O-Marsch

Am vergangenen Wochenende stand die Wanderrally der Jugendfeuerwehr an. Eine der Veranstaltungen, die nicht so zu meinen Favoriten gehören, da manche Jugendwarte recht gemeine Strecken und Spiele sich ausdenken. Aber nicht in diesem Jahr, denn da war Westerode die ausrichtende Wehr. Hieß also, daß ich mir Spiele ausdenken mußte. Aber der Schnitzel half mir ja dabei und ich muß sagen, daß wir ein paar nette Spielchen zusammen bekommen haben.
Was aber nicht aus blieb, war das frühe Aufstehen am Samstag Morgen, da wir ja vor der ersten Gruppe schon da sein mußten. So hatte ich mir das natürlich nicht vorgestellt, biß aber in den sauren Apfel. Glücklicherweise ging der Vorabend nicht allzu lange. Auch sehr ungewöhnlich für mich. So saß ich dann also den ganzen Tag neben dem Grill und durfte Gruppen auf die Strecke schicken und ihnen die nötigen Aufgaben erklären. Außerdem machte ich ja das letzte Spiel. Das für den Jugendfeuerwehrwart. Ich hatte ja etwas ganz fieses vor, mit einer Falltür und einem Wasserfaß oder zumindestens mit brennenden Fackeln und heißem Wachs. Aber die Genfer Konvention verbot mir dann die Spiele und ich bin auf etwas anderes ausgewichen. Einen Tischtennisball hoch halten und dabei Fragen beantworten. Hört sich einfach an, aber ist manchmal richtig anstrengend. Gerade den Regin wollte ich in eine fiese Falle locken, aber er hat fast alles gut umschifft. Nur die Kuh trank bei ihm Milch. Wenigstens in das Fettnäpchen ist er rein getreten. Der Rest der Spiele ist eigentlich auch recht gut angekommen. Und allzu schwer war die Strecke dann auch nicht. Außer wieder für den feinen Herrn Regin, der mir von unterwegs Mecker-SMS schicken mußte, da er schon kaputt war. Was für eine Lusche.

Mein Hauptnahrungsmittel an dem Tag war wohl der Kaffee. Bis zu einer gewissen Uhrzeit, an dem ich einfach ein Bier in die Hand gedrückt bekommen habe. So jedenfalls wird es von mir gesehen. Andere Quellen, sehr unsichere Quellen, behaupten steif und fest, ich wäre von meinem Posten aufgestanden und hätte Kai und Holger voll gemeckert, weil die den ganzen Morgen Bier saufen würden. Das wäre ja ein schlechtes Vorbild für die Kinder und überhaupt fände ich es gemein, das hier ohne mich sich zugeschüttet würde. Also wurde mir dann von Wolfgang ein Glas Bier in die Hand gedrückt welches ich auf ex recht zügig in mich hinein geschüttet haben soll. Ob man das glauben kann, stelle ich mal ganz weit in eine Ecke, in der es verdammt dunkel ist. So dunkel das man das Gerücht gar nicht mehr sehen kann. Ich jedenfalls habe die ganze Aktion so empfunden, das ich wohl protestiert hätte gegen den allzu frühen Alkoholkonsum einiger hoher Kommando Mitglieder und habe auch die Vorbildfunktion ins Gewissen gerufen. Darauf hin wurde ich genötigt ein Bier auf schnellste Art und Weise in meinen Hals zu entleeren. Derart geschockt von dem rüden Umgangston an der Theke, bin ich wieder zück an meinen Posten und wurde nun regelmäßig mit Bier beliefert. Das ich das nun nicht einfach stehen lassen konnte, dürfte ja auch klar sein. Aber ich rief mir immer wieder meine Vorbildfunktion ins Gewissen. Die kam sich da allerdings sehr verloren vor.

Am Ende lag dann Nesselröden vor Hilkerode und Obernfeld vorn. Hilkerode hat mich ja ein wenig geärgert, da sie ansonsten ein eher armes Bild abgeben haben. Bei einem Spiel hatten sie klar die Nase vorn und das hat ihnen eine hohe Platzierung eingebracht. Nicht das ich was gegen die Hilkeröder hätte, aber auf die dummen Sprüche von Regin hätte ich durchaus verzichten können. Nun mußte alles sehr schnell gehen. Nach der Siegerehrung wurde flugs abgebaut und es ging zur Abschlußgrillfeier der Feuerwehr über. Die Gruppen verschwanden sehr schnell und alles lief am Schnürchen. Binnen einer Stunde konnte zum gemütlichen Teil übergegangen werden. Was dann auch in vollen Zügen geschah. So schnell habe ich noch nie Bier über den Tresen wandern sehen. Es war fantastisch und nun konnte ich mich auch offiziell ab ballern, um es mit den Worten eines weisen Mannes zu sagen. Ich verbrachte die meiste Zeit draußen um dort kurze Wege zum Bierwagen zu sichern. Der Rest der Luschen verzog sich recht fix nach drinnen, da es dort nicht so kalt war. Dafür konnte ich dann mit Friede genügen Scheiße auf englisch labern. Eine Art Hobby von uns. Außerdem führte ich ein paar hitzige Diskussionen mit Wolfgang.

Als dann draußen Auflösungserscheinungen an standen, verlegte ich nach drinnen und beteiligte mich dort am gepflegten Scheiße labern. Unglaublich wie viel man an so einem Abend schafft. Kolben war einer der Hauptlieferanten. Aber es sollte ja noch nicht genug sein. Der jüngere Teil der Anwesenden wollte nun unbedingt nach Rhumspringe, da dort Fete war. Ich hingegen hatte ja noch eine Einladung zu Susannes und Görtlers Einweihungsparty. Dorthin wurde dann dank Tobi in Lichtgeschwindigkeit hin verlegt. Zunächst fiel uns Susanne an den Hals und zeigte uns die Wohnung. Da sage ich natürlich nicht nein, wenn mich eine hübsche Frau umarmen will. Und die Wohnung lasse ich mir auch gerne von ihr zeigen. Neben der Wohnung durften wir auch noch den Rest des Grundstückes begutachten. Und ich mußte feststellen, das Susanne eine wirklich gute Partie ist. Dummerweise hat sie keine Schwester, welches ich durch direktes Nachfragen heraus fand.

Im Partyraum war noch der harte Kern vorhanden und der war schon teilweise ganz schön angeschlagen. Böning schlief in der Ecke und Florian und Günner haute sich mit Susannes Vater einen rein. Der allerdings saß noch recht nüchtern wirkend auf dem Vorsitzplatz. Aber war aber sehr cool drauf, auch wenn ich nicht so viel mit ihm geredet habe. Ich setzte mich dann lieber neben Hüfti und redete mit Porno noch ein wenig Mist. Die Gespräche rutschten dann schnell im Niveau eine Etage tiefer und zwar so weit, das ich sie hier nicht mehr wieder geben darf. Jugendschutz lässt grüßen. Ich hatte jedenfalls mit Susanne eine Diskussion über Brüste und etwas weiter links von mir gingen die Gespräche noch etwas tiefer. Görtler gesellte sich nach einiger Zeit dann auch zu uns, denn er hatte bis vor kurzem noch auf dem Sofa genächtigt. Ebenso der Böning, der sich einfach daneben legte. Schön wenn man so vertraut miteinander umgehen kann. Als Getränk habe ich mich dann für den Havana Club entschieden. Ich trank zwar zunächst eine Mischung Wodka Red Bull, die mir aber mehr Tränen in die Augen trieb als eine frisch geschnittene Zwiebeln. Da war die Mischung Havana geradezu Balsam. Allerdings nur bis Susanne das halb leere Glas sah und es erstmal mit Havana auffüllte. Damit man auch richtig stramm werde, waren glaube ich Worte. Na klar, ist ja nicht so, das ich schon den ganzen Tag mich mit Bier betrinke.

Die ganze frische Luft und das frühe Aufstehen zollten ihren Tribut. Ich nickte am Tisch ein. Ich konnte gar nicht dagegen machen. Die Augenlider wurden schwer und gingen ganz alleine auf den Bildschirmschoner-Modus. Das dieses nicht unbemerkt bleiben würde, dürfte klar sein. Thomas B. bemerkte als erstes meinen Schwächeanfall und teilte es lautstark der Runde mit. Mir war es ziemlich egal, denn nun war ich ja wieder wach. Um dann zu sehen, wie ganze zwei Minuten später eben jener Schreihals auf dem Tisch zusammen sackte und in das Reich der Träume hinüber glitt. Hinweise meinerseits auf das schändliche Verhalten blieben aber ungehört und er schlief weiter. Die Allgemeinheit stellte nun fest, das es Zeit wäre nach Hause zu gehen. Habe ich schon die Gespräche in den unteren Gefilden des guten Geschmacks erwähnt? Und alles fing mit einer Flatulenz von Florian an, die er dreister Weise Böning in die Schuhe schob. Das brachte ihm die Gunst von Susanne ein und Böning stand als Übeltäter da. Ab hier darf ich einfach nicht mehr berichten.

Die Kutsche kam und brachte uns sicher wieder nach Westerode. Auch auf der Fahrt wurde ordentlich vom Leder gelassen, diesmal aber mit verbalen Ausrutschern jenseits der politisch korrekten Grenze. Dummerweise schlug ich immer kräftig in die Bresche rein. Aber lustig war es schon. Den Abschluss gab es dann bei Böning in der Garage. Warum? Weil der Vollmer noch ein Pils trinken wollte. Ich ließ mich trotz Beton behangenen Augenlidern zu einem Scheidebecher breit schlagen. Und was war? Ich trank Pils und Böning und Florian tranken Alster oder ähnliche Vergewaltigungen von Bier. Absolute Frechheit.

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