Double shift

Am Wochenende standen zwei größere Ereignisse an. Den Anfang machte eine Willkommensparty für Dorina, die für ein Jahr Au Pair in den USA war. Am Samstag sollte es dann mit den Aspiranten richtig rund gehen. Doch, Anfang der Woche ist eins der größten Wunder der Erde passiert. Nein, das Wasser der Nahte hat sich nicht spontan in Bier umgewandelt. Andre ist Vater geworden, denn Nadine hat zwei wunderbare Töchter geboren. Richtig gelesen, die Beiden sind Zwillingsletern geworden. Wenn schon Eltern werden, dann aber richtig. Einfach kann jeder. Nun wollte der stolze Vater die Mädels auch ordentlich pinkeln lassen und setzte diesen Termin auf den Freitag. Und schon krachte meine Terminplanung für das Wochenende zusammen wie eine baufällige Brücke. Aber man muß sich ja mit den anstehenden Termine arrangieren und ich mußte dann halt auf zwei Parties anwesend sein. Alles kein Problem, man braucht da nur Durchhaltevermögen. Ich entschied mich für die Variante das ich zuerst zu Andre gehen und dann zu späterer Stunde bei Dorina aufschlagen würde. Soweit der Plan.

David und Ellen holten mich recht zeitnah ab und wir machten uns auf den Weg nach Immingerode. Dort wurden wir schon erwartet und was mich mit am meisten freute war das Faß Bier was da heimlich still und leise in der Ecke stand. Ich wischte mir schnell den Sabber ab und machte mich an die Glückwünsche. Wem man bei einer Geburt nicht alles gratulieren muß. Dem Vater, den Großeltern, den Ur-Großeltern, dem Onkel, dem Hamster der Eltern und mir selber, weil ich mich so lange beherrschen konnte und nicht gleich über das Faß hergefallen bin. Doch Calle erkannte meine Notlager und versorgte mich mit Pils. Nun konnte es losgehen. Andre war sichtlich stolz und freute sich, das wir alle da waren. Er hatte ja auch keine andere Wahl. Ich stelle mir das alles nur sehr stressig vor. Seine Frau liegt mit den Kindern im Klinikum und er muß schnell nach Hause fahren um ein paar Saufnasen zu unterhalten. Aber Andre hat es ohne Probleme hin bekommen und trinkt ja auch gerne mal einen.

Norbert stand am Grill und machte wundervolle Bratpeitschen, die mit Sicherheit von Satsche Kellner waren. Guter Geschmack vorprogrammiert. Nun hat Andre auch so einen abgefahrenen Säulengrill, der die Kohlen quasi in eine Gluthölle verwandelte, in der man auch locker Stahl härten konnte. Bei meinem 5 Euro Grill muß ich da immer wedeln wie ein verrückter, damit die Kohlen schön durchziehen. Aber da sieht man halt wo das Geld steckt. Sagt der Mann mit dem 300C. Die Würstchen waren eine Gedicht, dumm nur, das ich in meiner ganz normalen Verwirrung schon was gegessen hatte. Als wenn ich auch immer meine Gedanken zusammenhalten kann. Erstens gibt es da Sinnesüberreizungen, die mit dem sommerlichen Wetter und der Vorliebe des weiblichen Geschlechts mit kurzen Klamotten umher zu laufen zusammen hängen. Dann mußte noch ein wenig was koordiniert werden und schon ist man in seinen alten Trott zurück gefallen. Egal, ein Riemen passt ja immer rein und außerdem konnte ich genügend Bier hinterher kippen, damit es auch ordentlich flutschte. Ich löste dann den Calle an der Zapfanlage ab und füllte ein paar Gläser. Eigentlich hat jeder mal gezapft, auffällig nur, das die Leute mit dem größten Durst öfter als andere an der Zapfanlage standen. Ich nehme mich da jetzt nicht raus.

Es wurde munter Bier getrunken und sich unterhalten, bis dann das übliche kam. Andre entstieg den Tiefen des Kellers und hatte zwei Flaschen Schnaps unter dem Arm. Eine Flasche war Becherovska und meine Gedärme zogen sich schon zusammen, als ich nur den Namen las. Leise, in meinem Kopf. Die andere Alternative war dann Linie, was mit Sicherheit besser munden würde. Das ich um eine Schnapsrunde herum kommen würde, das habe ich gänzlich ablegt. Also entschied ich mich für das kleinere Übel und kippte die Kümmelspirituose in den Schlund. Schlimm nur, wenn Schnäpse nicht gut gekühlt sind. Die Entgleisungen meines Gesicht waren nicht ganz so spektakulär sorgten aber für allgemeine Erheiterung. Mache ich doch immer gerne. Doch die Worte die Andre benutzte als er uns zuprostete ließen auf Schlimmeres hoffen. Es wurde zunächst auf die Mutter getrunken. Das hieß nur, das wohl auf die ganze Verwandtschaft durch getrunken wurde. Ein kalter Schauer lief mir über den rücken, als ich das hörte. Es könnte natürlich auch an der Linie gelegen haben. Um dem Schauplatz des Schreckens zu entfliehen nahm mich die kleine Hannah an die Hand und wollte draußen umher marschieren. Da sie noch nicht alleine laufen kann, brauch sie ja immer wen zum fest halten. Da kommen den Eltern umherstehende Gäste gerade richtig. Aber ich bin ja gerne mit ihr gegangen, obwohl ich ja bei kleinen Kindern sehr unsicher bin. Nachher mache ich da was kaputt und muß es dann bezahlen. Ich bin immer sehr vorsichtig, wenn eine Mutter mit einem Kind auf dem Arm rum läuft und diesen Blick drauf hat das Kind mal Jemanden auf den Arm zu geben. Gut, ich kann die Kinder dann ohne Probleme halten, aber unsicher bin ich doch. Das ganze erledigt sich meistens eh nach ein paar Minuten, denn entweder gibt es dann ein Schreikonzert oder das Kind will zurück in die Arme der Eltern. Nicht so Hannah, die marschierte munter drauf los. Also haben wir uns alle Terrakotta-Tiere im Garten an geguckt, inklusive Tierstimmenimitation von mir. Nun ist Hannah auch noch nicht so groß und ich muß dann mit krummen Rücken durch die Gegend eiern. Da ich aber auch nicht jünger werde, merkt man das nach zwei Runden durch den Garten. Hier hilft dann der Trick das Kind den Vater oder Mutter suchen zu lassen. Funktioniert immer. Und schon kann ich mich wieder dem Bier trinken widmen.

Dummerweise auch dem Schnaps trinken. Nun behaupten ganz böse Zungen, das ich selber schon die Runden gefordert habe. Da meine Erinnerungen schon leicht verwaschen waren, könnte da sogar sein. Die Schlagzahl wurde drastisch erhöht. Die Gläser standen kaum mal unbenetzt auf dem Tisch. Die Grimassenaktivität in meinem Gesicht stieg drastisch nach oben. Dafür steig dann aber auch der Scheiße laber Faktor, sehr zur Belustigung der Allgemeinheit. Dummerweise raste die Zeit dahin und ich wollte ja noch zu der anderen Party. Florian und Patrizia waren auch schon da und mit denen wollte ich dann wieder zurück nach Westerode fahren, da sie auch noch bei der Party geladen waren. Die aber machten keine Anstalten zum Aufbruch, was mich dann dazu veranlasste mir ein Taxi zu rufen. Ich hasse es zwar mitten in einer Party abzuhauen, aber da ich bei der anderen Party auch zugesagt hatte, muß ich halt ein paar Kompromisse eingehen. Ich hoffe Andre hat das verstanden. Aber ich habe ja auch schon gut zugeschlagen und fühlte mich nicht mehr ganz so klar im Kopf. Aber wozu sind den Freitag Abende sonst da, wenn nicht zum zuschütten.

Eine kurze Taxifahrt später war ich dann in Westerode und bei Ehbrechts in der Garage. Dort war schon eine ausgelassene Stimmung. Und nachdem ich dann Dorina offiziell von meiner Seite in Deutschland wieder begrüßt hatte reichte man mir schon das erste Getränk. Und ich sah die verhängnisvolle Flasche Havana Club auf dem Tisch stehen. Damit waren alle Weichen gestellt und ich beeilte mich mit dem Bier trinken. Dann endlich konnte ich meine Lippen an ein wunderbares Getränk legen. Ich weiß zwar nicht was dieses Getränk in sich hat, aber es mich voll in seinen Bann gezogen. Für Havana würde ich so einiges stehen lassen. Supermodels inklusive. Nicht Jessica Alba, die noch eine Nummer schärfer ist als das Durchschnittssupermodel. Da es aber wahrscheinlicher ist, das ich, bevor ich mal Jessica Alba treffe, bei einem spontan besuchten Eishockeyspiel von einem Puck die Schneidezähne weggeschossen bekomme, konzentrierte ich mich vorerst auf den immensen Konsum von Havana Club. Man muß sich kleine Ziele stecken.

