Hofsänger. Eine zusammen gewürfelte Sangesbrudertruppe, die Geschehnisse aus dem Dorf musikalisch aufbereitet. Sogar recht gut. Und sie ist arg zusammen geschrumpft, wenn ich das an dieser Stelle mal fallen lassen darf. Dennoch haben sie nicht an Orgininla Orogonal Ortholgonali Orgasmus Einfallsreichtum verloren. Ihr Auftritt war im zweiten Drittel des Büttenabends. Auf meinem Deckel standen bereits acht Bier verzeichnet und ein Löwentor hatte sich dazwischen gemogelt. Meine Darmwände versuchten also gerade ein Abbeizmittel auf schnellsten Wege in die Blase zu befördern, als die dritte Strophe ertönte. Es ging um die Mehrzweckhalle und den Umbau und den Anbau und um mich. Als ich meinen Namen gesungen hörte zog sich in meinem Magen plötzlich eine große Schaurabe an und zog dabei an empfindlichen stellen. Kennt ihr das Gefühl, wenn man zu tief im Bauchnabel stochert. Ich glaube dieses Gefühl, welches sich etwas weiter unten dann mit einem recht eigenartigen Gefühl bemerkbar macht, kennen nur die Männer. So etwa hat es sich eingefühlt. Mein Gesicht verlor plötzlich jegliche Mimik und ich harrte gespannt und mit einer vollen Buchse was es denn nun schon wieder über mich zu besingen gibt. Leider kann ich das volle Ausmaß des Verses nicht wiedergeben, da ca. acht Bier mein Kurzzeitgedächtnis außer Gefecht gesetzt hatten. Oder war es doch der Löwentor? Es ging jedenfalls um mich, meinen Einzug in dreimalzehnjahre und mein Single-Dasein. Und einer Besenkammer und was man in einer Besenkammer so alles machen kann. Ich fühlte alle Augen des Saals auf mir. Besonders die des Elferrates, die mich alle grinsend anblickten. Na toll!

In diesem Moment wusste ich, das mich eine Sache über die gesamten tollen Tage verfolgen würden. Die Besenkammer und diverse Aktivitäten die darin statt finden konnten. Es war klar, das es bereits an diesem Abend los gehen sollten. Wie kann ich dieses Gefühl beschreiben? Man stelle sich vor, man kommt an die Stelle an der man sein Auto abgestellt hat und findet nur einen leeren Platz vor. Beim ungläubigen Blick die Straße hinauf sieht man noch die Stoßstange um die Ecke verschwinden und hört den Abschleppwagenfahrer fröhlich hupen. Oder man steht in der Fußgängerzone und guckt zufällig nach oben, nur um den Eintritt eines kleinen Kometen zu beobachten. Während man also dort steht und die funkelnden Farben bewundert wundert man sich, warum dieser Weltall-Klumpen immer größer wird und genau auf einen zu kommt. Egal wie groß dieser Kiesel sein wird, die Atmosphäre hat ihn aufgeheizt und die Geschwindigkeit mit der er sich der Erde nährt würde einen Krater der Größe von einem 300C Mittelklassewagen hinterlassen. Und irgendwie hat man das Gefühl als würde man auf einem großen, roten Kreuz stehen. Kurz gesagt, es formten sich die Worte „Oh shit!“ in meinem Kopf.

Aber ich bin ja nicht umsonst im Elferrat. Vor allem wäre ich da total fehl am Platz, wenn ich solche Späße nicht verstehen würde. Ich danke sogar den Hofsängern, das sie mich in ihren Gesang aufgenommen haben, den auch wenn es eine fragwürdige Ehre ist, ist doch eine Ehre. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Ich überlege nur gerade ob es sich lohnen würde, auch mal eine Rede zu halten? In der ich dann vom Leder ziehe.


Zeitreise

18/01/2009

Am Wochenende wurde ich wieder Erwarten in eine andere Zeit versetzt. Dabei war ich gar nicht mit dem De Lorian unterwegs gewesen und die 1.21 Gigawatt hatte ich zur Zeit auch nicht über.

Oder ich passierte das Tor zu einer vergangenen Zeit beim Betreten der Toilette. Wenn man so an einem Pinkelbecken steht kommt man ja nicht umhin sich mal nach rechts und links umzudrehen, wenn Jemand Neues den Raum betritt. Und das hat auch mit Selbstschutz zu tun. Als ich dann meinen Kopf langsam nach links drehte wagte ich kaum einen Augen zu trauen. Neben mir stand Niemand geringerer als Limahl aus dem Jahre 1984.

Jetzt mal ernsthaft was treibt junge Menschen dazu sich derart zu verunstalten. Ich glaube ja ganz fest, das Limahl bereits 1984 eine peinliche Erscheinung darstellte. Warum muß ich mir so einen explodierten, blondierten Pudel auf den Kopf setzten? Was für Drogen nehmen die Kids heutzutage? Alkohol allein kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden. Auch wenn die 80er Jahre noch so toll waren. Manche Frisuren brauchen nicht gerettet zu werden. Mut zur Evolution.


40 Jahre Schmierpopel e.V.

12/01/2009

Für dieses Ereignis muß ich dann doch mal aus der Versenkung auftauchen. Nicht das ich schon irgendwie kreativ für die Festschrift geworden wäre, aber es ist ja noch Zeit. Aaaaaargh!

Am Samstag wurde also der Schmierpopel 40 Jahre alt. Den Spruch mit dem Schwein habe ich ja schon des Öfteren gebracht und erspare ihn dem geneigten Leser an dieser Stelle. Aber was der Gute da aufgezogen hat, bedarf einer Erwähnung. Das Motto hieß Après Ski Party und auch wenn ich die Einladung nur einen Tag vorher bekommen habe, wäre ich trotzdem dorthin gegangen. Ich glaube es hackt. Der Gesichtsesser aus dem Natheplan macht eine Party und ist zu faul mir die Einladung vorbei zu bringen. Außerdem durften Schnitzel und ich am frühen Morgen schon die eingesammelten Tannenbäume vorbei bringen, damit auch alles stilvoll geschmückt wird. Haben wir ja gerne gemacht.

Es fing auch relativ harmlos an an dem besagten Abend, aber doch war klar, das es früher oder später ausarten würde. Guckt man sich die Gästeliste an, wurde einem schnell klar das alle dorfbekannten Trinker zugegen sein würden. Ich jedenfalls freute mich schon seit längerem auf die Party. Das Schützenhaus war sehr Klasse geschmückt, wobei ich diese Lorbeeren eher Anja zuschanzen würde. Dafür hatte aber der Schmierige ordentlich Alkohol eingekauft. Den würde er auch brauchen.

Los ging alles mit ein herum stehen, Scheiße labern und auf den Beginn warten. Der dann auch bald mit dem Sturm auf das Bufett begann. Sehr fein gemacht und es gab sogar eine Schneekanone, die in regelmäßigen Abständen Schnee in die Luft pustet und eine grauselige Melodie dazu spielte. Wäre ich länger in dem Raum eingesperrt gewesen, wüsste ich schon was ich als erstes kaputt gemacht hätte. Das Essen war vom Feinsten und traf genau meinen Geschmack. Ich entschied mich ad hoc nur einmal den Gang zum Fresstempel zu machen. Eine Entscheidung, die nicht oft vorkommt. Aber nach den ersten drei Töpfen war mein Teller schon voll. Und das lag nicht daran, das die Teller zu klein waren, sondern an den leckeren Sachen. Vor der Kurve bevölkerten drei Sorten Fleisch meinen Teller. Besser gesagt eine Sorte Fleisch auf drei unterschiedliche Arten zurecht gemacht. Schwein in allen Variationen. Und da muß man dann an anderer Stelle Abstriche machen. Als ich die Reihe ans Gemüse kam, war leider kein Platz mehr vorhanden. Sehr gute Platzierung dieses Grünzeugs übrigens. Ich verzichtete ungern auf diese gesunde Ernährungsalternative, aber hätte ich meinen Teller noch mehr vollgeknallt, dann hätte das nur einen schlechten Eindruck gemacht. Außerdem war ich der Meinung, das ein Schnitzel die perfekte Beilage für eine Eisbein sei.

