Six weddings an no funeral – Part VI

Somit wären wir am Ende des Hochzeitsmarathons angekommen. Die Hochzeit von Franzi und Noxley bilden den Abschluß dieser langen Odyssee. Nicht das es schlecht war. Ganz im Gegenteil, ich gehe gerne auf Hochzeiten und vor allem feiere ich umso lieber. Aber man soll sich ja noch für das kommende Jahr etwas aufheben. Aber so wie cih mein Glück kenne, gibt es da gar nichts zu feiern. Bis auf ein paar 30ste Geburtstage. Aber die können ja auch ganz spaßig werden. Och wollen wir uns nicht nach der Zukunft sehnen, sondern gucken auf das kürzlich vergangene. Eine sehr nette Hochzeit wartet da auf uns. Und die fing sogar schon am Freitag an. Mit einem Polterabend an dem es verdammt kalt war. Und auf dem Heimweg verdammt neblig, das SMS schreiben sehr schwer war, da ich dem Graben immer verdammt nahe gekommen bin.

Der Kirchgang fiel für mich auch aus, da ich erst gegen 1800 Uhr geladen war. Geladen war ich als einer der Ausbilder vom Truppmann-Lehrgang zusammen mit dem Rest der Bande. Ich hoffte nur unter Ihnen nicht so aufzufallen. Besser gesagt, nicht das ich da in eine Ecke geschoben werde, in die ich gar nicht hin gehöre. Das sind ja alles stadtbekannte Trinker. Und ich werde ja ungern mit solchen Leuten in Verbindung gebracht. Bin ich ja immer wohlerzogen und trinke selten Alkohol. Aber es würde schon gut gehen.

Gleich zu Beginn wurde mir eine Warnung vor das Bug geknallt, die sich nur so gewaschen hat. Simone, eine alte Schulfreundin, war auch geladen und hatte schon wieder schlimme Sachen mit mir vor. Also nicht was jetzt wieder der Großteil der Leser, der sich zu viele Schmuddelfilme anguckt, denkt. Es sollte noch schlimmer kommen. Sie ist gerade zu ihrem Freund in die Schweiz gezogen. Und in der Schweiz gibt es ja mehr als nur Berge, Toblerone, Taschenmesser und Alphörner. Jaha, unsere Eidgenossen im Süden haben etwas mit den Bayern gemeinsam. Sie stopfen sich Sachen in die Nase, die woanders geraucht werden oder womit manche Verunreinigung in den Toiletten beseitigt werden. Genannt wird das ganze dann Schnupftabak. Simone hat gleich zu Beginn angekündigt, das ich das doch auch ausprobieren sollte. Dabei war es egal, was ich dazu gesagt habe, denn ich bin für solche Aktionen automatisch immer gesetzt. Ich frage mich nur warum? Ich machte zunächst Ausflüchte und brachte Erlebnisse aus früheren Tagen ans Licht. Es gab da mal eine Zeit der Warenproben bei Klingebiel und da wurde dann munter Schnupftabak probiert. Meist alkoholisiert und der feinmotorischen Bewegung nicht mehr mächtig. Da ging das schnell mal in die Hose, besser gesagt nicht richtig in die Nase und es blieb ein kleines braunes Bärtchen unter der Nase kleben und man sah aus wie Jemand aus Österreich. Das wollte ich unbedingt vermeiden. Außerdem mußte ich erstmal Bier trinken. Doch ich konnte dem Ganzen nicht entfliehen und auf einem Weg zu den sanitären Einrichtungen fing mich dann Simone und ihr Freund ab. Nicht gerade sanft wurde meine Hand beschlagnahmt und mit einer braunen Substanz bestreut. Und das nicht zu knapp. Ich wehrte mich noch ein wenig, doch wurde ich taktisch klug in die Zange genommen. Dann mußte ich die Hand seltsam abspreizen, was mich schon leicht in die Bredouille brachte, denn die Angst vor Nasenbluten brachte meine Hand zum zittern. Simones Freund redete nun in fremden Zungen und ich wusste nicht so ganz ob er mich gerade beleidigte oder einen lustigen Nasenschnupfspruch machte. Für mich hörte sich das so an, als hätte er einen Knoten in der Zunge und gerade einen Schwarm Beinen eingeatmet. Ich wartete also ob nun entweder meine Name genannt wurde oder er zum Schnupfen ansetzte. Und tat es ihm gleich. Das Gefühl war, als würde einem gerade eine Dose Domestos in das Gehirn geblasen. Es prickelte und ich wollte das es da wieder raus kommt. Tat es aber nicht. Nur durch Zuhilfenahme von Taschentüchern. Und was da raus kam, das war wirklich nicht sehr schön. Ich schwor mir nur, das ich es nie wieder machen würde. Leider sind meine Schwüre so viel wert wie die Reichsmark nach dem 2. Weltkrieg. Daher mußte ich dieses Ritual (Schnupfspruch oder Beleidigungen und dann das Zeug in den Kolben ziehen) noch mehrere Male über mich ergehen lassen. Später kitzelte es übrigens sehr unangenehm am Hinterkopf. Ich hatte das Gefühl als hätte sich das Zeug einen direkten Weg durch das Gehirn an meine Schädeldecke gebrannt. Ich bin nur froh, das ich an solchen Sachen kein Gefallen finde. Weder rauchen noch Schnupfen. Ich weiß gar nicht wie man so was nüchtern und mehrmals am Abend machen kann. Sei das Zeug nun braun oder weiß.

