Five weddings and no funeral – Part II

Wie der Titel schon verspricht, stand die nächste Hochzeit an. Ein weiteres Wochenende an dem man sich herrlich betrinken könnte. Auf der Arbeit hielt ich es nicht so richtig aus, was aber an zwei Sachen lag. Zumeinen musste ich noch koordinieren, meinen Chrysler irgendwie nach Westerode zu bekommen und zum anderen wartete ja eine Feier auf mich. Der Andre, seines Zeichens Trauzeuge, rief mich dann auch mehrer Male an und berichtet mir von ein paar Bier, die er sich schon einverleibt hat. Das half meiner Stimmung nicht unbedingt. Dann war der Feierabend da und ich konnte dann glücklicherweise alles regeln. Pünktlich um 1600 Uhr holte ich den Andre mit meinem neuen Gefährt ab, er zeigte sich sichtlich begeistert und war auch Feuer und Flamme bei meinem Leitungstest beim Erklimmen des Bergs von Immingerode nach Nesselröden. Als wir dann zur Kirche kamen, konnte ich mir natürlich wieder die passenden Kommentare der anderen Gäste anhören, aber es war mir egal. Besser gesagt, hatte ich mich darauf schon eingestellt. Ich ließ Lästereien an mir abprallen wie Regen an einem frisch gewachsten Auto.

Die Kirche selber ging erfrischend schnell vorbei. Dummerweise saßen wir leider nicht auf dem Orgelboden, so daß ich keinerlei Möglichkeiten hatte dort weitere Sabotagevorgänge an der Orgel zu beobachten. Aber es lief wohl alles ohne Probleme ab. Dabei macht eich mir Gedanken über ein passendes Lied, bei meiner Hochzeit, wenn es denn dann irgendwann einmal so weit sein sollte. Und ich konnte mich relativ fix entscheiden. Ich hoffe nur meiner zukünftigen Frau, sagt dieses Lied, dann auch so zu wie mir. Aber darüber könnte ich mir dann ja im Fall des Falles noch Gedanken drüber machen. Ich verließ mit einer sehr guten Ausrede, wie ich finde, etwas früher die Kirche. Denn ich wollte ja Fotos machen. So was zieht immer und bringt einen schnell an die frische Luft. Draußen angekommen traf man schon auf die üblichen Verdächtigen vom Sportverein und vom Elferrat. Als dann das Brautpaar raus kam wurde es dann von den verschiedenen örtlichen Vereinen hoch leben gelassen. Der Elferrat hatte natürlich den obligatorischen Löwentor parat, bei dem ich aber dankend ablehnte. Normalerweise komme ich damit ja nicht durch, aber als ich sagte, das ich noch Auto fahren müsste, wurde er mir gnädigerweise erlassen. Es hat dann doch was Gutes auch mal mit dem Auto unterwegs zu sein. Susanne, die ich bei mir mitgenommen habe, bemerkte dann im Auto das es ein wahrer Frauenmagnet sein würde. Aus diesem Grund hatte ich es zwar nicht gekauft, aber wenn es einen solchen netten Nebeneffekt hat, dann bin ich da auch nicht böse drum.

Die Gratulationen verliefen ein wenig merkwürdig. Gratulationen sind ja immer so eine Sache. Wenn man sich an einen gewisse Prozedur halten würde, dann dürfte dabei nichts schief gehen. Aber wenn ein Teil gleich nach der Kirche gratuliert und ein Teil sobald das Brautpaar aus dem Auto springt, dann kommt da eine gewisse Unwucht in die ganze Prozedur. Nachdem ich also mein Boliden vorschriftsmäßig geparkt hatte, lief ich mit meinem Geschenk ein wenig stupide hinter dem Brautpaar her, das sich seinerseits gratulierend durch die Massen kämpfte. Zwischenzeitlich haben sie dann noch einen Holzklotz auseinander gesägt. Mit dem Stück sollte dann der Bräutigam später durch den Saal tanzen. Quasi als Metapher für den Klotz am Bein. Ein schöneres Kompliment kann man einer Braut wohl nicht machen. Der Schweißtrieb bleib ein wenig aus, da die Sonne nicht mehr so knallte. Auch dieses fand ich sehr erfrischend und doch war meine Kehle sehr trocken, weswegen ich dann doch lieber in das Innere verlegen würde. Denn dort würde es bestimmt etwas zu trinken geben.

