In the wood…

30/07/2008

Ohne lange Vorreden geht es gleich mal ans Eingemachte. Vorweg sei nur genommen, das ich wenig Schlaf hatte an dem vergangenen Wochenende. Dafür aber jede Menge Spaß. Wie ich ja bei meinem letzten Eintrag schon erwähnt hatte, ging es zum Annafest. Doch vorher fand der Junggesellenabschied von Böning statt. Am Donnerstag hatte ich eine recht schlaflose Nacht, da ich nicht genau wusste, wann es denn am Samstag los gehen würde. Klaus wollte die Abfahrtzeit noch organisieren. Ich war ein wenig fickerig, muß ich ja zugeben. Doch hier nun der Bericht.

Freitag wurde Böning dann aus dem Junggesellendasein verabschiedet. Als wir uns alle getroffen hatten, war es geplant, das Kai den Böning von einer Baustelle abholt, damit er eine Küche bei Kais Bruder aufbauen sollte. Nicht geplant war, das Böning erst noch was anderes fertig machen sollte und dann zu Kai kommen sollte. Also fuhren wir kurzer Hand zu der Baustelle auf der er gerade weilte und holten ihn ab. Sein kreideweißes Gesicht sagte recht genau, das er nicht mit dem Besuch rechnete. Schnitzel, der als Trauzeuge eingesetzt war hatte also gute Arbeit geleistet. Er wurde kurzer Hand eingeladen und ab ging die Fahrt nach Westerode. Nebenbei wurden noch Sprüche über den Flughafen und Mallorca und Ibiza gemacht. Wunschdenken! Erstmal mußte Böning duschen und der Rest von uns wollte Bier trinken. Nicht das nun im Vorfeld schon ein paar Flaschen rein gelaufen sind. Schließlich muß man ja die Wartezeit im Feuerwehrhaus auch überbrücken. Außerdem wartete im Feuerwehrhaus noch einige Klumpen Mett auf die Vernichtung.

Bier, Gehacktes aufs Brötchen und jede Menge Zwiebeln. Derart ausgerüstet konnte gar keine Frau mehr Nein sagen. Man roch aus dem Mund als hätte man gerade drei Liter Zwiebelsuppe inhaliert und das rohe Fleisch würde später am Abend noch für lustige Unterhaltung aus dem Darmtrakt sorgen. Perfekte Vorbereitung um ein paar Frauen anzusprechen. Zum Glück mußten wir das nicht machen, sondern der Böning, der eh nichts mehr zu verlieren hatte. Nachdem dann Bier und das Mett zum größten Teil konsumiert wurde ging es dann auf schnellstem Wege nach Göttingen. Ich fuhr bei Jens mit, der dann auch den Beutel mit den Schnapsflaschen im Kofferraum transportierte. Es ging ungefähr drei Meter gut, dann klirrte etwas im Kofferraum, der Beutel war schön umgefallen und hatte die Flaschen im Kofferraum verteilt. Das Klirren auf der Hinfahrt machte Lust auf mehr. Ich hoffte das ich es aushalten würde und das neue Auto ganz lassen würde.

In Göttingen angekommen suchten wir nach dem Einsammeln der Flaschen erstmal die erste Lokalität auf. Der Durst der sich unterwegs gebildet hatte war bereits unerträglich geworden. Dazu brannte die Sonne unerbittlich auf den Schero. Die Schweißproduktion wurde angeregt und dazu dehydrierte der Körper leicht. Da half dann nur noch den Flüssigkeitshaushalt wieder auf Vordermann zu bringen. Das El Sol lag ja eh auf dem Weg und bot gekühlte Getränke feil. Eine gefährliche Falle für den umherziehenden Junggesellenabschiedstrupp. Auch wenn es Radeberger war, schmeckte es ganz gut. Da Böning noch nicht so viel getrunken hatte fiel es ihm relativ schwer die Frauen anzusprechen. Ich konnte ihn gut verstehen und war froh, das ich nicht in seiner Lage war. Besonders die Sprüche der anderen Teilnehmer waren jedes mal eine weiter Handvoll Salz in die Wunden. Dabei fiel auf, das die fiesesten Sprüche von den Männern kamen, die bereits verheiratet waren und die den Abschied schon hinter sich hatten. Besonders stach Florian hervor. Wie schon erwähnt hatte er ja seine Tortour hinter sich. Ich hielt mich dezent zurück. Wer weiß wann es mich mal trifft. Muß ja kein Junggesellenabschied sein.

Vom El Sol zogen wir dann erstmal weiter. Böning hatte nun auch schon die ersten Fläschen an die Frau gebracht und auch das eine oder andere Küsschen kassiert. Ob das mit dem bezahlen immer so geklappt hat, steht in den Sternen. Als nächste Station würde eigentlich das Gänseliesl anstehen, aber wir passierten einen Rossmann und Günner bestand darauf, das Patrick geschminkt wird, so wie es bei ihm auch gemacht wurde. Pech für die junge Dame, die wir dann im Inneren des Ladens aufgegabelt haben. Aber sie machte ihre Sache hervorragend und machte einen ganz hübschen Bengel aus dem Böning. Hier fiel dann der Kai ein wenig aus der Reihe. Er malte Böning die Fingernägel in einem hellen rosa an. Was mich jetzt wundert war das er sich damit so gut aus kannte. Seit dem er in Hamburg wohnt entwickelt er ganz eigenartige Talente. Sollte sein Nebenjob dort oben doch nicht an der Uni sein? Die junge Frau und ihre Großmutter wurden dann mit einem Schnaps entschädigt. Dummerweise erwischten sei einen Euzenberger und das könnte man auch als Körperverletzung auslegen. Aber tapfer verzogen sie keine Miene. Beim Verlassen des Rossmann bedankten wir uns noch bei den Verkäuferinnen und zogen weiter.

Bis zum Gänseliesl, wo dann Böning weiter auf Unterschriftenfang ging. Was nun nicht vernachlässigt werden darf, ist der Getränkenotstand. Also gingen Görtler, Thomas B. Und ich erstmal los und organisierten aus einem nahe gelegenen Kiosk zwei Sechserträger Pils. Mittlerweile hatte Böning schon ein paar Unterschriften gesammelt und ein paar mehr Schnäpse getrunken. Die Zunge wurde leicht schwerer und er um einiges lockerer. Am Gänseliesl trifft man auch immer nett anzusehende junge Damen, die dann gerne mal einen Euro springen lassen für einen guten Schnaps. Nur verstehen die dann unter Schnaps süße Getränke, wie Roten oder Babalou. Da muß mal ein ordentlicher Löwentor rein, der zieht einem die Falten aus dem Sack. Ich durfte sogar wieder als Dolmetscher tätig werden. Normalerweise als Fotograf angeheuert, stand dann Kai, der den Böning begleitet vor einem Verständigungsprobleme. Eine junge Dame, vermutlich aus Frankreich, dem Dialekt nach, sprach kein Deutsch und schaute recht verwirrt drein. Vielleicht war das auch eine Taktik um uns schnell wieder los zu werden, aber sie hatte nicht mit meinen überragenden Englischkenntnissen gerechnet. Die jahrelange Übung mit Friede machte sich ein weiteres Mal bezahlt. Kurz und schmerzlo serklärte ich ihr die Lage der Nation und ehe wir uns versahen zückte sie das Portemonaie. Wenn das man immer so einfach gehen würde. Etwas Abseits trafen wir dann auf die erste Überraschung. Damit war aber nicht die Jugendaktivitätengruppe „Rettet die Otter“ gemeint, sonder zwei junge Damen, die vielleicht mein Alter hätten sein können. Die eine sehr hübsch, obwohl sie eine unvorteilhafte Dutt-Frisur hatte. Dafür hatte sie andere schlagende Vorteile, die man von oben herab gut beobachten konnte. Es war spannend, denn jeden Moment hatte man Bedenken das die Dinger aus dem Oberteil sprangen. Was macht man in so einem Fall. Springt man nach vorne und hilft ihr beim wieder einpacken? Betätigt man die Kamera, um möglichst schnell die Speicherkarte voll zu bekommen? Das Rätsel wird wohl auch ungelöst bleiben. Aber nett waren die Zwei und nett wie wir waren luden wir sie auch gleich zur Hochzeit von Böning ein. Der konnte dazu gar nichts mehr sagen, aber machte auch keine großen Wiederworte. Man muß ja auch mal an die Unverheirateten auf solchen Hochzeiten denken.

Nächste Halt war das Schucan, wo wir uns mit Bier stärken mußten. Die Sonne tat ihre Pflicht und dörrte unsere Körper aus. Bier gab es aber nur für uns denn Böning mußte noch ein paar Unterschriften am Gänseliesl sammeln und eine junge Dame quer über den Rathausplatz tragen. Organisiert hat das der Philip und ich mußte mich wieder wundern, wie er das immer hin bekommt. Er ist halt ein natürlicher Charmebolzen. Aber das Zusammenspiel von Kai und Philip ist sensationell. Kai gibt Befehle und Philip befolgt diese ohne nachzufragen. Gute Erziehung. Als nächstes trat ein weiblicher Junggesellenabschied auf den Plan. Die haben die Braut als Musicbox verkleidet und die sang dann gegen Geld. Was ich nicht ganz verstanden habe, war, warum die anderen Mädels auch alle mit geträllert haben. Ist es nicht Sinn und Zweck des Abschiedes das sich nur der Bräutigam, respektive die Braut zum Ei machen. Die scheinen da was falsch verstanden zu haben. Wir bezahlten den Gesang in Flüssignahrung und waren dann aber doch froh als sie weiter zogen.

Kurze Zeit später organisierte Philip schon wieder die nächsten zwei Mädels. Diesmal blond und wieder ungefähr mein Alter. Die setzten sich erstmal in unsere Runde und bedienten sich bei den Schnäpsen. Urplötzlich mutierten alle Anwesenden zu Baggerfahrer und versuchten das schwache Geschlecht zu beeindrucken. Als dann auch noch die Vorstellungsrunde los ging, wagte ich die Flucht nach vorne und ging erstmal auf Toilette. Doch ich wusste, das ich damit nicht wegkommen würde. Als ich wieder raus kam, ging das Geschrei schon los. Begrüßt wurde ich mit Sprüche wie: „Da, der da, der wird nächste Woche 30!“ „Und fährt einen dicken Chrysler!“ „Und Ingenieur ist er auch.“ „Pitsche, die zwei sind auch 29!“ Ich versuchte die Blutniagarafälle in meinen Kopf zu stoppen und setzte ein Lächeln auf. Gegenargumente würde ja eh nichts bringen, also ließ ich die Viehmarktbetreiber ihren Spaß haben und versuchen mich an die Frau zu bringen. Solche Sprüche kenne ich zu Genüge. Nachdem sich dann die Aufregung gelegt hatte, wurde es Zeit weiter zu ziehen. Das Thanners wurde einprogrammiert und angesteuert.

Ort angekommen wurde sich einfach an Tische gesetzt und keiner bestellte was. Also stürmte ich die Theke und bestellte die Runde. Dieses Verhalten finde ich eigentlich recht gut. Auch wenn nur zwei Mann an einer Bierzeltgarnitur sitzen, heißt das noch lange nicht, das man sich da nicht hinzu setzen darf. Die Niedersachsen sind da immer ein wenig verklemmt. Die Runde kam und es wurde munter sich unter das Volk gemischt. Am Nachbartisch befanden sich dann ehemalige Schulkolleginnen von Patrizia, die Florian gleich in ein Gespräch verwickelte. Wenig später kam dann ein zweiter Junggesellenabschied vorbei, die sich was richtig fieses ausgedacht haben. Der Bräutigam hatte ein Nagelbrett auf dem Rücken und durfte mit Wasserballons beworfen werden. Ein weiterer Grund im Sommer zu heiraten. Das mußte auch der Kai noch ausprobieren und warf dann auch erstmal wunderbar daneben. Ich weiß gar nicht wie schwer es ist Jemanden aus 2 Meter Entfernung zu treffen. Für Kai zu schwer, denn dann einen Passanten traf der gerade zufällig vorbei ging. Das Gesicht von Kai war jedenfalls einzigartig. So stelle ich mir das ungefähr vor, wenn er geschurzt hat. Wir haben dann aber Schlimmeres verhindern können, indem wir das Opfer mit Schnaps bestochen haben.

Als nächstes wollten wir dann zum Schröders weiter ziehen, weil es da ja bei Florians Abschied auch so nett war. Aber dort wurde uns dann mitgeteilt, das wir nichts bekommen würde, weil wir viel zu laut wären.Hallo, hat hier irgendwo eine Anti-Spaß-Bombe eingeschlagen und wir haben nichts mitbekommen? Nur weil wir unserer Guten Laune mit Sprechchören Ausdruck verliehen waren wir unerwünscht? Soviel zu einer locker anmutenden Studentenkneipe. Dafür haben wir aber bei der Nachbarkneipe etwas bekommen. Dort war das Publikum zwar um einiges älter, aber auch toleranter. Hier ist man doch gerne und gibt auch die Gläser wieder zurück. Noch ein paar Fotos mit den Anwesenden und einem leicht schielenden Böning geschossen und weiter ging die Tour zum MaxL.

Dort noch einen kleinen Aperitif in Form eines Becks zu uns genommen und es wurden schon einige Ermüdungserscheinungen gezeigt. Manche Augen fielen zu und es wurde in vermeintlich unbeobachteten Momenten gegähnt was das Zeug hielt. All das schrie nach einer Abwechslung der besonderen Art. Also bleib uns auch der Ritt in eine nahegelegene Table Dance Bar nicht erspart. Plötzlich umfängt mich eine Schwärze und ich kann mich gar nicht mehr richtig an die dort erlebten Sachen erinnern. Daher kann ich sie auch nicht aufschreiben. Ich kann nur mit Gewissheit sagen, das Böning ein kleines Nickerchen in eben jener Bar gemacht hat. Das habe ich nämlich auf Foto!

An der frischen Luft sollte es dann zum großen Finale in das Alpenmax gehen. Dort war eh der Motto-Abend Junggesellenabschied und wir waren der Meinung dort genau richtig zu sein. Das sah dann der Türsteher allerdings anders und gab zur Auskunft das es schon voll war. Muß man akzeptieren. Allerdings sahen das nicht alle so und drängten richtig darauf in das Alpenmax zu kommen. Das habe ich dann nicht ganz verstanden. So nett der Laden manchmal auch sein kann, ist er nicht das Non-Plus-Ultra. Nicht so lange es noch den JT-Keller gibt. Da wir aber eh nicht rein kamen, half alles aufregen nichts. Dann doch lieber weiter ziehen und das nächste Etablissement unsicher machen. Ich wiederholte fast in einer Endlosschleife, das wir doch zum Keller verlegen könnte, aber auf meinen Vorschlag wurde nicht eingegangen. Dafür ging es dann in das Savoy. Ein Zappelladen erster Güte.

Nun ist das Savoy nicht unbedingt mein Lieblingsladen. Da laufen mir einfach zu coole Leute rum und wenn man dann mit einem Junggesellenabschied da auftaucht, wird man mehr als sonst seltsam von oben bis unten angeguckt. Das muß einen einfach kalt lassen. Zunächst stürmten wir den Balkon und guckten uns die ganze Geschichte mal von oben an. Aber da das keine wirkliche Befriedung brachte, ging es erstmal in das Raucherabteil. Nebenbei liefen weiterhin alkoholische Getränke in den Schlund. Man muß ja was schaffen. Im Raucherraum war natürlich die Hölle los und schnell fand man Anschluß an die weibliche Bevölkerung. Einige jedenfalls.

Doch sich voll räuchern lassen ist so auch nicht das Wahre. Man muß ja immer unterwegs sein. Ein Abstecher in die Katakomben vom Savoy sollte hier Abhilfe schaffen. Leider waren einige nicht mehr ganz so gut zu Fuß und der gerade Gang war schon seit langem ein Fremdwort. Ich führte unsere kleine Expeditionsgruppe an, gefolgt von Günner. Der aber verlor auf der Treppe den Halt und machte eine schöne Motte. Auf der Treppe. Ein leichtes Schmunzeln konnte ich nicht verhindern, aber als er dann schmerzverzehrt seinen Arm hielt wurde ihm wieder schnell aufgeholfen. Nachdem ich ihn dann professionell abgetastet habe, hatte ich nicht den blassesten Schimmer was mit seinem Arm los war. Gebrochen war er nicht, aber er hatte eine kräftige Beule. Danach war irgendwie der Abend ein wenig kaputt. Ich fand die Stimmung im Savoy im Allgemeinen nicht so berauschend. Günner wollte nach Hause und ich packte die Gelegenheit beim Schopfe und schloß mich an. Schließlich musste ich ja um 0600 Uhr aus dem Bett kriechen und einen Zug nach Forcheim bekommen. Der Rest der Truppe ging dann auch erstmal raus und inhalierte die frische Luft. Die Fotos die gemacht hatte, sprachen für sich. Eine gewisse Mattheit schlug sich in allen Gesichtern nieder. Aber nach Hause wollten sie noch nicht, dafür aber noch mal in das Alpenmax. Ich konnte dann aber doch schweren Herzens nach Hause fahren. Klar, wäre ich noch länger da geblieben, wenn nicht der dringende Termin am nächsten Tag wäre, aber so war es dann doch schon besser.
Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen habe, aber es war nicht lange. Ich war mir sicher, das ich meinen Wecker gestellt hatte als ich nach Hause gekommen war. Aber warum er nun nicht geklingelt hat oder ob ich ihn überhört hatte, kann ich nicht mehr sagen. Geweckt wurde ich dann von zarten Klingelauten der Haustür. Leicht verwirrt fragte ich mich selber was denn dieser Alarm jetzt soll und blickte auf die Uhr. Die zeigte mir präzise 0624 Uhr an. Vor 24 Minuten wollte ich aufstehen. Das Adrenalin schoß durch meine Adern und ich versuchte gleichzeitig meine Hose zu finden, Heiko anzurufen und festzustellen welche meiner Körperfunktionen am dringendsten waren. Alles passierte im schnellen Vorlauf. Also der Vorlauf, der sich einstellt wenn man mindestens drei Mal die Taste auf der Fernbedienung des DVD Players drückt. Glücklicherweise hatte ich meinen Rucksack schon am Vortag gepackt, so daß ich nur noch einige wenige dringende Sachen erledigen mußte und dann ging die Fahrt los. Als wir dann in Duderstadt an kamen um uns mit dem Doktor und Klaus zu treffen, fiel mir dann plötzlich ein, das ich ja meinen Fotoapparat auf der Kommode liegen lassen habe. Hätte ich einen Revolver bei mir gehabt, hätte ich mir in das Knie geschossen. Hatte ich aber nicht.

Von Duderstadt ging es dann nach Leinefelde und von dort aus in den Zug in Richtung Forchheim Erfurt, wo wir dann umsteigen mußten. Irgendwann später am Tag. Zunächst erstmal Platz sichern und endlich mal klar kommen. Während der ersten Minuten ließ ich mir den voran gegangene Abend nochmal durch den Kopf gehen und kam aus dem Kopf schütteln nicht mehr heraus. Erst als mir von Heiko das Bier gereicht wurde ging es langsam wieder aufwärts. Ja, wir lesen an dieser Stelle richtig. Ich war seit ca. 2 Stunden wach und öffnete mir eine Dose Bier. Ein sehr grenzwertiges Erlebnis und Tat, aber es ging mir danach besser. Dennoch werde ich dies nicht zur Gewohnheit werden lassen. Außerdem wurde noch gefrühstückt. Da ich auf dem Katzenplatz saß bekam ich sogar die Brötchen geschmiert. Die anderen hatten sich an einen Tisch gesetzt und da wir fünf Mann waren mußte sich halt einer auf einen Platz davor oder dahinter quartieren. Hier habe ich dann auch mal wieder zur allgemeinen Erheiterung beigetragen. Da ich nicht jedes Gespräch verfolgen konnte, da die Sitze viel vom Schall schluckten, ließ ich halt mal fallen, das die Sitze so doll dämpfen würden und ich nichts verstanden habe. Das wurde mit Gelächter kommentiert. Verstanden habe ich es zwar immer noch nicht, aber egal. Ich mußte erstmal mit meinem Zustand klar kommen. Wenige #Minuten später entschlummerte ich in einen unruhigen Schlaf.

In Erfurt wurde ich dann unsanft geweckt, da wir ja umsteigen mußten. Erste Tat nach Verlassen des Zuges war das Öffnen einer Bierdose. Jetzt macht das ganze ja wieder den Anschein, als würden sämtliche Aktionen von mir aus gehen. Taten sie aber nicht. Ich bekam immer nur Dosen in die Hand gedrückt und wurde zum Trinken genötigt. Das bilde ich mir jedenfalls ein. Auf unserem Bahnsteig schritten wir dann auch gleich zur guten Tat und half zwei jungen Damen ihre schweren Koffer in den Zug zu hieven. Das hatte auch rein gar nichts mit ihrem guten Aussehen zu tun. Man ist halt Klavier Katapillar Katzenfreund unglaublich spitz, nach so viel Bieren einfach höflich. Im Zug ging es dann weiter nach Schweinfurt und mehr Bier in den Schlund. Das man Abends noch zum Annafest wollte war zwar klar, lag aber nich in weiter Ferne. Von Schweinfurt ging es dann strammen Schrittes nach Forchheim. Von dort aus weiter zu unserer Herberge in PingstwasweißichwiedasKaffhieß. Nachdem das Zimmer bezogen wurde, machte sich der Magen bemerkbar. Ein Essen im Haus war zwar nicht möglich, aber wir konnte ja schon um 1400 Uhr zum Fest verlegen. Ob das eine gute Idee war, war uns zu dem Zeitpunkt egal, da wir Hunger hatten. Der versprochenen Busverkehr fand auch nicht statt und somit mußten wir mit dem Taxi fahren.

1432 Uhr Ankunft Annafest, die Vorfreude konnte kaum noch gebändigt werden. Anlässlich des Annafestes, welches ein christliches Fest ist, öffnen die Brauereien von Forchheim, ihre Pforten und geben den müden Wallfahrern gerne was von ihrem Bier ab. Das nun manche dort nur noch hin fahren um sich sinnlos die Mütze zu zu hämmern, kann schon mal vorkommen. Dabei schließe ich uns jetzt mal aus, da wir ja nicht aus Forchheim sind und dort zum ersten Mal sind. Jedenfalls ein paar von uns. Die ganze Geschichte findet im Wald statt, denn dort haben die örtlichen Brauereien ihre Keller in denen sie früher ihr Bier gelagert haben. Und sie verkaufen gleich aus den Kellern das Bier. Das manche Keller mit ordentlichen Biergärten ausgerüstete sind, lässt nur darauf schließen, das man auf die Wünsche der Wallfahrer eingegangen ist. Wir fanden es natürlich gut und suchten uns sofort einen Platz. Nachdem wir mit offenen Mündern durch den Beginn des Brauereihimmels gegangen sind. Die Wahl fiel uns recht schwer, doch konnten wir uns für einen Platz entscheiden, an dem wir sowohl Bier bekamen als auch etwas zu essen. Und wo wir der hübschen Bedienung auf den Hintern gucken konnten. Ich entschied mich für den Klassiker Currywurst mit Pommes, da konnte man nie etwas falsch machen. Doch vorher wurde sichergestellt, das wir schon Bier hatten. Von der Bedienung wohlgemerkt. Die Bier kamen in handlichen 1 Liter Gebinden, was schon mal sehr gut war, denn die viel zu kleinen Dosen von dem Hinweg reichten schon gar nicht mehr aus. Das Bier war lecker und die Krüge waren gut gefüllt. Aber, ein kleiner Lichtblitz im Hinterkopf sagte, das es gefährlich werden könnte. Doch das Bier löschte diesen Lichtblitz recht schnell. Rein mit dem Humpen und warten auf die Currywurst. Die dann auch kam, aber nichts außergewöhnliches war. Hauptsache irgendwas im Magen, was die ganze Bierflut ein wenig verteilen würde. Bevor wir dann den zweiten Humpen in Angriff nehmen konnte, entschieden wir uns im einigermaßen nüchternen Kopf wenigstens das gesamte Fest besucht zu haben und brachen auf.

Einmal das Fest rauf und dann wieder runter. Im Großen und Ganzen waren die Fressbuden und anderlei Buden nichts außergewöhnliches. Und als wir dann gerade an einer kurve waren, kamen dann die Vereine mit Spielmannzügen den Berg hoch. Ja richtig es ging immer schön bergauf und man sah es den armen Teufeln auch an. Verschwitzt eine Müdigkeit im Gesicht und mit neidischen Blicken auf die Umstehenden mit Bierkrügen. Neben mir tauchten dann Heiko und Daniel wieder auf mit einem Spaghetti-Eis in der Hand. Ich fragte mit einem recht ungläubigen Blick, o das denn ihr Ernst sei und Heiko antwortete: „Klar, wenn man dann brechen muß, schmeckt die Kotze dann wenigstens süß!“ Ich dachte mir meinen Teil und drängte auf das weiter gehen, denn ich hatte schon wieder Durst. Nachdem dann das Fest inspiziert wurde ging es dann auch an die nächste Gebetsstation in den nächsten Biergarten und die 1 Liter Gebinde kamen recht zügig ran. An dieser Station waren allerdings schon einige Plätze besetzt und wir haben nur noch einen Tisch direkt unter der Bühne bekommen. Wenige Minuten später fing dann die Band auch zu spielen. Zünftige Blasmusik. Passend zum Fest halt. Ich bin nun absolut kein Fan von Blasmusik oder Volksmusik im Allgemeinen, aber sie passte halt zum Fest. Als würde man einen Schlüssel herum drehen, rasteten alle aus. Es wurde geklatscht und geschunklet. Ich weiß nun auch ncith ob es am Bier lag oder an der Wärme oder an den ganzen hübschen Frauen die herum sprangen, aber ich machte mit. Und nicht zu knapp.

Nach zwei weiteren Maß Bier wollten wir dann erstmal weiter ziehen und zu einer anderen Brauerei. Und es drückte ein oder zwei mal die Blase. Uhrzeit war mittlerweile ein Fremdwort geworden, daher kann ich nur abschätzen. Es muß schon später Nachmittag gewesen sein. Vielleicht sogar schon Abendbrotzeit, aber wir hauten uns weiter kräftig Maß rein. Das Bier war so was von süffig. Eine meiner größten Sorgen bei so einem Fest sind ja, das ich irgendwann den Appetit auf Pils verliere und dann Mixgetränke trinken möchte. Aber hier war das nicht der Fall. Das Bier ging fleißig rein. Und hier muß ich jetzt mal eine Lanze für die Franken brechen. Ein so geselliges Völkchen trifft man selten. Ich weiß ja nicht ob es in den ganzen südlichen Ländern so ist, aber hier konnte man sich einfach an eine lange Tafel setzten und kam sofort ins Gespräch. Man unterhielt sich über dies und das. Und als Preuße war man ja immer willkommen. Allein schon, damit man richtig abgefüllt wird uns sich vor den Einheimischen blamiert. Aber man wurde auch schnell abgelenkt, durch das schönere Geschlecht. Es war unglaublich wie viel hübsche Frauen dort herum liefen. Und das Beste war, sie alle tranken Bier aus großen Steinkrügen. Es war nett. Sehr nett. Und dies wurde auch dokumentiert. ich Jemand hatte eine Handykamera mitlaufen, als gewisse Vorzüge einiger junger Damen diskutiert wurden.

Zum Glück hatten wir einen Platz unter einer Plane ergattert, denn es schüttete plötzlich aus Eimern. Mußte ja so sein. Dank des Platzes unter der Plane war unser Platz dann sehr beliebt. Dumm nur, wenn der Regen die Fantasie anregt und man plötzlich auf die Toilette muß. Als ich wieder da war, sah ich aus wie geduscht und beinahe hatte ich mich auch noch verlaufen. Außerdem hatte ich so die Gelegenheit ein Maß Vorsprung zu ergattern, das ich bis zum Ende durch hielt. Es wurde Zeit weiter zu ziehen. Denn einige unserer Reisegruppe gefiel das Fehlen von der Musik nicht so. Na dann, auf zur Bude wo die Musi gespielt hat.

Dort war es bereits voller geworden und doch ergatterten wir einen Platz, in dem wir uns einfach irgendwo dazu setzten. Hier setzten dann bei mir einige Erinnerungslücken ein. Ich weiß wohl noch das es wieder angefangen hat zu regnen und wir deshalb eine Treppe hoch geflüchtete sind die zur Band geführt hat. Dort stand ich eher teilnahmslos herum und Heiko laberte diverse Leutchen zu. Ich glaube er hat sich sogar eine Karte der Band geben lassen, die aus der Tschechei kam. Man weiß ja nie wozu man das noch gebrauchen kann. Die Uhr rückte dann so langsam abe sicher auf die große 11 zu und das hieß, daß das Annafest schließen würde. Für uns ein Zeichen nach Hause zu gehen. Ach ja, kurz vorher muß ich wohl ein bis zwei Mal am Tisch eingenickt sein. Was aber keinesfalls meine Schuld war. Ich vermute beim angestrengten Gucken nach den ganzen hübschen Frauen, hat mich irgendeine frecherweise hypnotisiert. Bei einer nahe gelegenen Fressbude wurde sich noch ein mittlerer Brezel in der Größe von Brandenburg geholt und dann ging es mit dem Krug nach Hause.

Krug? Was denn für ein Krug? Ich habe einen Krug mit gehen lassen. Erstens hatte ich noch gar nicht ausgetrunken, zweitens gab es darauf keinen Pfand und drittens braucht man auch mal ein Andenken, als Preuße. Heiko hat sogar drei mit genommen. Ich könnte ja jetzt sagen wer sich hier mit Krügen eingedeckt hat, aber ich will ja keinen anscheißen. Das Warten auf das Taxi stellte sich schnell als Warten auf Godot heraus. Es kam nicht und wir mußten ewig warten. Dafür hatten wir aber noch eine sensationelle Einlage von einem Fahrradfahrer, der sein Vehikel schob und sich trotzdem auf die Fresse gepackt hat. Der Polizist der ihm dann geholfen hat, war auch nur leicht genervt. Dann endlich fuhr die Kutsche zum Hotel und wir konnten unsere müden Knochen zur Ruhe legen.

Nach einer unruhigen Nacht ging es dann zum Frühstück und zum Bezahlen. Da stellte sich mal wieder raus, das nicht alle Franken freundlich sind, denn der tolle Wirt hat uns sauber über den Tisch gezogen und uns schön 5 Euro mehr abgezogen. War eh ein Arschloch. Verzeiht meine Ausdrucksweise, aber dieser Typ war einfach ein Arschloch. Kunden sind für ihn anscheinend nur ein Ärgernis und so behandelt er sie auch. Also falls ihr mal zum Annafest wollt, dann mietet euch nicht beim Gasthof Eger in Pinzberg ein. Halsabschneider und Arschloch. Wir hatten dann noch einen Aufenthalt in Forchheim selber welchen wir mit Getränkebummel vertrieben. Heiko trank bereits wieder Bier und ich hatte ehrlich gesagt auch Lust dazu. Mir ging es nicht schlecht, ganz im Gegenteil, ich fühlte mich bestens. Aber es gibt ja die Sonntagsregel. Hieß für mich alkoholfreie Getränke.

Die Zugfahrt selber war ereignislos. Man wünschte sich nur noch so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Und dann passiert das typische. Ereignislos trifft die ganze Geschichte nicht ganz. An einer Station nahmen wir den falschen Zug, konnten aber dennoch durch früheres Aussteigen den richtigen Zug erwischen. In Gotha. Ein Ort der für mich ab jetzt mit Wartezeit verbunden ist. Denn als der richtige Zug ankam, fuhr der nicht los, sondern blieb einfach stehen. Technischer Defekt. Tolle Wurst. Es war schweinewarm, mein Wasser blubberte nur noch weil es in der Flasche kochte und die Bahn reicht nicht mal Getränke an die Reisegäste. Das nenne ich mal Service. Mit einer Stunde Verspätung kamen wir dann in Leinefelde an. Gerädert, verschwitzt und gefühlte fünf Tage auf Sauftour gewesen. In Leinefelde verliebte ich mich auch noch mal unsterblich. Sie war blond gelockt, hatte ein umwerfendes Gesicht und guckte mich nicht einmal an, als ich sie mehr als laut ins Gesicht blickte. Also nichts Neues. Das Auto vom Doktor stand auch noch und es ging heimwärts. Geschätzte Zeit auf dem Sofa, bevor ich bewusstlos wurde: 10 Minuten.

P.S.: Ich glaube die KW 31 wird verdammt anstrengend für mich…

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Double shift

22/07/2008

Am Wochenende standen zwei größere Ereignisse an. Den Anfang machte eine Willkommensparty für Dorina, die für ein Jahr Au Pair in den USA war. Am Samstag sollte es dann mit den Aspiranten richtig rund gehen. Doch, Anfang der Woche ist eins der größten Wunder der Erde passiert. Nein, das Wasser der Nahte hat sich nicht spontan in Bier umgewandelt. Andre ist Vater geworden, denn Nadine hat zwei wunderbare Töchter geboren. Richtig gelesen, die Beiden sind Zwillingsletern geworden. Wenn schon Eltern werden, dann aber richtig. Einfach kann jeder. Nun wollte der stolze Vater die Mädels auch ordentlich pinkeln lassen und setzte diesen Termin auf den Freitag. Und schon krachte meine Terminplanung für das Wochenende zusammen wie eine baufällige Brücke. Aber man muß sich ja mit den anstehenden Termine arrangieren und ich mußte dann halt auf zwei Parties anwesend sein. Alles kein Problem, man braucht da nur Durchhaltevermögen. Ich entschied mich für die Variante das ich zuerst zu Andre gehen und dann zu späterer Stunde bei Dorina aufschlagen würde. Soweit der Plan.

David und Ellen holten mich recht zeitnah ab und wir machten uns auf den Weg nach Immingerode. Dort wurden wir schon erwartet und was mich mit am meisten freute war das Faß Bier was da heimlich still und leise in der Ecke stand. Ich wischte mir schnell den Sabber ab und machte mich an die Glückwünsche. Wem man bei einer Geburt nicht alles gratulieren muß. Dem Vater, den Großeltern, den Ur-Großeltern, dem Onkel, dem Hamster der Eltern und mir selber, weil ich mich so lange beherrschen konnte und nicht gleich über das Faß hergefallen bin. Doch Calle erkannte meine Notlager und versorgte mich mit Pils. Nun konnte es losgehen. Andre war sichtlich stolz und freute sich, das wir alle da waren. Er hatte ja auch keine andere Wahl. Ich stelle mir das alles nur sehr stressig vor. Seine Frau liegt mit den Kindern im Klinikum und er muß schnell nach Hause fahren um ein paar Saufnasen zu unterhalten. Aber Andre hat es ohne Probleme hin bekommen und trinkt ja auch gerne mal einen.

Norbert stand am Grill und machte wundervolle Bratpeitschen, die mit Sicherheit von Satsche Kellner waren. Guter Geschmack vorprogrammiert. Nun hat Andre auch so einen abgefahrenen Säulengrill, der die Kohlen quasi in eine Gluthölle verwandelte, in der man auch locker Stahl härten konnte. Bei meinem 5 Euro Grill muß ich da immer wedeln wie ein verrückter, damit die Kohlen schön durchziehen. Aber da sieht man halt wo das Geld steckt. Sagt der Mann mit dem 300C. Die Würstchen waren eine Gedicht, dumm nur, das ich in meiner ganz normalen Verwirrung schon was gegessen hatte. Als wenn ich auch immer meine Gedanken zusammenhalten kann. Erstens gibt es da Sinnesüberreizungen, die mit dem sommerlichen Wetter und der Vorliebe des weiblichen Geschlechts mit kurzen Klamotten umher zu laufen zusammen hängen. Dann mußte noch ein wenig was koordiniert werden und schon ist man in seinen alten Trott zurück gefallen. Egal, ein Riemen passt ja immer rein und außerdem konnte ich genügend Bier hinterher kippen, damit es auch ordentlich flutschte. Ich löste dann den Calle an der Zapfanlage ab und füllte ein paar Gläser. Eigentlich hat jeder mal gezapft, auffällig nur, das die Leute mit dem größten Durst öfter als andere an der Zapfanlage standen. Ich nehme mich da jetzt nicht raus.

Es wurde munter Bier getrunken und sich unterhalten, bis dann das übliche kam. Andre entstieg den Tiefen des Kellers und hatte zwei Flaschen Schnaps unter dem Arm. Eine Flasche war Becherovska und meine Gedärme zogen sich schon zusammen, als ich nur den Namen las. Leise, in meinem Kopf. Die andere Alternative war dann Linie, was mit Sicherheit besser munden würde. Das ich um eine Schnapsrunde herum kommen würde, das habe ich gänzlich ablegt. Also entschied ich mich für das kleinere Übel und kippte die Kümmelspirituose in den Schlund. Schlimm nur, wenn Schnäpse nicht gut gekühlt sind. Die Entgleisungen meines Gesicht waren nicht ganz so spektakulär sorgten aber für allgemeine Erheiterung. Mache ich doch immer gerne. Doch die Worte die Andre benutzte als er uns zuprostete ließen auf Schlimmeres hoffen. Es wurde zunächst auf die Mutter getrunken. Das hieß nur, das wohl auf die ganze Verwandtschaft durch getrunken wurde. Ein kalter Schauer lief mir über den rücken, als ich das hörte. Es könnte natürlich auch an der Linie gelegen haben. Um dem Schauplatz des Schreckens zu entfliehen nahm mich die kleine Hannah an die Hand und wollte draußen umher marschieren. Da sie noch nicht alleine laufen kann, brauch sie ja immer wen zum fest halten. Da kommen den Eltern umherstehende Gäste gerade richtig. Aber ich bin ja gerne mit ihr gegangen, obwohl ich ja bei kleinen Kindern sehr unsicher bin. Nachher mache ich da was kaputt und muß es dann bezahlen. Ich bin immer sehr vorsichtig, wenn eine Mutter mit einem Kind auf dem Arm rum läuft und diesen Blick drauf hat das Kind mal Jemanden auf den Arm zu geben. Gut, ich kann die Kinder dann ohne Probleme halten, aber unsicher bin ich doch. Das ganze erledigt sich meistens eh nach ein paar Minuten, denn entweder gibt es dann ein Schreikonzert oder das Kind will zurück in die Arme der Eltern. Nicht so Hannah, die marschierte munter drauf los. Also haben wir uns alle Terrakotta-Tiere im Garten an geguckt, inklusive Tierstimmenimitation von mir. Nun ist Hannah auch noch nicht so groß und ich muß dann mit krummen Rücken durch die Gegend eiern. Da ich aber auch nicht jünger werde, merkt man das nach zwei Runden durch den Garten. Hier hilft dann der Trick das Kind den Vater oder Mutter suchen zu lassen. Funktioniert immer. Und schon kann ich mich wieder dem Bier trinken widmen.

Dummerweise auch dem Schnaps trinken. Nun behaupten ganz böse Zungen, das ich selber schon die Runden gefordert habe. Da meine Erinnerungen schon leicht verwaschen waren, könnte da sogar sein. Die Schlagzahl wurde drastisch erhöht. Die Gläser standen kaum mal unbenetzt auf dem Tisch. Die Grimassenaktivität in meinem Gesicht stieg drastisch nach oben. Dafür steig dann aber auch der Scheiße laber Faktor, sehr zur Belustigung der Allgemeinheit. Dummerweise raste die Zeit dahin und ich wollte ja noch zu der anderen Party. Florian und Patrizia waren auch schon da und mit denen wollte ich dann wieder zurück nach Westerode fahren, da sie auch noch bei der Party geladen waren. Die aber machten keine Anstalten zum Aufbruch, was mich dann dazu veranlasste mir ein Taxi zu rufen. Ich hasse es zwar mitten in einer Party abzuhauen, aber da ich bei der anderen Party auch zugesagt hatte, muß ich halt ein paar Kompromisse eingehen. Ich hoffe Andre hat das verstanden. Aber ich habe ja auch schon gut zugeschlagen und fühlte mich nicht mehr ganz so klar im Kopf. Aber wozu sind den Freitag Abende sonst da, wenn nicht zum zuschütten.

Eine kurze Taxifahrt später war ich dann in Westerode und bei Ehbrechts in der Garage. Dort war schon eine ausgelassene Stimmung. Und nachdem ich dann Dorina offiziell von meiner Seite in Deutschland wieder begrüßt hatte reichte man mir schon das erste Getränk. Und ich sah die verhängnisvolle Flasche Havana Club auf dem Tisch stehen. Damit waren alle Weichen gestellt und ich beeilte mich mit dem Bier trinken. Dann endlich konnte ich meine Lippen an ein wunderbares Getränk legen. Ich weiß zwar nicht was dieses Getränk in sich hat, aber es mich voll in seinen Bann gezogen. Für Havana würde ich so einiges stehen lassen. Supermodels inklusive. Nicht Jessica Alba, die noch eine Nummer schärfer ist als das Durchschnittssupermodel. Da es aber wahrscheinlicher ist, das ich, bevor ich mal Jessica Alba treffe, bei einem spontan besuchten Eishockeyspiel von einem Puck die Schneidezähne weggeschossen bekomme, konzentrierte ich mich vorerst auf den immensen Konsum von Havana Club. Man muß sich kleine Ziele stecken.

Es folgte nun ein Tischhopping, von dem ich nur noch die groben Gesprächsteilnehmer zusammen bekomme. Ich saß quasi überall mal und unterhielt mich über die verschiedensten Themen. Es waren dabei: 300C, Ex-Freundinnen (Ja, man mag es kaum glauben, aber auch da habe ich Erfahrungen) und wie man am meisten Trinken kann ohne sich zu übergeben. Leider kann ich mich nicht wirklich an die einzelnen Nuancen von jedem Gespräch erinnern, aber ich hoffe ich habe keine Horrorvorstellungen jeglicher Art geweckt. Und ich weiß, das jede menge Havana meine Kehle durchflossen hat, was nicht unbedingt nur meine Schuld war, sondern auch die des Schmierpopels, der mich immer versorgte. Und so langsam wird mir auch klar, warum ich so mega hacke voll war. Der Schmierige Popel hat mir nämlich seine Spezialmischung eingeflößt. An der Mischung ist rein gar nichts Spezial, sondern sie sind nur stark. Dafür ist aber der Freitag da, wie ich weiter oben schon einmal erwähnt hatte. Gegen 0300 Uhr bin ich dann wohl als einer der letzten Gäste nach Hause geschossen. So berichtete mir erstmal der Schnitzel. Denn mein Zeitgefühl war komplett im Eimer gewesen.
Meine ersten Erinnerungen waren erst wieder, wie ich in meinem eigenen Bett erwachte. Ich frage mich manchmal wie ich das immer hin bekomme. Ich muß doch einen Schutzengel haben. Mein Körper gab mir folgende Meldung: Leichte Magenverstimmung, verschwommene Sicht und eine Ankündigung eines Magendurchbruchs. Die Verschwommene Sicht konnte teilweise durch das Aufsetzen meiner Brille behoben werden, doch die Magenproblematik bedurfte einer etwas längeren und intensiverer Behandlung. Ich setzte mich auf und wünschte mir sofort eine Vollnarkose. Mein Magen zog sich zusammen und versuchte sich selber zu verdauen. So zumindestens fühlte es sich an. Oder besser gesagt, so stelle ich mir vor, das es sich an fühlt. Ich stand trotzdem auf und versuchte den Aufrechten, schwindelfreien Gang zu erreichen. Als ich mich von meinem Sturz die Treppe herunter erholte hatte Als ich relativ unfallfrei die Treppe hinter mich gebracht hatte, überlegte ich wie man am Besten den Magenproblemen an den Kragen gehen konnte. Ich entschied mich für eine Brühe mit Ei. Hört sich jetzt sehr grenzwertig an, aber das half ganz gut. Für ungefähr eine Stunde. Dann ging es wieder los. In der Zwischenzeit war dann der David kurz da und hat mir von dem Ende des Abends berichtet. Er lag wohl irgendwann mit dem Kopf auf dem Tisch und konnte nicht mehr sprechen und Calle wollte noch in die Werkstatt. Ich belog ihn mit meinem guten Zustand und er verschwand wieder. Zugegeben, zu dem Zeitpunkt ging es mir auch schon wieder besser. Nachdem ich mir dann ein Mahl bereitete hatte, bei dem ich selber nicht wusste, ob ich es essen würde, wollte ich den Magenschmerzen mit einer Verwirrungstaktik nahe kommen. Ich machte mir eine erneute Suppe mit Ei und dann noch einen Kaffee. Der Erfolg war nur mäßig. Es ging erst wieder bergauf, als ich um 1600 Uhr ins Feuerwehrhaus eingerückt bin und ein Hefeweizen trank. Doch das wollte ich morgens um 0930 Uhr noch nicht machen.

Die Besprechung war recht interessant, was nicht nur an dem ganzen Bier lag, welches ich mir zuführte. Aber wenn man eh am nächsten Tag frei hat, sind Besprechungen mit direktem Zugang zu alkoholischen Getränken sehr gefährlich. Die Besprechung war zwar noch nicht ganz vorbei und ich machte mich auf den Weg zu Friede, da von dort aus die Tour nach Chicki starten würde. Dort war der erste Tag des Revial geplant. Und am Samstag gibt es dann den Halbzeitstand und Fechler feierte außerdem noch seinen Geburtstag mit den Aspiranten. Und hatte mich auch eingeladen. Die wahren Ausmaße seiner Entscheidung sollte er erst spät begreifen. Martin holte uns also von Friede ab, dann luden wir noch noch die Steinmetze ein und los ging es nach Chicki. Der saß nämlich schon auf heißen Kohlen, da der bestellte Spielmannszug für Fechler schon bereit stand. Nach kurzer Begrüßung aller Anwesenden freute ich mich schon auf den Anblick des 7-Zylinders. Eine Tankstation für 7 Personen, praktisch an einer Bierbank befestigt. Dieser Anblick war einfach wunderbar. Aber bevor ich hier in Schwärmerei entschwinde, lasse ich lieber eine Fotoserie für sich sprechen: Der 7-Zylinder. Sitz man an ihm, dann kann der Abend nur gut werden. Also setzte ich mich gleich hin und fing an zu sapfen. Die Uhr zeigte 1807 Uhr. So stelle ich mir Abendunterhaltung vor.

So ging es dann auch eine geraume Zeit weiter. Bier trinken, Scheiße labern und sich auf das Grillgut freuen. Chickis Vater grillte nämlich und zauberte gar köstliche Gerüche in die Nase. Nebenbei wurde dann auch noch der Halbzeitstand bei den Aspiranten ausgewertet. Fachgerecht wurden die eingedosten Tips mit einer Metallsäge befreit. Man muß halt nur die richtigen Spezialisten an das Werk lassen. Als Sieger konnte der Tutz verkündet werden, der leider nicht dabei war, da er Kinderdienst hatte. Hieß für den Rest der Truppe doppelt so viel Gas geben. Das Grillgut war übrigens extrem lecker. Dazu wurde von Fechler ein Tzaiki gereicht, der nicht von dieser Welt war. Ich glaube ein ganzer Strauß Knoblauch ist ihm da rein gefallen. Da wir aber alle von aßen, fiel die Fackel nicht weiter auf. Auf jeden Fall hatte er guten Bums.

Ich kann gar nicht wieder geben, was wir alles erzählt haben. Aber der Großteil war nicht jugendfei und alles war sehr sinnentleert. Dafür wurde sich aber benommen wie in der Steinzeit. Rülpsen und Flatulenzen gehörten da noch zu den Dingern die man erzählen darf. Dennoch hatte man Angst und Bange das bei manchen Körperfunktionen die Möbel beschädigt wurden. Auf jeden Fall lebt nun in meiner Nase nichts mehr. Wenn ich mir das jetzt nochmal durchlese, dann hoffe ich das da vorher auch nichts gelebt hat, aber nach dieser mehr als grenzwertigen Kur ist dort nichts mehr aktiv. Jens hingegen entwickelte ganz neue Fähigkeiten. Er kann nun sogar schon Vibrationen hören. Aber lassen wir das. Und begeben uns zu einer fortgeschrittenen Stunde. Die Stimme wurde bei allen schon unsicherer und auch die Zunge gehorchte nicht mehr bei allen. Wie es dazu kam, fragt man sich hier zu Recht. Natürlich konnte so ein Abend nicht ohne Schnaps von statten gehen und somit gab es dann irgendwann eine Auswahl an Schnapssorten. Ich wäre gerne davon gelaufen, aber mein Platz am 7-Zylinder war so schön angewärmt. Los ging es mit Bismarck. Eigentlich ein Schnaps der mir immer recht gut mundet, aber wenn er nicht so ganz kalt ist, dann zieht er einem die eine oder andere Delle aus der Karosserie. Zum Glück war ich nicht alleine, der das Zeug trank, sondern Friede leistet mir Gesellschaft. Nun muß aber wissen, das Friede wohl den Schnaps noch schlechter verträgt als ich. Gut, er zieht keine Grimassen, wie das bei mit immer der Fall ist, aber er wird dann recht fix müde. Und er trinkt immer weniger. Normalerweise gibt es dann ein paar Sprüche und weiter geht es. Aber bei Friede hilft das nicht immer. Also wurde richtig schön in die Kerbe rein gehauen. Besonders beliebt sind Sprüche, die mit Trill zu tun hat, da er ja trinkt wie ein Sittich. Es wurde dann sogar schon angeboten ein wenig Weißbrot klein zu machen, damit er was zu seinem Bier hat. Und dann war es so weit, er schloß die Augen und sie bleiben für eine längere Zeit zu. Dabei gab es noch nicht mal Schlafnüsse oder ähnliche Knabbereien. Kurze Zeit später machte er sich dann aus dem Staub und wir tranken weiter.

Zu dieser Zeit wurde dann auch schon über die weitere Abendplanung nachgedacht. Und Schnitzel textete mich an und überredete mich quasi dazu mit nach Göttingen ins das Alpenmax zu kommen. Ich war meiner Sinnen nicht mehr mächtig, als mein Mund dieser Idee zustimmte. Der Rest wollte wohl in die Werkstatt. Schnitzel fuhr vor und ich stieg ein. Im gleichen Moment wurde meine Knoblauchfackel bemerkt und ich wurde gefragt, ob das mein Ernst sei. Solche Fragen finde ich ja auch immer gut. Was hätte ich denn dagegen machen sollen, außer mir eine Ersatzspeiseröhre inklusive Magen zu zulegen. Und finde erstmal nachts einen Chirurg, der so was macht. Ich durfte mir dann das Genasele die ganze Fahrt anhören und unterdrückte meinen Harndrang. Als wir dann in Göttingen angekommen waren, wollte ich nur noch auf die Toilette. Dabei übersah ich ganz das Motto des Abends und es war mir auch egal. Die Rettung in Form der Porzellanschüssel war in sichtbare Weite gerückt.

Nachdem dann diese Laune der Natur erledigt war machte ich mich nun daran den Rest der Truppe zu finden. Doch vorher stattete ich mich mit einem alkoholischen Getränk meiner Wahl aus. Da ich bereits das Bier im Alpenmax kannte und fürchtete, entschied ich mich für Bacardi. Eine solide Wahl und da kann man nichts falsch machen. Nun konnte ich zwei Sachen erledigen. Einmal mich nach meinen Mitfahrern umzugucken und zweitens ein wenig die Mädels angucken. Ich suchte zunächst an den offensichtlichen Stellen, Thekennah und dennoch freien Blick auf die Tanzfläche. Aber dort fand ich nichts, außer hübschen Frauen. Also ging es weiter in die entlegeneren Ecken des Alpenmaxes und dort fand ich dann die Truppe. Warum nur wird immer der Platz bevorzugt der am weitesten weg vom Geschehen ist. Ich verstand es nicht wirklich. Wenig später schlug ich dann vor etwas zu verlegen, worauf dann nur Schnitzel eingegangen ist. Der wollte nämlich rauchen gehen. Immer noch besser als in der hintersten Ecke umher zu stehen.

Das Publikum war durchwachsen, aber relativ vollstramm. Dabei spielte ich wohl auch im oberen Drittel mit. Außerdem fiel auf, das hier relativ viele Junggesellenabschiede unterwegs waren. Sowohl weiblich als auch männliche Fraktionen. Besonders gut an den gleichartigen T-Shirts zu erkennen. Ich glaube darum kommt der heutige Abschied nicht herum. Immerhin habe ich auch schon eine beträchtliche Sammlung im Schrank hängen. Aber so recht wollte ich keine Favoritin finden. Schnitzel und ich pendelten recht regelmäßig zwischen Rauchzimmer und normaler Aufenthaltshalle hin und her, aber das eine Frau dabei war die mich richtig begeisterte war leider nicht der Fall. Nicht vergessen werden darf hier der immense Bacardi Konsum.
Bei einer fortgeschrittenen Getränkeorganisation stand ich also an der Theke und wartete auf die Bedienung. Gut war, das ich dank meiner Knoblauchfackel immer genügend Platz hatte. Mittlerweile bot mir auch Matze unaufgefordert Kaugummis an, die ich dann zwar an nahm, aber nicht so ganz an die Wirkung glaubte. Jedenfalls traf es mich an der Theke. Ich drehte mich wärhend der Wartezeit ein wenig umher, um das Gleichgewicht zu halten um ein wenig Überblick zu bekommen, da sah ich eine nett anzusehende Blondine auf einem nahe stehenden Hocker sitzen. In Anbetracht meines derzeitigen Zustandes und meiner Fähigkeit Frauen jenseits der 18 nicht immer perfekt in die Altersgruppen einzuordnen, würde ich sagen, das sie „um mein Alter herum“ hätte sein können. Und sie war ohne männliche Begleitung da, da sie mit ihrer Freundin und deren Freund redete und leicht lächelnd in meine Richtung blickte. Unvoreingenommen wie ich nun mal bin, hätte es durchaus sein können, das sie mich meinen könnte. In solchen unpassenden Momenten taucht dann natürlich die Bedienung auf und nimmt meine Bestellung entgegen. Da ich nun nicht weiter wie ein Idiot mit zwei Getränken an der Theke umher stehen wollte ging ich halt wieder zurück zu den anderen, die mittlerweile wieder den Standort verlegt haben ohne mir Bescheid zu sagen. Finde ich immer gut. Verwirrung ist die Beste Taktik dem Feind zu entkommen. Aber ich habe sie trotzdem gefunden. Und wollte Schnitzel gleich meinen Fund berichten. Etwas in mir hielt mich aber davon ab. Es könnte Schnitzels guter Wille sein, der dann gleich wieder mit ihr hätte reden wollen. Und das würde ja gar nicht gehen. Es gingen dann aber doch noch ein paar Mischungen in den Schero. Ich habe die junge Dame dann lächelnderweise nochmal im Raucherzimmer wieder gesehen und konnte mein Gesicht doch zu einem Lächeln verkrampfen. Sagte aber Schnitzel nichts davon. Nun höre ich schon wieder das Kopfschütteln vor den Monitoren (Ja, ich habe ebenso gute Ohren wie Jens). Ich war halt realistisch. Erstens war ich voll wie eine JHV der Feuerwehr bei der alles frei ist und zweitens roch ich aus dem Mund wie ein Großtransporter Knoblauch, der bei Würzburg im Stau seit der holländischen Grenze stand, bei 43°C im Schatten. Ergo hätte ich sie beim ersten Satz ins Wachkoma gehaucht. Und ich habe noch keine Rechtschutzversicherung.