Neben Schnupfen und Trinken haben wir auch noch was sinnvolles gemacht. Die Ausbilder und ausgewählte Kräfte der Feuerwehr Duderstadt durften die Wohnung dekorieren. Ich muß da aber jetzt mal sagen, das ich eigentlich nur dabei war um auf zu passen, das nicht zu viel Unsinn gemacht wurde. Falls Jemand behaupten sollte, das es meine Idee gewesen sei, die Möbel zu verrücken oder Kronkorken die Treppe hinunter zu schütten, dann sind das alles böse Gerüchte. Und den Wecker habe ich auch nicht gestellt. Es wurde aber lustige Sachen gemacht. Wackelpudding in alle Wasserarmaturen gekippt. Akki kam Freudestrahlend aus dem Bad und zeigte mir den Zahnputzbecher gefüllt mit Wackelpudding. Fies war nur das Maggi, welches er großzügig in den noch flüssigen Pudding gerührt hat. Es roch ein wenig wie Katzenurin. Nun gut, vielleicht hat auch Noxe das Zeug in der Maggi-Flasche gesammelt. Man weiß es nicht so genau. Nett fand ich auch die Merettich-Creme, die in die Zahnpastatube gedrückt wurde. Ich glaube das war sogar der Trauzeuge. Wie ich erneut erwähnen muß, habe ich nichts mit solchen Streichen am Hut. Ich glaube aber, ich habe mein Bierglas in der Küche vergessen. Außerdem werde ich mein Haus von einem Wachdienst bewachen lassen, sollte ich jemals heiraten. Warum muß ich auch immer bei jedem Scheiß mitmachen.

Man sollte meinen, das ich mal eine Hochzeit ohne Tanzen verbringen kann. Fehlanzeige. Doch diesmal mußte ich nicht mit Männern tanzen, sondern mit der Braut. Da kann man einfach nicht nein sagen und sich der Verantwortung nicht entziehen. Vor allem nicht, wenn die Braut von ihrem Recht gebraucht macht. Und auch sie mußte wieder feststellen, das ich ja tanzen kann. Viele Leute verwechseln aber die Fähigkeit tanzen zu können, mit dem Bedürfnis tanzen zu wollen. Nur weil ich es schaffe mit mit einem Schrotgewehr in den Fuß zu schießen muß ich das noch lange nicht gerne machen. Aber ich hatte dann doch Glück. Simone machte am Vorabend ja schon solche Anspielungen, ob ich denn nicht tanzen könnte und das sie unbedingt tanzen will am Samstag. Aber da habe ich mich noch mal fein aus der Affäre gezogen und habe immer früh genug Deckung gesucht.

Das ging eh am Besten an der Theke. Allerdings wartete dort mein zweiter Feind. Der wohnt in einer Flasche und hat viele Namen. Nenne wir ihn mal Schnaps. In diesem Falle war es der alte Bekannte Obstler. Stand ich an der Theke nahm es irgendwie jeder zur Aufforderung mich damit abfüllen zu wollen. Einzig allein der Bräutigam hatte das Recht dazu und davon machte er dann auch ein bis zwei mal Gebrauch. Dabei scheint es jedem egal zu sein, daß ich dabei starke körperliche Schmerzen erleide. Ich glaube ich sollte nicht so oft erwähnen, das ich ungern Schnaps trinke, denn dann kommt jeder auf die Idee und will mir das Zeug einflößen.

Eins hatte ich mir vorgenommen, ich wollte nicht der Letzte auf der Party sein. Deswegen bin ich auch mit der Vorletzten Tour nach Hause gefahren. Und zwar mit dem Böckchen, der als Fahrer engagiert war. Ich glaube das Schlimmste was mir passieren könnte, wäre auf eine Hochzeit mit vielen Bekannten Gesichtern eingeladen zu werden und dann muß ich den Fahrer machen. Alle hauen sich die Kiepen zu und ich muß nüchtern bleiben. Manchmal wache ich schweißgebadet des Nachts auf und hatte genau diesen Traum! Ich glaube ich war gegen 0530 Uhr zu Hause. Es war sehr schön und es war die letzte Hochzeit für dieses Jahr. Ich bin also gespannt was das nächste Jahr bringt.

Den Sonntag jedenfalls verbrachte ich teilweise im Land der Kopfschmerzen. Und bekam Besuch von der Magenkrampf-Fee. Ach ja und die lustigen und teilweise erschreckenden Dinge die ich in meiner Nase gefunden habe, wollen wir auch nicht unerwähnt lassen. Ich werde nicht ins Detail gehen, aber eins kann ich mit Gewißheit sagen: Kinder, laßt die Finger vom Schnupftabak!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: