And the prince is…

Nun ist es wieder so weit. Die Spaß-Nazis fallen über das Land herein und wollen allem und jedem den Stempel des Frohsinns aufdrücken. Wir haben den D-Day der Lustigkeit überschritten. Und ich bin mittendrin und mache auch noch kräftig mit. Und vor allem macht es mir auch noch eine Menge Spaß. Die Menge an Bier die bei solchen Festivitäten vertilgt wird hat rein gar nichts damit zu tun.

Am Samstag hatten wir also Karnevalsauftakt. Eigentlich ja schon am Dienstag, aber da es der Arbeitgeber nicht so gerne sieht, wenn man vollstramm durch die Firma läuft und den Mitmenschen Helau ins Gesicht brüllt und sie zwingt Spirituosen aus kleinen Flaschen zu trinken, wird das ganze auf einen Wochenendtag verlegt. Da kann man sich dann so richtig gehen lassen. Schlachteplatte und Bier in rauen Mengen standen als Angebot in Westerode zur Verfügung. Vorher musste ich aber noch einen Büttenabend ganz anderer natur über mich ergehen lassen. Den Kreisjugendfeuerwehrtag. Eine sehr gruselige Veranstaltung bei der man sich Berichte aller Art anhören darf, auch wenn sie einen gar nicht interessieren. Hauptsache man kann sich von ganz wichtigen Leuten die Taschen vollügen lassen, die sich einfach gerne reden hören. Zum Glück kann man mit den anderen Jugendwarten aus dem Stadtgebiet genügen Scheiße labern oder Schwänze auf deren Tagesordnung malen.

Nach dieser Tortour freute ich mich sogar schon auf den Auftakt. Totes Schwein, Thekendienst und uneingeschränkter Zugang zu Bier malten mir einen freudigen Abend aus. Der fing auch gut an. Nach anfünglichen Arbeitseinsatz einiger Teile des Elferrates ging es zur Prinzenpaardeklaration. Diese waren mir jedenfalls gänzlich unbekannt, namentlich Christian und Freya. Er ist unverkennbar ein Sprössling der Steffanskisippe. Gewisse Sachen kann man einfach nicht verleugnen. Eigentlich habe ich nur drauf gewartet, das er „ärgendwann“ sagt und es wäre eindeutig gewesen. Und da sie aus Duderstadt kommen, kann ich in diesem Jahr auch nicht meine Aufgabe als Prinzenpatroullie nachkommen. Da muß ich ja zugeben, das ich ein wenig traurig bin. Aber es gibt ja bestimmt an Karneval genügend zu trinken, das ich meine traurigen Gedanken in eine finstre Ecke schicken kann.

Als gebürtiger Fuchs habe ich mir natürlich die mittlere Thekenschicht ausgesucht. Wenn man schon was machen muß, an solchen Festlichkeiten, dann sollte man sich auch die Rosinen raus picken. Der Thekendienst in der Mitte des Abends gehört meiner Meinung nach dazu. Da gibt es ein paar Aufführungen und man hat so seine Ruhezeiten. Außerdem kann man die ganze Zeit Bier für lau trinken. Dumm nur, wenn das Prinzenpaar darauf besteht eine Runde Schnaps mit einem zu trinken. Doch sie waren sehr barmherzig und ließen mir den Bismarck als Getränk meiner Wahl. Es gab mal Zeiten, da wurde dem Elferrat rigoros der Löwentor aufgedrückt. Gut, Bismarck verursacht bei mir nur ein ganz wenig weniger Schmerz als Löwentor, aber ich trinke es lieber als diese Kräuterplörre. Da ich beim Einmarsch schon einen trinken musste war mir eh schon schlecht. So ging dann auch der und ein paar andere rein. Die paar anderen Bismärcker waren eigentlich Schuld der Prinzessin, die noch mehr trinken wollte. Und einer Prinzessin kann man einfach nichts abschlagen.

Genauso wenig  wie ehemaligen Prinzessinnen. So hat es dann Sylvia doch wieder geschafft mich zum Tanzen zu bewegen. Die Schicht war schon vorbei und dementsprechend viel Bier ist in meinen Schlund hinein gelaufen. Also nutze sie die Gelegenheit und schliff mich auf die Tanzfläche. Das Lied passte rein gar nicht, aber das interessierte wohl keinen mehr. Ich musste nur drauf achten, das niemand es mitbekommt, damit ich später nicht noch mehr das Tanzbein schwingen muß. Schließlich muß ich ja auf meine Linie achten.

Halt, jetzt hätte ich ja fast was übersprungen. Es gibt ja immer ein vermeintliches Highlight beim Karnevalsauftakt. Für manche ist es tatsächlich ein Highlight, doch für viele einfach ein notwendiges Übel. Naja, man macht dann eben das Beste daraus. Die Quizfrage von einem ganz besonderen Einwohner. Diesmal ging es um Ziegen und wie viele davon in Westerode vor nahezu 100 Jahren wohnten und wie viele davon noch Jungfrauen waren. Ich verzichtete gleich auf so einen Quizzettel, da ich das Ganze für irgendwie bekloppt halte. Jedes Mal werden Fragen genommen, die von anno knupp sind und deren Lösungen sich niemals logisch herleiten lassen. Klar werden tolle Fakten geliefert, wie die Größe des Landes pro Bauer oder den Durschnittssteckrübenverbrauch einer mitteleuropäischen Ziege auf 100 m Feldweg, aber das ist alles nur Beiwerk, was auch unter Ferner liefen abgeheftet werden kann. Also schreibt man eine Zahl hin, die einem spontan in den Kopf kommt und betrinkt sich bis das Ergebnis präsentiert wird. Mir ein wenig zu doof. Anderen aber nicht und so schrieb dann Görtler gleich mal meinen Spitznamen auf den Quizzettel. Und machte auch noch den zweiten Platz. Natürlich dachte der ganze Saal ich hätte gewonnen und johle und wollte zum Kuchen eingeladen werden. Den gab es nämlich zu gewinnen. Aber ich löste das Spektakel mit der nüchternen Wahrheit auf und Görtler tanzte vorne an. Und seien wir mal ehrlich, wenn ich den Kuchen gewonnen hätte, wäre er spätestens auf dem Heimweg irgendwo auf dem Asphalt gelandet. Somit habe ich aber eine Einladung zum Kuchen essen von Görtler bekommen. Jetzt musste ich nur noch Appetit auf Kuchen entwickeln.

Die Maren hatte dann auch noch um Mitternacht Geburtstag. Welcher natürlich kräftig gefeiert wurde. Günner bereitete ordentlich Sekt vor und lief im Anschluß durch die Gegend und kippte immer ordentlich nach. Ich weiß ja nun nicht wie viel von dem Zeug dann in seine Kehle gewandert ist, aber nach dem begießen war er leicht hacke. Naja, nur s leicht, das er nach Hause gehen mußte. War aber dann doch ein spaßiger Anblick. Aber er war bei weitem nicht der Strammste des Abends diese Krone wurde von mehreren gleichzeitig verteidigt. Ein wahrer Sieger konnte leider nicht festgestellt werden. Zum einen gab es da den Morchel, der lief gegen Ende mit der Kappe verkehrt auf dem Kopf herum. Nun sei ihm zu Gute zu halten, das es neue Kappen waren und man sich nicht richtig sicher sein konnte, welches nun die richtige Seite war. Weiterhin gab es dann den Porno und den Thomas. Die schliefen irgendwann selig am Tisch ein. Wobei aber Thomas diesen Wettbewerb eindeutig gewann, da er sich nicht mehr daran erinnern konnte, wann er nach Hause gegangen ist, wo seine Kappe hin verschwunden ist und wie er zum Teufel auf den Tisch gekommen ist. Im Nachhinein betrachtet war es doch ein ganz spaßiger Auftakt. Mit besonders spaßigen Prinzenpaar-Fotos. Die wurden nämlich in diesem Jahr von mir gemacht und irgendwie konnten sich die Beiden gar nicht mehr konzentrieren. Ich hoffe es sind dann doch ein paar gute bei raus gekommen. Aber wenn die beiden solche Döneken machen, dann kann der Fotograf ja nun wirklich nichts dazu. Hier gebe ich übrigens auch dem Löwentor die volle Schuld. Er scheint mit dem Hirn ähnliche Sachen zu machen wie Jägermeister. Zumindest bei den ungeübten Trinkern.

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