Happiness is a warm gun

Es ist mal wieder Pfingsten und das heißt für Westerode ein Ausnahmezustand steht vor der Tür. Denn es ist ja Schützenfest. Würde es die Umgehungsstraße schon geben, könnte man an den Ortseingangsschildern Sperrbalken anbringen. Dann könnte man in Ruhe Schützenfest feiern und lebend kommt hier keiner mehr raus. Aber die Umgehungsstraße gibt es wohl nur in einem Paralleluniversum, daher muß sich halt der Verkehr auf erhebliche Probleme am Samstag und Montag Nachmittag einstellen. Und der normale Schützenbruder auf erhöhten Alkoholkonsum bestehend aus Bier und Schnäpsen. Ich hoffe nur ich komme um die ganze Schnapsgeschichte irgendwie herum.

Eigentlich wollte ich meinen Freitag ganz anders begehen, als er abgelaufen ist. Geplant war folgendes. Ich wollte zum Feuerwehrhaus fahren und dort mit Friede ein paar Hefe Weizen trinken. Vielleicht den Grill anschmeißen und die eine oder andere Scheiße labern. Doch da habe ich nicht ganz mit dem Fähnchen aufhängen gerechnet. Das findet ja immer an dem Freitag statt. Nun habe ich vorsichtigen Kontakt mit dem Gaudo gesucht, da er ja bestens informiert ist, wann es denn los gehen würde. Also habe ich mich dazu entschieden, erst beim Fähnchen aufhängen mit zu gehen und dann in das Feuerwehrhaus einzurücken um schon erwähnte Weizen zu vernichten. Warum bin ich nicht bei meinem ursprünglichen Plan geblieben. Denn wenn ich ehrlich bin, war mein Vorhaben eh schon zum Scheitern verurteilt. Auch wenn ich mir einreden würde, das ich ja nicht so viel trinken brauche, halte ich mich eh nicht daran. So macht ich ausgiebig von der Gleitzeit Gebrauch und machte früher Feierabend. Sobald dich zu Hause war schwang ich mich auf mein Rad und begab mich nach Westerode. Vorsorglich brachte ich es am Feuerwehrhaus unter, da ich dahin ja später wieder zurück wollte. Vom Feuerwehrhaus stellte ich dann Kontakt zu Gaudo her und ging grob in seine Richtung. Auf dem Weg dorthin stieß ich dann auf Patrick, Bolle und Kai, die ohne Bollerwagen, ohne Leiter, wohl aber mit einer Kiste Bier und den Fähnchen den Kirchweg hinunter gingen. Es war bereits 1530 Uhr, keine Fähnchen hing, aber das erste Bier wurde schon inhaliert. Ich tat mich dann auch gleich gütig an der Kiste. Zum einen mußte ich mein Gemüt ein wenig abkühlen und zum zweiten machte die Radfahrt unglaublich durstig. Bei Gaudo angekommen tranken wir weiter Bier und sahen ihm dabei zu wie er mit einem LKW Fahrer diverse Tür Kisten in seine Neuerwerbung verstaute. So macht arbeiten Spaß. Bier trinken und anderen dabei zu sehen.

Nach einem kurzen Plausch ging es dann weiter zu Walters wo wir dann die Leiter in Empfang nahmen und eine Art Gefährt die nur die ganz wagemutigen als Bollerwagen bezeichnen würden.
Derart ausgerüstet ging es über die Straße. Wohlgemerkt hin noch immer kein Fähnchen, es war bereits 1545 Uhr und die dritte Flasche Bier wurde schon an den Mund gesetzt. Ich sah schwarz für die ganze Fähnchen-aufhäng-Aktion. Bei Böning haben wir es dann geschafft ein Fähnchen aufzuhängen. Das wurde dann auch erstmal mit einer weiteren Flasche Bier gefeiert. Dabei wurde auch nicht darauf geachtet, ob man die vorherige Flasche schon ausgetrunken hat. So langsam schlich sich das Gefühl der Druckbetankung ein. Aber das macht ja gerade das Flair des Fähnchen aufhängen aus. Weiter ging die Reise die Bäckerwiese hinunter. Das dritte Fähnchen wurde dann an der Hauptstraße bei Vollmers aufgehangen und auch wieder mit einem Bierchen begossen. Immerhin war das letzte Pils schon mehrere Minuten entfernt. Bei dem warmen Wetter schwitzt man ja eh den Großteil wieder heraus. Mit solchen Lügen relativiert man die Tatsache das man sich am frühen Nachmittag die Myrte zu schüttet. Aber da man ja eh von diversen Staatsorganen tagtäglich angelogen wird, merkt man das gar nicht. Als nächste Station kam dann das Jung’sche Haus, an welchem gleich zwei Fahnen angebracht werden mußten. Dort wurde man nun auch schon in die Garage gebeten, damit man im Sitzen ein Pilschen trinken konnte. Außerdem stand dort eine sehr grenzwertige Falsche auf dem Tisch. Auf ihr war Löwentor zu lesen, was sie mich geflissentlich ignorieren ließ. Doch der Rest war dem Schnaps recht angetan und somit wurde eine Runde eingegossen. Auch wenn es nur ein halbes Glas voll war, hatte ich wieder große Schmerzen bei der Einnahme. Das interessierte aber Keinen so richtig und ich wurde ausgelacht. Noch Schlimmer, Gaudo bemächtigte sich meines Fotoapparates und machte munter Fotos von meinem Leiden. Diese Fotos könnten auch locker als Kreuzweg durchgehen. Zum Glück bin ich Herr über die Fotos und werde sie sicher verwahren.

Nach dieser nicht gerade lecker schmeckenden Zwischenmahlzeit ging es gleich wieder an die frische Luft. Denn die Fähnchen hingen sich nicht von selbst auf. Bei der nächsten Station gab es dann erneut Bier. Da wir aber einen engen Zeitplan hatten zogen wir recht fix weiter. Bei Vollmers gab es dann aber wieder Bier und es nahm langsam Überhand. Ich habe auch schon aufgehört zu zählen, denn dann würde nur mein schlechtes Gewissen erwachen. Bei Vollmers blieben wir dann auch erstmal ein wenig länger sitzen, da sie frische Großeltern geworden sind. Da kann man nicht einfach abhauen. Was wären denn das für Manieren. Als nächste Station stand der Holger auf der Liste. Dort wurde dann fachmännisch das Fähnchen aufgehängt und im Anschluß fachmännisch das Bier ausgetrunken. Weiterhin gab es hier noch ein kleine Streitgespräch zwischen Kai und Philip beizuwohnen. Sehr unterhaltsam. Holgers Sohn erwartete außerdem Zeltgäste, die dann teilweise schon eingetroffen waren. Das Gesicht der Mutter der jungen Dame war schon mal Sensationell an zugucken. Da standen also mehrere junge Männer bei Holger in der Garage, hatten alle eine Flasche Bier in der Hand und unterhielten sich nicht gerade leise über diverse Dinge. Und da sollte sie also ihre Tochter abgeben. Um ehrlich zu sein, wollte ich gar nicht wissen, was sie sich zu dem Zeitpunkt gedacht hat. Da die Uhrzeit schon recht fortgeschritten war entschied ich mich zum Feuerwehrhaus zu gehen. Der Rest zog weiter und brachte Fähnchen an. Wenn ich mich nicht Friede verabredete hätte, dann wäre ich auch bei der Truppe dabei gewesen. Doch ich hatte ja noch ein wenig Zeit , die ich damit verbrachte, bei Holger eine weiter Falsche Bier meinem Magen zuzuführen. Bei dem warmen Wetter muß man unbedingt auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten.

Im Feuerwehrhaus waren schon zahlreiche Gäste anwesend und eigentlich war es geplant das ich den Grill holen wollte. Da hatte ich aber nicht damit gerechnet, das ich schon diverse Biere getrunken hatte. Auto fahren stand außer Frage. Und es wollte auch keiner so richtig Grillen. Dann beschränkten wir uns also auf das Bier trinken. Ich lauschte der Rede vom Ortsbrandmeister und genoß eiskaltes Bier. In der Zwischenzeit ist dann auch der Friede angekommen und wir widmeten uns nach der Besprechung des Hefe Konsums und der gepflegten Konversation. Teilweise auf Englisch, teilweise auf Deutsch. Was bei raus gekommen ist, kann ich nicht mehr sagen, da ich schon leichte Gedächtnislücken aufwies.

Was sollte man auch tun. Ich telefonierte kurz mit dem Schnitzel und der teilte mir mit, da sie bald fertig waren. Also begab ich mich direkt zum Böning, wo dann der Abschluß statt finden sollte. Johannes bot mir gleich erstmal ein Bier an, aber da ich mich in einer sehr schwachen Lage sah, nahm ich erstmal ein Wasser zu mir. Ja hier wurde richtig gelesen. Ich trank Wasser um meinen Mineralhaushalt ein wenig auf Vordermann zu bringen. Kurze Zeit später traf dann auch der Rest der Fähnchen Truppe ein. Zunächst das Oberdorf Team, welches spontan um Matze R. erweitert wurde. Matze wusste wohl nicht wie ihm geschah, denn plötzlich saß er bei Bönings in der Garage und trank Bier. Außerdem wurde Mettwurst und frisches Brot gereicht. Extrem lecker und wenn man schon gut getrunken hat, dann ist so was genau das richtige. Die Hauptattraktion bei Bönings war aber immer noch das Bier trinken und wenn man sich die Leutchen so ansah, dann konnte man sehen, das hier nur Professionelle zu Gast waren. Es gelang mir ein paar sensationelle Fotos von Porno zu schießen, der hart an seinem Delirium arbeitete. Außerdem kann er ganz toll tanzen, wie ein mitgeschnittenes Video beweist. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich das veröffentlichen kann. Es sah aber zu dem Zeitpunkt ganz danach aus, das Porno stark den ersten Platz anstrebte.

Nach exzessiven Bier Konsum und den einen oder anderen belegten Broten verlegten wir zum Schützenhaus, da dort eine Art Disco statt fand. Nun ja, es war halt die Dorfjugend anwesend und betrank sich. Da wir aber alles schon lattenstramm waren, dachten wir uns das es eine recht gute Idee wäre dort auch noch auf zu schlagen. Die Uhrzeit war zwar vorhanden kann aber hier nicht mehr wieder gegeben werden, da der Autor jegliches Zeitgefühl verloren hat. Und dieses hat mehrere Gründe. Man kann nun sagen, das es hauptsächlich an der großen Menge an Bier gelegen hat, die ich bisher getrunken habe. Vielleicht ist es auch ein Zusammenspiel zwischen der großen Menge Bier und dem Blut spenden am Donnerstag. Oder aber es lag an der Tatsache, das ich beim Betreten des Schützenhauses auf Havana Club umgestiegen bin. Erschwerend kommt hinzu, das ich jede Mischung etwas stärker bestellt hatte. Ich bin sogar der Meinung jedes mal das Wort „Krachen“ benutzt zu haben, wenn ich etwas bestellt habe. Da ich die Ereignisse nur noch unbestimmt dem Zeitstrahl zuordnen kann, gebe ich mal mein Bestes.

Folgende Sachen haben sich also im Schützenhaus zugetragen. Vollmer steig auf einen Stehtisch und gab eine unglaubliche Performance. Jedenfalls so lange bis er von dem Stehtisch gefallen ist und sich nicht sonderlich weg getan hat. Aber er hat unseren Beifall geerntet. Gegen Ende des Abends wollte er dann noch in den Teich springen und ist wohl auch schon in Unterbuchse draußen umher gesprungen. Er hat es dann doch nicht getan, weil seine Freundin auf ihn eingeredet hat. Dabei kam ihr ihre Eigenschaft zu Hilfe mit Betrunkenen zu reden. Damit hat sie ja beruflich jeden Tag zu tun. Weiterhin habe ich eine Menge Fotos geschossen, von denen ich nichts mehr weiß. Vielleicht habe ich sie auch gar nicht geschossen, sondern mein Fotoapparat wurde entwendet. Ich kann es nicht mehr mit Gewissheit sagen. Ich bin jedenfalls auch auf ein paar Fotos drauf. Und ich hoffe niemand anderes hat noch einen Fotoapparat dabei gehabt. Time will tell! Ach ja, das Beste hätte ich beinahe vergessen. Ich habe mal wieder getanzt. Zunächst Partnertanz mit Hüfte und Ramona. Hüfte nannte mich liebevoll ihren Tanzbären am Folgetag, was mich darauf schließen lässt, das ich mehr als einen Tanz mit ihr getanzt haben muß. Da auch noch Depeche Mode verfügbar war, ging ich zu den Klängen auch noch mal gehörig ab. Ich schäme mich ein wenig und entschuldige mich an dieser Stelle für alle seelischen Qualen die ich verursacht habe. Es tut mir aufrichtig leid. Depeche Mode gehört aber auch zu den Gruppen bei denen ich mich schwer auf dem Stuhl halten kann. Mindestens ab einer hohen Promillezahl. Oder wenn Jägermeister im Spiel war. Als nächstes kann ich mich noch an die Heimfahrt erinnern. Ich mußte ja noch mit dem Rad nach Hause und dazwischen war noch ein Berg. Also ging ich zunächst zum Feuerwehrhaus um dort mein Drahtesel abzuholen. Auf dem Weg dorthin hielt noch das Auto von Jens neben mir an, welches zu dem Zeitpunkt von Theresa geführt wurde. Alle Insassen machten mich darauf aufmerksam das ich in die falsche Richtung gehen würde. Da meine Sprache aber nur noch annäherungsweise als Deutsch erkannt wurde, verstanden sie auch meine Erklärungsversuche nicht. Ich glaube nach einer Zeit haben sie aufgegeben. Nach einer unendlichen langen und unglaublich anstrengenden Radfahrt, bei der ich nicht nur einmal dem Graben gefährlich nahe gekommen war, kam ich dann zu Hause an. Dort schaffte ich es noch bis ins Wohnzimmer, wo ich auf dem Sofa in einen traumlosen Schlaf entschwand. Gegen 0745 Uhr verlegte ich dann in mein Bett und nahm mir beinahe das Versprechen ab, am Abend nichts zu trinken.

