Second place sucks!

Als ich an das vergangene Wochenende gedacht habe, hatte ich schon gar keine Lust mehr. Es bedeutet wieder purer Streß. Halt, ich muß mich ein wenig korrigieren, denn der Sonntag versprach purer Streß. In Verbindung mit dem Samstag. Denn dort stand nicht nur das Finalspiel der Europa Meisterschaft an, nein, Morgens früh musste ich noch zu den Kreisjugendfeuerwehrwettkämpfen nach Wiershausen. Wo das war, wusste ich bis dahin auch noch nicht. Hieß also viel Spaß auf dem Weg dorthin. Doch zunächst beginnt das Wochenende wieder am Freitag. Ein Freitag an dem ich nichts machen wollten. Besser gesagt hat sich so richtig nichts ergeben, was mich auf einen Sofaabend schließen ließ. Der fing auch zunächst so an.

Ich guckte mir ein paar Filme auf DVD an und genoß ein paar kühle Biere. In Ermangelung des Erlebten hatte ich mir schon vorgenommen eine kleine Abhandlung über einen der Filme zu schreiben, aber es sollte dann doch anders kommen. Nachdem ich einen harten Actionkracher geguckt hatte, folgte eine romantische Komödie ein weiterer Action Kracher. Zwischendrin habe ich ein paar Telefonate geführt und eines davon war mit dem Porno. Der war wohl gerade in Mingerode unterwegs und drohte damit später noch vorbei zu kommen. Ich überlegte mir nach dem Telefonat schon wie ich am Besten das Haus abdunkeln könnte, damit er einfach vorbei fährt. Doch die Planung ging irgendwie nach hinten los, als er dann schon an der Tür klingelte. Zum Glück war die romantische Komödie der Action Kracher schon zu Ende, so daß er mich dabei nicht störte. Da ich genau wusste was aus dem Abend werden würde, wenn erstmal der Ponro da wäre, habe ich dann weiter Bier getrunken. Da ich noch eine Probierkiste von Weihnachten hatte, probierte ich also kräftig. Als dann der Porno da war bot ich ihm höflicherweise Bier an, welches er ablehnte, da er ja mit dem Auto da war. Ich wusste ja das er ablehnen würde und liebte es ihn ein wenig zu quälen. Er mußte sich dann halt mit Wasser begnügen. Es dauerte nicht lange, da kamen dann die Vorschläge doch noch was zu machen. Ich fühlte mich dann schon ein wenig matt und wenn ich dran dachte, das ich ab Samstag Nachmittag für die Feuerwehr im Einsatz bin, dann wird mir ein wenig übel. Aber es fiel dann der Name eines einschlägig bekannten Musikschuppen und mein Hirn wägte Vor- und Nachteile ab. Es gab eine interne Abstimmung und die fiel dann einstimmig für die Werkstatt aus. Ich selber hatte übrigens kein Mitspracherecht und hatte gerade noch die Gelegenheit mich fertig zu machen. Porno hatte auch noch die Hüfte kontaktiert und die wollte nun auch mit. Das konnte dann ja heiter werden. Hüfte und Porno und ich in der Werkstatt. Fehlte nur noch der Schnitzel und es hätte sich wie die alten Zeiten angefühlt. Ach ja und Conny hätte in der Werkstatt bedienen müssen, dann hätte ich das Datum gecheckt ob wir nicht in einer Raum-Zeit-Anomalie stecken.
Ein großes Risiko ist es ja immer zu Porno in das Auto zu steigen. Porno fährt nämlich wie eine Wildsau. Hätte er eine größere Maschine unter der Haube, dann wäre er mit ziemlicher Sicherheit schon drei bis viermal im Graben gelandete. So verbrachte ich also die Fahrt nach Duderstadt, eine Runde durch die Stadt und die Rückfahrt nach Westerode in Todesangst und betend. Gott wird sich gewundert haben, meine Stimme so oft gehört zu haben. Porno fuhr mich dann zum Feuerwehrhaus, da er sich noch umziehen wollte und ich seltsamerweise auf die Toilette mußte nach gucken wollte ob denn die sanitären Einrichtungen noch funktionieren würden. Das ging relativ schnell und ich konnte mich dem Bier trinken widmen. Das war auch bitter nötig, denn die Todesfahrt durch die Stadt kostete mich einen großen Teil meines Flüssigkeitshaushaltes. Um ehrlich zu sein, ging ich erst zum Kühlschrank und dann auf die Toilette. Ich hatte halt irren Durst. Porno betrat das Feuerwehrhaus in Rekordzeit. Ich dachte das er eigentlich länger brauchen würde, aber er hatte wohl auch unglaublichen Durst, da er ja den ganzen Abend noch keinen Tropfen getrunken hatte. Wir hatten gerade das erst Pils vernichtet, als Hüfte anrief und mich fragte ob wir denn ich zu Natascha kommen würde, dann müßten sie nicht zum Feuerwehrhaus gehen. Die Logik verstand ich nicht ganz sofort, aber man soll ja hübschen Frauen nicht widersprechen. Also organisierte ich noch schnell für jeden ein Pils, bezahlte die Rechnung und auf ging es zu Natascha.

Dort war der Plan sofort in die Werkstatt aufzubrechen. Doch der Plan ging nicht auf, denn Natascha feierte gerade ihren Geburtstag und wollte das wir noch etwas trinken würden. Bevor ich nein sagen konnte, war Porno schon durch die Hecke gebrochen und saß im Wintergarten. Sensationell fand ich übrigens das Ausguckding für die Fische im elterlichen Teich im Garten. Ich habe ja schon viel gesehen, aber ein Ausguckzylinder für Fische. Wozu müssen die Viecher denn was sehen. Die müßen doch höchstens aufpassen, das sie nicht vom Storch geholt werden. Egal, ich mache mir um gar nichts mehr Gedanken, denn einzelne Alkoholatome überschritten schon die Gehirnbarriere. Dort verrichteten sie ihre Arbeit. Im Inneren des Wintergartens erwarte uns dann gekühlte Getränke und Schnaps. Es gab Roten und ich lehnte dankend ab. Das störte aber Natascha wenig, denn sie hatte ja noch eine klare Flüssigkeit in einer Leuchtturmflasche. Auch hier waren Proteste meinerseits wie Perlen vor die Säue, denn ich mußte es einfach trinken. Schön finde ich ja immer das ich irgendetwas probieren muß. Sie wusste wohl selber nicht was drin war, aber Pitsche haut ja alles weg. Von wegen, ich machte zunächst die Geruchsprobe und konnte es als Korn identifizieren. Was ja noch in Ordnung war, aber die Temperatur war ein wenig lauwarm. Weniger gut. Aber er ging rein. Dann durfte ich Fotos vom letzten Urlaub von Jennifer, Hüfte und Marina angucken. Der Packen war ungefähr 20 cm dick. Ich meine, ich mache ja auch viele Fotos, aber ich lasse die nicht alle entwickeln. Das ist doch Wahnsinn. Aber ich schaffte den Packen.

Nachdem ich dann einen weiteren Schnaps trinken durfte konnten wir dann los. Ein Wort noch zum Schnaps, beim zweiten Glas bekam ich auch noch die doppelte Dosis. Ich weiß gar nicht wie man bei meinen Gesichtsverrenkungen nach dem Schnaps trinken annehmen kann, das er mir geschmeckt hat und ich bei der nächsten Runde doch einen doppelten haben wollte. Egal, das Taxi war da und ab ging die Post zur Werkstatt. Dort war Strip Nacht und nicht wirklich was los. Warum sollte es sich denn auch geändert haben. Die Strip Party war mir furzegal, hauptsache es gibt Alkohol. Und noch vor dem Eintritt wurde entschieden das es Havana Club sein sollte. Und ich hatte damit rein gar nichts zu tun. Aber es zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht. Die Flasche wurde recht fix gekauft und dazu gab es dann 18 Strip Dollar. Na toll, was soll man denn jetzt damit machen. Man konnte sich also einen Dame an den Tisch holen und sie zog sich dann aus. Um ehrlich zu sein, kann ich mir besseres vorstellen, zum Beispiel Havana trinken. Außerdem fand ich es ein wenig unpassend, wenn Porno und ich uns eine Stripperin kommen lassen, während die Mädels daneben sitzen würden. Also gab es eine kleine Rücksprache mit Porno und wir entschieden zusammen das Natascha einen Stripper bekommen sollte, da sie, Hüfte und Melanie schon ein Foto mit ihm gemacht haben. Und das möchte ich hier mal bemerkt haben. Ich habe das nicht alleine entschieden. Ich habe sogar vorher Natascha gefragt ob sie das möchte und keiner hatte was dagegen. Dies nur zu meiner Verteidigung, da am nächsten Tag schon wieder das Gerücht durch die Gegend geisterte das ich das alles alleine angezettelt habe. Doch zum Glück gibt es dieses Logbuch. Ein Sprichwort sagt: „Eine Lüge ist bereits einmal um die ganze Welt, bevor die Wahrheit sich überhaupt die Stiefel angezogen hat!“ Es stimmt allerdings das ich die ganzen Verhandlungsgespräche geführt habe, da sich kein anderer dazu zur Verfügung stellte. Dollars wechselten den Besitzer und ab ging die Party.

Porno und ich tranken der weilen Havana Club in rauhen Mengen. Da Porno zeitweise Blickkontakt zu der Ecke des Geschehens hatte, konnte ich an seinen Augen sehen was ungefähr gerade ab ging. Aber ich beruhigte ihn mit weiteren Mischungen. Als die Mädels dann wieder da waren, konnte man an ihren Gesichtern ablesen, das es wohl das richtige Geschenk war. Ich wusste nur nicht ob es Entsetzten, Erstaunen oder pure Begeisterung war. Pornos und mein Programm änderte sich nicht viel, es ging weiter mit Havana in den Kopf und irgendwann war die Flasche dann geleert. Und wirklich was zu gucken gab es nicht wirklich. Es könnte auch daran gelegene haben, das mir so ein paar Minuten fehlen. Da die Flasche eh alle war, konnte wir auch den Heimweg antreten, welches dann auch unverzüglich geschah. Ich wollte dann zwar in Westerode aussteigen und den Weg nach Esplingerode zu Fuß gehen, aber das ließ Hüfte nicht zu und zwang mich im Taxi weiter zu fahren. War vielleicht auch besser so. ich weiß zwar nicht wie ich ins Bett gekommen bin, aber dort bin ich am nächsten Morgen aufgewacht.

Es war dann auch schon später als ich angenommen hatte und meine Pläne die ich bis zum Mittag hatte würden ein wenig in Bedrängnis geraten, aber sie waren noch machbar. Bis ich dann versuchte aufzustehen. Es traf mich wie ein Hammer und ich fühlte mich auf der Stelle beschissen. Zu harte Mischungen für meinen filigranen Körper. Hmm, filigran und mein Körper passt irgendwie nicht zusammen. Sagen wir einfach mal so, das es mir Scheiße ging und ich mußte noch am Nachmittag zur Feuerwehrübung. Das Sauber machen des alten Autos mußte also entfallen. Als ich dann gegen 1300 Uhr zum Feuerwehrhaus verlegte kam mir spontan eine grandiose Idee. Ich würde gleich ein eisgekühltes Bierchen trinken und dann würde es mir auf den Schlag besser gehen. Da eh noch keiner da war gab es auch keinen der mich an meckern konnte. Und der Plan ging auf, als ich mir das Bierchen einflößte atmete mein Körper regelrecht auf und es ging mir besser. Nun hieß es Contenance bewahren, damit es nicht gleich wieder Überhand nimmt mit dem Bierkonsum. Aber wenn das erste Getränk bereits den Weg die Speiseröhre hinunter nimmt dann ist meistens kein halten mehr. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist verdammt schwach. So konnte ich dann auch nur mäßig an mich halten und trank weiter Bier. Ein Blick auf die Uhr versprach eine Sünde, denn es noch keine vier Uhr durch. Außerdem war geplant, das ich am Nachmittag, also nach der Übung noch zum Fußballturnier nach Gerblingerode fahren sollte. Noch war alles möglich. Wir übten vorweg nochmal und ich trank weiter Bier. Dann fuhren wir nach Werxhausen und tranken weiter Bier. Man merkt schon am meiner Wortwahl, das Bier ein Hauptbestandteil des Nachmittages war. Erst jetzt machte sich der Gedanke breit, das ich ab 1700 Uhr auf eine Biertheke beim örtlichen Fest des Männergesangsvereins mußte. Ja, ich bin noch nicht ausgelastet genug.

