Vorweihnachten

Es gibt diese Tage. Diese Tage vor denen sogar ich Angst habe. Besser gesagt ist es nur ein Tag. Der Tag der vor langer Zeitmal als „Resturlaubsaufen“ auserkoren wurde. Geboren in einer Schnapsidee ist der Name des Tages Programm.

Es ist der letzte Freitag vor dem Weihnachtsurlaub. Ein ganz normaler Tag, doch nicht für drei Personen, die diesen Tag schon seit Jahren begehen. Heiko, der Doktor und ich. Sporadisch kommen immer mal andere Leute hinzu, aber wir bilden den harten Kern. Wundert es wen, das ich dabei bin. Ich denke nicht. Der Auftrag des Tages ist sich einfach die Myrte zu zu krachen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Warum soll man auch immer alles beschönigen. Außerdem beinhaltet dieser Tag eine große Menge an Scheiße labern und zusehen, das die körperlichen Ausdünstungen immer zwischen den Kneipen den Körper verlassen. Klappt nicht immer. Gerade nicht bei Heiko der solche Sachen auch gerne mal auf dem Weihnachtsmarkt macht. Und man soll nun nicht glauben, das da keine Leute um einen herum stehen. Anstatt des Glühweins gab es alternativ Apfelpunsch mit Schuß. Von nun an gibt es kein zurück mehr. Der Strudel des Vollballerns hat einen erfasst und zieht ein unweigerlich in sein Zentrum wo einen das Delirium erwartete. Manche schaffen es gegen den Strom anzuschwimmen und nicht in das Zentrum zu gelangen. Manche aber nicht. Und hinterher wird dann alles auf die Erkältung geschoben. Doch wir waren ja erst am Anfang des Strudels. Es ging weiter in Mitte respektive in den Eichsfleder Hof.

Das war dann auch der Punkt wo unsere Planung komplett auseinander ging. Geplant war das Essen im Halben Mond, doch diverse Leute die zu uns stießen, verlangsamten die Weiterfahrt. Ach ja und die ganzen Bierrunden auch. Aber man darf so etwas unschuldigem wie Bier nicht die Schuld geben. Im Eichsfelder Hof stießen Markus und Uwe zu uns, ihres Zeichen irgendwas mit Finanzen bei einem großen Duderstädter Unternehmen. Ich höre bei solchen Sachen ja nie genau zu, das ergibt weiteren Gesprächsstoff zu späterer Stunde. Eine perfekte Ergänzung zu unserer Runde. Ach ja, Nicole und ein paar weiter Arbeitskollegen kamen auch ncoh dazu. Die setzten sich aber an einen anderen Tisch. Mir wurden sie sogar alle vorgestellt. Obwohl ich sagte, das man es auch der Eckbank erzählen könnte, da ich mir zu dem Zeitpunkt zwar die Namen gehört habe, aber sie nicht verstanden habe aber sie mit ziemlicher Sicherheit wenige Zeit später wieder vergessen hätte. Außerdem wurden mir die Namen mitgeteilt, als wir gerade im Aufbruch waren. Ganz schlechter Zeitpunkt, da mein Hirn gerade ohne Ende Endorphine ausstieß, da es bald wieder Bier geben würde.

Wo wir gerade beim Biercounter sind. Mittlerweile sind einige Bier die Speiseröhre hinunter geflossen. Dazu ist aber zu sagen, daß das so sein muß. Außerdem hatten wir schon was gegessen und dank Markus ist die erste Schnapsrunde eingeläutet wurde. Was mich besonders erschreckt hat, stimmte ich sofort zu, ganz entgegen meiner Gewohnheit. Sollte mein Körper eine Veränderung durch machen, die er mit mir nicht abgesprochen hat? Ich hoffe nicht. Ich glaube sogar es waren mehrere Schnäpse.

