Five weddings and no funeral – Part I

Die Überschrift sagt ja eigentlich bereits alles. Und hoffentlich bleibt es auch dabei das es keine Beerdigung zu den ganzen Hochzeiten gibt. Aber wir wollen mal nicht den Teufel an die Wand malen und uns voll und ganz auf die Hochzeiten konzentrieren. Der aufmerksame Filmkenner wird den Schreibfehler recht schnell entdeckt haben. Aber es sind bereits wirklich fünf Hochzeiten auf die ich in diesem Jahr geladen bin. Hoffentlich haben sich die ganzen Paare auch klar gemacht, was sie sich da eingebrockt haben. Denn allzu schnell gehe ich nie nach Hause und schon gar nicht von einer Hochzeit. Doch bevor wir einen Blick in die Zukunft wagen, bleiben wir in der Gegenwart und konzentrieren unsere gesamte Aufmerksamkeit auf die erste Hochzeit featuring Maren und Sebastian, dem geneigten Leser auch als Keile-Günner bekannt.
Der Tag war schon beim Aufstehen warm. Und in Anbetracht der Abendunterhaltung hatte ich nicht wirklich Lust zur Arbeit zu gehen. Dort hatte ich dann aber schon früh genug blicken lassen, das ich bereits um 1400 Uhr den Hammer fallen lassen würde, damit ich mich noch frisch machen konnte für die Trauung. Schlauerweise habe ich auch gleich mal mein Outlook gepflegt und alle anderen Hochzeiten auch eingetragen. Nicht das die Kollegen auf dumme Gedanken kommen. Somit wurden dann alle Termine auf den Vormittag gelegt. Kaum zu glauben, aber so bekommt man einen Tag auch rum. Ich verabschiedete mich also und nahm noch die guten Ratschläge doch nicht so viel zu trinken mit auf den Weg. Ob ich mich daran halten würde würde auf einem anderen Blatt stehen, welches ich rein zufällig auf der Arbeit vergessen hatte. Draußen lief ich in eine Wand aus Hitze und ich wusste auf der Stelle das die ganze Geschichte eine sehr schweißtreibende Sache werden würde. Der Tag war sonnig und das wünschte ich den Beiden auch von ganzem Herzen, aber mußten es denn unbedingt dazu 30°C im Schatten sein. Und dann erwartet man ja von einem das man im feinen Zwirn aufschlägt. Praktischerweise war die Heizung bei meinen Eltern immer noch kaputt, was mich dann vor das Problem des eiskalten Duschen stellte. Aber dadurch wird man nicht nur frisch, sondern auch der Kreislauf kommt in Schwung. Zwar derart, das man sofort in einen erdnahen Orbit eintauchen könnte, aber der Sonnenschein von draußen wärmt einen schnell wieder auf.

