Alte Gewohnheiten

Vergangenes Wochenende hielt als Highlight die erste Weihnachtsfeier des Jahres bereit. Der KCW koppelte sie mit der Jahreshauptversammlung und rief zum fröhlichen Betrinken auf. Da ich ja eher der passive Trinker bin, sind mir solche Saufveranstaltungen natürlich zu wieder. Und doch gehe ich da immer wieder hin. Magisch werde ich von solchen Aktivitäten angezogen. Ich vermute mal eine Zigeunerin hat mich vor Jahren verhext. Frei nach dem Sprichwort „Alle sehen wenn ich besoffen bin, aber keiner sieht es wenn ich Durst habe.“

Die Versammlung an sich war eher Standard. Soll heien es gab keine Nacktvorfälle oder Kotzaktionen unter den Tisch. Doch das übliche Ausarten einer solchen besinnlichen Weihnachtsfeier wurde eh erst später am Abend statt finden. Nämlich dann wenn die Biere ihre volle Wirkung im Organismus verschiedenster Menschen entfalten und sie Sachen machen lassen, die einem im nüchternen Kopf nie einfallen würden. Ich vermute mal das so Bungeespringen entstanden ist. Oder Synchronschwimmen. Zunächst verlief alles planmäßig. Doch das Trickreiche ist ja den Punkt „Verschiedenes“ an den Schluß der Versammlung zu stellen. Ein sehr großer Fehler. Sollte man mal eine Versammlung organisieren, dann einfach vorweg den Punkt „Verschiedenes“ abhandeln und schon hat man am Ende Ruhe. Je später der Abend, desto mehr Bier wurden verzehrt und Hand in Hand damit geht die Diskutierlaune der Menschen. Es soll sogar schon Versammlungen gegeben haben, bei denen es im Anschluß zu einer zünftigen Schlägerei gekommen ist. Leider durfte ich einer solchen noch nie beiwohnen.

Auch ein großer Fehler ist nach einer recht feucht fröhlichen Veranstaltung noch Spiele zu machen die große Gefäße auf Ex austrinken beinhalten. Stiefel sind hier ganz beliebte Gebinde. Ruck Zuck werden Vierer Gruppen gebildet und es wird um die Wette gesoffen. Ich bin ja nie so ein Freund von Trinkspielen. Sagen wir so, von Trinkspielen die verlangen, das man in kürzester Zeit diverse Flüssigkeiten in sich hinein schüttet. Ich kann lange und ausdauernd trinken. Aber nicht schnell und schon gar nicht auf Ex. Meine Mannschaft hat zwar gut vorgelegt, aber mein Schluckmechanismus funktioniert nicht so toll, bei hohen Geschwindigkeiten. War auch halb so wild, da ich wusste, das der Abend eh noch lang wird. Später wenn dann die ersten auf dem Klo liegen, stehe ich dann immer noch an der Theke. So hat jeder seine eigenen Vorstellungen von einem netten Abend. Was negativ in die gesamte Gestaltung des Abends fiel, war das ich nach diesem dämlichen Steifel keinen Bock mehr hatte Bier zu trinken.

Doch auch dafür konnte Abhilfe geschaffen werden. Denn ein kleiner Teil entschied sich dafür noch in die Werkstatt zu verlegen. Ich muß nun nicht extra erwähnen, das ich zu diesem Teil gehörte. Es lief ja quasi automatisch ab. Die Frage wurde gestellte und noch bevor Schnitzel die Stimme am Ende des Satze erheben konnte, um das Fragezeichen zu betonen. Saß ich schon im Taxi. Stimmte ich zu. Spitzenreiter auf der Strammsack-Hitliste waren zu dem Zeitpunkt. Jensi und Thomas B. Beide waren schon selig entschlummert. Einer auf dem Stuhl und der andere beim Auflegen von Musik. Erwähnte ich schon die negativen Einflüsse des Ex-Trinkens? Aber wir verlegten ja in die Werkstatt wo es munter mit Wodka weiter ging. Nicht nur eine Flasche. Nein, es mußten ja wieder zwei vernichtete werden. Nach der ersten Flasche hätte man locker nach Hause gehen können, aber dann tritt einen die Ehre wieder in die Eier und man stimmt den Vorschlag eines Mitstreiters zu und ordert eine zusätzliche Flasche. Verrückt!

Nebenbei erläuterte mir Nollo noch ein paar Vorzüge einer Partnerschaft. Und er bot mir dann an mit mir mal auf Tour zu gehen. Glashaus, Göttingen, egal wohin, er kommt mit und dann gehen wir auf Brautschau. Ich versuchte ihm zwar zu erklären, daß das schon mehrere Leute erfolglos probiert haben, aber er war sich ziemlich sicher. Ich bin ja immer für alles offen. Hauptsache ich lande dann nicht auf so einer Junggesellenversteigerungsgeschichte. Das wäre dann der Gipfel der Peinlichkeiten, die ich erreichen kann. Die Geschichte mit der Ausnüchterungszelle habe ich ja schon abgeschrieben.

Sollte ich jetzt noch erwähnen, das ich regen Blickkontakt mit einer jungen Dame über die Theke hinweg hatte? Sogar mit winken ihrerseits. So sah es jedenfalls aus und ich konnte im Anschluß hinter mir keine größere Gruppe Mädels erkennen, denen das gegolten haben könnte. Oder andere Personen. So voll war es in der Werkstatt ja dann doch nicht. Ansonsten war es recht ruhig in der Werkstatt.

Doch der große Clou kam ja erst nachdem wir die Werkstatt verlassen haben. Per Taxi ging es nach Hause und als ein Großteil an der Mehrzweckhalle aussteigen wollte um noch ein paar Schnitzel in den Magen zu kloppen, war ich erst versucht ihnen zu folgen. Aber die Müdigkeit und die Uhr die mir anzeigte das es schon 0500 Uhr durch war, sagten mir ich solle das Taxi weiter nach Hause reiten. Was sich als weise Entscheidung herausstellte. Am Nachmittag erfuhr ich dann nämlich von Aktionen, die noch durchgeführt wurden. Zunächst wurden ein paar Schnitzel vertilgt. Dann mußten wohl eine Ketchup-Flasche geplatzt sein. Zufällig und aus heiterem Himmel. Weiterhin brach aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen ein Feuer aus und vernichtete die Unterlagen von Görtler dem Schriftführer. Die zwei Hauptverdächtigen, Florian und Philip, leugneten jedwede Beteiligung an dieser spontanen Selbstentzündung. Aber es wurde wohl eingeräumt das ein großer Stuhlhaufen in der Mitte der Mehrzweckhalle errichtet wurde. Aus welchen Gründen auch immer. Bei diesem Stuhlbau zu Babel müssen wohl auch sämtliche Tische abgeräumt worden sein. Immerhin sei den Beiden zu Gute zu halten, das sie ja eigentlich nur aufräumen wollten. Als ich nach dem Bericht gegen 1400 Uhr die Mehrzweckhalle verlassen habe, ist dann Philip auch nach Hause gegangen. So ein Tag ist ja auch anstrengend. Nicht nur das Feuer gemacht wurde, Stühle gestapelt wurden, die Halle gereinigt wurde. Nein, es wurde auch noch zu Borchardts gegangen und dort beim Melken geholfen. So lange bis Morchel die Beiden wohl mit Kuhscheiße beschmissen hat.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: