Five weddings and no funeral – Part II

25/06/2008

Wie der Titel schon verspricht, stand die nächste Hochzeit an. Ein weiteres Wochenende an dem man sich herrlich betrinken könnte. Auf der Arbeit hielt ich es nicht so richtig aus, was aber an zwei Sachen lag. Zumeinen musste ich noch koordinieren, meinen Chrysler irgendwie nach Westerode zu bekommen und zum anderen wartete ja eine Feier auf mich. Der Andre, seines Zeichens Trauzeuge, rief mich dann auch mehrer Male an und berichtet mir von ein paar Bier, die er sich schon einverleibt hat. Das half meiner Stimmung nicht unbedingt. Dann war der Feierabend da und ich konnte dann glücklicherweise alles regeln. Pünktlich um 1600 Uhr holte ich den Andre mit meinem neuen Gefährt ab, er zeigte sich sichtlich begeistert und war auch Feuer und Flamme bei meinem Leitungstest beim Erklimmen des Bergs von Immingerode nach Nesselröden. Als wir dann zur Kirche kamen, konnte ich mir natürlich wieder die passenden Kommentare der anderen Gäste anhören, aber es war mir egal. Besser gesagt, hatte ich mich darauf schon eingestellt. Ich ließ Lästereien an mir abprallen wie Regen an einem frisch gewachsten Auto.

Die Kirche selber ging erfrischend schnell vorbei. Dummerweise saßen wir leider nicht auf dem Orgelboden, so daß ich keinerlei Möglichkeiten hatte dort weitere Sabotagevorgänge an der Orgel zu beobachten. Aber es lief wohl alles ohne Probleme ab. Dabei macht eich mir Gedanken über ein passendes Lied, bei meiner Hochzeit, wenn es denn dann irgendwann einmal so weit sein sollte. Und ich konnte mich relativ fix entscheiden. Ich hoffe nur meiner zukünftigen Frau, sagt dieses Lied, dann auch so zu wie mir. Aber darüber könnte ich mir dann ja im Fall des Falles noch Gedanken drüber machen. Ich verließ mit einer sehr guten Ausrede, wie ich finde, etwas früher die Kirche. Denn ich wollte ja Fotos machen. So was zieht immer und bringt einen schnell an die frische Luft. Draußen angekommen traf man schon auf die üblichen Verdächtigen vom Sportverein und vom Elferrat. Als dann das Brautpaar raus kam wurde es dann von den verschiedenen örtlichen Vereinen hoch leben gelassen. Der Elferrat hatte natürlich den obligatorischen Löwentor parat, bei dem ich aber dankend ablehnte. Normalerweise komme ich damit ja nicht durch, aber als ich sagte, das ich noch Auto fahren müsste, wurde er mir gnädigerweise erlassen. Es hat dann doch was Gutes auch mal mit dem Auto unterwegs zu sein. Susanne, die ich bei mir mitgenommen habe, bemerkte dann im Auto das es ein wahrer Frauenmagnet sein würde. Aus diesem Grund hatte ich es zwar nicht gekauft, aber wenn es einen solchen netten Nebeneffekt hat, dann bin ich da auch nicht böse drum.

Die Gratulationen verliefen ein wenig merkwürdig. Gratulationen sind ja immer so eine Sache. Wenn man sich an einen gewisse Prozedur halten würde, dann dürfte dabei nichts schief gehen. Aber wenn ein Teil gleich nach der Kirche gratuliert und ein Teil sobald das Brautpaar aus dem Auto springt, dann kommt da eine gewisse Unwucht in die ganze Prozedur. Nachdem ich also mein Boliden vorschriftsmäßig geparkt hatte, lief ich mit meinem Geschenk ein wenig stupide hinter dem Brautpaar her, das sich seinerseits gratulierend durch die Massen kämpfte. Zwischenzeitlich haben sie dann noch einen Holzklotz auseinander gesägt. Mit dem Stück sollte dann der Bräutigam später durch den Saal tanzen. Quasi als Metapher für den Klotz am Bein. Ein schöneres Kompliment kann man einer Braut wohl nicht machen. Der Schweißtrieb bleib ein wenig aus, da die Sonne nicht mehr so knallte. Auch dieses fand ich sehr erfrischend und doch war meine Kehle sehr trocken, weswegen ich dann doch lieber in das Innere verlegen würde. Denn dort würde es bestimmt etwas zu trinken geben.

Wenige Minuten später waren die Gratulanten alle durch und es wurde der Sekt aufgefahren. Gut, Sekt ist nun nicht mein Lieblingsgetränk, aber ich sage mir immer, das je schneller ich das Zeug hinunter bekomme, desto schnell komme ich an das Pils. Aber ich war nicht der Erste, der sich mit Pils ausstatte. Der Philip hatte schon vor mir etwas. Also nahm ich mir ein Beispiel und bestellte gleich mal eine Runde. Das meine schiere Anwesenheit an der Theke natürlich auch andere Unholde auf den Plan rufen würde, hatte ich nicht gedacht. Kaum hatte ich mir mühsam das Pils erkämpft stürmten die Massen von hinten an mich heran und wollten mein kostbarstes Gut. Das Bier. Aber ich wehrte sie ab und konnte so meine Kehle zeitnah befeuchten. Ein herrliches Gefühl, wenn nach der ganzen trockenen Luft endlich kühles, cremiges Krombacher den Schlund runter läuft. Der Pilsquell war also aufgetan und das war gut so. wenige Minuten später wurden wir dann gebeten die Plätze aufzusuchen, die im Vorfeld schon mal gesucht wurden. So ging alles recht fix und nach wenigen Ansprachen war das Buffet frei gegeben. Ich wollte nach einem ähnlichen Plan wie bei der vorherigen Hochzeit vorgehen und zunächst mit der Vorspeisentafel beginnen und mich danach an den warmen Speisen erfreuen. Der erste Teil klappte auch ganz gut, doch hatte Schmierpopel irgendjemand die Reihenfolge bei dem warmen Buffet durcheinander gebracht und nun ging da alles im Kreis.

Zwischendrängen wollte ich mich nicht und schob dann einen weiteren Gang am kalten Buffet ein. War auch sehr lecker und warme Speisen brauche ich nicht unbedingt. Nur die Teller waren ein wenig klein. Dafür konnte man dann aber einmal mehr gehen. Das was ich gegessen habe war alles sehr lecker, doch nichts schlug das Pils. Ich weiß auch nicht warum ich fixiert darauf war, aber es könnte an der Übermenge des Getränkes auf unserem Tisch, besser gesagt an meinem Platz gelegen haben. Bestellt wurde das ganze natürlich nicht von mir, sondern von anderen Leuten am Tisch, aber hingestellt wurde es natürlich bei mir. Egal, das würde schon irgendwie alle werden.

Nach dem Essen gab es dann den obligatorischen Schnaps. Und ich hatte ihn nätig. Ja, solche Worte kommen auch aus meinem Mund. Aber auch nur, weil ich die freie Wahl hatte. Ich entschied mich für wohlschmeckenden Aquavit. Nicht umsonst ist die Übersetzung Wasser des Lebens. So schmeckt es auch. An Aquavit könnte ich mich auch gewöhnen. Hoffentlich hat das jetzt keiner gelesen, denn dann werde ich demnächst mit Aquavit zugeschüttet. Hört sich ja anfangs sehr nett an, aber alles im Überfluß ist nicht gut. Nach dem Essen wurde also zwischen drinnen uns draußen ein wenig gependelt, damit man die ganzen guten Sachen auch verdauen konnte. Und die Raucher wollten ja draußen auch ein wenig Gesellschaft haben. Doch lange hielt diese freie Zeit nicht vor, denn es wollten ja diverse Leute etwas vorführen. Als erstes war die nächste Verwandtschaft und die Trauzeugen dran. Andre berichtete mir schon im Vorfeld von diesem Auftritt und von seiner endlosen Begeisterung sich vor allen Leuten zum Ei zu machen. Aber er hatte eine angenehme Statistenrolle und mußte nur ein wenig nach einer Melodie brummen.

An der Theke ging der weilen der Schnapsexpress auf die Überholspur. Ich habe ja ein paar Fotos gemacht und es war unglaublich, wie viele davon mit Schnaps gefeatured wurden. Immer, aber auch immer hatten Leute kleine Glaser in der Hand und ich bezweifele das dort immer nur Wasser und Kirschsaft drin war. Dummerweise habe ich die Vermutung, das ich selber auch zu den Übeltätern gehört habe die sich da mit Schnaps betrunken haben. Aber meine natürliche Abneigung gegen dieses Getränk hat mich bestimmt nur einen kleinen Teil trinken lassen. Hoffen wir mal das Beste. Aber ich habe sensationelle Fotos geschossen. Nebenbei folgte die erste Tanzrunde. Hier habe ich jetzt eine neue Strategie entwickelt. Ich behalte einfach meine Kamera in der Hand und sage das ich Fotos machen soll. Daher kann ich leider nicht das Tanzbein schwingen. Klappt am Anfang ganz gut, aber später wird der Trick durchschaut. Oder aber man macht schnell ein paar Fotos und verzeiht sich dann an einen der anderen Tische. Dort läuft man dann aber Gefahr schnell in eine andere Schnapsrunde verwickelt zu werden. Vor allem wenn man an einen Frauentisch gelangt. Man denkt das die Mädels ja nicht so viel trinken werden. Aber da hat man sich meisten kräftig geschnitten. Die trinken dann aber keinen richtigen Schnaps sondern dieses ekelerregende süße rote Zeug. Um sich diesem zu entziehen hilft dann ur die Bestellung eines Aquavit. Ich muß sagen es gibt schlimmeres.

Als nächstes folgte dann der Auftritt des Freundeskreises, die eine Art Dingsda mit Begriffen die mit dem Brautpaar verbunden sind aufführten. Allein die Aufmachung der Leute war schon sensationell. Manchmal fühlte man sich 10 Jahre zurück versetzt. Nebenbei lief auch immer munter das Pils in den Kopf und der eine oder andere Schnaps. Hier war dann auch irgendwo der Zeitpunkt an dem ich die Kontrolle über mein Gedächtnis verloren habe. Entweder war es das geballte Scheißelabern bei den Elferratskollegen oder aber die lustige Aufführung von Schnitzel. Man weiß es nicht mehr. Es folgte jedenfalls die obligatorische Tanzrunde. Und ich mußte Tanzen. Ich habe zwar alle Tricks versucht, aber ich konnte mich nicht mehr wehren. Sollte nun im Nachhinein jemand behaupten, das ich freiwillig Jemanden aufgefordert habe, dann würde ich dem keinen Glauben schenken. Doch halt, ein kleine Zweifel manifestierte sich gerade in meinem Hirn. Es könnte durchaus sein, das ich Ramona ihr Versprechen des Tanzes eingelöst habe. Aber Ramona aufgefordert zu haben, dazu stehe ich. Es könnte dann natürlich sein, das Hüfte mich tanzen gesehen hat und ich gleich schon wieder dran war. An was ich mich noch erinnern konnte, war ein Engtanz, den ich dann schnell an Porno übergeben habe. Gehört sich einfach so. Womit ich dann nicht gerechnet habe, waren Susannes schnellen Reflexe, die mich auf dem Rückweg vom der Tanzfläche schnappte und mich wieder zurück schleppte. Das ich einen Riesendurst hatte störte sie nicht die Bohne. Auch das es ein Engtanz war war ihr egal. Gut, ich sage mal so, es gibt schlimmere Sachen als mit einer schönen Frau zu tanzen. Ich warf zwar ein paar sehnsüchtige Blicke in Richtung Theke, aber dann konzentrierte ich mich wieder auf das Tanzen. Der Engtanz ging fix in den normalen Discofox über. Allerdings hatte die Band ausdauer und wir tanzten mindestens eine gefühlte Stunde.

Doch auch das geht vorbie un dich war der Meinung das ich nun mein Soll erfüllt hätte. Aber da war ich wohl doch auf dem Holzweg. Nach dem Tanzmarathon ging ich erstmal an die Theke um mich dort weiter zu betrinken. Das ging eine gewisse Zeit auch ganz gut, doch es folgte dann der Klotz-am-Bein-Tanz. Auch hier war noch alles gut und man konnte sich im Kreis stehend betrinken. Als nächstes sollte dann Daniela, Florians ältere Schwester, zum Tanzen aufgefordert werden. Aber um dem ganzen noch einen kleinen Spektakelcharakter zu verleihen, sollte sie nur mit den Singlemännern der Feier tanzen. Ich hielt mich dezent zurück und war der Meinung das an der Theke stehend zu überstehen, aber ich habe nicht mit Schnitzel gerechnet. Der hat mich dann nämlich über das Mikrophon der Band ausgerufen. Ach ja, der Schnitzel der denkt an mich. Nicht das ich was gegen Daniela hätte, ganz im Gegenteil. Ich hasse es nur im Rampenlicht zu stehen und alle gucken einem zu. Nun ja, man tanzte halt und alle feuerten einen an. Also wenn das mal nicht romantisch war, dann weiß ich es auch nicht. Ich weiß gar nicht wie ich aus der Situation rausgekommen bin, aber der alte Toilettentrick funktioniert immer noch sehr gut.

Dann passierte etwas, worüber ich mich sehr aufgeregt hatte. Vielleicht zu viel, als ich selber wollte. Aber wenn ich ordentlich einen getrunken habe, dann gehen die Pferde manchmal mit mir durch. Man möge hier bemerken, das ich bereits seit längerer Zeit auf Kotzo-Cola umgestiegen bin. Ein Fehler den ich so schnell nicht wieder machen werden. Mal vom Geschmack abgesehen, geht es einem am nächsten Tag nicht sehr gut. Aber wir wollten ja was anderes beleuchten. Meine Kamera war plötzlich weg und das regt mich natürlicherweise auf. Was allerdings erschwerend hinzu kam war die Tatsache, das ich sie vorher der Melanie anvertraut habe, was ich aber dann schon wieder vergessen hatte. Ja, Kotzo-Cola und die ganzen Bier und nicht zu vergessen die ganzen Schnäpse, lassen mich innerhalb weniger aufregender Minuten einiges vergessen. Namen, Geburtstage, wie man nach Hause gekommen ist, warum ein Baustellenschild im Vorgarten liegt, wie das Warnlicht von der Baustelle auf den Nachtschrank kommt und warum es die ganze Zeit blinkt und wem ich meine Kamera gegeben habe. Jedenfalls wusste ich nicht wo sie war und keiner konnte mir helfen. Da das Ding nicht gerade billig war, war ich natürlich Scheiße drauf. Zum einen weil sei halt weg war und zum anderen weil ich so doof war sie vermeintlich irgendwo liegen gelassen zu haben. Ich hatte ja auch nicht mit dem Verschwinden gerechnet. Wenig später stellte sich heraus, das Melanie sie die ganze Zeit hatte. Da ich das aber nicht mehr wusste war ich halt ein wenig gereizt und habe gereizt reagiert. Klar habe ich sie wieder gekriegt, aber meine Stimmung war erstmal am Boden. Ich habe mich dann aber wieder mit Melanie vertragen. Hoffe ich zumindestens.

Als nächstes waren nun die Männer wieder daran sich zum Horst zu machen. Es wurde die Bühne gestürmt und ein Sauflied ohne Sinn und Verstand gesungen. Aber es schien allen zu gefallen. Warum auch nicht, der Text war einfach und jeder konnte mitgröhlen. Ich zog mich wieder geschickt mit dem Fototrick aus der Misere. Hatte ich schon erwähnt das ich Cola-Kotzo trinken würde. Großer Fehler, denn nach einigen anfänglichen netten Mischungen schmeckt es wie Knüppel auf den Kopf und kurze Zeit später fühlt man sich auch so. Doch die Party ging eh dem Ende zu und ich nahm einen der Wagen nach Hause. Geführt von meinem Cousin Timo. Dummerweise lande ich immer in dem Auto, in dem die Leute sitzen die am weitesten auseinander wohnen. Als erstes ging unsere Reise nach Breitenberg, wo wir den Thiele ablieferten. Ich bedankte ich für den Umweg mit ein paar politisch Unkorrekten Stadionsprüchen in voller Lautstärke. Ich hoffe keiner der Nachbarn ist bei der Polizei. Dann wurde ich endlich zu Hause abgeliefert und konnte mich verdient in mein Bett legen. Wenn nur nicht das Ausziehen der unglaublich komplizierten Klamotten wäre. Wer zum Teufel macht so kleine Knöpfe an das Hemd?

Als ich meine Augen aufschlug betrug die Temperatur in meinem Schlafzimmer gefühlte 38°C. Ich gebe jetzt mal den hohen Außentemperaturen die Schuld an meinem Zustand und an dem Umstand, das ich bereits wach war. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir, das ich eh hätte bald aufstehen müssen, denn es standen ja Jugendfeuerwehrwettkämpfe an. Eine perfekte Beschäftigung, wenn man am Abend vorher einen getrunken hat. Und das hatte ich ja nicht zu knapp. Die kurze Verwirrtheit kurz nach Erwachen verflog schnell und mein Körper hatte genügend Zeit sich auf den Kater zu konzentrieren. Die Kopfschmerzen bleiben zunächst aus, aber dafür kam ein flaues Gefühl mit Anlauf an und setzte sich in meinem Magen fest. Allein die Vorstellung mich in meine Uniform zu zwängen und den Tag in brietendem Sonnenschein zu verbringen und sich dabei der nervlichen Hölle eines Jugendfeuerwehrwettkampfes hinzugeben trieb mir den kalten Schweiß auf die Stirn. Das hätte allerdings auch von den unzähligen Kotzo-Mischungen des Vorabends kommen können. Es half aber nichts und ich hievte mich aus dem Bett, so sich dann wenige Sekunden später der Wunsch manifestierte mich gleich wieder hin zu legen. Selbst die Morgentoilette brachte keine wahre Linderung und als ich mich dann fertig machen wollte, fing die ganze Misere erst an. Wie sollte es auch anders hatte ich die Gruppe nicht komplett, was aber nicht an mir lag. An mir lag es dann aber, alle anzurufen und auf Vordermann zu bringen, das wir wenigstens starten konnten. Auch als ich beim Feuerwehrhaus angelangt war, war die Gruppe nicht komplett. Einen hatte ich zu dem Zeitpunkt schon reaktiviert und zwei andere waren noch nicht da. Also telefonierte ich wie ein Wilder und warf auch noch den Bräutigamvater aus dem Bett, da bei ihm einer der Feuerwehrmitglieder übernachtete. Er hörte sich auch am Telefon noch nicht sehr fit an.