So machte ich mich denn fein rausgeputz auf den weg zur Kirche. In Anbetracht der ganzen Hochzeiten, werde ich in diesem Jahr noch einen Heiligenschein bekommen. Ich kam sogar gerade pünktlich zum Einmarsch der ganzen Hochzeitsgesellschaft. Die zogen gerade in die Kirche ein und wunderte mich schon wo sich denn der Spielmannzug Nesselröden versteckt hat. Ich war auch gar nicht böse, das ich nicht mit in dem Zug gegangen war, denn als Single kommt man sich dann doch ein wenig blöd vor. So kam ich gerade rechtzeitig und konnte mit Schnitzel, Kai, Thomas B. Und Philip auf das Mannhaus verschwinden. Von dort oben hat man auch viel besser den Überblick über die Gesellschaft. Wenig später trafen dann auch die Schaulustigen ganzen Hausfrauen ein, die einfach nur mal gucken wollten. Thomas D. versuchte in der Zwischenzeit die Orgel in Gang zu bringen, was aber fehl schlug und alle in helle Aufregung versetzte. Der Pfarrer ging schon das Brautpaar abzuholen und die Orgel war kaputt. Ich meine Michaela an den Knöpfen herum fummeln gesehen zu haben Wahrscheinlich war es nur ein kleiner technischer Defekt, denn bald war alles wieder im grünen Bereich. Weiterhin fielen meinem Adlerauge auch gleich zwei junge Damen auf, die nicht aus Westerode kamen und als Sängerinnen engagiert waren. Eine davon ging sogar mal in meine Parallelklasse und ich konnte sofort sehen, warum sie denn eine so schöne und laute Stimme hatte. Ich werde hier aber nicht näher darauf eingehen, da wir uns ja im Hause Gottes befinden, wenn auch nur literarisch. Der Pfarrer hatte allerdings vorher ein paar Valium ein geschmissen, so schien jedenfalls seine Sprechgeschwindigkeit vermuten. Besonders die Predigt schien ein wenig wirr durcheinander geraten zu sein. Ich jedenfalls mußte mehrfach gewisse Stücke der Predigt ordnen, damit sie für mich einen Sinn ergaben. Nun gut, der junge kam aus Polen und manche Sachen verstand man nicht sofort und man mußte zweimal nachdenken ob man denn jetzt wirklich das gehört hat, was man denkt das er gesagt hat. Hatte ich übrigens schon die Wärme erwähnt, selbst in der Kirche fing man an unangenehm unter den Armen zu nässen. Als dann die Trauung vorüber war und die Eucharistiefeier begann verlegte ich nach draußen, da ja die Feuerwehr neben anderen Vereinen Spalier stand. Bestellt waren sie pünktlich, aber die Kirche war ja noch nicht vorüber. Ich wollte also eigentlich nach dem Rechten sehen.

Draußen hatte sich schon eine beachtliche Menschenmenge angesammelt und als ich dann berichtete das es erstmal was zu essen in der Kirche gab Kommunion gab, gab es ein kollektives Stöhnen. Ich hatte ja ein wenig Hoffnung in meine Kameraden von der Feuerwehr gesetzt, das sie mir schon einmal ein kühles Bier anbieten könnten, aber die hatten nichts dabei, was ich persönlich als absolute Frechheit empfand. Also hieß es weiterhin Durst haben, dafür konnte man aber ordentlich Scheiße labern, während er Rest gerade trockenen Hostien zu sich nahm. Außerdem gelangen mir auf diesem Wege sensationelle Aufnahmen von Gaudo, der sich als Chauffeur des Hochzeitspaares ausgab und einen sensationellen Frack trug. Endlich war es dann soweit das die Kirche vorbei war und das Brautpaar durch die Kirchentüre schritt. Praktischerweise ließen sie erstmal alle Gäste nach draußen, die sich an dem Parcours der Feuerwehr und des Elferrates vorbei mogeln mußten. Dann erst machten Maren und Günner den Weg frei und kuppelten was das Zeug hielt. Der Elferrat war leider nicht so gnädig und verabreichte den Beiden einen schönen Löwentor. Praktischerweise stand er auch die ganze Wartezeit in der Sonne, welchen ihn ordentlich aufheizte. Bei dieser Temperatur bekommt man am Besten alte Farbe von Tischen ab, die man beim Nachlass von Rommel dem Wüstenfuchs gefunden hat. Löwentor ist schon ein fieses Zeug, doch entfaltet es erst recht seine grauselige Wirkung wenn es bei 33°C getrunken wird. Eher esse ich ein ganzen Glas in Barcadi eingelegt Kirschen. Maren konnte man die Wirkung des Schnaps noch lange ansehen, da sie ihn anscheinend sehr lange verdaute. Günner hingegen schmiß munter seinen Gold Cent-Stücke in die Menge, die von den Kindern begeistert aufgesammelt wurden.

Endlich ging es dann los um zu dem feierlichen Teil überzugehen. Doch halt, zunächst mußten wir ja nach Seulingen kommen. Schnitzel fuhr und wir mußten erneut auf Kai Hawai warten, der wie immer noch etwas von zu Hause holen mußte. Warum wird da nicht von Anfang an dran gedacht. Wir verpassten aber nicht viel und konnten uns der Autokolonne nach Seulingen anschließen. Auf Grund des Blumenschmucks auf dem Brautwagen ging es eh nicht so schnell vorwärts. In Seulingen wurde dann schnell geparkt und sich den Gratulationen angeschlossen. So war das perfekt. Die Menschenmenge war noch nicht allzu groß und es ging zügig vorwärts. Kurze Zeit später hatte man dann schon ein Sekt in der Hand. Nun ja, begeistert war ich davon ja nicht, da Sekt zu den Getränken gehört, die ich eher ablehne, aber zum Anstoßen kann man ja kein Hefe Weizen in der Hand halten. Das habe ich mal bei der Hochzeit von meinem Cousin gemacht und dafür einen Einlauf von meiner Mutter bekommen. Also wanderte der Sekt rein, recht fix, damit auch früh genug frei bin für die erste Runde Pils. Der Smalltalk startete ohne Umschweife. Ich machte Hüfte ein paar Komplimente über ihr Outfit, da sie sich schon wieder aufregte, das ihr Kleider nicht stehen würden. Und dann stand Gaudo neben mit und goß mir ein weiteres Glas Sekt ein, gegen welches ich heftigste protestierte. Zu Recht, denn kurze Zeit später kam meine Lieblings-Ramona, auch hier wieder nicht die Bedienung vom Schützenfest, mit einem Tablett Bier aus der Halle. Tolle Wurst und ich mußte Sekt trinken. Ich bis also die Zähne zusammen und goß die Plörre in mich rein um dann im gleichen Atemzug Ramona das letzte Pils vom Tablett zu nehmen. Ja, es sah gierig aus, aber bei der Hitze ist alles entschuldbar gewesen. Es waren draußen mittlerweile gefühlte 68°C und meine Kehle verlangte nach etwas anderem als diesem Brausewasser. Das Bier kam genau Richtung und war gut temperiert. Nachdem dann also die Sekttrinkerei überstanden war konnte man ja mal einen Blick in das Innere werfen. Wie man im Vorfeld munkelt gehört hat, wurden Platzkärtchen verteilt. Ein wenig habe ich ja bei so was Angst, das da immer gewisse Fäden gezogen werden. (Meine Mutter fragte beispielsweise gleich am nächsten Tag nach meiner Tischdame!) Aber hier gab es Entwarnung, ich war in der Trinkerecke untergebracht. Außerdem hatte man direkten Blickkontakt mit der Theke.

Wieder draußen angelangt mußten Maren und Sebastian erstmal den obligatorischen Baumstamm durchsägen. Wie schon erwähnt waren es mittlerweile gefühlte 73°C. Da macht sägen Spaß und vor allem noch mehr wenn um einen herum nur Neunmalkluge stehen und kluge Sprüche machen. Ich nehme mich da nicht heraus. Aber auch diese Hürde schafften die Beiden, vor allem weil Maren eine mitdenkende Braut war. Sie merkte irgendwann das Günner das ganze recht ernst nahm und holte ihm Bier. Da merkt man dann das man die Richtige gewählt hat. Nachdem dann dieser Akt auch hinter sich gebracht war, wurde man dann gebeten doch Platz zu nehmen um bald mit dem Essen anzufangen. Sehr gute Idee und ich begab mich direkt zur Theke. Nicht um mich dort häuslich nieder zu lassen, sondern um erstmal zu überprüfen, ob denn dort auch genügend Platz war. Die Theke bestand meine Prüfung und somit konnte ich mich zu meinem zugewiesenen Platz begeben. Es folgten die Ansprachen und danach wurde zum Sturm auf das Bufett geblasen. Es ist ein wahres Phänomen. Zunächst traut sich keiner, aber wehe der Anfang ist gemacht, dann kann man schön in der Schlange stehen. Dabei teilte sich die Schlange auf in Hochzeitssuppe und Hauptgerichte. Der Vorspeisentisch wurde relativ verwaist über gelassen. Ein Zeichen für mich das ich mich zunächst daran gütlich tun sollten. Eine sehr weise Entscheidung, denn an Vorspeisen gab es reichlich und sehr leckere Sachen. Man darf sich ja auch den Teller nicht so voll knüppeln, denn sonst kann man kein zweites Mal los gehen. Ich war also relativ sparsam, wollte ich doch noch Hauptgerichte probieren. Und meine Rechnung ging sogar relativ gut auf. Als ich dann bei den Hauptgerichten an stand war dort auch relativ wenig los. Alles war sehr lecker und verführte zum Überladen des Tellers. Doch im Hinterkopf wurden schon drohend die Warntafeln hoch gehalten. „Denk an das Bier!“ oder „Bloß kein Schnaps!“ oder „Das was rein geht will auch wieder raus!“ waren dort zu lesen. Ich war also vorsichtig. Vor allem als dann das Essen beendet war. Aus Erfahrung wissen wir ja, wie gerne dann mal mit einem Schnaps umher gegangen wird. Ein Teil flüchtete nach draußen. Ich probierte es diesmal mit der Flucht nach vorn. Es ging direkt an die Theke, wo ich dann mit dem Gaudo zusammen stieß.