Wenige Minuten später waren die Gratulanten alle durch und es wurde der Sekt aufgefahren. Gut, Sekt ist nun nicht mein Lieblingsgetränk, aber ich sage mir immer, das je schneller ich das Zeug hinunter bekomme, desto schnell komme ich an das Pils. Aber ich war nicht der Erste, der sich mit Pils ausstatte. Der Philip hatte schon vor mir etwas. Also nahm ich mir ein Beispiel und bestellte gleich mal eine Runde. Das meine schiere Anwesenheit an der Theke natürlich auch andere Unholde auf den Plan rufen würde, hatte ich nicht gedacht. Kaum hatte ich mir mühsam das Pils erkämpft stürmten die Massen von hinten an mich heran und wollten mein kostbarstes Gut. Das Bier. Aber ich wehrte sie ab und konnte so meine Kehle zeitnah befeuchten. Ein herrliches Gefühl, wenn nach der ganzen trockenen Luft endlich kühles, cremiges Krombacher den Schlund runter läuft. Der Pilsquell war also aufgetan und das war gut so. wenige Minuten später wurden wir dann gebeten die Plätze aufzusuchen, die im Vorfeld schon mal gesucht wurden. So ging alles recht fix und nach wenigen Ansprachen war das Buffet frei gegeben. Ich wollte nach einem ähnlichen Plan wie bei der vorherigen Hochzeit vorgehen und zunächst mit der Vorspeisentafel beginnen und mich danach an den warmen Speisen erfreuen. Der erste Teil klappte auch ganz gut, doch hatte Schmierpopel irgendjemand die Reihenfolge bei dem warmen Buffet durcheinander gebracht und nun ging da alles im Kreis.

Zwischendrängen wollte ich mich nicht und schob dann einen weiteren Gang am kalten Buffet ein. War auch sehr lecker und warme Speisen brauche ich nicht unbedingt. Nur die Teller waren ein wenig klein. Dafür konnte man dann aber einmal mehr gehen. Das was ich gegessen habe war alles sehr lecker, doch nichts schlug das Pils. Ich weiß auch nicht warum ich fixiert darauf war, aber es könnte an der Übermenge des Getränkes auf unserem Tisch, besser gesagt an meinem Platz gelegen haben. Bestellt wurde das ganze natürlich nicht von mir, sondern von anderen Leuten am Tisch, aber hingestellt wurde es natürlich bei mir. Egal, das würde schon irgendwie alle werden.

Nach dem Essen gab es dann den obligatorischen Schnaps. Und ich hatte ihn nätig. Ja, solche Worte kommen auch aus meinem Mund. Aber auch nur, weil ich die freie Wahl hatte. Ich entschied mich für wohlschmeckenden Aquavit. Nicht umsonst ist die Übersetzung Wasser des Lebens. So schmeckt es auch. An Aquavit könnte ich mich auch gewöhnen. Hoffentlich hat das jetzt keiner gelesen, denn dann werde ich demnächst mit Aquavit zugeschüttet. Hört sich ja anfangs sehr nett an, aber alles im Überfluß ist nicht gut. Nach dem Essen wurde also zwischen drinnen uns draußen ein wenig gependelt, damit man die ganzen guten Sachen auch verdauen konnte. Und die Raucher wollten ja draußen auch ein wenig Gesellschaft haben. Doch lange hielt diese freie Zeit nicht vor, denn es wollten ja diverse Leute etwas vorführen. Als erstes war die nächste Verwandtschaft und die Trauzeugen dran. Andre berichtete mir schon im Vorfeld von diesem Auftritt und von seiner endlosen Begeisterung sich vor allen Leuten zum Ei zu machen. Aber er hatte eine angenehme Statistenrolle und mußte nur ein wenig nach einer Melodie brummen.

An der Theke ging der weilen der Schnapsexpress auf die Überholspur. Ich habe ja ein paar Fotos gemacht und es war unglaublich, wie viele davon mit Schnaps gefeatured wurden. Immer, aber auch immer hatten Leute kleine Glaser in der Hand und ich bezweifele das dort immer nur Wasser und Kirschsaft drin war. Dummerweise habe ich die Vermutung, das ich selber auch zu den Übeltätern gehört habe die sich da mit Schnaps betrunken haben. Aber meine natürliche Abneigung gegen dieses Getränk hat mich bestimmt nur einen kleinen Teil trinken lassen. Hoffen wir mal das Beste. Aber ich habe sensationelle Fotos geschossen. Nebenbei folgte die erste Tanzrunde. Hier habe ich jetzt eine neue Strategie entwickelt. Ich behalte einfach meine Kamera in der Hand und sage das ich Fotos machen soll. Daher kann ich leider nicht das Tanzbein schwingen. Klappt am Anfang ganz gut, aber später wird der Trick durchschaut. Oder aber man macht schnell ein paar Fotos und verzeiht sich dann an einen der anderen Tische. Dort läuft man dann aber Gefahr schnell in eine andere Schnapsrunde verwickelt zu werden. Vor allem wenn man an einen Frauentisch gelangt. Man denkt das die Mädels ja nicht so viel trinken werden. Aber da hat man sich meisten kräftig geschnitten. Die trinken dann aber keinen richtigen Schnaps sondern dieses ekelerregende süße rote Zeug. Um sich diesem zu entziehen hilft dann ur die Bestellung eines Aquavit. Ich muß sagen es gibt schlimmeres.

Als nächstes folgte dann der Auftritt des Freundeskreises, die eine Art Dingsda mit Begriffen die mit dem Brautpaar verbunden sind aufführten. Allein die Aufmachung der Leute war schon sensationell. Manchmal fühlte man sich 10 Jahre zurück versetzt. Nebenbei lief auch immer munter das Pils in den Kopf und der eine oder andere Schnaps. Hier war dann auch irgendwo der Zeitpunkt an dem ich die Kontrolle über mein Gedächtnis verloren habe. Entweder war es das geballte Scheißelabern bei den Elferratskollegen oder aber die lustige Aufführung von Schnitzel. Man weiß es nicht mehr. Es folgte jedenfalls die obligatorische Tanzrunde. Und ich mußte Tanzen. Ich habe zwar alle Tricks versucht, aber ich konnte mich nicht mehr wehren. Sollte nun im Nachhinein jemand behaupten, das ich freiwillig Jemanden aufgefordert habe, dann würde ich dem keinen Glauben schenken. Doch halt, ein kleine Zweifel manifestierte sich gerade in meinem Hirn. Es könnte durchaus sein, das ich Ramona ihr Versprechen des Tanzes eingelöst habe. Aber Ramona aufgefordert zu haben, dazu stehe ich. Es könnte dann natürlich sein, das Hüfte mich tanzen gesehen hat und ich gleich schon wieder dran war. An was ich mich noch erinnern konnte, war ein Engtanz, den ich dann schnell an Porno übergeben habe. Gehört sich einfach so. Womit ich dann nicht gerechnet habe, waren Susannes schnellen Reflexe, die mich auf dem Rückweg vom der Tanzfläche schnappte und mich wieder zurück schleppte. Das ich einen Riesendurst hatte störte sie nicht die Bohne. Auch das es ein Engtanz war war ihr egal. Gut, ich sage mal so, es gibt schlimmere Sachen als mit einer schönen Frau zu tanzen. Ich warf zwar ein paar sehnsüchtige Blicke in Richtung Theke, aber dann konzentrierte ich mich wieder auf das Tanzen. Der Engtanz ging fix in den normalen Discofox über. Allerdings hatte die Band ausdauer und wir tanzten mindestens eine gefühlte Stunde.

Doch auch das geht vorbie un dich war der Meinung das ich nun mein Soll erfüllt hätte. Aber da war ich wohl doch auf dem Holzweg. Nach dem Tanzmarathon ging ich erstmal an die Theke um mich dort weiter zu betrinken. Das ging eine gewisse Zeit auch ganz gut, doch es folgte dann der Klotz-am-Bein-Tanz. Auch hier war noch alles gut und man konnte sich im Kreis stehend betrinken. Als nächstes sollte dann Daniela, Florians ältere Schwester, zum Tanzen aufgefordert werden. Aber um dem ganzen noch einen kleinen Spektakelcharakter zu verleihen, sollte sie nur mit den Singlemännern der Feier tanzen. Ich hielt mich dezent zurück und war der Meinung das an der Theke stehend zu überstehen, aber ich habe nicht mit Schnitzel gerechnet. Der hat mich dann nämlich über das Mikrophon der Band ausgerufen. Ach ja, der Schnitzel der denkt an mich. Nicht das ich was gegen Daniela hätte, ganz im Gegenteil. Ich hasse es nur im Rampenlicht zu stehen und alle gucken einem zu. Nun ja, man tanzte halt und alle feuerten einen an. Also wenn das mal nicht romantisch war, dann weiß ich es auch nicht. Ich weiß gar nicht wie ich aus der Situation rausgekommen bin, aber der alte Toilettentrick funktioniert immer noch sehr gut.

