Normalized

Das letzte Wochenende war irgendwie seltsam. Nein halt, falsche Ausdrucksweise. Es fühlte sich irgendwie seltsam an. Das passt schon eher. Wie ein Kleidungsstück welches man lange Zeit getragen hat und das einem jetzt irgendwie seltsam vor kommt. Man fragt sich warum man es früher so gemocht hat und was sich verändert hat. Kurz bevor es am Freitag in Richtung Duderstadt ging ist mir dann eingefallen was es war. Es lag gar keine Hochzeit an diesem Wochenende an. Ich vermisste fast den Streß den man hat, das man noch rechtzeitig zur Kirche kommt und ob man denn noch vorher was essen sollte. Oder ob man denn die schier endlosen Stunden im Gotteshaus überstehen würde. Und plötzlich passte alles wieder an seinen Platz. Diese nagenden Gedanken verschwanden so schnell wie sie gekommen waren. Nächstes Wochenende ist dann ja wieder Hochzeit angesagt. War ja auch lange keine mehr.

Carmen, Heikos Freundin, fuhr uns zielsicher nach Duderstadt zum „Halben Mond“. Heiko hatte sich überlegt man müsse doch noch eine Nachbesprechung des Annafestes organisieren. Eine Idee die eigentlich auch auf meinem Mist hätte gewachsen sein können. Da sieht man mal wieder das wir doch in die gleiche Richtung denken. Könnte auch mit dem gemeinsamen Geburtsjahr zusammen hängen. Oder irgendwelche kosmischen Kräfte die unsere Gedankengänge auf das wesentliche getunnelt haben. Egal, wir hatten vor fürchterlich viel Bier zu trinken an dem Abend. Ganz im Sinne des Annafestes. Das ging dann auch schon gut los. Bier und die Speisekarte wurden gereicht. Wobei Heiko keine brauchte da er gleich bestellte. Da ich aber schon seit längerem nicht mehr im „Halben Mond“ war wollte ich dann doch kurz gucken ob es was Neues geben würde. Gab es aber nicht, also ging es mit dem Standard weiter. Jägerschnitzel mit Pommes, der Doktor schloß sich mir an. Eine solide Grundlage ist immer gut. Eigentlich fehlte in unserer Runde nur noch unser Betreuer Klaus, der aber noch in Verhandlungen mit seiner Regierung stand ob er denn noch weg durfte. Ich könnte ja jetzt einen Spruch machen, aber ich verkneife ihn mir.
So ging es dann munter los. Schnitzel essen, Bier trinken und jede Menge Unsinn erzählen. Halt eine Männerrunde. Während des Essens gab es dann die Überraschung des Abends. Der Klaus schien seine Verhandlungen mit der Regierung erfolgreich geführt zu haben und stieß zu uns. Eine richtige Nachbesprechung würde auch ohne den Betreuer gar nicht statt finden können. Nach dem Essen machte dann Heiko die obligatorische Schnapsrunde klar. Eigentlich wollte ich mich schon wieder dagegen wehren, aber das Schnitzel lag ein wenig schwer im Magen. Der Schierker Feuerstein würde es schon durch den Darm drücken. Der Bierfluß schien nie zu versiegen und ehe man sich versah wurden die ersten Rufe nach Mixgetränken laut. Doch bevor wir wieder auffallen würden in dem wir eine Flasche Hochprozentigen bestellen würden, entschlossen wir uns zu einem Szenenwechsel.

Es sollte zu Kalli Gerbode in den „Eichsfelder Hof“ gehen. Die Uhr hatte den Tageswechsel noch nciht angezeigt, von daher sollten uns keine Probleme erwarten. Aber wir standen vor verschlossenen Türen und wurden nicht eingelassen. Trotz eindeutiger Partygeräusche aus dem Inneren. Viel Alternativen gab es da dann in Duderstadt nicht, doch der Spieltrieb überwog und wir verlegten in das Backsteinhaus, da man da Billard spielen konnte. Ich verstand zwar den Sinn nicht ganz, aber mich beschäftigten zu dem Zeitpunkt andere Sachen. Erste Station im Backsteinhaus war dann die Toilette. Und dann ging es an die Billardtische. Wenn ich Besitzer eines solchen Billardtisches wäre, dann würde ich als erstes Regeln anschlagen. „Nicht mit den Queue Schwertkampf spielen“ oder „Bei mehr als 1,0 Promille Spielverbot. Gefahr der Filzbeschädigung!“ Ich muß ja sagen, das wir uns ganz gut benommen haben. Während wir schon alle leicht einen sitzen hatten und Heiko sich bereits doppelte Whiskymischungen zuführte klappte es alles ganz gut. Auch wenn nicht jeder Stoß gelang, ist bei uns nie die Kugel mit lautem Gepolter vom Tisch geflogen, wie bei den scheinbar nüchternen Nachbarn.