Ein Blick auf die Uhr, der ungefähr 10 Minuten gedauert hat, verriet mir das es verdammt früh am Tage war. Die genaue Uhrzeit weiß ich nicht mehr, wohl aber, das es jetzt Zeit zum Aufbrechen war. Ein kleiner Snack beim benachbarten Dönermann war auch noch drin, aber dann ging es ab heimwärts. Um meinen Atem machte ich mir eh keine Gedanken mehr, nur um meine Essmanieren. Aber auch das ging relativ problemlos von statten. Gut der Tisch war abwaschbar und in meinem Zustand hätte ich eigentlich einen Mund der Größe von Neukaledonien gebraucht, damit nichts daneben geht. Von der Taxifahrt weiß ich nichts mehr, nur das mich der Taxifahrer nicht am geforderten Punkt raus ließ sondern, in der Mitte des Dorfes, wie den Rest auch. Frische Luft macht munter. Wäre das nicht passiert, hätte ich auch nicht den frühmorgendlichen Einbrecher bei Holger überrascht. Das war dann aber doch sein Sohn. Jemand sollte ihm sagen, das es verdammt gefährlich ist, um 0500 Uhr mit Kapuze an einer Haustür umher zu fummeln. Man gut das ich hacke war und noch sprechen konnte.

Sonntag Morgen, ich erwachte aus dem Koma und fragte mich wann denn das Revival los gehen würde. Ich entschied mich aber dennoch erstmal klar zu kommen. Das dauerte dann bis High Noon und dann machte ich mich auf den Weg. Spektakulär war es allerdings nicht, da ich ja nichts getrunken habe. Ich hatte noch einige Sachen für den Autoverkauf vorzubereiten. Eine Ausrede die gezogen hat. Ich war auch nicht in der Lage etwas zu trinken. Besser gesagt, wenn ich das gemacht hätte, dann wäre es bestimmt böse geendet.

Nächste Woche befinde ich mich in einem anderen Bundesland zum Trinken. Ich sage nur Annafest in Forchheim, Zugfahrten, Bier trinken, Mett essen und Scheiße labern. Ich freu mich!


Send in the clones

09/07/2008

Auch an diesem Wochenende sollte es nicht allzu viel Ruhe für mich geben. Am Besten wäre es wenn ich mich klonen lassen würde. Ich war mal wieder komplett ausgebucht, doch beschweren wollte ich mich jetzt nicht. Wenn viel Action geboten wird, dann kommt man nicht so schnell auf dumme Gedanken. Allerdings halse ich mir auch immer so Sachen auf, die nicht immer so viel Spaß machen. Doch beginnen wir unsere Reise von vorne. Begeben wir uns zu dem Freitag. Nachdem ich Feierabend gemacht hatte, kamen Christian und Sabrina vorbei um mich zu meinem neuen Auto zu beglückwünschen. Wir drehten eine kleine Runde durch die Stadt, bei der dann der Ingo anrief. Er schlug vor, das man doch den Abend im ZHG verbringen könnte. Dort hatte nämlich die Sportfakultät zur Sportlerparty geladen. Nachdem diese Information über meine Ohren an mein Gehirn gelangt ist, setzten sich mehrere Relais in Gang und brachten alte Erinnerungsbilder auf den interne Schirm. Eine Sache setzte sich bombenfest, jede Menge hübscher Frauen. Also hielten wir fest, das Christian, Sabrina, Ingo und ich am Freitag Abend das ZHG unsicher machen würden. Meine Vorfreude wuchs erheblich, denn eine Stunde zuvor hatte ich noch keine Ahnung was überhaupt los sei. Wir verblieben dann so, das ich Sabrina und Christian abholen würde und Ingo würde dann gegen 2200 Uhr zu uns stoßen.

So wurde es dann auch gemacht. Wir saßen erst bei mir und redeten über dies und das und tranken alkoholische Getränke. Ich hielt mich da an mein Bier, da ich ja immer noch eine Kiste Bier alle machen mußte, die teilweise schon abgelaufen war. Ich weiß das ist unentschuldbar, aber wenn man immer so viel zu tun hat, dann vergisst man auch mal die keinen wichtigen Dinge des Lebens. Aber das Bier war ja nicht schlecht geworden, nur das Mindesthaltbarkeitsdatum war abgelaufen. Was könnte ich mehr bekommen als eine kleine Magenunstimmigkeit. Und wenn man bedenkt was ich mir an dem Abend noch alles rein schütten würde, dann kann man im Nachhinein eh nicht mehr sagen, woher die Bauchschmerzen rühren würden. Das Bier war lecker und ich erschrak ab und an über den angegeben Alkoholgehalt. Besser konnte man gar nicht in den Abend starten. Als Unterhaltung gab es dann mal wieder ein Best of von den Geschichten die Felkl und ich erlebt haben. Und es sollte tatsächlich vorkommen, das Sabrina einen Teil der Geschichten noch nicht kannte. Meistens handelten sie eh von Felkl und seinen Aktionen unter Alkoholgenuß, aber die können auch sehr witzig sein. Da wir aber die Geduld von Sabrina nicht zu sehr belasten wollten, ging es natürlich auch um andere Gesprächsthemen, wie die berufliche Zukunft der beiden. Sie stehen nämlich beide kurz vor dem Abschluß und sind gerade auf Jobsuche. Da denkt man dann mal kurz zurück an seine eigenen Zeit nach dem Studienende und stellt mal wieder mit Erschrecken fest, das es ja auch schon wieder vier Jahre her ist. Ein Klacks im bedenkt man das ich vor 10 Jahren Abi gemacht habe. An all diese großen Zahlen möchte ich gar nicht denken, daher gibt es jetzt einen recht plumpen Themenwechsel.

Ingo kam dann auch endlich mal an. Wenn er sagt er kommt um 200 Uhr, dann kann man getost gegen 2200 Uhr anfangen sich fertig zu machen, denn er verspätet sich immer. Aber gegen 2236 Uhr fuhr er dann auf den Hof und wir konnten kurze Zeit später los fahren. Ich freute mich schon ein wenig auf den Abend. Auch wenn da hauptsächlich Studenten herum laufen und um einiges jünger sind als man selbst. Parties im ZHG versprechen ein Spaßgarant zu werden. Nach einem kurzen Stop an der Sparkasse ging es dann weiter. Ich rief mir aber auch ncoh mal in das Gedächtnis, das es heute Abend nicht ganz so doll zugehen sollte. Ingo wollte auch recht früh wieder nach Hause fahren. Er mußte früh zu einem Treffen, Christian und Sabrina mußten am nächsten Morgen zum Brunchen und ich hatte wieder die beste Sache von allen. Ich mußte einem Kollegen beim Umziehen helfen. Also Möbel packen mit einem dicken Kopf und bei warmen Wetter. Gibt es was besseres als solche Aktivitäten, nach einer durch gesoffenen Nacht? Ich kann mir nicht viel mehr vorstellen. Aber die Fahrt war vorbei, bevor die schwarzen Wolken in meinem Kopf die Überhand gewannen. Wir waren am Parkplatz angekommen und ich bereitete mich seelisch auf einen netten Abend mit jeder Menge hübschen Frauen vor. Gut, die waren zwar nicht wegen mir da, aber es konnten genügend Eindrücke gewonnen werden. Außerdem machte ich mich bereit in einer Schlange am Eingang zu stehen, was eher nicht so mein Fall war, da ich kein Getränk hatte und außerdem mußte ich mal dringend auf die Toilette. Zu meiner Überraschung war die Schlange am Eingang nicht erwähnenswert. Binnen kürzester Zeit waren wir drinnen und ich machte mir Sorgen. Das konnte entweder heißen, das es eine andere Party geben würde, wo einiges mehr los sein würde oder aber wir waren zu früh dran. Ein kurzer Blick auf die Uhr ließ hoffen, das wir zu früh dran waren. Als wir dann das ZHG selber betraten verdichteten sich die Befürchtungen. Es war sehr übersichtlich, wenn man nicht sogar von leer reden könnte. Ich opferte dem Gott der Hoffnung ein paar imaginäre Ziegen und kümmerte mich um die erste Runde. Nachdem ich die sanitären Einrichtungen aufgesucht hatte. Wenn ich mir nur vorstelle, das eine Schlange vor dem ZHG gewesen wäre, dann wäre ich geplatzt oder hätte in den Geldautomaten der Sparkasse gepinkelt. Befreit von dieser schweren Last, ging das Bestellen auch besser von der Hand. Der Flüssigkeitshaushalt wurde dann mit Pils aufgefüllt, welches leider Warsteiner war. Aber es gab ja noch Mischungen.

Es wurde nun Zeit einmal den Blick durch die noch spärlich vorhandene Menge schweifen zu lassen. Und was man sah war gut. Selbst als nur ein Minimum an Publikum anwesend war, waren dennoch ein Großteil gut aussehende Frauen. Schnell hatte man seine Favoritin gefunden. Oder sollt eich besser sagen, die ganzen Favoritinnen, denn es waren eine Menge netter Frauen unterwegs. Ich legte mich recht schnell fest und zu meiner eigenen Überraschung war es diesmal eine Blondine. Die Haare eher etwas länger als kinnlang und hübsche Augen. Und ich meine hier wirklich die Augen! Ich machte Ingo gleich darauf aufmerksam und er sagte das sie doch eine Top-Note verdienen würde, er aber doch eine Andere favorisieren würde. Nun ja, jedem das Seine. Das Bier hatte ich mittlerweile vernichtet und entschied in einer einfachen diktatorischen Abstimmung, das ab jetzt Mischungen getrunken werden. Also orderte ich mir eine Bacardi Cola Mischung. Und ich verkniff mir den obligatorischen Peitschen-Spruch. Das war auch besser so, denn die Mischungen die man standardmäßig verteilte hatten schon ordentlich Bums. Daher kam auch Felkls süffisantes Lächeln.

Wir veränderten nach einer erneuten Getränkeempfängnis ein wenig den Standort, da man ja an der Theke eh immer vorbei kommt. Ich war damit nicht ganz so einverstanden, aber beugte mich dem Gemeinschaftswunsch. An der neuen Position hatten wir dann besseren Ausblick auf die Tanzfläche, welche aber noch gar nicht so recht voll war. Außerdem stand plötzlich eine Arbeitskollegin neben mir. Nun hieß es zusammenreißen und bloß nicht anmerken lassen, das ich bereits mehrere Liter Bier und Mischungen getrunken habe. Wir unterhielten uns kurz und sie sagte das sie mit ein paar Freundinnen unterwegs war. Als sie dann wieder weg war, mußte ich mir unbedingt merken, das ich mich nicht zu sehr abschießen würde, damit am Montag nicht wieder diverse peinliche Situationen entstehen würden. Aber ich bin ja ein verantwortungsbewusster Erwachsener, der sich benehmen kann. Ja, genau!

Die Hütte füllte sich so langsam und es kamen immer mehr hübsche Frauen rein. Man wusste gar nicht mehr wo man zuerst hin gucken sollte. Es schwappte eine wahre Flutwelle der Sinnesüberreizung auf einen ein. Vor allem stumpften die Sinne gefährlich ab, denn man konnte nun nicht mehr zwischen den Frauen im richtigen Alter und den Frauen die zu jung für einen waren differenzieren. Ich versuchte noch einen Filter vorzuschieben, aber das funktionierte nur so halbherzig. Meine Favoritin hatte ich auch in dem ganzen Getümmel verloren. Aber es gab ja genügend Alternativen, an die ich mich nur nicht so richtig erinnern konnte, da die Hammermischungen ihren Teil mit meinem Körper gemacht haben. Die Hirn-Blut-Schranke wurde vollkommen ausgehebelt und anstatt Sauerstoff flogen jetzt wohl einzelne Atommoleküle direkt in den Brägen. Ich weiß auch gar nicht wie man so viel trinken kann in so kurzer Zeit. Ja wir haben richtig gelesen, unsere Zeit war begrenzt. Als wir gerade gehen wollten, traf ich dann noch den Benny, mit dem ich schon seit Ewigkeiten mal wieder einen trinken wollte. Also wurde flugs der Protest der anderen ignoriert und schnelle eine Runde vernichtet. So viel Zeit sollte auch beim Aufbruch sein. Doch dann ging es wirklich in Richtung Heimat.

Dieser nun folgende Absatz berichte ich nur aus Wahrheitsliebe. Denn für mich endet der Abend mit dem Treffen von Benny. Folgende Szenen habe ich nicht live mit erlebt und halte sie auch für übelste Verleumdung. Felkl hatte wohl seine Mischung mit aus dem ZHG bekommen, mir wurde dagegen die Mischung entwendet. Das macht mich natürlich nicht gerade freundlich und ich soll wohl ein wenig randaliert habe. Man gut das es Laternen und Mülleimer gibt. Die stecken immer ein. Auf dem Heimweg muß ich wohl Ingo wiederholt Richtungsanweisungen gegeben habe. An all das kann ich mich nicht erinnern. Bei mir geht alles nahtlos in den nächsten Morgen über.

Mein Wecker klingelte gegen 0800 Uhr und ich fiel aus dem Bett. Nachdem ich dann einen kleinen Systemcheck durchgeführt hatte, war klar, das es mir extrem Scheiße ging. Warum ich so früh aufstehen würde, stellt sich jetzt der interessierte Leser. Ich habe mal wieder zugesagt, bei einem Kollegen beim Umzug zu helfen. Aber ich war in dem Wissen das noch drei weitere Helfer vor Ort waren. Somit würde es schon gehen. Dachte ich zumindest. Aber ich muß zugeben, ich hasse Umzüge. Dieses ganze Klamottenschleppen ist nichts für mich. Sollte ich jemals mit dem Gedanken spielen als Möbelpacker irgendwo anzufangen, dann brecht mir die Beine. Beliebte Dinge zum transportieren sind Kühlschränke, Röhrenfernseher und Waschmaschinen. Ich sehe zwar aus wie ein Elefant, aber das prädestiniert mich noch lange nicht dazu nur die schweren Sachen zu buckeln. Jedenfalls nicht nur. Aber ich war bei den Hauptakten immer dabei. Kühlschrank, schwerer Fernseher mit verdammt scharfen Plastikkanten und Waschmaschine. Ich trug alles einmal und war auch dementsprechend fertig am Ende des Umzugs. Aber dank der netten Helfer hat es auch Spaß gemacht, da wir dann doch alle auf der gleichen Wellenlänge lagen, wenn es ums Scheiße labern ging. Außerdem wurden wir dann noch mit einer leckeren Joey’s Pizza und Bier belohnt. Als ich dann wieder zu Hause war, hatte ich dann eine Stunde zur Ruhe, die ich dann auch durch schlief. Ein wenig mehr gerädert als vorher stand ich dann auf und begab mich unter die Dusche, schließlich mußte ich nun noch zum Geburtstagsmarathon.

Ich hatte an diesem Abend zwei Geburtstage abzuarbeiten. Zum einen den 30. von Manuel und dann noch den 40. von Holger. Beides gute Freunde und ich wollte auch Beide zufrieden stellen. Also legte ich mir einen ausgeklügelten Plan zurecht. Ich würde zunächst zu Manuel nach Breitenberg fahren und dann gegen 2300 Uhr bei Holger aufschlagen und mich dort dann mit extra frü mich gekauften Havana Club abschädeln. Eigentlich ein guter Plan, doch dann kam der Kai und sagte wir würden uns um 1800 Uhr im Feuerwehrhaus treffen um dann um 1830 Uhr bei Holger aufschlagen. Nun gut, dann hätte ich 1,5 Stunden zum vorherigen Bier trinken bei Holger und dann noch weitere 3 Stunden Bier trinken bei Manuel. Könnte auch klappen. Meine Mitfahrgelegenheit stand auch schon fest. Der Felkl und die Sabrina erklärten sich bereit mich gegen 2000 Uhr rüber zu fahren. Doch zunächst ging es erstmal nach Holger, wo wir ja am Mittwoch zum gratulieren waren. Die Freude war groß und der Durst war meinerseits groß. Und schon gab es Bier, aber ich machte gleich meinen Standpunkt klar, in dem ich lauthals verkündete das ich keinen Schnaps anrühren würde. Das interessierte zwar keinen so richtig, aber ich wollte es mal gesagt haben. Machte aber auch nichts, denn die Schlagzahl vom Bier wurde gleich von Beginn an kräftig nach oben gedreht. Ich machte mir ein wenig Gedanken über den weiteren Verlauf des Abends, aber nahm immer brav vom Tablett runter. Nebenbei gab es dann auch noch Grillgut. Ich hielt mich aber erstmal zurück, denn aus Erfahrung weiß ich, das Grillgut in Verbindung von Spirituosen recht schnell durch den Darm geht.

Beim Sitzen und Erzählen und Bier trinken vergeht schnell die Zeit und ehe ich mich versah mußte ich auch schon los um meine Kutsche nach Breitenberg zu erwischen. Ich war aber ganz ruhig, denn in Breitenberg gibt es bestimmt auch Bier. Was rede ich da? In Breitenberg gibt es mit ziemlicher Sicherheit Pils. Und so war es auch. Es war zwar noch nicht viel los, aber die Theke war schon besetzt und auch ein paar Bekannte Gesichter sprangen dort rum. Ich hielt mich, nach der Getränkeversorgung zunächst an Rippchen und Holler. Die klärten mich ihrerseits erstmal über die allgemeine Situation am Bau auf, was nicht gerade uninteressant war. Aber mich interessierte dann doch mehr das Bier und die anwesenden Frauen. Aber so recht war noch nichts interessantes zu sehen. Entweder waren sie schon vergeben oder aber zu jung. Jedenfalls sahen sie zu jung aus. Doch das kühle Blonde in der Hand entschädigt für so manches. Mein Job war es ja auch nicht Jemanden aufzureißen, sondern sich ordentlich zu betrinken. Und ganz gefährlich sah das Schnapssortiment neben der Zapfanlage aus. Eine sehr gefährliche Zusammenstellung. Zapfanlage und Schnaps. Man wusste gar nicht für was man sich entscheiden sollte. Doch ich wiederstand der verlockenden Aussicht und bleib beim Pils.

Anscheinend ist es auch üblich das man sich bei 30. Geburtstagen ordentlich zum Horst machen muß. Und das gilt nun ausnahmsweise mal nicht für das Geburtstagskind selber, sondern für seine Brüder. Die führten nämlich eine Art Gesang auf und hatten sich als Frauen verkleidet. Als wenn das nun mehr Frauen als vorher anlocken würde. Aber jedem sei sein Spaß gelassen und Manuel nahm es mit Humor. Und doch war dieser Auftritt mehr als nur das selbige. Es war der offizielle Umschwung auf Mixgetränke. Ich hatte ja schon die ganze Zeit Bier getrunken und mittlerweile waren dann auch Heike und Schmalle angekommen. Und plötzlich hatte ich wie durch Zauberhand ein Glas Havana Cola in der Hand. Es war wie verhext. Heike erzählte mir dann auch erstmal das Evelyn auch kommen würde. Eine Information mit der ich so zunächst nichts anfangen könnte. Ich kannte sie zwar, aber das war es dann auch schon. Aber in dem Moment wo in meinem Gehirn die Karteikarte von Evelyn gezogen wurde sah ich eine Verknüpfung mit einer Blondine, die mit ihr eng befreundet ist und die ich vor geraumer Zeit mal in der Werkstatt getroffen hatte und mich gleich Hals über Kopf in sie verliebte. Ich wurde also wieder mal langsam nervös. Doch es war unnötig, denn Evelyn kam dann mit einer anderen Freundin. Die auch fantastisch aussah, aber nicht so mein Typ war. Heike war das relativ egal und sie spitze mich schon wieder an. Hier hieß0 es dann für mich Abstand gewinnen und einen Blick ins Zelt wagen. Dort warteten eigentlich nur mehr Mischungen auf mich. Aber das kann man ja verkraften.

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, das ich an den Aufbruch denken mußte. Also wurde sich noch schnell eine Mischung organisiert und dann wurde das Taxi bestellt. Nach kurzer Verabschiedung ging es dann los. Heike wollte zwar das ich noch da bleiben, aber gewisse Vorsätze sollte man dann doch einhalten. Zumal ich mir die Lästereien bei Holger eh schon vorstellen konnte. Eine kurze recht informative Fahrt später war ich dann wieder in Westerode und machte mich sogleich über die extra für mich kalt gestellte Flasche Havana her. Aber vorher holte ich noch den Holger ran, der das Zeug ja unbedingt probieren wollte. Eine Tatsache, die ich gar nicht gut heißen konnte. Jemand in meinem Bekanntenkreis hat noch nie Havana Club getrunken. Nachdem dann die Flasche angebrochen war und die Mischung verteilt nickte Holger zustimmend, was so viel hießt, das es doch recht lecker war. Ich freute mich außerdem auf den Eiswürfelmacher in seinem Kühlschrank, aber die Kinder hatten das Ding wohl laufend in Betrieb, daher mußte ich auf vorher abgefüllte Eiswürfel zurück greifen. Waren auch nicht verkehrt und sie hatten die typische Schogetten mit Sahne Form.

Ich war nun also ausreichend versorgt mit einer leckeren Mischung und konnte mich zu den anderen Feiernden begeben. Hier fiel mir nun auf, das gar nicht mehr so viele Leute da waren. Dafür haben aber die, die da waren Party gemacht für das doppelte an Leuten. Ich gesellte mich aber dann doch erstmal unter das Zelt, wo dann meine Feuerwehrkameraden saßen. Dort quetschte mich dann erstmal der Schnitzel aus, welche Frauen ich denn schon wieder klar gemacht habe und ob denn eine bestimmte Frau da gewesen wäre. Ich weiß gar nicht wie Schnitzel immer auf solche Ideen kommt. Es ist ja nun nicht so, das ich mich komplett anders verhalte, wenn ich mit ihm unterwegs bin. Ich ignorierte seine Sticheleien und beteiligte mich an den gerade laufenden Konversationen. Und die ging um Autos. Holgers Schwiegervater war ein Kfz-Meister in Rente und wollte mich von der Motorleistung seines Audi überzeugen. 4 Zylinder (was mir ein leichtes Hüsteln entlockte), 1,8 l Maschine (ein etwas lauteres Hüsteln) und 170 PS. Dafür dreht dann halt der Motor höher. Nun ja, sagen wir mal so, getrunken hatten wir Beide und keiner wollte so recht von seinem Standpunkt weichen. Ich bin aber immer noch der Meinung das Hubraum durch nichts zu ersetzen ist. Ich habe ja auch gut reden.

Zwischenzeitlich gab es immer wieder mal Nachschub aus der Havana Club Karaffe. Holger hatte wirklich gut eingekauft. Außerdem drückte ein wenig der Magen, besser gesagt er erzeugte einen Unterdruck, dem ich unbedingt nachgeben mußte. Im Keller war dann zum Glück noch das mittlerweile kalte Bufett aufgebaut. Doch so recht mochte ich nicht an kaltes Grillgut heran und tat mich an dem Weißbrot mit Kräuterbutter gütlich. Sehr lecker. Begleitet wurde ich dann vom dem Haushund Blacky, der einen sehr bettelnd ansah. Das hielt ich einfach nicht aus und gab ihm etwas von der kalten Bratwurst. Ich war der Meinung er war mir sehr dankbar. Wieder oben konnte ich dann der sensationellen Tanzperformance von Loki beiwohnen, der sich dazu noch oben rum entkleidete. Ob das nun gut aussah oder nicht, sei dahin gestellt. Aber er gab ordentlich Gas und die anwesende Weiblichkeit kam vor lauter Staunen gar nicht mehr zum fotografieren. Und doch sah ich ab und an den Blitz erleuchten. Wenn da mal nicht Fotos für das Internet geschossen wurden. Den erleideten Schrecken mußte ich dann doch noch mit einer weiteren Mischung herunter spülen. Ist es Jemanden schon aufgefallen? Ich wurde bisher noch gar nicht mit Schnaps gequält. Halt, einen mußte ich in Breitenberg trinken, einen Doppelten Bismarck, was kein Geschenk war, aber bei Holger ließ man mich damit in Ruhe. War vielleicht auch besser so. Dafür lief dann aber genügend Havana rein. Gerade wenn man seinen Standort an die Theke verlegt.

An der Theke ging es dann auch munter weiter. Besser gesagt bin ich dann teilweise zwischen Keller, wo es die leckeren Krräuterbutterweißbrote gab und der Theke hin und her gependelt. Doch irgendwann werden auch meine Beine schwer und ich muß mich mal hinsetzten. Das war allerdings nur draußen möglich und da ließ ich mich nieder. Aber ich war nicht lange alleine, da wurde mir schon Gesellschaft geleistet. Holger teilte mir dann irgendwann mit, das er auch schon verdammt müde sei. Ich ging mit ihm einher und machte mich langsam an den Aufbruch. Eine letzte Mischung auf dem weiten Weg nach Hause und dann verabschiedete ich mich. Zu der Zeit waren Holger, Loki und Kai schon am kuscheln. Ein eindeutiges Zeichen dafür, das ich besser jetzt nach Hause gehe. Die Mischung ging auf dem Rückweg noch in den Schero und dann empfing mich mein warmes Bett.

Gegen Mittag erwachte ich, doch wenn man jetzt glauben mag, das ich einen ruhigen Sonntag vor mir hatte, dann irrt man sich. Ich mußte die Nachmittagsschicht bei der Verkehrssicherung beim Holzfällerfest (Wortschöfpung von Kolben und Matze) übernehmen. Natürlich nicht alleine, aber alleine das man da stehen muß reicht schon aus. Es war drückend, es war warm und ich war müde. Die paar hübschen Frauen die dort mit Autos an einem vorbei fuhren und sich freuten, brachten auch nicht die erhoffte Erfüllung. Und auch dieser Tag ging rum und wenigstens hatten wir freies Trinken und freies Essen. Ich kann die Aufrufe ja schon hören. Wir haben natürlich nur alkoholfreie Getränke zu uns genommen. Wir waren ja schließlich im Dienst! Am Abend bin ich dann selig auf meinem Sofa entschlummert um dann mit Genickstarre pünktlich zum Ende des Hauptfilms aufzuwachen und ins Bett zu verlegen. Schöne Sonntage sind was anderes!

Zum Abschluß noch ein kleiner Verantstaltungstip in gemeinnütziger Sache. Am Donnerstag ist in der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt wieder ein Blutspende Termin, durchgeführt vom Roten Kreuz. Mein Blutsbruder Ingo und ich werden auf jeden Fall dort sein und uns anzapfen lassen. Ich bin ja nur froh das die Termine immer Donnerstags sind, sonst würde ich gar nicht zum Spenden zugelassen werden. Es wäre jedenfalls nett wenn wir den einen oder anderen da treffen werden. Die junge Dame, wegen der ich eigentlich zum Blutspenden, gelockt wurde, wird wohl nicht da sein, da ihr gewisse körperliche Veränderungen ihr dieses nun verbieten. Doppelmist! Erst Blut abzapfen lassen und im Anschluß noch eine schöne Scheibe Brot futtern. Ab 1800 Uhr werden wir da wohl anzutreffen sein, vielleicht sieht man sich ja.


Summertime and the weather is wet

07/07/2008

Dieses Wochenende stand fest im Zeichen der Elferrat Sommerparty. Auch wenn das Wetter so gar nicht nach Sommer aussah, ließen wir uns den Spaß nicht vermiesen. Schließlich sind wir vom Karnevalsverein. Da kann man auch in nicht ganz perfekten Situationen lustig sein. Das wären also die Pläne für den Samstag, doch muß ja am Freitag auch ein wenig Programm geboten werden. Und das hat sich relativ schnell ergeben. Zum Glück gibt es ja den Freitag Nachmittag Schnitzel Notruf. Recht fix wurde abgekaspert, das wir Abends zur Alpenmax on Tour Veranstaltung des Schützenverein Duderstadt gehen. Das hörte sich ja schon mal gut an und vor allem war ich mir sicher das es dort Alkohol geben würde. Ich machte mir zwar ein paar Gedanken über das Blut spenden am Donnerstag, aber die wurden schnell zur Seite geschoben. Den Blutverlust hatte ich ja bereits durch genügend unalkoholische Flüssigkeiten ausgeglichen.

Ich bereitete mich als auf den Party Abend vor und das bestand hauptsächlich darin eine Grundlage für die kommenden Freuden zu schaffen und vielleicht schon mal an einem Bierchen zu lecken. Dieses fand ich wohl gekühlt in meinem Kühlschrank vor. Ich hatte ja noch ein paar Probierflaschen von Weihnachten über, die ich langsam mal entleeren musste. Also wurden sich zwei Hefe Weizen in den Schero gekloppt. Schmeckten vorzüglich. Als dann der Schnitzel Express um die Ecke bog, war ich auch schon fast fertig. Noch eine kleine mail an Christian und Sabrina schicken und ab ging es zum Feuerwehrhaus. Dort angekommen trafen wir auf Andreas, der schon mal den Kühlschrank begutachtete, ob denn da auch genügend Getränke drin waren. Zum Glück hatten wir ja auch noch die Geburtstagskiste von Holger da herum stehen, aus der wir dann die letzten Zwei Bier entfernten. Nachher werden die noch schlecht, das konnten wir ja nicht verantworten. Schnitzel wiederum mußte nochmal nach Hause um sich um zuziehen. Und das dauert.

Kurze Zeit später trafen dann noch Tobi und Kolben ein und wir hätten eine perfekte Doppelkopf Runde zusammen gehabt. Dumm nur das die anderen keinen Doppelkopf spielten. Also begnügten wir uns mit der Nebentätigkeit des Kartenspielens. Dem exzessiven Bier trinkens. Und auch Schnitzel warten. Der brauchte länger als eine Frau zum Umziehen. Klar, da waren bestimmt noch ein Sicherungstoilettengang dabei, aber wie kann man bitte so lange brauchen um sich eine Hose und ein passendes T-Shirt anzuzi9ehen. Ich kann es nicht erklären, da bei mir eine Umziehaktion maximal 10 Minuten benötigt und das ist abhängig von der Frage ob eine Krawatte von Nöten ist oder nicht. Aber wir hatten ja Bier und so machte es die Wartezeit erträglich. Nebenbei lief dann auch noch so eine dämliche Chartshow auf einem der privaten Sender. Ich erspare mir mal jeglichen Kommentar darüber, denn die Lieder die gezeigt wurden waren allesamt nicht sehr prickelnd und die Kommentare der B-Promis, die dazu was sagen durften waren definitiv nicht erwähnenswert. Schnitzel kam an und wir berieten darüber wann wir denn dort hin fahren sollten. Ich war ja für 2330 Uhr, da vorher bestimmt nicht so viel los sein würde. Aber nein, die feinen Herrschaften wollten dann doch lieber schon mal etwas früher hin. Also ging ich den Weg des geringsten Widerstandes und fügte mich. Die viertel Stunde eher macht den Kohl nun auch nicht fett. Allerdings durfte ich dann wieder vorne sitzen und bezahlen. Und mir ist aufgefallen, das in Taxis immer die abenteuerlichsten Gerüche zu finden sind. Ob nun positiv oder negativ, überlasse ich der Fantasie des Lesers.

In Duderstadt angekommen nahmen wir relativ fix den Kurs auf und steuerten zielsicher das Festzelt an. Unterwegs trafen wir dann noch ein paar Leute und bleiben hier und da mal stehen. Was die ganze Situation ein wenig gefährlich machte war die Tatsache, das es keinerlei Getränkeversorgung gab. Bisher jedenfalls noch nicht. Also ging es weiter zum Zelt. Doch wir wurden schon vor gewarnt, das dort drin nicht ganz so viel los sein sollte. Also wurde kurz vorher die Zielführung abgebrochen und wir wichen an ein Bierpils aus. Fand ich auch viel besser, da wir ja eh noch auf den Ingo warten wollten, der zu Fuß zum Ort des Geschehens kommen wollte. Am Pils traf ich dann die kleine Kathrin wieder, die gleich zur standesgemäßen Umarmung vorbei kam. Es hatte den anschien, als wenn es ein guter Abend werden würde, wenn ich so früh schon Kathrin treffe. Aber auf jeden Fall würde es lustig werden. Abgelenkt durch Kathrin verpasste ich natürlich dann die initiierende Bierbestellung. Aber ich konnte mich ja auf den Schnitzel verlassen, der mir zielsicherer ein Pils mit bestellte. Wenn man sich nicht sicher ist, was ich denn trinken möchte, dann bestellt man mir einfach ein Bier mit. Diese Information habe ich jetzt mal zufälligerweise fallen lassen, um den einen oder anderen in solchen Situationen die Entscheidung abzunehmen. Ein Pils geht immer. Als ich dann trank, dachte ich mit meinem Pils würde was nicht stimmen, denn es schmeckte wie ein Schlag in das Gesicht. Wenn das die Marke des Schützenfest sein sollte, dann freue ich mich jetzt schon auf anstehende Kopfschmerzen am nächsten Tag. Beim ersten Schluck schmeckte man schon die Kopfschmerzen. Aber wo gehobelt wird da fallen nun mal auch Späne.

Dann kamen Ramona, Hüfte und Porno des Weges entlang. Porno hatte schon wieder alle Anzeichen eines bevorstehenden Rausches. Man sieht es an dem irren Blick, den er manchmal aufsetzt, wenn er einen mit einem Bier in der Hand sieht. Aber dann schüttelte er sich kurz und erinnerte sich, das er ja mit Hüfte unterwegs war und sich vielleicht nicht ganz so betrinken konnte/wollte. Ist ja auch halb so wild, so lange ich mich betrinken darf. Wir unterhielten uns kurz über dies und das und ich widmete mich der genügend Getränkeaufnahme. Man weiß ja nie ob die acht Liter Wasser die ich seit dem Blutspenden getrunken habe, ausreichen würden um meinen Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen. Ich machte sogar den Fehler Ramona zu sagen, sie dürfe bestellen und ich bezahle. Ich wurde belohnt mit einem Wodka Lemon. Nicht gerade mein Lieblingsgetränk, aber für Ramona habe ich mir das mal rein würgt. Es hatte aber den gleichen Rang wie das Pils.

Nachdem dann die eine oder andere Runde über den Tresen gegangen ist, entschieden wir uns für den Einmarsch in das Festzelt. Es war nun auch später geworden und die Gruppen um die Bierpilse dünnten so langsam aber sicher aus. Ramona verließ uns dann leider, da sie nach Hause mußte. Drinnen wurde dann nach der Entlohnung das Ausmaß der Katastrophe bekannt. Es war nicht gerade voll, aber auch nicht gerade leer. Man konnte wunderbar stehen, ohne das man alle vier Sekunden Jemandem Platz machen mußte. Und auch die Frauen waren recht ansehnlich. Ich ließ meinen Blick ein wenig schweifen um zu gucken, ob man nicht das eine oder andere Gesicht bemerken würde. Ja, bevor ich was zu trinken orderte. Dieses Scannen der Lokalität bietet sich auch an, um zu gucken wie denn die Zahlungsweise in dem Laden ist. Die Zahlungsweise beruhte auf Chips. Ich mußte also erst an einer Bude mein hart verdientes Geld in Chips umtauschen um dann die Chips wieder in Getränke zu tauschen. Altbekannt und bewährt. Ich hoffte nur das es anständige Preise waren. Auf dem Weg zum Markenverkauf bemerkte ich eine Auszubildende und eine Praktikantin vor der Arbeit. Nun hieß es Obacht geben, nicht das man am Montag das Gespräch in der Firma ist, weil man mal wieder voll hacke vor dem Festzelt rum gelegen hat weil man göbelnd hinterm Zelt angetroffen wurde weil man nur an der Theke stand und sich literweise das Bier in den Rachen gekippt hat weil man sich nicht ganz einwandfrei benommen hat. Wird bei mir ja nie vorkommen, aber Sicher ist Sicher.
Die Chips wurden dann zeitnah in Bier umgetauscht und die Enttäuschung war groß. Die gleiche Plörre wie es draußen gab, gab es auch drinnen. Warum sollte es auch anders sein. Doch hier konnte man feststellen was denn hier ausgeschenkt wurde. 9 Springe, die flüssig gewordene Rache der Braumeister. Ich habe mehrmals in frühen Jahren im Glashaus eine Kur gemacht und war zu späteren Stunden mehrfach kurz vor dem Brechreiz und doch hat das ganze Training nichts gebracht. Man kann von dem Zeug einfach nicht so viel trinken. Dafür kam es aber gleich im 0,4 l Plastikcontainer daher. Einerseits gut, weil viel Bier für das Geld, andererseits schlecht weil viel 9 Springe für das Geld. Egal, ein in den Kopf und nicht drüber nach denken. Was aber sehr schwer fiel. Außerdem mußten wir uns recht schnell wieder von der Theke entfernen, weil ja Teile der Firma anwesend waren. Ich teilte meine Sorge mit Hüfte, die dieses Problem ja schon länger hat. Aber sie sagte, das es halt so sei. Sie hat ja auch gut reden, trinkt sie ja eher nicht so im fortgeschrittenen Stadium wie ich auf öffentlichen Veranstaltungen. Ich führte also Ingo und mich an einen Ort wo man nicht so im Blickfeld war. Aber das brachte nicht viel, denn die Beiden verlagerten auch ihre Postion und standen wieder in der Nähe. Also mußte nun mehr Ressourcen auf den Überwachungsapparat gelegt werden. Wird schwer fallen, aber es mußte gehen.

Das Publikum war recht jung, aber teilweise doch recht nett anzuschauen. Natürlich waren auch Damen in meinem Alter anwesende, besser gesagt, hoffte ich das sie nicht zu jung waren, als ich sie mit offenen Mund anstarrte ansah. Wenn man dann so in der Menge steht, dann weiß man ja nie wo die Tanzfläche aufhörte und wo sie anfing. Und ehe man sich versieht ist man mitten drin in der rhythmisch zuckenden Menge. Zum Glück ließen Ingo und ich uns ein wenig zu einem Stehtisch treiben, wo man dann ja gar nicht tanzen kann. Sollte man zumindestens annehmen. Ich muß auch sagen, das sich so recht keine Favoritin einstellen wollte. Irgendwie hatte ich auch mehr Lust mich hemmungslos zu betrinken, wenn da nicht Firmenangehörige wären. Die übrigens auch beim Blut spenden angetroffen wurden und man sich gleich Sprüche über sein Auto anhören durfte.

Langsam kam auch die Zeit in der man sich einfach diese Bierähnliche Getränk in 0,4er Bechern rein schütten konnte. Also dachte ich mir das es Zeit wurde auf den Mixturenzug über zuspringen. Doch als ich meinen Wunsch nach Havana äußerte, wurde mir mitgeteilt, das es den nicht geben würde. Also nahm ich den Bacardi in Kauf, der allerdings schon alle war. Ein Kurzer Blick auf den Tisch mit den Schnapsflaschen sagte mir dann das es noch Whisky und Goldkrone gab. Goldkrone, Weinbrandimitation der untersten Sorte. Also orderte ich den Holzhammer. Goldkrone-Cola, aber ich konnte mir gerade noch auf die Zunge beißen, als ein nicht näher genanntes Organ den Spruch mit dem Peitschenknall einwerfen wollte. Ich sollte mir eigentlich regelmäßig Leberhaken geben, aber das kommt vielleicht an de Theke nicht so gut. Da kommt man schnell in den Verdacht schizophren zu sein und vielleicht in stetiger Verbindung mit Tyler Durdan zu stehen. Zurück zum Bestellvorgang. Ich bekam also meine Mischung und ging mit gemischten Gefühlen dran. Weinbrand ist nicht so meine Lieblingsdroge. Doch was die Bedienung mir da hin gezaubert hat, war eine Beleidigung für meine Geschmacksknospen. Die Mischungen wurden mit 9 Springe Cola gemacht und die hat einen Zitronenzusatz. Nicht sehr schön, aber mein Gesicht konnte eh nicht mehr entstellt werden als eh schon ist. Doch meine Mine hellt sich schnell auf, denn ich traf auf Biggi und Nollo, die sich auch trinkend in Thekennähe aufhielten. Nollo ist ja meine direkte Bezugsperson, wenn es um meine Lieblingsbedienung Ramona (nicht zu verwechseln mit meiner Lieblingsramona, Schwester von Porno) geht. Er kommt ja immer sehr schnell zum Thema und sagt, das er sich immer an der Kasse beim Supermarkt in Göttingen trifft. Er würde mir sogar ihre Telefonnummer geben, aber das finde ich dann doch zu sehr Stelzbockmäßig. Dafür machte er mir aber Vorschläge welche der noch anwesenden Damen vielleicht zu mir passen würde. Ich kam mir vor wie bei einem Personalberater. Aber ich finde es ja nett, das er sich so Sorgen über meine Partnerwahl macht. Vor dem 30sten Geburtstag wird das mit der Hochzeit wohl doch nichts mehr werden. Warum hat auch Russenschlampen.de sich nicht mehr gemeldet?

Der Abend ging nahtlos in den frühen Morgen über und die Menschenmenge im Zelt wurde weniger und weniger. Auch Westeröder Recken waren nicht mehr vorhanden, was aber daran lag, das ich nicht mit abhauen wollte, als sie zum Aufbruch bliesen. Ich konnte dann ja noch mit Biggi und Nollo abhauen. Außerdem war der Ingo auch noch da, der endlich mal wieder einen trank. Ich habe mir ja schon Sorgen gemacht. Zu viert verließen wir dann das Zelt und Ingo zog zu Fuß von dannen. Biggi, Nollo und ich nahmen uns dann eine Kutsche nach Hause. Ich war froh, als ich dann mein Bett erreichte. Mein Wecker sollte ja auch schon um 1100 Uhr klingeln.

Tat er auch, aber vorher wurde ich dann noch von einem potentiellen Autokäufer angerufen, der gebrochen Deutsch sprach. Ich liebe ja solche Anrufe und hinterher soll man sich dann den Namen aufschreiben, der Schmidt lautet. Ist klar geworden und ich heiße eigentlich mit Nachnamen Hamaschischkebab. Nachdem dann eine Grundsäuberung des Körpers und eine kleine Grundlage in den Magen geworfen wurde ging es auch schon los. 1300 Uhr Aufschlag beim Schmierpopel um sich den Nachmittag vollaufen zu lassen. Würde ich jetzt behaupten, das ich das nicht mögen würde, dann wäre das glatt gelogen und ich will ja hier keine Lügen verbreiten. Besser den Satz zwei Mal lesen. In der Zwischenzeit ist der Zeiger auf der Uhr fünf Minuten weiter gewandert und ich hatte mein erstes Pils in die Hand gedrückt bekommen. So sind Samstage sehr erträglich. Das Flaue Gefühl im Magen hat sich auch gleich verabschiedet, nachdem es eine schöne Bierdusche bekommen hat. Aber vor dem Vergnügen hat der Präsident das Aufbauen gesetzt. Also wurde ein Pavillon und Bierzeltgarnituren besorgt. Auch wenn man die Garnituren nur von Kai zum Popel bringt, kann der Weg weit werden und die Arme immer länger. Das Bier danach hatten wir uns redlich verdient. Dann wurde noch fix der bereits geholte Pavillon aufgebaut und herumgestanden und Bier getrunken. Bei so einer Beschäftigung kenne ich mich aus und kann nicht viel falsch machen.

Als dann alles stand wurde sich ein wenig ausgeruht und noch ein wenig mehr Bier getrunken. Was mich jetzt leicht erschreckt, ist die Tatsache, das es mir bereits recht gut schmeckte. Dabei war es erst 1400 Uhr. Es folgte nun eine Elferratssitzung, mit der halt erst angefangen werden konnte, als alle Mitglieder da waren. Ich wiederum war schon in einer richtig schönen Scheiße laber Stimmung und machte ein paar Zwischenrufe, die für allseitiges Gelächter sorgten, außer eben beim Präsi. Und ich spielte ein wenig mit Thomas B. seinem neuen Handy herum. Außerdem ärgerte ich mich bei meinem Handy über den nicht richtig funktionierenden GPS Empfänger. Aber um ehrlich zu sein brauche ich den nicht wirklich. So lange Taxifahrer keine Koordinaten anfahren, ist so was eher nicht von Nöten. Außerdem kenne ich mich ja mit Karte und Kompaß aus. Die Sitzung ging vorbei und zwischenzeitlich war auch die holde Weiblichkeit aufgeschlagen. Die hatten es besser und konnten schon mal ein paar Kuchenstücken essen, während wir weiter hin großes Palaver hielten. Im Anschluß schien es als sei eine Handgranate in unsere Mitte geworfen worden, denn es stürmte alles auseinander und in Richtung Rasenplatz, wo ein Volleyballfeld aufgebaut wurde. Da ich auf Grund von akuter Unlust und weiterem Bierkonsum einer alten Kriegsverletzung keinen Sport machen durfte, blieb ich am Tisch sitzen und unterhielt mich mit Gaudo. Ich mußte ihm ja neuste Informationen von der Trötenfront liefern. Dazu ließen wir uns jeder ein leckeres Stück Kuchen schmecken. Wenn erstmal die ersten fünf Bier den Weg in den Magen gefunden haben, spülen sie ganz schnell die als Grundlage angelegten Nahrungsmittel hin fort. Da wird dann nach Nachschub verlangt. Dieser kam dann in Form eines Streusel-Pflaumen-Kuchen. Etwas geringwertig zu Bier, aber ich habe schon viele geringwertige Sachen gemacht, die ich hier lieber nicht aufführen will.

Nach dem Kuchen wurde dann erstmal nach geguckt, ob denn beim Volleyball alles in Ordnung ist. Und wie ich sehen mußte standen auch Schnitzel und Böning am Spielfeldrand und mußten zugucken. Ich hatte aber eher das Gefühl, das sie zugucken wollten. Also stellte ich mich dazu und genoß das Schauspiel. Eine besondere Erwähnung verdient der Schocker. Das er in Latzhose gekommen war, die nur ihm zu klein war ist ja eine Sache, aber der Einsatz der von ihm gezeigt wurde, war fantastisch. Ein Flugrolle hier und ein Rückenbrecher dort. Ich haben noch nie einen so schnellen Kugelblitz Schocker gesehen. Es war alles sehr spaßig anzuschauen, vor allem wie alle auf Schmieri rumhackten. Dabei ist er doch so nett und läßt uns auf seinem Grundstück feiern. Gut das war eine Strafe für ein Vergehen beim Karneval, aber wir würden uns doch benehmen. Meistens jedenfalls. Oder aber er wollte uns seinen Großgrundbesitz verheimlichen. Ein wirklich sehr schönes Anwesen. Man hätte einmal dort ein Wohnhaus mit einer riesigen Grünfläche anlegen lassen oder einen kleinen Milchviehbetrieb eröffnen. Fläche war genügend da. Aber das würde dann ja Konkurrenz zu Borchardts werden und wie ich Schmieri kenne würden die Kühe bald alle AlufelgenHufeisen haben.

Es wurden die besten Stunteinalgen geliefert, die je bei einer Elferratsfeier zu sehen waren. Und doch machte sich ein kleines Hungergefühl im Magen breit, was mich wiederum zurück zum Pavillon zog. Dort wurde der Grill schon in Gang gebracht, aber noch nicht s grillbares drauf gelegt. Kein Wunder waren ja alle Männer beim Volleyball. Also setzte ich mich kurz zu der zurück gebliebenen Altersabteilung des Elferrates und redete mit denen ein wenig Unsinn. Doch das Loch im Magen wuchs und ich bot mich an schon mal ein paar Stücke Fleisch auf die Glut zu legen. Das fand allgeminen Anklang beim weiblichen Geschelcht. Da hatte ich ja wieder was gesagt. Aber Barney ging mir helfend zur Hand. Jetzt muß ich aber dennoch eine Entschuldigung los werden. Und zwar an Biggi und Nollo, die bestimmt hier mit lesen werden. Ich wollte sie um 1700 Uhr abholen, damit sie ein zwei Bierchen mit trinken und dann zum Schützenfest weiter ziehen. Als alte Elferratmitglieder (zumindestens der Nollo) wäre das ja kein Problem gewesen. Aber ich stand zu der Zeit am Grill und habe absolut die Zeit verpasst. Der Alkohol und die ganzen Dämpfe von gegrilltem Fleisch haben mein Zeitgefühl derart durcheinander gebracht, das ich erst beim Blick auf die Uhr zwei Stunden später feststelle, das dort noch eine unerledigte Aufgabe in meinem Kopf herum schwirrte. Hiermit entschuldige ich mich für das Vergessen, from the bottom of my heart! Das Grillgut schmeckte aber vorzüglich und war binnen Sekunden fertig zum Anrichten. Das lag an mehrern Dingen. a) Barney und ich waren einfach Korinthen Koalas Kackvögel Koriph Experten am Grill, b) das Feuer welches von Böning und Schnitzel entfacht wurde schien direkt aus dem Fegefeuer zu kommen, so heiß war es, c) das Fleisch war gut, nicht zu groß und nicht zu dick. Und es ließ sich wunderbar auf dem Brot essen. Wir wurden dann von Schnitzel und Görtler abgelöst die sich zu Beginn freiwillig gemeldet hatten. War zwar nicht nötig, aber wenn sie unbedingt wollten.

Nach dem Essen war der Alkoholpegel drastisch erhöht wurden. Das lag jetzt aber nicht am Essen, sondern an den ganzen Bier und Bierähnlichen Getränken die konsumiert wurden. Natürlich bleib es nicht nur beim Volleyball spielen, sondern es wurden in den Pausen der Flüssigkeitshaushalt aufgefüllt. Da fragt man sich dann wie viel manche Leute schwitzen, da sie so viel nachgefüllt haben. Es soll auch Leute gegeben haben, die haben nur am Rand gestanden und sich vollaufen gelassen haben, ohne auch nur zu schwitzen, Schnitzel, Böning und mich zum Beispiel. Da man nun aber am Tisch saß ging das Schieße labern richtig los. Bis sich dann die Gemüter ein wenig abgekühlt hatten und es wieder auf den Platz ging. Ich weiß gar nicht warum man sich andauernd bewegen muß. Man kann doch auch gemütlich am Tisch sitzen und sich langsam aber sicher die Myrte zu knallen. So hat halt jeder andere Vorlieben. Nebenbei wurde dann auch noch Federball gespielt, dies aber von den jüngeren Elferratsdamen. Auch hier gab es wahre Sporttalente, da ich aber niemand hier diffamieren möchte nenne ich mal keine Namen. Ich will es mir ja mit den Schönheiten nicht verderben. Schnitzel half auch noch aus und laschte ordentlich zwischen. Dafür fing er sich dann auch den einen oder anderen Anranzer ein. Böning versuchte es auch anfangs und hatte dann aber schnell die Schnauze voll. Auch er war dann der Meinung das Bier trinken einfach mehr Spaß macht. Dann gab es noch das Trampolin (Übrigens die Rechtschreibverbesserung von OpenOffice hat mir zu „Trampolin“ als Verbesserung „Traumpolin“ vorgeschlagen. Sollte ich das als Hinweis auf meinen bevorstehendes Geburtsfest sehen? Ich habe Angst!) als Attraktion. Welches von Frauen aller Altersklassen genutzt wurde. Spaß hatten sie wohl alle. Bis halt der Schmierpopel sich dazu gesellte und alle ordentlich aufmischte. Selten habe ich so panische Gesichter gesehen. Vielleicht erst letztens als Loki oben ohne bei Holgers Geburtstag tanzte.

Die Dunkelheit legte sich langsam aber sicher über die ganze Festivität und die sportlich angehauchten Elferratsmitglieder fanden langsam aber sicher den Weg zurück zu den Tischen. Dort befand ich mich nun schon seit längerem in einer Diskussionsrunde, an der ich nur teilweise teil nahm. Doch es kam dann zu einer entscheidenden Wendung in der Getränkefrage. Früh sah ich in der Kühltruhe die Havana Flaschen und freute mich bereits um 1523 Uhr auf einen schönen Havana Club. Als interne Grenze setzte ich mir 2200 Uhr, dann wäre ich bereit in das Land der Mischungen überzuwechseln, welches als Beschleunigungszentrum für das Land des Delirium dient. Doch Barney und M7 machen mir einen Strich durch die Rechnung und brachten das Getränk der Götter schon um 2130 Uhr auf den Tisch. Nun schlugen meine Synapsen über und ich verlangte stehenden Fußes ein Glas um mich sofort mit Havana zu betrinken. Ich erkannte mich selbst nicht wieder und erschrak vor meinem befehlenden Tonfall. Das mußte die Vorfreude sein. Schmieri machte ein paar Scherze aber folgte dann meinen Anweisungen. Und dann konnte ich mich endlich am Getränk der Götter laben. Ich war sogar ein recht vorsichtiger Mischungsmacher, denn ich ließ es langsam angehen. Aus Erfahrung wusste ich ja was mich erwarten würde, wenn ich jetzt mit Hammermischungen übertreiben würde. Ich wollte einfach nicht ins Land des Vergessens überwechseln. Langsam aber sicher in den Vollrausch war die Devise für die Sommerparty. Aber es war lecker.

Nun ging es straff vorwärts. Sowohl die Diskussionen als auch das Trinken. Man war ja schließlich im Biermodus. Doch der einigermaßen wache Menschenverstand hielt mich wachsam. Der Grill wurde dann auch nochmal angeschmissen, da noch diverse Käsekrakauer vernichtet werden wollten. Ich schließe mich da ja nicht aus, denn zu später Stunde kehrt der Hunger nochmal zurück. Auch wenn man wenige Stunden vorher schon was vertilgt hat. Ich glaube Alkohol bringt den Verdauungstrakt auf 7000 U/min. Und die Scheißelabereei wurde an diversen Stehtischen fortgeführt. Stehtische haben etwas an sich. Ich finde sie gut. Man hat keinen festen Platz und kann eben mal zwischen rutschen. Außerdem kommt mehr Bewegung in die ganze Erzählerei. Wir machten dann noch ein paar Witze über Schocker und dann ging es munter weiter. Die Zeit raste allerdings vorwärts und ehe man sich versah wurde die Menge immer weniger. Ich weiß gar nicht wie das passiert ist, aber plötzlich waren wir nur noch zu fünft. Schmieri, Anja, Böning, Kai und ich. Und dann kam der folgenschwere Vorschlag von mir einer Person, die nun nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden kann. Warum wollen wir nicht den Abend mit einer Runde Sing Star ausklingen lassen. Eine perfekte Gelegenheit den Schmierpopel wieder einmal in die Schranken zu verweisen. Ein kleines Problem war allerdings das die Playstation in dem Zimmer von Schmieris kleinem Sohn stand. Kein Problem für Kai, der sich als wahrer Meisterschleicher ausgab. Er wollte die Playstation holen. Oh je, ich hoffe nur der Sohn wurde nciht wach und würde den Schock seines Lebens bekommen.

Doch Kai bekam alles ohne Probleme hin und das mit geschätzten 4,0 Promille. Ruck zuck wurde die Playse aufgebaut und ab ging die Party. Jeder war mal dran und ich verschweige jetzt mal die eher unbegabten Gesangstalente. Kai war wirklich grottenschlecht und auch als er sich 3 mm vor den Fernseher setzt, weil er die Schrift nicht mehr lesen konnte, kam nicht wirklich was gescheites raus. Gut, Schmieri und ich waren auch nicht unbedingt besser, aber wir konnten ungefähr die Melodie halten. Aber wir waren gleich stark. Auch bei den 80er Jahre Liedern, wo ich beim letzten mal den Schmierpopel gnadenlos auflaufen ließ, hatte er nun teilweise die Nase vorn. Ich würde lügen wenn es mich nicht geärgert hätte. Aber es einen unglaublichen Spaß gemacht. Vor allem wenn ich gewonnen habe, knapp vor Schmieri. Ich muß nun auch leider gestehen, das eins der Lieder von der Münchner Freiheit war. Ja, ich schäme mich dafür.

Schmieri und ich sangen wie die Teufel und die anderen in den Schlaf. Das war Zeichen dafür das wir endlich den Heimweg antreten sollten. Kai schwang zwar vorher noch große Reden, das wir die dritte Flasche Havana auch noch vernichten würden. Kurz danach lag er dann schnarchend auf dem Sofa. Ich trank meine Mischung noch aus und dann machte ich den Weckruf bei Böning und Kai. Draußen konnte ich noch eine Beweisaufnahme vom schmierigen Popel machen, wie er mit dem Salatbesteck direkt den Kartoffelsalat aus der Schüssel aß. Er ist und bleibt halt der Schmierpopel, der auch mal die Schokolade von den Schokoladenkeksen abbeißt und den Rest wieder in die Keksdose wirft. Grenzwertig halt.

Grenzwertig waren dann auch die Anfälle von Kai. Ich weiß zwar nicht was ihn gestochen hat, aber er hat dann erstmal eine Flugrolle in die Rabatten von Lichtenbergs gemacht. Dann randalierte er noch an ein paar weiteren Grünpflanzen im Kirchweg herum und zwang uns bei Böning noch ein Pils zu trinken. Böning traute sich gar nichts mehr zu sagen, da er kurz vorher von Kai durch seine Hecke geschubst wurde (Sensationell Einlage übrigens) und ließ uns in seine Garage und dort gab es dann das letzte Bier des Abends. Warum eigentlich? Es war doch schon längst genug. Aber nein, es muß noch Bier getrunken werden. Dann war aber auch Schluß und ich ging nach Hause und arrangierte die Blumen vor Kais Eingang nochmal neu, welches er recht spaßig fand. Tja, Betrunkene sind leicht zu unterhalten.

1015 Uhr mein Wecker teilte mir mit, das es Zeit werden würde sich doch zum Aufräumen zu begeben. Die dummen Sprüche kannte man ja allesamt schon, aber schließlich konnte man auch ein paar abgeben. Egal was man sagte, es traf alles zu. Ein Zeichen für eine gelungenen Party. Mir jedenfalls hat sie Spaß gemacht. Das Aufräumen war dann auch eine der Hauptaktionen am Sonntag, zu mehr war ich nicht in der Lage. Passenderweise fing mein Kopf nach dem Mittag an zu dröhnen als hätte Jemand einen Specht in meinen Kopf gesetzt. Platz genug darin wäre ja.


Second place sucks!

03/07/2008

Als ich an das vergangene Wochenende gedacht habe, hatte ich schon gar keine Lust mehr. Es bedeutet wieder purer Streß. Halt, ich muß mich ein wenig korrigieren, denn der Sonntag versprach purer Streß. In Verbindung mit dem Samstag. Denn dort stand nicht nur das Finalspiel der Europa Meisterschaft an, nein, Morgens früh musste ich noch zu den Kreisjugendfeuerwehrwettkämpfen nach Wiershausen. Wo das war, wusste ich bis dahin auch noch nicht. Hieß also viel Spaß auf dem Weg dorthin. Doch zunächst beginnt das Wochenende wieder am Freitag. Ein Freitag an dem ich nichts machen wollten. Besser gesagt hat sich so richtig nichts ergeben, was mich auf einen Sofaabend schließen ließ. Der fing auch zunächst so an.

Ich guckte mir ein paar Filme auf DVD an und genoß ein paar kühle Biere. In Ermangelung des Erlebten hatte ich mir schon vorgenommen eine kleine Abhandlung über einen der Filme zu schreiben, aber es sollte dann doch anders kommen. Nachdem ich einen harten Actionkracher geguckt hatte, folgte eine romantische Komödie ein weiterer Action Kracher. Zwischendrin habe ich ein paar Telefonate geführt und eines davon war mit dem Porno. Der war wohl gerade in Mingerode unterwegs und drohte damit später noch vorbei zu kommen. Ich überlegte mir nach dem Telefonat schon wie ich am Besten das Haus abdunkeln könnte, damit er einfach vorbei fährt. Doch die Planung ging irgendwie nach hinten los, als er dann schon an der Tür klingelte. Zum Glück war die romantische Komödie der Action Kracher schon zu Ende, so daß er mich dabei nicht störte. Da ich genau wusste was aus dem Abend werden würde, wenn erstmal der Ponro da wäre, habe ich dann weiter Bier getrunken. Da ich noch eine Probierkiste von Weihnachten hatte, probierte ich also kräftig. Als dann der Porno da war bot ich ihm höflicherweise Bier an, welches er ablehnte, da er ja mit dem Auto da war. Ich wusste ja das er ablehnen würde und liebte es ihn ein wenig zu quälen. Er mußte sich dann halt mit Wasser begnügen. Es dauerte nicht lange, da kamen dann die Vorschläge doch noch was zu machen. Ich fühlte mich dann schon ein wenig matt und wenn ich dran dachte, das ich ab Samstag Nachmittag für die Feuerwehr im Einsatz bin, dann wird mir ein wenig übel. Aber es fiel dann der Name eines einschlägig bekannten Musikschuppen und mein Hirn wägte Vor- und Nachteile ab. Es gab eine interne Abstimmung und die fiel dann einstimmig für die Werkstatt aus. Ich selber hatte übrigens kein Mitspracherecht und hatte gerade noch die Gelegenheit mich fertig zu machen. Porno hatte auch noch die Hüfte kontaktiert und die wollte nun auch mit. Das konnte dann ja heiter werden. Hüfte und Porno und ich in der Werkstatt. Fehlte nur noch der Schnitzel und es hätte sich wie die alten Zeiten angefühlt. Ach ja und Conny hätte in der Werkstatt bedienen müssen, dann hätte ich das Datum gecheckt ob wir nicht in einer Raum-Zeit-Anomalie stecken.
Ein großes Risiko ist es ja immer zu Porno in das Auto zu steigen. Porno fährt nämlich wie eine Wildsau. Hätte er eine größere Maschine unter der Haube, dann wäre er mit ziemlicher Sicherheit schon drei bis viermal im Graben gelandete. So verbrachte ich also die Fahrt nach Duderstadt, eine Runde durch die Stadt und die Rückfahrt nach Westerode in Todesangst und betend. Gott wird sich gewundert haben, meine Stimme so oft gehört zu haben. Porno fuhr mich dann zum Feuerwehrhaus, da er sich noch umziehen wollte und ich seltsamerweise auf die Toilette mußte nach gucken wollte ob denn die sanitären Einrichtungen noch funktionieren würden. Das ging relativ schnell und ich konnte mich dem Bier trinken widmen. Das war auch bitter nötig, denn die Todesfahrt durch die Stadt kostete mich einen großen Teil meines Flüssigkeitshaushaltes. Um ehrlich zu sein, ging ich erst zum Kühlschrank und dann auf die Toilette. Ich hatte halt irren Durst. Porno betrat das Feuerwehrhaus in Rekordzeit. Ich dachte das er eigentlich länger brauchen würde, aber er hatte wohl auch unglaublichen Durst, da er ja den ganzen Abend noch keinen Tropfen getrunken hatte. Wir hatten gerade das erst Pils vernichtet, als Hüfte anrief und mich fragte ob wir denn ich zu Natascha kommen würde, dann müßten sie nicht zum Feuerwehrhaus gehen. Die Logik verstand ich nicht ganz sofort, aber man soll ja hübschen Frauen nicht widersprechen. Also organisierte ich noch schnell für jeden ein Pils, bezahlte die Rechnung und auf ging es zu Natascha.

Dort war der Plan sofort in die Werkstatt aufzubrechen. Doch der Plan ging nicht auf, denn Natascha feierte gerade ihren Geburtstag und wollte das wir noch etwas trinken würden. Bevor ich nein sagen konnte, war Porno schon durch die Hecke gebrochen und saß im Wintergarten. Sensationell fand ich übrigens das Ausguckding für die Fische im elterlichen Teich im Garten. Ich habe ja schon viel gesehen, aber ein Ausguckzylinder für Fische. Wozu müssen die Viecher denn was sehen. Die müßen doch höchstens aufpassen, das sie nicht vom Storch geholt werden. Egal, ich mache mir um gar nichts mehr Gedanken, denn einzelne Alkoholatome überschritten schon die Gehirnbarriere. Dort verrichteten sie ihre Arbeit. Im Inneren des Wintergartens erwarte uns dann gekühlte Getränke und Schnaps. Es gab Roten und ich lehnte dankend ab. Das störte aber Natascha wenig, denn sie hatte ja noch eine klare Flüssigkeit in einer Leuchtturmflasche. Auch hier waren Proteste meinerseits wie Perlen vor die Säue, denn ich mußte es einfach trinken. Schön finde ich ja immer das ich irgendetwas probieren muß. Sie wusste wohl selber nicht was drin war, aber Pitsche haut ja alles weg. Von wegen, ich machte zunächst die Geruchsprobe und konnte es als Korn identifizieren. Was ja noch in Ordnung war, aber die Temperatur war ein wenig lauwarm. Weniger gut. Aber er ging rein. Dann durfte ich Fotos vom letzten Urlaub von Jennifer, Hüfte und Marina angucken. Der Packen war ungefähr 20 cm dick. Ich meine, ich mache ja auch viele Fotos, aber ich lasse die nicht alle entwickeln. Das ist doch Wahnsinn. Aber ich schaffte den Packen.

Nachdem ich dann einen weiteren Schnaps trinken durfte konnten wir dann los. Ein Wort noch zum Schnaps, beim zweiten Glas bekam ich auch noch die doppelte Dosis. Ich weiß gar nicht wie man bei meinen Gesichtsverrenkungen nach dem Schnaps trinken annehmen kann, das er mir geschmeckt hat und ich bei der nächsten Runde doch einen doppelten haben wollte. Egal, das Taxi war da und ab ging die Post zur Werkstatt. Dort war Strip Nacht und nicht wirklich was los. Warum sollte es sich denn auch geändert haben. Die Strip Party war mir furzegal, hauptsache es gibt Alkohol. Und noch vor dem Eintritt wurde entschieden das es Havana Club sein sollte. Und ich hatte damit rein gar nichts zu tun. Aber es zauberte ein Lächeln auf mein Gesicht. Die Flasche wurde recht fix gekauft und dazu gab es dann 18 Strip Dollar. Na toll, was soll man denn jetzt damit machen. Man konnte sich also einen Dame an den Tisch holen und sie zog sich dann aus. Um ehrlich zu sein, kann ich mir besseres vorstellen, zum Beispiel Havana trinken. Außerdem fand ich es ein wenig unpassend, wenn Porno und ich uns eine Stripperin kommen lassen, während die Mädels daneben sitzen würden. Also gab es eine kleine Rücksprache mit Porno und wir entschieden zusammen das Natascha einen Stripper bekommen sollte, da sie, Hüfte und Melanie schon ein Foto mit ihm gemacht haben. Und das möchte ich hier mal bemerkt haben. Ich habe das nicht alleine entschieden. Ich habe sogar vorher Natascha gefragt ob sie das möchte und keiner hatte was dagegen. Dies nur zu meiner Verteidigung, da am nächsten Tag schon wieder das Gerücht durch die Gegend geisterte das ich das alles alleine angezettelt habe. Doch zum Glück gibt es dieses Logbuch. Ein Sprichwort sagt: „Eine Lüge ist bereits einmal um die ganze Welt, bevor die Wahrheit sich überhaupt die Stiefel angezogen hat!“ Es stimmt allerdings das ich die ganzen Verhandlungsgespräche geführt habe, da sich kein anderer dazu zur Verfügung stellte. Dollars wechselten den Besitzer und ab ging die Party.

Porno und ich tranken der weilen Havana Club in rauhen Mengen. Da Porno zeitweise Blickkontakt zu der Ecke des Geschehens hatte, konnte ich an seinen Augen sehen was ungefähr gerade ab ging. Aber ich beruhigte ihn mit weiteren Mischungen. Als die Mädels dann wieder da waren, konnte man an ihren Gesichtern ablesen, das es wohl das richtige Geschenk war. Ich wusste nur nicht ob es Entsetzten, Erstaunen oder pure Begeisterung war. Pornos und mein Programm änderte sich nicht viel, es ging weiter mit Havana in den Kopf und irgendwann war die Flasche dann geleert. Und wirklich was zu gucken gab es nicht wirklich. Es könnte auch daran gelegene haben, das mir so ein paar Minuten fehlen. Da die Flasche eh alle war, konnte wir auch den Heimweg antreten, welches dann auch unverzüglich geschah. Ich wollte dann zwar in Westerode aussteigen und den Weg nach Esplingerode zu Fuß gehen, aber das ließ Hüfte nicht zu und zwang mich im Taxi weiter zu fahren. War vielleicht auch besser so. ich weiß zwar nicht wie ich ins Bett gekommen bin, aber dort bin ich am nächsten Morgen aufgewacht.

Es war dann auch schon später als ich angenommen hatte und meine Pläne die ich bis zum Mittag hatte würden ein wenig in Bedrängnis geraten, aber sie waren noch machbar. Bis ich dann versuchte aufzustehen. Es traf mich wie ein Hammer und ich fühlte mich auf der Stelle beschissen. Zu harte Mischungen für meinen filigranen Körper. Hmm, filigran und mein Körper passt irgendwie nicht zusammen. Sagen wir einfach mal so, das es mir Scheiße ging und ich mußte noch am Nachmittag zur Feuerwehrübung. Das Sauber machen des alten Autos mußte also entfallen. Als ich dann gegen 1300 Uhr zum Feuerwehrhaus verlegte kam mir spontan eine grandiose Idee. Ich würde gleich ein eisgekühltes Bierchen trinken und dann würde es mir auf den Schlag besser gehen. Da eh noch keiner da war gab es auch keinen der mich an meckern konnte. Und der Plan ging auf, als ich mir das Bierchen einflößte atmete mein Körper regelrecht auf und es ging mir besser. Nun hieß es Contenance bewahren, damit es nicht gleich wieder Überhand nimmt mit dem Bierkonsum. Aber wenn das erste Getränk bereits den Weg die Speiseröhre hinunter nimmt dann ist meistens kein halten mehr. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist verdammt schwach. So konnte ich dann auch nur mäßig an mich halten und trank weiter Bier. Ein Blick auf die Uhr versprach eine Sünde, denn es noch keine vier Uhr durch. Außerdem war geplant, das ich am Nachmittag, also nach der Übung noch zum Fußballturnier nach Gerblingerode fahren sollte. Noch war alles möglich. Wir übten vorweg nochmal und ich trank weiter Bier. Dann fuhren wir nach Werxhausen und tranken weiter Bier. Man merkt schon am meiner Wortwahl, das Bier ein Hauptbestandteil des Nachmittages war. Erst jetzt machte sich der Gedanke breit, das ich ab 1700 Uhr auf eine Biertheke beim örtlichen Fest des Männergesangsvereins mußte. Ja, ich bin noch nicht ausgelastet genug.

Nach zwei Metern Bier ging es dann zur Wettkampfbahn, wo dann wegen der Wartezeit ein weiterer Meter inhaliert wurde. Ich habe schon aufgehört zu zählen und auf die Uhr traute ich mich auch nicht mehr zu schauen. Die Übung selber ging recht locker von der Hand. Wenn man es von der guten Seite betrachtet. Sagen wir mal so, wir sind mit 0 Fehlerpunkten von der Bahn, hatten eine beschissenen Zeit und sauber war es nicht wirklich. Ich habe meinen Schlauch halb vergessen und habe ihn dann halt in der halben Länge, weil doppelt gerollt, über die Bahn gezogen. Was beim Rest alles schief gegangen ist, kann ich nicht sagen, da ich mein Blickfeld auf meine eigenen Aktionen konzentrieren mußte. Nach der Übung meldete mein Körper akute Ausfallerscheinung. Entweder ich würde sofort Bier bekommen oder ein paar Organe würden ausfallen. Da war die Entscheidung nicht schwer. Ich war eh dran mit ausgeben, allein schon damit das Genasel wegen dem Quietschen meines neuen Autos aufhörte. Als es dann los ging ich solle doch pro Zylinder oder die Hubraumzahl ausgeben, fragte ich mich was denn die Kameraden glauben würden aus was ich gemacht bin. Der Zwischenruf, das wenn sie es erraten würden es weitere Runden von mir gibt, ignorierte ich einfach.