All dieser Streß am frühen Morgen ist gar nicht gut, für meine Nerven und für mein Herz. Ich denke solche Veranstaltungen sind irgendwann noch mal mein Tod. Mit Mühe und Not hatte ich die Gruppe zusammen und wir fuhren nach Mingerode, wo ich dann die nächsten Stöcker in den Weg geschmissen bekommen habe. Die Wertungsrichter wollten bald in die Mittagspause gehen und die sollte 2 Stunden dauern. Es sind dann solche Tage, an denen man denkt, das man doch verdammt ist. Es reicht nicht, das es einem schon vom Saufen beschissen geht und das Nervenkostüm blank liegt. Nein, dann kommen auch noch solche Probleme auf einen zu. Es passte alles zusammen und wäre das perfekte Rezept für einen Amoklauf gewesen. Aber man kann sich ja zusammen reißen. Falls es dazu gekommen wäre, hätte ich auch dem NDR 1 Radio Niedersachen die Schuld gegeben. Mit ihrem Radiprogramm haben sie mich so aggressiv gemacht, das ich nicht anders konnte. Damit auch mal wer anderes Schuld bekommt und nicht nur die Computerspiele. Ich setzte also meinen ganzen männlichen Charme ein und erreichte gar nichts. Aber die Wertungsrichter hatten Erbarmen mit mir und verschoben ihre Mittagspause. Dafür haben wir dann aber richtig zu gelangt und über 40 Miese eingefahren. Ich regte mich aber nicht mehr auf, sondern freute mich auf die Heimfahrt.

Nach dem Wettkampf hatte ich dann tatsächlich noch Gelegenheit mich etwas hinzulegen, fühlte mich aber im Anschluß fertiger als vorher. Machte aber nichts, denn die Dusche half mich wieder aufzupäppeln. Einen wesentlichen Anteil hatte auch die Vorfreude mit meinem neuen Auto nach Göttingen zu fahren, denn da gab mein Gruppenleiter eine Abschiedsparty, da er ja wieder in die Staaten zurück geht. Wenn man dann mit einem 8 Zylinder vor fährt schindet man natürlich ordentlich Eindruck. Ich habe noch zwei Kollegen mitgenommen und ab ging der Ritt. Nachdem ich meinen Boliden geparkt hatte kam ein anderer Kollege der schon vor Ort war uns entgegen und meinte das die Kinder schon alle aufgeregt gerufen hatten das jetzt ein Chrysler um die Ecke kommen würde. Ich war ein wenig stolz, muß ich ja zugeben. Die Party selber war schon recht ruhig. Es war zwar schon später Nachmittag, aber noch lagen keine Alkoholleichen in der Gegend herum. Da kenne ich ganz andere Abschiedsparties, aber hier ist man halt unter einer anderen Klientel. Dank meiner Anpassungsfähigkeit welche einem Chamäleon gleich kommt, riß ich mich gehörig zusammen und trank kein Alkohol. Das ich mit dem Auto da war hat sehr geholfen. Auch als ich den Kühlschrank voll mit Bier sah, wurde ich kurzzeitig schwach, doch widersagte der Versuchung. Es war sehr hart für mich. Aber wahrscheinlich besser. Solche Anlässe sind eine gute Gelegenheit sich in Gedächtnisse einzuprägen. Ich hielt mich zunächst an Wasser und hatte neidische Blicke für das Bier über. Meine Arbeitskollegen und ich standen auf der Terrasse, die sich über dem Eingangsbereich befand. Es war eh ein extrem schönes Haus. Die Terrasse war immens groß und man konnte darauf super feiern. Würden nicht überall Bierflaschen und zwei Grills herum stehen könnte man fast meinen man wäre in der Raffaello Werbung. Zum standen überall Bierflaschen herum. Nicht ohne Stolz bemerke ich mal an dieser Stelle, das sich viele Gespräche um mein neues Auto drehten. Ich wusste auch gar nicht, das ich so viele Autobegeisterte Kollegen habe. Als dann mein Gruppenleiter zur Gruppe stieß wurde ihm erstmal erzählt, was ich denn jetzt für ein Schiff fahren würde. Er stellte auch gleich die richtigen Fragen und war sichtlich von der Hemi Maschine begeistert. Als gebürtiger Amerikaner mag man einfach großhubraumige Autos. Ich kann es verstehen, denn ich würde den Chrysler nicht mehr hergeben wollen. Ich hoffe, das ich jemals wieder ein Auto fahren kann mit weniger Hubraum.

Die Zeit ging recht schnell voran und ein Teil meiner Kollegen hatte den Vorteil, das sie Bier trinken konnten. Und Heidegeist, der von uns mitgebracht worden war. Wegen dem Heidegeist war ich nicht ganz so neidisch, aber das Bier reizt mich schon irgendwie. Als ich es dann nicht mehr aushalten konnte, habe ich mich dann auch breitschlagen lassen und auch eine Flasche Bier getrunken. Eine ist ja durchaus erlaubt. Der Geschmack auf meiner Zunge machte Lust auf mehr und ich musste mich sehr zusammen reißen. Es wurde dann auch Zeit das ich mich langsam wieder gen Heimat aufmachte. Ich verabschiedete mich von meinem Gruppenleiter, der von mir erwartete, das ich zwei Beschleunigungsstreifen vor seinem Haus hinterlassen sollte. Das traute ich mich dann allerdings nicht. Aber ich nahm noch zwei Kollegen mit zum Auto, die es dann begutachten durften. Als ich dann drehte bot sich mir eine weitere Gelegenheit meinen Namen unsterblich in die Firmengeschichte von Otto Bock einzumeißeln. Ich hätte nur beim Wendemänöver den S8 vom Entwicklungschef rammen müssen und schon würde jeder bei Bock am Montag meinen Namen kennen. Allerdings bezweifele ich das mein Chrysler dabei Schaden genommen hätte. Der S8 wäre aber bestimmt Totalschaden gewesen. Es ist dann aber zum Glück nichts passiert und ich konnte die Heimfahrt antreten. Kurzer Erfahrungsbericht: Auch den Roringer Berg schafft der Chrysler mit fantastischen Anzug.

Zu Hause angekommen, verlegte ich so schnell wie Möglich in das Schützenhaus, denn da wartete ja die Nachfeier der Hochzeit von Florian und Patrizia. Ein wenig Bedenken hatte ich ja schon, da ich nicht genau wusste bei wem ich mich alles entschuldigen musste. Als ich dort ankam, brach ich erstmal das Eis um genau die Frage zu stellen. Da alle lachten, muß es wohl nicht schlimm gewesen sein. Allerdings ist schon als Ziel für die nächste Hochzeit gesetzt, das ich keinen Schnaps oder Mischgetränke trinken werde. Die Party war schon gut im Gange und die Sitzordnung hat sich schon an die Theke verlegt. So gefällt mir das eh am Besten. An der Theke kann man am entspanntesten Gespräche führen und gepflegt Scheiße labern. Außerdem war noch so schönes Wetter, das man auch wunderbar die Luft draußen genießen konnte. Man ließ den Vorabend Revue passieren und lauschte den Ergebnissen der Viertelfinalrunde. Aber als Hauptaufgabe wurde das Bier vernichten gesehen. Jedenfalls von meiner Warte aus. Der gesamte Tag bestand für mich aus Folter. Das frühe Aufstehen am Morgen und dann anderen Leuten beim Bier trinken zu gucken. Das war alles nichts für mich. Doch nun konnte ich Vollgas geben. Aber hatte noch die Warnkelle vom Vorabend im Kopf. Ich musste ja keine Mischungen trinken, sondern konnte beim Bier bleiben. Vorerst.

Das tat ich dann auch, doch irgendwann kam dann der Umbruch. Ich weiß nicht wer es war, aber es kam Jemand auf mich zu mit einer Mischung in der Hand und meinte es wäre Bacardi vorhanden. Kleine Synapsen in meinem Hirn fingen wild an Signale an größere Synapsen zu schicken und das Schicksal nahm seinen Lauf. Meine nächste Bestellung bestand aus einer Bacardi Cola Mischung. Sie war lecker, sehr lecker. Doch kommen wir zunächst zur Siegerehrung. Erst sah es so aus, als würde Günner das Rennen machen, denn er musste schon früh nach Hause. Nach eigenen Angaben war er megastramm. Er wurde dicht gefolgt von Kolben, der vor der Tür Spaß hatte mit den Hunden. Erstmal schloß er sehr schnell Freundschaft mit den beiden Hunden von Patrizias Mutter. Er hatte sie sichtlich gern, denn er schmuste mit ihnen gab ihnen Fünf und legte sich sogar neben sie hin. Manchmal frage ich was Kolben denn alles getrunkne hat. Auf jeden Fall wäre es fantastisch wenn man das in Flaschen abfüllen könnte und an den Mann bringt. Man würde ein Vermögen einnehmen. Nun ja, leider wurde die Hundeshow unterbrochen, da Kolben ins Glashaus verlegte. Diese ganze Geschichte spielte sich natürlich draußen ab und wurde von mir und Timo detailreich dokumentiert. Ich vermute mal das demnächst ein paar Fotos auf Timos Seite online gestellt werden.

Drinnen ging es dann munter an der Theke weiter wo es dann diverse Highlights gab. Böning knöpfte sein Hemd auf und zeigte jedem seinen durchtrainierten Körper. Doch das absolute Highlight war der Bräutigam. Er machte ja schon vor Wochen die Ankündigung sich richtig vollaufen zu lassen auf der Nachfeier der hochzeit. Und er hat Wort gehalten. Als ich im Schützenhaus ankam, war er schon recht gut dabei und seine Zunge schwoll schon langsam an, aber es ging noch. Man konnte fast zu sehen, wie Kamerad Alkohol die Kontrolle übernahm. Bei einem Gruppenfoto seiner neuen Verwandtschaft, bekam er es nicht mehr so recht gebacken, weil die Zoomstufe auf der höchsten Einstellung stand. Der Zusammenbruch kam dann kurz nach Mitternacht. Er war einfach mega stramm und hat das Klassenziel erreicht. Versetzung nach Hause nicht gefährdet. Mit dem Heimaturlaub des Bräutigams wurde dann auch langsam die Feier ausklingen gelassen. Was jetzt aber nicht heißen soll, das schon Schluß war. Nein, Köppel und Ingo sind noch auf die grandiose Idee gekommen in das Glashaus zu fahren.

An sich eine gute Idee, aber nicht mehr so ganz um 0200 Uhr morgens. Und doch konnte ich nicht nein sagen. Irgendwie blockierte der ganze Bacardi und das ganze Bier diesen Teil meines Hirns. Also wurde ein Taxi gerufen und ab ging die Post. Eigentlich hätte auch ein Ausflug in die Werkstatt gereicht, aber man wollte sich ja noch hübsche Frauen angucken. Ja, ich gebe zu, ich bin eingeschlafen auf der Hinfahrt und das ist eigentlich ein sicheres Zeichen, das ich besser nach Hause gegangen wäre. Doch kaum hat das Taxi in Worbis angehalten, und ich war an der frischen Luft ging es mit meinem Organismus aufwärts. Drinnen gab es eigentlich nur ein Zeil, das Havana. Ich konnte und wollte mich gar nicht auf die Sinnesüberreizungen auf dem Weg dorthin konzentrieren. Das würde noch früh genug auf mich einprasseln. Der Weg war schnell gefunden und noch schneller war ich an meiner Lieblingstheke. Doch leider war meine Lieblingsbedienung nicht da. Trotzdem bekam ich meinen Havana. In der normalen Mischung, welche durchaus ausgereicht hat. Im Havana selber hatten wir recht fix einen festen Standplatz und einen guten Überblick über die Tanzfläche. Außerdem waren noch andere Westeröder da, die mit ihren Firmkindern da waren. Man konnte also durchaus sagen, das man eine Menge Leutchen kannte. Als ich so meinen Blick über die Menge schweifen ließ, verliebte ich mich grob geschätzt vier Mal. Hieß also, das es ein harter Abend werden würde.

Doch zunächst müsste der Havana Pegel auf Touren gebracht werden. Also begab ich mich wieder zur kleinen Theke und traute meinen Augen kaum, meine hübsche Lieblingsbedienung war wieder da. Ich stellte mich brav an. Sie sah mich und erkannte mich gleich, setzte ein zauberhaftes Lächeln auf und fragte gleich, ob ich Havana haben wollte. Ich lächelte zurück, und stellte mit Freuden fest, das sie mir wieder eine doppelte Mischung machte. Also wenn das keine Sympathiebekundung ist, dann weiß ich es auch nicht. Ausgestattet mit einer neuen Mixtur ging es dann zurück in das Getümmel. Man muß hier an dieser Stelle erwähnen, das bei allen der Alkoholpegel schon sehr hoch gestanden hat. Die Zeit war schon sehr weit fortgeschritten und die Mischungen liefen in Strömen. Da kann es dann auch mal vorkommen, das man leicht übermütig wird. Und das sieht bei jedem Anders aus. Porno zum Beispiel zeigt dann gerne mal die neue Deckenvertäfelung im Havana. Dummerweise wurde ich zum Tanzen angestachelt. Und das habe ich dann auch gemacht. Es ist mir ein wenig peinlich, das ich mich immer wieder zu solchen Aktionen hinreißen lasse, aber ich muß dazu stehen. Ja, ich war Tanzen. Und ja, ich bin abgegangen wie Schmidts Katze. Und es hat Spaß gemacht.

Doch Tanzen erschöpft sehr schnell und das Glashaus leerte sich langsam aber sicher, von den hübschen Frauen waren nicht mehr viele da. Wir waren alle reisefertig und hatten das Klassenziel mehr als erreicht. Also ging es zum Bezahlen und dann mit dem Taxi nach Hause. Die Heimfahrt wurde in einem Mercedes Vito bestritten. Das sind diese Busse, bei denen vorne dann zwei Mann auf dem Beifahrersitz sitzen. Allerdings haben die Konstrukteure da wohl eine andere Schablone gehabt. Ich saß mit Tobi vorne und Sitzkomfort waren gefühlte -8. Mag sein, das ich mittlerweile von dem immensen Platz, der mir im Chrysler verwöhnt bin, aber wen mein linkes Bein langsam aber sicher taub wird, bei der Rückfahrt, da ich mir die Blutzufuhr an einer Konsole abquetsche, dann ist da vorne nicht genügend Platz. Vielleicht hätte man auch etwas schlankere Personen als mich vorne platzieren können. Aber im Taxi will ja keiner vorne sitzen. Nun ja, nach ein zwei Schritten hat sich dann ja alles wieder eingerenkt. Die musikalische Untermalung auf der Rückfahrt war allerdings zum davonlaufen.

Mein Körper freute sich regelrecht auf die Ruhe, doch konnte ich auch am Sonntag nicht entspannen, sondern musste bei schwülen Wetter meine Knochen erneut bewegen. Es stand der Feuerwehrwettkampf der Seniorentruppe an. Auch hier haben wir mächtig ins Klo gegriffen. Aber wir hatten eine Menge Spaß. Nach der Übung, die von mir körperliche Höchstleistungen abverlangte, fühlte ich mich 1200 Jahre alt. Ich wollte einfach nur noch irgendwo liegen und vor mich hin vegetieren. Das Bier welches mir dann aufgezwungen wurde, half mir sehr bei der Regeneration. Und das kommende Wochenende ist ähnlich stressig. Hilft ja nix!

Ach ja, bevor ich es vergessen. Unser Deutschland ist im Finale! Hey, hey! Wer nicht hüpft, der ist kein Deutscher!


King of the road

23/06/2008

Umweltschutz wird groß geschrieben und daher dachte ich, das es Zeit wird mir ein etwas sparsameres Auto zu zulegen. Eins mit 5,7 Liter. Denn ich bin der Meinung das 5,7 Liter Hubraum vollkommen ausreichend sind. (Ironiemodus: Aus) Ich bin nun im Besitz eines wundervollen Gefährtes. Namentlich ist es ein Chrysler 300 C. Doch bevor ich mit der Schwärmerei anfange, möchte ich dem geneigten Leser hier eine kleine Bilderserie präsentieren. Keine Angst, ich bin auf keinem der Fotos mit drauf, damit ich nicht das Gesamtbild störe!

Chrysler 300 C – Hemi

Um diese Bilder besser zu genießen empfehle ich diese(s) Musik(video) [youtube.com] im Hintergrund laufen zu lassen. Glaubt mir, das bringt noch mehr Gänsehaut!

Nachdem man sich nun an dieser Ansammlung von Schönheit ergötzt hat kommen wir hier mal zu den harten technischen Fakten:

8 Zylinder Ottomotor V-Form
5654 cm³ Hubraum
250 KW / 340 PS bei 5000 U/min
520 Nm bei 4000 U/min
Baujahr: 2005
Farbe: Magnesium Metallic
18″ Felgen

Um es mal einfach auszudrücken, ein wahres Männerauto. Ich kann schon bis hier den ersten Aufschrei hören, der gerade durch die Reihen geht. Eine so große Maschine verbraucht doch Unmengen an Sprit und das gerade in der heutigen Zeit, wo der Treibstoff doch so teuer ist. Doch solche Sprüche tue ich einfach mit der Aussage von Iron Head Haynes ab: It is okay to drive a gas guzzler if it helps you get babes! (Teil der Nine Commandments worin unter anderen auch diese Perlen stehen: It is wrong to be French! und It’s okay to put all bad people in a giant meat grinder!)

Es ist mir auch klar, das ich hier ein amerikanisches Produkt gekauft habe. Und auch die Aussage, das Chrysler mal zu Mercedes-Benz gehört hat, zählt nicht die Bohne. Aber um das zu verstehen braucht man sich das Auto nur einmal anzugucken. In Ruhe. Dieses Fahrzeug sieht noch aus wie ein Auto. Die Form ist kantig, bullig und erhöht mit ziemlicher Sicherheit den cw-Wert um ein Vielfaches, aber das macht ja gerade die Schönheit aus. Es gibt keine sich nach unten neigende Motorhaube oder überflüssige Designelemente. Dieses Auto ist ein Klotz, ein wunderschöner Klotz. Ein Klotz der Kraft ausdrückt. Was das Design von Autos angeht sind die Amerikaner uns um Längen voraus. Gut über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber ich finde den Chrysler um Längen schöner als einen Mercedes oder einen Audi. Ein weiteres Beispiel ist der Dodge Charger.

Das Gefühl welches das Äußere vermittelt findet sich dann auch unter der Motorhaube wieder. Dort verrichtet ein 8 Zylinder in V-Form seine Arbeit auf sehr ruhige Art und Weise. Nun bin ich ja seit ich den Führerschein besitze nur Autos mit 4 Zylindern gefahren. Die Laufruhe eines 8 Zylinders ist eine wahre Freude. Jenseits der 150 km/h kann man sich noch im Flüsterton unterhalten. Der Motor schreit einfach nicht mehr, da ja nun vier Zylinder mehr die Arbeit verrichten können. Ein herrliches Gefühl. Und doch gibt er einen hervorragenden Sound von sich. Nicht zu vergleichen mit diesen aufgemotzten Kisten, die sich einfach einen größeren Auspuff unter ihre Schliffen kleben und damit nur laut sind. Man kann aus einem 4 Zylinder eben keinen 8 Zylinder machen. Da liegt eben der feine Unterschied.

Aber der Chrysler will auch sparsam sein. Wird nicht so viel Leitung verlangt, dann schaltet er 4 Zylinder ab und spart auf diese Weise Sprit. Gut, das wird bei mir in der Anfangszeit selten kaum so gut wie gar nicht niemals vorkommen, aber schön wenn man eine solche Funktion hat. Der Anzug der Maschine ist unglaublich. Ein leichtes Streicheln des Gaspedals und das Monster schießt nach vorne. Man merkt es gar nicht und schon fährt man 80 km/h in der 30 km/h Zone Ortschaft. Die Anzeige für den Momentanverbrauch wurde natürlich deaktiviert, sonst würde es sekündlich zu einem Ohnmachtsanfall kommen. Aber es ist schon ein zufriedenstellendes Gefühl, das man einen solch leistungsfähigen Motor unter der Haube hat.

Wenn ich dann irgendwann einmal Kaiser König Führer GröFaZ Herrscher über die Welt Bundeskanzler etwas zu sagen habe, dann ändert sich im Straßenverkehr eh einiges. Alle Autos mit weniger als 2,0 l Hubraum werden verboten. Viel zu wenig Leistung und das hält im Straßenverkehr nur auf. Geplant war ja alle Autos mit weniger als 6 Zylinder von den Straßen zu verbannen, aber das wäre dann doch zu hart. Wenn dann endlich diese untermotorisierten Fahrzeuge verschwunden sind, dann ist auch viel mehr Platz zum Auto fahren. Keine Nuckelpinnen mehr, die einen nur aufhalten. Endlich kann man den 8 Zylinder frei ausfahren und sich über die 4 Zylinder Autos amüsieren.

So, der geneigte Leser möge mich jetzt bitte entschuldigen. Dem 8 Zylinder dürstet es nach Ausfahrt und mit diesem Wunsch gehe in einher. Also falls ihr in naher Zukunft einen zufrieden drein blickenden jungen Mann in einem magnesiumfarbenen Chrysler 300 C sehen solltet, winkt ruhig mal, denn das bin ich. Und ich werde mich als GröFaZ (das F steht für Fahrzeugführer) König der Landstraße fühlen.

Zu Recht!


Broken cluster in Sector 666

18/06/2008

Freitag Nachmittag, der Büroalltag war noch nicht ganz vorbei und doch war ich schon mit meinen Gedanken im Wochenende. Mein Telefon klingelt und dran war der Ortsbrandmeister. Ich hatte schon Befürchtungen das er mich wieder für einen Arbeitseinsatz verpflichten wollte, aber er hatte ganz andere Fragen. Und zwar wo man mich gegen 1900 Uhr abholen soll. Ich war zugegebenermaßen ein wenig verwirrt, da ich absolut nicht den blassesten Schimmer hatte wovon er sprach. Schnitzel hätte ihn darauf hingewiesen, das ich doch auch Lust hätte mit zum Festakt nach Werxhausen zu kommen. Aha, bin ich schon so senil, das ich mich an diese Unterhaltung gar nicht mehr erinnern konnte? Eher nicht, Schnitzel hatte nur mal vorsorglich angefragt und wollte wohl das ich mit komme. Da sage ich dann natürlich herzlichen Dank und hatte nun schon Pläne für den Freitag Abend. So fuhr ich denn frohen Mutes nach Hause und bereitet mich seelisch auf einen Festakt vor von dem ich vor drei Stunden noch gar nichts gewusst hatte.

Frisch gestriegelt und im feinen Zwirn wurde ich dann kurz nach 1900 Uhr abgeholt und wir fuhren mit vier Mann zum Festakt. Und ich muß jetzt mal sagen, das die C-Klasse von Mercedes einfach viel zu eng ist. Schnitzel Holger und ich passten gerade so rein und ich machte schon Pläne wie wir den Mercer wieder verlassen wollten. Ich hoffte nur, das in Werxhausen ein Kran vor Ort ist. Nach einigen drücken und schieben ging es dann aber doch. Und wir waren viel zu früh dran. Der offizielle Teil würde erst gegen 1930 Uhr beginnen und bis dahin mußte man ja die Zeit irgendwie überrücken. Man hätte nun auch schon in die Kirche gehen können, um sich dort einen Platz zu sichern, aber das wäre ja langweilig. Ich fand es eh sehr seltsam, das die ganzen Reden in der Kirche geschwungen wurden. Vor allem wäre es doch bestimmt komisch, wenn man mit einem Pils in der Kirchenbank sitzen würde. Aber ich wollte mich überraschen lassen. Da wir also noch nicht in die Kirche gehen wollten gingen wir kurzer Hand an ein Bierschiff, welches freundlicherweise aufgebaut wurde. Im direkten Vergleich gewinnt das Bierschiff immer gegen die Kirche. Zum einen gab es da Bier und zum anderen junge, hübsche Damen die einen das Bier gerne auf den Tresen stellten. Die erste Runde ging dann auf den Holger und leider sollte es auch bei der einen Runde bleiben, denn die Zeit rast vorbei wenn man etwas Schönes macht. Ich hoffte nur, das es in der Kirche auch etwas zu trinken geben würde, aber ich hatte da so meine Zweifel.

Und so war es dann auch. Nichts gab es. Keinen Gottesdienst, kein Bier und harte Bänke. Doch es wurde uns versichert, das wir binnen einer Stunde wieder draußen sein würden. Auch hier machten sich bei mir ein paar Zweifel breit, die ich aber unter Schimpfen wieder in ihre Ecke schickte. Man würde uns doch nicht belügen. Kurz gesagt es war schweinelangweilig. Da nicht nur ein Feuerwehrjubiläum gefeiert wurde sondern auch 825 Jahr Werxhausen wurde natürlich mit Lobhudeleien nicht gespart. Und wir saßen da und hatten nichts zu trinken, einen Riesendurst und 10 Minuten nach Beginn der Reden fing meine Blase an zu drücken. Ich liebe Festakte. An Gastrednern gab es jedenfalls keinen Mangel und es wurden sich am Ambo ordentlich die Taschen voll gehauen. Als ich zwischenzeitlich mal meinen Flüssigkeitsstand überprüfte stellte ich fest, das meine Kehle sehr trocken war Dummerweise kam man auch nicht raus, auch wenn wir ganz hinten saßen. Die eine Stunde die es dauern sollte, war schon lange vorbei gewesen und ein Ende war nicht in Sicht. Ich verfluchte denjenigen der so lapidar gesagt hat, das es nur eine Stunde dauern würde. Die absolute Krönung war aber der Bürgermeister von Westhausen, einem Partnerdorf von Werxhausen, aus der ehemaligen SBZ. Ich dachte er würde sich kurz fassen, aber als er dann anfing über den 30jährigen Krieg zu referieren, da sah ich schon kleine Sternchen vor meinem Auge tanzen. Das er nicht mit der Kontinentalverschiebung angefangen hat war alles. Und das Schönste war ja das der Bürgermeister, der übrigens auch schon beinahe beim Sprechen eingeschlagen wäre, die Feuerwehr ganz vergessen hatte. Er wollte die gesamte Versammlung schon beenden, bis dann endliche die Feuerwehr aufstand und auch ein wenig was kund tun durfte. Ich weiß ja nicht was in dem Dorf so alles los ist.

Nachdem dann der Männergesangsverein noch einen geträllert hat wurden wir entlassen. Endlich, Freiheit! Noch nie war meine Freude größer das Gotteshaus zu verlassen. Ich begab mich auf direktem Wege zur Bierbude um sofort ein ganzes Tablett auszutrinken, doch mein Telefon klingelte und meine Mobilbox erinnerte mich an einen Anruf von Ingo. Also mußte ich das erst erledigen. Das Schlimme war ja, das mir Reden und diese ganze Selbstbeweihräucherung der Kommunalpolitiker und ihrer Pendanten aus der Zone nichts ausmachen. Solange ich permanenten Zugriff zu legalen Betäubungsmitteln habe. Sprich, wenn ich mit Bier, kostenfrei oder kostenpflichtig, versorgt werde höre ich mich sogar die Lesung aller Hirtenbriefe der vergangen 50 Jahre an. Aber so war es eine harte Geduldsprüfung. Zweimal war ich kurz davor die kleinen Kniekissen durch die Kirche zu schmeißen und nicht jugendfreie Wörter zu rufen die nur indirekt mit dem 30jährigen Krieg zu tun gehabt hätten. Ingo wollte mir eigentlich nur mitteilen, das er aus der Abendplanung raus sei, da er am nächsten Tag wandern gehen wollte. Ich überprüfte kurz ob ich den richtigen Ingo angerufen hatte und teile ihm mein Beileid mit zu seiner getroffenen Entscheidung. Ich informierte ihn zwar noch über den weiteren Verlauf des Abends, das es noch nach Hilkerode gehen sollte, aber auch da war nichts zu machen.

Nach dem Telefonat verlegte ich sofort nach drinnen. Man möge sich erinnern, ich hatte unglaublichen Durst und meine Blase war schon auf die Größe einer Wassermelone angewachsen. Und dann kommen einen Rentner in die Quere. Was ich ganz besonders liebe sind ja Massen an älteren Leuten die vor einem her gehen. Ich habe nichts dagegen, das sie ein wenig langsamer sind oder die Treppe nicht mehr so schnell hoch gehen können. Keineswegs. Aber wogegen ich etwas habe das sind plötzliche Stops auf der Treppe oder in Eingangstüren, weil man zufällig seinen Nachbarn getroffen hat, mit dem man vor der Tür schon drei Stunden lang gelabert hat. Ohne Vorwarnung bleibt Kollege Geront einfach stehen und blockiert den natürlichen Verkehrsfluß. Bei so was da fällt mir ein Ei aus der Hose. Wenn ich nicht so gut erzogen wäre dann hätte ich den Spezialisten die Leviten gelesen, aber der Respekt vor dem Alter hielt mich dann zurück. Man darf einen Mann nicht aufhalten wenn er dringend auf die Toilette muß oder Durst hat oder Beides. Das kann Böse enden und das Eichsfelder Tageblatt hat am Samstag Morgen einen Sensationsreport über einen Amoklauf zu berichten. Nach mehreren Stopattacken habe ich es dann auch zur Toilette geschafft und wieder in den Innenbereich. Dort wurde mir dann gleich ein Platz zugewiesen und ich schnappte mir das Glas von Holger. Wer zum Rauchen raus geht, der kann auch noch Bier mit bringen. Es folgten nun weiter kurze Reden und dann wurde das Buffet frei gegeben. Essen hatte ich zwar nicht mit eingeplant, aber gestört hat es auch nicht. Es war lecker, aber nicht mit den Freuden zu vergleichen welches das Bier bereitete. Da wurde nun einiges wieder gut gemacht, denn die Bedienung sah zum einen recht hübsch aus und brachte zum zweiten immer volle Tabletts mit Pils an den Tisch. Dumm nur das die Feuerwehr Westerode vor Kopf saß und somit immer am Verteilen war. Und nach außen hin sah es so aus, als würden wir das alles bestellt haben. Der Durst wurde fix gestillt, doch die Bedienung war der Meinung uns immer weiter mit Pilsen zu beliefern. Eine sehr gute Kraft, wie ich hier noch mal betonen möchte, aber so schnell konnten wir nun auch nicht trinken. Wir gaben uns zwar alle Mühen, aber hingen dennoch hinter her. Es wurde munter verteilt.

Die Grundversorgung mit Bier war erstmal sichergestellt und die Uhr tickte unaufhörlich, denn Holgers Frau holte uns schon um 2300 Uhr wieder ab. Aber da sollte ja für uns noch lange nicht Schluß sein, denn es sollte ja noch nach Hilkerode gehen. Dummerweise kam dann die Bedienung mit einem Tablett Schnaps vorbei. Ich entschied mich für den Bismarck, weil ich die dunkele Flüssigkeit als Jägermeister identifizierte. Aber es war ein anderes Zeug welches irgendwas mit Bergen zu tun hatte. Es war klar das ein Kräuterkram sein würde und daher nicht für mich gedacht. Doch ich hörte mich selber davon noch eine Runde bestellen, weil ich ihn mal probieren wollte. Hörte ich Richtig? Da saß ich nun mit dem braunen Zeug im Glas und versuchte ihn zu trinken. Hatte das Bier meine Zunge gelockert? Ich weiß es nicht mehr, aber der Schnaps war nicht sehr schön. Im Mund breitete sich ein widerliches Aroma aus und ich dachte schon, das ein Backenzahn anfing zu wackeln. Doch als der Schluckvorgang endlich eingeleitet wurde war da nichts mehr. Ich bereitete mich auf ein Kratzen vor das man sonst nur beim Verschlucken von Stacheldraht verspürt, aber der Effekt bleib aus. Trotzdem würde ich davon kein weiters Glas mehr trinken. Wie auch, denn Holgers Frau holte uns ja bereits ab. Im Eilgang ging es dann nach Hause, weil wir uns ja noch umziehen mußten. Das wurde schnell erledigt und dann fuhr uns Tobi nach Hilkerode, wo dann der restliche Abend bestritten werden sollte.

Am liebsten würde ich meine Berichterstattung an dieser Stelle abbrechen, aber das kann ich nicht so ohne Weiteres machen. Da ich der Wahrheit verpflichtete bin muß ich es niederschreiben. Schon auf dem Weg zum Schützenhaus kamen alte Erinnerungen wieder hoch. Erinnerungen an Stengel Parties die bis in die frühen Morgenstunden gingen. Die Wiese voller Flaschen und jede Menge vollstrammer Leute. Schöne Erinnerungen also. Am Eingang trafen wir dann erstmal auf Josef S, Bruder von Schmierpopel. Die Ähnlichkeit ist auch verblüffend. Sollte man zu Beginn nicht drauf kommen, das sie verwandt sind, merkt man es spätestens wenn sie anfangen zu lachen. Das gleiche breite Grinsen und die gleiche dreckige Lache. Es wurde dann sogleich Eintritt bezahlt und auf direktem Wege zur Markenkasse gegangen. Und wen traf man da wieder? Josef. Ich fragte mich erneut wie er sich so schnell bewegen konnte. Wurde während meines Gedankenganges überrumpelt und nahm gleich das große Markenpaket. Machen wir uns mal nichts vor, das würde ich eh alle bekommen. Sogleich wurde es in Mischungen investiert. Ich rang ein wenig mit mir selbst, da ich wusste, das wenn ich mit Mischungen anfangen würde der Abend sehr stramm enden würde. Aber was mir nicht klar war, war ja die Stärke der Mischungen. Neugierig wie ich nun mal bin bestellt ich gleich Bacardi Cola und konnte meinen Mund wieder mal nicht halten. Ich bestelle mal wieder mit den Worten: „Einen Bacardi Cola bitte, aber laß beim Bacardi ordentlich die Peitsche knallen!“ Und die Peitsche hat geknallt. Direkt in meine Blutbahn. Die Mischung war hart, aber sie schmeckte gut. Gefährlich war nur der Biertrinkmodus in dem ich noch war. Und der lässt sich nicht so einfach abschalten. In der gleichen Geschwindigkeit lief nun also Bacardi Cola rein. Der Beginn eines sehr grenzwertigen Abends.

Da ich ja in Hilkerode nun auch kein Unbekannter bin, dank meiner Tätigkeit als Jugendfeuerwehrwart trifft man da allerlei Leutchen, mit denen man schon das einen oder andere Bier getrunken hat. Oder man hat von ihnen Trockeneis unter T-Shirt geworfen bekommen. Dieser spezielle Vorfall hatte natürlich mit Regin zu tun. Und wenn man dann mal in Hilkerode ist und auf die ganzen Kaputten aus der Jugendfeuerwehr trifft wird gleich die Frage nach einer Abschlußfeier laut. Der wievielte Teil ist mir ein wenig aus dem Gedächtnis entschwunden, aber die nächste wird auf jeden fall eine kombinierte. Bei der ganzen Zeit ist dann auch immer weiter Bacardi rein geflossen. Und auch die Versuche von Regin die Bedienung zu überreden mir nichts mehr zu geben schlugen fehl. Ich mußte ja auch meine ganzen Marken alle bekommen. Und daran arbeitete ich mit allem Nachdruck. Leider etwas zu hart, denn ab einem gewissen Zeitpunkt kann ich mich nur noch an Schnappschüsse erinnern. Und die sind absolut nicht sehenswert. Es muß wohl ziemlich zum Ende gewesen sein, denn wir wollten wohl aufbrechen. Aber ich dann wohl eher nicht, denn man berichtete mir das ich wieder ins Schützenhaus gegangen bin und das Tanzbein geschwungen habe. Das konnte ja nun gar nicht sein, denn ich gehe ja normalerweise gar nicht tanzen. Diese bösen Gerüchte behaupten, das ich ganz schön abgegangen bin auf der Tanzfläche. Ich muß nun eingestehen, das bei den ganzen Schnappschüssen auch Eindrücke von der Tanzfläche bei waren. Aber ich war immer der Meinung, das ich da nur nach dem Rechten geguckt habe. Anscheinend doch nicht. Doch der feine Kai muß den Bogen ja wieder überspannen. Er meinte nun tatsächlich, das er und ich an einer der dort aufgestellten Stangen getanzt hätte. Das kann nun aber gar nicht sein. Was hier wiederum auffällig ist, das solche Sachen immer in Hilkerode passieren. Jedes Mal wenn ich dort bin artet es aus und hinterher behaupten böse Menschen ich wäre auf die Bühne gegangen oder hätte an Stangen getanzt. Das prangere ich an.

