Die Ruhe vor dem Sturm

Irgendwie beunruhigt mich die Jahresendzeit immer ein wenig. Denn die Weihnachtsfeiern und andere Festivitäten werfen ihre Schatten voraus. Und daher sollte man darauf bedacht sein, das man die Kondition nicht schleifen lässt. Man muß sich zwar nicht immer dem Mega-Anschuß hingeben, so wie es in der vergangenen Woche der Fall bei mir war, aber man sollte gewisse Trainingseinheiten in den Wochenendablauf einstreuen.

Geplant war es, das der Ingo und ich am Freitag die neuen Bundesländer unsicher machen. Kirmes in Berlingerode war angesagt. Als ich den Vorschlag zum ersten Mal hörte aus Ingos Mund, da schossen mir zwei Gedanken wie eine Kugel durch den Kopf. Entweder kriegen Ingo und ich von den Kirmesburschen in Berlingerode den Hosenboden stramm gezogen, weil wir uns hemmungslos betrunken haben, Frauen auf eine falsche Art und Weise an geguckt haben und aus dem Westen waren. Oder aber ich würde Samstag Morgen aufwachen, hätte einen Kopf wie ein Rathaus und wäre Mitglied im Kirmesburschenverein Berlingerode geworden. An einem besonders guten Tag wäre ich dann bestimmt noch Schriftführer geworden. Das wäre doch mal der große Lacher auf der Seite gewesen. Aber nichts dergleichen ist passiert, denn auf der Kirmes war es recht übersichtlich und außerdem hat das Sporthaus gebrannt. Und das ist kein Witz.

Kurzer Hand entscheiden Ingo und ich dann mit nach Göttingen in das Alpenmax zu fahren. Man kann hier zu Recht behaupten, das wir beide ein recht ungutes Gefühl im Magen hatten. Das Alpenmax gehört nicht zu meinen Lieblingsläden, weil das Publikum meistens einfach zu cool für mich ist. Aber das Alternativprogramm im JT Keller sah nur Ragga vor. Also ging es mit dem Rest der Westeröder ins Alpenmax. Zu meiner Überraschung war es recht gut gefüllt und auch der Alterdurchschnitt entsprach meinen Vorstellungen.

Unter anderen traf ich auch die Katja und die hat mich mal wieder mit einer einzigartigen Aktion überrascht. Und das ging so. Der Renner im Alpenmax war Flying Hirsch. Man bekam ein Glas mit Red Bull und darin wurde eine kleine Flasche Jägermeister gestellt. Ihr wisst schon das Zeug in dem mit ziemlicher Sicherheit illegale Substanzen drin sind, denn sonst würde bei mir nach dem Konsum nicht empfindliche Gedächtnislücken auftreten. Die ganze Sache trinkt man dann zusammen. Also Glas ansetzen, vorsichtig anfangen zu trinken und zusehen das man alles zusammen in den Mund bekommt. Quasi die Kinderversion von Lütjelage trinken. Ich möchte mir gar nicht über die hygienische Seite dieses Getränks Gedanken machen, denn wer weiß wer die kleinen Flaschen alles angepackt hat oder wo sie gelegen haben. Aber der Red Bull und der Jägermeister lassen wahrscheinlich eh keine Bakterien oder Viren am Leben, die einen krank machen könnten. Mit so einem Getränk kam die Katja an und wir unterhielten uns ein wenig an der Theke. Bis sie dann plötzlich zum ersten Mal ihr Getränk richtig anguckte und feststelle das da irgendein Halunke ihr eine kleine Flasche Jägermeister rein gestellt hatte. Ich weiß gar nicht wie ich geguckt habe, aber ich war mir nicht ganz sicher ob sie das jetzt ernst meinte oder einen Witz reißen wollte. Doch als ich ihren leicht verwirrt, leicht wütenden Gesichtsausdruck sah, wurde mir klar, daß es ihr todernst sei. Nun soll man mal angemessen auf diese Situation reagieren. Da Katja aber eine der lustigen Naturen ist, konnte ich einfach nicht anders und fing an ein wenig zu grienen. In diesem Moment huschte dann die Erkenntnis in ihr Gesicht und sie bekam leicht gerötete Wangen. Und rang mir das Versprechen ab dies nicht öffentlich zu erzählen. Habe ich erwähnt das sie blond ist. Aber ich habe ihr versprochen das nicht ins weblog zu schreiben. Wäre ja auch gemein.