Nach so immenser sportlicher Betätigung hatte der Energieverbrauch ein großes Loch im Magen hinterlassen und wir waren auf der Suche nach Nahrung. Also ging es zu Sabri und wir verleibten uns noch einen Döner ein. Der Klaus hatte seine Ausgangssperre erreicht und verlegte nach Hause. Wir wünschten ihm noch alles Gute, besonders beim Elfmeterhalten, und zogen weiter. Tischmanieren verlassen anscheinend nach dem dritten Bier den Körper. Ich nehme mich da selber nicht raus. Vielleicht lag es auch am Fast Food, an der frischen Luft, an dem ganzen Bier. Jedenfalls wurde keine Körperöffnung mehr geschlossen gehalten. Zum Glück waren wir gerade auf dem Weg in die Werkstatt. Wobei, kann man bei dem Ziel wirklich noch von Glück sprechen?

In der Werkstatt war es einigermaßen voll. Und das ist noch geschmeichelt. Wir standen aber vor einer ganz anderen Frage. Nämlich was wir nun trinken würden. Schnell wurde sich für eine Flasche entschieden und die sollte eine Jim Beam sein. Ich verlor gegen Heiko im Schnick-Schnack-Schnuck und schon verwandelte sich die Hoffnung auf ein wohlschmeckendes Ende des Abends in eine Horrovorstellung. Jim Beam habe ich ja schon seit längerem abgeschworen und versuche ihm aus dem Weg zu gehen, wo es nur geht. Nun gab es kein Ausweichen mehr. Es war schrecklich. Mein Körper hatte vor Jahren gegen Whisky Antikörper entwickelt und die sind immer noch aktiv. Es war als würde sich die Kehle zu schnüren. Und wenn man dann ein Glas geschafft hat und sich auf eine Erholung freut bekommt man die nächste Mischung eingeschenkt. In solchen Momenten nimmt dann die Flasche kein Ende. Ich hatte sogar zeitweise das Gefühl, das sie sich auf magische Weise wieder auffüllte. Gepaart mit der Werkstatt kam ich mir vor wie in einer Geschichte von Lovecraft. Zwischenzeitlich ging dann der Heiko auch mal tanzen und dann verlegten wir nach Hause, nachdem Daniel zwei Mal auf dem Hocker eingeschlafen war. Ich war ein klein wenig dankbar, denn ich war recht kaputt.

Der Samstag Abend fing dann auch schon mal um 1500 Uhr an. Da war nämlich Festausschußsitzung statt und Friede und ich plemperten uns schon mal ein paar Hefe rein. Ob es eine weise Entscheidung war, war mir relativ egal. Ich freute mich irgendwie auf den Abend. Einen besonderen Grund gab es irgendwie nicht. Und die SMS von Gaudo, das Ramona auf dem Straßenfest bedienen würde hatte damit auch nichts zu tun. Auf jeden Fall stand schon fest, das ich dort auf jeden Fall vorbei gucken würde.

So war es dann auch. Als ich um die Ecke bog waren vor dem Zelt schon Gaudo und Nollo zu sehen. Als sie mich dann bemerkten gab es natürlich wieder die üblichen dummen Sprüche. Von wegen, das Ramona extra wegen mir aus Göttingen gekommen ist und so weiter und so fort. Ich hoffte nur das sie es nicht mit bekommen würde. Ich weiß auch gar nicht wie die sich das vorstellen. Lautes Rufen und Anspielungen machen hilft mir da nicht sehr weiter. Ich meine, ähnlich war es ja damals bei Conny auch und wir alle wissen wie toll das gelaufen ist. Ich jedenfalls bin ohne besondere Vorstellungen in das Zelt gegangen. Schön ein paar Bier rein schütten und dann gucken was der Abend noch alle so bringt. Schnitzel hatte ja schon angekündigt, das es Abends noch wo hin gehen sollte.