Dann passierte etwas, worüber ich mich sehr aufgeregt hatte. Vielleicht zu viel, als ich selber wollte. Aber wenn ich ordentlich einen getrunken habe, dann gehen die Pferde manchmal mit mir durch. Man möge hier bemerken, das ich bereits seit längerer Zeit auf Kotzo-Cola umgestiegen bin. Ein Fehler den ich so schnell nicht wieder machen werden. Mal vom Geschmack abgesehen, geht es einem am nächsten Tag nicht sehr gut. Aber wir wollten ja was anderes beleuchten. Meine Kamera war plötzlich weg und das regt mich natürlicherweise auf. Was allerdings erschwerend hinzu kam war die Tatsache, das ich sie vorher der Melanie anvertraut habe, was ich aber dann schon wieder vergessen hatte. Ja, Kotzo-Cola und die ganzen Bier und nicht zu vergessen die ganzen Schnäpse, lassen mich innerhalb weniger aufregender Minuten einiges vergessen. Namen, Geburtstage, wie man nach Hause gekommen ist, warum ein Baustellenschild im Vorgarten liegt, wie das Warnlicht von der Baustelle auf den Nachtschrank kommt und warum es die ganze Zeit blinkt und wem ich meine Kamera gegeben habe. Jedenfalls wusste ich nicht wo sie war und keiner konnte mir helfen. Da das Ding nicht gerade billig war, war ich natürlich Scheiße drauf. Zum einen weil sei halt weg war und zum anderen weil ich so doof war sie vermeintlich irgendwo liegen gelassen zu haben. Ich hatte ja auch nicht mit dem Verschwinden gerechnet. Wenig später stellte sich heraus, das Melanie sie die ganze Zeit hatte. Da ich das aber nicht mehr wusste war ich halt ein wenig gereizt und habe gereizt reagiert. Klar habe ich sie wieder gekriegt, aber meine Stimmung war erstmal am Boden. Ich habe mich dann aber wieder mit Melanie vertragen. Hoffe ich zumindestens.

Als nächstes waren nun die Männer wieder daran sich zum Horst zu machen. Es wurde die Bühne gestürmt und ein Sauflied ohne Sinn und Verstand gesungen. Aber es schien allen zu gefallen. Warum auch nicht, der Text war einfach und jeder konnte mitgröhlen. Ich zog mich wieder geschickt mit dem Fototrick aus der Misere. Hatte ich schon erwähnt das ich Cola-Kotzo trinken würde. Großer Fehler, denn nach einigen anfänglichen netten Mischungen schmeckt es wie Knüppel auf den Kopf und kurze Zeit später fühlt man sich auch so. Doch die Party ging eh dem Ende zu und ich nahm einen der Wagen nach Hause. Geführt von meinem Cousin Timo. Dummerweise lande ich immer in dem Auto, in dem die Leute sitzen die am weitesten auseinander wohnen. Als erstes ging unsere Reise nach Breitenberg, wo wir den Thiele ablieferten. Ich bedankte ich für den Umweg mit ein paar politisch Unkorrekten Stadionsprüchen in voller Lautstärke. Ich hoffe keiner der Nachbarn ist bei der Polizei. Dann wurde ich endlich zu Hause abgeliefert und konnte mich verdient in mein Bett legen. Wenn nur nicht das Ausziehen der unglaublich komplizierten Klamotten wäre. Wer zum Teufel macht so kleine Knöpfe an das Hemd?