Nach zwei Metern Bier ging es dann zur Wettkampfbahn, wo dann wegen der Wartezeit ein weiterer Meter inhaliert wurde. Ich habe schon aufgehört zu zählen und auf die Uhr traute ich mich auch nicht mehr zu schauen. Die Übung selber ging recht locker von der Hand. Wenn man es von der guten Seite betrachtet. Sagen wir mal so, wir sind mit 0 Fehlerpunkten von der Bahn, hatten eine beschissenen Zeit und sauber war es nicht wirklich. Ich habe meinen Schlauch halb vergessen und habe ihn dann halt in der halben Länge, weil doppelt gerollt, über die Bahn gezogen. Was beim Rest alles schief gegangen ist, kann ich nicht sagen, da ich mein Blickfeld auf meine eigenen Aktionen konzentrieren mußte. Nach der Übung meldete mein Körper akute Ausfallerscheinung. Entweder ich würde sofort Bier bekommen oder ein paar Organe würden ausfallen. Da war die Entscheidung nicht schwer. Ich war eh dran mit ausgeben, allein schon damit das Genasel wegen dem Quietschen meines neuen Autos aufhörte. Als es dann los ging ich solle doch pro Zylinder oder die Hubraumzahl ausgeben, fragte ich mich was denn die Kameraden glauben würden aus was ich gemacht bin. Der Zwischenruf, das wenn sie es erraten würden es weitere Runden von mir gibt, ignorierte ich einfach.

Der Rückweg wurde dann bald angetreten und die Uhr zeigte bereits 1600 Uhr und ich entschied nicht mehr nach Gerblingerode zu fahren, weil es einfach keinen Sinn mehr machte. Dafür sagte ich dann dem Ingo er solle ein Meter auf meine Kosten geben. Dafür trank ich dann noch ein Pils und ging dann nach Hause. Es würde schon verdammt eng werden, damit ich pünktlich zu Diederich kommen würde. Als ich dann bei Holger für ein weiteres Bier einkehrte war es dann mit der Pünktlichkeit eh passiert. Also rief ich Friede an, der grünes Licht gab und ich konnte in Ruhe Duschen, was auch dringend nötig war. Unverzüglich verlegte ich dann aber zum Fest und kam nur eine halbe Stunde zu spät, aber es war nicht wirklich was los. Nachdem ich dann eine weitere Runde losgeworden bin, gingen Friede und ich zu unserer Dienststelle wo uns dann gesagt wurde, das wir bei Bedarf tätig werden sollten. So gefällt das. Vor der Theke stehen, Bier trinken und Scheiße labern können wir auch viel besser als zapfen.