Die Schnapsrunde nach dem Essen ist ja schon fast Pflicht und so wurde ich genötigt Kotzo zu trinken. Ein Getränk das nicht mehr zu meinen Favoriten gehört. Beim Einlaß mußte ich ja schon einen Löwentor verdrücken, den ich zwar geschickt umging, aber Schmieri hat mich dann doch irgendwie erwischt. Geschenke werden nicht gemacht. Und ich gebe diesen Getränke die Schuld an allen weiteren Geschehnissen, an denen ich beteiligt war. Unter anderen an der Theke stehen, sich literweise Bier in den Kopf schütten, Scheiße labern, extrem geile Brillen aufsetzen und mit einem Edding im Gesicht bemalt zu werden. Vom Geburtstagsschmierpopel. Außerdem fasste ich den Entschluß, das ich vor Mitternacht keinen Mischungen trinken würde. Dummerweise lauthals um 2203 Uhr. Meine erste Mischung hatte ich dann um 2224 Uhr in der Hand. Ich weiß auch nicht wie das passieren konnte. Ich tippe mal auf einen Kurzschluß bei dem Festlegen des Zeitpunkts der Getränkeumstellung. Strategisch wichtige Sicherungen wurden mit großen Krachen durchgejagt und die Leber feierte ein kleines Volksfest. Und immer dabei meine Kamera. Die hat übrigens grandiose Bilder geschossen. Leider darf ich die nicht online stellen. Zum einen weil ich es Schmierpopel versprochen habe und zum Anderen sind einige ganz schön grenzwertig.

Allerdings gab es eine Aktion zu der ich diesmal nichts kann und auch in keinster Weise beteiligt war. Jedenfalls kann ich mich an nichts erinnern. Hauptprotagonisten waren Schmieri und Friede und ich tippe mal eine große Fresse einer oder gar beider Seiten. Denn plötzlich stand Friede ohne Hose da und Schmierpopel unterschrieb auf seinem Hintern. Warum, wieso, weshalb kann ich nicht sagen, wohl aber das ich meinen Fotoapparat bedient habe. Ein reiner Automatismus. Im Anschluß guckte Ute nicht mehr ganz so begeistert und Friede mußte nach Hause. Gut, jeder hatte seine Unterhosen gesehen und damit hatte er seinen Auftrag wohl erledigt.

Es war auch etwas früher wo ich die komplette Kontrolle verlor. Ich war mal wieder tanzen. Meine Lieblings-Ramona hat mich mal wieder rum gekriegt. Sonst kann ich sie ja immer auf ein Lied vertrösten was zum Tanzen geeignet ist und dann verdrücke ich mich an die Theke, aber diesmal waren beide Schauplätze verdammt dicht aneinander. Aber mit meiner Lieblings-Ramona tanze ich ja gerne. Das muß dann wohl irgendwie Silvia mitbekommen haben und ich war schon wieder dran. Sie scheint wohl immer noch das Recht der Prinzessin inne zu haben. Obwohl sie ja gar keine Prinzessin mehr ist. Sie hat aber so eine Autorität, das ich einfach nicht ablehnen kann. Vielleicht lehne ich auch ab und sie ignoriert es einfach. Passiert mir ja auch öfter. Oder es liegt einfach an meiner Unfähigkeit hübschen Frauen Wünsche abzuschlagen. Man sollte es mal untersuchen. Vielleicht kann ich daraus auch eine Doktorarbeit machen. Jemand Interesse? Am Sonntag erfuhr ich dann, das ich nach Leiche der Tanzbär Nummer Zwei gewesen bin. Gut, dann muß Leiche wohl mit drei Frauen getanzt haben. Ich war sehr verunsichert.

Der Tag war eh sehr anstrengend für mich. Nicht nur, das ich mit der Jugendfeuerwehr Tannenbäume eingesammelt habe. Nein, es ging am Nachmittag auch noch auf den Eulenteich und es wurde Eishockey gespielt. Als wenn das nicht schon aufregend genug wäre. Da ist es auch kaum verwunderlich, das ich etwas müde wurde und auf einer Eckbank ein wenig gedöst habe. Manche würden es als Tiefschlaf bezeichnen. Aber so lange kann das gar nicht gewesen sein. Und was ist schlimmer als die Nachricht das Braunschweig ganz beschissen mittelmäßig in der Regionalliga spielt? Genau, halb-wachend halb-schlafend, übermäßig angetrunken bei -12°C den Heimweg anzutreten, der über Straßen mit festgefahrenen Schneedecken führt. Und dann muß man in da kalte Bett hinein.

Aber es war eine grandiose Party und hat irrsinnig viel Spaß gemacht. Ich glaube ich fange schon mal an für meinen 40. Geburtstag zu planen. Metallica kann man nicht früh genug buchen.


Silence of the Logbuch

03/01/2009

Ich schon wieder. Und zwar mit einer kleinen Bekanntmachung. Es wird ein wenig ruhiger hier im Logbuch werden. „Wie? Noch ruhiger?Geht das überhaupt?“ Höre ich jetzt einige Stimmchen rufen. Ja, das geht! Und zwar werden die Wochenendbericht zurück gehen. Denn andere Aufgaben nehmen mich voll in Beschlag.

Da wir ja in diesem Jahr das 75jährige Jubiläum der Feuerwehr in Westerode feiern, haben wir auch schon seit zwei Jahren ein Festausschuß. In seiner göttlichen Gnade hat der Ortsbrandmeister einfach mal bestimmt, daß das gesamte Kommando dem Ausschuß angehört. Und vor circa 2 Jahren wurden dann in einer ersten Sitzung die Aufgaben verteilt. Da ich zu dem Zeitpunkt schon ein paar Hefe getrunken hatte, wurde meine Zunge recht locker und ich meldete mich freiwillig für die Chronik. Ich Riesen-Arsch!

Nun ist es ja nicht so, das ich schon seit zwei Jahren daran hätte schrauben können. Nein, das wird immer vor sich her geschoben und nun ist in einem Monat Abgabe. Daher habe ich mich entschlossen, das Logbuch ein wenig schleifen zu lassen und meine gesamte Kreativität, das bisschen was ich von der Arbeit noch mit nach Hause nehme, in die Erstellung einer Chronik zu stecken. Daher bitte ich um ein wenig Geduld, Verständnis und spirituelle Unterstützung.

Vielen Dank für das Verständnis und ich kann versprechen das es nicht ganz ruhig hier wird.


Jahr des Ochsen

03/01/2009

Herzlich Willkommen im Jahre 2009. Nicht das es jetzt mein eigenes Jahr wäre und ich das Recht hätte Jemanden im Jahr wie in meiner Wohnung zu begrüßen. Aber ich beuge mich halt den allseits bekannten Gepflogenheiten. Wäre es allerdings mein Jahr, wäre ein Großteil willkommen. Nur nicht die fiesen Typen, die immer alles kaputt machen und meinen sie könnten sich in fremden Wohnzimmern benehmen, wie sie es zu Hause nicht dürften. Weil sie dann mit ihrer Frau/Freundin/Lebensgefährtin/Mutter/First Lady einen Riesenkrach bekommen würden und kurze Zeit später mit gepackten Koffern vor dem Haus des besten Freundes stehen. Aber solche Leute kennen wir ja nicht.

Ich hoffe ihr seid alle gut in das neue Jahr rein gerutscht. Einige habe ich ich ja in der Neujahrsnacht noch getroffen und auch noch wieder erkannt. Ich wünsche jedenfalls allen meinen Lesern nur das Beste für das Jahr des Ochsen.