Es folgte nun ein Tischhopping, von dem ich nur noch die groben Gesprächsteilnehmer zusammen bekomme. Ich saß quasi überall mal und unterhielt mich über die verschiedensten Themen. Es waren dabei: 300C, Ex-Freundinnen (Ja, man mag es kaum glauben, aber auch da habe ich Erfahrungen) und wie man am meisten Trinken kann ohne sich zu übergeben. Leider kann ich mich nicht wirklich an die einzelnen Nuancen von jedem Gespräch erinnern, aber ich hoffe ich habe keine Horrorvorstellungen jeglicher Art geweckt. Und ich weiß, das jede menge Havana meine Kehle durchflossen hat, was nicht unbedingt nur meine Schuld war, sondern auch die des Schmierpopels, der mich immer versorgte. Und so langsam wird mir auch klar, warum ich so mega hacke voll war. Der Schmierige Popel hat mir nämlich seine Spezialmischung eingeflößt. An der Mischung ist rein gar nichts Spezial, sondern sie sind nur stark. Dafür ist aber der Freitag da, wie ich weiter oben schon einmal erwähnt hatte. Gegen 0300 Uhr bin ich dann wohl als einer der letzten Gäste nach Hause geschossen. So berichtete mir erstmal der Schnitzel. Denn mein Zeitgefühl war komplett im Eimer gewesen.
Meine ersten Erinnerungen waren erst wieder, wie ich in meinem eigenen Bett erwachte. Ich frage mich manchmal wie ich das immer hin bekomme. Ich muß doch einen Schutzengel haben. Mein Körper gab mir folgende Meldung: Leichte Magenverstimmung, verschwommene Sicht und eine Ankündigung eines Magendurchbruchs. Die Verschwommene Sicht konnte teilweise durch das Aufsetzen meiner Brille behoben werden, doch die Magenproblematik bedurfte einer etwas längeren und intensiverer Behandlung. Ich setzte mich auf und wünschte mir sofort eine Vollnarkose. Mein Magen zog sich zusammen und versuchte sich selber zu verdauen. So zumindestens fühlte es sich an. Oder besser gesagt, so stelle ich mir vor, das es sich an fühlt. Ich stand trotzdem auf und versuchte den Aufrechten, schwindelfreien Gang zu erreichen. Als ich mich von meinem Sturz die Treppe herunter erholte hatte Als ich relativ unfallfrei die Treppe hinter mich gebracht hatte, überlegte ich wie man am Besten den Magenproblemen an den Kragen gehen konnte. Ich entschied mich für eine Brühe mit Ei. Hört sich jetzt sehr grenzwertig an, aber das half ganz gut. Für ungefähr eine Stunde. Dann ging es wieder los. In der Zwischenzeit war dann der David kurz da und hat mir von dem Ende des Abends berichtet. Er lag wohl irgendwann mit dem Kopf auf dem Tisch und konnte nicht mehr sprechen und Calle wollte noch in die Werkstatt. Ich belog ihn mit meinem guten Zustand und er verschwand wieder. Zugegeben, zu dem Zeitpunkt ging es mir auch schon wieder besser. Nachdem ich mir dann ein Mahl bereitete hatte, bei dem ich selber nicht wusste, ob ich es essen würde, wollte ich den Magenschmerzen mit einer Verwirrungstaktik nahe kommen. Ich machte mir eine erneute Suppe mit Ei und dann noch einen Kaffee. Der Erfolg war nur mäßig. Es ging erst wieder bergauf, als ich um 1600 Uhr ins Feuerwehrhaus eingerückt bin und ein Hefeweizen trank. Doch das wollte ich morgens um 0930 Uhr noch nicht machen.