Dieses Versprechen wäre aber totaler Schwachsinn gewesen, da am Abend Vereinsschießen an stand. Also beschränkte ich mich auf das weglassen von Schnaps. Man muß ja klein anfangen. Der Tag ging verdammt schnell rum und mir ging es auch nicht gerade gut. Aber ich mußte wieder zum Schützenhaus zurück. Den ich mußte ja Verkehrssicherung machen und auch noch schießen. Also half kein Jammern, sonder man mußte Taten zeigen. Ausgerüstet mit meinen Feuerwehrklamotten ging es dann los. Zunächst zum Fußball, wo man mich im Allgemeinen mit einem breiten Grinsen begrüßte. Gott, wer hatte mich denn gestern alles gesehen. Es scheint mir als würde der Freitag immer der exzessivste Tag sein. Und immer der Tag an dem ich am meisten abstürze. Ich sollte auswandern, damit so etwas nicht mehr vorkommt. Demnächst. Die Ramona freute sich sehr mich zu sehen und bestätigte mir, das ich schon ganz schön betrunken war. Aber sensationell getanzt hätte. Zu dem Zeitpunkt war mir das noch nicht klar und trotz strahlenden Sonnenscheins bekam ich eine blasse Gesichtsfarbe. Sie teilte mir dann noch mit das sie sogar ein Video gedreht hat. Plötzlich wurde mir ein wenig schlecht und ich wollte mich hinsetzen. Die Sonne tat auch ihre Wirkung und ich bekam kalte Schweißausbrüche. Allerdings wären diese Ausbrüche auch im tiefsten Winter gekommen. Auf dem Video kann man aber zum Glück nicht viel erkennen. Was mich dann schon ein wenig aufatmen ließ. Intern machte ich eine Notiz, das ich nie wieder zum Fähnchen aufhängen mit gehen werde. Zumindest nicht für ein Jahr.

Im Schützenhaus herrschte ähnliche Freude bei meinem Anblick, was mich nicht gerade sicherer in meinem Auftreten machte. Aber ich trug es mit Fassung und erneuerte meinen Schwur keinen Schnaps am Abend zu trinken. Man muß nur wachsam genug sein und solchen Runden immer tunlichst ausweichen. Kurze Zeit später ging es dann auch mit dem Umzug los. Zwei sehr unglückliche Faktoren kamen an dem Tag zusammen. Zum einen brannte sie Sonne vom Himmel und steigerte die Ausschüttung von Schweiß, der zur Kühlung diente. Zweitens habe ich kurz vor meinem Abmarsch zu Hause eine recht salzige Speise verdrückt, was die Dehydrierung meines Körpers voran trieb. Ich fühlte mich als würde mein Körper sich langsam aber sicher in die Wüste Gobi verwandeln, während ich mit Holger zusammen den Schützenverein vor den Autos schützte. Der Marsch durch das Dorf nahm kein Ende und wir gingen sehr staubige Straßen. Ich hatte das Gefühl, als ob meine Zunge nicht mehr vorhanden wäre und meine Speiseröhre ein Reibeisen. Als wir dann zurück zum Schützenhaus kamen weigerte sich Kai auch noch uns eine Runde zu spendieren. Zum Glück bekamen wir vom Schützenhauptmann ein Päckchen Marken zugeschanzt, welches sofort in eine Runde Bier umgesetzt wurde. Dummerweise mußte ich die Runde auch noch selber holen. Aber so konnte ich schon mal ein Blick auf die Bedienungen werfen. Und zu meiner Freude sahen sie alle recht ansehnlich. Auch die Ramona, eine andere als die schon vorher erwähnte, war wieder da. Sie wurde ja mal von Gaudo und mir mal zu Mrs. Keksarsch gekürt. Und diesen Titel trug sie immer noch zu Recht. Die Runde Bier tat meinem Hals extrem gut. Dummerweise hat sich die Runde erweitert, als ich wieder raus kam und ich drufte nochmal Nachschub holen. Das ist immer sehr nervig, aber was tut man nicht alles für seine Kameraden.

Es dauerte nicht lange, da hat sich dann schon ein fester Kern gebildet, der mehrere Bierbänke in Anspruch nahm. Und die Bierbude komplett in Anspruch nahm. Dort wurden nun nicht nur ein großes Ausmaß an Scheiße gelabert. Nein, es wurden auch in letzter Minute noch Mannschaften für das Schießen zusammen gestellt. Doch der Spaß sollte bald zum Abbruch gebracht werden. Es sollte nämlich zur Auslosung kommen und dazu sollten alle Vereinsmitglieder ins Innere des Schützenhauses kommen.

Dort gab es Gott sei Dank aber auch Bier, welches auch gleich gut die Kehle hinunter lief. Wurde es dann auch noch von der hübschen Ramona serviert, schmeckte es gleich noch viel besser. Die Auslosung war vorbei und die Feuerwehr hatte Startnummer 10, jedenfalls die Mannschaft, in der ich mit schießen sollte. Das war ein solides Mittelmaß. Man schaffte es in der Zeit sich schön einen an zutrinken, war aber noch nicht so stramm, das man die Scheibe nicht mehr sehen konnte. Ich war zufrieden und schloß mich der allgemeinen Anziehungskraft nach draußen wieder an. Dort war einfach die Luft besser und man hatte eine breite Masse an Gesprächspartnern. Negativ war nur, das uns Ramona draußen nicht bediente. Aber wenn man dann später eh rein mußte zum schießen, war sie ja immer noch da. So hoffte ich zumindestens. Es stand zwar außer Frage, das ich sie an sprach, aber immerhin war sie nett anzuschauen. Sie war durchaus mein Typ, aber ich finde es immer ein wenig bekloppt, sich an die Bedienung heran zu machen. Sie ist es bestimmt gewohnt das ihr betrunkene Kerle sonst was versprechen und sonst welche Komplimente machen. Man kann einfach nicht mehr heraus finden wer es wirklich ernst meinen würde oder wer einen nur ansprach, weil er spitz wie Nachbar’s Lumpi war betrunken war. Außerdem habe ich wohl meine Lektion damals bei Conny gelernt. Um mal wieder alte Wunden aufzureißen. Aber Ramona gehörte definitiv zu den Mädels, die mir an einem normalen Wochenende auffallen würden. Die Sache mit dem Ansprechen würde eh in die Hose gehen. Auch an einem normalen Wochenende.

Nun gut, draußen ging der Bierexpress gut los und man hatte immer Bier in der Hand. Wer nun gerade dran war ergab sich aus der Runde. Im Endeffekt gab jeder mal Marken in die Mitte und sicherte sich so seine Zugehörigkeit und seinen Zugang zu Unmengen an Bier. Es gab dann auch noch Verzögerungen bei der Schießveranstaltung, da ein paar Birnen wohl ausgefallen waren. Hieß soviel, das man sich nun die Mütze mit Bier zuschüttete. Das tat man im Normalfall ja auch, aber man wurde im Zeitplan deutlich nach hinten geschmissen. Als dann unsere Startnummer dran war, fühlte ich mich schon wie Platz 15 und nicht wie Nummer 10. Egal, die Hoffnung auf einen sicheren Schuß hatte ich eh schon aufgeben. Denn was draußen ab lief grenzte an Druckbetankung. Ich hatte schon einige Mal als eine der letzten Gruppen geschossen und seit dem weiß ich das jede Gruppe jenseits der 3 eigentlich verloren hatte. Es gab aber zum Glück keine Minuspunkte, so das man sich nur darauf konzentrieren mußte die Scheibe zu treffen.