Als ich meine Augen aufschlug betrug die Temperatur in meinem Schlafzimmer gefühlte 38°C. Ich gebe jetzt mal den hohen Außentemperaturen die Schuld an meinem Zustand und an dem Umstand, das ich bereits wach war. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir, das ich eh hätte bald aufstehen müssen, denn es standen ja Jugendfeuerwehrwettkämpfe an. Eine perfekte Beschäftigung, wenn man am Abend vorher einen getrunken hat. Und das hatte ich ja nicht zu knapp. Die kurze Verwirrtheit kurz nach Erwachen verflog schnell und mein Körper hatte genügend Zeit sich auf den Kater zu konzentrieren. Die Kopfschmerzen bleiben zunächst aus, aber dafür kam ein flaues Gefühl mit Anlauf an und setzte sich in meinem Magen fest. Allein die Vorstellung mich in meine Uniform zu zwängen und den Tag in brietendem Sonnenschein zu verbringen und sich dabei der nervlichen Hölle eines Jugendfeuerwehrwettkampfes hinzugeben trieb mir den kalten Schweiß auf die Stirn. Das hätte allerdings auch von den unzähligen Kotzo-Mischungen des Vorabends kommen können. Es half aber nichts und ich hievte mich aus dem Bett, so sich dann wenige Sekunden später der Wunsch manifestierte mich gleich wieder hin zu legen. Selbst die Morgentoilette brachte keine wahre Linderung und als ich mich dann fertig machen wollte, fing die ganze Misere erst an. Wie sollte es auch anders hatte ich die Gruppe nicht komplett, was aber nicht an mir lag. An mir lag es dann aber, alle anzurufen und auf Vordermann zu bringen, das wir wenigstens starten konnten. Auch als ich beim Feuerwehrhaus angelangt war, war die Gruppe nicht komplett. Einen hatte ich zu dem Zeitpunkt schon reaktiviert und zwei andere waren noch nicht da. Also telefonierte ich wie ein Wilder und warf auch noch den Bräutigamvater aus dem Bett, da bei ihm einer der Feuerwehrmitglieder übernachtete. Er hörte sich auch am Telefon noch nicht sehr fit an.

All dieser Streß am frühen Morgen ist gar nicht gut, für meine Nerven und für mein Herz. Ich denke solche Veranstaltungen sind irgendwann noch mal mein Tod. Mit Mühe und Not hatte ich die Gruppe zusammen und wir fuhren nach Mingerode, wo ich dann die nächsten Stöcker in den Weg geschmissen bekommen habe. Die Wertungsrichter wollten bald in die Mittagspause gehen und die sollte 2 Stunden dauern. Es sind dann solche Tage, an denen man denkt, das man doch verdammt ist. Es reicht nicht, das es einem schon vom Saufen beschissen geht und das Nervenkostüm blank liegt. Nein, dann kommen auch noch solche Probleme auf einen zu. Es passte alles zusammen und wäre das perfekte Rezept für einen Amoklauf gewesen. Aber man kann sich ja zusammen reißen. Falls es dazu gekommen wäre, hätte ich auch dem NDR 1 Radio Niedersachen die Schuld gegeben. Mit ihrem Radiprogramm haben sie mich so aggressiv gemacht, das ich nicht anders konnte. Damit auch mal wer anderes Schuld bekommt und nicht nur die Computerspiele. Ich setzte also meinen ganzen männlichen Charme ein und erreichte gar nichts. Aber die Wertungsrichter hatten Erbarmen mit mir und verschoben ihre Mittagspause. Dafür haben wir dann aber richtig zu gelangt und über 40 Miese eingefahren. Ich regte mich aber nicht mehr auf, sondern freute mich auf die Heimfahrt.

Nach dem Wettkampf hatte ich dann tatsächlich noch Gelegenheit mich etwas hinzulegen, fühlte mich aber im Anschluß fertiger als vorher. Machte aber nichts, denn die Dusche half mich wieder aufzupäppeln. Einen wesentlichen Anteil hatte auch die Vorfreude mit meinem neuen Auto nach Göttingen zu fahren, denn da gab mein Gruppenleiter eine Abschiedsparty, da er ja wieder in die Staaten zurück geht. Wenn man dann mit einem 8 Zylinder vor fährt schindet man natürlich ordentlich Eindruck. Ich habe noch zwei Kollegen mitgenommen und ab ging der Ritt. Nachdem ich meinen Boliden geparkt hatte kam ein anderer Kollege der schon vor Ort war uns entgegen und meinte das die Kinder schon alle aufgeregt gerufen hatten das jetzt ein Chrysler um die Ecke kommen würde. Ich war ein wenig stolz, muß ich ja zugeben. Die Party selber war schon recht ruhig. Es war zwar schon später Nachmittag, aber noch lagen keine Alkoholleichen in der Gegend herum. Da kenne ich ganz andere Abschiedsparties, aber hier ist man halt unter einer anderen Klientel. Dank meiner Anpassungsfähigkeit welche einem Chamäleon gleich kommt, riß ich mich gehörig zusammen und trank kein Alkohol. Das ich mit dem Auto da war hat sehr geholfen. Auch als ich den Kühlschrank voll mit Bier sah, wurde ich kurzzeitig schwach, doch widersagte der Versuchung. Es war sehr hart für mich. Aber wahrscheinlich besser. Solche Anlässe sind eine gute Gelegenheit sich in Gedächtnisse einzuprägen. Ich hielt mich zunächst an Wasser und hatte neidische Blicke für das Bier über. Meine Arbeitskollegen und ich standen auf der Terrasse, die sich über dem Eingangsbereich befand. Es war eh ein extrem schönes Haus. Die Terrasse war immens groß und man konnte darauf super feiern. Würden nicht überall Bierflaschen und zwei Grills herum stehen könnte man fast meinen man wäre in der Raffaello Werbung. Zum standen überall Bierflaschen herum. Nicht ohne Stolz bemerke ich mal an dieser Stelle, das sich viele Gespräche um mein neues Auto drehten. Ich wusste auch gar nicht, das ich so viele Autobegeisterte Kollegen habe. Als dann mein Gruppenleiter zur Gruppe stieß wurde ihm erstmal erzählt, was ich denn jetzt für ein Schiff fahren würde. Er stellte auch gleich die richtigen Fragen und war sichtlich von der Hemi Maschine begeistert. Als gebürtiger Amerikaner mag man einfach großhubraumige Autos. Ich kann es verstehen, denn ich würde den Chrysler nicht mehr hergeben wollen. Ich hoffe, das ich jemals wieder ein Auto fahren kann mit weniger Hubraum.

Die Zeit ging recht schnell voran und ein Teil meiner Kollegen hatte den Vorteil, das sie Bier trinken konnten. Und Heidegeist, der von uns mitgebracht worden war. Wegen dem Heidegeist war ich nicht ganz so neidisch, aber das Bier reizt mich schon irgendwie. Als ich es dann nicht mehr aushalten konnte, habe ich mich dann auch breitschlagen lassen und auch eine Flasche Bier getrunken. Eine ist ja durchaus erlaubt. Der Geschmack auf meiner Zunge machte Lust auf mehr und ich musste mich sehr zusammen reißen. Es wurde dann auch Zeit das ich mich langsam wieder gen Heimat aufmachte. Ich verabschiedete mich von meinem Gruppenleiter, der von mir erwartete, das ich zwei Beschleunigungsstreifen vor seinem Haus hinterlassen sollte. Das traute ich mich dann allerdings nicht. Aber ich nahm noch zwei Kollegen mit zum Auto, die es dann begutachten durften. Als ich dann drehte bot sich mir eine weitere Gelegenheit meinen Namen unsterblich in die Firmengeschichte von Otto Bock einzumeißeln. Ich hätte nur beim Wendemänöver den S8 vom Entwicklungschef rammen müssen und schon würde jeder bei Bock am Montag meinen Namen kennen. Allerdings bezweifele ich das mein Chrysler dabei Schaden genommen hätte. Der S8 wäre aber bestimmt Totalschaden gewesen. Es ist dann aber zum Glück nichts passiert und ich konnte die Heimfahrt antreten. Kurzer Erfahrungsbericht: Auch den Roringer Berg schafft der Chrysler mit fantastischen Anzug.

Zu Hause angekommen, verlegte ich so schnell wie Möglich in das Schützenhaus, denn da wartete ja die Nachfeier der Hochzeit von Florian und Patrizia. Ein wenig Bedenken hatte ich ja schon, da ich nicht genau wusste bei wem ich mich alles entschuldigen musste. Als ich dort ankam, brach ich erstmal das Eis um genau die Frage zu stellen. Da alle lachten, muß es wohl nicht schlimm gewesen sein. Allerdings ist schon als Ziel für die nächste Hochzeit gesetzt, das ich keinen Schnaps oder Mischgetränke trinken werde. Die Party war schon gut im Gange und die Sitzordnung hat sich schon an die Theke verlegt. So gefällt mir das eh am Besten. An der Theke kann man am entspanntesten Gespräche führen und gepflegt Scheiße labern. Außerdem war noch so schönes Wetter, das man auch wunderbar die Luft draußen genießen konnte. Man ließ den Vorabend Revue passieren und lauschte den Ergebnissen der Viertelfinalrunde. Aber als Hauptaufgabe wurde das Bier vernichten gesehen. Jedenfalls von meiner Warte aus. Der gesamte Tag bestand für mich aus Folter. Das frühe Aufstehen am Morgen und dann anderen Leuten beim Bier trinken zu gucken. Das war alles nichts für mich. Doch nun konnte ich Vollgas geben. Aber hatte noch die Warnkelle vom Vorabend im Kopf. Ich musste ja keine Mischungen trinken, sondern konnte beim Bier bleiben. Vorerst.

Das tat ich dann auch, doch irgendwann kam dann der Umbruch. Ich weiß nicht wer es war, aber es kam Jemand auf mich zu mit einer Mischung in der Hand und meinte es wäre Bacardi vorhanden. Kleine Synapsen in meinem Hirn fingen wild an Signale an größere Synapsen zu schicken und das Schicksal nahm seinen Lauf. Meine nächste Bestellung bestand aus einer Bacardi Cola Mischung. Sie war lecker, sehr lecker. Doch kommen wir zunächst zur Siegerehrung. Erst sah es so aus, als würde Günner das Rennen machen, denn er musste schon früh nach Hause. Nach eigenen Angaben war er megastramm. Er wurde dicht gefolgt von Kolben, der vor der Tür Spaß hatte mit den Hunden. Erstmal schloß er sehr schnell Freundschaft mit den beiden Hunden von Patrizias Mutter. Er hatte sie sichtlich gern, denn er schmuste mit ihnen gab ihnen Fünf und legte sich sogar neben sie hin. Manchmal frage ich was Kolben denn alles getrunkne hat. Auf jeden Fall wäre es fantastisch wenn man das in Flaschen abfüllen könnte und an den Mann bringt. Man würde ein Vermögen einnehmen. Nun ja, leider wurde die Hundeshow unterbrochen, da Kolben ins Glashaus verlegte. Diese ganze Geschichte spielte sich natürlich draußen ab und wurde von mir und Timo detailreich dokumentiert. Ich vermute mal das demnächst ein paar Fotos auf Timos Seite online gestellt werden.

Drinnen ging es dann munter an der Theke weiter wo es dann diverse Highlights gab. Böning knöpfte sein Hemd auf und zeigte jedem seinen durchtrainierten Körper. Doch das absolute Highlight war der Bräutigam. Er machte ja schon vor Wochen die Ankündigung sich richtig vollaufen zu lassen auf der Nachfeier der hochzeit. Und er hat Wort gehalten. Als ich im Schützenhaus ankam, war er schon recht gut dabei und seine Zunge schwoll schon langsam an, aber es ging noch. Man konnte fast zu sehen, wie Kamerad Alkohol die Kontrolle übernahm. Bei einem Gruppenfoto seiner neuen Verwandtschaft, bekam er es nicht mehr so recht gebacken, weil die Zoomstufe auf der höchsten Einstellung stand. Der Zusammenbruch kam dann kurz nach Mitternacht. Er war einfach mega stramm und hat das Klassenziel erreicht. Versetzung nach Hause nicht gefährdet. Mit dem Heimaturlaub des Bräutigams wurde dann auch langsam die Feier ausklingen gelassen. Was jetzt aber nicht heißen soll, das schon Schluß war. Nein, Köppel und Ingo sind noch auf die grandiose Idee gekommen in das Glashaus zu fahren.

An sich eine gute Idee, aber nicht mehr so ganz um 0200 Uhr morgens. Und doch konnte ich nicht nein sagen. Irgendwie blockierte der ganze Bacardi und das ganze Bier diesen Teil meines Hirns. Also wurde ein Taxi gerufen und ab ging die Post. Eigentlich hätte auch ein Ausflug in die Werkstatt gereicht, aber man wollte sich ja noch hübsche Frauen angucken. Ja, ich gebe zu, ich bin eingeschlafen auf der Hinfahrt und das ist eigentlich ein sicheres Zeichen, das ich besser nach Hause gegangen wäre. Doch kaum hat das Taxi in Worbis angehalten, und ich war an der frischen Luft ging es mit meinem Organismus aufwärts. Drinnen gab es eigentlich nur ein Zeil, das Havana. Ich konnte und wollte mich gar nicht auf die Sinnesüberreizungen auf dem Weg dorthin konzentrieren. Das würde noch früh genug auf mich einprasseln. Der Weg war schnell gefunden und noch schneller war ich an meiner Lieblingstheke. Doch leider war meine Lieblingsbedienung nicht da. Trotzdem bekam ich meinen Havana. In der normalen Mischung, welche durchaus ausgereicht hat. Im Havana selber hatten wir recht fix einen festen Standplatz und einen guten Überblick über die Tanzfläche. Außerdem waren noch andere Westeröder da, die mit ihren Firmkindern da waren. Man konnte also durchaus sagen, das man eine Menge Leutchen kannte. Als ich so meinen Blick über die Menge schweifen ließ, verliebte ich mich grob geschätzt vier Mal. Hieß also, das es ein harter Abend werden würde.

Doch zunächst müsste der Havana Pegel auf Touren gebracht werden. Also begab ich mich wieder zur kleinen Theke und traute meinen Augen kaum, meine hübsche Lieblingsbedienung war wieder da. Ich stellte mich brav an. Sie sah mich und erkannte mich gleich, setzte ein zauberhaftes Lächeln auf und fragte gleich, ob ich Havana haben wollte. Ich lächelte zurück, und stellte mit Freuden fest, das sie mir wieder eine doppelte Mischung machte. Also wenn das keine Sympathiebekundung ist, dann weiß ich es auch nicht. Ausgestattet mit einer neuen Mixtur ging es dann zurück in das Getümmel. Man muß hier an dieser Stelle erwähnen, das bei allen der Alkoholpegel schon sehr hoch gestanden hat. Die Zeit war schon sehr weit fortgeschritten und die Mischungen liefen in Strömen. Da kann es dann auch mal vorkommen, das man leicht übermütig wird. Und das sieht bei jedem Anders aus. Porno zum Beispiel zeigt dann gerne mal die neue Deckenvertäfelung im Havana. Dummerweise wurde ich zum Tanzen angestachelt. Und das habe ich dann auch gemacht. Es ist mir ein wenig peinlich, das ich mich immer wieder zu solchen Aktionen hinreißen lasse, aber ich muß dazu stehen. Ja, ich war Tanzen. Und ja, ich bin abgegangen wie Schmidts Katze. Und es hat Spaß gemacht.

Doch Tanzen erschöpft sehr schnell und das Glashaus leerte sich langsam aber sicher, von den hübschen Frauen waren nicht mehr viele da. Wir waren alle reisefertig und hatten das Klassenziel mehr als erreicht. Also ging es zum Bezahlen und dann mit dem Taxi nach Hause. Die Heimfahrt wurde in einem Mercedes Vito bestritten. Das sind diese Busse, bei denen vorne dann zwei Mann auf dem Beifahrersitz sitzen. Allerdings haben die Konstrukteure da wohl eine andere Schablone gehabt. Ich saß mit Tobi vorne und Sitzkomfort waren gefühlte -8. Mag sein, das ich mittlerweile von dem immensen Platz, der mir im Chrysler verwöhnt bin, aber wen mein linkes Bein langsam aber sicher taub wird, bei der Rückfahrt, da ich mir die Blutzufuhr an einer Konsole abquetsche, dann ist da vorne nicht genügend Platz. Vielleicht hätte man auch etwas schlankere Personen als mich vorne platzieren können. Aber im Taxi will ja keiner vorne sitzen. Nun ja, nach ein zwei Schritten hat sich dann ja alles wieder eingerenkt. Die musikalische Untermalung auf der Rückfahrt war allerdings zum davonlaufen.

Mein Körper freute sich regelrecht auf die Ruhe, doch konnte ich auch am Sonntag nicht entspannen, sondern musste bei schwülen Wetter meine Knochen erneut bewegen. Es stand der Feuerwehrwettkampf der Seniorentruppe an. Auch hier haben wir mächtig ins Klo gegriffen. Aber wir hatten eine Menge Spaß. Nach der Übung, die von mir körperliche Höchstleistungen abverlangte, fühlte ich mich 1200 Jahre alt. Ich wollte einfach nur noch irgendwo liegen und vor mich hin vegetieren. Das Bier welches mir dann aufgezwungen wurde, half mir sehr bei der Regeneration. Und das kommende Wochenende ist ähnlich stressig. Hilft ja nix!

Ach ja, bevor ich es vergessen. Unser Deutschland ist im Finale! Hey, hey! Wer nicht hüpft, der ist kein Deutscher!

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