Das Bier lief recht zügig rein und Ingo und ich hatten schon gut aufgetankt, aber ich hatte mich noch unter Kontrolle. Dieser Filmriß vom vergangenen Wochenende hat mich mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Ingo schien aber ein wenig aus dem Training zu sein und war schon ein wenig lockerer unterwegs zu sein. Damit passte er perfekt zu Kolbi, der zwar im Vorfeld gesagt hat nur Hefe Weizen zu trinken, aber dann wohl doch auf den Flying Hirsch Zug aufgesprungen ist. Kurz gesagt er war voll und bildete mit Ingo die Vorhut zum ZHG. Wie Ingo durch intensive Recherche heraus gefunden hat, fand eine Party im ZHG statt. Als ich das erfuhr wurde mir ein wenig flau in der Magengegend, denn der Monat passte perfekt zur ZHG-Party. Und so war es auch. Im ZHG war Party und wir sind ins Alpenmax gegangen. Wenn ich mich so verbiegen könnte, das ich mir selbst in den Arsch beißen könnte, dann hätte ich es gemacht. Nicht das es im Alpenmax schlecht war. Eigentlich nicht und hübsche Frauen waren auch genügend vorhanden. Sogar ungefähr mein Alter. Aber die ganze Sache ist auch im ZHG abgelaufen. Potenziert mit vier. Und dann kam die große Rettungsaktion. Als wir aus dem Alpenmax raus geschossen sind, wollten plötzlich alle nach Hause. Doch Ingo und Kolben waren noch im ZHG. Also erinnerte ich mich meiner Grundausbildung bei der Bundeswehr und machte mich auf die Rettungsmission. Und habe die zwei Lumpis wohl verpasst, denn als ich drinnen war traf mich erstmal der Schlag. Denn auch um 0300 Uhr waren noch eine Menge hübscher Frauen dort und der Andrang an der Bier-Theke war gemäßigt. Jetzt saß ich quasi in der dreifachen Zwickmühle. Zum einen mußte ich ja Ingo und Kolben suchen. Zum anderen mußte ich den anderen Bescheid sagen, daß wir wohl noch bleiben werden, wenn ich Ingo und Kolben erstmal gefunden habe. Und zum dritten gab es hier Bier und hübsche Frauen, konzentriert an der Theke. Ein Anruf von Jense holte mich dann aus dem Stadium absoluter Unentschlossenheit zurück. Jense berichtet mir, das die verlorenen Söhne schon zurück waren. Shit, shit, shit, shit! Wird also nichts mit dem vorläufigen Paradies. Ich ging dann nochmal aufs Klo, holte mir ein Bier und verliebte mich bei diesen ganzen Aktionen ungefähr drölf Mal. Und dann gings gen Heimat.