Mehrere Biere, einiges an Scheiße labern mit Günner und in paar Anspielungen von Nollo später setzte ich mich dann in Kontakt mit dem Schnitzel um die Abendplanung in meinen noch offenen Terminkalender unterzubringen. Mit ordentlicher Verspätung kam cih dann im Feuerwehrhaus an und trank noch mein mitgebrachtes Bier aus. Man schien schon auf mich zu warten. Und ab ging es nach Göttingen. Als erstes Ziel stand das Thanner’s an wo wir den Tobi aufgabelten. Ach ja und noch ein paar Hefe Weizen. Ich nahm mir ja fest vor kein Hefe zu trinken, aber da ich ein dringendes sanitäres Problem vorher hatte bestellte Schnitzel schon mal für mich mit. Da war ich also wieder in der Hefe Schleife gefangen. Das hat das Thanner’s so an sich. Drei bis vier Hefe später sollte es dann in das Alpenmax gehen. Ich wurde leider gnadenlos überstimmt, da ich lieber in den JT Keller wollte. Da wir nun einer mehr waren entschieden Schnitzel, Tobi und ich, das wir zu Fuß gehen wollten. Wir hatten eh noch Hunger. Leider hatten wir vor der Abstimmung nicht den Wetterbericht gelesen. Es goß wie aus Eimern, aber wir waren ja Männer und keine Memmen. Ein kleiner Zwischenstop beim Dönermann und schon waren wir mit einem wunderbaren Atem im Alpenmax angekommen. Und durften Schlange stehen. Zeit sich zu fragen ob es sich wirklich lohnt. Ich war ja der Meinung… Aber lassen wir das, denn ich würde ja eh überstimmt werden.

In der Schlange trafen wir dann meine Lieblings-Kathrin und Kerstin. Die sich allerdings doch nicht vorlassen wollten und sich hinten anstellten. Jeder wie er will. Drinnen gab es nichts wirklich neues. Ich finde den Laden ja nie so die richtige Wahl. Ein großer Teil der Leute ist ein wenig seltsam. Obwohl man sich über den Hübschheitskoeffzienten der anwesenden Weiblichkeit nicht beschweren kann. Man konnte schon an dem einen oder anderen Gesicht länger hängen bleiben als man eigentlich wollte.

Eigentlich hatte ich ja geplant den Eintrag in ein wenig eine andere Richtung abdriften zu lassen. So hatte ich mir das jedenfalls vor dem Zu Bett gehen vorgenommen. Aber meistens sind Ideen die man im Suff hat am nächsten Tag einfach doof. Höchstwahrscheinlich werde ich davon nochmal einen Extra Eintrag machen. Nein, ganz bestimmt werde ich davon noch mal einen Extra Eintrag machen.

Fast schon zum Schluß verlegten wir an eine Theke weiter vorne. Ich war aber schon ein wenig kaputt und mußte mich ein wenig setzen. Und ehe ich mich versah war ich mitten in einem Junggesellenabschied. Ist mir schon klar, was jetzt der eine oder andere sagen wird. Aber ich hatte da wirklich nichts mit zu tun. Ich saß einfach auf einem Hocker und plötzlich wurde mir ein T-Shirt angeboten und ich sollte noch mit machen. Das alles war natürlich sehr zur Freude von Tobi, Schnitzel und Andreas. Aber ich wechselte ein paar nette Worte und begab mich wieder an die Theke. Ich hätte auch gar nicht mehr durchhalten können. Die Teilnehmer hatten aber definitiv das Klassenziel für den Abend erreicht. Und dann sah ich eine sehr hübsche junge Dame recht alleine an einem Tisch sitzen. So gleich begann ich einen Plan in meinem Kopf zu formen. Allerdings floßen die Gedanken nicht so fix wie ich das wollte. Ich wollte eine Bewegung wie der 4er Bob im Eiskanal, aber ich hatte eher das Gefühl, als wenn der Anschieber den Einsprung verpasst hatte. Doch ich war mir fast schon sicher, das es was mit meiner Telefonnummer zu tun hatte. Leider lasse ich mich auch leicht ablenken. Duch Bacardi Cola, Bedienungen Gesprächen zur aktuellen Politk und vielem mehr. Der Plan wollte ishc einfach in meinem Kopf nicht formen. So sehr ich mich auch anstrengte, es schwirrten nur ein paar Eckdaten in meinem Kopf herum und mehr nicht. Bevor ich mir weiter Mühe gab, schüttete ich noch ein paar Mischungen in den Brägen und sah wie sie aufstand und fort ging. Ich dachte sie würde nochmal zurück kommen, so daß ich ihr bei unserer Abreise meine Nummer geben könnte, aber dem war nicht so. Zum Glück hatte ich Bacardi!

Zurück ging es dann per Taxi. Da 6 Leute zu viel sind für einen Suzuki und der Kofferrraum sehr klein war entschieden Tobi, Schnitzel und ich uns für die bezahlte Rücktour. Der Schlaf übermannte mich einfach. Doch mein Atemsystem weckte mich kurz vor Ankunft. Vielleicht war es auch die Lache von Schnitzel ich weiß es nicht mehr. Was ich aber noch weiß ist, das ich verdammt müde war. Und so legte ich mich in mein Bett machte schon mal einen Grobentwurf für meinen weblog, den ich dann am frühen Morgen wieder verwarf, aber auf später verschob.

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