Six weddings an no funeral – Part III

Dem aufmerksamen Leser wird die Überschrift in das Auge gesprungen sein. Ja, es ist eine weiter Hochzeit dazu gekommen. Aber das ist ja halb so wild. Im Feiern spiele ich ja mittlerweile in der Oberklasse. Am Freitag war es jedenfalls soweit, das Steini unter die Haube gebracht wurde. Steini ist eine meiner besten Freundinnen. Wir kenne uns aus den alten Jugendraumzeiten und verlängerten diese dann auch später auf Checker, Glashaus und diverse Göttingentouren. Ein paar Mal Braunschweig war auch mal dabei. Auf jeden Fall war es eine verdammt lustige Zeit, die ich nicht missen möchte. Den Bräutigam Jens kenne ich vielleicht genau so lange. Hautpsächlich von diversen Aspiranten-Events und unseren legendären Doppelkopfrunden. Für mich war im Vorfeld schon eines klar, diese Hochzeit wird Klasse werden. Allein schon die Gästeliste ließ hochkarätige Charakter auftreten.

Mein persönliches Waterloo begann schon in der Kirche. Ich nahm einen Platz auf dem Mannhaus ein, damit ich von weiter oben ein paar Fotos machen kann. Als ich dann eiskalt die Tür zum Orgelboden aufgetreten habe durch die Dunkelheit des Orgelboden gestolpert und zwei mal gegen die Tür gebollert bin hatte ich dann auch die Klinke gefunden und fand den Orgelboden schon belegt vor, von einer der Sängerinnen. Sie war blond und gut aussehend und begrüßte mich mit Namen und stellte fest das wir uns lange nicht mehr gesehen haben und wie es mir den gehen würde. Meine Gesichtsfarbe wechselte in den blasseren RAL-Bereich, aber ich fing mich sofort wieder und stand dem Kreuzverhör stand. Zum Glück verlangte sie nicht das ich sie beim Namen nennen würde. Neben den Fotos habe ich dann also die Trauung dazu genutzt intensiv nachzudenken, wer sie den war und woher ich sie kannte. Trotz der Überlegenheit meines männlichen Gehirns kam ich zu keinem vernünftigen Schluß, ich hasse es wenn es passiert. Die Lösung gab es dann aber auf der Fahrt nach Brochthausen im Hochzeitsconvoi. Matten gab solide Auskunft. Natürlich kannte auch er nicht ihren Vornamen, wohl aber den ihres Mannes und dann blitzte es ein bis zwei Mal in meinem Kopf und ich konnte mich erinnern. Sie war eine alte Schulkollegin. Aber zu meiner Verteidigung sei gesagt, das sie damals noch keine glatten Haare hatte, sondern sehr lockig war.

Nach der Ankunft gab es das übliche Gratulieren und Händeschütteln. Das Schöne bei Hochzeiten ist ja, das man alte Bekannte, die nun nicht mehr im Eichsfeld wohnen wieder sieht. Und natürlich mit alten Bekannten, die man auch sonst regelmäßig sieht ordentlich einen zu Trinken. Und man lernt mal die neuen Arbeitskolleginnen von Steini kennen. Zahnarzthelferinnen gehören ja immer zur hübscheren Sorte. Dies traf auch bei dieser Hochzeit zu besonders angetan war ich von einer braunhaarigen, pferdebeschwanzten jungen Dame, die ein sehr hübsches Gesicht hatte. Um mir Bestätigung zu holen teste ich solche Sachen ja immer gerne mit dem Ingo an, der mir dann durch meine geschickte Frageweise seine ungefilterte Meinung gibt. Und die war durchaus positiv zu bewerten. Fragt sich nur, wie man den Kontakt herstellen könnte. Doch meine Überlegungen kamen nicht weit, da ich durch eine Bierbestellung abgelenkt wurde. Den ersten Sekt drückt man sich ja irgendwie rein und dann schaut man mit suchenden Blicken nach dem ersten Tablett mit gefüllten Pilsgläsern. Matten und ich sorgten aber vor und stellten uns gleich an die Theke. Geht auch viel schneller.

Als persönliche Note für das Brautpaar haben wir uns von der Clique entschlossen alle Gäste ein Fragebogen ausfüllen zu lassen und ich würde dazu noch ein Foto machen. Normalerweise ist so was immer sehr nervig, aber wir haben uns auch mit den Fragen beschränkt, damit sich das nicht zu sehr in die Länge zieht. Ellen und ich sind also durch die Reihen gestreift und hatten einen Auftrag. Ellen verteilte die Fragebögen und ich machte die Fotos. Um nicht zu schüchtern zu wirken, habe ich im Vorfeld ordentlich Bier getrunken. Da wird die Zunge locker und man hat so einen schönen Atem. Ellen hatte den Einleitungsspruch und ich kam dann zum Small-Talk dazu. Schließlich mußte ich auch die Fotos machen, freundlich gucken und hinterher die Namen alle aufschreiben. Ich glaube so viel rede ich in einer ganzen Woche sonst nicht mit fremden Menschen. Aber es war spaßig. Besonders manche Fotos. Meine persönlichen Favoriten waren diesmal David und Ellen selber. Ich habe selten so gelacht und tue es auch jetzt noch wenn ich die Fotos angucke. Bei der letzten Aktion dieser Art waren die absoluten Spitzenreiter Köppel und Näppchen und Ingo und Anne. Leider darf ich aus Gründen, die mit Prügel zu tun haben, die Fotos nicht veröffentlichen. Sehr schade.

Was bei Hochzeiten auch vorkommen soll ist die tänzerische Bewegung. Manchmal kann ich mich ganz sauber darum drücken, aber es gibt glaube ich auf jeder Feier Mädels die mich unbedingt dazu überreden wollen. Steini war ja genügend abgelenkt, da sich die Männer darum rissen mit der Braut zu tanzen. Ellen hatte es zwar angedroht, aber dann nicht wahr gemacht, könnte auch an meiner ständigen Flucht gelegen haben. Aber Sabrina war fix und auf zack. Die griff mich ab, bevor ich auf meinen Platz gehen konnte und da konnte ich dann auch mit meiner Knieverletzung ablenken. Aber auch das habe ich gut überstanden. Tanzen kann ich ja, jedenfalls bilde ich mir ein, das ich es einigermaßen hin bekomme. Und auch die aufmunternden Sprüche nach dem Tanzen der Damen bestärken mich in dem Glauben. Aber es ist nun mal so, das ich lieber an der Theke stehe und mich unterhalte oder lieber am Tisch sitze und mich unterhalte. Das dann dabei immer ein Getränk vorhanden ist, kann man leider nicht ändern. Ich hoffe hieraus dreht mir jetzt keiner einen Strich und auf der nächsten Hochzeit bin ich nur am Tanzen. Die ist nämlich schon am Freitag.

Das neben den ganzen Bieren auch jede Menge Schnäpse über den Tisch gingen liegt ja auf der Hand. Aber ich konnte mich davor ganz gut retten und kam mit einer Gesamtsumme von drei Maltesern und einem Roten heraus. Der Rote war dann in den letzten Malteser gemixt worden. Warum das passiert ist, weiß wohl auch nur der Manuel B. Dafür habe ich aber auch wieder mit Mischungen angefangen. Ein wirklich großer Fehler. Die Mischungen kamen in normalen Gläsern, doch die Bedienungen hinter der Theke, meinten es verdammt gut mit dem Gästen und hauten ordentlich den Schnaps in das Glas. Vielleicht verlockt auch das große Glas die Flasche ein wenig länger in der horizontalen Position verweilen zu lassen. Die Mischungen hatten jedenfalls jede Menge Bums, um es mal vorsichtig auszudrücken. Nicht das es jetzt schlecht war. Jedenfalls nicht für den Moment. Doch die Rechnung würde irgendwann kommen. War aber für den Moment egal.

Die üblichen Vorführungen hielten sich sehr im Hintergrund. Neben der Hochzeitszeitung, zu der ich einige Insider-Informationen zu Steini geliefert habe gab es noch eine spontane Geschichte mit Ein paar glücklichen Gästen. Die wurden nämlich aufgefordert bei einem kleinen Sketch mitzuwirken, den keiner vorher lesen konnte. Ingo sorgte für genügend Freiwillige in dem er seine Sitznachbarn quasi nach vorne schubste. Einer war Manuel, der mir wenige halbe Stunden später dann meinen Malteser verfeinerte. Da der Sketch zu vorgerückter und sehr alkoholisierter Stunde ab lief waren die Hemmungen gefallen und Zwischenrufen gingen leichter von den Lippen. Morchel verpasste dann Manuel kurz nach Beginn den neuen Spitznamen Stromberg, welchem er auch verdammt ähnlich sah. Darauf haben wir natürlich nur gewartet und Manuel wurde nur noch Stromberg gerufen. Ingo und ich haben uns gar nicht mehr ein gekriegt. Manuel fand es weniger gut, aber der wurde eben nicht gefragt. Ich glaube sogar Strombergs Frau fand das witzig. Mich würde es nicht wundern, wenn er in Zukunft zu Hause auch mit Stromberg angesprochen wird. Ich glaube auch das eine Rolle für mich vorgesehen war, weil Friede mal ein paar Kommentare im Vorfeld fallen gelassen hat. Aber ich bin gar nicht so böse drum, das ich nicht in der Mitte des Raumes an einem Tisch sitzen mußte. Man muß sich ja nicht immer und überall zum Ei machen. Schon gar nicht wenn man bei einer Fegeaktion das für die nächsten 10 Jahre erledigt hat.

Wo wir gerade beim Thema Morchel sind. Der hat ganz einfach den Titel Strammsack des Abends bekommen. Wie kann ich gar nicht sagen, auf jeden Fall hat er den Rest der Teilnehmer hinter sich gelassen. Es war nett anzuschauen, als er die Band alleine anfeuerte. Aus 2 m Entfernung. Auch die Krawatte saß nicht mehr richtig. Und entgegen aller Behauptungen kann ich auch im strammen Kopf Krawatten binden. Es hat nur nicht so toll geklappt an dem Abend. Aber normalerweise schütte ich mich vorher nicht so zu, wenn ich mir eine Krawatte binden muß. Nun gut, wir waren aber gerade bei Morchel. Nachdem er also die Band angefeuert hat und mit fast jeder Frau im Saal getanzt hat, hat er sich dann Schlafen gelegt. Seine Freundin hatte schon Bedenken ihn wieder wach zu bekommen. Da half dann Ingos patentierte Karnickelfangschläge. Im Taxi schlief er dann selig weiter. Es gibt da noch Gerüchte die besagen, er soll seine Freundin bei der Ankunft zu Hause noch zum Beischlaf aufgefordert haben. Aber das ist alles nur Hören-Sagen und dem darf nicht so viel Bedeutung zugewiesen werden.

Was mich immer sehr erschreckt ist die schnelle Entleerung des Saales. Man bekommt es gar nicht so mit, wenn man an der Theke steht uns ich Bacardi Mischungen in den Schero kloppt. Aber 0530 Uhr ist vollkommen ausreichend für eine Hochzeit und auch mir wurde klar, das es jetzt Zeit wäre zu gehen. Tobi, der Hannover 96 Fan, fuhr mich dann trotz anders angekündigt nach Hause. Außerdem machten wir klar, das es beim nächsten richtigen Nordderby (Eintracht Braunschweig gegen Hannover 96) zusammen zum Spiel fahren. Gut, seine Mannschaft wird gegen die Eintracht wieder gnadenlos untergehen, aber das weiß er ja vorher. Ich hoffe er hat dann hinterher bei der Siegesfeier auch noch so viel Spaß.

Mein Samstag bestand aus Schmerzen. Im Kopf im Magen und an Körperstellen, die ich hier nicht erwähnen möchte. Auch zwei Bier bei der Feuerwehrübung brachten nur kurzzeitige Abhilfe. Das kann kein normaler Kater gewesen sein. Da müssen sich noch irgendwelche anderen Krankheitserreger mit angehängt haben. Oder sollte es tatsächlich mit meinem Alter zu tun haben, wie mir schon so oft von bereits 30jährigen prophezeit wurde. Das wäre sehr fatal.

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