Bachelor party double team

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen der Junggesellenabschiede. Am Freitag war der Florian dran und am Samstag dann der Jens. Und Samstag sollte es verdammt früh los gehen. Außerdem fing die EM an und ich hatte Sonntag Abend Thekendienst. Hört sich nach einem verdammt harten Wochenende an. War es dann auch, aber möge sich der geneigte Leser selbst überzeugen. Vorweg schon mal eine Warnung, dies wird wieder ein langer Eintrag. Ich versuche mich immer kurz zu fassen, aber es gelingt mir noch nicht so ganz. Man möge noch ein wenig Geduld haben. Irgendwann werde ich es schon schaffen. Aber dann werde ich wohl Beschwerden von der anderen, noch ruhigen Seite bekommen, die sagen, das früher meine Einträge besser waren. Da wo sie noch über mehrere Seiten gingen. Es ist immer schwer den Mittelweg zu finden. Also habt ein wenig Geduld.

Freitag nach dem Feierabend war verdammt stressig. Ich nehme mir ja immer einen straffen Zeitplan vor, den ich dann konsequent nicht einhalte, weil kleine Sachen einen immer aufhalten. So auch diesmal. Ich schaffte es gerade zu dem vereinbarten Zeitpunkt am Treffpunkt zu sein. Zu allem Überfluß rief mich Andre, der den Junggesellenabschied organisierte, vorher noch an und fragte ob ich nicht kleine Schnäpse besorgen könnte die Florian dann verkaufen sollte. Klar, mache ich doch gerne und ich bin ja die Blicke bei Klingebeutel schon gewohnt. Dermaßen gut ausgerüstet mit Schnaps fehlte eigentlich nur noch das Pils, welches aber von mir nicht mehr transportiert werden konnte. Also gingen dann Görtler und Kai noch mal los und besorgten eine Kiste Bergbräu. Die ganze Bagage war versammelt, jeder trank Bier und wir konnten endlich gen Göttingen aufbrechen. Dort wollten wir den Florian dann abholen und natürlich überraschen. Er wusste wohl nichts davon und Andre soll schon da sein, damit er keinen Verdacht schöpft. Das dunkle Bier schmeckte vorzüglich und auch die zweite Kanne die ich mir vorsorglich in Günners Luxuskarrosse mitgenommen habe, reichte für die gesamte Fahrt.

In Göttingen angekommen kontaktierte ich zunächst mal den Andre, der dann eine flüchtige und nicht ganz schlüssige Ausrede fand aus Florians Wohnung auf den Parkplatz zu kommen. Nun ja, nach diesem eher dilettantischen Täuschmanöver ist wohl Florian dann auch auf den Trichter gekommen, das da irgendwas nicht ganz Tango ist, aber früher oder später mußte er es ja erfahren. Andre kam also runter und zog sich schnell sein T-Shirt an, dann gingen wir alle geschlossen wieder hoch. Florian guckte begeistert obwohl er ja wusste was nun auf ihn zukommen würde. Er mußte also das T-Shirt an ziehen das ihn eindeutig als Junggesellen auszeichnete und eine Art Preisliste umhängen. Andre hatte das während der Arbeitszeit in seinen Pausen auf der Arbeit gemacht. Das Band welches mitgebracht hat war natürlich mit Stahlseele und ließ sich ganz beschissen binden. Aber man bekommt ja alles hin. Weiterhin nähte ich es noch am T-Shirt fest, damit es nicht dauernd von der Schulter rutschte. Was tut man nicht alles für seine Freunde. Stärken konnten wir uns auch noch und zwar mit einem überaus leckeren Becks. Das wunderte mich eigentlich ein wenig, da ja Florian ansonsten eher zu Nörten-Hardenberger greift. Als Student durchaus verständlich.

Los ging es dann in Richtung Stadt. Man muß hier nun beachten, das Florian bisher nur zwei Pils getrunkne hatte, da ist die Hemmschwelle reichlich hoch. Er sollte ja laut seiner Preisliste ordentlich Sachen verkaufen, vorzüglich an Frauen. Wir trafen schon ein paar mittleren Alters auf dem Weg in Richtung Stadt, aber Florian wollte noch nicht so richtig. Selbst eine recht spacig angezogene Dame die sich Geld aus der Sparkasse besorgte wollte nichts kaufen. Dabei hatte sie so schöne silberne Pomps an. Weiter ging es also in Richtung Innenstadt und der Weg zog sich mehr hin als erwartet. Was tut man da, genau man trinkt einen Schnaps. Vorzüglich einen Löwentor oder in meinem Fall einen Euzenberger. Besser gesagt zogen wir blind aus dem Jutebeutel und ich ergriff eine schlanke Flasche. Nun hätte das eine Flasche Löwentor oder aber Euzenberger sein können. Noch hatte ich Glück und es war Euzenberger. Wenn man in diesem Fall von Glück reden konnte. Auf unserem Weg in die Stadt berichtete Thiele von einem Pinguin Diebstahl, den ich sehr amüsant fand. Also so einen Pinguin hätte ich auch gerne zu Hause. Obwohl er dann nur noch in Bier baden würde. Ob ihm das wohl gefallen würde? Weiterhin trafen wir auf eine Gruppe gemischten Alters die sich einfach mal so an eine Straßenecke setzten und sich Bier in den Kopf laufen ließen. Natürlich war klar, das gleich wieder die passenden Kommentare kamen. Diesmal aber auf Florians Rechnung. Er solle doch seine Freunde begrüßen und nicht so schüchtern sein. Das Gelächter kann man sich hier ja vorstellen. Nach einer kleinen Konversationen mit den, sagen wir mal, Obdachlosen konnte Florian der einzigen Frau auch einen Kuß verkaufen. Es war natürlich eine Schönheit und ich hatte erst Bedenken ein Foto zu machen, da meine Kamera eventuell kaputt gehen könnte.

Als wir dann in der Innenstadt ankamen war klar, das wir demnächst was essen mußten. Doch was ist bekanntlich größer als Hunger? Der Durst und den wollten wir zunächst stillen. Als wird dann den Blick ein wenig schweifen ließen fiel uns sofort eine kleine Eckkneipe auf, die den Namen Warsteiner Stübchen trug. Die Größe und der Name sagte schon alles. Hier würde es nicht nur schlecht schmeckendes Bier geben, sondern auch das eine oder andere Original. Sprich Harz IV Empfänger waren hier Willkommen. Für uns genau der richtige Start. Also enterten wir das Lokal und trafen lauter nette Leute. Und das ist kein Witz. Wir wurden freundliche aufgenommen und keiner hat da irgendwie rumgepöbelt oder uns von der Seite angemacht. Dafür bestellten wir auch gleich 15 Bier. Der Durst trieb es dann rein. Auch wenn es Warsteiner war löschte es den Durst nur teilweise und wir entschlossen uns eine weitere Runde zu ordern. Philip entschied sich dazu den DJ zu machen und blätterte die lokale Jukebox durch. Dort gab es dann so Kracher wie Pur aber auch das Leid der Niedersachen, welches sofort rein gemacht wurde. Laut schmetterten wir alle mit. Ich jedenfalls schmetterte mit und hörte die anderen gar nicht. Das fand ich dann doch sehr traurig, da man als Niedersachse doch ruhig mal dieses schöne Lied auswendig können sollte. Florian hatte nun die Hemmschwelle fallen lassen auf ausdrücklichen Wunsch der Gruppe. Er machte sich gleich mal daran und versuchte den anwesenden Damen den Schnaps anzudrehen. Welches auch ganz gut klappte. Besonders die Silke hinter der Theke fand das alles ganz toll. Einem älteren Herrn an der Theke wurde ein Löwentor angedreht was mir fast schon leid tat, denn morgen würde er mit einer Kehlkopfverätzung im Krankenhaus liegen. Aber das Gegenteil trat ein. Er meinte das Zeug würde ganz gut schmecken. Oha, hier waren wir richtig.

Dennoch mußten wir weiter ziehen und suchten als nächstes Zeil eine nahe gelegene Dönerbude aus. Dort wurde dann das Kollektive Abendmahl eingenommen. Da wir aber 15 Leute waren war es also nicht das letzte Abendmahl. Die Döner waren eine wahre Wohltat und schmeckten vorzüglich. Auch das umherstehende scharfe Gewürz wurde großzügig verwendet. Dies machte den Döner erst richtig schmackhaft. Ich esse ja gerne scharf. Da nun durch einige Kehlen schon genügend Bier geflossen war um ein wenig Schabernack zu treiben wurden gleich mal Mutproben geprobt. So sollte Kai einen Löffel des scharfen Gewürzes essen. Was er aber nicht machte und sich anstellte wie ein kleines Mädchen das man den Löffel weg genommen hatte. Ich hingegen wehrte mich nur ein wenig und haute das Zeug weg. Wenn man es nicht zu lange im Mund behält und es mit einer dicken Schicht aus Spucke ummantelt dann ist es auch gar nicht mehr so schlimm. Als ich dann wieder klare Bilder sehen konnte Trotzdem brauchte ich ein wenig Bier zum runter spülen. Zum Glück stand Kais Bier ja gerade rum. Görtler tat es mir gleich und verleibte sich auch einen Löffel ein. War also halb so wild. Vollmer hingegen mußte erneut sein Glück bei den jungen Damen am Nachbartisch versuchen. Die ließen ihn aber kalt abblitzen. Daraufhin setzte sich Philip in Gang der wohl Gefallen an einer der Beiden gefunden hat. Aber auch er wurde abgeblitzt, was sich folgendermaßen erklären ließ. Eine der Beiden kannte wohl eine Ex-Freundin von Philip und wie sich herausstellte haben sie auch schon mal zusammen Sylvester gefeiert. Philip allerdings konnte sich an nichts mehr erinnern und trat lieber den strategischen Rückzug an. So kann es gehen.

Wir mußten also weiter ziehen frisch gestärkt und nach allerlei Gewürzen aus dem Mund reichend ging es dann in Richtung Thanner’s. Bis dorthin liefen uns aber jede Menge junger, hübscher Frauen über den Weg die Florian ja mit Schnäpsen beglücken könnte. Der größte Teil lief einfach weg und ich glaube manche haben sogar dabei geschrien. Aber es gab ja noch das Gänseliesl wo sich viel Pack Volk aufhielt. Die jungen Damen wollten aber dem Florian nichts abkaufen. Eigentlich verständlich, wenn man beim Versuch etwas zu verkaufen von einer Horde Männern in schwarzen T-Shirts umlagert wird. Doch ein Mann, der rein äußerlich aus dem Nahen Osten stammen könnte, machte ein Gruppenfoto von uns. Falls wir also demnächst auf einem Al-Quaida Poster auftauchen sollten, dann mache man sich bitt keine Sorgen. Auf dem weitern Weg zur nächsten Kneipe belästigte Florian dann och ein paar Gäste eines nahe gelegenen Kaffees. Man muß aber dazu sagen, das er keine große Wahl hatte, denn der schwarze Block, gebildet von uns, saß ihm ja im Nacken. Auf dem weitern Weg zum unserem Zielort trafen wir dann auf einen weiblichen Junggesellenabschied und die junge Dame kam mir irgendwie bekannt vor. hier half dann nur direkte Konfrontation und wir kannten sie wirklich. Sie war die Schwester von Sylvia und erkannte dann nach kurzer Neuorientation uns alle als Westeröder. Nachdem dann kurz Unterschriften und Schnäpse getauscht wurden, ging die Wanderung weiter. Dann endlich kamen wir beim Thanner’s na und ich freute mich schon sehr auf ein Hefe Weizen.

Voller Vorfreude stürmte ich in den Laden hinein und fand ihn recht leer vor, was vielleicht auch mit der frühen Uhrzeit zusammen hängen könnte. Der Großteil der Gruppe wollte dann draußen sitzen, was sich dann auch wieder als Problem herausstellte, da wir keine zwei Tische hintereinander bekamen. Was sich alles so für Probleme beim Saufen auftun. Wir haben es dann einigermaßen gemanagt das wir alle saßen und jeder was zu trinken bekam. Das bestand dann aus Becks und nicht aus Hefe Weizen, was mich zu einer kleinen Träne veranlasste. Die aber nach dem Konsum der ersten paar Schlucke wieder verschwand. Becks war zwar ein Ersatz, aber ein Hefe gehört irgendwie zum Thanner’s wie Jessica Alba an meine Seite Sommer und Grillen. Während wir also saßen und lustige Anekdoten austauschten kam eine kleine Gruppe an Polizisten die Straße hoch. Sie gingen sogar in Reihe was alle sehr verwunderte und den einen oder anderen zu dummen Sprüchen hinreißen ließ. Ich verkniff mir jegliche Kommentare, da ich dann doch den Schlagstock fürchtete. Der seltsame Auftritt offenbarte sich aber erst später, als dann noch mehr Polizisten, eine kleine Gruppe Demonstranten und noch ein paar mehr Polizisten mit Fahrzeugen aller Art auftauchten. Die Gruppe an Demonstranten war sehr übersichtlich. Die Anzahl an Polizisten war größer. Das Recht auf Versammlung ist ja schön und gut, aber ich möchte mal wissen was diese Winzdemonstration an Steuergeldern gekostet hat? Die Demonstration hatte das Thema gleichgeschlechtliche Liebe und mehr Macht den Frauen. Auch das ist schön und gut und wer dafür demonstrieren will dem sei es gelassen. Wie man dann nun mal so ist bei einem Junggesellenabschied, angetrunkne und in fantastischer Laune, lässt man ja auch mal den einen oder anderen blöden Spruch. Mal ablehnend, aber auch mal zustimmend. Es gab alles. Das war den Demonstranten aber egal, denn sie zeigten uns alle den Mittelfinger und beschimpften uns. Ich dachte ich höre nicht richtig. Was sollen denn solche Aktionen frage ich mich da? Auf der einen Seite demonstrieren sie für ihr Sache und dann zeigen sie den Zuschauern den Mittelfingern. Dann sollen sie doch in ihrer Wohnung demonstrieren, wenn sie keine Kritik ab können oder von mir aus auch im Waschkeller des StuWos. Oder auf dem Euzenberg. Da kostet es dann auch dem Steuerzahler nicht so viel Geld, wenn ein paar Idioten ihre Meinung kundtun die keinen interessiert. Ich habe nichts gegen Polizeieinsätze und gegen Demos. Aber beschimpfen lassen muß ich mich von solchen Demonstrations-Nazis auch nicht, wenn ich in Ruhe mein Pils trinken will! Nun ja, Florian hatte mittlerweile ein paar Kommilitonen getroffen, die sich uns kurzer Hand anschlossen. Andre hin gegen war dann plötzlich drinnen und hatte da Jemanden getroffen mit dem er Tequila Sunrise trank. Ist klar geworden, denn normales Bier haut ja nicht so schnell rein, da müssen erstmal ein paar Cocktails in den Schero gekloppt werden. Mit diesem leckeren Getränk ging es dann nach draußen und dort wurde dann zum Aufbruch getrunken. Andre schaffte den Cocktail aber nicht mehr und gab ihn mir. Als ich kurz nicht aufgepasst hatte war das Glas leer. Jemand hat ihn in meiner Hand ausgetrunkne. Die anderen behaupten zwar das ich es selber gewesen sein, aber ich glaubte ihnen kein Wort.

Die ganze Aufregung war vorbei und wir wollten weiter. Nachdem circa drei Runden den Schlund hinunter gelaufen sind, gab es eine Standortverlegung. Eigentlich sollte es weiter in Richtung Stadt gehen, aber wir kamen am Schröders vorbei, wo wir dann auf Christian H. trafen. Also bleiben wir dort kurz stehen und tranken weiter Bier. Das Schröders ist eine Kneipe die ich vorher immer gemieden habe, weil sei mich einfach nicht ansprach. Die Leute die wir da trafen waren aber allesamt recht nett und auch hübsch. Aber das war eigentlich schon egal, da wir alle extrem gut drauf waren. Man mischte sich unter das Volk und verwickelte sich in Gespräche. Das klappte soweit ganz gut und als Pils gab es Jever. Sehr zu meinem Geschmack. Ich machte hauptsächlich Fotos, da mir Konversation mit fremden hübschen Frauen nicht so lag. Mein Zeitfenster war noch nicht wieder da. Ich mußte auch übrigens feststellen, das ich an einem Abend mehrer Zeitfenster hatte. Nachdem ich die Fotos sondiert habe, sind mir da ein paar wundervolle Schnappschüsse gelungen. Die niemals an die Öffentlichkeit gelangen dürfen!

Damit es nicht zu sehr ausartete zogen wir weiter. Christian ist übrigens auch schon gegangen und gab mir noch den Hinweis, das wir am nächsten Morgen früh starten würden. Er gehörte auch zu der Truppe vom Junggesellenabschied von Jens. Ich nahm mir den rat zu Herzen und vergaß ihn gleich wieder. Was Bier und die Aussicht auf Bier so alles anrichten kann. Unsere nächste Station hieß MaxL, eine kleine Bar/Cafe/Erlebnisgastronomie. Ich ging hier mal gerne hin, was einzig und allein an einer Bedienung lag. Sie war sehr hübsch, fiel genau in mein Attraktivitätsmuster und lächelte mich und bestimmt jeden anderen Gast immer so nett an. Leider traute ich mich auch hier nie sie anzusprechen. Daher hoffe ich irgendwie das ich sie irgendwann mal im MaxL wieder treffen würde. Aber das sind wohl Luftschlösser, da sie wohl damals schon Studentin war und nun bereits Oberärztin in der Hamburger Charitè. Oder so. Zu meiner großen Überraschung war sie nicht da und dabei wollte ich sie heute bestimmt ansprechen. Also ertrank ich meinen Frust im Alkohol. Da ich schon stramm war machte es auch nichts mehr. Wir schwenkten erneut um auf Becks. Bei herben Bieren ist dann die Kopfschmerzgefahr eher niedrig. Wobei es mittlerweile eh egal war. Bei mir jedenfalls. Ich war mir sicher am frühen Samstag Vormittag schon wieder Bier zu mir zu nehmen, was einen dann die Kopfschmerzen auf ein Mal vergessen ließ. Die Überschüttung an Glückshormonen halten die Kopfschmerzen nicht stand. Auch hier wurde wieder in lockerer Runde zusammen gesessen, Scheiße gelabert und Bier getrunken. Das hört sich zwar hier nicht im entferntesten lustig an, war es aber alle Mal. Ein Problem ist, das bereits hier leichte Gedächtnislücken eintreten. Daher schreibe ich jetzt einfach mal, das die Runde erneut aufbrach und weiter zog. Seltsamerweise führte unsere Bahn uns in Richtung Alpenmax oder was auch immer dahinter lag.

Auf diesem Weg passierten wir eine Kneipe in die ich schon immer mal einfallen wollte, es mich aber nie getraut habe, da dort eher älteres Publikum verkehrte. Warum sollte man also nicht den Junggesellenabschied dazu missbrauchen. Rein in die Bude und ordentlich bestellt. Betritt man mit der Aussage „15 Bier, bitte!“ eine Kneipe ist man immer gern gesehen. Wir besetzten einerseits einen großen Stammtisch und andererseits belagerten wir die Theke. Man muß halt alle wichtigen strategischen Positionen bedecken. Außerdem machten wir uns kollektiv über die angebotenen Knabbersachen her. Da leider nicht genügend Schalen zur Verfügung standen wurden dann die Leckereien auf den umher liegenden Zeitungen verteilt. Das mag vielleicht nicht unbedingt appetitlich sein, aber besser als wenn man die Salzstangen auf dem Tisch verteilt. Wie man hier sieht wurden schon wieder grundlegende Regeln bei Kneipenbesuchen außer Acht gelassen. Niemals in die Schüssel mit den Knabbereien greifen. Sonst bekommt man schnelle Genitalherpes als einem lieb ist! Wenn also nun genügend Bier konsumiert wurde wird auch schnell mal zum Gesang gegriffen. Wie es vielleicht schon bekannt sein sollte, singt der zukünftige Bräutigam recht gerne. Besonders deutsches Leidgut hat es ihm angetan. Ich muß hier nicht extra erwähnen, das es sich um politisch reines Liedgut handelt. Besonders beliebt „Das Lied der Niedersachsen“. Es gehört auch zu meinen wenigen deutschen Favoriten. Während der Großteil also am Stammtisch saß und aus vollem Halse Lieder schmetterte machte Andre sich Gedanken über den weitern Verlauf des Abends. Er entschied dann mehr oder weniger spontan, das wir noch in das Moonlight gehen sollten. Also wurde kurzer Hand eine Kutsche gerufen, die alle Anwesenden aufnehmen konnte. Während der Wartezeit verkaufte Florian munter weiter seine Schnäpse. Seltsamerweise bot er seine Küsse gar nicht mehr feil. Was auch erschwerend hinzu kam war das Schnäpse der Marke Löwentor und Euzenberger im Überfluß vorhanden waren, wohingegen die süßen Dinger bald aus dem Jute-Beutel entschwanden. Pech für die Käufer, denn sobald sie sich den Schnaps in den Schlund schütten würden, würden sie ihr blaues Wunder erleben. Der direkte Vergleich zum Gurgeln mit Domestos biete sich hier an für jungfräuliche Kehlen. Wer jetzt etwas perverses gedacht hat, möge bitte hinter den Strafmasten gehen und sich schämen!

Die Kutsche brachte uns ohne Umwege zum Moonlight, den älteren Veteranen noch als Lecatier bekannt. Das Moonlight ist, sagen wir mal eine exotische Tanzbar, mit Aluminium Stangen auf der Theke. Und was dort passiert, das werde ich nun feinst säuberlich niederschl§$%)“§§

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Wieder raus aus dem Moonlight genossen alle die frische Nachtluft. Es war nett, das muß man schon mal zugeben. Philip stieg die ganze Sache aber dann doch ein wenig zu Kopf und er erklomm ein Bushaltestellenschild. Die Dinger sind nun nicht gerade niedrig und ich reif mir schon mal die 5 W in den Kopf die man bei einem Notruf herunterrattern muß. Das Taxi kam recht bald und es gab nur ein Ende für diesen Abend. Das Alpenmax lockte mit seinen alkoholischen Rufen. Andre entschied sich dann den Heimweg anzutreten, da er am nächsten Tag relativ früh aufstehen wollte, er nahm dann noch Florians zukünftigen Schwager mit, der zwar nicht so früh raus musste, aber nicht mehr so frisch aus der Wäsche gucke. Vokke wollte sich auch anschließen, aber nachdem er erfahren hatte, das es wohl zu Florian gehen würde und nicht ins Eichsfeld entscheid er sich für das Alpenmax. Das Alpenmax ist eine Stätte die anscheinend eine Gedächtnisentzugsmaschine installiert hat. Denn ich kann mich an nicht mehr viel erinnern. Ich weiß noch wie Philip sich vor dem Alpenmax zu zwei Mädels setzte die dort anscheinend auf den Bus warteten. Dann waren wir auch schon drinnen.

Und die Gedächtnislücke breitet sich wie ein schwarzer Schleier über mich aus. Als hätte man einen Oktopus unter Wasser erschreckt und dieser hat dann zum Schutz Tinte in das Wasser geschossen. So ungefähr kann man sich meine Erinnerungen an das Alpenmax vorstellen. Ich versuche aber mal darzustellen was ich noch weiß und was ich von Beweisfotos gelernt habe. Florian lief eine ganze Zeit mit einem Tanga auf dem Kopf umher, welchen er wohl aus dem Moonlight mitgenommen hat. Gute Fotos! Weiterhin hatte ich wohl ein intensives Gespräch mit Schnitzel über seine Partnerwahl. Besser gesagt sollte er sich doch mal darüber Gedanken machen, sonst würde er am Ende noch ein weblog über seine Wochenenden schreiben als Junggeselle enden. Wir sind da immer sehr unterschiedlicher Meinungen, was immer für Diskussionsstoff sorgt. Vokke hat mal wieder alles gegeben und ist an einem Stehtisch eingeschlafen. Aber er hat nicht die Krone des Strammsacks des Abends bekommen. Die wurde intern dem Pennekamp überreicht. Die Fotos die ich auf meinem Apparat gefunden habe sprechen eindeutig für den Titelgewinn. Und bevor Fragen auftauchen, Nein, ich stelle die Fotos nicht online!

Kommen wir nun zu Gerüchten die über den Alpenmax Aufenthalt verbreitet werden. Ich soll getanzt haben. Halte ich allein deswegen schon für ein Gerücht, da entsprechende Zeitungsmeldungen über Polizeieinsätze und Massenhysterien fehlen. Außerdem litt ich ja an Amnesie, mit welcher ich bestimmt nicht mehr hätte tanzen können. Die Zeit des Aufbruchs kam auch irgendwann, doch davon weiß ich nichts mehr. Auch nicht wie viel ich bezahlt habe oder ob ich überhaupt bezahlt habe. Aber ein Blick auf meinen letzten Kontoauszug bestätigte mir das und trieb mir ein bis zwei Tränen in die Augen. Ebenso entzieht sich die Rückfahrt und auch der Weg zu mir nach Hause meiner Aufmerksamkeit. Ein gelungener Abend also!

Der Wecker klingelte gnadenlos um 0815 Uhr. Ich öffnete meine Augen und fragte mich wie ich denn in das Bett gekommen bin. Und vor allem um wie viel Uhr das gewesen ist. Alles Fragen die ich alleine nicht beantworten konnte und daher entschloß ich mich dazu noch ein wenig liegen zu bleiben. Friede würde mich eh erst gegen 0930 Uhr abholen und bis dahin war ja noch ein wenig Zeit. Es sollte zum Junggesellenabschied Nummer Zwei gehen. Jens H. war diesmal dran. Zelten und Kanu fahren stand auf dem Plan. Und Unmengen an Bier trinken. Eine halbe Stunde später klingelte mein Wecker erneut und ich stellte fest, das ich jetzt aufstehen mußte. Doch das war schwerer als ich ursprünglich angenommen hatte. Bevor ich mich in meiner Umwelt zu Recht fand verging circa eine Viertel Stunde und es läutete Jemand an der Tür. Es war Friede und ich wollte gerade unter die Dusche gehen. Ich berichtete ihm kurz den Umstand und bevor er noch anfangen konnte zu lachen, war ich bereits unter der kalten Dusche. Die tat so gut, das ich gar nicht lange brauchte um hellwach zu sein. Das Gefühl von Nüchternheit stellte sich rapide ein und ich stellte erneut fest, das ich meine Schuhe in Esplingerode vergessen hatte. Also fuhren wir ohne Umschweife dorthin. Auf der Fahrt entschuldigte ich mich bei meinem Mitfahrer Bernward und machte das ganze wieder gut indem ich eine Flasche Pils für Jeden mit raus brachte. Auch für den Friede der sich ja anschickte unser Gefährt zu lenken. Er versicherte mir, das er am Vorabend nichts getrunkne hatte. Ich glaubte ihm jedes Wort und erfreute mich über meine Schuhe und über das eiskalte Bier, welches ich direkt aus dem Kühlschrank genommen habe. Vielleicht würde das helfen das seltsame Gefühl in meinem Körper hinaus zu befördern. Oder aber es bringt mich in einen zustand in dem mir das Gefühl vollkommen egal ist.

Nun gut, das Auto fuhr also in Richtung Witzenhausen und ich saß im Fahrgastraum und trank Bier. Die Uhr zeigte mittlerweile 1000 Uhr an und das Brötchen, welches ich mir als Vorsorge in meinen Magen extrahiert hatte Friedes Auto voll gekrümelt. Dafür machte er mir natürlich die Hölle heiß und aus lauter Leichtsinn, erlaubte ich ihm in meinem neuen Auto auch mal ein Brötchen zu essen. Entweder kaufe ich mir kein neues Auto oder aber werde die Brötchen abschaffen. Mal gucken was sich leichter zu bewerkstelligen ist. Unterwegs hielten wir dann noch bei einem Schlachter an, wo Friede vorsorglich 5 kg Mett bestellt hatte. Und da es ein Schlachter im Osten war gab es nicht nur Fleisch im Verkaufsraum, sondern auch Bier. Welches ich sehr begrüßte, denn das von zu Hause mitgebrachte Getränk war schon zu Ende gegangen. Das Mett bestand mit ziemlicher Sicherheit aus 30 Prozent Knoblauch und machte mich ein wenig hungrig. Aber ich mußte mich noch ein wenig gedulden. Dummerweise war nämlich noch nichts da auf das man das Mett hätte schmieren können. Ich überlegte erst es auf meine Handfläche zu schmieren, entschied mich aus hygienischen Gründen aber dagegen.

In Witzenhausen angekommen fanden wir recht schnell den Zeltplatz und uns selber von Camping Nazis umgeben. Wie ich nun schon wieder ein so schlimmes Wort verwenden könne, lässt sich leicht erklären. Wir enterten den Zeltplatz mit Friedes Horch und bogen einen Feldweg zu früh ab. Schnell fanden wir uns in semi-befestigten Wohnwagenbereich inklusive Jägerzaun und Terrasse wieder. Wir bemerkten unseren Irrtum und drehten am Ende dieses Weges. Auf dem Rückweg, welcher nur im Schritttempo beschlichen wurde, wurden wir dann sofort von der Seite angemacht. Dort saß ein gar nicht mal so altes Camping-Nazi Ehepaar beim Frühstück und der Mann schnauzte von der Seite das wir doch langsamer fahren sollten. Heiland, so muß es im dritten Reich gewesen sein. Irgendein Vollidiot der entweder auf der Arbeit ein kleiner Niemand ist oder aber seit Jahren kein Sex von seinem Eherochen bekommen hat wird auf die Allgemeinheit losgelassen und darf sie grundlos anschnauzen. Eigentlich sollten einem solche Leute leid tun. Tun sie mir normalerweise auch, aber da ich eh schon schlechte Laune wegen einem nicht erwähnten Ereignis kurz vor der Abfahrt hatte und mittlerweile schon zwei Pils auf die Rest vom Vorabend gekippt hatte. Malte ich mir aus, was man denn mit solchen Vollpfosten alles machen könnte. Ich erspare hier mal die Ausführungen. Allerdings sollte man der lokalen Quad-Gruppe Bescheid geben, das sie doch mal eine Ehrenrunde durch die Straße machen sollten. Es geht doch nichts über Zwei-Takter, die bis zum Anschlag aufgedreht werden. Da hat sich dann was mit der Ruhe und dem „Langsam!“. Heil Camping Platz!

Die Aufregung war schnell wieder verflogen, als wir dann unseren Platz erreicht haben und die Zelte aufgebaut hatten. Besser gesagt fingen Friede und ich erstmal an, denn der Rest war noch nicht da. Rollte aber wenige Minuten später auf den Camping Platz. Wie man so hörte hatten sie auch Bekanntschaft mit dem Nazi auf der Nachbarschaft gemacht. Wir machten das Beste draus und machten uns darüber lustig. Die Begrüßung war wie immer sehr herzlich. Und Jens freute sich uns zu sehen. Es bleib ihm ja auch gar nichts anderes übrig. Doch mit Bier trinken war nun erstmal Schluß, denn es stellte sich heraus, das einige mit den Autos zur Ablegestelle der Kanus fahren mußten, da keiner im Bus des Kanubesitzers mit fahren durfte. Warum verstand keiner so recht, aber wir mußten mit der neuen Situation leben. Da ich mit Friede das Versorgungsfahrzeug machte, wurde ich kurzer Hand als zweiter Fahrer verpflichtet heiß im Klartext, das ich erstmal kein Bier zu trinken bekam. War vielleicht gar nicht so schlecht, denn so würde ich abends bestimmt länger durchhalten. Auch wenn diese plötzliche Umstellung des Körpers so viel bedeutet wie kalter Entzug, doch da würde ich schon durch kommen.

Ohne große Umschweife ging es dann zur Ablegestelle nach keine Ahnung. Ich war noch ein wenig im Tran und es war mir auch egal, wo die anderen ablegten. Ich mußte mir nur einigermaßen den Weg merken. Die tapferen Bootsfahrer wurden standesgemäß mit Schwimmwesten ausgestattet die sehr seltsam am Gemächt saßen. Ich war dann doch froh, das ich das Versorgungsfahrzeug gewählt hatte. Kanu fahren ist eh nicht so das Richtige für mich. Außerdem wollte ich ja Fotos machen und technische Gerätschaften und Wasser vertrugen sich nicht wirklich. Als allererstes mußte eine Schleuse überwunden werden. Und das war so ein Teil, welches noch per Hand betätigt werden mußte. War schon sehr interessant wie das alles so funktionierte. So langsam bekam ich auch wieder einen klaren Kopf und die Sonne die von oben auf meinen Schero brannte tat der ganzen Sache nicht wirklich gut. Ich hatte geradezu Angst, das ich dehydrierte. Normalerweise schaffe ich dem ganzen Abhilfe durch ein gekühltes Bier, aber ich mußte ja noch Auto fahren. Nachdem dann die Schleuse passierte wurde, fuhren Friede und ich zurück zum Zeltplatz um diesen dann verschlossen vorzufinden. Aha, im Camping Nazi Staat herrscht also Mittagsruhe. Warum auch nciht. Dann schleppen wir halt die laut klimpernden Bierkiste quer über den Platz. Ist bestimmt besser als wenn man im Schleichgang über den Rasen fährt. Vollgepackt ging es nun die erste Verpflegungsstation anzufahren. Und das war gar nicht so leicht, denn wir mußten die Süßwasserpiraten erstmal auf der Werra finden. Friede nahm eine Route recht nah am Wasser entlang und schließlich fanden wir sie auch. Allerdings waren sie schon weiter gekommen als wir gedacht hatten. Somit zogen wir sie kurzer Hand an einer Eisenbahnbrücke heraus. Landschaftlich eine perfekte Wahl, zum Anlegen eher nicht so gut.

Die ersten zwei Boote kamen ganz gut an Land, doch dann kam es zum Eklat. Das Boot in dem Chicki saß kenterte und alle wurden naß. Katastrophe! Der Untergang der Titanic war ein Kinderspiel dagegen. Chicki schrie herum wie eine Frau. Kennt man die Folge von den Simpsons wo heraus kommt das Flanders wie eine Frau schreit? So ungefähr kam mir diese Situation vor. Nebenbei gab es noch Beschimpfungen wie man sich denn eine solche Stelle zum Anlegen aussuchen konnte. Außerdem tat noch sein Knie weh. Dies alles wurde dann recht zynisch von Kalle S. kommentiert. Nach dieser kurzen Einlage stärkten sich alle und alles war wieder gut. Chicki zog sich übrigens zum an dieser Stelle zum ersten Mal um. Es gab Bier und Baguette mit Knoblauch Mett. Zum Glück aßen alle davon, somit konnte sich keiner beschweren, das sein Gegenüber Mundgeruch hätte. Doch für mich gab es kein Bier, denn es mußten ja noch zwei Autos nach Hause gebracht werden. Diesmal war ein Golf dran. Dann ging es wieder zum Zeltplatz und die Vorräte wurden aufgefüllt. Diese Pendelei ging einem ernsthaft auf den Kranz, aber man konnte nicht dran ändern. Ein Auto stand noch da und wir mußten ja noch eine Verpfelungsstation machen. Diese wurde auch ohne Umschweife angefahren und verlassen vorgefunden. Ich hielt dann vorerst die Stellung und Friede begab sich dann auf die Suche. Kurze Zeit später tauchten dann die Boote hinter einer kurve auf. Wie man dann so mitbekommen hat, sind noch ein paar mehr Boote gekentert. Was auch nicht ausblieb. Neben dem üblichen Scheißegelaber am trockenen Ufer wurden dann auch glaich Pläne geschmiedet wer denn als nächstes in das Wasser geworfen werden sollten. Ach ja Jens hatte mittlerweile einen recht eindrucksvollen Badeanzug an. Ich hoffe ich werde bei meinem Junggesellenabschied nicht so vorgeführt. Nachdem dann abgeklärt wurde wer alles noch nicht baden gegangen war und wer nun in das feuchte Naß tauchen sollte, ging die Fahrt weiter. Für die Kanu Lumpis bis zum Zeltplatz und für Friede und mich ein letztes Mal zum Auto holen. Es gab zwei Gründe warum ich mich darauf freute. Grund eins war der wichtigste. Danach konnte ich mir ein paar Bierchen rein ballern. Grund zwei war das ich auf der letzten Tour Morchel seinen 320er Mercedes nach Hause chauffieren durfte. 6 Zylinder die ordentlich Dampf machen. Daran könnte ich mich durchaus gewöhnen. Ordentlich Druck und einen sparsamen Verbrauch. OK, eine der beiden Aussagen ist gelogen, aber welche wird nicht verraten. Auf dem Zeltplatz bestätigte mir Friede, das mir das Auto durchaus stehen würde. Weiß er etwas, was der geneigte Leser nicht weiß?

Viel besser war aber die Tatsache, das das Auto fahren jetzt ein Ende hatte und ich mir Bier in den Kopf hauen konnte. Das war eine wahre Wohltat und nachdem ich dann ein schattiges Plätzchen gefunden hatte und mir das Bier literweise in den Kopf hauen wollte, kamen dann die Kanu Truppen vom nahe gelegenen Ufer angekrochen. Die Fahrt schien anstrengenden gewesen zu sein. Da jeder mal mit anpackte standen im Handumdrehen Bänke und Tische. Der gemütliche Teil des Abends hatte begonnen. Der Grill wurde angeschmissen und das Bier lief in Strömen. Zum Glück gab es keinerlei Schnaps, was sehr von Vorteil war, denn nach den schlechten Erfahrungen vom Vorabend wollte ich keinen mehr trinken. Das hätte eh wieder nur böse geendet. Die Würstchen und Steaks würden auch so verdaut werden. Wo wir gerade beim Thema sind. Das Essen vom Grill war sehr lecker. Und was sehr auffällig war die Abwesenheit von Salat. Und es vermisste auch keiner wirklich diesen Salat. Das macht halt eine reine Männerrunde aus. Keiner fragte auch danach. Irgendwann fiel es Jemanden halt auf, das gar kein Salat da wäre. Da waren aber auch schon 8 Kilo Fleisch vernichtete worden. Vom Bier wollen wir hier mal gar nicht anfangen.

Mit beachtlicher Verspätung tauchte dann auch der Sense auf. Er konnte an der Kanufahrt leider nicht teilnehmen, wollte dann aber doch mal vorbei kommen. Fand ich eine nette Geste, zumal er nichts trinken wollte. Das konnte ich wiederum nicht verstehen. Aber jeder wie er am glücklichsten ist. Wenn Sense mit am Tisch sitz dann gibt es meistens etwas zu lachen. Vor allem kennt er immer die schärfsten Witze. Die er natürlich vom Bau hat wo er als feiner Herr Diplom-Ingenieur die Oberaufsicht hat. Ein guter Draht zu den Handwerkern ist ja immer gut. Leider kann ich diese Witze aus verschiedenen Gründen hier nicht wieder geben. Man möge mich bei Gelegenheit fragen, dann erzähle ich das gerne. So ging auch weiter das Bier rein. Doch lauter Bier trinken macht ja nicht glücklich. Ich weiß zwar nicht wer das behauptet hat und ich kann das auch nicht unterschreiben, aber der Rest wollte wohl noch in die Stadt durch starten. Nun war es aber leider so, das ich in der ganzen Aufregung am frühen Morgen meine ganzen Sachen zu Hause vergessen hatte. Ein wiederholtes Durchsuchen meines Rucksackes brachte nur Deo und eine Flasche Wasser zu Tage. Somit mußte ich dann also mit den Klamotten in die Stadt die ich an hatte. Eine kurze Hose, ein T-Shirt auf dem zu lesen ist das ich Black Sabbath Fan bin und meine Turnschuhe. Das T-Shirt war mir egal, aber ich hätte dann schon gerne eine lange Hose angezogen, damit fühle ich mich irgendwie sicherer. Kann man aber nichts machen und in Witzenhausen kennt man mich ja eh nicht. Jens hingegen, dem wurden Klamotten mit gebracht. Ein Rock, eine Bluse und eine sensationell Perücke. Im Nachhinein betrachtet, möchte ich die Sachen auch nicht anziehen, also war ich noch ganz gut dran.

Ausgerüstet mit flüssiger Verpflegung ging es dann in die Innenstadt. Dort aber war recht wenig los, welches wir auf den Beginn der EM schoben. Allerdings war dann in der Kneipe in der wir einfeilen auch nicht gerade die Hölle los. Aber sie hatten einen Beamer und zeigten Fußball. So saßen wir also da und guckten dem runden Leder hinterher. Zu meinem Glück gab es eine hübsche Bedienung und Hefe Weizen. Friede dachte gleich mit uns bestellte mir ein Hefe, während ich das übrige Bier erstmal weg bringen mußte. Fängt man mit Weizen an dann nimmt das Schicksal meistens seinen Lauf. Ich saß in einer gefährlichen Ecke. Neben mir Tutz und auf der anderen Seite saß dann Friede. Tutz hatte, wie alle anderen, Mett zum Frühstück gegessen. Und das wirkte sich leider ein wenig auf seinen Verdauungstrakt aus. Ich will es mal so sagen. Seit dem Samstag hat er einen neuen Spitznamen: Mettschiß. Aber zu seiner Entschuldigung war er nicht der Einzige der schlechte Luft verbreitete. Da gab es noch einige mehr. Nebenbei wurde dann von der Allgemeinheit minütlich ein Rülpser als Anwesenheitskontrolle abgegeben. Leider kann ich mich hier nicht heraus nehmen. Aber wenn man schon so viel Bier in sich hinein geplempert hat, dann geht das einfach nicht anders. Außerdem war man ja schon seit geraumer Zeit im Junggesellenabschiedmodus. Friede fragte die Bedienung gleich nach Erdnüssen, die man ja mal einfach so auf den Tisch stellen könnte. Aber davon riet ich ab, denn sobald Friede Erdnüsse konsumiert werden die Schlafrezeptoren in seinem Körper auf das empfindlichste gereizt und ihm fallen sofort die Augen zu. Das sollte doch verhindert werden. Dummerweise gab es dann auch noch Tortilla Chips, welche anscheinend ähnliche Wirkungen auf Friede zu haben scheinen. Er aß ein paar und die Augen wurden schwerer und schwerer. Ich versuchte ihn noch mit ein paar Weizen wach zu halten, aber das Ende war zu sehen. Vorher bestellte er dann noch einen Teller mit Tortilla Chips, die mit Käse überbacken waren und die Geschichte war vorbei. Es war gegen 2120 Uhr da schlief Friede gemütlich in der Ecke. Die Blicke der Bedienung ignorierten wir geflissentlich. Sie wurde an dem Abend eh einer harten Prüfung unterzogen, denn die Geräusch- und Geruchskulisse war nur etwas für hart gesottene. Nachdem nun drei Hefe auf meinem Deckel standen, war mir die kurze Hose auch egal. Wir verließen eh nach Beendigung des Spiels die Lokalität und wollten noch ein wenig die Stadt unsicher machen.

Draußen wurde dann erstmal diskutiert wo man denn och hin gehen wollte. Zu dem Zeitpunkt klingelte mein Telefon und ich vermutet schon den Schnitzel mit einem Lagebericht aus der Werkstatt in dem er mir darlegen würde das Conny wieder da wäre und mich sofort sehen wollte um mit mir den Bund fürs Leben einzugehen. Aber es war der Akki, der ich vom Geburtstag von Noxley anrief und wissen wollte wann ich dort hin kommen würde. Ich mußte ihn enttäuschen, verlangte aber den Noxley und gratulierte ihm. Ich war mir aber nicht mehr ganz so sicher ob die Beiden sich an den Anruf noch erinnern können. Ich mußte mich aber auf das hier und Jetzt konzentrieren und auf die weitere Abendplanung. Es wurde noch diskutiert wo es denn nun hingehen sollte, aber so richtig schlüssig war man sich nicht, so schlugen wir langsam aber sicher den Heimweg an. Damit wollten sich dann aber ein paar nicht zufrieden geben und wir hielten auf dem Marktplatz an. Von dort wurden dann zwei Späher los geschickt. Die kehrten nach einer schier endlosen und Bierarmen Zeit zurück und meldeten, das rein gar nichts los sei. Da bleib uns also nur noch die Rückkehr zum Zeltplatz, wo wenigstens Bier vorhanden war. Der Weg war lang und es war dunkel und ich hatte Durst.

Dort angekommen wurde dann zwar noch mal der Grill angeworfen und das eine oder andere Bier vernichtet, aber so richtig ging nicht mehr was los. Ich war ein wenig verwundert. Was war aus der alten Zeit geworden, in der man noch bis in die frühen Morgenstunden draußen gesessen und Schieße gelabert hat? Anscheinend nichts, denn nach circa einer Stunde verschwanden alle in ihre Zelte. Also öffnete ich mir noch ein Bier und begab mich in meine zugewiesene Unterkunft. Dort breitete ich meinen Schlafsack mit Ärmeln aus und bereitete mich auf eine harte Nacht vor.

Als ich gegen 0400 Uhr das erste Mal erwachte, wurde mir ein paar Dinge klar. Zelten ist nicht mehr mein Ding. Der Boden war knüppelhart. Und ich war definitiv nicht besoffen genug um ohne Isomatte hier zu schlafen. Aber ich machte das Beste draus und döste erneut ein. Zwei Stunden später war es jedoch vorbei, da einige Herren hohen Alters meinten es wäre Zeit zum Aufstehen. Nur weil sie zeitig im Bett waren. Die Geräusche die ich während meiner nächtlichen Wachphasen gehört habe, möchte ich hier lieber nicht beschreiben. Und das waren keine Geräusche der Natur. Es ist schon merkwürdig was manche Leute so alles in ihrer Nase haben. Nach dem Aufstehen und der Akklimatisierung an die frische Luft und die Helligkeit und dem Geschrei der Vögel konnte dann gefrühstückt werden. Und im Anschluß alles wieder abgebaut werden. Irgendwie war Zelten früher besser. Die Heimfahrt war unendlich lang und schlafen konnte ich auch nicht, weil mich der Friede immer wieder wach gemacht hat. Aber als ich mich dann gegen 1000 Uhr noch mal ins Bett legen konnte war ich sehr dankbar. Sonntage sollten eigentlich anders verlaufen.

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