Und auch das stellte sich für manche als Schwierigkeit heraus. Ich schoß solide 19 Punkte, was eigentlich ganz gut war. Was der Rest schoß weiß ich schon gar nicht mehr. Es war auch nicht wirklich wichtig, da der Hauptgrund auf dem Betrinken lag. Für mich auf jeden Fall, denn bei solchen Glücksscheiben hat man eh keine Chance einen kontrollierten Schuß abzugeben. Man kann halt nur hoffen, das man die richtigen Zahlen angekratzt hat. Da man nun mit Schießen fertig war ging es an das ultimative Abschießen. Bisher konnte ich gut die Schnäpse umschiffen und wollte das auch beibehalten. Ein weiterer Vorteil war das man vor dem Schützenhaus keine Schnäpse bekam. Da kam dann auch keiner auf dumme Gedanken. Zu einem Schützenfest gehört auch immer eine Freßbude. Normalerweise bekommt man da nur eine rudimentäre Nahrungszusammenstellung. Bratwurst, Krakauer und in Sonderfällen auch mal eine Currywurst. Doch Westerode hatte eine Luxus Ausgabe geordert. Es gab sogar Schnitzelbrötchen. Dies muß wohl das Paradies für Porno gewesen sein. Nachdem er wohl am Vortag ein ganzes Dreipfundsbrot mit Mettwurst bei Bönings gegessen hat schob er sich nun Schnitzelbrötchen in rauhen Mengen unter das Zahnfleisch. Dummerweise habe ich ein sehr grenzwertiges Foto geschossen. Rein zufällig, wie sich herausstellte. Ich kontrollierte im Anschluß noch die Funktion meiner Kamera und mußte zum Glück feststellen, das alles noch im grünen Bereich war. Ich muß natürlich sagen, das diese Brötchen verdammt lecker aussahen. Aber mein Hungergefühl war so gut wie nicht vorhanden. Warum dann also Geld für Nahrung verschwenden, wenn man diese auch viel besser in Bier anlegen konnte.

Die Gespräche gingen hauptsächlich um sehr grenzwertigen Stoff. So wollen Vollmer und Philip nun eine Zeburar Farm in Australien aufmachen. An sich finde ich den Vorschlag ganz gut, nur mit den Zebruar kann ich mich nicht so ganz anfreunden. Warum nicht Kängeruhs oder Sträuße. Sind auch lecker. Nach und nach kamen dann alle Mannschaften irgendwann man dran, was auch wiederum hieß, das die Menge immer weniger wurde. Und die Sonne verschwand so langsam, was eine rapide Abkühlung zu Folge hatte. Ergo verlegte man nach drinnen und trank dort weiter Bier bis zum Abwinken. Und es hatte den Vorteil das man der Ramona beim Bedienen zu sehen konnte. Ich war auch froh, das keine Tanzmusik gespielt wurde. Somit ersparte ich mir weitere Peinlichkeiten. Da sich die Menge schon arg ausgedünnt hat, setzte ich mich mal an den Kolpingtisch, wo ich natürlich auch ein paar Leutchen kannte. Unter anderen meine Cousins Edgar und Markus, Und Holger, der auf der Nachbarschaft wohnte. Mit ihm gehe ich auf solchen Veranstaltungen eigentlich immer zusammen nach Hause. Biete sich ja auch an, da wir immer die Letzten sind und demnach den gleichen Heimweg haben. Zum Glück war es aber noch lange nicht so weit und wir konnte noch ein wenig sitzen bleiben und Bier trinken. Die Runde erweiterte sich schnell und die Gespräche drifteten wieder ab in reines Scheiße labern. Ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern, aber wich weiß das wir eine Menge Spaß hatten.

Doch auch die schönen Runden lösen sich irgendwann einmal auf. Das ist dann aber noch lange kein Grund den Heimweg anzutreten, sondern man verlegt an die Theke. Da trifft man dann eh die üblichen Verdächtigen und trinkt noch ein wenig weiter. Ich muß ehrlich zu geben, das ich noch recht fit war. Und das Bier schmeckte auch noch. Holger und ich sind recht schnell auf das Thema weblog gekommen. Wenn mich Jemand fragt, dann sind es meistens die gleichen Fragen. Aber ich spreche ja gerne darüber und freue mich immer erstaunte Gesichter zu sehen, wenn ich erzähle wie viel Zeit ich doch investiere. Es macht aber auch Spaß, ansonsten würde ich es ja nicht machen. Wenn ich dem Ganzen mal überdrüssig werden sollte, dann gebe ich das schon noch bekannt. In der Zwischenzeit schmeckte mir dann das Bier nicht mehr so richtig. Da der Abend aber fast vorbei war entschied ich auf Havana umzusteigen. Dies wurde mir aber verwehrt, da David mir freudestrahlend mitteilte, das er den gerade ausgetrunken hatte und er ihm doch geschmeckt hat. Solche Nachrichten sind natürlich nicht gut. Aber ich machte das Beste daraus und trank Wodka Red Bull. War zwar nicht das gleiche, aber ein annehmbarer Ersatz. Nun kam aber auch Kalle B. auf die Idee, eine Runde Löwentor auszugeben. Doch Niemand wollte so recht mit trinken. Also schütte er ihn kurzer Hand in mein Glas. Meine Stimmung ging jetzt natürlich rapide nach unten. Da hatte ich ein einigermaßen schmeckendes Getränk zum Abschluß gefunden und sah es nun mit Löwentor kontaminiert. Es schmeckte nicht wirklich, aber der Durst trieb es dann rein. Holger hat sich nach der Einnahme dazu entschlossen ein wenig Gesangstechnisch tätig zu werden. Leider schmetterte er nicht das Lied der Niedersachsen (bitte die Orginale Version von Heino nehmen), sondern etwas von Pur. Ich glaube tiefer konnte meine Stimmung nicht mehr sinken. Löwentor im Mixgetränk und Pur aus Holgers Mund. Ich wollte nicht mehr und David nahm sich dem Rest meiner Mischung Extrinkenderweise an. Er opferte sich also für die Sache.

Da nun auch die Bedienungen den Heimweg antreten wollten, räumten wir das Feld und gingen nach Hause. Wie schon angekündigt trat ich mit Holger den Heimweg an. Da ich nur mit T-Shirt zum Schützenhaus gegangen war, war es auch recht kalt. Nüchtern wurde ich davon zwar nicht, aber schön schläfrig. Es war nicht sehr spät, aber es hat gereicht, ich fiel sofort ins Bett und hatte schon Angst vor dem Wecker am nächsten Morgen. Denn es war Pfingstsonntag und als Schütze geht man dann in die Kirche. So ein Ärger aber auch.

0600 Uhr und ich öffne die Augen. Es hört sich an, als würde ein Spielmannzug in meinem Zimmer stehen. Tut er aber nicht, geht aber draußen vorbei. Zum Glück muß ich nicht aufstehen und ihnen Repressalien zahlen, damit sie weiter gehen. Aber wach bin ich trotzdem. 0800 Uhr, unsanft werde ich aus einem wunderbaren Traum geweckt. Diesmal vom Wecker der mich an den Kirchgang erinnert. Eine leidliche Pflicht, aber im Anschluß lockt ja der Frühschoppen. Es sind so kleine Dinge die einen dann aufstehen lassen. Das ging dann auch erstaunlicherweise recht gut. Nach dem gestrigen Abend hatte ich viel mehr mit Kopfschmerzen gerechnet. Den ganzen Abend sich mit Hasseröder zuschütten ist erstens nicht so toll für die Geschmacksknospen und zweitens meistens mit Kopfschmerzen am Folgetag verbunden. Aber es war alles im grünen Bereich. Schnell wurde sich in die Kluft geschmissen und noch ein Toastbrot zwischen die Zähne gesteckt. Wie schon erwähnt stand ja noch der Frühschoppen an und da wollte ich nicht nur mit einer Hostie im Bauch ankommen. Ich kam also noch gerade pünktlich zum Abmarsch bei Kellner.Nachdem dann der Kirchgang vorbei war rechnete ich schon damit mir gleich die Lippen mit einem herrlichen Bier zu befeuchten. Aber ich hatte die Ehrung der Toten beim Kriegerdenkmal vergessen. Aber das ging relativ fix und wir setzten unseren Marsch zum Schützenhaus fort. Endlich war es soweit. Bier in rauhen Mengen. Man hatte gute anderthalb Stunden Zeit sich zu betrinken, denn spätestens dann ging es heim um dem Mittagessen beizuwohnen. Da ich anscheinend der durstigste war holte ich gleich mal die erste Runde und schmiß sie in die Mitte. Praktischerweise bekommt man immer 10er Körbe und vernichtete diese dann. Sitzt man dann noch in einer netten Runde außerhalb des Wirkungsbereiches der Sonne kann man es ganz gut aushalten. Wie man bemerkt traf ich Vorsichtsmaßnahmen. Denn man sollte nicht voll trunken zum Mittag zu Hause aufschlagen. Das gibt nur Ärger. So wurde dann nach der ersten Runde erstmal eine Sammlung durchgeführt. Hatte man früher noch eine Art Gefäß in dem man die Marken sammelte schmiß man sie nun einfach auf den Boden. Wir hatten ja noch nicht mal ein Tisch zur Verfügung. Es war aber auch relativ egal, denn hautpsache das Bier landete später nicht auf dem Boden. So wurde Runde für Runde geholt und da unser Trinkerkreis beträchtlich angewachsen ist, mußten nach zwei Runden schon Doppelträger geordert werden. Frühschoppen artete eigentlich immer in Druckbetankung aus. Wenn dann der Träger mit den 10 Bieren in die Mitte gestellt wird, geht es dann zu wie bei der Raubtierfütterung. Das nicht irgendjemand verletzt wurde, war alles. Manchmal muß man vor seinen Mitmenschen Angst haben. Man weiß nie wie Mancher in Streßsituationen reagiert.

Was mich sehr überrascht hat war unser lieber Kai. Er war voll trunken. In der Kirche war er ja schon gar nicht mit, da er da bei Gojo verweilte und sich wohl ein paar Bierchen rein drücke. Er sah nun auf der Bank richtig scheiße aus. Ich meine noch beschissener als sonst. Es war Sonntag Morgen, 1100 Uhr und er war fertig mit der Welt. Auf Nachfragen sagte er das wer schon sechs Löwentor beim Wecken getrunken hatte und erst eine Stunde vor Beginn des Weckens aus der Werkstatt gekommen war. Mitleid brauchte er nicht zu erwarten, dafür aber Spott in rauhen Mengen. Verdienterweise! Außerdem kürte ich ihn zum Frisurenking, denn das was er mit seinen Haaren gemacht hat, verdiente den Namen Frisur nicht. Vorher lag sie ja im Grenzbereich, aber nun, nachdem er etliche Biere und Löwentor in sich hinein gegossen hatte und unter seinem Hut ordentlich geschwitzt hatte, sah es aus wie mit einer Schrotflinte gekämmt. Es kam mir vor als würden seine Haare eine Party ohne ihn gefeiert haben. So hat jeder sein Laster zu tragen.
Leider mußte ich mich schon früh aus der durchaus lustigen Runde verabschieden. Denn der Mittagstisch rief. Und nach dem Mittag reif dann mein Bett, welches ich zum Ruhen brauchte. Ich entschied mich zu einem Mittagsschläfchen. Was aber gar nicht so gut ging, denn es war und ich war irgendwie aufgedreht. Daher bin ich mehrere Male weggenickt aber kurz Zeit später wieder aufgewacht. Erholsam oder nicht, der Nachmittag ging vorbei. Und der Schützenball rückte näher. Spannenderweise ist über Pfingsten unsere Heizung ausgefallen, was bedeutete, das ich eiskalt duschen mußte. Ich war also wach, als ich mich auf den Weg machte.

Bei Kellner traf ich dann auf den Vokke und wir setzten den Weg zum Schützenhaus fort. Unten trafen wir dann schon den Rest des Frühschoppens, die alle nicht gerade frisch aussahen. Ich ließ mir berichten, das kurz nach meinem Verschwinden die Runde mehr oder weniger aufgelöst wurde. Mittagspläne hatten fast alle. Nur ein kleiner harter Kern bleib einfach da und betrank sich weiter. Wie man so hörte setzte sich dieser kleine Trupp dann am frühen Nachmittag in Richtung Steffanskis um dort weiter zu trinken. Philip ist dabei wohl auf dem Balkon beim Telefonieren eingeschlafen und Görtler auf dem Sofa. Nach eigenen Aussagen, ist Görtler gar nicht eingeschlafen, sondern dann irgendwann nach Hause gegangen. Hier überlasse ich es der Gunst des Lesers wem hier der Glaube geschenkt wird. Was ein wenig verwunderlich war, war das Fabian nicht da war. Er hatte Vokke geschrieben, das er wohl etwas später kommen würde, da er noch ein wenig den Frühschoppen verdauen mußte. Also ging ich erstmal mit Vokke an die Theke um mich mit Bier zu versorgen. Der Weg war mühsam, staubig und es war sehr sonnig. An der Theke wurden wir dann von zwei netten jungen Damen begrüßt die das Zapfpersonal darstellten. Schnell und präzise gab ich meine Bestellung auf. Als eine der Damen plötzlich anfing mit Vokke zu reden. Nicht das es jetzt etwas Besonderes wäre, aber der Inhalt der Unterhaltung war sehr interessant. Sie machte Vokke darauf aufmerksam, das sie am Vorabend bei der Silberhochzeit bedient hat, bei der auch der Vokke anwesend war. Vokke gab vor sich zu erinnern und bemerkte wie schnell man sich doch wieder sehen würde. Doch ich merkte das es ihm nicht ganz geheuer war, was nur bedeuten konnte, das er hackevoll am Vorabend war. Kommt ja mal vor. Als wir dann unsere Biere erhielten, drehte sich besagte junge Dame um und meinte leise zu ihrer Kollegin, das er der Typ war, der am Tisch umgefallen wäre. Ich hörte dieses und setzte gleich mal ein breites Grinsen auf und gab Vokke für diese Aktion den Daumen nach oben. Seine Gesichtsfarbe änderte sich nur ungemein in ein dunkles rot.

Am Tisch bei den Anderen gingen wir zur üblichen Prozedur über. Marken in die Mitte und mit Vollgas in den Vollrausch. Auch hier gab ich wieder im Vorfeld an meinen Körper die Parolen raus, das es keine Schnäpse geben würde. Da Löwentor eh wieder das Hauptgetränk bei den harten Spirituosen wäre, fiel mir das verzichten auch gar nicht schwer. Wir kamen leider nur zu zwei Runden im Außenbereich und wurden dann nach drinnen gebeten, damit die Veranstaltung los gehen könnte. Passiert es eigentlich immer wenn es am gemütlichsten ist? Wir nahmen das verbliebene Bier und begaben uns nach drinnen. Die Platzsuche ging relativ schnell von der Hand, da die Erstankömmlinge sich Tische reserviert haben. Matten, Vokke und ich waren quasi die Nutznießer dieser Aktion. Nun sollte man annehmen, das dieser Abend gemütlich wird. Es konnte getanzt werden und es gab etwas zu trinken. Es wurden ein paar Ehrungen vorgenommen und bestimmt wird auch wieder geschunkelt. Es gab keine Anzeichen, warum dieser Schützenball ausarten sollte. Und doch trafen gewisse Ereignisse aufeinander, welches gerade den Anfang des Abends sehr grenzwertig erscheinen lassen. Und ich spreche von hässlichen Dingen.