Wir entschlossen uns dazu der Schnapsbrigade voraus zu eilen und die Flüchtlinge die sich den sicheren Standort außerhalb des Bürgerhauses sichern wollten, mit Schnaps zu versorgen. Ich weiß, das ist gemein, aber mit mir wird meistens auch nicht anders verfahren. Also bestellten wir an der Theke ein Tablett mit Pils und ein Tablett mit Kotzo. Ein weiterer Vorteil ist, wenn man am anderen Ende des Schnapstabletts steht, hat man vielleicht noch Hoffnung keinen mehr ab zu bekommen. So jedenfalls war mein Plan. Und er ging auch ganz gut auf, denn draußen wurden einem die Kotzos nur so vom Tablett gerissen. Leider dachte Gaudo mit und überließ mir die Hälfte von seinem Kotzo. Mit Worten konnte ich gar nicht ausdrücken wie dankbar ich war. Aber schön kalt war er. Also machte ich kehrt Marsch und besorgte ein weiteres Tablett, diesmal mit gemischten Sachen. Auch dieses Tablett wurde schnell leer gefegt. Ich wollte ja nun eigentlich Schluß machen, aber dann traf mich der strafende Blick von Patrizia ob ich denn sie und die anderen Mädels vergessen hätte. Das alte Lied, eine hübsche Frau, ein Wunsch und ich kann wieder nicht ablehnen. Also machte ich ein weiteres Tablett, nur für die Damen voll. Nebenbei trank ich weiter Bier, denn das ganze hin und her gerenne bei der Hitze spielte meinem Flüssigkeitshaushalt böse mit. Hätte ich einen Mechaniker neben mir gehabt, hätte er mir bestätigt das ich runter bis auf die Hälfte wäre und dringen Nachschub benötigte. Das Bier war angenehm kalt und benetzte meine Speiseröhre nur. Ich glaube der Großteil wurde gleich zur Kühlung des Körpers eingesetzt, was sich auch in den äußerst seltenen Besuchen der sanitären Einrichtungen bemerkbar machte. Man kann also aus allem einen Vorteil ziehen.