Alles was danach passierte entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe keine Ahnung mit wem ich nach Hause gefahren bin, aber ich weiß das ich noch beim Bäcker war und dort mich mit Käsegebäckteilen eingedeckt habe. Der Hunger übermannte mich einfach. Außerdem brachte mich ein Taxi noch nach Esplingerode nach Hause.

Dort erwachte ich auch am Samstag Morgen und wunderte mich. Wie bin ich dort hin gekommen? Wo zum Teufel ist mein Telefon und warum liegen meine Klamotten auf dem Flur? Die drei Fragezeichen ermitteln schon in dem Fall. Mein Telefon lag dann bei meinem Computer und dort lag dann noch eine Bäckertüte, was mich darauf schließen lassen hat das ich in den frühen Morgenstunden noch Hunger bekommen hatte. Den Inhalt, eine halbe Käsestange, extrahierte ich sogleich in meinen Magen. Was dann vielleicht eine nicht ganz so gute Idee war. Aber für den Anfang machte es Sinn. Nach einem Telefonat mit Porno herrschte weiterhin Unklarheit. Porno wusste nämlich auch nicht wie er nach Hause gekommen ist. Da wir Beide nichts mehr wussten kann es durchaus möglich sein, das wir zusammen im Taxi gefahren sind. Außerdem quälten ihn noch ganz andere Sachen. Er hatte einen seltsamen Geschmack im Mund und ich möchte jetzt hier nicht weiter drauf eingehen. Die Vorratsdatenspeicherung hat auf jeden Fall Spaß bei der Sichtung dieses Gespräches. Gerüchteweise heißt es das Porno wohl in einer nahegelegenen Ecke seinem Mageninhalt noch mal die große Welt gezeigt hat und sich dann Mund abwischend in den Bäckerladen begeben hat. Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Grenzwertig! Nachdem ich dann komplett wieder hergestellt war fuhr ich mir Mittagessen organisieren. Dieses bestand dann kreativerweise aus einer Tiefkühlpizza. Doch der ganze Streß und die ganze Bewegung hat einen guten alten Bekannten auf den Plan gerufen. Also ich wieder zu Hause war, hat sich ein unheimliche Kater angeschlichen uns ich bei mir eingenistet. Die Pizza wurde zwar zubereitet, aber nicht verspeist. So einen immensen Durchhänger hatte ich schon ewig nicht mehr und konnte daher auch nicht damit umgehen. Das alles sollte ich dann aber bessern, als es nachmittags zur Feuerwehrübung ging. Es regnete und es waren nicht alle da, somit gingen wir gleich zum Bier trinken über. Und es ging mir rapide besser. Allerdings fand ich es ein wenig grenzwertig am frühen Morgen mir schon Bier rein zu kippen.

Abends ging es dann zu Bemi in die Bar. Schnitzel fuhr mich freundlicherweise rüber, das hatten wir wohl schon am Vorabend abgemacht, was mir wiederum komplett entfallen war. Nach kurzer Begrüßung und vor allem erneuter Gratulation, da ich ihn schon am Nachmittag beim Einkaufen getroffen habe wurde die Getränkefrage akut. Es waren ja noch nicht so viele Gäste anwesend und daher gab es wohl auch noch kein Bier. Aber als ich dann den Raum betrat, sah Bemi sich gezwungen Bier heran zu schaffen. Ich weiß zwar nicht warum, aber ich scheine eine derartige Ausstrahlung zu haben. Dabei gebe ich mich immer recht friedlich. Ich hatte aber auf der anderen Seite auch nichts dagegen, wenn es jetzt sofort an das Bier trinken gehen würde. Ganz im Gegenteil. Bemi hatte vorsorglich Faßbier besorgt. Und nicht irgendein Faßbier. Jeder kann sich hinstellen und eine Zapfanlage zu besorgen und das ganze Equipment sich in den Keller stellen. Aber Bemi hatte ein 15 Liter Faß von Krombacher besorgt. Und das ließ sich ohne Zapfanlage bedienen. Man mußte nur einen Zapfhahn in das Faß hämmern und dann konnte es los gehen. Da stellt sich jetzt nur die Frage, ob man den Zapfhahn ordentlich hinein bekommt. Man kennt ja die allzu lustigen Videos in denen danach eine Bierdusche das Resultat war. Insgeheim wünschte ich mir das dann und freute mich schon auf einen 15 Liter oralen Einlauf und überlegte schon ob der Magen das alles fassen kann. Außerdem berechnete ich als fähiger Ingenieur schnell die Flugbahn des Zapfhahns und stellte fest, das die Mauer auf der Gegenseite stark genug wäre um das Geschoß aufzuhalten sah ich zu das ich nicht in der potentiellen Flugbahn des Zapfhahns stehen würde. Doch Bemi war ein Meister des Hämmerns und es gingen nur wenige Tropfen daneben. Los ging es mit dem Zapfvergnüngen. Es war einfach Klischeehaft. Die Frauen saßen drinnen und redeten und die Männer, bestehend aus Florian, Bemi und mir, standen vor dem Zapfhahn und freuten sich ein zweites Loch in den Hintern, da man zum Einen es hinbekommen hat, das Bier nicht zu verschütten und zum zweiten hat man Bier aus einem Faß bekommen, was Unmengen an Glückshormonen ausströmt.

Kurze Zeit später trafen dann weitere Gäste ein und die Runde wurde langsam voller. Florian machte im Verlauf des Abends dann ein echt verlockendes Angebot. Er bot an, bei weiter kommen der deutschen Mannschaft bei der EM könnte man ja am Donnerstag Abend in Hannover zum public viewing und ich im Anschluß ordentlich die Mütze voll knallen in der Innenstadt. Hieße aber dann das ich am Freitag Urlaub nehmen muß und das passt nicht wirklich. Denn ich muß ja am Freitag schon wieder zu nächsten Hochzeit. Das alles in einen eh schon vollgestopften Terminkalender unter zubringen grenzt fast an das Unmögliche. Also mußte ich schweren Herzens absagen. Da wir mittlerweile weiter sind, wäre es echt verlockend gewesen. Ich spülte die Gedanken an das Erlebnis mit ein paar frisch gezapften Pilsen weg. Da es dann auch irgendwann anfing zu regnen verlegten wir nach drinnen und ich führte mir ein wenig fest Nahrung zu. Wer weiß wie lange der Abend noch gehen würde und die Pizza, die dann später am Nachmittag zum Teil den Weg in meinen Magen gefunden hatte, hielt vielleicht nicht lange vor. Außerdem wurde Fußball geguckt. Der Weg zum Bierfaß war zum Glück nicht weit und die Gläser waren schnell voll. An der Wand hingegen lockte ohne Zweifel der Havana Club. Ich gab mir aber selber die Vorgabe noch bis 2300 Uhr der Versuchung zu entsagen. Zu sehr hing mir noch die Erinnerung oder besser gesagt die entfallen Erinnerungen des Vorabends im Gedächtnis. Auch wollte ich einen Kater wie ich ihn ein paar Stunden zuvor gespürt habe nicht erneut erleben. Einmal am Wochenende ist schon zu viel. Einmal im Monat aushaltbar. Das eine Mal hatte ich nun hinter mir und der Juni hat noch ein sehr hartes Wochenende für mich parat. Außerdem schmeckte das Pils noch extrem gut.

Wenn ich in der Bar unterwegs bin, dann treffe ich immer die Leute mit denen ich nicht jedes Wochenende verbringe, was immer recht nett ist. Sieht man sich nicht so oft, dann hat man sich auch mehr zu erzählen. So ist der Lange nun in Frankfurt beschäftigt und hat die Wohnung von Christian R., einem alten Schulkollegen bezogen. Er war allerdings ein wenig traurig darüber, das Christian demnächst seinen enorm großen Fernseher wieder abbauen will. Außerdem beschwerte er sich ein wenig über die langen Arbeitszeiten. Verglichen mit dem Studium ist das natürlich sehr hart. Ich kenne das, war ich ja auch mal Student. Natürlich habe ich als Student schon unheimlich hart gearbeitet und mir selten Freizeit gegönnt. Trinken war ich schon gar nicht und wenn man sich erzählt, das ich Mittwochs immer im Thanner’s zu sehen war, dann sind das alles böse Gerüchte. Übrigens gelten im Internet geschriebene Geständnisse nicht vor Gericht. Hoffe ich mal. Falls Gott dieses lesen sollte, dann habe ich einen Freifahrtschein in die Hölle. Aber da hängen wahrscheinlich eh die cooleren Leute rum. Zurück zum Hauptgrund, dem Trinken. Das Faß nährte sich langsam dem Ende entgegen und Bemi wollte noch ein Altbierfaß anstechen. Gut, da habe ich prinzipiell nichts gegen einzuwenden, machte mir aber bereits Sorgen, wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit. Ich wollte ja bald auf Mixgetränke umsteigen. Aber so ein bis acht Altbier passen dann immer noch in den Schlund rein. Hoffte ich.

Das Altbier schmeckte nach den ganzen Pilsen ein wenig seltsam, aber man gewöhnte sich schnell an den Geschmack. Doch unaufhaltsam tickte die Uhr in Richtung Umschwung. Der Doktor ist bereits umgestiegen und auch sonst tranken alle Mischungen. Ich hörte die attraktive Falsche an der Portionieranlage rufen und konnte einfach nicht mehr widerstehen. Allein schon die Flaschenhalterung an der Wand überredet einen doch schon zum Trinken. „Komm her, du Lump!“, hört man sie sagen, „Hier gibt es, was du jetzt brauchst. Und alles so einfach. Das Glas einfach unter die Flasche drücken und schon kommt das Elixier des Lebens heraus!“ Ich gab nach, forderte umgehend ein Glas mit entsprechendem Havana Club Inhalt. Tallau, der mir die Mischung bereitete, addierte sogar noch ein wenig Eis. Das war allerdings überflüssig, da ich sie fast inhalierte. Sie war lecker. Sie war unglaublich lecker. Havana Club gehört einfach zu den großartigsten alkoholischen Getränken auf der gesamten Welt. Es kann durchaus sein, das ich hier ein wenig in die Schwärmerei abdrifte, aber das kann daran liegen, das ich schon seit Ewigkeiten keinen mehr getrunken habe. Der Vorabend wurde ja vom ruppigen Bruder Bacardi bestritten. Un dich glaube das war gar kein echter Bacardi der in Hilkerode kredenzt wurde. Wie ich darauf komme, solche infame Behauptungen loszulassen? Ich berufe mich da auf die Geschmacksnerven eines wahren Kenners. Felkl, auch unter dem Namen Bacardi-Felkl bekannt, kann die Echtheit an den Nachwirkungen bestimmen. Hat er am nächsten Kopfschmerzen und einen immensen Kater, dann war es billiger weißer Rum. Ansonsten hat er Glück oder es war eben echter Bacardi. Gut, ein Spätwarnsystem ist relativ nutzlos, aber man kann halt bestimmen ob einem Fusel serviert wurde. Und bei meinem Kater war es bestimmt fuseligster Fusel den man nur bekommen kann. Aber ich weiche mal wieder vom Thema ab. Havana Club macht man nicht nach. Besser gesagt, habe ich davon noch keine billige Variante gefunden. Was vielleicht auch besser so ist.

Ich war also bereits im gelobten Land und betrank mich mit Havana. Was sollte jetzt noch passieren? Man stand mal hier man stand mal da. Man unterhielt sich über dies und das. Man fotografierte den Langen beim Essen und betrank sich langsam aber sicher mit Havana Club. Und man lauschte der Musik. Ein weiteres Merkmal der Bar ist die Differenziertheit der Musik. Je nachdem wer gerade am Rechner steht, wird einem die unterschiedlichsten Musikrichtungen um die Ohren geballert. Bemi steht mehr auf Scooter und dreht dann auch gerne mal auf. Wohin gegen Tallau auch mal gerne die Richtung des JT Kellers bevorzugt. Also quer durch den Garten aber immer sehr Partygarantiert. Derart durchgeschüttelt durch verschiedene Rhythmen fiel dann auch der exzessive Einsatz des Nebelwerfers nicht mehr auf. Das Ding ist recht klein und unscheinbar, aber war im Permanenteinsatz. Die Bar glich einer Nebelhölle. Es waren auch nicht mehr so viel Gäste anwesend, sonst hätte man sich recht oft irgendwo angestoßen. Ich fand es ehrlich gesagt sehr schade, das viele schon so früh abgehauen sind. Daraufhin erntete ich etwas später ein Kommentar, der aussagte, das nur ich 0300 Uhr als früh abhauen bezeichnen würde. Ist schon was dran. Nun ja, der Nebel war drei Mal dicker als in jedem „Jack the ripper“ Film aus den späten 60ern. Dafür kam dann aber die Laseranlage richtig zur Geltung. Und ich habe meinen Fotoapparat mal auf seine Fähigkeit im Dunkeln zu fotografieren getestet. Die Ergebnisse waren teilweise recht gut. Das ein paar Fotos nichts geworden sind, kann natürlich auch an meiner unruhigen Hand gelegen haben, hervorgerufen durch den noch nicht zu übermäßigen Havana Club Konsum. Ehrlich gesagt, kann man davon gar nicht zu viel konsumieren.

Da sich die Reihen lichteten und man auch gar nicht mehr so richtig sah wer denn noch alles da ist, machte ich mir langsam Gedanken über eine Rückfahrt. Erschwerend kam hinzu das nicht mehr so viele da waren. Aber drei Leute aus Nesselröden waren noch da und die habe ich dann erstmal angehauen, ob sie mich denn in Westerode rausschmeißen würden. Ging natürlich klar. Nach kurzer aber knapper Verabschiedung, bei der ich den Bemi nicht mehr ganz verstand, da wir in unterschiedlichen Alkoholzuständen wären, ging es dann zu einem Gefährt, dessen Silhouette ich rein gar nicht zu ordnen konnte. Auch das Innenleben nach besetzen der Fahrgastzelle kam mir fremd vor. Auf Nachfragen wurde mir mitgeteilt das es ein KIA sei. Oha, Schlitzitechnik vom Feinsten. Soll ja nichts schlimmes sein, habe ich doch meine Autobesitzerkarriere auch mit einem Reiskocher von Toyota begonnen. Ein wunderbares Auto, welches ich dann aus voller Dankbarkeit in den Graben gesetzt habe. Auf der Rückfahrt ist irgendwas mit mir passiert. Ich kann nicht sagen was, aber ich hatte plötzlich das Bedürfnis mich mitzuteilen. Betrachtet man meinen fortgeschrittenen Havana Zustand und setzt ihn in Relation zu der Uhrzeit und dem eingeatmeten Rauchmittel konnte dabei eigentlich nichts vernünftiges heraus kommen. Kam es auch nicht, aber es war eine recht spaßige Rückfahrt, die ich glaube ich allein unterhielt. Als man mich dann in Westerode aus dem Auto ließ, stellte ich sofort fest, das es schon langsam hell wurde. Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir zwei Sachen. Zum einen, das es um 0408 Uhr schon hell wird und zum anderen, das ich betrunkener war als ich gedacht habe. Die frische Luft schien alle schädlichen Stoffe aus meinen Lungen zu fegen und der frische Sauerstoff stellte lustige Dinge in meinem Kopf an. Außerdem glaube ich auch das frische Luft einen seltsame Dinge tun lässt. So war ich zum Beispiel froh, das ich „Das Lied der Niedersachsen“ als mp3 File auf meinem Telefon hatte. So konnte ich mit Marsch und Gesang nach Hause gehen.

Meine Augen öffenten sich zu einer unbestimmten Uhrzeit. Und es ging mir gut, was ich mir auch gewünscht hatte, als ich am Abend vorher am frühen Morgen die Augen zugeschlagen habe. Anscheinend war der Freitag Abend als oberes Maß festgesetzt worden für das Wochenende. Es war auch der erste Sonntag an dem kein Fußball war. Was sollte ich bloß den ganzen Tag machen?


Bachelor party double team

13/06/2008

Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen der Junggesellenabschiede. Am Freitag war der Florian dran und am Samstag dann der Jens. Und Samstag sollte es verdammt früh los gehen. Außerdem fing die EM an und ich hatte Sonntag Abend Thekendienst. Hört sich nach einem verdammt harten Wochenende an. War es dann auch, aber möge sich der geneigte Leser selbst überzeugen. Vorweg schon mal eine Warnung, dies wird wieder ein langer Eintrag. Ich versuche mich immer kurz zu fassen, aber es gelingt mir noch nicht so ganz. Man möge noch ein wenig Geduld haben. Irgendwann werde ich es schon schaffen. Aber dann werde ich wohl Beschwerden von der anderen, noch ruhigen Seite bekommen, die sagen, das früher meine Einträge besser waren. Da wo sie noch über mehrere Seiten gingen. Es ist immer schwer den Mittelweg zu finden. Also habt ein wenig Geduld.

Freitag nach dem Feierabend war verdammt stressig. Ich nehme mir ja immer einen straffen Zeitplan vor, den ich dann konsequent nicht einhalte, weil kleine Sachen einen immer aufhalten. So auch diesmal. Ich schaffte es gerade zu dem vereinbarten Zeitpunkt am Treffpunkt zu sein. Zu allem Überfluß rief mich Andre, der den Junggesellenabschied organisierte, vorher noch an und fragte ob ich nicht kleine Schnäpse besorgen könnte die Florian dann verkaufen sollte. Klar, mache ich doch gerne und ich bin ja die Blicke bei Klingebeutel schon gewohnt. Dermaßen gut ausgerüstet mit Schnaps fehlte eigentlich nur noch das Pils, welches aber von mir nicht mehr transportiert werden konnte. Also gingen dann Görtler und Kai noch mal los und besorgten eine Kiste Bergbräu. Die ganze Bagage war versammelt, jeder trank Bier und wir konnten endlich gen Göttingen aufbrechen. Dort wollten wir den Florian dann abholen und natürlich überraschen. Er wusste wohl nichts davon und Andre soll schon da sein, damit er keinen Verdacht schöpft. Das dunkle Bier schmeckte vorzüglich und auch die zweite Kanne die ich mir vorsorglich in Günners Luxuskarrosse mitgenommen habe, reichte für die gesamte Fahrt.

In Göttingen angekommen kontaktierte ich zunächst mal den Andre, der dann eine flüchtige und nicht ganz schlüssige Ausrede fand aus Florians Wohnung auf den Parkplatz zu kommen. Nun ja, nach diesem eher dilettantischen Täuschmanöver ist wohl Florian dann auch auf den Trichter gekommen, das da irgendwas nicht ganz Tango ist, aber früher oder später mußte er es ja erfahren. Andre kam also runter und zog sich schnell sein T-Shirt an, dann gingen wir alle geschlossen wieder hoch. Florian guckte begeistert obwohl er ja wusste was nun auf ihn zukommen würde. Er mußte also das T-Shirt an ziehen das ihn eindeutig als Junggesellen auszeichnete und eine Art Preisliste umhängen. Andre hatte das während der Arbeitszeit in seinen Pausen auf der Arbeit gemacht. Das Band welches mitgebracht hat war natürlich mit Stahlseele und ließ sich ganz beschissen binden. Aber man bekommt ja alles hin. Weiterhin nähte ich es noch am T-Shirt fest, damit es nicht dauernd von der Schulter rutschte. Was tut man nicht alles für seine Freunde. Stärken konnten wir uns auch noch und zwar mit einem überaus leckeren Becks. Das wunderte mich eigentlich ein wenig, da ja Florian ansonsten eher zu Nörten-Hardenberger greift. Als Student durchaus verständlich.

Los ging es dann in Richtung Stadt. Man muß hier nun beachten, das Florian bisher nur zwei Pils getrunkne hatte, da ist die Hemmschwelle reichlich hoch. Er sollte ja laut seiner Preisliste ordentlich Sachen verkaufen, vorzüglich an Frauen. Wir trafen schon ein paar mittleren Alters auf dem Weg in Richtung Stadt, aber Florian wollte noch nicht so richtig. Selbst eine recht spacig angezogene Dame die sich Geld aus der Sparkasse besorgte wollte nichts kaufen. Dabei hatte sie so schöne silberne Pomps an. Weiter ging es also in Richtung Innenstadt und der Weg zog sich mehr hin als erwartet. Was tut man da, genau man trinkt einen Schnaps. Vorzüglich einen Löwentor oder in meinem Fall einen Euzenberger. Besser gesagt zogen wir blind aus dem Jutebeutel und ich ergriff eine schlanke Flasche. Nun hätte das eine Flasche Löwentor oder aber Euzenberger sein können. Noch hatte ich Glück und es war Euzenberger. Wenn man in diesem Fall von Glück reden konnte. Auf unserem Weg in die Stadt berichtete Thiele von einem Pinguin Diebstahl, den ich sehr amüsant fand. Also so einen Pinguin hätte ich auch gerne zu Hause. Obwohl er dann nur noch in Bier baden würde. Ob ihm das wohl gefallen würde? Weiterhin trafen wir auf eine Gruppe gemischten Alters die sich einfach mal so an eine Straßenecke setzten und sich Bier in den Kopf laufen ließen. Natürlich war klar, das gleich wieder die passenden Kommentare kamen. Diesmal aber auf Florians Rechnung. Er solle doch seine Freunde begrüßen und nicht so schüchtern sein. Das Gelächter kann man sich hier ja vorstellen. Nach einer kleinen Konversationen mit den, sagen wir mal, Obdachlosen konnte Florian der einzigen Frau auch einen Kuß verkaufen. Es war natürlich eine Schönheit und ich hatte erst Bedenken ein Foto zu machen, da meine Kamera eventuell kaputt gehen könnte.

Als wir dann in der Innenstadt ankamen war klar, das wir demnächst was essen mußten. Doch was ist bekanntlich größer als Hunger? Der Durst und den wollten wir zunächst stillen. Als wird dann den Blick ein wenig schweifen ließen fiel uns sofort eine kleine Eckkneipe auf, die den Namen Warsteiner Stübchen trug. Die Größe und der Name sagte schon alles. Hier würde es nicht nur schlecht schmeckendes Bier geben, sondern auch das eine oder andere Original. Sprich Harz IV Empfänger waren hier Willkommen. Für uns genau der richtige Start. Also enterten wir das Lokal und trafen lauter nette Leute. Und das ist kein Witz. Wir wurden freundliche aufgenommen und keiner hat da irgendwie rumgepöbelt oder uns von der Seite angemacht. Dafür bestellten wir auch gleich 15 Bier. Der Durst trieb es dann rein. Auch wenn es Warsteiner war löschte es den Durst nur teilweise und wir entschlossen uns eine weitere Runde zu ordern. Philip entschied sich dazu den DJ zu machen und blätterte die lokale Jukebox durch. Dort gab es dann so Kracher wie Pur aber auch das Leid der Niedersachen, welches sofort rein gemacht wurde. Laut schmetterten wir alle mit. Ich jedenfalls schmetterte mit und hörte die anderen gar nicht. Das fand ich dann doch sehr traurig, da man als Niedersachse doch ruhig mal dieses schöne Lied auswendig können sollte. Florian hatte nun die Hemmschwelle fallen lassen auf ausdrücklichen Wunsch der Gruppe. Er machte sich gleich mal daran und versuchte den anwesenden Damen den Schnaps anzudrehen. Welches auch ganz gut klappte. Besonders die Silke hinter der Theke fand das alles ganz toll. Einem älteren Herrn an der Theke wurde ein Löwentor angedreht was mir fast schon leid tat, denn morgen würde er mit einer Kehlkopfverätzung im Krankenhaus liegen. Aber das Gegenteil trat ein. Er meinte das Zeug würde ganz gut schmecken. Oha, hier waren wir richtig.

Dennoch mußten wir weiter ziehen und suchten als nächstes Zeil eine nahe gelegene Dönerbude aus. Dort wurde dann das Kollektive Abendmahl eingenommen. Da wir aber 15 Leute waren war es also nicht das letzte Abendmahl. Die Döner waren eine wahre Wohltat und schmeckten vorzüglich. Auch das umherstehende scharfe Gewürz wurde großzügig verwendet. Dies machte den Döner erst richtig schmackhaft. Ich esse ja gerne scharf. Da nun durch einige Kehlen schon genügend Bier geflossen war um ein wenig Schabernack zu treiben wurden gleich mal Mutproben geprobt. So sollte Kai einen Löffel des scharfen Gewürzes essen. Was er aber nicht machte und sich anstellte wie ein kleines Mädchen das man den Löffel weg genommen hatte. Ich hingegen wehrte mich nur ein wenig und haute das Zeug weg. Wenn man es nicht zu lange im Mund behält und es mit einer dicken Schicht aus Spucke ummantelt dann ist es auch gar nicht mehr so schlimm. Als ich dann wieder klare Bilder sehen konnte Trotzdem brauchte ich ein wenig Bier zum runter spülen. Zum Glück stand Kais Bier ja gerade rum. Görtler tat es mir gleich und verleibte sich auch einen Löffel ein. War also halb so wild. Vollmer hingegen mußte erneut sein Glück bei den jungen Damen am Nachbartisch versuchen. Die ließen ihn aber kalt abblitzen. Daraufhin setzte sich Philip in Gang der wohl Gefallen an einer der Beiden gefunden hat. Aber auch er wurde abgeblitzt, was sich folgendermaßen erklären ließ. Eine der Beiden kannte wohl eine Ex-Freundin von Philip und wie sich herausstellte haben sie auch schon mal zusammen Sylvester gefeiert. Philip allerdings konnte sich an nichts mehr erinnern und trat lieber den strategischen Rückzug an. So kann es gehen.

Wir mußten also weiter ziehen frisch gestärkt und nach allerlei Gewürzen aus dem Mund reichend ging es dann in Richtung Thanner’s. Bis dorthin liefen uns aber jede Menge junger, hübscher Frauen über den Weg die Florian ja mit Schnäpsen beglücken könnte. Der größte Teil lief einfach weg und ich glaube manche haben sogar dabei geschrien. Aber es gab ja noch das Gänseliesl wo sich viel Pack Volk aufhielt. Die jungen Damen wollten aber dem Florian nichts abkaufen. Eigentlich verständlich, wenn man beim Versuch etwas zu verkaufen von einer Horde Männern in schwarzen T-Shirts umlagert wird. Doch ein Mann, der rein äußerlich aus dem Nahen Osten stammen könnte, machte ein Gruppenfoto von uns. Falls wir also demnächst auf einem Al-Quaida Poster auftauchen sollten, dann mache man sich bitt keine Sorgen. Auf dem weitern Weg zur nächsten Kneipe belästigte Florian dann och ein paar Gäste eines nahe gelegenen Kaffees. Man muß aber dazu sagen, das er keine große Wahl hatte, denn der schwarze Block, gebildet von uns, saß ihm ja im Nacken. Auf dem weitern Weg zum unserem Zielort trafen wir dann auf einen weiblichen Junggesellenabschied und die junge Dame kam mir irgendwie bekannt vor. hier half dann nur direkte Konfrontation und wir kannten sie wirklich. Sie war die Schwester von Sylvia und erkannte dann nach kurzer Neuorientation uns alle als Westeröder. Nachdem dann kurz Unterschriften und Schnäpse getauscht wurden, ging die Wanderung weiter. Dann endlich kamen wir beim Thanner’s na und ich freute mich schon sehr auf ein Hefe Weizen.

Voller Vorfreude stürmte ich in den Laden hinein und fand ihn recht leer vor, was vielleicht auch mit der frühen Uhrzeit zusammen hängen könnte. Der Großteil der Gruppe wollte dann draußen sitzen, was sich dann auch wieder als Problem herausstellte, da wir keine zwei Tische hintereinander bekamen. Was sich alles so für Probleme beim Saufen auftun. Wir haben es dann einigermaßen gemanagt das wir alle saßen und jeder was zu trinken bekam. Das bestand dann aus Becks und nicht aus Hefe Weizen, was mich zu einer kleinen Träne veranlasste. Die aber nach dem Konsum der ersten paar Schlucke wieder verschwand. Becks war zwar ein Ersatz, aber ein Hefe gehört irgendwie zum Thanner’s wie Jessica Alba an meine Seite Sommer und Grillen. Während wir also saßen und lustige Anekdoten austauschten kam eine kleine Gruppe an Polizisten die Straße hoch. Sie gingen sogar in Reihe was alle sehr verwunderte und den einen oder anderen zu dummen Sprüchen hinreißen ließ. Ich verkniff mir jegliche Kommentare, da ich dann doch den Schlagstock fürchtete. Der seltsame Auftritt offenbarte sich aber erst später, als dann noch mehr Polizisten, eine kleine Gruppe Demonstranten und noch ein paar mehr Polizisten mit Fahrzeugen aller Art auftauchten. Die Gruppe an Demonstranten war sehr übersichtlich. Die Anzahl an Polizisten war größer. Das Recht auf Versammlung ist ja schön und gut, aber ich möchte mal wissen was diese Winzdemonstration an Steuergeldern gekostet hat? Die Demonstration hatte das Thema gleichgeschlechtliche Liebe und mehr Macht den Frauen. Auch das ist schön und gut und wer dafür demonstrieren will dem sei es gelassen. Wie man dann nun mal so ist bei einem Junggesellenabschied, angetrunkne und in fantastischer Laune, lässt man ja auch mal den einen oder anderen blöden Spruch. Mal ablehnend, aber auch mal zustimmend. Es gab alles. Das war den Demonstranten aber egal, denn sie zeigten uns alle den Mittelfinger und beschimpften uns. Ich dachte ich höre nicht richtig. Was sollen denn solche Aktionen frage ich mich da? Auf der einen Seite demonstrieren sie für ihr Sache und dann zeigen sie den Zuschauern den Mittelfingern. Dann sollen sie doch in ihrer Wohnung demonstrieren, wenn sie keine Kritik ab können oder von mir aus auch im Waschkeller des StuWos. Oder auf dem Euzenberg. Da kostet es dann auch dem Steuerzahler nicht so viel Geld, wenn ein paar Idioten ihre Meinung kundtun die keinen interessiert. Ich habe nichts gegen Polizeieinsätze und gegen Demos. Aber beschimpfen lassen muß ich mich von solchen Demonstrations-Nazis auch nicht, wenn ich in Ruhe mein Pils trinken will! Nun ja, Florian hatte mittlerweile ein paar Kommilitonen getroffen, die sich uns kurzer Hand anschlossen. Andre hin gegen war dann plötzlich drinnen und hatte da Jemanden getroffen mit dem er Tequila Sunrise trank. Ist klar geworden, denn normales Bier haut ja nicht so schnell rein, da müssen erstmal ein paar Cocktails in den Schero gekloppt werden. Mit diesem leckeren Getränk ging es dann nach draußen und dort wurde dann zum Aufbruch getrunken. Andre schaffte den Cocktail aber nicht mehr und gab ihn mir. Als ich kurz nicht aufgepasst hatte war das Glas leer. Jemand hat ihn in meiner Hand ausgetrunkne. Die anderen behaupten zwar das ich es selber gewesen sein, aber ich glaubte ihnen kein Wort.

Die ganze Aufregung war vorbei und wir wollten weiter. Nachdem circa drei Runden den Schlund hinunter gelaufen sind, gab es eine Standortverlegung. Eigentlich sollte es weiter in Richtung Stadt gehen, aber wir kamen am Schröders vorbei, wo wir dann auf Christian H. trafen. Also bleiben wir dort kurz stehen und tranken weiter Bier. Das Schröders ist eine Kneipe die ich vorher immer gemieden habe, weil sei mich einfach nicht ansprach. Die Leute die wir da trafen waren aber allesamt recht nett und auch hübsch. Aber das war eigentlich schon egal, da wir alle extrem gut drauf waren. Man mischte sich unter das Volk und verwickelte sich in Gespräche. Das klappte soweit ganz gut und als Pils gab es Jever. Sehr zu meinem Geschmack. Ich machte hauptsächlich Fotos, da mir Konversation mit fremden hübschen Frauen nicht so lag. Mein Zeitfenster war noch nicht wieder da. Ich mußte auch übrigens feststellen, das ich an einem Abend mehrer Zeitfenster hatte. Nachdem ich die Fotos sondiert habe, sind mir da ein paar wundervolle Schnappschüsse gelungen. Die niemals an die Öffentlichkeit gelangen dürfen!

Damit es nicht zu sehr ausartete zogen wir weiter. Christian ist übrigens auch schon gegangen und gab mir noch den Hinweis, das wir am nächsten Morgen früh starten würden. Er gehörte auch zu der Truppe vom Junggesellenabschied von Jens. Ich nahm mir den rat zu Herzen und vergaß ihn gleich wieder. Was Bier und die Aussicht auf Bier so alles anrichten kann. Unsere nächste Station hieß MaxL, eine kleine Bar/Cafe/Erlebnisgastronomie. Ich ging hier mal gerne hin, was einzig und allein an einer Bedienung lag. Sie war sehr hübsch, fiel genau in mein Attraktivitätsmuster und lächelte mich und bestimmt jeden anderen Gast immer so nett an. Leider traute ich mich auch hier nie sie anzusprechen. Daher hoffe ich irgendwie das ich sie irgendwann mal im MaxL wieder treffen würde. Aber das sind wohl Luftschlösser, da sie wohl damals schon Studentin war und nun bereits Oberärztin in der Hamburger Charitè. Oder so. Zu meiner großen Überraschung war sie nicht da und dabei wollte ich sie heute bestimmt ansprechen. Also ertrank ich meinen Frust im Alkohol. Da ich schon stramm war machte es auch nichts mehr. Wir schwenkten erneut um auf Becks. Bei herben Bieren ist dann die Kopfschmerzgefahr eher niedrig. Wobei es mittlerweile eh egal war. Bei mir jedenfalls. Ich war mir sicher am frühen Samstag Vormittag schon wieder Bier zu mir zu nehmen, was einen dann die Kopfschmerzen auf ein Mal vergessen ließ. Die Überschüttung an Glückshormonen halten die Kopfschmerzen nicht stand. Auch hier wurde wieder in lockerer Runde zusammen gesessen, Scheiße gelabert und Bier getrunken. Das hört sich zwar hier nicht im entferntesten lustig an, war es aber alle Mal. Ein Problem ist, das bereits hier leichte Gedächtnislücken eintreten. Daher schreibe ich jetzt einfach mal, das die Runde erneut aufbrach und weiter zog. Seltsamerweise führte unsere Bahn uns in Richtung Alpenmax oder was auch immer dahinter lag.