Wie schon erwähnt hatten wir ja angefangen Marken in die Mitte zu schmeißen. Somit ist jeder dabei und man muß nicht immer penibel genau abzählen wer schon wie viel Runden gegeben hat. Hinterher ist man eh stramm und merkt es nicht mehr. Da nun nicht mehr genug Marken in jedem Portemonnaie vorhanden waren, schickten wir Kai erstmal los Marken holen. Mit unserem gesammelten Geld konnte er dann für glatte 100 € Marken käuflich erwerben. Das ist schon Mal sehr grenzwertig, auch wenn man jetzt davon ausgehen könnte, das hinterher eh wieder Marken über bleiben. Bleiben aber eh nicht und Antje, die an der Kasse saß, hat sich bestimmt gefreut. Diese Marken lagen nun in einem losen Haufen auf dem Tisch und warteten nur darauf ihren Auftrag auszuführen. Dieser bestand in Bier umgesetzt zu werden. Und das wurde schnell gemacht. Zum Glück bediente uns Ramona, die nette Bedienung vom Vorabend. Ihr wurde folgender Auftrag gegeben. Alle 10 Minuten sollte sie 20 Bier bringen. Dieser Auftrag kam von keinem anderen als Philip. Merke: Laß niemals die strammste Person am Tisch Getränkebestellung aufgeben. Laß sie gar nichts bestellen, sondern einfach nur stramm sein. Hat man genügend getrunken, dann kann man einfach nicht mehr die Personenzahl abschätzen. Man überschlägt grob und kommt auf 23, auch wenn nur fünf Personen am Tisch sitzen. Solche Bestellungen sind immer leicht daher gesagt. Als dann die ersten 20 Biere kamen war die Freude natürlich groß. Wir hatten seit 5 Minuten längerer Zeit nichts mehr getrunken und lechzten nur nach Ramona, ich jedenfalls der kühlen Erfrischung aus dem Zapfhahn. Zehn Bier wurden auch ganz gut vernichtet. Und dann stand die gute Ramona wieder vor uns. Ich freute mich natürlich sie zu sehen und auch die 20 Bier die sie mit sich brachte. Doch dann realisierte ich, das da ja noch weitere acht Bier auf dem Tisch standen. So langsam machte ich mir Gedanken. Aber nicht lange, denn diese acht Bier wurden im Eilverfahren in die Schlünde geschüttet. Wir brauchten ja den Platz. Und dann stand Ramona wieder an unserem Tisch. Erst dachte ich das sie sich vielleicht für mich für Jemanden von unserem Tisch interessieren würde, aber dann sah ich die 20 Biere in ihren Händen. Dabei handelte sie nur nach Auftrag. Alle 10 Minuten, 20 Bier! Wir änderten die Bestellung und kündigten die Flatrate. So nett unser Tisch auch immer aussah mit den ganzen Bieren, so schlecht schmeckten auch abgestandene Biere. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich mir vorstellte das gleiche würde später mit Löwentor passieren.

Mein Fotoapparat lief auf Hochtouren und schoß sehr grenzwertige Bilder. Aber sie passten zu der allgemeinen Situation. Es wurde gezeigt das es neue Lampen gab und ob gewisse Dinge an der Decke zum Schießen gut waren. Leider kann ich nicht weiter ins Detail gehen, da ich mich vielleicht strafbar mache und das ist das letzte was ich will. Die Fotos allerdings sind sensationell geworden.

Ab und an wird es auch mal Zeit sich an die Theke zu begeben, vor allem wenn an dem Tisch an dem man gesessen hat alle komplett abdrehen und seltsame Spiele mit Aufstehen und Niedersetzen spielen und dabei singen das sie bescheuert sind. Gut, das bin ich zwar auch, aber das muß ja nicht gleich jeder wissen. An der Theke ist es eh immer am Schönsten. Man steht nahe am Zapfhahn, bekommt vielleicht die Gelegenheit Ramonas viel gelobten Keksarsch zu begutachten, trifft viele Leute und hat es auch nicht so weit zum Klo. Und ich habe dort dann auch Köppel und Näppchen getroffen, die gerade von einem Grillabend gekommen sind. Fand ich richtig gut, das sie dann doch noch vorbei gekommen sind. Man muß ja mal zugeben, das die Stimmung immer ganz gut war. Es ist zwar nur ein Winzschützenfest, verglichen mit anderen Orten im Eichsfeld, aber es reicht vollkommen aus. Woanders trifft man vielleicht andere Leute oder auch mal Single Frauen, aber ich bin der Meinung beim Schützenfest da will ich mich betrinken und nicht über meine Zukunft nachdenken. Und in Westerode kenne ich jeden und da macht es mir am meisten Spaß. Ich war also an der Theke, nach diesem kleinen Ausflug in die Rechtfertigung pro dem Schützenfest in Westerode. Dort gab es dann weiter Bier, aber diesmal in anderer Gesellschaft. Köppel und Näppchen sind zwei echt ganz nette. Vor allem freuen sie sich immer so wenn sie mich in Schützenuniform sehen. Kurze Zeit später ging dann das Formationstanzen los. Die Mädels stellten ich im Kreis auf und tanzten zu diversen Schlagern seltsame Formationen. Man möge mich Spaßbremse nennen, aber dem kann ich absolut gar nichts abgewinnen. Zum Glück mußte ich nicht mit machen und konnte weiterhin Bier trinken. Nett war auch der Auftritt von Susanne, Görtlers Freundin. Sie hatte wohl am Vorabend auf der Silberhochzeit bedient auf der halt auch der Vokke war. Auch sie berichtete uns von einem aus Westerode der da war und der vom Stuhl gefallen war. Als dann der Vokke mal bei uns vorbei gekommen war, zeigte sie gleich auf ihn und identifizierte ihn ohne Zweifel als den Stuhlfaller. Nun haben wir es von zwei Seiten schon gehört, das Vokke wieder einmal eine sensationelle Leistung an den Tag gelegt hat. Ich war stolz.

Es ging nun im bunten Reigen rund mit den Runden. Man steht gemütlich rum unterhält sich mit diesem und jenem und genießt die gute Laune. Und dann gibt es diese Stimmungskanone von Alleinunterhaltern, die die Harmonie mit etwas ganz grausamen unterbrechen. Entweder sind es Schunkelfoltern, bei denen jeder der nicht mitmacht als Spaß Nazi Miesepeter bedacht wird. Oder aber es gibt die Königsdisziplin des Zum-Ei-machen. Die Polonaise. Meistens kann man sich drücken, in dem man einen akuten Blinddarmdurchbruch vortäuscht. Das heißt dann aber das man die Party verlässt und heim geht. Also außer Frage. Oder aber man versteckt sich oder hat eine Ladung Bier in der Hand, die man gerade einer Runde ausgeben will. Doch Beides ist schwer zu bewerkstelligen, wenn man von hinten von der Polonaise überrascht wird. Die ersten zwei Male konnte ich mich noch super verstecken und ein alte Kriegsverletzung vortäuschen. Beim dritten Mal habe ich aber nicht mit der geballten Power von Biggi und Michael gerechnet. Ihre Griffe waren wie Schraubstöcke und schon war ich mitten in der Polonaise. Zum Glück recht spät, denn sie ging nur noch zwei Runden. Doch es ging noch eine Runde besser. Es wurde sich im Kreis aufgestellt und jeder sollte sich doch mal in der Mitte zum Ei machen und wie ein Epileptiker dem man gerade eine Heizspirale in den Hintern gesteckt hat umher springen. Dank meiner Nahkampffähigkeiten, die ich bei der Grundausbildung gelernt hatte, entging ich diesem Schicksal. Ich hoffe Jense geht es wieder gut.