Meine Jahresendfeier war ein wenig anders als die voraus gegangenen. Was nun nicht unbedingt ein schlechtes Omen sein muß. Normalerweise gehe ich geht man ja an Sylvester los und muß unbedingt gut drauf sein. Immerhin ist Party angesagt. Also bleibt einem nur die Flucht in die letzte Hochburg des Spaßes. Sich zuschütten bis man seine Muttersprache verliert. Ein paar Bierchen hier, ein Schnaps hier mal zwischen geschüttet und schon ist man gut drauf. Aber dieses Jahr ist das alles bei mir ein 2wenig anders gelaufen. Sylvester war mal nicht als der strammste Abend des Jahres geplant. Naja, vielleicht geplant, aber nicht so durchgeführt. Schuld hatte da der Chinese, der uns nicht nur mit dem Jahr des Ochsen beglückt, sondern auch mit leckeren Speisen aus seinem Land. Aber die Bude war dermaßen überfüllt, das wir locker 2,5 h in dem Restaurant verbracht haben. Wovon auf reine Essenszeit vielleicht eine halbe Stunde aufgebracht wurde. Die Servicekräfte hatten die gesamte Lage einfach nicht unter Kontrolle. Nun ja, kann man nichts dran machen und sich über so eine Lappalie aufregen hatte ich dann auch keinen Bock. So kam es dann, das wir erst gegen 2230 Uhr bei Finke in den Keller einrücken konnten. Ein kurzer Blick auf die Uhr und eine komplizierte Überschlagsrechnung in meinem Kopf später wusste ich das der Countdown T -1,5 h anzeigte. Im Bruchteil einer Sekunde wurde mir klar, das ich niemals den geplanten Zustand erreichen würde. Außer ich würde mir meine mitgebrachten Spirituosen auf Ex in den Balg kippen. Wozu habe ich dann aber die tolle Cola gekauft? Aber sauer war ich deswegen nicht.

So bin ich trotz multipler Versuche eigentlich nur angeheitert gewesen, als 2008 ad acta gelegt wurde. Nach den Neujahrswünschen machte ich mich dann also auf den Weg die Nachbarschaft zu erkunden. Und zu der großen Verwunderung war kaum etwas los. Doch am Ende der Blumenau fanden Szene aus Beirut statt. Also ging ich kurz zu Fasel um meine Wünsche los zu werden. Dort nötigte man mich dann Bismarck zu trinken. Wäre nicht so schlimm gewesen, wenn er nicht in einem Glas daher gekommen wäre, das sonst als kleine Blumenvase gedient hätte. Zu meinem Pech waren da dann auch keine Eichstriche vorhanden, was Silvia wiederum dazu veranlasste die Vase das Glas bis zum Rand zu füllen. Ich hatte die Wahl. Zwei Mal durch die Hölle oder einen großen Sprung ins Fegefeuer. Ich entschied mich für den einmaligen Sprung. Und hatte danach nicht mal den Atem mit Havana-Cola nach zu spülen.

Zurück bei Finke im Keller ging es dann munter weiter, bis dort die allgemeine Auflösung voran schritt. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, das es keinesfalls Zeit ist nach Hause zu gehen. Also ging ich mit Matten noch die Lage im Dorf erkunden. Wusste ich doch das bei Bönings was los war. Und dort schien sogar ein großer Treffpunkt zu sein. Es hatte den Anschein, als träfen sich zwei Parties an einem Fleck. Und Matten und ich. Es war aber nett. Wenig später ging es dann noch bei der Jugend des Dorfes ein frohes neues Jahr wünschen. Doch als Matten dann die DJ Fähigkeiten kritisierte sah ich mich genötigt den Aufbruch auszurufen. Zurück zu Bönings, wo dann der Abend der Morgen beschlossen wurde.

Nicht gleich, wohl aber 2 h später. Bis dahin verbrachten viel Zeit mit Scheiße labern und Bier trinken. Es war sehr nett. Als ich dann in eisiger Kälte nach Hause gegangen bin, kann ich nicht sagen, das ich betrunken war. Angeheitert ja, vielleicht sogar gut angeheitert. Aber betrunken nicht. Und ich hatte gute Laune dabei. Ich habe mich nicht geärgert, sondern war gut drauf. Ein ganz neues Gefühl. Sollte das etwa der Anfang einer neuen Lebensart sein? Ich hoffe nicht!


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