Die Besprechung war recht interessant, was nicht nur an dem ganzen Bier lag, welches ich mir zuführte. Aber wenn man eh am nächsten Tag frei hat, sind Besprechungen mit direktem Zugang zu alkoholischen Getränken sehr gefährlich. Die Besprechung war zwar noch nicht ganz vorbei und ich machte mich auf den Weg zu Friede, da von dort aus die Tour nach Chicki starten würde. Dort war der erste Tag des Revial geplant. Und am Samstag gibt es dann den Halbzeitstand und Fechler feierte außerdem noch seinen Geburtstag mit den Aspiranten. Und hatte mich auch eingeladen. Die wahren Ausmaße seiner Entscheidung sollte er erst spät begreifen. Martin holte uns also von Friede ab, dann luden wir noch noch die Steinmetze ein und los ging es nach Chicki. Der saß nämlich schon auf heißen Kohlen, da der bestellte Spielmannszug für Fechler schon bereit stand. Nach kurzer Begrüßung aller Anwesenden freute ich mich schon auf den Anblick des 7-Zylinders. Eine Tankstation für 7 Personen, praktisch an einer Bierbank befestigt. Dieser Anblick war einfach wunderbar. Aber bevor ich hier in Schwärmerei entschwinde, lasse ich lieber eine Fotoserie für sich sprechen: Der 7-Zylinder. Sitz man an ihm, dann kann der Abend nur gut werden. Also setzte ich mich gleich hin und fing an zu sapfen. Die Uhr zeigte 1807 Uhr. So stelle ich mir Abendunterhaltung vor.

So ging es dann auch eine geraume Zeit weiter. Bier trinken, Scheiße labern und sich auf das Grillgut freuen. Chickis Vater grillte nämlich und zauberte gar köstliche Gerüche in die Nase. Nebenbei wurde dann auch noch der Halbzeitstand bei den Aspiranten ausgewertet. Fachgerecht wurden die eingedosten Tips mit einer Metallsäge befreit. Man muß halt nur die richtigen Spezialisten an das Werk lassen. Als Sieger konnte der Tutz verkündet werden, der leider nicht dabei war, da er Kinderdienst hatte. Hieß für den Rest der Truppe doppelt so viel Gas geben. Das Grillgut war übrigens extrem lecker. Dazu wurde von Fechler ein Tzaiki gereicht, der nicht von dieser Welt war. Ich glaube ein ganzer Strauß Knoblauch ist ihm da rein gefallen. Da wir aber alle von aßen, fiel die Fackel nicht weiter auf. Auf jeden Fall hatte er guten Bums.

Ich kann gar nicht wieder geben, was wir alles erzählt haben. Aber der Großteil war nicht jugendfei und alles war sehr sinnentleert. Dafür wurde sich aber benommen wie in der Steinzeit. Rülpsen und Flatulenzen gehörten da noch zu den Dingern die man erzählen darf. Dennoch hatte man Angst und Bange das bei manchen Körperfunktionen die Möbel beschädigt wurden. Auf jeden Fall lebt nun in meiner Nase nichts mehr. Wenn ich mir das jetzt nochmal durchlese, dann hoffe ich das da vorher auch nichts gelebt hat, aber nach dieser mehr als grenzwertigen Kur ist dort nichts mehr aktiv. Jens hingegen entwickelte ganz neue Fähigkeiten. Er kann nun sogar schon Vibrationen hören. Aber lassen wir das. Und begeben uns zu einer fortgeschrittenen Stunde. Die Stimme wurde bei allen schon unsicherer und auch die Zunge gehorchte nicht mehr bei allen. Wie es dazu kam, fragt man sich hier zu Recht. Natürlich konnte so ein Abend nicht ohne Schnaps von statten gehen und somit gab es dann irgendwann eine Auswahl an Schnapssorten. Ich wäre gerne davon gelaufen, aber mein Platz am 7-Zylinder war so schön angewärmt. Los ging es mit Bismarck. Eigentlich ein Schnaps der mir immer recht gut mundet, aber wenn er nicht so ganz kalt ist, dann zieht er einem die eine oder andere Delle aus der Karosserie. Zum Glück war ich nicht alleine, der das Zeug trank, sondern Friede leistet mir Gesellschaft. Nun muß aber wissen, das Friede wohl den Schnaps noch schlechter verträgt als ich. Gut, er zieht keine Grimassen, wie das bei mit immer der Fall ist, aber er wird dann recht fix müde. Und er trinkt immer weniger. Normalerweise gibt es dann ein paar Sprüche und weiter geht es. Aber bei Friede hilft das nicht immer. Also wurde richtig schön in die Kerbe rein gehauen. Besonders beliebt sind Sprüche, die mit Trill zu tun hat, da er ja trinkt wie ein Sittich. Es wurde dann sogar schon angeboten ein wenig Weißbrot klein zu machen, damit er was zu seinem Bier hat. Und dann war es so weit, er schloß die Augen und sie bleiben für eine längere Zeit zu. Dabei gab es noch nicht mal Schlafnüsse oder ähnliche Knabbereien. Kurze Zeit später machte er sich dann aus dem Staub und wir tranken weiter.

Zu dieser Zeit wurde dann auch schon über die weitere Abendplanung nachgedacht. Und Schnitzel textete mich an und überredete mich quasi dazu mit nach Göttingen ins das Alpenmax zu kommen. Ich war meiner Sinnen nicht mehr mächtig, als mein Mund dieser Idee zustimmte. Der Rest wollte wohl in die Werkstatt. Schnitzel fuhr vor und ich stieg ein. Im gleichen Moment wurde meine Knoblauchfackel bemerkt und ich wurde gefragt, ob das mein Ernst sei. Solche Fragen finde ich ja auch immer gut. Was hätte ich denn dagegen machen sollen, außer mir eine Ersatzspeiseröhre inklusive Magen zu zulegen. Und finde erstmal nachts einen Chirurg, der so was macht. Ich durfte mir dann das Genasele die ganze Fahrt anhören und unterdrückte meinen Harndrang. Als wir dann in Göttingen angekommen waren, wollte ich nur noch auf die Toilette. Dabei übersah ich ganz das Motto des Abends und es war mir auch egal. Die Rettung in Form der Porzellanschüssel war in sichtbare Weite gerückt.

Nachdem dann diese Laune der Natur erledigt war machte ich mich nun daran den Rest der Truppe zu finden. Doch vorher stattete ich mich mit einem alkoholischen Getränk meiner Wahl aus. Da ich bereits das Bier im Alpenmax kannte und fürchtete, entschied ich mich für Bacardi. Eine solide Wahl und da kann man nichts falsch machen. Nun konnte ich zwei Sachen erledigen. Einmal mich nach meinen Mitfahrern umzugucken und zweitens ein wenig die Mädels angucken. Ich suchte zunächst an den offensichtlichen Stellen, Thekennah und dennoch freien Blick auf die Tanzfläche. Aber dort fand ich nichts, außer hübschen Frauen. Also ging es weiter in die entlegeneren Ecken des Alpenmaxes und dort fand ich dann die Truppe. Warum nur wird immer der Platz bevorzugt der am weitesten weg vom Geschehen ist. Ich verstand es nicht wirklich. Wenig später schlug ich dann vor etwas zu verlegen, worauf dann nur Schnitzel eingegangen ist. Der wollte nämlich rauchen gehen. Immer noch besser als in der hintersten Ecke umher zu stehen.

Das Publikum war durchwachsen, aber relativ vollstramm. Dabei spielte ich wohl auch im oberen Drittel mit. Außerdem fiel auf, das hier relativ viele Junggesellenabschiede unterwegs waren. Sowohl weiblich als auch männliche Fraktionen. Besonders gut an den gleichartigen T-Shirts zu erkennen. Ich glaube darum kommt der heutige Abschied nicht herum. Immerhin habe ich auch schon eine beträchtliche Sammlung im Schrank hängen. Aber so recht wollte ich keine Favoritin finden. Schnitzel und ich pendelten recht regelmäßig zwischen Rauchzimmer und normaler Aufenthaltshalle hin und her, aber das eine Frau dabei war die mich richtig begeisterte war leider nicht der Fall. Nicht vergessen werden darf hier der immense Bacardi Konsum.
Bei einer fortgeschrittenen Getränkeorganisation stand ich also an der Theke und wartete auf die Bedienung. Gut war, das ich dank meiner Knoblauchfackel immer genügend Platz hatte. Mittlerweile bot mir auch Matze unaufgefordert Kaugummis an, die ich dann zwar an nahm, aber nicht so ganz an die Wirkung glaubte. Jedenfalls traf es mich an der Theke. Ich drehte mich wärhend der Wartezeit ein wenig umher, um das Gleichgewicht zu halten um ein wenig Überblick zu bekommen, da sah ich eine nett anzusehende Blondine auf einem nahe stehenden Hocker sitzen. In Anbetracht meines derzeitigen Zustandes und meiner Fähigkeit Frauen jenseits der 18 nicht immer perfekt in die Altersgruppen einzuordnen, würde ich sagen, das sie „um mein Alter herum“ hätte sein können. Und sie war ohne männliche Begleitung da, da sie mit ihrer Freundin und deren Freund redete und leicht lächelnd in meine Richtung blickte. Unvoreingenommen wie ich nun mal bin, hätte es durchaus sein können, das sie mich meinen könnte. In solchen unpassenden Momenten taucht dann natürlich die Bedienung auf und nimmt meine Bestellung entgegen. Da ich nun nicht weiter wie ein Idiot mit zwei Getränken an der Theke umher stehen wollte ging ich halt wieder zurück zu den anderen, die mittlerweile wieder den Standort verlegt haben ohne mir Bescheid zu sagen. Finde ich immer gut. Verwirrung ist die Beste Taktik dem Feind zu entkommen. Aber ich habe sie trotzdem gefunden. Und wollte Schnitzel gleich meinen Fund berichten. Etwas in mir hielt mich aber davon ab. Es könnte Schnitzels guter Wille sein, der dann gleich wieder mit ihr hätte reden wollen. Und das würde ja gar nicht gehen. Es gingen dann aber doch noch ein paar Mischungen in den Schero. Ich habe die junge Dame dann lächelnderweise nochmal im Raucherzimmer wieder gesehen und konnte mein Gesicht doch zu einem Lächeln verkrampfen. Sagte aber Schnitzel nichts davon. Nun höre ich schon wieder das Kopfschütteln vor den Monitoren (Ja, ich habe ebenso gute Ohren wie Jens). Ich war halt realistisch. Erstens war ich voll wie eine JHV der Feuerwehr bei der alles frei ist und zweitens roch ich aus dem Mund wie ein Großtransporter Knoblauch, der bei Würzburg im Stau seit der holländischen Grenze stand, bei 43°C im Schatten. Ergo hätte ich sie beim ersten Satz ins Wachkoma gehaucht. Und ich habe noch keine Rechtschutzversicherung.

Ein Blick auf die Uhr, der ungefähr 10 Minuten gedauert hat, verriet mir das es verdammt früh am Tage war. Die genaue Uhrzeit weiß ich nicht mehr, wohl aber, das es jetzt Zeit zum Aufbrechen war. Ein kleiner Snack beim benachbarten Dönermann war auch noch drin, aber dann ging es ab heimwärts. Um meinen Atem machte ich mir eh keine Gedanken mehr, nur um meine Essmanieren. Aber auch das ging relativ problemlos von statten. Gut der Tisch war abwaschbar und in meinem Zustand hätte ich eigentlich einen Mund der Größe von Neukaledonien gebraucht, damit nichts daneben geht. Von der Taxifahrt weiß ich nichts mehr, nur das mich der Taxifahrer nicht am geforderten Punkt raus ließ sondern, in der Mitte des Dorfes, wie den Rest auch. Frische Luft macht munter. Wäre das nicht passiert, hätte ich auch nicht den frühmorgendlichen Einbrecher bei Holger überrascht. Das war dann aber doch sein Sohn. Jemand sollte ihm sagen, das es verdammt gefährlich ist, um 0500 Uhr mit Kapuze an einer Haustür umher zu fummeln. Man gut das ich hacke war und noch sprechen konnte.

Sonntag Morgen, ich erwachte aus dem Koma und fragte mich wann denn das Revival los gehen würde. Ich entschied mich aber dennoch erstmal klar zu kommen. Das dauerte dann bis High Noon und dann machte ich mich auf den Weg. Spektakulär war es allerdings nicht, da ich ja nichts getrunken habe. Ich hatte noch einige Sachen für den Autoverkauf vorzubereiten. Eine Ausrede die gezogen hat. Ich war auch nicht in der Lage etwas zu trinken. Besser gesagt, wenn ich das gemacht hätte, dann wäre es bestimmt böse geendet.

Nächste Woche befinde ich mich in einem anderen Bundesland zum Trinken. Ich sage nur Annafest in Forchheim, Zugfahrten, Bier trinken, Mett essen und Scheiße labern. Ich freu mich!

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