Anzusehen war das Spektakel schon recht nett. Vor allem der gemeinsame Horst-Tanz von Kai und dem Bürgermeister. Den habe ich sogar auf Video. Stelle ihn aber aus Imageschädigungsgründen nicht online. Aber gut zu wissen das ich Karrieren zerstören könnte. Zu so etwas kriegt man mich erst mit 5 Promille, die Grenze an der das Gehirn gar nichts mehr für die Nachwelt aufzeichnet. Also noch eine Ecke strammer als am Freitag. Man muß ja immer ein Ziel haben. Da mein Fotoapparat gerade im Betrieb war wurde er mir auch glatt entwendet. Ich kann mich leider nicht mehr so recht daran erinnern, wer ihn mir genommen hat, da ich gerade im Gespräch mit Köppel und Näppchen war. Als ich ihn dann wieder bekommen habe, hatte ich jedenfalls genügend Fotos von den Bedienungen drauf. Nicht das ich jetzt darüber böse bin, aber manchmal bin ich einfach zu vertrauensselig. Ich habe ja leicht den Michael in Verdacht. Wahrscheinlich hat er mir zunächst mit seinem Schraubstockgriff einen bestimmten Nerv in der Schulter geklemmt, so daß meine Haltekraft nachgelassen hat und dann hat er einfach zugegriffen. Den Trick sollte ich mir merken. Zack, den Spock Würgegriff angesetzt und schon ist man im Besitzt von einem neuen Meter Bier oder einer Flasche Havana Club. Da hilft jetzt nur noch Star Trek Episoden studieren.

Als der Tag wechselte wurde auch mal wieder ein Geburtstag gefeiert. Diesmal war es Martina, die fünfzig wieder ein Jahr älter wurde. Frauen sprechen ja nicht gerne über ihr Alter was ich so gar nicht verstehen kann. Egal, der Unterhaltungskünstler spielte das obligatorische Happy Birthday und Martina durfte im großen Kreis tanzen. Was ich extrem Klasse fand war die Aktion von Leiche. Er nahm Martina quasi in den Klammergriff und wirbelte mit ihr um die eigenen Achse. Da Leiche ein wenig größer ist, als Martina hob sie natürlich ab. Leiches Gesicht sprühte nur noch Lebensfreude aus, während hingegen Martina wohl ein Vater unser betete. Die Leute die im Kreis standen lebten auch nicht gerade ungefährlich. Die Kleineren der Anwesenden hatten ihre Kinnlade zeitweise genau auf Höhe von Martinas Absätzen. Einmal kurz ins Strukeln gekommen und man ist Protagonist in einem klassischen Bud Spencer Film. So stelle ich mir übrigens vor, wenn Chuck Norris tanzt. Roundhouse Kicks am laufenden Band. Geliefert von seiner Tanzpartnerin.

Und dann passierte es schon wieder. Ich hatte wohl genügend getrunken und forderte selber schon die Hüfte zum Tanzen auf. Irgendwie fühlte ich mich ihr verpflichtet. Ich vermute mal, das sie mir am Freitag ein Versprechen abgenommen hat und dieses sich in mein Unterbewusstsein gefressen hat. Aber mit Hüfte tanze ich ja gerne. Und doch war ich froh das ich wieder an der Theke stehen und mich an ein paar Bieren ergötzen konnte. Doch da hatte ich wohl nicht mit der Biggi gerechnet, die sich von hinten angeschlichen hatte und mir auf die Schulter tippte. Also mußte ich nochmal das Tanzbein schwingen. Wo ich dann gerade mal dabei war forderte ich dann auch gleich die Ramona auf. Und damit hier keine Verwechslungen vorliegen, war es nicht die Bedienung, sondern die andere Ramona.

In der Zwischenzeit haben sich etliche Leute verabschiedet. Wie man so hörte sind einige nach Bönings gegangen um da noch ein paar Bierchen auf Martina zu trinken. Aber das konnten nicht so viele gewesen sein. Denn es wurde echt übersichtlich an der Theke. Was war aus den guten Zeiten geworden an denen man sich stundenlang an der Theke unterhalten hatte? Waren die nun endgültig vorbei? Ich hoffte nicht und trank mit dem Finker noch ein paar Getränke. Doch so langsam wurde es Zeit die Biege zu machen. Martin machte dann auch die Theke zu und es gab keinen guten Grund mehr noch dort zu bleiben. Ich nahm mir noch ein Pils mit auf den Weg und verabschiedete mich von den Anwesenden. Als ich gerade so in der Blumenau war hielt plötzlich ein Auto mit Fernlicht neben mir. Ich wollte gerade auf das übelste los schimpfen, als ich die Stimme von Wiebke erkannte, die wissen wollte ob denn der Kai noch unten war. Ich gab ihr fix Auskunft und setzte meinen Marsch nach Hause fort. Die Uhr zeigte 0300 Uhr und mir war ein wenig bewusst das mein Wecker bereits um 1000 Uhr wieder klingeln würde. Immerhin waren das noch ganze sieben Stunden, mehr Schlaf als ich sonst am Wochenende bekomme.

Der Pfingstmontag kam schneller als erwartet und gab mir Zeit für ein kleines Resümee. Seit Freitag betrinke ich mich nun abendlich. Freitag war auch mit Abstand der heftigste Abend. In dieser ganzen Zeit habe ich meinem Körper einiges abverlangt, was auch nicht unbemerkt von diesem geblieben ist. Mein Verdauungssystem funktioniert nur noch rudimentär. Außerdem wurde es komplett auf das Verdauen von alkoholischen Getränken umgestellt, was fester Nahrung wenige Chancen ließ. Aber mir ging es immer noch gut. Und ich hatte noch nicht die Lust verloren weiterhin Schützenfest zu feiern. Ein guter Grund um sich zu passender Uhrzeit aus dem Bett zu schwingen und sich auf das Finale vorzubereiten. Die Klamotten wurden zum letzten Mal angelegt und es wurde ein wenig Grundlage in den Magen gegeben. Es stand eigentlich nur noch der Königsschuß an und das bangen ob man nicht vielleicht doch Schützenkönig geworden ist und man einen Kleinkredit bei der Sparkasse aufnehmen muß. Doch zunächst ging ich beim David vorbei und wir machten uns gemeinsam mit Ellen und Hannah auf den Weg zum Schützenhaus.
Dort erwartete uns das übliche Bild. Viele Männer in Schützenuniform und alle tranken Bier. Das Hallo war natürlich erstmal groß und viele Geschichten wurden vom Vorabend berichtet. Wer wie stramm war und was man denn noch alles so gemacht hat. Zum Glück war ich in keiner Geschichte Mittelpunkt, konnte aber wohl die eine oder andere Anekdote hinzufügen. Auch der Michael war vor Ort und wollte auch ein paar Bilder von den gestrigen geschossenen haben. Ich hatte ihn ja gleich als Übeltäter in Verdacht und nun bestätigte sich dieser. Ich sollte beim CSI anfangen. Kurz nach der Ankunft wurde mir auch bald ein Pils in die Hand gedrückt. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen nicht so viel zu trinken, an diesem einen Pfingstmontag, da ich ja am nächsten Tag wieder bei der Arbeit sein musste. Aber ich malte mir wenig Chancen aus, den späten Nachmittag zu erreichen ohne etwas zu trinken. Dafür kennt man mich einfach zu gut und außerdem ist Schützenfest und ich wäre eh ausgelacht worden, wenn ich gesagt hätte das ich nichts trinke. Warum sich also unnütz dem Spott aussetzen. Nach dem ersten Bier ging ich dann zum Königsschuß. Es gibt ja verschiedene Taktiken. Gar nichts trinken, richtig viel trinken, eine Fahrkarte schießen und sich richtig zum Horst machen oder eben nur ein Bier zu trinken um die Hand ein wenig zu beruhigen. Das war mein Plan.