Auf diesem Weg passierten wir eine Kneipe in die ich schon immer mal einfallen wollte, es mich aber nie getraut habe, da dort eher älteres Publikum verkehrte. Warum sollte man also nicht den Junggesellenabschied dazu missbrauchen. Rein in die Bude und ordentlich bestellt. Betritt man mit der Aussage „15 Bier, bitte!“ eine Kneipe ist man immer gern gesehen. Wir besetzten einerseits einen großen Stammtisch und andererseits belagerten wir die Theke. Man muß halt alle wichtigen strategischen Positionen bedecken. Außerdem machten wir uns kollektiv über die angebotenen Knabbersachen her. Da leider nicht genügend Schalen zur Verfügung standen wurden dann die Leckereien auf den umher liegenden Zeitungen verteilt. Das mag vielleicht nicht unbedingt appetitlich sein, aber besser als wenn man die Salzstangen auf dem Tisch verteilt. Wie man hier sieht wurden schon wieder grundlegende Regeln bei Kneipenbesuchen außer Acht gelassen. Niemals in die Schüssel mit den Knabbereien greifen. Sonst bekommt man schnelle Genitalherpes als einem lieb ist! Wenn also nun genügend Bier konsumiert wurde wird auch schnell mal zum Gesang gegriffen. Wie es vielleicht schon bekannt sein sollte, singt der zukünftige Bräutigam recht gerne. Besonders deutsches Leidgut hat es ihm angetan. Ich muß hier nicht extra erwähnen, das es sich um politisch reines Liedgut handelt. Besonders beliebt „Das Lied der Niedersachsen“. Es gehört auch zu meinen wenigen deutschen Favoriten. Während der Großteil also am Stammtisch saß und aus vollem Halse Lieder schmetterte machte Andre sich Gedanken über den weitern Verlauf des Abends. Er entschied dann mehr oder weniger spontan, das wir noch in das Moonlight gehen sollten. Also wurde kurzer Hand eine Kutsche gerufen, die alle Anwesenden aufnehmen konnte. Während der Wartezeit verkaufte Florian munter weiter seine Schnäpse. Seltsamerweise bot er seine Küsse gar nicht mehr feil. Was auch erschwerend hinzu kam war das Schnäpse der Marke Löwentor und Euzenberger im Überfluß vorhanden waren, wohingegen die süßen Dinger bald aus dem Jute-Beutel entschwanden. Pech für die Käufer, denn sobald sie sich den Schnaps in den Schlund schütten würden, würden sie ihr blaues Wunder erleben. Der direkte Vergleich zum Gurgeln mit Domestos biete sich hier an für jungfräuliche Kehlen. Wer jetzt etwas perverses gedacht hat, möge bitte hinter den Strafmasten gehen und sich schämen!

Die Kutsche brachte uns ohne Umwege zum Moonlight, den älteren Veteranen noch als Lecatier bekannt. Das Moonlight ist, sagen wir mal eine exotische Tanzbar, mit Aluminium Stangen auf der Theke. Und was dort passiert, das werde ich nun feinst säuberlich niederschl§$%)“§§

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Wieder raus aus dem Moonlight genossen alle die frische Nachtluft. Es war nett, das muß man schon mal zugeben. Philip stieg die ganze Sache aber dann doch ein wenig zu Kopf und er erklomm ein Bushaltestellenschild. Die Dinger sind nun nicht gerade niedrig und ich reif mir schon mal die 5 W in den Kopf die man bei einem Notruf herunterrattern muß. Das Taxi kam recht bald und es gab nur ein Ende für diesen Abend. Das Alpenmax lockte mit seinen alkoholischen Rufen. Andre entschied sich dann den Heimweg anzutreten, da er am nächsten Tag relativ früh aufstehen wollte, er nahm dann noch Florians zukünftigen Schwager mit, der zwar nicht so früh raus musste, aber nicht mehr so frisch aus der Wäsche gucke. Vokke wollte sich auch anschließen, aber nachdem er erfahren hatte, das es wohl zu Florian gehen würde und nicht ins Eichsfeld entscheid er sich für das Alpenmax. Das Alpenmax ist eine Stätte die anscheinend eine Gedächtnisentzugsmaschine installiert hat. Denn ich kann mich an nicht mehr viel erinnern. Ich weiß noch wie Philip sich vor dem Alpenmax zu zwei Mädels setzte die dort anscheinend auf den Bus warteten. Dann waren wir auch schon drinnen.

Und die Gedächtnislücke breitet sich wie ein schwarzer Schleier über mich aus. Als hätte man einen Oktopus unter Wasser erschreckt und dieser hat dann zum Schutz Tinte in das Wasser geschossen. So ungefähr kann man sich meine Erinnerungen an das Alpenmax vorstellen. Ich versuche aber mal darzustellen was ich noch weiß und was ich von Beweisfotos gelernt habe. Florian lief eine ganze Zeit mit einem Tanga auf dem Kopf umher, welchen er wohl aus dem Moonlight mitgenommen hat. Gute Fotos! Weiterhin hatte ich wohl ein intensives Gespräch mit Schnitzel über seine Partnerwahl. Besser gesagt sollte er sich doch mal darüber Gedanken machen, sonst würde er am Ende noch ein weblog über seine Wochenenden schreiben als Junggeselle enden. Wir sind da immer sehr unterschiedlicher Meinungen, was immer für Diskussionsstoff sorgt. Vokke hat mal wieder alles gegeben und ist an einem Stehtisch eingeschlafen. Aber er hat nicht die Krone des Strammsacks des Abends bekommen. Die wurde intern dem Pennekamp überreicht. Die Fotos die ich auf meinem Apparat gefunden habe sprechen eindeutig für den Titelgewinn. Und bevor Fragen auftauchen, Nein, ich stelle die Fotos nicht online!

Kommen wir nun zu Gerüchten die über den Alpenmax Aufenthalt verbreitet werden. Ich soll getanzt haben. Halte ich allein deswegen schon für ein Gerücht, da entsprechende Zeitungsmeldungen über Polizeieinsätze und Massenhysterien fehlen. Außerdem litt ich ja an Amnesie, mit welcher ich bestimmt nicht mehr hätte tanzen können. Die Zeit des Aufbruchs kam auch irgendwann, doch davon weiß ich nichts mehr. Auch nicht wie viel ich bezahlt habe oder ob ich überhaupt bezahlt habe. Aber ein Blick auf meinen letzten Kontoauszug bestätigte mir das und trieb mir ein bis zwei Tränen in die Augen. Ebenso entzieht sich die Rückfahrt und auch der Weg zu mir nach Hause meiner Aufmerksamkeit. Ein gelungener Abend also!

Der Wecker klingelte gnadenlos um 0815 Uhr. Ich öffnete meine Augen und fragte mich wie ich denn in das Bett gekommen bin. Und vor allem um wie viel Uhr das gewesen ist. Alles Fragen die ich alleine nicht beantworten konnte und daher entschloß ich mich dazu noch ein wenig liegen zu bleiben. Friede würde mich eh erst gegen 0930 Uhr abholen und bis dahin war ja noch ein wenig Zeit. Es sollte zum Junggesellenabschied Nummer Zwei gehen. Jens H. war diesmal dran. Zelten und Kanu fahren stand auf dem Plan. Und Unmengen an Bier trinken. Eine halbe Stunde später klingelte mein Wecker erneut und ich stellte fest, das ich jetzt aufstehen mußte. Doch das war schwerer als ich ursprünglich angenommen hatte. Bevor ich mich in meiner Umwelt zu Recht fand verging circa eine Viertel Stunde und es läutete Jemand an der Tür. Es war Friede und ich wollte gerade unter die Dusche gehen. Ich berichtete ihm kurz den Umstand und bevor er noch anfangen konnte zu lachen, war ich bereits unter der kalten Dusche. Die tat so gut, das ich gar nicht lange brauchte um hellwach zu sein. Das Gefühl von Nüchternheit stellte sich rapide ein und ich stellte erneut fest, das ich meine Schuhe in Esplingerode vergessen hatte. Also fuhren wir ohne Umschweife dorthin. Auf der Fahrt entschuldigte ich mich bei meinem Mitfahrer Bernward und machte das ganze wieder gut indem ich eine Flasche Pils für Jeden mit raus brachte. Auch für den Friede der sich ja anschickte unser Gefährt zu lenken. Er versicherte mir, das er am Vorabend nichts getrunkne hatte. Ich glaubte ihm jedes Wort und erfreute mich über meine Schuhe und über das eiskalte Bier, welches ich direkt aus dem Kühlschrank genommen habe. Vielleicht würde das helfen das seltsame Gefühl in meinem Körper hinaus zu befördern. Oder aber es bringt mich in einen zustand in dem mir das Gefühl vollkommen egal ist.

Nun gut, das Auto fuhr also in Richtung Witzenhausen und ich saß im Fahrgastraum und trank Bier. Die Uhr zeigte mittlerweile 1000 Uhr an und das Brötchen, welches ich mir als Vorsorge in meinen Magen extrahiert hatte Friedes Auto voll gekrümelt. Dafür machte er mir natürlich die Hölle heiß und aus lauter Leichtsinn, erlaubte ich ihm in meinem neuen Auto auch mal ein Brötchen zu essen. Entweder kaufe ich mir kein neues Auto oder aber werde die Brötchen abschaffen. Mal gucken was sich leichter zu bewerkstelligen ist. Unterwegs hielten wir dann noch bei einem Schlachter an, wo Friede vorsorglich 5 kg Mett bestellt hatte. Und da es ein Schlachter im Osten war gab es nicht nur Fleisch im Verkaufsraum, sondern auch Bier. Welches ich sehr begrüßte, denn das von zu Hause mitgebrachte Getränk war schon zu Ende gegangen. Das Mett bestand mit ziemlicher Sicherheit aus 30 Prozent Knoblauch und machte mich ein wenig hungrig. Aber ich mußte mich noch ein wenig gedulden. Dummerweise war nämlich noch nichts da auf das man das Mett hätte schmieren können. Ich überlegte erst es auf meine Handfläche zu schmieren, entschied mich aus hygienischen Gründen aber dagegen.

In Witzenhausen angekommen fanden wir recht schnell den Zeltplatz und uns selber von Camping Nazis umgeben. Wie ich nun schon wieder ein so schlimmes Wort verwenden könne, lässt sich leicht erklären. Wir enterten den Zeltplatz mit Friedes Horch und bogen einen Feldweg zu früh ab. Schnell fanden wir uns in semi-befestigten Wohnwagenbereich inklusive Jägerzaun und Terrasse wieder. Wir bemerkten unseren Irrtum und drehten am Ende dieses Weges. Auf dem Rückweg, welcher nur im Schritttempo beschlichen wurde, wurden wir dann sofort von der Seite angemacht. Dort saß ein gar nicht mal so altes Camping-Nazi Ehepaar beim Frühstück und der Mann schnauzte von der Seite das wir doch langsamer fahren sollten. Heiland, so muß es im dritten Reich gewesen sein. Irgendein Vollidiot der entweder auf der Arbeit ein kleiner Niemand ist oder aber seit Jahren kein Sex von seinem Eherochen bekommen hat wird auf die Allgemeinheit losgelassen und darf sie grundlos anschnauzen. Eigentlich sollten einem solche Leute leid tun. Tun sie mir normalerweise auch, aber da ich eh schon schlechte Laune wegen einem nicht erwähnten Ereignis kurz vor der Abfahrt hatte und mittlerweile schon zwei Pils auf die Rest vom Vorabend gekippt hatte. Malte ich mir aus, was man denn mit solchen Vollpfosten alles machen könnte. Ich erspare hier mal die Ausführungen. Allerdings sollte man der lokalen Quad-Gruppe Bescheid geben, das sie doch mal eine Ehrenrunde durch die Straße machen sollten. Es geht doch nichts über Zwei-Takter, die bis zum Anschlag aufgedreht werden. Da hat sich dann was mit der Ruhe und dem „Langsam!“. Heil Camping Platz!

Die Aufregung war schnell wieder verflogen, als wir dann unseren Platz erreicht haben und die Zelte aufgebaut hatten. Besser gesagt fingen Friede und ich erstmal an, denn der Rest war noch nicht da. Rollte aber wenige Minuten später auf den Camping Platz. Wie man so hörte hatten sie auch Bekanntschaft mit dem Nazi auf der Nachbarschaft gemacht. Wir machten das Beste draus und machten uns darüber lustig. Die Begrüßung war wie immer sehr herzlich. Und Jens freute sich uns zu sehen. Es bleib ihm ja auch gar nichts anderes übrig. Doch mit Bier trinken war nun erstmal Schluß, denn es stellte sich heraus, das einige mit den Autos zur Ablegestelle der Kanus fahren mußten, da keiner im Bus des Kanubesitzers mit fahren durfte. Warum verstand keiner so recht, aber wir mußten mit der neuen Situation leben. Da ich mit Friede das Versorgungsfahrzeug machte, wurde ich kurzer Hand als zweiter Fahrer verpflichtet heiß im Klartext, das ich erstmal kein Bier zu trinken bekam. War vielleicht gar nicht so schlecht, denn so würde ich abends bestimmt länger durchhalten. Auch wenn diese plötzliche Umstellung des Körpers so viel bedeutet wie kalter Entzug, doch da würde ich schon durch kommen.

Ohne große Umschweife ging es dann zur Ablegestelle nach keine Ahnung. Ich war noch ein wenig im Tran und es war mir auch egal, wo die anderen ablegten. Ich mußte mir nur einigermaßen den Weg merken. Die tapferen Bootsfahrer wurden standesgemäß mit Schwimmwesten ausgestattet die sehr seltsam am Gemächt saßen. Ich war dann doch froh, das ich das Versorgungsfahrzeug gewählt hatte. Kanu fahren ist eh nicht so das Richtige für mich. Außerdem wollte ich ja Fotos machen und technische Gerätschaften und Wasser vertrugen sich nicht wirklich. Als allererstes mußte eine Schleuse überwunden werden. Und das war so ein Teil, welches noch per Hand betätigt werden mußte. War schon sehr interessant wie das alles so funktionierte. So langsam bekam ich auch wieder einen klaren Kopf und die Sonne die von oben auf meinen Schero brannte tat der ganzen Sache nicht wirklich gut. Ich hatte geradezu Angst, das ich dehydrierte. Normalerweise schaffe ich dem ganzen Abhilfe durch ein gekühltes Bier, aber ich mußte ja noch Auto fahren. Nachdem dann die Schleuse passierte wurde, fuhren Friede und ich zurück zum Zeltplatz um diesen dann verschlossen vorzufinden. Aha, im Camping Nazi Staat herrscht also Mittagsruhe. Warum auch nciht. Dann schleppen wir halt die laut klimpernden Bierkiste quer über den Platz. Ist bestimmt besser als wenn man im Schleichgang über den Rasen fährt. Vollgepackt ging es nun die erste Verpflegungsstation anzufahren. Und das war gar nicht so leicht, denn wir mußten die Süßwasserpiraten erstmal auf der Werra finden. Friede nahm eine Route recht nah am Wasser entlang und schließlich fanden wir sie auch. Allerdings waren sie schon weiter gekommen als wir gedacht hatten. Somit zogen wir sie kurzer Hand an einer Eisenbahnbrücke heraus. Landschaftlich eine perfekte Wahl, zum Anlegen eher nicht so gut.

Die ersten zwei Boote kamen ganz gut an Land, doch dann kam es zum Eklat. Das Boot in dem Chicki saß kenterte und alle wurden naß. Katastrophe! Der Untergang der Titanic war ein Kinderspiel dagegen. Chicki schrie herum wie eine Frau. Kennt man die Folge von den Simpsons wo heraus kommt das Flanders wie eine Frau schreit? So ungefähr kam mir diese Situation vor. Nebenbei gab es noch Beschimpfungen wie man sich denn eine solche Stelle zum Anlegen aussuchen konnte. Außerdem tat noch sein Knie weh. Dies alles wurde dann recht zynisch von Kalle S. kommentiert. Nach dieser kurzen Einlage stärkten sich alle und alles war wieder gut. Chicki zog sich übrigens zum an dieser Stelle zum ersten Mal um. Es gab Bier und Baguette mit Knoblauch Mett. Zum Glück aßen alle davon, somit konnte sich keiner beschweren, das sein Gegenüber Mundgeruch hätte. Doch für mich gab es kein Bier, denn es mußten ja noch zwei Autos nach Hause gebracht werden. Diesmal war ein Golf dran. Dann ging es wieder zum Zeltplatz und die Vorräte wurden aufgefüllt. Diese Pendelei ging einem ernsthaft auf den Kranz, aber man konnte nicht dran ändern. Ein Auto stand noch da und wir mußten ja noch eine Verpfelungsstation machen. Diese wurde auch ohne Umschweife angefahren und verlassen vorgefunden. Ich hielt dann vorerst die Stellung und Friede begab sich dann auf die Suche. Kurze Zeit später tauchten dann die Boote hinter einer kurve auf. Wie man dann so mitbekommen hat, sind noch ein paar mehr Boote gekentert. Was auch nicht ausblieb. Neben dem üblichen Scheißegelaber am trockenen Ufer wurden dann auch glaich Pläne geschmiedet wer denn als nächstes in das Wasser geworfen werden sollten. Ach ja Jens hatte mittlerweile einen recht eindrucksvollen Badeanzug an. Ich hoffe ich werde bei meinem Junggesellenabschied nicht so vorgeführt. Nachdem dann abgeklärt wurde wer alles noch nicht baden gegangen war und wer nun in das feuchte Naß tauchen sollte, ging die Fahrt weiter. Für die Kanu Lumpis bis zum Zeltplatz und für Friede und mich ein letztes Mal zum Auto holen. Es gab zwei Gründe warum ich mich darauf freute. Grund eins war der wichtigste. Danach konnte ich mir ein paar Bierchen rein ballern. Grund zwei war das ich auf der letzten Tour Morchel seinen 320er Mercedes nach Hause chauffieren durfte. 6 Zylinder die ordentlich Dampf machen. Daran könnte ich mich durchaus gewöhnen. Ordentlich Druck und einen sparsamen Verbrauch. OK, eine der beiden Aussagen ist gelogen, aber welche wird nicht verraten. Auf dem Zeltplatz bestätigte mir Friede, das mir das Auto durchaus stehen würde. Weiß er etwas, was der geneigte Leser nicht weiß?

Viel besser war aber die Tatsache, das das Auto fahren jetzt ein Ende hatte und ich mir Bier in den Kopf hauen konnte. Das war eine wahre Wohltat und nachdem ich dann ein schattiges Plätzchen gefunden hatte und mir das Bier literweise in den Kopf hauen wollte, kamen dann die Kanu Truppen vom nahe gelegenen Ufer angekrochen. Die Fahrt schien anstrengenden gewesen zu sein. Da jeder mal mit anpackte standen im Handumdrehen Bänke und Tische. Der gemütliche Teil des Abends hatte begonnen. Der Grill wurde angeschmissen und das Bier lief in Strömen. Zum Glück gab es keinerlei Schnaps, was sehr von Vorteil war, denn nach den schlechten Erfahrungen vom Vorabend wollte ich keinen mehr trinken. Das hätte eh wieder nur böse geendet. Die Würstchen und Steaks würden auch so verdaut werden. Wo wir gerade beim Thema sind. Das Essen vom Grill war sehr lecker. Und was sehr auffällig war die Abwesenheit von Salat. Und es vermisste auch keiner wirklich diesen Salat. Das macht halt eine reine Männerrunde aus. Keiner fragte auch danach. Irgendwann fiel es Jemanden halt auf, das gar kein Salat da wäre. Da waren aber auch schon 8 Kilo Fleisch vernichtete worden. Vom Bier wollen wir hier mal gar nicht anfangen.

Mit beachtlicher Verspätung tauchte dann auch der Sense auf. Er konnte an der Kanufahrt leider nicht teilnehmen, wollte dann aber doch mal vorbei kommen. Fand ich eine nette Geste, zumal er nichts trinken wollte. Das konnte ich wiederum nicht verstehen. Aber jeder wie er am glücklichsten ist. Wenn Sense mit am Tisch sitz dann gibt es meistens etwas zu lachen. Vor allem kennt er immer die schärfsten Witze. Die er natürlich vom Bau hat wo er als feiner Herr Diplom-Ingenieur die Oberaufsicht hat. Ein guter Draht zu den Handwerkern ist ja immer gut. Leider kann ich diese Witze aus verschiedenen Gründen hier nicht wieder geben. Man möge mich bei Gelegenheit fragen, dann erzähle ich das gerne. So ging auch weiter das Bier rein. Doch lauter Bier trinken macht ja nicht glücklich. Ich weiß zwar nicht wer das behauptet hat und ich kann das auch nicht unterschreiben, aber der Rest wollte wohl noch in die Stadt durch starten. Nun war es aber leider so, das ich in der ganzen Aufregung am frühen Morgen meine ganzen Sachen zu Hause vergessen hatte. Ein wiederholtes Durchsuchen meines Rucksackes brachte nur Deo und eine Flasche Wasser zu Tage. Somit mußte ich dann also mit den Klamotten in die Stadt die ich an hatte. Eine kurze Hose, ein T-Shirt auf dem zu lesen ist das ich Black Sabbath Fan bin und meine Turnschuhe. Das T-Shirt war mir egal, aber ich hätte dann schon gerne eine lange Hose angezogen, damit fühle ich mich irgendwie sicherer. Kann man aber nichts machen und in Witzenhausen kennt man mich ja eh nicht. Jens hingegen, dem wurden Klamotten mit gebracht. Ein Rock, eine Bluse und eine sensationell Perücke. Im Nachhinein betrachtet, möchte ich die Sachen auch nicht anziehen, also war ich noch ganz gut dran.

Ausgerüstet mit flüssiger Verpflegung ging es dann in die Innenstadt. Dort aber war recht wenig los, welches wir auf den Beginn der EM schoben. Allerdings war dann in der Kneipe in der wir einfeilen auch nicht gerade die Hölle los. Aber sie hatten einen Beamer und zeigten Fußball. So saßen wir also da und guckten dem runden Leder hinterher. Zu meinem Glück gab es eine hübsche Bedienung und Hefe Weizen. Friede dachte gleich mit uns bestellte mir ein Hefe, während ich das übrige Bier erstmal weg bringen mußte. Fängt man mit Weizen an dann nimmt das Schicksal meistens seinen Lauf. Ich saß in einer gefährlichen Ecke. Neben mir Tutz und auf der anderen Seite saß dann Friede. Tutz hatte, wie alle anderen, Mett zum Frühstück gegessen. Und das wirkte sich leider ein wenig auf seinen Verdauungstrakt aus. Ich will es mal so sagen. Seit dem Samstag hat er einen neuen Spitznamen: Mettschiß. Aber zu seiner Entschuldigung war er nicht der Einzige der schlechte Luft verbreitete. Da gab es noch einige mehr. Nebenbei wurde dann von der Allgemeinheit minütlich ein Rülpser als Anwesenheitskontrolle abgegeben. Leider kann ich mich hier nicht heraus nehmen. Aber wenn man schon so viel Bier in sich hinein geplempert hat, dann geht das einfach nicht anders. Außerdem war man ja schon seit geraumer Zeit im Junggesellenabschiedmodus. Friede fragte die Bedienung gleich nach Erdnüssen, die man ja mal einfach so auf den Tisch stellen könnte. Aber davon riet ich ab, denn sobald Friede Erdnüsse konsumiert werden die Schlafrezeptoren in seinem Körper auf das empfindlichste gereizt und ihm fallen sofort die Augen zu. Das sollte doch verhindert werden. Dummerweise gab es dann auch noch Tortilla Chips, welche anscheinend ähnliche Wirkungen auf Friede zu haben scheinen. Er aß ein paar und die Augen wurden schwerer und schwerer. Ich versuchte ihn noch mit ein paar Weizen wach zu halten, aber das Ende war zu sehen. Vorher bestellte er dann noch einen Teller mit Tortilla Chips, die mit Käse überbacken waren und die Geschichte war vorbei. Es war gegen 2120 Uhr da schlief Friede gemütlich in der Ecke. Die Blicke der Bedienung ignorierten wir geflissentlich. Sie wurde an dem Abend eh einer harten Prüfung unterzogen, denn die Geräusch- und Geruchskulisse war nur etwas für hart gesottene. Nachdem nun drei Hefe auf meinem Deckel standen, war mir die kurze Hose auch egal. Wir verließen eh nach Beendigung des Spiels die Lokalität und wollten noch ein wenig die Stadt unsicher machen.

Draußen wurde dann erstmal diskutiert wo man denn och hin gehen wollte. Zu dem Zeitpunkt klingelte mein Telefon und ich vermutet schon den Schnitzel mit einem Lagebericht aus der Werkstatt in dem er mir darlegen würde das Conny wieder da wäre und mich sofort sehen wollte um mit mir den Bund fürs Leben einzugehen. Aber es war der Akki, der ich vom Geburtstag von Noxley anrief und wissen wollte wann ich dort hin kommen würde. Ich mußte ihn enttäuschen, verlangte aber den Noxley und gratulierte ihm. Ich war mir aber nicht mehr ganz so sicher ob die Beiden sich an den Anruf noch erinnern können. Ich mußte mich aber auf das hier und Jetzt konzentrieren und auf die weitere Abendplanung. Es wurde noch diskutiert wo es denn nun hingehen sollte, aber so richtig schlüssig war man sich nicht, so schlugen wir langsam aber sicher den Heimweg an. Damit wollten sich dann aber ein paar nicht zufrieden geben und wir hielten auf dem Marktplatz an. Von dort wurden dann zwei Späher los geschickt. Die kehrten nach einer schier endlosen und Bierarmen Zeit zurück und meldeten, das rein gar nichts los sei. Da bleib uns also nur noch die Rückkehr zum Zeltplatz, wo wenigstens Bier vorhanden war. Der Weg war lang und es war dunkel und ich hatte Durst.

Dort angekommen wurde dann zwar noch mal der Grill angeworfen und das eine oder andere Bier vernichtet, aber so richtig ging nicht mehr was los. Ich war ein wenig verwundert. Was war aus der alten Zeit geworden, in der man noch bis in die frühen Morgenstunden draußen gesessen und Schieße gelabert hat? Anscheinend nichts, denn nach circa einer Stunde verschwanden alle in ihre Zelte. Also öffnete ich mir noch ein Bier und begab mich in meine zugewiesene Unterkunft. Dort breitete ich meinen Schlafsack mit Ärmeln aus und bereitete mich auf eine harte Nacht vor.

Als ich gegen 0400 Uhr das erste Mal erwachte, wurde mir ein paar Dinge klar. Zelten ist nicht mehr mein Ding. Der Boden war knüppelhart. Und ich war definitiv nicht besoffen genug um ohne Isomatte hier zu schlafen. Aber ich machte das Beste draus und döste erneut ein. Zwei Stunden später war es jedoch vorbei, da einige Herren hohen Alters meinten es wäre Zeit zum Aufstehen. Nur weil sie zeitig im Bett waren. Die Geräusche die ich während meiner nächtlichen Wachphasen gehört habe, möchte ich hier lieber nicht beschreiben. Und das waren keine Geräusche der Natur. Es ist schon merkwürdig was manche Leute so alles in ihrer Nase haben. Nach dem Aufstehen und der Akklimatisierung an die frische Luft und die Helligkeit und dem Geschrei der Vögel konnte dann gefrühstückt werden. Und im Anschluß alles wieder abgebaut werden. Irgendwie war Zelten früher besser. Die Heimfahrt war unendlich lang und schlafen konnte ich auch nicht, weil mich der Friede immer wieder wach gemacht hat. Aber als ich mich dann gegen 1000 Uhr noch mal ins Bett legen konnte war ich sehr dankbar. Sonntage sollten eigentlich anders verlaufen.


Five weddings and no funeral – Part I

03/06/2008

Die Überschrift sagt ja eigentlich bereits alles. Und hoffentlich bleibt es auch dabei das es keine Beerdigung zu den ganzen Hochzeiten gibt. Aber wir wollen mal nicht den Teufel an die Wand malen und uns voll und ganz auf die Hochzeiten konzentrieren. Der aufmerksame Filmkenner wird den Schreibfehler recht schnell entdeckt haben. Aber es sind bereits wirklich fünf Hochzeiten auf die ich in diesem Jahr geladen bin. Hoffentlich haben sich die ganzen Paare auch klar gemacht, was sie sich da eingebrockt haben. Denn allzu schnell gehe ich nie nach Hause und schon gar nicht von einer Hochzeit. Doch bevor wir einen Blick in die Zukunft wagen, bleiben wir in der Gegenwart und konzentrieren unsere gesamte Aufmerksamkeit auf die erste Hochzeit featuring Maren und Sebastian, dem geneigten Leser auch als Keile-Günner bekannt.
Der Tag war schon beim Aufstehen warm. Und in Anbetracht der Abendunterhaltung hatte ich nicht wirklich Lust zur Arbeit zu gehen. Dort hatte ich dann aber schon früh genug blicken lassen, das ich bereits um 1400 Uhr den Hammer fallen lassen würde, damit ich mich noch frisch machen konnte für die Trauung. Schlauerweise habe ich auch gleich mal mein Outlook gepflegt und alle anderen Hochzeiten auch eingetragen. Nicht das die Kollegen auf dumme Gedanken kommen. Somit wurden dann alle Termine auf den Vormittag gelegt. Kaum zu glauben, aber so bekommt man einen Tag auch rum. Ich verabschiedete mich also und nahm noch die guten Ratschläge doch nicht so viel zu trinken mit auf den Weg. Ob ich mich daran halten würde würde auf einem anderen Blatt stehen, welches ich rein zufällig auf der Arbeit vergessen hatte. Draußen lief ich in eine Wand aus Hitze und ich wusste auf der Stelle das die ganze Geschichte eine sehr schweißtreibende Sache werden würde. Der Tag war sonnig und das wünschte ich den Beiden auch von ganzem Herzen, aber mußten es denn unbedingt dazu 30°C im Schatten sein. Und dann erwartet man ja von einem das man im feinen Zwirn aufschlägt. Praktischerweise war die Heizung bei meinen Eltern immer noch kaputt, was mich dann vor das Problem des eiskalten Duschen stellte. Aber dadurch wird man nicht nur frisch, sondern auch der Kreislauf kommt in Schwung. Zwar derart, das man sofort in einen erdnahen Orbit eintauchen könnte, aber der Sonnenschein von draußen wärmt einen schnell wieder auf.

So machte ich mich denn fein rausgeputz auf den weg zur Kirche. In Anbetracht der ganzen Hochzeiten, werde ich in diesem Jahr noch einen Heiligenschein bekommen. Ich kam sogar gerade pünktlich zum Einmarsch der ganzen Hochzeitsgesellschaft. Die zogen gerade in die Kirche ein und wunderte mich schon wo sich denn der Spielmannzug Nesselröden versteckt hat. Ich war auch gar nicht böse, das ich nicht mit in dem Zug gegangen war, denn als Single kommt man sich dann doch ein wenig blöd vor. So kam ich gerade rechtzeitig und konnte mit Schnitzel, Kai, Thomas B. Und Philip auf das Mannhaus verschwinden. Von dort oben hat man auch viel besser den Überblick über die Gesellschaft. Wenig später trafen dann auch die Schaulustigen ganzen Hausfrauen ein, die einfach nur mal gucken wollten. Thomas D. versuchte in der Zwischenzeit die Orgel in Gang zu bringen, was aber fehl schlug und alle in helle Aufregung versetzte. Der Pfarrer ging schon das Brautpaar abzuholen und die Orgel war kaputt. Ich meine Michaela an den Knöpfen herum fummeln gesehen zu haben Wahrscheinlich war es nur ein kleiner technischer Defekt, denn bald war alles wieder im grünen Bereich. Weiterhin fielen meinem Adlerauge auch gleich zwei junge Damen auf, die nicht aus Westerode kamen und als Sängerinnen engagiert waren. Eine davon ging sogar mal in meine Parallelklasse und ich konnte sofort sehen, warum sie denn eine so schöne und laute Stimme hatte. Ich werde hier aber nicht näher darauf eingehen, da wir uns ja im Hause Gottes befinden, wenn auch nur literarisch. Der Pfarrer hatte allerdings vorher ein paar Valium ein geschmissen, so schien jedenfalls seine Sprechgeschwindigkeit vermuten. Besonders die Predigt schien ein wenig wirr durcheinander geraten zu sein. Ich jedenfalls mußte mehrfach gewisse Stücke der Predigt ordnen, damit sie für mich einen Sinn ergaben. Nun gut, der junge kam aus Polen und manche Sachen verstand man nicht sofort und man mußte zweimal nachdenken ob man denn jetzt wirklich das gehört hat, was man denkt das er gesagt hat. Hatte ich übrigens schon die Wärme erwähnt, selbst in der Kirche fing man an unangenehm unter den Armen zu nässen. Als dann die Trauung vorüber war und die Eucharistiefeier begann verlegte ich nach draußen, da ja die Feuerwehr neben anderen Vereinen Spalier stand. Bestellt waren sie pünktlich, aber die Kirche war ja noch nicht vorüber. Ich wollte also eigentlich nach dem Rechten sehen.

Draußen hatte sich schon eine beachtliche Menschenmenge angesammelt und als ich dann berichtete das es erstmal was zu essen in der Kirche gab Kommunion gab, gab es ein kollektives Stöhnen. Ich hatte ja ein wenig Hoffnung in meine Kameraden von der Feuerwehr gesetzt, das sie mir schon einmal ein kühles Bier anbieten könnten, aber die hatten nichts dabei, was ich persönlich als absolute Frechheit empfand. Also hieß es weiterhin Durst haben, dafür konnte man aber ordentlich Scheiße labern, während er Rest gerade trockenen Hostien zu sich nahm. Außerdem gelangen mir auf diesem Wege sensationelle Aufnahmen von Gaudo, der sich als Chauffeur des Hochzeitspaares ausgab und einen sensationellen Frack trug. Endlich war es dann soweit das die Kirche vorbei war und das Brautpaar durch die Kirchentüre schritt. Praktischerweise ließen sie erstmal alle Gäste nach draußen, die sich an dem Parcours der Feuerwehr und des Elferrates vorbei mogeln mußten. Dann erst machten Maren und Günner den Weg frei und kuppelten was das Zeug hielt. Der Elferrat war leider nicht so gnädig und verabreichte den Beiden einen schönen Löwentor. Praktischerweise stand er auch die ganze Wartezeit in der Sonne, welchen ihn ordentlich aufheizte. Bei dieser Temperatur bekommt man am Besten alte Farbe von Tischen ab, die man beim Nachlass von Rommel dem Wüstenfuchs gefunden hat. Löwentor ist schon ein fieses Zeug, doch entfaltet es erst recht seine grauselige Wirkung wenn es bei 33°C getrunken wird. Eher esse ich ein ganzen Glas in Barcadi eingelegt Kirschen. Maren konnte man die Wirkung des Schnaps noch lange ansehen, da sie ihn anscheinend sehr lange verdaute. Günner hingegen schmiß munter seinen Gold Cent-Stücke in die Menge, die von den Kindern begeistert aufgesammelt wurden.

Endlich ging es dann los um zu dem feierlichen Teil überzugehen. Doch halt, zunächst mußten wir ja nach Seulingen kommen. Schnitzel fuhr und wir mußten erneut auf Kai Hawai warten, der wie immer noch etwas von zu Hause holen mußte. Warum wird da nicht von Anfang an dran gedacht. Wir verpassten aber nicht viel und konnten uns der Autokolonne nach Seulingen anschließen. Auf Grund des Blumenschmucks auf dem Brautwagen ging es eh nicht so schnell vorwärts. In Seulingen wurde dann schnell geparkt und sich den Gratulationen angeschlossen. So war das perfekt. Die Menschenmenge war noch nicht allzu groß und es ging zügig vorwärts. Kurze Zeit später hatte man dann schon ein Sekt in der Hand. Nun ja, begeistert war ich davon ja nicht, da Sekt zu den Getränken gehört, die ich eher ablehne, aber zum Anstoßen kann man ja kein Hefe Weizen in der Hand halten. Das habe ich mal bei der Hochzeit von meinem Cousin gemacht und dafür einen Einlauf von meiner Mutter bekommen. Also wanderte der Sekt rein, recht fix, damit auch früh genug frei bin für die erste Runde Pils. Der Smalltalk startete ohne Umschweife. Ich machte Hüfte ein paar Komplimente über ihr Outfit, da sie sich schon wieder aufregte, das ihr Kleider nicht stehen würden. Und dann stand Gaudo neben mit und goß mir ein weiteres Glas Sekt ein, gegen welches ich heftigste protestierte. Zu Recht, denn kurze Zeit später kam meine Lieblings-Ramona, auch hier wieder nicht die Bedienung vom Schützenfest, mit einem Tablett Bier aus der Halle. Tolle Wurst und ich mußte Sekt trinken. Ich bis also die Zähne zusammen und goß die Plörre in mich rein um dann im gleichen Atemzug Ramona das letzte Pils vom Tablett zu nehmen. Ja, es sah gierig aus, aber bei der Hitze ist alles entschuldbar gewesen. Es waren draußen mittlerweile gefühlte 68°C und meine Kehle verlangte nach etwas anderem als diesem Brausewasser. Das Bier kam genau Richtung und war gut temperiert. Nachdem dann also die Sekttrinkerei überstanden war konnte man ja mal einen Blick in das Innere werfen. Wie man im Vorfeld munkelt gehört hat, wurden Platzkärtchen verteilt. Ein wenig habe ich ja bei so was Angst, das da immer gewisse Fäden gezogen werden. (Meine Mutter fragte beispielsweise gleich am nächsten Tag nach meiner Tischdame!) Aber hier gab es Entwarnung, ich war in der Trinkerecke untergebracht. Außerdem hatte man direkten Blickkontakt mit der Theke.

Wieder draußen angelangt mußten Maren und Sebastian erstmal den obligatorischen Baumstamm durchsägen. Wie schon erwähnt waren es mittlerweile gefühlte 73°C. Da macht sägen Spaß und vor allem noch mehr wenn um einen herum nur Neunmalkluge stehen und kluge Sprüche machen. Ich nehme mich da nicht heraus. Aber auch diese Hürde schafften die Beiden, vor allem weil Maren eine mitdenkende Braut war. Sie merkte irgendwann das Günner das ganze recht ernst nahm und holte ihm Bier. Da merkt man dann das man die Richtige gewählt hat. Nachdem dann dieser Akt auch hinter sich gebracht war, wurde man dann gebeten doch Platz zu nehmen um bald mit dem Essen anzufangen. Sehr gute Idee und ich begab mich direkt zur Theke. Nicht um mich dort häuslich nieder zu lassen, sondern um erstmal zu überprüfen, ob denn dort auch genügend Platz war. Die Theke bestand meine Prüfung und somit konnte ich mich zu meinem zugewiesenen Platz begeben. Es folgten die Ansprachen und danach wurde zum Sturm auf das Bufett geblasen. Es ist ein wahres Phänomen. Zunächst traut sich keiner, aber wehe der Anfang ist gemacht, dann kann man schön in der Schlange stehen. Dabei teilte sich die Schlange auf in Hochzeitssuppe und Hauptgerichte. Der Vorspeisentisch wurde relativ verwaist über gelassen. Ein Zeichen für mich das ich mich zunächst daran gütlich tun sollten. Eine sehr weise Entscheidung, denn an Vorspeisen gab es reichlich und sehr leckere Sachen. Man darf sich ja auch den Teller nicht so voll knüppeln, denn sonst kann man kein zweites Mal los gehen. Ich war also relativ sparsam, wollte ich doch noch Hauptgerichte probieren. Und meine Rechnung ging sogar relativ gut auf. Als ich dann bei den Hauptgerichten an stand war dort auch relativ wenig los. Alles war sehr lecker und verführte zum Überladen des Tellers. Doch im Hinterkopf wurden schon drohend die Warntafeln hoch gehalten. „Denk an das Bier!“ oder „Bloß kein Schnaps!“ oder „Das was rein geht will auch wieder raus!“ waren dort zu lesen. Ich war also vorsichtig. Vor allem als dann das Essen beendet war. Aus Erfahrung wissen wir ja, wie gerne dann mal mit einem Schnaps umher gegangen wird. Ein Teil flüchtete nach draußen. Ich probierte es diesmal mit der Flucht nach vorn. Es ging direkt an die Theke, wo ich dann mit dem Gaudo zusammen stieß.

Wir entschlossen uns dazu der Schnapsbrigade voraus zu eilen und die Flüchtlinge die sich den sicheren Standort außerhalb des Bürgerhauses sichern wollten, mit Schnaps zu versorgen. Ich weiß, das ist gemein, aber mit mir wird meistens auch nicht anders verfahren. Also bestellten wir an der Theke ein Tablett mit Pils und ein Tablett mit Kotzo. Ein weiterer Vorteil ist, wenn man am anderen Ende des Schnapstabletts steht, hat man vielleicht noch Hoffnung keinen mehr ab zu bekommen. So jedenfalls war mein Plan. Und er ging auch ganz gut auf, denn draußen wurden einem die Kotzos nur so vom Tablett gerissen. Leider dachte Gaudo mit und überließ mir die Hälfte von seinem Kotzo. Mit Worten konnte ich gar nicht ausdrücken wie dankbar ich war. Aber schön kalt war er. Also machte ich kehrt Marsch und besorgte ein weiteres Tablett, diesmal mit gemischten Sachen. Auch dieses Tablett wurde schnell leer gefegt. Ich wollte ja nun eigentlich Schluß machen, aber dann traf mich der strafende Blick von Patrizia ob ich denn sie und die anderen Mädels vergessen hätte. Das alte Lied, eine hübsche Frau, ein Wunsch und ich kann wieder nicht ablehnen. Also machte ich ein weiteres Tablett, nur für die Damen voll. Nebenbei trank ich weiter Bier, denn das ganze hin und her gerenne bei der Hitze spielte meinem Flüssigkeitshaushalt böse mit. Hätte ich einen Mechaniker neben mir gehabt, hätte er mir bestätigt das ich runter bis auf die Hälfte wäre und dringen Nachschub benötigte. Das Bier war angenehm kalt und benetzte meine Speiseröhre nur. Ich glaube der Großteil wurde gleich zur Kühlung des Körpers eingesetzt, was sich auch in den äußerst seltenen Besuchen der sanitären Einrichtungen bemerkbar machte. Man kann also aus allem einen Vorteil ziehen.

Als ich dann also mit einem vollen Tablett Kotzo wieder zurück bei den Damen war, waren die Damen weg. Sie waren zum Gruppenfoto aufgestellt und konnte so nicht weg. Derart enttäuscht wurde ich fast in Versuchung geführt und hätte mir das Tablett beinahe selber rein gefegt. Auch das Mitleid der umstehenden hatte ich auf meiner Seite. Doch die Rufe schallten schon herüber das sie gleich da wären. Und es muß eine wundersame Vermehrung gegeben haben, denn plötzlich reichten die zuvor genaustens abgezählten Schnäpse nicht mehr. Was macht da als Gentleman? Genau man verteilte die Schnäpse und geht erneut zur Theke um Nachschub zu holen. Zum Glück kannte man mich an der Theke schon und stellte keine dummen Fragen mehr. Timo war sogar diesmal dazu bereit mich mit einem zweiten Tablett zu begleiten, da nicht mehr alle Gläser auf ein Tablett gepasst haben. Es wurden nun auccuh keine genauen Zahlen mehr bestellt, sondern nur noch was drauf ging. Und schon waren alle zufrieden. Es wurde sogar gewartet, bis ich wieder da war mit dem Trinken, was dann einen leichten Schnapsüberschuß bescherte. Aber ich hatte nicht die geringste Angst, die Damen das alle bekommen würden. Es gab dann noch ein Hoch auf die Mädchentruppe und das Zeug wurde hinunter gekippt. Leider blieb dann noch ein Kotzo für mich über, weswegen ich mit trinken mußte. Wäre dann mein erster richtiger Schnaps gewesen.

Nun folgte eine Zeit in der man hauptsächlich an der Theke stand. Außerdem fiel dem Großteil auf, das Schmierpopel mal wieder aus dem Rahmen fiel. Er war als Elferratsmitglied geladen und hatte unter seinem Jacket ein Hemd an, welches zwar Teile von weiß enthielt, aber zum größten Teil nicht als weißes Hemd durchging. Außerdem hatte er schon früh das Jacket ausgezogen und die Fliege entfernt. Eigentlich alles grobe Vergehen gegen den Verhaltenskodex des Elferrates, aber Schmierpopel was das alles egal. In seiner ihm eigenen charmanten Art machte er uns deutliche, das er das dürfe. O-Ton: „Seid ihr total bescheuert? Ich bin im Vorstand, da darf ich das!“ Dazu noch ein Schmierpopeltypisches Lachen und es gingen einem alle Argumente aus. Ich war ja der Meinung das der ebenfalls und korrekt gekleidete Präsident ein Strafmaß festlegen sollte. Aber dazu ist ja zu gegebener Zeit vielleicht noch was zu zu sagen. Auf jeden Fall wurde es fein säuberlich notiert und ich hoffe dieses Logbuch wird als Beweismittel zugelassen. Nun ja, man stand also hier mal und da mal und trank immer jede Menge Bier. Erwähnte ich schon das es unglaublich warm war und man seinen Flüssigkeitshaushalt auf Vordermann halten mußte? Falls nicht, dann weiß man ja jetzt Bescheid.

Ich nutze auch die Gelegenheit mich mal an die Tische zu begeben, schließlich kannte man da ja auch ein paar Leutchen. Ich setzte mich mal zu Michaeladie ich ja immer noch im Verdacht habe, die Orgel sabotiert zu haben und Ellen und unterhielt mich ein wenig mit den Beiden. Doch gelegentliche Auftritte unterbrachen uns und ich schritt wieder zu meiner Tätigkeit als Fotograf zurück. Bei Hochzeiten und ähnlichen Familienfeiern wird es ja manchmal mit den Aufführung ein wenig übertrieben. Dann soll noch ein Lied gesungen werden oder mal Tanzspiele mitgemacht werden oder aber man darf sich vor allem zum Drops machen. Doch hier waren die Auftritte gut abgezählt und störten in keinem Fall. Zunächst gab es eine Aufführung von drei Hennen, die wirklich gut war. Wenig später kam dann ein Auftritt der Clique. In Anlehnung an Günners Beschäftigung bei Vater Staat wurde eine Parodie auf einen Marsch mit Gesang gemacht. Ich war dabei in beratender Tätigkeit bestellt und gab Philip, der wie immer den Ton angab ein paar Tips, wie man Befehle richtig gab. Natürlich habe ich es wieder übertrieben, da wir uns ja damals beim Wehrdienst schon über solche Sachen lustig gemacht hatten. Aber Philip hat es richtig gut hin bekommen. Auch wenn der Gleichschritt nicht mehr ganz so sicher war, was mit ziemlicher Sicherheit an den vielen alkoholischen Getränken gelegen hat. Auch die Menge ließ ihrer Begeisterung freien Lauf. Dummerweise hatte die Truppe Wasserpistolen dabei, welche wieder mal in die Menge entleert wurden. Und ganz gefährlich wird es ja, wenn Diana eine solche Pistole in die Hand bekommt. Ich vermute mal das es ein Reflex bei ihr ist. Schnitzel dachte jedoch mit und sammelte die Pistolen recht zeitnah ein.

Was ich immer sehr schön finde sind ja spontane Treffen an der Theke. Wenn dann auch noch die Theke recht groß geraten ist, werden solche Treffen immer sehr gesellig und machen noch eine Ecke mehr Spaß. Der Großteil der Feiergemeinde war also an der Theke. Was ja eigentlich auch ganz logisch war, denn dort gab es alkoholische Getränke in Massen. Also fand auch ich mich da ein. Und hier ungefähr setzt auch ein temporäres Loch in meiner Erinnerung ein. Ich stand jedenfalls mal überall und hatte immer meine Kamera dabei. Ein Bier hatte ich wohl auch in der Hand, der alte Greifreflex. Was und mit wem ich mich unterhalten habe, entzieht sich völlig meiner Kenntnis. Zeitweise wurde auch der Ort des Geschehens nach draußen verlegt um den Rauchern einen Gefallen zu tun. Und ich befürchte ich habe auch noch getanzt. Mit mehreren Frauen. Erinnern kann ich mich aber nur noch mit Sicherheit an Daniela und an Glöckner. Ja, ich habe mit Glöckner getanzt. Wie es dazu kam kann ich leider nicht mehr nachvollziehen. Ich weiß nur noch das mal er und mal ich geführt habe und wir waren beide grantenstramm. Ist ja auch nicht schlimm. Glöckner ist nicht so groß, den kann man prima unter dem Arm durch drehen.

Bevor es allerdings dazu gekommen ist, gab es noch das obligatorische Brautstrauß werfen. Alle Mädels im heiratsfähigem Alter liefen im Kreis um das sitzende Brautpaar herum und warteten das Maren den Strauß warf. Das ganze konnte man sich wie Reise nach Jerusalem vorstellen, nur das es keine Stühle gab, aber einen Brautstrauß. Als ich dann den Kreis der Menge betrachtete wunderte ich mich schon wo denn so viele Frauen her kamen. Ich rechnete mit einer Massenpanik. Oder mit einer Schlägerei. Oder mit ein paar gebrochenen Rippen. Aber es lief ganz friedlich ab. Eigentlich hätte ja Patrizia den Strauß fangen müssen, denn sie heiratet als nächstes. Aber die Julia stand günstiger und somit war sie dann dran um den Schleier abzutanzen. Das überraschte auch den Patrick, der einen recht seltsamen Gesichtsausdruck machte und schneller als eine Ratte aus dem Aquädukt aus der Tür schoß. Aber es half nichts, als Bräutigam von Julia mußte er nun tanzen. Maren und Sebastian bekamen in der Zwischenzeit Schütze und Pantoffeln an. Günni gefiel es sichtlich. Somit wäre diese Tradition wohl auch erledigt.

Die Zeit raste dahin und langsam aber sicher lichteten sich die Reihen. Dummerweise saß ich gegen Ende an einem Tisch mit Heike und Schmalle. Schmalle wäre nicht so schlimm gewesen, aber Heike nimmt sich gerne mal meines Fotoapparates an. Leider werden die Bilder dann immer so unscharf und verwackelt, aber ich wollte ihr die Freude lassen. Wenige Minuten später teilte sie mir mit das meine Batterie alle sei. Seltsamerweise bekomme ich solche Nachrichten nur von Heike. Egal, sie schoß trotzdem noch einige Bilder. Was auch immer gefährlich ist, ist ein umher liegendes Buch, in welches die Gäste nette Sachen schreiben können. Gefährlich nur dann wenn ich in der Nähe bin und einen Stift zur Verfügung habe. Ich schrieb also nette Sachen in das Buch, welche eigentlich nur aus einer Aussage bestand, die aber beschrieb ich mehrfach und sehr ausufernd. Woher ich das weiß? Ich habe ein Foto meines Textes auf meiner Kamera gefunden. Manchmal ist es echt besser, wenn man nicht alles weiß!

Wie schon erwähnt wurden die Gäste immer weniger und der Rest sammelte sich im Morgengrauen vor dem Bürgerhaus und wartete auf die Fahrgelegenheit. Mittlerweile bin ich auch auf Mixgetränke umgestiegen. Es gab zwar keine auf der Karte, aber ich kann ja improvisieren. Heute gab es also Kotzo-Cola. Schmeckt zwar wie ein Knüppel auf den Kopf, aber es mußte ja rein. Außerdem brachte es mir den Unmut von Schnitzel ein. Die Uhr zeigte bereits 0500 Uhr und wir warteten auf den Shuttel-Bus. Was macht man dann wenn man wartete und es keine Musik mehr gibt? Genau, man singt aus vollem Halse. Am Besten so, das ganz Seulingen weiß, das nun entweder die Hochzeit aus ist oder gerade eine Kompanie Bekloppter durch das Dorf geht. Es gab alles, vom Lied der Niedersachen über Westerwald bis hin zur Nationalhymne. Natürlich alles in Chorlautstärke. Als ich dann Wildgänse anstimmen wollte, konnte das nur Johannes mit singen. Von den anderen war aber auch keiner beim Bund. Dann kam endlich das Taxi und erlöste Seulingen von unseren Gesangseinlagen. 0530 Uhr ich legte mich ins Bett und fürchtete bereits den angebrochenen Tag.

Zu Recht, wie sich herausstellte, denn es war um die Mittagszeit brütend warm in meinem Schlafzimmer. An Schlafen war nicht mehr zu denken, also stand ich nach viel zu kurzer Ruhezeit auf und Vertrieb mir die Zeit mit Straße fegen bis zum Nachmittag, wo dann die Seniorenübung an stand. Die lief recht gut und der Anschluß versprach gekühlte Getränke, der Marke Krombacher und Paulaner. Friede hat schon vorsorglich Hefe Weizen kalt gelegt, was das Ende der Übung viel besser ertragen ließ. Davon gingen dann noch ein paar rein und noch ein paar Pils.

Es folgte nun ein Anruf einer jungen Dame, auf den ich hier nicht näher eingehen möchte, da ich die Gerüchteküche nicht zum überkochen bringen möchte. Natürlich hat diesen Anruf der Großteil der Anwesenden mitbekommen. Besonders der Schnitzel freut sich bei solchen Gelegenheiten immer sehr. Ich bin mir nur nie sicher, ob aus wahrer Freude oder ob er mich da irgendwann mal mit aufziehen wird. Die Zeit wird es zeigen. Der Abend jedenfalls brachte nicht mehr viel. Ich war auch echt geschlaucht und vertraute mich dem abendlichen TV Programm an. Ein grober Fehler. Selten wurde ich an einem Samstag Abend schlechter unterhalten. Hätte ich mich alleine in das Feuerwehrhaus gesetzt und mir ein paar Hefe rein geknallt wäre es lustiger gewesen. Es gab ein Zusammentreffen von den „Superstar“-Flachpfeifen. Dabei fehlte natürliche die Hübscheste von allen. Die Ermüdung des anstrengenden Tages tat ihr übriges und ich entschlummerte auf dem Sofa.

Doch die erhoffte Erholung brachte es nicht wirklich. Sonntag fühlte ich mich trotzdem nicht sehr wohl. Ob das wohl an den fehlenden Wirkungen das Alkohols lag auf die sich mein Körper in seinem Pflichtbewusstsein eingestellt hat? Sollte jedenfalls kommendes Wochenende nicht vorkommen, denn das ist komplett ausgebucht. Juchu!


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