Nachdem wir dann auf Abruf an der Theke standen entschieden wir uns zu dem entscheidenden Schritt doch nach draußen zu verlegen. Erstens war da das Klima besser, weil Frischluft, und zweitens gab es dort auch eine Bierbude. Somit hatten wir alles was es auch drinnen gab. Ich weiß nicht woher es kam, aber ich konnte trinken wie ein Weltmeister, es schlug einfach nicht an. Es lag bestimmt daran, das ich am Vorabend ordentlich Havana getrunkne hatte und nun nur noch Bier zu mir nahm. Weniger Prozente, meine Leber lachte laut. Die Parole für den Abend hieß, das ich die Finger vom Schnaps lassen würde. Friede und ich hatten auch nicht wirklich das Bedürfnis uns mit Schnaps abzufeuern, Bier würde da vollkommen ausreichen. Dummerweise hat sich auf das Gelände von Diederich der Chief Heavy-Tongue verirrt und fand in Friede das perfekte Opfer. Nach dem dritten Warnungspfeil ging es dann los das die Zunge leichte Lähumungserscheinungen auftat. Außerdem gab es fast zehnminütlich Selbstgeständnisse das er schon Hacke sei. Ich konnte von mir jetzt nicht so etwas behaupten, aber jeder hat ja eine andere Kondition. Seine Frau war übrigens von seinem Zustand auch begeistert und meinte das es Zeit wäre den Heimweg anzutreten. Auch hier ging ich mit ihrer Meinung nicht konform und brachte den Einwand, das es ja noch früh wäre. Aber er muß wohl am nächsten Tag auf Aaron aufpassen, was ja einer Trumpfkarte gleich kommt. Ich brachte hier den Jugendfeuerwehrjoker, der besagte, das ich um 0700 Uhr am Sonntag Morgen die Bequemlichkeit meines Bettes verlassen müßte, aber er wurde eiskalt weggestochen. Die ausgelassene Bierstimmung unsererseits veranlasste mich dann zu ein paar lapidaren Bemerkungen Schmierpopel gegenüber. Der wiederum verrichtete Dienst in der Bratwurstbude. Ich hatte jedoch Angst, das er bei einem versehentlichen Inhalationsanfall die gesamte Bratroste einatmen würde. Schmieri gehört zu den Exemplaren, die einfach essen können. Porno ist ja auch mit ihm verwandt und der verdrückt ja pro Tag bestimmt ein 3 Pfunds Brot. Die Gegenkommentare vom Schmierigen beinhalteten meisten die Satzfragmente „Bist du total bescheuert“ und „Ich klatsch Dir gleich ein paar“.

Da Friede kurze Zeit später den Heimweg antrat, übernahm ich einen weiteren Dienst auf der Bierbude. Diesmal vom Sportverein aus. Da mein erster Dienst sehr anstrengend und ich eigentlich fertig war, konnte ich mich nur mühsam aufraffen. Auch wenn Friede und ich nicht hinter der Theke tätig geworden sind, ist vor der Theke stehen und Bier trinken auch recht anstrengend. Vielleicht kam daher auch meine akute Unlust. Da aber Rüdiger so nett fragte konnte ich mich nochmal für zwei Stunden weitern Thekendienst breit schlagen lassen. Immerhin gab es freie Getränke für die Schufter. Der Ansturm hielt sich aber auch draußen in Grenzen. Ich glaube der Hauptkonsument hat auch gerade die Seiten gewechselt und zapfte nun Bier. Das ging mir auch recht flott von der Hand. Die Kunden kamen und gingen und das Bier floß recht zügig aus dem Hahn. Leider konnte ich nicht so der Konversation frönen, was ein wenig Schade war, denn es kamen schon ein paar bekannte vorbei, mit denen ich gerne das eine oder andere Bier getrunken Wort gewechselt hätte. Aber Dienst geht nun mal vor. Zum Abschluss gab es dann auch noch eine Bratwurst, die nicht ganz so toll geschmeckt hat.

Gegen 2200 Uhr beendete ich dann meinen Dienst und stellte mich vor die Theke. Einziger Unterscheid war, das ich nun für mein Pils bezahlen musste, was wiederum den Umsatz der Männergesangsvereins um ein vielfaches steigerte. Mittlerweile ist dann auch der Ingo angekommen und wir berieten darüber was denn an diesem angebrochenen Abend noch alles veranstaltet werden sollte. Im Endeffekt gab es zwei Möglichkeiten und keine davon sah einen Besuch der Werkstatt vor. Zum Einen konnten wir nach Mingerode auf eine Art Rockfestival gehen und zum Anderen könnten wir nach Fuhrbach zum Schützenfest fahren. Mir war es vorerst egal, da es wohl bei beiden Veranstaltungen Bier geben würde.

