Six weddings an no funeral – Part V

Wir nähern uns dem Endspurt. Am Freitag stand die fünfte Hochzeit für das Jahr und sie war ein voller Erfolg. Sylvia und Fasel haben geheiratet und bei zwei Ur-Westerödern müssen gewisse Regeln eingehalten werden. Aber es wurde von Anfang an alles richtig gemacht. Es wurde in Westerode geheiratet und vor allem ging es im Anschluß zu Kellner. Ich kann mir nicht helfen, aber für mich gehört es einfach dazu das bei einer Feier zu Kellner gegangen wird. Hochzeiten, Geburtstage, 20 Jahre Freitag. Bei Kellner kann man einfach Klasse feiern. Wenn ich mal heiraten sollte, dann geht es auf jeden Fall auch zu Kellner. Es liegt vielleicht daran, das ich in meiner Jugend immer bei Kellner war wenn irgendetwas an lag. Große Jubiläen oder Familienfeiern wurden einfach bei Kellner gemacht. Vielleicht ist deswegen so viel damit verbunden. Man weiß es nicht.

Auf jeden Fall gab das schon mal ordentlich Pluspunkte. Weitere Pluspunkte gab es für eine einfache Messfeier. Keine Eucharistiefeier, dafür aber eine Meditation. Dazu kann ich allerdings keinerlei Aussagen machen, da ich zu dem Zeitpunkt schon vor der Kirche weilte. Man hat ja immer in paar gute Ausreden, wenn man einen Fotoapparat in der Hand hat. So ist vollkommen legitim, wenn vorher aus der Kirche stürmt, da man ja Fotos machen will. Im Anschlu0 wurde dann gratuliert und es ging im Gänsemarsch zu Kellner. Gerade noch annehmbar, da die Sonne nicht vom Himmel brannte. Auch hier wurden Pluspunkte verbucht.

Bei Kellner wurde dann erstmal ein Holzklotz in zwei Teile gesägt, welches natürlich mit klugen Sprüchen kommentiert wurde. Ich bitte hier zu registrieren, das ich nicht gesagt habe, obwohl mir hundert Sprüche eingefallen sind. Man muß sich auch mal benehmen können. Dummerweise kam dann der Sektempfang, dem ich einfach nicht ausweichen konnte. Kurze Zeit später gab es dann aber schon Pils und die Welt war wieder in Ordnung. Auch das Essen war vorzüglich. Beim ersten Gang hielt ich mich eher so an den Fleischanteil des Buffets und beim zweiten Gang dann eher an die kalten Sachen, die mit Fleisch zu tun hatten. Man merkt, das Fasel ein Wörtchen bei der Buffetgestaltung mitgeredet hat. Fleisch dominierte die Tisch ein wenig. Sehr gut.

Nach dem Essen kam kreuzte dann ein Bismarck mein Weg und ich schwor mir es würde der letzte gewesen sein. Ich weiß gar nicht wie lange der Schwur angehalten hat, lange war es nicht. Man fand sich langsam aber sicher an der Theke ein, da dort die Wege recht kurz waren und man hatte einen guten Ausblick auf die Bedienungen. Und dann kam das übliche Spiel, wo sich dann zufällig ausgesuchte Geäste zum Ei machen dürfen. Ich bezweifele ja das es zufällig war, aber war froh, das mein Name nicht aufgerufen wurde. Zunächst. Aber ich war dann schnell dran und mein Lächeln folgte den Gesetzten der Schwerkraft und verzog sich nach unten. Naja, dann werde ich mich mal zum Ei machen. Geködert wurde man mit einem Wertungsrichterposten für einen Tanzwettstreit, doch wurde dann der Spieß umgedreht und die Wertungsrichter mußten tanzen. Mit den Männern. Zum Glück bin ich nicht homophob habe ich schon ein paar Bierchen getrunken und somit machte es mir nichts aus. Ich konnte mir sogar meinen Tanzpartner aussuchen und entschied mich für M7. Leichtgewicht und immer leichten Fußes unterwegs. Doch so recht ging das nicht. Führen war so eine Sache und die geschmeidigen Bewegungen blieben auch irgendwie aus. Zum Glück sollten wir ja nur unterhalten. Und das taten wir. Die anderen paare sahen ja auch nicht viel besser aus. So ging es dann von Foxtrott über Polonaise bis hin zum Tango. Den begingen M7 und ich auch noch mit Ziehfigur und allem zipp und zapp. Einmal ist mir M7 dann mal hingefallen, aber so schnell geht der ja nicht kaputt. Als Lohn der Mühen winkte uns dann der erste Platz. Stolz oder nicht, es hat jedenfalls Spaß gemacht.