Die nächste Station hieß Halber Mond, die Kneipe die eigentlich dazu auserkoren war, als Nahrungsaufnahnmestation zu dienen. Aber Scheiße labern, Runden trinken und gute Laune haben den Zeitplan ein wenig durcheinander gebracht. Zeit war an diesem Tag eh die große Unbekannte. Jedes Mal wenn ich auf die Uhr geguckt habe, dachte ich sie sei stehen gebleiben. Ich konnte doch unmöglich um 1930 Uhr schon so vollstramm gut drauf sein. Dann erinnerte ich mich an den frühen Start und bekam plötzlich Angst. Und der frühe Start war auch der Grund des Ausfalls eines Urgesteins. Ich fasste es nicht, aber Heiko gab auf. Nachdem im Eichsfelder Hof schon diverse Ausfallerscheinungen einiger primären Systeme zu verzeichnen waren, fuhr das Lebenserhaltungssystem langsam aber sicher in den Notaus. Die Reißleine in Form des Abholanrufs an seine Freundin brachte das Betriebssystem langsam zum runter fahren. Er schob es natürlich auf seine Erkältung, dabei boten wir ihm mehrere Male an Heidegeist als Klosterfrau Melissengeist zu trinken. Aber er lehnte ab.

Der Halbe Mond ist ja auch bekannt für seine Soleier, nicht Soley. Da konnte ich mich dann wieder nicht zurückhalten. Geplant war eine Runde für alle, doch es war nur noch eins da. Die anderen atmeten erleichtert auf. Aber ich finde Soleier einfach lecker. Mit Essig, Öl und Tabasco, könnte ich davon auch gerne mal achtzehn zwölf zwei Stück essen. Ging aber nicht. Dafür durfte ich mitbekommen wie Uwe einen Korb von der äußerst hübschen Bedienung bekommen hat. Nicht das ich schadenfroh wäre, ich bewunderte ja sein lockeres Mundwerk. Ich hätte das so einfach nie hin bekommen. Mein Zeitfenster war wohl seit dem Weihnachtsmarkt schon vorbei. Das ist übrigens ein weiterer Vorteil, wenn man keine Frauen anspricht. Man bekommt keine Körbe. Wobei, ich kaufe ja immer die teuren bei Rewe. Die billige Plastikscheiße, die nach einer wilden Fahrt im Chrysler zersplittert im Kofferraum umher fliegt.

Weiter ging es ins Soley, nicht Solei. Allerdings in einer arg zusammen geschrumpften Besetzung, Markus, der Doktor und ich. Uwe wurde von seinem Bruder abgeholt und Heiko schlief mit Sicherheit bereits selig. Dort nahmen wir uns aus Solidarität zum Doktor einen Platz im Raucherabteil und führten den eigentlich Grund dieses Abends fort. Betrinken bis zum Verlust der Muttersprache. Wir waren fast am Ziel und das erschreckende ist ja, das alle anderen um einen herum nicht annähernd so stramm waren wie wir. Man selber nimmt das ja nur noch hinter einem Vorhang aus Nebel war, aber der Rest der Anwesenden mußte sich gedacht haben, warum drei so nette junge Männer so hacke waren. Aber das waren Gedanken, die man sich zu dem Zeitpunkt nicht machen mußte. War auch gar keine Gelgenheit dazu da, denn es ging weiter auf dem Bier und Schnapsexpress. Ich verlor total die Beherrschung über meine Geldbörse. Schuld gebe ich dem Tequila. Ich handelte total gegen meine Prinzipien und wunderte mich, welcher Idiot in meinem Hirn eine Sicherung gezogen hat. Ich habe die Leber im Verdacht.

Als Endstation wurde die Werkstatt gewählt. Besucher: Der Doktor und ich. Und noch hundert andere Besucher. Aber so prickelnd war es dann nicht mehr. Man war einfach nur noch müde, vollstramm und das Portemonnaie sagte bereits Bescheid, das es nicht mehr ganz so gut gefüllt war. Dies war glaube ich mein Glück, denn sonst wäre es bestimmt böse geendet. Ich kenne nun also das Gefühl einfach nach Hause zu wollen, auch wenn die Party noch im Gange war. Ich war froh endlich im Taxi zu sitzen und gen Bett zu fahren. Ich brauchte die Ruhe. Und die Kopfschmerzen am nächsten Tag. Welche sich aber nicht einstellten. Nun war ich komplett ratlos. Anscheinend habe ich doch alles richtig gemacht. Außer vielleicht Unmengen an Bier und Schnaps in mich hinein zu schütten. Aber was soll es denn.

AM Samstag gab es direkt zwei Highlights. Treffen der Seniorentruppe und ein Glashausbesuch. Durchaus ein Grund aufzustehen. Das Treffen war eigentlich nur eine Alibiveranstaltung sich mit frisch geschlachtem Schwein den Magen zu füllen und wieder Unmengen an Bier zu trinken. Na gut, ein wenig besprochen haben wir schon. Doch dann ging es schon los mit Knobeln. Doch das haben wir auch nur gemacht um die Kasse ein wenig aufzufüllen. Und Keile-Günther ab zufüllen. Halt, das hat er ja komplett selber gemacht. Ich weiß gar nicht warum er plötzlich so stramm war. Aber er gab die Lösung quasi selbst. Er hat wohl bei seiner Schwägerin ein paar Schränke aufgebaut. Und das geht besser, wenn man sich ab und an mal ein Bierchen in den Schero schraubt. Aha, und dann noch mit mir einem Kameraden Bismarck trinken. Schon geht die Achterbahn ab. Aber es war ein echt netter Abend. Man meint gar nicht wie viel Spaß man mit ein paar Würfeln und einem Würfelbecher hat.

Dann kam die unweigerliche Verlegung in das Glashaus. Zum einen freute ich mich auf tausend hübsche Frauen und zum anderen war da noch meine leichtfertige Versprechung die ich in einer Katerstimmung sogar nieder geschrieben habe. Ich Arsch! Da aber Nollo ein unparteiischer Beobachter nicht mit zum Reisepersonal gehörte, würde ich ja nochmal mit einem blauen Auge davon kommen.

Nach einigem Umherirren fanden wir uns schnell im ehemaligen Krengeljäger wieder. Dort spielten Ten Shoes, eine Band die bei unserem nächstjährigen Jubiläum der Feuerwehr auch aufspielen werden. Man könnte also sagen, wir haben Meinungsbildung betrieben. Das man bei so was auch was trinken muß, bleibt ja nicht aus. Und was kann ich denn dazu, das Cuba Libre so günstig und gut schmeckend ist.

Außerdem wollte ich doch meiner Lieblingsbedienung (deren Namen ich mittleriwele erfahren habe, ich ihn hier aber nicht veröffentlichen will) Sympathien bekunden. Und bestellt kräftig bei ihr. Gepaart mit einem Lächeln revanchierte sie sich mit netten Mischungen. Ich bin nun mehr denn je davon überzeugt, das sie mich mag. Da ich aber bereits in einem Universum war in dem es mir unmöglich war noch klare Aussagen zu treffen, ob sie nun mit mir flirtete oder ob es einfache Kundenfreundlichkeit war, ließ ich alles beim alten und schüttete weiter Cuba Libre in meinen Schlund.

Ein weiterer Faktor war aber auch der Porno. Der nötigte mich quasi dazu schneller zu trinken. Und es war so viel Eis im Glas, was wiederum härtere Mischungen bedeutete, da ja weniger Cola in das Glas kam. Seltsame Rechnung, aber mit ein paar Hirnanstrengungen kommt man schon dahinter. Doch die kalten Eiswürfel stellten fantastische Sachen mit meinen Zähnen an. Ich glaube ich mache demnächst Werbung für Sensodyne. Eine lockere Runde, ein paar Cuba Libre in der Hand. Ein Schluck aus dem großen Glas und dann eine Frontalaufnahme von meinem verschmerzten Gesicht. Jupp, so siehts aus mit Ü30.

Dann ging es nach Hause und ich stand am anderen Ende der Leitung. Denn ich wollte noch ein wenig da bleiben, doch der Großteil wollte heim. Wie, was, keine Party mehr? Was wäre denn, wenn meine Lieblingsbedienung innerhalb der nächsten Stunde auf mich zukommen würde und mich zu einem Sonntag Nachmittag Kaffee einladen würde? Interessierte keinen. Also ging es gen Westen und nicht zu McDreck. Sehr zum Leidwesen von Tobi und Porno. Was Porno dann dazu veranlasste, das Taxi mit den Worten zu verlassen: „Na gut, dann gehe ich jetzt bei Hellmolds in den Stall und schieße ein Schwein, das ich dann auffresse!“ Und dann kriegt er von Theo welche geschossen.

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