Also wurde kurzer Hand entschieden, das wir nach Mingerode fahren, da es dann doch näher dran war. Außerdem war ja Ingo der Fahrer und hatte Entscheidungsrecht. In Mingerode angekommen gefiel mir die Musik recht gut und wir betraten die Festwiese. Mein natürlicher Antrieb brachte mich gleich dem Bierzelt näher, doch auf dem Weg dahin wurde ich erstmal aufgehalten. Düsi war natürlich schon vor Ort und gab mir den heißen Tip, das man für Getränke Marken bräuchte. War ja klar, also wurde ein kurzer Kassensturz gemacht und ich bin in Richtung Markenverkaufstelle gestürmt. Auf dem Weg dorthin habe ich dann die Wiebke getroffen, die ich dann aber auf kurze Zeit später vertrösten musste, da ja Biernachschub besorgt werden musste. Sie hatte natürlich vollstes Verständnis dafür. Marken besorgt und dann an das Bierschiff und ab ging die Bestellerei. Ausgerüstet mit Pils hatte ich nun genügend Muße mich mit Wiebke zu unterhalten. Sie meinte nur das Adrian wohl auch irgendwo umher springen würde. Wenig später traf ich dann noch den Finker, den ich auch schon ewig nicht mehr gesehen hatte.

Beim Rest der Gruppe wurde dann schnell die Unlust laut und es wurde überlegt doch noch woanders hin zu verlegen. Und zwar zum Schützenfest. Es folgte nun eine logistische Abfrage meinerseits um alles mit dem Ingo zu koordinieren. Der wollte aber noch da bleiben und somit trennten sich unsere Wege. Weiter ging der Ritt dann übrigens mit Timo, der uns sicheren Reifens nach Fuhrbach brachte. Und ich muß ehrlich zugeben, das Fuhrbach eins der Dörfer ist, wo ich noch nie auf dem Schützenfest war. Doch ich war mir sehr sicher, das es hier auch köstliches Pils geben würde, wenn nicht sogar noch etwas besseres. Außerdem wussten wir, das hier noch andere Westeröder waren, von daher würden wir definitiv nicht alleine auf dem Fest sein. Nachdem wir dann das Festzelt geentert hatten, stellte sich die erneute Frage, ob man wieder Marken benötigen würde. Und dem war glücklicherweise nicht so. Bares lacht und es lacht besonders schon wenn man es in Pils umwandelt. So binnen weniger Minuten geschehen. Nun konnte man sich auch mal daran machen die anderen Leute zu suchen.

Und die erste die ich sah, war die liebe Kerstin. Ein Nebeneffekt, an den ich zunächst gar nicht dachte, war ja, das man auf dem Schützenfest in Fuhrbach ja meine drei Lieblingsmädels aus Fuhrbach treffen würde. Kerstin machte den Anfang und wurde erstmal ausgiebig gedrückt. Schließlich habe ich sie ja schon lange nicht mehr gesehen. Und wo die Kerstin war würden Heike und Kathrin auch nicht weit sein. Aber noch waren sie außer Sichtweite, also wurde erstmal schnurstracks der Westeröder Tisch angesteuert. Dort hatten sich neben den üblichen Verdächtigen auch der Schmierpopel und Anja eingefunden. Die hatten ja beim Fest schon angekündigt, das sie noch irgendwo hin wollten. Nach kurzer Begrüßung und den üblichen Beleidigungen von Schmierpopel, die von mir grandios gekontert wurden, ging es dann nahtlos über ins Bier trinken und Scheiße labern. Bis mir dann Jemand von hinten die Sicht nahm. Zwei Hände verdunkelten mein Blickfeld und das erste das ich dachte, war das ich jetzt schöne Schlieren auf meinen Brillengläsern hatte. Dann erst konnte ich die zarten Frauenhände mustern und erkannte die Situation. Ich sollte ja erraten wer mich da von hinten so schamlos überfällt. Natürlich war es die Kathrin und ich freute mich sehr sie endlich mal wieder zu sehen. Da sie ja vor kurzen Geburtstag hatte, nutze ich die Gelegenheit um sie ausgiebig zu drücken. Dann noch mal, weil sie Junggesellenkönigin geworden ist. Und dann nochmal weil ich sie so lange nicht mehr gesehen habe. Es war echt schön sie endlich mal wieder zu treffen.

