Die drei Fragezeichen und die doppelte Stunde

Der letzte Fall der drei Fragezeichen ist nicht abgeschlossen worden. Der Filmriß-Ganove hat erneut zugeschlagen. Justus, Peter und Bob stehen vor einem schier unlösbaren Rätsel. Es war an einem Freitag, an dem sich der Ganove wieder hinterlistig an sein Lieblingsopfer anschlich und zu schlug.

Denn am Freitag war das Seniorentreffen der Feuerwehr. Heißt im Klartext, das Hektoliterweise Bier über den Tresen ging und die Küchencrew buckeln musste wie Brauereipferde. Und nun ratet mal wozu ich mich zählen durfte. Genau, zu den Leuten die vor der Theke standen uns sich hemmungslos betranken zur Küchencrew. Um ehrlich zu sein, war die Arbeit sehr human. Man musste ein bis zwei Mal rotieren, wenn das Essen weniger wurde auf den Tischen und dann hatte man genügend Zeit die Küche und das Geschirr auf Vordermann zu bringen. Der Knackpunkt lag in der Tatsache das man einfach genügend Zeit hatte. Und diese Zeit wurde dann zur Druckbetankung genutzt. Wer weiß wann es wieder los geht mit dem Arbeiten? Also schraubte man sich ordentlich Bier in den Schero. Dafür, das wir immer genügend hatten sorgte schon die Thekenbesatzung. Natürlich wurde das eine oder andere Mal freundlich per SMS darauf hingewiesen, das wir in der Küche fast am Verdursten wären, aber dann kam es auch zackig ran. So saß man also hautpsächlich in der Küche und ließ sich Bier schmecken.

Was jetzt aber nicht heißen soll, das wir nichts anderes gemacht haben. Der Großteil des Bieres wurde natürlich von den Senioren vernichtet. Die haben zum Ende des Jahres immer eine wahrlich gute Zeit. Da gibt es ordentlich Weihnachtsfeiern und Treffen und jedes Mal hauen sie sich die Kiepen zu. Sollen sie man auch machen. Die Feier ging vorbei und es wurde noch mal rotiert, damit der Saal wieder einigermaßen aussah. Und hier beginnt das Einsetzten der Gedächtnislücke. Ich habe mich noch mit ein paar Leuten unterhalten, die ich nur noch schemenhaft erkennen kann. Ein großer Bestandteil aller Unterhaltungen war aber Pils und der Konsum von Pils. Es wird erst wieder klarer als wir uns entschlossen haben in die Werkstatt zu fahren. Ein Ende was keinen überraschen dürfte. Dort verbalssen die Erinnerungen total. Eine Flasche Wodka war wohl noch im Spiel und dann fand ich mich in meinem Bett wieder. Justus, Peter und Bob stehen vor einem Rätsel.

Ich übrigens auch, denn am frühen Morgen klingelte mich Christian aus dem Bett und holte mich für den Umzug nach Lichtenfels Lichtenstein Lichtenhagen Lichtringhausen ab. Eigentlich hatte ich ja meinen Wecker auf 0700 Uhr gestellt, kann mich aber nicht daran erinnern, ob ich ihn ausgestellt oder überhört habe. Im Eiltempo machte ich mich Stadtfein und machte mich auch eine dreistündige Tour ins Siegerland. Zum Glück nur als Beifahrer, denn es ging erst aufwärts, als wir an einer Autobahntanke einen Kaffee und mehrer BiFis eingeworfen haben. Manchmal retteten salzige Speisen einem das Leben. Der Umzug ging zum Glück recht problemlos von statten. Es waren eben nicht viele Sachen die dort ausgeladen werden mussten und vor allem ging alles bequem durch das Wohnzimmerfenster rein. Und was mir an fremden Umzügen am Besten gefällt, neben schweren Sachen schleppen und unhandliche Bretter ausbalanciern, ist die Tatsache, das man alles einfach nur irgendwo hin stellen muß. Den ganzen Sermon wieder zusammen zu bauen, bleibt dann den neuen Hausherren überlassen. Man kommt an, buckelt ein paar Sachen in die Wohnung und dann entspannt man sich bei alkoholischen Getränken. Gut, die wollte ich nicht haben und war mit der O-Saft-Schorle vollkommen zu frieden. Außerdem gab es selbstgemachte Burger und Mettbrötchen. Ein ideales Mahl nach einer durchzechten Nacht. Die Rückfahrt war übrigens auch sehr prickelnd. Drei Stunden in einem Auto ohne Radio können sich ganz schön zeihen. Wobei das Radio ja nicht von Nöten war, da David und ich genügend Gesprächsstoff hatten. Auch wieder mit dabei, Bifis von der Tanke.

