Rückfall

Eigentlich sollten solche Wochenenden der Vergangenheit angehören. Doch die Weihnachtszeit und die verdammten Weihnachtsfeiern haben es dann doch möglich gemacht. Gewisse Umstände haben si gewissen Ausfallerscheinungen geführt. Zum einen war am Freitag eine Art Weihnachtsfeier im Alpenmax gewesen. Und zum anderen hat die Weihnachtsfeier der Feuerwehr die Tür eingetreten stand die Weihnachtsfeier der Feuerwehr vor der Tür. Zwei Ereignisse die Hand in Hand gingen und ihre Arbeit aufs Genauste verrichteten.

Die Alpenmaxgeschichte kam folgendermaßen zustande. Patrick B. feierte mit seinen Arbeitskollegen in Göttingen eine Weihnachtsfeier. Dazu gehörte, dass sie nach einem Essen noch ins Alpenmax verlegen wollten, da dort eine Spezial-Karte für Leute die sich richtig aus dem Leben schießen wollten für Weihnachtsfeiern angeboten wurde. 20 € belatzen und 50 € verballern. Mit anderen Worten Vollgas vor die Wand. Für uns also genau das Richtige. Schnitzel mobilisierte die Leute und fast alle folgten dem Ruf. Florian, Schnitzel, Ingo und ich zeckten uns kurzer Hand in die Weihnachtsfeier mit ein und gelangten so in den Besitz einer exquisiten Zuballer-Karte. Dumm nur, dass Ingo fahren wollte, da er noch an ein paar Nachwehen aus der Woche leitete. Oder aber das schlechte Gewissen verführte ihn dazu.

Vorher flossen allerdings einige Bier die Kehle herunter. Zunächst im Skidorf und dann noch im Monroes Park. Es hat sich ja zur Eigenart entwickelt, das manche Läden nachdem der Weihnachtsmarkt seine Pforten schließt, weiterhin Glühwein unter freien Himmel anbieten. Das ganze wird dann als Apre Ski Party verkleidet und gibt einen Freifahrtschein in den Vollrausch. Der Laden in dem wir waren war recht gut besucht. Dadurch hoch temperiert und füllte sich nach und nach mit dem schöneren Geschlecht. Also nichts worüber man sich beschweren müsste. Bier gab es auch und wir wurden nur durch die tickende Uhr weiter gezogen. Nämlich Richtung Alpenmax, doch da war die Weihnachtsfeier noch gar nicht angekommen, wie Patrick am Telefon mitteilte. Schnitzel besättigte uns nach dem Telefonat das Patrick schon gut stramm war, welches er an der Festigkeit der Stimme erkannt haben mag. Also verlegten wir noch in den Monroes Park und tranken weiter Pils.

Kurze Zeit später stand dann der Einmarsch in das Alpenmax bevor. Patrick stand leicht schwankend vor dem Eingang und erwartete unsere Ankunft. Da wir ganz Schlaue sind, brauchten wir uns auch nicht mehr anzustellen, sondern gingen an der ganzen Schlange vorbei. Böse Blicke trafen uns wie Messerstiche in den Rücken. Aber was sollten wir machen. Wir waren halt alte Schlaufüchse. Die Karte wurde wenig später empfangen und der Abend mit einem Schnaps eröffnet. Schon wieder. Meine Wahl war Doppel-Korn, welches wohl nciiht so oft getrunken wurde. Die Temperatur konnte man am ehesten mit Fleischbrühesque beschreiben. Von nun an wusste ich das es bergab gehen würde.

Es fing eher harmlos an. Zunächst traf ich auf Katja, was mich nicht wirklich überraschte, das wäre eher beim Gegenteil der Fall. Offiziell redete sie ja nicht mehr mit mir. Tat sie dann aber doch. Eigentlich wollte ich jetzt schreiben, das Katja bereits mit Luftschlangen dekoriert war, lasse es dann aber lieber, da ich nicht wieder einem Unterhaltungsentzug entgegenfiebere. Unser Standort stellte sich recht schnell an einer taktisch guten Position ein. Thekennah und Tanzflächen nah. Man konnte sich also voll laufenlassen und den Mädels beim Hüftschwung praktische Ratschläge geben. Hier ein wenig mehr verbiegen, dort ein wenig mehr Schulter zeigen. Und alles mit einem herrlich gekühlten Pils in der hand. Und da war das Problem. Hopfenhaltige Getränke in der Flasche gab es leider nur an der überfüllten, großen Theke. Also stand mir jedes Mal ein Anstehmarathon bevor. Was tut man nicht alles für sein Lieblingsgetränk.