Als ich dann also mit einem vollen Tablett Kotzo wieder zurück bei den Damen war, waren die Damen weg. Sie waren zum Gruppenfoto aufgestellt und konnte so nicht weg. Derart enttäuscht wurde ich fast in Versuchung geführt und hätte mir das Tablett beinahe selber rein gefegt. Auch das Mitleid der umstehenden hatte ich auf meiner Seite. Doch die Rufe schallten schon herüber das sie gleich da wären. Und es muß eine wundersame Vermehrung gegeben haben, denn plötzlich reichten die zuvor genaustens abgezählten Schnäpse nicht mehr. Was macht da als Gentleman? Genau man verteilte die Schnäpse und geht erneut zur Theke um Nachschub zu holen. Zum Glück kannte man mich an der Theke schon und stellte keine dummen Fragen mehr. Timo war sogar diesmal dazu bereit mich mit einem zweiten Tablett zu begleiten, da nicht mehr alle Gläser auf ein Tablett gepasst haben. Es wurden nun auccuh keine genauen Zahlen mehr bestellt, sondern nur noch was drauf ging. Und schon waren alle zufrieden. Es wurde sogar gewartet, bis ich wieder da war mit dem Trinken, was dann einen leichten Schnapsüberschuß bescherte. Aber ich hatte nicht die geringste Angst, die Damen das alle bekommen würden. Es gab dann noch ein Hoch auf die Mädchentruppe und das Zeug wurde hinunter gekippt. Leider blieb dann noch ein Kotzo für mich über, weswegen ich mit trinken mußte. Wäre dann mein erster richtiger Schnaps gewesen.

Nun folgte eine Zeit in der man hauptsächlich an der Theke stand. Außerdem fiel dem Großteil auf, das Schmierpopel mal wieder aus dem Rahmen fiel. Er war als Elferratsmitglied geladen und hatte unter seinem Jacket ein Hemd an, welches zwar Teile von weiß enthielt, aber zum größten Teil nicht als weißes Hemd durchging. Außerdem hatte er schon früh das Jacket ausgezogen und die Fliege entfernt. Eigentlich alles grobe Vergehen gegen den Verhaltenskodex des Elferrates, aber Schmierpopel was das alles egal. In seiner ihm eigenen charmanten Art machte er uns deutliche, das er das dürfe. O-Ton: „Seid ihr total bescheuert? Ich bin im Vorstand, da darf ich das!“ Dazu noch ein Schmierpopeltypisches Lachen und es gingen einem alle Argumente aus. Ich war ja der Meinung das der ebenfalls und korrekt gekleidete Präsident ein Strafmaß festlegen sollte. Aber dazu ist ja zu gegebener Zeit vielleicht noch was zu zu sagen. Auf jeden Fall wurde es fein säuberlich notiert und ich hoffe dieses Logbuch wird als Beweismittel zugelassen. Nun ja, man stand also hier mal und da mal und trank immer jede Menge Bier. Erwähnte ich schon das es unglaublich warm war und man seinen Flüssigkeitshaushalt auf Vordermann halten mußte? Falls nicht, dann weiß man ja jetzt Bescheid.

Ich nutze auch die Gelegenheit mich mal an die Tische zu begeben, schließlich kannte man da ja auch ein paar Leutchen. Ich setzte mich mal zu Michaeladie ich ja immer noch im Verdacht habe, die Orgel sabotiert zu haben und Ellen und unterhielt mich ein wenig mit den Beiden. Doch gelegentliche Auftritte unterbrachen uns und ich schritt wieder zu meiner Tätigkeit als Fotograf zurück. Bei Hochzeiten und ähnlichen Familienfeiern wird es ja manchmal mit den Aufführung ein wenig übertrieben. Dann soll noch ein Lied gesungen werden oder mal Tanzspiele mitgemacht werden oder aber man darf sich vor allem zum Drops machen. Doch hier waren die Auftritte gut abgezählt und störten in keinem Fall. Zunächst gab es eine Aufführung von drei Hennen, die wirklich gut war. Wenig später kam dann ein Auftritt der Clique. In Anlehnung an Günners Beschäftigung bei Vater Staat wurde eine Parodie auf einen Marsch mit Gesang gemacht. Ich war dabei in beratender Tätigkeit bestellt und gab Philip, der wie immer den Ton angab ein paar Tips, wie man Befehle richtig gab. Natürlich habe ich es wieder übertrieben, da wir uns ja damals beim Wehrdienst schon über solche Sachen lustig gemacht hatten. Aber Philip hat es richtig gut hin bekommen. Auch wenn der Gleichschritt nicht mehr ganz so sicher war, was mit ziemlicher Sicherheit an den vielen alkoholischen Getränken gelegen hat. Auch die Menge ließ ihrer Begeisterung freien Lauf. Dummerweise hatte die Truppe Wasserpistolen dabei, welche wieder mal in die Menge entleert wurden. Und ganz gefährlich wird es ja, wenn Diana eine solche Pistole in die Hand bekommt. Ich vermute mal das es ein Reflex bei ihr ist. Schnitzel dachte jedoch mit und sammelte die Pistolen recht zeitnah ein.

Was ich immer sehr schön finde sind ja spontane Treffen an der Theke. Wenn dann auch noch die Theke recht groß geraten ist, werden solche Treffen immer sehr gesellig und machen noch eine Ecke mehr Spaß. Der Großteil der Feiergemeinde war also an der Theke. Was ja eigentlich auch ganz logisch war, denn dort gab es alkoholische Getränke in Massen. Also fand auch ich mich da ein. Und hier ungefähr setzt auch ein temporäres Loch in meiner Erinnerung ein. Ich stand jedenfalls mal überall und hatte immer meine Kamera dabei. Ein Bier hatte ich wohl auch in der Hand, der alte Greifreflex. Was und mit wem ich mich unterhalten habe, entzieht sich völlig meiner Kenntnis. Zeitweise wurde auch der Ort des Geschehens nach draußen verlegt um den Rauchern einen Gefallen zu tun. Und ich befürchte ich habe auch noch getanzt. Mit mehreren Frauen. Erinnern kann ich mich aber nur noch mit Sicherheit an Daniela und an Glöckner. Ja, ich habe mit Glöckner getanzt. Wie es dazu kam kann ich leider nicht mehr nachvollziehen. Ich weiß nur noch das mal er und mal ich geführt habe und wir waren beide grantenstramm. Ist ja auch nicht schlimm. Glöckner ist nicht so groß, den kann man prima unter dem Arm durch drehen.

Bevor es allerdings dazu gekommen ist, gab es noch das obligatorische Brautstrauß werfen. Alle Mädels im heiratsfähigem Alter liefen im Kreis um das sitzende Brautpaar herum und warteten das Maren den Strauß warf. Das ganze konnte man sich wie Reise nach Jerusalem vorstellen, nur das es keine Stühle gab, aber einen Brautstrauß. Als ich dann den Kreis der Menge betrachtete wunderte ich mich schon wo denn so viele Frauen her kamen. Ich rechnete mit einer Massenpanik. Oder mit einer Schlägerei. Oder mit ein paar gebrochenen Rippen. Aber es lief ganz friedlich ab. Eigentlich hätte ja Patrizia den Strauß fangen müssen, denn sie heiratet als nächstes. Aber die Julia stand günstiger und somit war sie dann dran um den Schleier abzutanzen. Das überraschte auch den Patrick, der einen recht seltsamen Gesichtsausdruck machte und schneller als eine Ratte aus dem Aquädukt aus der Tür schoß. Aber es half nichts, als Bräutigam von Julia mußte er nun tanzen. Maren und Sebastian bekamen in der Zwischenzeit Schütze und Pantoffeln an. Günni gefiel es sichtlich. Somit wäre diese Tradition wohl auch erledigt.

Die Zeit raste dahin und langsam aber sicher lichteten sich die Reihen. Dummerweise saß ich gegen Ende an einem Tisch mit Heike und Schmalle. Schmalle wäre nicht so schlimm gewesen, aber Heike nimmt sich gerne mal meines Fotoapparates an. Leider werden die Bilder dann immer so unscharf und verwackelt, aber ich wollte ihr die Freude lassen. Wenige Minuten später teilte sie mir mit das meine Batterie alle sei. Seltsamerweise bekomme ich solche Nachrichten nur von Heike. Egal, sie schoß trotzdem noch einige Bilder. Was auch immer gefährlich ist, ist ein umher liegendes Buch, in welches die Gäste nette Sachen schreiben können. Gefährlich nur dann wenn ich in der Nähe bin und einen Stift zur Verfügung habe. Ich schrieb also nette Sachen in das Buch, welche eigentlich nur aus einer Aussage bestand, die aber beschrieb ich mehrfach und sehr ausufernd. Woher ich das weiß? Ich habe ein Foto meines Textes auf meiner Kamera gefunden. Manchmal ist es echt besser, wenn man nicht alles weiß!

Wie schon erwähnt wurden die Gäste immer weniger und der Rest sammelte sich im Morgengrauen vor dem Bürgerhaus und wartete auf die Fahrgelegenheit. Mittlerweile bin ich auch auf Mixgetränke umgestiegen. Es gab zwar keine auf der Karte, aber ich kann ja improvisieren. Heute gab es also Kotzo-Cola. Schmeckt zwar wie ein Knüppel auf den Kopf, aber es mußte ja rein. Außerdem brachte es mir den Unmut von Schnitzel ein. Die Uhr zeigte bereits 0500 Uhr und wir warteten auf den Shuttel-Bus. Was macht man dann wenn man wartete und es keine Musik mehr gibt? Genau, man singt aus vollem Halse. Am Besten so, das ganz Seulingen weiß, das nun entweder die Hochzeit aus ist oder gerade eine Kompanie Bekloppter durch das Dorf geht. Es gab alles, vom Lied der Niedersachen über Westerwald bis hin zur Nationalhymne. Natürlich alles in Chorlautstärke. Als ich dann Wildgänse anstimmen wollte, konnte das nur Johannes mit singen. Von den anderen war aber auch keiner beim Bund. Dann kam endlich das Taxi und erlöste Seulingen von unseren Gesangseinlagen. 0530 Uhr ich legte mich ins Bett und fürchtete bereits den angebrochenen Tag.

Zu Recht, wie sich herausstellte, denn es war um die Mittagszeit brütend warm in meinem Schlafzimmer. An Schlafen war nicht mehr zu denken, also stand ich nach viel zu kurzer Ruhezeit auf und Vertrieb mir die Zeit mit Straße fegen bis zum Nachmittag, wo dann die Seniorenübung an stand. Die lief recht gut und der Anschluß versprach gekühlte Getränke, der Marke Krombacher und Paulaner. Friede hat schon vorsorglich Hefe Weizen kalt gelegt, was das Ende der Übung viel besser ertragen ließ. Davon gingen dann noch ein paar rein und noch ein paar Pils.

Es folgte nun ein Anruf einer jungen Dame, auf den ich hier nicht näher eingehen möchte, da ich die Gerüchteküche nicht zum überkochen bringen möchte. Natürlich hat diesen Anruf der Großteil der Anwesenden mitbekommen. Besonders der Schnitzel freut sich bei solchen Gelegenheiten immer sehr. Ich bin mir nur nie sicher, ob aus wahrer Freude oder ob er mich da irgendwann mal mit aufziehen wird. Die Zeit wird es zeigen. Der Abend jedenfalls brachte nicht mehr viel. Ich war auch echt geschlaucht und vertraute mich dem abendlichen TV Programm an. Ein grober Fehler. Selten wurde ich an einem Samstag Abend schlechter unterhalten. Hätte ich mich alleine in das Feuerwehrhaus gesetzt und mir ein paar Hefe rein geknallt wäre es lustiger gewesen. Es gab ein Zusammentreffen von den „Superstar“-Flachpfeifen. Dabei fehlte natürliche die Hübscheste von allen. Die Ermüdung des anstrengenden Tages tat ihr übriges und ich entschlummerte auf dem Sofa.

Doch die erhoffte Erholung brachte es nicht wirklich. Sonntag fühlte ich mich trotzdem nicht sehr wohl. Ob das wohl an den fehlenden Wirkungen das Alkohols lag auf die sich mein Körper in seinem Pflichtbewusstsein eingestellt hat? Sollte jedenfalls kommendes Wochenende nicht vorkommen, denn das ist komplett ausgebucht. Juchu!

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