Doch groß Zeit zum Ausruhen hatte ich dann doch nicht, da Hüfte mich zum Bowlen und weiterer Abendgestaltung abholte. Mit im Auto waren noch Porno und meine Lieblings-Ramona. Die Anscheinend zu viel Zucker zu sich genommen hat. Dann wird sie immer so hibbelig. Und lustig. Das Bowlen selber war recht spaßig. Vor allem da ich ja schon der wahre Könner bin, dank meiner Erfahrung in der betrieblichen Bowlingsparte. Nicht wirklich! Aber ich musste einige interessante Beobachtungen machen. Zum einen wurde mein Schnitt besser je weiter der Abend fort schritt. Um das ganze dann wissenschaftlich zu belegen habe ich sämtliche Umstände verglichen und bin zu dem Schluß gekommen, das es wohl am konsumierten Hefe-Weizen gelegen haben muß. Porno und ich haben nämlich ordentlich los gelegt. So gut es eben bei der Bedienung ging. Sie hätte durchaus mehr umsetzen können, aber sie war ein wenig langsam. Außerdem bewies mir Porno erneut, das er einfach einen Abend mit nur Essen verbringen kann. Pommes hier, halbes Baguette da und wer weiß was er sich alles reingeschoben hat, als er gesagt hat er wolle mal eben auf die Toilette. Manchmal roch er verdächtig nach einer Pizza.

Nach dem Bowlen sollte es dann ins Glashaus gehen. Aber die Mannschaft die uns begleitete dünnte extrem aus. Eigentlich blieben nur Hüfte, Porno und ich über. Sehr schade, aber da konnte man nichts machen. Weggehen war aber an sich eine gute Idee, denn man hatte ja eine Stunde mehr zum feiern. Und die wollte ich extensiv nutzen. Nach dem Einmarsch ins Glashaus wurde dann auch groß angegriffen. Porno gab den Tip doch Cuba Libre zu ordern, da mehr drin wäre und es günstiger wäre. Gut, dachte ich, machte ja Sinn und steuerte zielstrebig die Theke mit meiner Lieblingsbedienung an. Doch was war das? Wo war die niedliche Blondine hin und warum hatte sie jetzt einen 3-Tage-Bart? Bei der Getränkebestellung stellte sich dann heraus, das es gar nicht meine Lieblingsbedienung war. Sondern ein gebrochen deutsch sprechender Spätaussiedler. Und dann gab es an der Theke keinen Cuba Libre. Das fing ja gut an.

Mit leicht säuerlicher Mine machte ich mich dann auf den Weg zur anderen Theke im Havana, Porno und Hüfte im Fahrwasser. Dort lächelte mich dann eine hübsche Blondine an und begrüßte mich sogar, als sie hinter der Theke hervor kam. Erst im letzten Moment erkannte ich sie als meine Lieblings-Bedienung und an ihrem Lächeln habe ich sofort darauf geschlossen, das sie mich wohl auch wieder erkannt hatte. Da Halloween-Themenabend war war sie ein wenig anders um die Augen herum geschminkt, was diesen späten Wiedererkennungswert verursachte. Aber nun war alles klar und sie brachte mir dann auch recht fix den Cuba Libre. Welcher auch sehr gut schmeckte. Ich glaub sie mag mich.

Nach der ersten Runde kam dann Porno auf die Idee zu den Mischungen noch Jägermeister zu ordern, weil man ja nicht schnell genug stramm wurde. Die körperlichen Schmerzen meinerseits waren ihm relativ egal. Es folgte dann noch ein Besuch in einem anderen Bereich des Glashauses wo wir dann die Wüstefelds getroffen haben. Party machend zu wummernden Bässen. Also genau meine Musik und ich beschleunigte den Trinkvorgang und guckte mir ein wenig das weibliche Klientel an. Durchaus sehr hübsch geraten. Irgendwann konnten Hüfte und ich dann den nahezu extatischen Porno überzeugen, doch wieder ins Havana zurück zu verlegen, mit Zwischenstop im Rauchereck. Und das war ein äußerst fataler Fehler. Hüfte ging noch mal auf die Toilette und wir ließen uns nieder in bequemen Ledersesseln. Nun konnte ich quasi im Zeitraffer beobachten das Pornos Augen aus dem Schädel hervortraten und zu Klüsen mutierten. Automatisch schlossen sie sich und er entschlief. Und ich saß ein wenig auf dem Trockenen. Hüfte kam wieder und war sprachlos. Ein weiterer Versuch ihn wieder munter zu bekommen schlug fehl und meine Hoffnung auf ein Wiedersehen mit meiner Lieblingsbedienung auf eine weitere Mischung starben dahin. Wie die Aussicht die zusätzliche Stunde zum Betrinken zu nutzen. Es war 0100 Uhr als wir wieder in Richtung des gebrauchten Bundeslandes fuhren. Porno konnte sich ab jetzt nur noch grunzend verständigen. Und ich eine Stunde länger schlafen, was ich aber nicht nutzte. Überhaupt war mein Zustand gerade mal als angeheitert zu bezeichnen. Der Grund des Filmrisses vom Vorabend hatte ganze Arbeit geleistet und mich auf einen Abend vorbereitet, der erst in den frühen Morgenstunden enden sollte. Verdammter Jägermeister, er hat schon so einiges angerichtet!

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