Der Rückweg wurde dann bald angetreten und die Uhr zeigte bereits 1600 Uhr und ich entschied nicht mehr nach Gerblingerode zu fahren, weil es einfach keinen Sinn mehr machte. Dafür sagte ich dann dem Ingo er solle ein Meter auf meine Kosten geben. Dafür trank ich dann noch ein Pils und ging dann nach Hause. Es würde schon verdammt eng werden, damit ich pünktlich zu Diederich kommen würde. Als ich dann bei Holger für ein weiteres Bier einkehrte war es dann mit der Pünktlichkeit eh passiert. Also rief ich Friede an, der grünes Licht gab und ich konnte in Ruhe Duschen, was auch dringend nötig war. Unverzüglich verlegte ich dann aber zum Fest und kam nur eine halbe Stunde zu spät, aber es war nicht wirklich was los. Nachdem ich dann eine weitere Runde losgeworden bin, gingen Friede und ich zu unserer Dienststelle wo uns dann gesagt wurde, das wir bei Bedarf tätig werden sollten. So gefällt das. Vor der Theke stehen, Bier trinken und Scheiße labern können wir auch viel besser als zapfen.

Nachdem wir dann auf Abruf an der Theke standen entschieden wir uns zu dem entscheidenden Schritt doch nach draußen zu verlegen. Erstens war da das Klima besser, weil Frischluft, und zweitens gab es dort auch eine Bierbude. Somit hatten wir alles was es auch drinnen gab. Ich weiß nicht woher es kam, aber ich konnte trinken wie ein Weltmeister, es schlug einfach nicht an. Es lag bestimmt daran, das ich am Vorabend ordentlich Havana getrunkne hatte und nun nur noch Bier zu mir nahm. Weniger Prozente, meine Leber lachte laut. Die Parole für den Abend hieß, das ich die Finger vom Schnaps lassen würde. Friede und ich hatten auch nicht wirklich das Bedürfnis uns mit Schnaps abzufeuern, Bier würde da vollkommen ausreichen. Dummerweise hat sich auf das Gelände von Diederich der Chief Heavy-Tongue verirrt und fand in Friede das perfekte Opfer. Nach dem dritten Warnungspfeil ging es dann los das die Zunge leichte Lähumungserscheinungen auftat. Außerdem gab es fast zehnminütlich Selbstgeständnisse das er schon Hacke sei. Ich konnte von mir jetzt nicht so etwas behaupten, aber jeder hat ja eine andere Kondition. Seine Frau war übrigens von seinem Zustand auch begeistert und meinte das es Zeit wäre den Heimweg anzutreten. Auch hier ging ich mit ihrer Meinung nicht konform und brachte den Einwand, das es ja noch früh wäre. Aber er muß wohl am nächsten Tag auf Aaron aufpassen, was ja einer Trumpfkarte gleich kommt. Ich brachte hier den Jugendfeuerwehrjoker, der besagte, das ich um 0700 Uhr am Sonntag Morgen die Bequemlichkeit meines Bettes verlassen müßte, aber er wurde eiskalt weggestochen. Die ausgelassene Bierstimmung unsererseits veranlasste mich dann zu ein paar lapidaren Bemerkungen Schmierpopel gegenüber. Der wiederum verrichtete Dienst in der Bratwurstbude. Ich hatte jedoch Angst, das er bei einem versehentlichen Inhalationsanfall die gesamte Bratroste einatmen würde. Schmieri gehört zu den Exemplaren, die einfach essen können. Porno ist ja auch mit ihm verwandt und der verdrückt ja pro Tag bestimmt ein 3 Pfunds Brot. Die Gegenkommentare vom Schmierigen beinhalteten meisten die Satzfragmente „Bist du total bescheuert“ und „Ich klatsch Dir gleich ein paar“.

Da Friede kurze Zeit später den Heimweg antrat, übernahm ich einen weiteren Dienst auf der Bierbude. Diesmal vom Sportverein aus. Da mein erster Dienst sehr anstrengend und ich eigentlich fertig war, konnte ich mich nur mühsam aufraffen. Auch wenn Friede und ich nicht hinter der Theke tätig geworden sind, ist vor der Theke stehen und Bier trinken auch recht anstrengend. Vielleicht kam daher auch meine akute Unlust. Da aber Rüdiger so nett fragte konnte ich mich nochmal für zwei Stunden weitern Thekendienst breit schlagen lassen. Immerhin gab es freie Getränke für die Schufter. Der Ansturm hielt sich aber auch draußen in Grenzen. Ich glaube der Hauptkonsument hat auch gerade die Seiten gewechselt und zapfte nun Bier. Das ging mir auch recht flott von der Hand. Die Kunden kamen und gingen und das Bier floß recht zügig aus dem Hahn. Leider konnte ich nicht so der Konversation frönen, was ein wenig Schade war, denn es kamen schon ein paar bekannte vorbei, mit denen ich gerne das eine oder andere Bier getrunken Wort gewechselt hätte. Aber Dienst geht nun mal vor. Zum Abschluss gab es dann auch noch eine Bratwurst, die nicht ganz so toll geschmeckt hat.

Gegen 2200 Uhr beendete ich dann meinen Dienst und stellte mich vor die Theke. Einziger Unterscheid war, das ich nun für mein Pils bezahlen musste, was wiederum den Umsatz der Männergesangsvereins um ein vielfaches steigerte. Mittlerweile ist dann auch der Ingo angekommen und wir berieten darüber was denn an diesem angebrochenen Abend noch alles veranstaltet werden sollte. Im Endeffekt gab es zwei Möglichkeiten und keine davon sah einen Besuch der Werkstatt vor. Zum Einen konnten wir nach Mingerode auf eine Art Rockfestival gehen und zum Anderen könnten wir nach Fuhrbach zum Schützenfest fahren. Mir war es vorerst egal, da es wohl bei beiden Veranstaltungen Bier geben würde.

Also wurde kurzer Hand entschieden, das wir nach Mingerode fahren, da es dann doch näher dran war. Außerdem war ja Ingo der Fahrer und hatte Entscheidungsrecht. In Mingerode angekommen gefiel mir die Musik recht gut und wir betraten die Festwiese. Mein natürlicher Antrieb brachte mich gleich dem Bierzelt näher, doch auf dem Weg dahin wurde ich erstmal aufgehalten. Düsi war natürlich schon vor Ort und gab mir den heißen Tip, das man für Getränke Marken bräuchte. War ja klar, also wurde ein kurzer Kassensturz gemacht und ich bin in Richtung Markenverkaufstelle gestürmt. Auf dem Weg dorthin habe ich dann die Wiebke getroffen, die ich dann aber auf kurze Zeit später vertrösten musste, da ja Biernachschub besorgt werden musste. Sie hatte natürlich vollstes Verständnis dafür. Marken besorgt und dann an das Bierschiff und ab ging die Bestellerei. Ausgerüstet mit Pils hatte ich nun genügend Muße mich mit Wiebke zu unterhalten. Sie meinte nur das Adrian wohl auch irgendwo umher springen würde. Wenig später traf ich dann noch den Finker, den ich auch schon ewig nicht mehr gesehen hatte.

Beim Rest der Gruppe wurde dann schnell die Unlust laut und es wurde überlegt doch noch woanders hin zu verlegen. Und zwar zum Schützenfest. Es folgte nun eine logistische Abfrage meinerseits um alles mit dem Ingo zu koordinieren. Der wollte aber noch da bleiben und somit trennten sich unsere Wege. Weiter ging der Ritt dann übrigens mit Timo, der uns sicheren Reifens nach Fuhrbach brachte. Und ich muß ehrlich zugeben, das Fuhrbach eins der Dörfer ist, wo ich noch nie auf dem Schützenfest war. Doch ich war mir sehr sicher, das es hier auch köstliches Pils geben würde, wenn nicht sogar noch etwas besseres. Außerdem wussten wir, das hier noch andere Westeröder waren, von daher würden wir definitiv nicht alleine auf dem Fest sein. Nachdem wir dann das Festzelt geentert hatten, stellte sich die erneute Frage, ob man wieder Marken benötigen würde. Und dem war glücklicherweise nicht so. Bares lacht und es lacht besonders schon wenn man es in Pils umwandelt. So binnen weniger Minuten geschehen. Nun konnte man sich auch mal daran machen die anderen Leute zu suchen.

Und die erste die ich sah, war die liebe Kerstin. Ein Nebeneffekt, an den ich zunächst gar nicht dachte, war ja, das man auf dem Schützenfest in Fuhrbach ja meine drei Lieblingsmädels aus Fuhrbach treffen würde. Kerstin machte den Anfang und wurde erstmal ausgiebig gedrückt. Schließlich habe ich sie ja schon lange nicht mehr gesehen. Und wo die Kerstin war würden Heike und Kathrin auch nicht weit sein. Aber noch waren sie außer Sichtweite, also wurde erstmal schnurstracks der Westeröder Tisch angesteuert. Dort hatten sich neben den üblichen Verdächtigen auch der Schmierpopel und Anja eingefunden. Die hatten ja beim Fest schon angekündigt, das sie noch irgendwo hin wollten. Nach kurzer Begrüßung und den üblichen Beleidigungen von Schmierpopel, die von mir grandios gekontert wurden, ging es dann nahtlos über ins Bier trinken und Scheiße labern. Bis mir dann Jemand von hinten die Sicht nahm. Zwei Hände verdunkelten mein Blickfeld und das erste das ich dachte, war das ich jetzt schöne Schlieren auf meinen Brillengläsern hatte. Dann erst konnte ich die zarten Frauenhände mustern und erkannte die Situation. Ich sollte ja erraten wer mich da von hinten so schamlos überfällt. Natürlich war es die Kathrin und ich freute mich sehr sie endlich mal wieder zu sehen. Da sie ja vor kurzen Geburtstag hatte, nutze ich die Gelegenheit um sie ausgiebig zu drücken. Dann noch mal, weil sie Junggesellenkönigin geworden ist. Und dann nochmal weil ich sie so lange nicht mehr gesehen habe. Es war echt schön sie endlich mal wieder zu treffen.

Schnitzel machte sich in der Zwischenzeit Gedanken über den Getränkenotstand und brachte mir eine Mischung mit. Cola Bacardi lachte mich aus dem Glas an und in Anbetracht des Kreisjugendfeuerwehrwettkampfes in wenigen Stunden hatte ich so meine Bedenken. Die verschwanden aber urplötzlich und ich fand mich wieder mit Mischung und im Gespräch mit Kathrin. Als Kathrin dann weiter zog, konnte man sich ja mal weiter so im Saal umgucken und meine Augen fanden zwei sehr hübsche Bedienungen. Und die eine Bedienung, der Beiden, passte perfekt in mein Beuteschema Attraktivitätsbild. Braune Haare, diesmal recht kurz, aber wundervolle, bestechende Augen. Ich war, um es kurz zu sagen, hin und weg. Da ich aber auch ein Realist bin, schminkte ich mich gleich sämtliche Annährungsversuche ab. Egal was ich hätte vorbringen können, sie hätte es bestimmt schon gehört. Also beschränkte ich mich auf das Bewundern und Genießen aus der Ferne. Wie bei einem schönen Bild. Und natürlich Sympathiebekundungen durch Gertränkebestellungen, was nicht ganz so erfolgreich ist wie ein Frontalangriff.

Die Getränkestrategie funktionierte in der Hinsicht, als das wir ordentlich für Umsatz sorgten. Ein Großteil der Gruppe ist schon gefahren und frecherweise hat sich der Porno und Hüfte sich einfach da reingedrängelt und ließ Schnitzel und mich zurück, die ja eigentlich am nächsten Morgen früh aus dem Bett mussten. Die Uhr zeigte mittlerweile 0250 Uhr und meine selbst gesetzte Grenze war längst schon überschritten. Doch wir verzagten nicht und schnappten uns den Böning. Zu dritt waren wir uns dann einig und organisierten ein Taxi. Welches dann aber wiederum verpasst wurde, da Böning und ich einige Leute sich nicht von der Theke loseisen konnten. Aber das nächste Taxi schafften wir dann. Mit einem minimalen Umweg über McDreck waren wir dann auch fix zu Hause. Die Digitaluhr zeigte 0400 Uhr als sich meine Augen schlossen. Irgendwo in meinem Kopf geisterte ein Gedanke durch leere Korridore und murmelte vor sich hin, das um 0700 Uhr die Nacht vorbei sein würde. Ich befürchtete das er Recht behalten sollte.

0700 Uhr mein Wecker klingelte und ich fragte mich, ob das sein Ernst war. Da er mir nicht antwortete stand ich auf. Mein Körper legte sofortiges Veto ein und stellte meinen Geisteszustand in Frage. Zum Glück handelt er nicht eigenständig und ließ mich einweisen. Eine kurze Dusche später, warf ich mir ein Toastbrot ein und machte mich auf den Weg. Zwischendurch hatte ich mich auch noch angezogen und alle richtigen Klamotten erwischt. Es war als würde ich durch ein Traumland gehen. Es war hell und ich fragte mich was ich hier eigentlich machen würde. Außerdem hatte ich einen seltsamen Geschmack von McDonalds auf der Zunge. Eigentlich wollte ich nur noch ins Bett und schlafen. Das ging aber nicht, da ich ja mit der Jugendfeuerwehr nach Wiershausen, von dem nur Gott weiß wo es liegt, fahren muß. Warum immer an Plätzen die man noch nie in seinem Leben gehört hat? Erneut drängte sich der Wunsch des Schlafes in meine Großhirnrinde. Doch ich mußte ja noch ein paar Leutchen abholen. Als dann alles komplett war, ratterte ich nochmal die Liste der Dinge herunter die alle mitnehmen mußten und hoffte das auch wirklich alles da ist. Dann ging es los in das große Abenteuer Wiershausen zu finden. Ich fuhr den Bock auf der Autobahn und wir kamen bis zu einem Kaff mit M ganz gut durch und dann ging die Odyssee los. Ich hätte nie gedacht das ich den Feuerwehrbock mal im zweiten Gang einen Berg hoch jagen kann. Doch wir kamen an!

Meine Nerven lagen mittlerweile blank. Es war als hätte man einer Stromleitung die Isolierung abgezogen und nun sprühen ab und an Funken. Das Abziehen wurde durch Desorientierung in Verbindung mit lauten Jugendfeuerwehrleuten hervorgerufen. Der Katalysator war mein Zustand an dem ich alleinig Schuld bin. Man verstehe mich bitte nicht falsch, ich mache gerne den Jugendfeuerwehrwart und bin auch gerne mit den Jugendlichen zusammen, nur ab und an da will man einfach nur noch schlafen, sterben und danach sich ins Bett legen. Kindergeschrei, die anscheinend kein Gefühl für Lautstärke haben, beschleunigen den Wunsch nur und ändern die Reihenfolge auf der Liste. Nach kurzer Wartezeit konnten wir dann starten und ich war überrascht wie schnell die Jungs und Mädels spurten. Es gab kein Mucken beim Anmelden und es lief reibungslos. Auch die Anmeldung beim A-Teil ging ohne Probleme. Das alles hätte mir zu denken geben sollen. Denn dann ging es los. Die Übung war katastrophal. Es ging einiges schief. Ich bin ja eher ein ruhiger Vertreter, aber in solchen Momenten wünscht man sich etwas zum kaputt machen. Und Schnitzel konnte ich nicht kaputt machen, denn den würde ich noch brauchen. Aber anscheißen werde ich wegen einem Wettkampf bestimmt keinen. Es ist halt gelaufen und Rückgängig machen kann man eh nichts. Also ging es nach einer kurzen Verschnaufpause weiter zum B-Teil. Auch hier keine Probleme bei der Anmeldung und der Teil verlief auch relativ gut. Das alte Problem Leinenbeutel trat wieder auf, aber damit kann man leben. Ebenso wie mit Wassergrabenfehlern. Nach getaner Arbeit ging es dann wieder zurück in die Heimat. Diesmal den Schildern Richtung Göttingen folgend. Es dauerte zwar länger als bei der Hinfahrt, aber wir waren daheim. Und da wusste ich auch was Schlimmer war als Kindergebrüll am Morgen. Das war nämlich Kindergebrüll von aufgedrehten Kindern. Aber ich habe mich zusammen gerissen und ließ den Jungs ihren Spaß, ich wollte einfach nur noch Frieden und stellte mir mein Bett vor! Es gab dann noch eine letzte Bratwurst bei Diedrich und ich konnte mich endlich zur Ruhe legen, da wir nicht mehr zur Siegerehrung fahren würden. Das war auch bitter nötig, denn am Abend stand ja das Finale an.

Einigermaßen ausgeruht ging ich dann zur Mehrzweckhalle wo ich mir vornahm, nur wenig Bier zu trinken. Ich hatte zwar schon ausgemacht, das ich am nächsten Tag später zur Arbeit kommen würde, aber man muß es ja nicht übertreiben. Der gute Vorsatz wurde gleich zunichte gemacht, in dem ich den Fehler machte hinter die Theke zu gehen. Dort stand Porno und lachte mich auf Grund meines Plans aus und drückte mir ein Pils in die Hand. Da kann man nicht Nein sagen, also ergab ich mich. Es floßen dann noch weitere Bier in den Schero, aber richtig stramm wurde ich nicht mehr. In der zweiten Halbzeit übernahm ich dann mit Böning noch den Thekendienst, denn den Rückstand wollte ich nicht ertragen. Wie es ausgegangen ist, weiß ja inzwischen Jeder und so ist es nun mal. Es hilft nicht den Kopf hängen zu lassen, deswegen war ich auch kurze Zeit später wieder gut drauf und konnte mit Ramona Scheiße labern. In zwei Jahren gibt es die nächste Chance. Am Kap der guten Hoffnung wird Deutschland wieder zu alter Größe auferstehen. Also ich meine jetzt die Größe nach ’45. Fußballgröße halt. Ich glaube ihr habt mich jetzt alle falsch verstanden!


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