Drinnen musste ich erstmal anstehen, da sich bereits eine Schlange gebildet hat. Hier ist die Gefahr dann gleich viel größer, das man wieder zum Bier trinken kommt. Und so war es dann auch. Görtler und sein Vater kamen und fragten erst gar nicht. Ich bekam ein Pils in die Hand gedrückt und los ging es. Bleib nur noch zu hoffen, das es nicht so lange dauern würde. Es dauerte genau 3 Bier bis wir in den Schießstand einrücken konnten. Meine Hand war nun mehr als ruhig. Der Schuß ging dann leicht in die Hose, aber Spaß hatten wir allemal im Schießstand. Wenigstens hatte ich Sicherheit, das ich kein Schützenkönig werden würde, als ich den Schießstand verlassen habe. Hat ja auch was für sich. Der nächste Gang war dann gleich an die Theke wo wir uns mit köstlichem Bier versorgten. Immerhin war ja Schützenfest und man kann sich ja früh in das Bett legen.

Wieder draußen angekommen spekulierte alle Welt wie man denn geschossen hat. Der eine spürte einen leichten Darmwind beim drücken des Abzuges. Dem anderen kratzte das linke Ei, weswegen der Schuß nichts geworden ist. Bei mir war es aber einfaches Unvermögen. Ich konnte die Knifte nicht ruhig halten und habe deswegen nicht in die Mitte getroffen. So konnte man auch viel entspannter die ganzen Meter Bier in Angriff nehmen, die einen noch erwarteten. Dummerweise hatte der Elferrat auch noch Thekendienst während des gesamten Vormittags und durch eine Fehlplanung wurden nur Schützenvereinmitglieder eingeplant. Ist natürlich spannend, wenn man die Proklamation mit bekommt, während man Bier voll zapft. Da Günner und Schnitzel bereits den ganzen Morgen Dienst schoben, suchten sie eine Ablösung. Eine genaue Planeinteilung gab es natürlich auch nicht. Also ließ ich mich breit schlagen den Dienst über Mittag zu machen. Das Essen sollte schon irgendwie geregelt werden. Mein Kompagnon, der mir zur Seite stehen sollte, kam erst sehr viel später. Es war der Kai, der beim exzessiven Telefonieren gesichtet wurde. Stoßweise kamen Bierbestellungen rein, aber richtig fertig machte man sich nicht. Während des Essens zapfte ich dann alleine und wurde durch den Gaudo abgelöst. Dann konnte ich mir im Eilverfahren meine Filetstücke rein hämmern um wieder rechtzeitig zur Proklamation vorne zu sein.

Die Proklamation lief eigentlich wie immer ab. Die Ergebnisse wurden vorgelesen und die Vermutung, das man den Schuß nicht in die Mitte gesetzt hat bestätigte sich recht schnell. Ich hatte eine respektable 7 geschossen. Und hatte wirklich mit Schlimmeren gerechnet. Schützenkönigin ist dann die Maren geworden und Schützenkönig mein Onkel Karl-Heinz. Hieß also, das im Anschluß gut gefeiert werden würde. Ich ärgerte mich schon ein wenig, das ich am nächsten Tag nicht frei hatte. Aber das würde ich schon durchstehen. Da hatte ich dann aber nicht mit Florian gerechnet, der mich dazu zwang während der Proklamation Havana Club Cola zu trinken. Gut, „zwang“ ist jetzt ein bisschen großzügig ausgelegt. Er überredete mich quasi dazu. Und die Mischung die er angefertigt hatte, hatte es wirklich in sich. Als er dann auch noch anfing Löwentor trinken zu wollen, hörte für mich der Spaß auf. Da weigerte ich mich strikt. Das eine war ja noch Spaß, aber Löwentor trinken ist kein Vergnügen. Er fand dann ein Opfer in Kai welcher sich bereit willig dem Löwentorkonsum hin gab. Eine zweite Mischung ähnlicher Härte wanderte noch den Schlund hinunter und dann musste man sich schon zum Abmarsch bereit machen.

Wir marschierten durch ganz Westerode und die Sonne brannte vom Himmel. Früher gab es bei fast jedem König etwas zu trinken, welches man dann auch dankend annahm. Auch hier wieder ein Fall von Druckbetankung. Aber nachdem es dann wohl zu ausgeartet hat ,woran vielleicht Andre und ich nicht ganz unschuldig waren, entschloß man sich vom Vorstand, das es nur noch an zwei Stationen etwas zu trinken gab. Auf die freute man sich dann umso mehr. Wie schon erwähnt brannte die Sonne vom Himmel und die staubige Straße tat den Rest. Bei der ersten Station bei der Seniorenkönigin und ihrem Sohn der Volkskönig geworden ist, inhalierte ich das Bier einfach. Es fühlte sich an, als hätte ich gar nichts getrunken. Und dennoch schaffte ich nur ein Pils, bis wir wieder zum Antreten aufgefordert wurden. Die nächste Station war dann bei Maren und das war ein weiter Weg. Dort wurde wieder ein Pils inhaliert und wir kamen zum letzten Teil des Marsches.

Als Strammsack des Tages konnte eindeutig Philip identifiziert werden. Ständiges Scheißegelaber während des Marschierens, „Gut Schuß“ Rufe nur zu Beginn um einen Gegenpart zu Hannes zu bilden. Zum Ende hin kam da nichts mehr von Philip.

Wieder am Schützenhaus angelangt, wurde sich erstmal ausgeruht. Was auch bitter nötig war, denn der Marsch schlauchte ganz schön. Einige übertrieben es natürlich wieder maßlos. Philip öffnete nicht nur sein Hemd, sondern zog auch Schuhe und Socken aus. Der Geruch war unerträglich. Da wir aber genügend Bier hatten betäubten wir damit unsere Geruchsinne. Der Vorstand war der Meinung doch zum Gruppenfoto auf die Hüpfburg zu gehen und dort ein wenig abzuspacken. Es ist ihnen gründlich gelungen. Ich hatte nur ein wenig Angst um die Hüpfburg, denn bei den ganzen Nadeln die man im vorstand so an der Jacke hat geht das Ruck Zuck und die Hüpfburg wird zum Versicherungsschaden. Aber es ist ja noch mal alles gut gegangen.

Philip, mal wieder, und Görtler kamen dann wieder auf die glorreiche Idee durch den Teich zu schwimmen. Diesmal für 100 Euro, die nicht gespendet werden sollten. Und tatsächlich gab es wieder genügend die gerne gespendet haben, in dem Glauben es würde hinterher eh wieder gespendet werden. Görtler und Philip haben aber allen einen Strich durch die Rechnung gemacht und das Geld selber eingesteckt. Das wird bestimmt die letzte Aktion gewesen sein, wo Jemand Geld dafür bietet. Wenn es hinterher für einen guten Zweck drauf geht, dann gibt ja jeder gerne, aber wenn es dann in die eigene Tasche geht, kann man sein Geld auch anders anlegen. Immerhin war es ja ihr gutes Recht das Geld zu behalten, meckern kann keiner! Nachdem sich dann der ganze Trouble gelegt hat, ging es wieder rein und ich genehmigte mir noch ein Pils. Es sollte das letzte des Tages sein, denn ich musste ja am Dienstag arbeiten. So ein Ärger. Im nächsten Jahr wird mir das nicht passieren. Da werde ich mir definitv am Dienstag frei nehmen. Man kann zwar nie sagen, wer König wird, aber eine Party gibt es immer.

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