Nach so viel Aktion brauchte ich jede Menge Flüssigkeit und einen Sitzplatz. Ich machte allerdings den großen Fehler mich zu Diana zu setzen. Der große Fehler lag aber nicht an Diana , sondern an den ganzen Schnäpsen, die sie vor sich aufgebaut hatte. Ehe ich mich versah wurde ich genötigt mit zutrinken. Es kam mir fast so vor, als hätte sie genau auf mich gewartet. Verdammt, der Fluchtweg war abgeschnitten und ich hatte keine andere Wahl als die Flucht nach vorne. Immerhin hatte die Batterie an Roten ein Ende. Bis Diana dann eine weitere Runde bestellte. Ich hielt mich tapfer, doch mußte aus Rücksicht auf meine Gesundheit und dem bevorstehenden Zuckerschock dann doch wieder an die Theke verlegen.

Dort traf ich dann den Rest der Truppe wieder. Irgendwie sammelt sich bei Kellner früher oder später immer alles an der Theke. Das ist auch eine extrem gemütliche Theke und ideal zum dran umher stehen. Dank des ganzen Alkohol war ich schon gut drauf und nicht mehr ganz so sicher auf meinen Beinen. Auch meine Willenskraft nahm rapide ab. So überredete Näppchen mich zum Tanzen. Welches zu einem früheren Zeitpunkt gescheitert wäre. Aber was macht man nicht alles für schöne Frauen. Nun ist es aber auch meistens so, das meine Tanzpartnerin noch gut auf den Beinen ist. Wenn ich dann schon mal zum Tanzen zustimme, dann bin ich wie gesagt nicht mehr ganz so gut zu Fuß. Näppchen hat aber auch zu keinem Getränk nein gesagt und hatte eine ähnliche Standsicherheit wie ich. Aber das hat das Tanzen nur noch umso lustiger gemacht. Scheiße labern, über das Parkett schwofen und gewagte Figuren ausprobieren. Ich muß zugeben, das ich mich dann doch sehr amüsiert habe. Näppchen wohl auch, denn wir sind dann wohl nochmal tanzen gegangen. Und trotz des erhöhten Alkoholpegels beiderseits ging alles gut. Habe ich ja auch den ersten Platz bei einem vorher statt gefundenen Tanzturnier gemacht.

Der Abend ging viel zu schnell vorbei und doch gibt es ja immer die Kollegen, die den Zeitpunkt verpassen, wann es nach Hause geht. Gehöre ich ja meistens auch zu dem Klientel traf es aber diesmal den Kai. Der schlief dann schon zu recht früher Stunde am Tisch. Doch das war fast schon eine Aufforderung ihn zu dekorieren. So legte dann der Gaudo Hand an. Halt hier muß ich intervenieren. Eigentlich legte Schnitzel den Grundstein in dem er einen Kerzenständer auf seinem Kopf positionierte. Und dann legte Gaudo den großen Konstruktionskurs hin. Aschenbecher, Sektkühler mit Tasse und Untertasse, Blumenschmuck. Der Kai mußte alles tragen. In den Aschenbecher, der übrigens anatomisch perfekt auf sein Ohr passte, wurde dann noch rein geascht. Dann wurde er mit Blumen verfeinert, ihm wurde ein Bier in die Hand gedrückt und eine Zigarette zwischen die Finger geklemmt. Aber das allerbeste ist ja, das ich alles auf meinem Fotoapparat fest gehalten habe. Diese Fotos werden definitiv nochmal zum Einsatz kommen. 30. Geburtstag, Junggesellenabschied, Hochzeitszeitung. Irgendwas kommt immer.

Zum Ende der Feier wurde dann noch ein interner Wettkampf wieder unter dem Tisch hervorgeholt. Kalle S. und Siggi K. hatten gewettet wer länger von den Beiden auf der Feier bleiben würde. Aber sie hatten ja nicht mit mir gerechnet. Kalle flog schon früh aus dem Rennen. Und somit bleiben Siggi und ich über. Da ich aber das Brautpaar nicht länger quälen wollte, schlug ich gegen 0500 Uhr ein Unentschieden und wir gingen gen Heimat. Es hat auch vollkommen ausgereicht. Aber es war eine extrem lustige Fete. Was auch den Mitbringseln zeugt, die ich am nächsten Tag in meiner Anzugtasche fand. Mein Namenskärtchen mit einer erschreckenden Strichliste und einer nicht so erschreckenden e-mail-Adresse und eine Kerze. Wo die hergekommen ist, kann ich allerdings nicht mehr sagen. Ich sage ja kosmische Kräfte hatten hier ihre Hände im Spiel.

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