Der Samstag bestand zum großen Teil aus Geburtstagsfeiern. Zunächst mußte ich bei unserem Bürgermeister zapfen. Der wurde nämlich 50 Jahre alt und hatte groß im Schützenhaus geladen. Des weiteren hatte ich noch eine Einladung zu Lars seinem 30. bekommen. Schon wieder eine Zwickmühle. Aber da ich beim Zapfen zugesagt habe, hatte das natürlich Priorität. Ich stehe zu meinem Wort. Aber ich ließ mir die Option offen, vielleicht später noch zu Lars zu verlegen. Das machte ich dann aber vom Gastansturm beim Bürgermeister abhängig. Und der war moderat. Bis auf die Stunde als der Männergesangsverein da war. Und Murphy schlug wieder mit der vollen Breitseite zu. Im Vorfeld war der Bierdurchfluß in Ordnung, was zum Teil auch an der Thekenmannschaft lag, die ordentlich dazu bei trugen. Damit meine ich mich. Für den MGV zapfte ich dann 25 Biere vor, denn wen sie erstmal fertig sind mit Singen, dann haben die einen Riesenbrand. Mein Plan war gut, zum Schluß hätte ich nur noch einen Schuß drauf zapfen müssen und alle wären glücklich gewesen. Doch nach dem 15 finalen Schuß war dann das Faß alle. Warum auch nicht, denn man hat sich ja noch nicht genügend blamiert. Habe ich erwähnt das ich bei einem Lied ordentlich Krach unter zu Hilfe nahme von Bierglas und Topfdeckel gemacht habe? Natürlich unabsichtlich. Und dann so etwas. Aber dank des selbstlosen Einsatzes von Schnitzel und Böning hatte ich schnell wieder Bier auf dem Füller auf der Leitung. Als dann die Sangesbrüder wieder von dannen zogen beruhigte sich die ganze Geschichte wieder. Und ich verlegte zu Lars.

Dort erwartete mich schon eine illustre Gesellschaft, die schon gut angetrunken waren. Es war nett mal wieder mit den Stadtbergern zu trinken. Man sieht sich ja nicht jedes Wochenende und solche Feiern sind immer super um wieder auf Stand zu kommen. Außerdem freute ich mich auf m&m’s und Wodka Mohrenköpfe beim Brotwolf bei Lars in der Wohnung. Gab es leider beides nicht, dafür aber KöPi aus großen Pompfen. Und Diskussionen über Gehälter. Aber das gehört ja nicht hier her. Für eine detaillierte Aufstellung gucke man bitte….

Viel netter sind ja immer die Diskussionen in der Küche. Wobei Diskussionen eher der falsche Begriff ist. Sagen wir einfach gepflegtes Scheiße labern dazu. Und ich habe mal wieder bewiesen das ich eigentlich auch blond bin. Zu dem Zeitpunkt der Küchen Scheiße Laberei hatte ich schon diverse Pils und Schnäpse getrunken. Den Großteil der Schnäpse beim Zapfen. Also könnte man sagen, das meine Hand-Augen-Koordination nicht mehr die beste war. Jedenfalls stellte ich mir gerade eine tiefsinnige philosophische Frage. Wenn ich bei einer Funkuhr den Sekundenzeiger für eine kurze Zeit, sagen wir mal maximal eine Minute, anhalte, gibt es dann eine gefährliche Rückkopplung zur Atomuhr in Braunschweig und wir haben einen nuklearen Zwischenfall in der Stadt mit dem einzigen niedersächsischen Meister? Oder aber fällt die Uhr von der Wand, weil ich zu hacke bin und stellt sich dann nach wenigen Minuten wieder richtig ein? Ich war mutig und entschloß mich zu diesem Experiment, nicht ohne vorher meine Gedanken mit den Anwesenden in der Küche zu teilen. Steffi meinte noch, das gar nicht passieren würde, aber da war ich schon mit meinem Finger auf dem Weg zur Uhr. Und stieß mit selbigen vor die Glasscheibe, die die Zeiger vor unberechtigten Zugriff schützt. Mein Gesicht hat wohl ähnlich wie das von Katja ausgehen, als sie den Hintergrund hinter der Flying Hirsch Geschichte gemerkt hat. Nur das sie um Längen besser aussieht dabei. So sorgte ich aber für die allgemeine Erheiterung in der Küche. Dabei tat mir gerade Anja leid, die das ganze extrem lustig fand, aber gerade eine Bruchoperation hinter sich hatte. Lachen und schmerzerfülltes Gesicht wechselten sich ab.

Und denkt immer daran. Don’t fuck the fuck with Benny the Cop. Motherfuckers!

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2 Responses to Die Ruhe vor dem Sturm

  1. xxx sagt:

    Mit Dir rede ich nie wieder!!!!!

  2. bierpumpe sagt:

    Ach, nun sieh es doch nicht so eng.

    War doch lustig.

    Außerdem habe ich es doch durchgestrichen. ;)

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