Schnitzel machte sich in der Zwischenzeit Gedanken über den Getränkenotstand und brachte mir eine Mischung mit. Cola Bacardi lachte mich aus dem Glas an und in Anbetracht des Kreisjugendfeuerwehrwettkampfes in wenigen Stunden hatte ich so meine Bedenken. Die verschwanden aber urplötzlich und ich fand mich wieder mit Mischung und im Gespräch mit Kathrin. Als Kathrin dann weiter zog, konnte man sich ja mal weiter so im Saal umgucken und meine Augen fanden zwei sehr hübsche Bedienungen. Und die eine Bedienung, der Beiden, passte perfekt in mein Beuteschema Attraktivitätsbild. Braune Haare, diesmal recht kurz, aber wundervolle, bestechende Augen. Ich war, um es kurz zu sagen, hin und weg. Da ich aber auch ein Realist bin, schminkte ich mich gleich sämtliche Annährungsversuche ab. Egal was ich hätte vorbringen können, sie hätte es bestimmt schon gehört. Also beschränkte ich mich auf das Bewundern und Genießen aus der Ferne. Wie bei einem schönen Bild. Und natürlich Sympathiebekundungen durch Gertränkebestellungen, was nicht ganz so erfolgreich ist wie ein Frontalangriff.

Die Getränkestrategie funktionierte in der Hinsicht, als das wir ordentlich für Umsatz sorgten. Ein Großteil der Gruppe ist schon gefahren und frecherweise hat sich der Porno und Hüfte sich einfach da reingedrängelt und ließ Schnitzel und mich zurück, die ja eigentlich am nächsten Morgen früh aus dem Bett mussten. Die Uhr zeigte mittlerweile 0250 Uhr und meine selbst gesetzte Grenze war längst schon überschritten. Doch wir verzagten nicht und schnappten uns den Böning. Zu dritt waren wir uns dann einig und organisierten ein Taxi. Welches dann aber wiederum verpasst wurde, da Böning und ich einige Leute sich nicht von der Theke loseisen konnten. Aber das nächste Taxi schafften wir dann. Mit einem minimalen Umweg über McDreck waren wir dann auch fix zu Hause. Die Digitaluhr zeigte 0400 Uhr als sich meine Augen schlossen. Irgendwo in meinem Kopf geisterte ein Gedanke durch leere Korridore und murmelte vor sich hin, das um 0700 Uhr die Nacht vorbei sein würde. Ich befürchtete das er Recht behalten sollte.

0700 Uhr mein Wecker klingelte und ich fragte mich, ob das sein Ernst war. Da er mir nicht antwortete stand ich auf. Mein Körper legte sofortiges Veto ein und stellte meinen Geisteszustand in Frage. Zum Glück handelt er nicht eigenständig und ließ mich einweisen. Eine kurze Dusche später, warf ich mir ein Toastbrot ein und machte mich auf den Weg. Zwischendurch hatte ich mich auch noch angezogen und alle richtigen Klamotten erwischt. Es war als würde ich durch ein Traumland gehen. Es war hell und ich fragte mich was ich hier eigentlich machen würde. Außerdem hatte ich einen seltsamen Geschmack von McDonalds auf der Zunge. Eigentlich wollte ich nur noch ins Bett und schlafen. Das ging aber nicht, da ich ja mit der Jugendfeuerwehr nach Wiershausen, von dem nur Gott weiß wo es liegt, fahren muß. Warum immer an Plätzen die man noch nie in seinem Leben gehört hat? Erneut drängte sich der Wunsch des Schlafes in meine Großhirnrinde. Doch ich mußte ja noch ein paar Leutchen abholen. Als dann alles komplett war, ratterte ich nochmal die Liste der Dinge herunter die alle mitnehmen mußten und hoffte das auch wirklich alles da ist. Dann ging es los in das große Abenteuer Wiershausen zu finden. Ich fuhr den Bock auf der Autobahn und wir kamen bis zu einem Kaff mit M ganz gut durch und dann ging die Odyssee los. Ich hätte nie gedacht das ich den Feuerwehrbock mal im zweiten Gang einen Berg hoch jagen kann. Doch wir kamen an!

Meine Nerven lagen mittlerweile blank. Es war als hätte man einer Stromleitung die Isolierung abgezogen und nun sprühen ab und an Funken. Das Abziehen wurde durch Desorientierung in Verbindung mit lauten Jugendfeuerwehrleuten hervorgerufen. Der Katalysator war mein Zustand an dem ich alleinig Schuld bin. Man verstehe mich bitte nicht falsch, ich mache gerne den Jugendfeuerwehrwart und bin auch gerne mit den Jugendlichen zusammen, nur ab und an da will man einfach nur noch schlafen, sterben und danach sich ins Bett legen. Kindergeschrei, die anscheinend kein Gefühl für Lautstärke haben, beschleunigen den Wunsch nur und ändern die Reihenfolge auf der Liste. Nach kurzer Wartezeit konnten wir dann starten und ich war überrascht wie schnell die Jungs und Mädels spurten. Es gab kein Mucken beim Anmelden und es lief reibungslos. Auch die Anmeldung beim A-Teil ging ohne Probleme. Das alles hätte mir zu denken geben sollen. Denn dann ging es los. Die Übung war katastrophal. Es ging einiges schief. Ich bin ja eher ein ruhiger Vertreter, aber in solchen Momenten wünscht man sich etwas zum kaputt machen. Und Schnitzel konnte ich nicht kaputt machen, denn den würde ich noch brauchen. Aber anscheißen werde ich wegen einem Wettkampf bestimmt keinen. Es ist halt gelaufen und Rückgängig machen kann man eh nichts. Also ging es nach einer kurzen Verschnaufpause weiter zum B-Teil. Auch hier keine Probleme bei der Anmeldung und der Teil verlief auch relativ gut. Das alte Problem Leinenbeutel trat wieder auf, aber damit kann man leben. Ebenso wie mit Wassergrabenfehlern. Nach getaner Arbeit ging es dann wieder zurück in die Heimat. Diesmal den Schildern Richtung Göttingen folgend. Es dauerte zwar länger als bei der Hinfahrt, aber wir waren daheim. Und da wusste ich auch was Schlimmer war als Kindergebrüll am Morgen. Das war nämlich Kindergebrüll von aufgedrehten Kindern. Aber ich habe mich zusammen gerissen und ließ den Jungs ihren Spaß, ich wollte einfach nur noch Frieden und stellte mir mein Bett vor! Es gab dann noch eine letzte Bratwurst bei Diedrich und ich konnte mich endlich zur Ruhe legen, da wir nicht mehr zur Siegerehrung fahren würden. Das war auch bitter nötig, denn am Abend stand ja das Finale an.

Einigermaßen ausgeruht ging ich dann zur Mehrzweckhalle wo ich mir vornahm, nur wenig Bier zu trinken. Ich hatte zwar schon ausgemacht, das ich am nächsten Tag später zur Arbeit kommen würde, aber man muß es ja nicht übertreiben. Der gute Vorsatz wurde gleich zunichte gemacht, in dem ich den Fehler machte hinter die Theke zu gehen. Dort stand Porno und lachte mich auf Grund meines Plans aus und drückte mir ein Pils in die Hand. Da kann man nicht Nein sagen, also ergab ich mich. Es floßen dann noch weitere Bier in den Schero, aber richtig stramm wurde ich nicht mehr. In der zweiten Halbzeit übernahm ich dann mit Böning noch den Thekendienst, denn den Rückstand wollte ich nicht ertragen. Wie es ausgegangen ist, weiß ja inzwischen Jeder und so ist es nun mal. Es hilft nicht den Kopf hängen zu lassen, deswegen war ich auch kurze Zeit später wieder gut drauf und konnte mit Ramona Scheiße labern. In zwei Jahren gibt es die nächste Chance. Am Kap der guten Hoffnung wird Deutschland wieder zu alter Größe auferstehen. Also ich meine jetzt die Größe nach ’45. Fußballgröße halt. Ich glaube ihr habt mich jetzt alle falsch verstanden!

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