Wenden wir uns dann doch lieber dem interessanteren Thema der Tanzrituale weiblicher Mitmenschen im heiratsfähigen Alter zu. Nun kennt ja der Großteil die Gauß’sche Glockenkurve oder auch Normalverteilung. Grob ausgedrückt gibt sie an, das man immer ein solides Mittel erwarten kann. Als einfaches Beispiel zeihe ich jetzt mal die Attraktivität der Damen heran. Im Großen und Ganzen spricht einen ein Großteil der Damen vom äußerlichen her an. Es gibt ein paar die absolut gar nicht dem Geschmackstypen entsprechen und es gibt welche die auf der persönlichen Attraktivitätsskala eine 1 mit Sternchen erzielen. Wobei sich die Normalverteilung eher in den negativen Bereich verschiebt. Doch so der Zufall es wollte, tanzte sich die junge Dame, die auf meiner Skala eine 1 mit Sternchen und Lachgesicht erhält genau in meinem Tanzbereich Greifbereich Sichtfeld. Doch die Normalverteilung greift auch bei meinem Zeitfenster zum Ansprechen junger, hübscher Frauen, die eine 1 mit Sternchen und Lachgesicht auf meiner Skala erreichen. Und dort befand ich mich weit im negativen Bereich der Kurve. Dafür aber dicht an der 1, wenn es um „Getränke in der Hand“ ging.

Das Thema Getränke in der Hand ist dicht verwandt mit der Kartenproblematik und dem König der Strammsäcke für den Abend. Zum einen wurden die Karten tatsächlich voll gemacht und manch einer guckte dabei ein wenig sparsam aus der Wäsche und musste dann auf die Karte seiner Chefin zurück greifen. Die Gesichter bei der Aktion waren jedenfalls ihr Geld wert. Das die Karten voll gekloppt waren mit alkoholischen Getränken hängt wiederum mit dem Zustand einiger Personen an. In einer kleinen Abstimmung mit Schnitzel waren wir uns schnell einig das Patrick der Strammsack des Abends war. Uns überzeugte nicht nur der unsichere Stand, auch so manch lallende Äußerung und das sparsame Gesicht bei der Feststellung der kompletten Füllung seiner Karte verhalf ihm zum Sieg. Nichtsdestotrotz schliefen alle auf der Rückfahrt selig ein. Ingo hat schon einen sehr sanften Fahrstil.

Nahtlos leiten wir hier über zu der Abendgestaltung die aus der Weihnachtsfeier der Feuerwehr bestand. Nun ja, Weihnachtsfeier ist mal schnell daher gesagt. Eigentlich könnte man diese Versammlung auch als „Schwein fressen und sich zuballern“-Fest betiteln. Aber lustig ist es jedes Jahr. Auch wenn die Beteiligung eher nach unten geht. Dies hatte aber als Grundlage eine kühne Entscheidung des Ortsbrandmeisters, für die ihn jeder wohl gerne mal mit einem platzierten Tritt die Familienplanung ein wenig durcheinander bringen würde. Ist nun aber eh zu spät, muß man halt das Beste daraus machen. Und das wurde auch gemacht.

Das Schwein war sehr lecker, doch nach dem Schwein kam was kommen muß, die Schnaps-Runde. Doch diesmal kann ich keinen anscheißen. Nein, diesmal war ich selbst der Initiator. Ich fand mich plötzlich hinter der Theke wieder und ein Tablett mit Schnäpsen vorbereiten. Dann war ich plötzlich unterwegs und drehte den Leuten das Gesöff an. Ich erkannte mich gar nicht wieder. Doch als oberste Sünde musste ich feststellen, dass ich aus freien Stücken Brausepulver gekauft hatte. Naja aus freien stücken ist gut, eher aus Tradition. Brausepulver und Korn gehören irgendwie zur Weihnachtsfeier der Feuerwehr dazu. Sagte mir der Sense mal. Damals war ich noch leichtgläubig wie eine Feder. Ich weiß gar nicht welcher kleine Teufel mir die Befehle ins Ohr geflüstert hat, aber ab nun wurde Ruck-Zuck-Muff gespielt. Mit mir als Spielleiter. Nachdem einige Brausepulvertütchen vernichtet wurden, verlangte ich die Flasche an den Tisch gebracht zu bekommen. Das Schicksal nahm seinen Lauf und ich erreichte mühelos das Spielziel.

Man muß dazu sagen, dass weiterhin Bier gereicht wurde. Und dementsprechend entwickelte sich auch der Abend. Ich stand mal an der Theke und unterhielt mich mit Friede oder saß am Tisch, laberte Scheiße mit dem Rest und schlief gelegentlich mal ein. So hatte ich das aber nicht geplant. Definitiv nicht. Auch nicht der hohe Kornumsatz. Dagegen musste etwas getan werden. Denn als ich nahezu meinen Tiefpunkt erreichte, kam Jemand auf die grandiose Idee doch in die Stadt zu verlegen. Dort würde an eben jenem Abend ein neuer Laden aufmachen. Dies war mir auch bewusst, da ich über Ecken den Besitzer kannte. Nicht gut und nicht persönlich, wusste ich aber das meine Kontaktquelle auch vor Ort sein würde. Vielleicht, denn es war ja schon 0230 Uhr durch.

Also verlegten wir in das Soley, neu aufgemachte Kneipe Lounge in der Feilenfabrik. Als ich das Taxi veließ drehte ich merkwürdigerweise alles um mich herum. Ich hielt es für einen speziellen Spezialeffekt der neuen Kneipe Lounge und war begeistert. Soweit ich mich erinnern kann, betrat ich mit Kai den Laden und traf dann binnen weniger Minuten auf jedemenge Bekannter. Das lag einmal daran, das mein Arbeitskollege die Kontaktquelle war und mich gleich zu Beginn weg fing. Und zum anderen, waren große Teile des Elferrates vorhanden. Schocker, der sich als Verwandtschaft des Besitzers zu erkennen gab, Gaudo und Schmierpopel. Jeweils mit weiblicher Begleitung. Ja, wir lesen hier richtig, der schmierigste Popel von allen war auch da und hatte seinen Bruder dabei. Der hatte wohl den Innenausbau gemacht. Das der Rest des Abends recht grenzwertig war dürfte klar sein. Ich jedoch hielt mich an der Theke fest und trank mit meinem Arbeitskollegen ein bis drei Cuba Libre. Immerhin drehte sich der Boden ja noch nicht schnell genug.

Nebenbei fielen meine Augen, manchmal sogar zeitgleich auf die hübsche Bedienung. Und zu meinem Erschrecken musste ich feststellen, das Schocker neben ihr stand, etwas in ihr Ohr flüsterte und dabei auf mich zeigte. Würde ich nur das schlechteste von den Menschen denken, dann würde ich auf eine Lästertiriade tippen. Aber Schocker ist nicht so einer. Er ist viel Schlimmer.

Die Party wurde mit einem falschen Feueralarm beendet und meine Taxifahrt nach Hause fiel ins Wasser. Und bei wem durfte ich mich dafür bedanken? Genau den Schmierpopels. Aber ich habe ja selber Schuld, da ich netterweise das von mir gerufenen Taxi überlassen habe. Das weiter Taxis erst eine halbe Stunde später wieder verfügbar wären, war mir da noch nicht klar. Ein Fußmarsch nach Hause klärte meinen Kopf dann ein wenig auf. Dafür war aber mein kompletter Sonntag im verlängerten Rücken. So einen Durchhänger hatte ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Gott sei Dank ist bald Weihnachten!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: