There’s something about Hefe Weizen

27/05/2008

Die Woche neigte sich dem Ende. Was sehr von Vorteil war, war die Tatsache, das ich keinerlei Energien auf die Wochenendplanung verbraten mußte, denn die stand schon seit Längerem fest. Jedenfalls für den Freitag. Wir hatten zunächst ein Fußballspiel und im Anschluß wollten wir ein paar Fäßchen Hefe trinken, die wir netterweise gesponsort bekommen haben. Und zwar von Carsten P. der unserem Star-Libero Ingo vor einem Spiel auf eine Brauereibesichtigung entführt hat. Solche Geschenke nehmen wir doch immer gerne an. Vor allem wenn sie flüssiger Form sind und äußerst wohlschmeckend sind. Doch zunächst mußte Fußball gespielt werden. Keine Angst, ich habe nicht aktiv gespielt, durfte aber den ganzen formellen Kram erledigen.
Nachdem ich dann einen kleinen aber feinen Imbiß zu Hause zu mir genommen habe, habe ich mich auf mein Rad geschwungen und bin Richtung Westerode gefahren. Da ja nach dem Spiel ordentlich noch gesoffen werden sollte wäre ein motorisiertes Fahrzeug hier nur hinderlich gewesen. Am Sporthaus angekommen war ich natürlich erstmal recht geschafft. Rad fahren ist ganz schön anstrengend und dann war nicht zu trinken da. Vorerst jedenfalls nicht. Nach und nach trafen dann die ganzen Fußballspieler ein und David hatte dann einen Schlüssel für die einzelnen Räume des Sporthauses. Da Einfach jeder kann, mußte man mehrere Male hin und her pendeln, bis man dann endlich alle notwendigen Schlüssel zusammen hat. Zu meiner großen Freude stand auch gleich eine halbe Kiste Getränke in der Umkleide. Ich griff beherzt zu und mußte zunächst den Reflex überwinden. Normalerweise spielen wir ja immer Sonntags Fußball und da trinke ich ja nichts. Schließlich muß ich als braver Steuerzahler meine Arbeitskraft im vollen Umfang wieder zur Verfügung stellen. Da wir aber nun aber am Freitag spielen konnte ich auch schon um 1715 Uhr mir die erste Kanne Bier in den Kopf hauen. So wurde es dann auch durchgeführt. Sie war zwar nicht gekühlt, löschte aber meinen Durst. Da ich dann noch andere Sachen vorbereiten mußte trank ich den Rest der Flasche dann auf dem Weg nach Bilshausen. Die Blicke der anderen, vor allem von Florian waren schon ein wenig neidisch, aber da mußten sie jetzt durch.

In Bilshausen angekommen war die Flasche zwar leer, mein Durst aber lange nicht gestillt. In dem ich so früh angefangen habe zu trinken habe ich einen Teufelskreis heraufbeschwört. Das Spiel ist frühestens um 2030 Uhr vorbei und bis dahin war noch lange hin. Ich wusste in der Minute in der ich das Auto von Ingo verlassen habe das es ein verdammt langes Spiel werden würde. Und ich wünschte mir jetzt schon das es vorbei wäre. Denn in Westerode warteten 10 gekühlte Hefe Weizen Fäßchen nur darauf vernichtet zu werden. Wenn ich jetzt sofort los gehen würde, dann wäre ich locker in drei Stunden zu Hause und könnte schon anfangen zu trinken. Aber da mußte ich nun durch. Mit einer sehr trockenen Kehle füllte ich dann den Spielbericht aus und bereitet mich seelisch auf die zwei Stunden Enthaltung vor. Doch lange mußte ich nicht aushalten, denn der Pille kam des Weges und schickte gleich mal eine junge Dame zum Getränke holen. Wie ich schon erwähnt habe war ja Freitag und da trinke ich dann auch gerne mal einen mit. Es war zwar Bitburger was ich mir da in den Schlund schütten mußte, aber in der Not macht einem das nichts mehr aus. Zumindestens war es gut gekühlt. Das Spiel selber war recht ausgeglichen und wir haben dann Unentschieden gespielt. In der Halbzeitpause erwiderte ich Pille Popp den Gefallen und brachte ihm auch ein Pilschen aus der Kneipe mit. Er freute sich und hatte selber schon vorgesorgt in dem er eine weiter Runde holte. Nun hatte er zwei Bierchen und konnte eins in Ruhe warm werden lassen. Er hat ja immer so Probleme mit dem kalten Bier. Ich glaube das kommt mit dem Alter, schient was mit der Blase zu tun haben. Ich hoffe das geht bei mir nicht irgendwann auch so los. Denn es gibt nichts angenehmeres als gekühltes Bier. Wenn es dann auch noch Bier ist, das einfach nicht schmeckt, dann betäubt die Kälte zunächst die Geschmacksknospen und man ist über das Gröbste hinweg.

Nach dem Spiel muß man dann immer auf die Spieler warten, damit man die Mitfahrgelegenheit nach Hause nutzen kann. Ich will mich hier auf keinen Fall beschweren, denn diese Wartezeit gab mir die Gelegenheit ein weiteres Bier zu trinken. Auch wenn es Bitburger war half es mir doch die Wartezeit zu den Fäßchen zu überbrücken. Das waren die längsten zwei Stunden meines Lebens. Man sitzt am Spielfeldrand, hat die Linienrichterfahne und die eigene Fahne in der Hand und in Westerode im Sporthaus warten wohl temperierte Weizenbiere. Aber ich hatte ja nette Gesellschaft. Die kleine Ramona (nicht zu verwechseln mit der Bedienung) kam mit Thomas B. Vorbei und leistete mir Gesellschaft. Herrlich wenn man so eine Unterhaltung hat. Früher habe ich ihr ja manchmal eine Auswechselkarte geschrieben, aber am Freitag wurde sie befördert. Als Co-Betreuerin. Über den heißen Draht habe ich ihr durchgegeben welche Spieler sie auf die Wechselkarte schrieben sollte. Perfekte Ausführung bedarf Belobigung. Nun ja, ich stand also in Bilshausen auf dem Sportplatz und trank Bier und wartete darauf das ich mit irgendjemand nach Hause fahren konnte. Da kam dann der Morchel an und meinte er würde schon fahren und ob ich denn mit will. Mein Pils war zwar noch nicht alle, aber das konnte ich dem Andre über verantworten, der ja ebenfalls ohne Auto da war. Er freute sich sichtlich und trank gleich um die staubige Kreide wegzuspülen. Ich machte mich der weilen mit dem Morchel in Richtung Westerode auf den Weg. Mit einem 320er Benz und 230 PS. Sensationelles Auto, auch wenn wir hinten rechts einen Plattfuß hatten. Den behoben wir dann sogleich in Gieboldehausen an der Tankstelle. Bis dahin konnten wir dann nur schleichen. Und nun weiß ich wie man sich fühlte wenn man eine dicke Maschine unter der Haube hat und nur so durch die Gegend schleicht. Ich glaube Fahrer fortgeschrittenen Alters mit solchen Fahrzeugen an der Hand reisen einfach gerne. Sie genießen die Bequemlichkeit des Autos und haben es nicht nötig schnell zu fahren. Trotzdem nervt es tierisch und ich hoffe das ich nie so ein Fahrer werde. Falls doch dann gebe ich mich persönlich zum Abschuß frei. Wer mich bei so etwas erwischt darf mich von der Straße drängen. Als der Reifen dann wieder voll war, drückte der Morchel dann mal ordentlich drauf und ließ den 6 Zylinder von der Leine. Sensationelles Fahrgefühl und im Innenraum war alles ruhig. Ich glaube ich schmeiße meinen 4 Zylinder vor die Wand. Nicht mehr lange, dann wird es da auch eine Änderung geben. Ich sitze schon auf heißen Kohlen!

In Westerode angekommen machte ich mich gleich daan die Schlüsselvielfalt an Davids Schlüsselbund zu entfächern. Unglaublich wie viele verschiedene Schlüssel Jemand an einem Schlüsselbund haben kann. Aber ich arbeitete mich durch. Der Druck der mittlerweile auf meiner Blase lastet half hier nicht wirklich. Nachdem dann alles erledigt war bereitet ich die Bierfäßchen auf die Leerung vor. Thomas B. und Morchel warfen in der Zwischenzeit den Grill an. Kohle hatten wir zum Glück ja genug. Sorgfältig studierte ich die Zapfanleitung auf dem Fäßchen und ging genau danach vor nachdem ich geflucht, gegen die Wand getreten und die Erfinder des Fäßchen verflucht hatte. Warum muß das alles so kompliziert sein. Einfach einen Hebel umlegen und dann läuft das flüssige Gold direkt in die Kehle in das Glas. Hätte man die ganze Szene gefilmt, dann hätte man leichte Ähnlichkeiten zu eine Schimpansensendung von Grizmek gefunden in der man den Schimpansen ein einfach zu öffnende Dose gegeben hat und die diese nicht auf bekommen haben. Zum Schluß war sie glaube ich so verbeult, das sie nur schwer noch als Dose zu erkennen war. Aber wir sind ja zivilisiert und können lesen. Außerdem würde eine verbeulte Dose nur den Bierfluß hindern. Ich hatte sie aber auf bekommen und stilecht füllte ich die Plastikbecher. Ja, wir sind widerliche Menschen, wir trinken frisch gezapftes Hefe Weizen aus Plastikbechern. Da aber auch keiner bereit war den Abwasch zu machen, blieb uns keine andere Wahl. Ein wenig größer hätten sie ja sein können. Ich zapfte erstmal vor, da ich mir die Situation der Ankunft genau vorstellen konnte. Erstmal was zu trinken dann etwas zu essen. Und als Florian ankam trat genau dieses ein. Er wollte allerdings zuerst was essen und dann was trinken. Als ich ihm ein Becher anbot sagte er wortwörtlich das er besser erstmal was essen sollte, hatte aber seltsamerweise seine Hand schon nach dem Becher ausgestreckt. Der Körper weiß schon was er will.

Als dann nach und nach die anderen Spieler alle an kamen, ging das Fäßchen vernichten im großen Stil los. Ich zapfte immer Becher fertig, die dann umgeschüttet wurden sind. Wenn das hier Jemand aus den südlichen Bundesländern liest wird er uns sicherlich übel beschimpfen. Aber die Not trieb uns zu so einem verzweifelten Handeln. Man möge uns verzeihen und uns als Saupreussen beschimpfen. Dabei empfinde ich das gar nicht so als Beleidigung immer noch besser, als als Bayer beschimpft zu werden. Fäßchen um Fäßchen leerte sich und die Gespräche drehten sich zu einem großen Teil um Fußball. Wenn es allerdings auf das Thema Scheiße labern im großen Stil kam, haute ich ordentlich dazwischen, denn da war ich Meister drin. Was mir allerdings seltsam vorkam, war das ich gar nicht auf Toilette mußte. Nicht das ich mich beschweren wollte, aber normalerweise muß ich dann, wenn ich das erste Mal war dauernd das stille Örtchen aufsuchen. Vielleicht klemmte die sitzende Haltung den Verbindungsweg einfach ab. Ich wollte daran auch nichts ändern.

Im Verlauf des Abends gingen die Fäßchen recht fix über die Bühne. Besonders Andre und Florian halfen da tüchtig mit. Florian holte immer fleißig ran und Andre sagte dann auch nie nein. Soll ihm auch gegönnt sein, denn wenn die Zwillinge erstmal da sind, dann geht das wohl nicht mehr so oft. Oder eben noch öfter. Wenn er dann mal raus darf haut er sich dann bestimmt richtig die Mütze zu. Wir gaben dann noch ein paar Geschichten von harten Arbeitsleben bei unserem gemeinsamen Arbeitgeber zum Besten. Dummerweise lachen dann alle immer und zeigen auf uns und murmeln so Worte wie „Rummpimmler“ und „Vollstecker“. Großes Interesse warf auch mein Fahrrad auf den Plan, welches dann gleich mit der doppelten Summe beziffert wurde. Das war mir nur Recht, doch als ich es dann für den Preis an den Mann bringen wollte, griff keiner zu. Kennt man ja. Weiterhin ging es an die weitere abendliche Planung. Ingo hatte ja im Vorfeld schon angekündigt das es im Anschluß an die Weizenvernichtungstour noch irgendwo hin gehen sollte. Mit Irgendwo meinte er den JT Keller, wo ich total dafür war. Leider gab es noch eine Veranstaltung in Gerblingerode wo dann der Großteil dann hin wollte. Matze wollte auch noch in den JT Keller, wäre aber dann gleich in Göttingen geblieben. Was dann für die Rückfahrt nur Ingo und mich über gelassen hätte. Und wenn ich Ingo dann noch eine Schlafgelegenheit in Göttingen ergattert hätte, dann hätte ich da gestanden und hätte dicke Backen gemacht. Also bissen wir in den sauren Apfel und fuhren mit nach Gerblingerode. Immerhin sollte es da auch Bier und Mixgetränke geben. Es war ja Schützenfest.

Susanne, Görtlers Freundin, fuhr uns netterweise rüber. Also Matze, Ingo und mich, da der Rest schon im Vorfeld hin gefahren ist. Dort erwartete uns dann Glashaus on Tour was gleich zu setzen mit Eiwa-Disco war. Aber was tut man nicht alles für den Spaß. Ich bin bis zum Vorplatz gekommen wo mir dann die Ramona entgegen kam und meinte das sie drinnen nichts mehr zu trinken bekommen würde und nun mit ihren Freundinnen nach Hause fahren wollte. Als ich mich anbot für sie was zu holen, leuchteten die Augen kurzzeitig auf, aber der Großteil wollte dann doch nach Hause. Dann mußten wir halt beim nächsten Mal wieder einen zusammen trinken. Man traf noch allerhand Leute und irgendwann hatten wir dann auch den Eingang erreicht. Nach Entlohnung des Eintritts ging es dann in das Getümmel. Man mußte ja erstmal Christian, Sabrina und Köppel finden. Doch Adlerauge Ingo erspähte die Vorhut schon nach wenigen Minuten. Das Festzelt war gut gefüllt, aber es war hauptsächlich junges Volk auf der Balz. Hieß dann für uns ältere Semester das man zwar guckt, sich aber ansonsten den Freuden des alkoholischen Genusses hin gibt. Da ich mich in letzter Zeit eh immer in die schon vergebenen Frauen vergucke, plante ich einen Bierabend ein. Bis ich dann das erste Pils in der Hand hielt. Das war ja schon schwer genug, da man ja vorher Plastikchips kaufen mußte. Nein, es gab keine handlichen Marken in Papierform, die man schön verlieren konnte. Es gab Plastikchips, die ganz toll in der Tasche lagen und die man auch in der Tasche zählen konnte. Dafür konnte man sie aber nur in der Tasche tragen, weil sonst das Portemonnaie die Ausmaße eines Brockhausbandes angenommen hätten. Mit einer Marke konnte man sich dann den Zutritt in das Bierland erkaufen. Nach dem ersten Schluck mußte man dann allerdings feststellen, das es aussah wie Dresden ’45. das Bier schmeckte eher wie eine Flying Closeline in das Gesicht. Eigentlich war es eine Frechheit nach all dem herrlichen Weizen. Aber trotzdem kippte man sich die Plörre runter.
Als Alternative konnte man sich auch Mixgetränke in den Schero kloppen. Allerdings wurde ich schon gewarnt, das die auch nicht viel besser wären. Wenn man keine Wahl hat, kann man auch gut zwischen den Getränke hin und her springen. Fragt sich nur was der Kopf am nächsten Morgen macht. Mit offenen Augen auf ein Nagelbrett zu fallen kann hier gut und gerne als Vergleich dienen. Zunächst hatte ich aber mein Pils und würgte es mir runter. Eigentlich sollte man auch meinen, das man gar nicht so viele kennt, aber dem ist meistens nie so. zunächst steuerte Klatscho zielsicher auf mich zu. Klatscho war ja einer der Spezialisten bei der Truppmann Ausbildung. Ich wollte ihm ja eh noch einen ausgeben, aber er ging dann schnell weiter. Wahrscheinlich war er in einer Getränkenotlage und steuerte die Theke an. Dann kam ein Teil der Stadtberger. Zunächst Fabian, dann Jenny und abschließend noch Helen und der Lange. Helena schimpfte mich erstmal weil ich geschrieben habe, das ihre Katze wie Hitler aussieht. Schade, das die Fotos nichts geworden sind, sonst hätten wir eine kleine Abstimmung machen können. Die hätte ich eh nicht zählen lassen, wenn sie negativ für mich ausgegangen wäre. Aber man muß dem Volk ja das Gefühl geben das sie Stimmrecht haben. Was nun folgte sei nur Fortgeschrittenen empfohlen. Ich pendelte zwischen zwei Gruppen hin und her und trank Runden mit. Und das ging alles durcheinander. Mal gab es Bier dann gab es Mixgetränke und dann wieder Bier. Zeitweise auch mal zwei Bier oder Bier und Mixgetränke in einer Runde. Anfangs dachte ich das einfach auf den Mischungszug aufspringen kann, aber die Mixgetränke schmeckten ähnlich wie das Bier. Ich sage nur Dresden ’45. trank man dann wieder ein Bier wurde man schnell eines besseren belehrt. Also ergab mich meinem Schicksal und trank halt durcheinander. Dann habe ich halt am nächsten Tag wieder das Gefühl als stecke ein Nagel in meiner Großhirnrinde. Macht ja nichts.

Obwohl das Publikum eher jüngerer Natur war fand man doch ab und an eine gereifte Perle darunter. Dumm nur das die Frau die mir wieder am Besten gefiel schon verheiratet war. Nicht das es jetzt wieder die dunkelhaarige Frau aus dem Alpenmax war. Aber ich wusste das sie verheiratet war. Da gab es wohl im letzten Jahr einen ähnlichen Vorfall. Also hieß es hier die Finger von lassen. Außerdem konnte man sich so besser auf die Getränke konzentrieren. Stellt sich hier die Frage ob man das denn überhaupt wollte. Gefährlich war es auch das Zelt zu verlassen. Nicht weil man nicht wieder rein kam, wohl aber wegen dem Temperaturunterschied. Warm-kalt-warm, da kommt schnell mal der Hammer und man ist stehend KO. Aber man kann sich ja nicht an die Theke stellen und der Natur freien Lauf lassen. Wohl aber hinter das Zelt in eine dunkle Ecke drücken. Und hoffen das es kein polizeibekannter Schwulentreff ist.

Drinnen dünnte sich die Menge schon langsam aus und der Lange wurde forciert mit seiner Helena zu tanzen. Ihm war es nicht so recht, was ich nicht ganz verstehen konnte. Vielleicht tanzte er genauso gerne wie ich oder aber der Alkohol stellte ihm schon das eine oder andere Bein. Ich wurde in der Zwischenzeit als Taschenwache eingeteilt. Doch lange bleiben wir dann nicht mehr. Besser gesagt, wären wir nicht länger da geblieben, aber dummerweise wurde die Musik ausgemacht. Was uns aber dennoch nicht am weiter trinken hinderte. Erst als dann der Rausschmeißer kam, wurde uns auch deutlich das hier nun Schluß wäre. Der Rausschmeier war bärtig und sah aus als wäre er gerade von einem blutigen Gemetzel aus den schottischen Highlands gekommen. Es fehlte nur der Kilt, da für hatte er aber einen ultra coolen Matrix Mantel an. Gehört wohl zur Grundausstattung eines Türstehers. Er machte uns höflich aber gezielt darauf aufmerksam, das wir nun gehen sollten. Wir sagten das wir noch austrinken und dann den Ausbruch wagen würden. Das funkeln in seinen Augen als er uns dann drängte zügig zu trinken gefiel mir gar nicht Wir waren ja auch nicht die Letzten in der Halle. Nein, da waren noch mehr. Und doch stellte sich ein zweiter Türsteher dazu und forderte uns erneut auf zu gehen. Sein Auftreten war um Längen nicht so eindrucksvoll wie das seines Kollegen. Ich sagte ihm das sein Kollege uns das schon gesagt hat und wir noch austrinken wollten. Daraufhin fing er an uns vorzuwerfen das wir anfangen zu diskutieren. Ich war leicht sprachlos. Wer weiß was er hatte? Vielleicht war er mit seinem coolen Äußeren einfach nicht der Typ der Dorfschönheit gewesen. Oder aber er wurde nicht zum Schwulentreff eingeladen. Vielleicht hat er auch seinen Volkshochschulkurs im Klöppeln nicht bestanden. Man weiß es nicht. Mir war das allerdings zu doof und allen anderen anscheinend auch. Wir gingen und nahmen das erst beste Taxi. Schnell den Ingo und den Köppel am Thomasberg raus geworfen und weiter ging die Reise nach Westerode.

Dort hielten wir zunächst am Bäcker, da uns alle gleichzeitig der Hunger übermannte. Dummerweise war zwar der Laden schon geöffnet, aber es waren noch keine Brötchen da. Das hinderte den Philip aber nicht der Verkäuferin sein Traumbrötchen zu beschreiben. Also setzten wir hungrig unseren Heimweg fort. Philip und ich gingen die Westeröder Straße hinunter und Matze bog in Richtung Christus-König-Weg ab. Zunächst jedenfalls, als ich mich dann umdrehte sah ich ein paar Lumpen auf dem Bürgersteig liegen und fragte Philip ob das vielleicht Matze sei. Als wir ihn dann riefen erhob sich eine Hand mit einem Handy und gab sich als Matze zu erkennen. Als wir ihm dann Schläge androhten erhob er sich erneut und ging dann auch nach Hause. Ich allerdings mußte ja noch mit dem Rad nach Esplingerode fahren, was absolut kein Geschenk ist. Aber es mußte ja sein, damit ich in mein Bett komme. Dort angekommen schlief ich zunächst ein um dann von Matze eine Stunde später via Telefon geweckt zu werden. Er meinte er sieht jetzt blaue Lichter und auf mein Nachfragen ist er wohl endlich zu Hause angekommen. Ich wollte gar nicht wissen wo er war. Wie sich dann später herausstellte. War er einfach nicht mehr in der Lage die Haustür aufzuschließen, da ihm sämtliche Schlüssel aus der Hand gefallen waren. Hand Auge Koordination war nur noch auf Reserve, da der Teil der von Hirn noch arbeitete wohl für das Atmen benötigt wurde. Also setzte er sich in das Auto seiner Mutter und verbrachte dort die Nacht. Immer noch besser, als sich auf die Straße zu legen. Ich frage mich allerdings immer noch wo die blauen Lichter her kamen.

Ich konnte mich also wieder zur Ruhe legen, allerdings nicht für wirklich lange, denn gegen 1000 Uhr meinte ein Nachbar den Bosch Hammer an zuschmeißen und den Waschbeton vor seinem Haus weg zu stemmen. Das sind schöne Geräusche, die man sich am Samstag Morgen wünscht, wenn man vorher einen gesoffen hat. Warum sollte Gott mich auch lieben. Da ich nun auch aufstehen konnte, konnte ich aber auch nichts anderes machen. Geplant war, das ich weblog schreibe, aber dafür ging es mir definitiv zu schlecht. Also vegetierte ich vor mich hin und überlegte, das ich ja gegen Mittag in die Stadt fahren könnte, da ich eh noch was zu essen brauchte. Und wie es der Zufall so will, geht mein Melder auf, als ich gerade einkaufen gehen wollte. Feueralarm in Westerode. Ich fasste es nicht. Also zurück zum Auto und schön in die Verkehrsmeute schmeißen. Da ich kein Blaulicht hatte, mußte ich also brav jede Ampelphase mit nehmen und neidisch den Feuerwehrfahrzeugen von Duderstadt hinter her gucken. Es wäre so einfach gewesen. Blinker links und hinter der Drehleiter her geballert, aber das hätte wahrscheinlich böse Folgen gehabt. Also kam ich zu spät zum Einsatz. Es war eh eine Übung und Kai ist später gekommen, damit Holger oder ich den Gruppenführer machen konnten. Leider hatte der Zufall seine Hand im Spiel. Also machte ich einen guten Eindruck an der Einsatzstelle und organisierte noch eine Leiterrettung. Trotz mehreren frischen Truppmännern, die teilweise von mir ausgebildet wurden, durfte ich alles nochmal von vorne erklären. Aber wir haben die Puppe dann doch erfolgreich gerettet. Nach derart anstrengenden Aktivitäten freute ich mich auf mein Sofa. Das empfing mich mit offenen Armen und gab mir noch ein wenig Ruhe. Bis ich dann zu David aufbrach, der Geburtstag feierte. Es sollte ein ruhiger Abend werden und den hatte ich auch bitter nötig. Wenig Schlaf, Action am Nachmittag und die ganze Hitze haben meinen Körper ausgelaugt. Ich freute mich also schon auf gekühltes Pils.

Ich machte mich also pünktlich um 1900 Uhr auf den Weg zu David. Der Durst ließ mich unbewusst schneller gehen. Doch führte mich mein Weg an der Gaststätte Kellner vorbei, was an sich ja nicht schlimm ist. Allerdings wurde da gerade Silberhochzeit gefeiert und es standen noch mehrere Leute draußen. Und ich kannte sie alle. Schocker, Kalle S., Holger, Kai und was weiß ich noch wer. Also wird man ruck zuck in Gespräche verstrickt und wird vom durstlöschenden Bier abgehalten. Ich mußte ja noch eine Ecke weiter, wohingegen die Silberhochzeitsbesucher nur fünf Meter gehen brauchten, bis sie an der Theke waren. Ich unterhielt mich also mit allen über irgendeinen Mumpitz und dann wurden die Gäste hinein gerufen. Für mich hieß das, daß ich endlich weiter ziehen konnte. Mein Mund war schon dermaßen trocken, das ich kaum noch sprechen konnte. Ich fühlte mich, als hätte ich einen Eimer Quarzsand gegessen und dazu mit Salzwasser gegurgelt.

Bei David waren mittlerweile auch schon alle Gäste anwesend und kräftig am futtern. Hunger verspürte ich rein gar nicht, wohl aber Durst. Ich gratulierte also schnell und ließ mir von David die grobe Wegbeschreibung zur Kühlbox geben. Doch Markus dachte mit und hat mir gleich ein gekühltes Pils in die Hand gedrückt. So gefällt es einem. Kaum ist man angekommen, da wird man mit flüssigem Gold versorgt. Christian lief schon mit einem Glas dunklere Flüssigkeit durch die Gegend, welches sich schnell als Cola Bacardi identifizieren ließ. Er machte auch einen zufriedenen Gesichtsausdruck, was mich darauf schließen ließ, das er die Mischung selber gemacht hat und somit das richtige Mischungsverhältnis gewählt hatte. David bot mir dann auch etwas zu essen an, aber so richtig Schmacht hatte ich nicht. Das lag hauptsächlich an den Nachwirkungen vom Vorabend in Kombination mit der kurzen Nacht und dem Feuerwehreinsatz. Und doch zwang ich mich zu einem Steak mit Glasnudelsalat. Sehr lecker, aber der Appetit wollte nicht kommen. Dafür nahm der Durst Oberhand. Was aber auch an meinem Sitzplatz bei Andre und Christian gelegen haben könnte.

Andre war eigentlich immer vor mir mit seinem Bier fertig und brachte mir dann immer ein gekühltes Pils mit. Natürlich nicht nur aus Freundlichkeit, sondern weil er mit seinem verletzten Daumen kein Bier anständig mit dem Feuerzeug hätte auf machen können. Aber das machte ich doch gerne für ihn. Die Stimmung war recht gut und wir redeten viel Unsinn. Doch leider brach ein kleiner Zwist aus, auf welchen ich hier nicht eingehen möchte. Danach war die Stimmung ein wenig am Boden. Aber nichtsdestotrotz hatte ich weiterhin Durst. Und bekämpfte ihn erfolgreich mit Bier. Doch leider konnte ich gar nicht so viel Bier trinken wie ich Durst hatte. Das Steak hatte ihn sogar noch vergrößert was ich bis dato nicht für möglich gehalten hatte. Dummerweise ist es ja so, das nach dem Essen gerne mal ein Schnaps gereicht wurde. Ich sah schon den drohenden Borg-Würfel Löwentor-Würfel und hatte wenig Lust das ihn einer öffnete. Wie schon des Öfteren Erwähnt wird ja Löwentor in einigen Gegenden als Pinselreiniger verwendet. Plötzlich stand er auf dem Tisch und strahlte etwas sehr bedrohliches aus. Ich hatte Nagst, das Jemand die Elastikfolie entfernte. Während ich also den Würfel gut im Auge behielt, schlich sich dann David von hinten mit einer eisgekühlten Flasche Bismarck an. Oh mein Gott, die Verschwörung tritt wieder zu und direkt dahin wo es lustig riecht ins Gemächt. Ich hatte nun keine Ausrede mehr keinen Schnaps zu trinken, da David wusste das ich Löwentor wohl ablehnen konnte, aber bei Bismarck keine Wahl hätte. Jetzt hör ich schon wieder den Aufschrei, das man immer eine Wahl hat. Man bräuchte ja einfach nur Nein zu sagen. Jeder andere kann das auch machen, aber wenn ich das sage, dann scheint es keine Wirkung zu haben. Meistens läuft es folgendermaßen ab: „Peter, du trinkst doch einen Schnaps mit?“ „Nein, davon wird mir schlecht, ich sehe dann immer seltsame Farben, Stimmen die nur ich höre sprechen dann zu mir, ich verliebe mich daraufhin Hals über Kopf in eine Frau, die ich daraufhin nicht mehr ansprechen kann, danach spricht Gott zu mir und schüttelt immer mit dem Kopf, lieber nicht!“ „Wusste ich doch das du nicht nein sagst.“ Und schon hängt man in der Schnapsfalle drin. Außerdem bekomme ich immer die größten Gläser. David hat ja die Gläser die man auch mit 4 cl füllen kann. Und dann sind sie lange noch nicht voll. Kommt dazu noch die Unsicherheit, die man nach ein paar Mixgetränken hat. Wird halt nicht immer bei der 2 cl Marke gestoppt. Die gemurmelte Entschuldigung hilft mir dann auch nicht beim Austrinken. Nachdem dann die Grimassenparade meinerseits vorbei war und ich wieder entpannt an der Konversation teilnehmen konnte ging es auch wieder. Und ich wusste das es nicht der letzte Schnaps war. Die Flasche wurde nicht wieder in die Kühltruhe zurück gebracht, sondern drohend auf dem Tisch stehen gelassen. Ich fühlte mich wie Damokles und die Flasche Bismarck war das Schwert!

David und Andre taten sich der weilen am Löwentorwürfel gütlich, was mich so gar nicht neidisch machte. Ich wollte Mitleid für die Beiden empfinden, aber dafür genossen sie es einfach zu sehr. Ich hielt mich dann doch lieber an das Bier und vermied es die Bismarck Flasche anzusehen. Im TV lief dann mittlerweile der Grand Prix. Eine weitere Sendung die mich nicht die Bohne interessierte. Ich wusste ja noch nicht mal wer denn für Deutschland startete, was mir wieder entsetzte Blicke eingebracht hat. Das waren doch die No Angels, das ich davon noch nicht gehört hätte. Tjaha, die wichtigen politischen Sachen interessieren mich auch nicht wirklich, aber immer noch mehr als der Grand Prix. Wenn etwas früher einmal einen französischen Namen hatte, dann kann es schon mal gar nicht gut sein. Somit also auch uninteressant. Man berichtet mir dann von drinnen, das die No Angels wohl sehr kurz berockt waren und man damit bestimmt Punkte kassieren würde. Die Punkte waren mir egal, aber die Röcke interessierten mich schon. Da ich aber auch keinen Bock hatte meinen Platz zu verlassen, machte ich eine mentale Notiz mir das bei Gelegenheit bei Youtube.com an zugucken. Wobei ja die No Angels ohne Vanessa uninteressant geworden sind. Ich hätte zu dem Zeitpunkt schon wetten können, das Deutschland keinen vorderen Platz einnehmen wird. Ist ja auch klar, wer mal einen Österreicher als Kanzler eingesetzt hat und seine sämtlichen Nachbarländern im Blitzkrieg erobert hat, der kann von denen schon mal keine Punkte erwarten. Anders da der Kollege aus Rußland (Wobei mich erneut wundert was denn alles so zu Europa gehört, sollte nach dem Krieg doch mehr zu Deutschland gehört haben, als alle angenommen haben?), der mit Punkten überhäuft wurde. Ansonsten würde in den Punktelieferantenländern wohl auch bald wieder der rusissche Bär herrschen. Aber ich will hier ja niemanden was unterstellen. Aber der Rest der Anwesenden war davon überzeugt das wir diesmal oben mit spielen würden und wenn nicht dann wäre das ja alles Schiebung. Nein, beim Grand Prix wird doch wohl nicht geschummelt? Das wäre ja empörend. Wir sollten sofort in ein Land unserer Wahl einmarschieren und dann von dort aus drölf Millionen Mal für Deutschland anrufen. Wobei einmal 12 Punkte wohl auch nicht viel helfen. Doch halt, Jubelgeschrei aus dem Gartenhäuschen ließ mich vernehmen das Bulgarien uns 12 Punkte gegeben hat. Kommt da nicht die rotbeschopfte Hupfdohle Lucy her? War mir eigentlich auch egal, da Deutschland ja auch sonst nicht mehr als 12 Punkte bekommen hätte. Wie schon erwähnt darf man da nicht auf die Nachbarländer hoffen.

Während also drinnen der Bodensatz der Bardenzunft sich um den Verstand trällerte lief außerhalb des Gartenhauses bereits der Bacardi in den Schlund. Christian hatte ja vorzeitig die Party verlassen, weil er nach eigenen Angaben müde war, somit hatte ich die Flasche alleine zu tilgen. Eine harte Aufgabe, aber ich stellte mich ihr ohne zu zögern. Nach dem ganzen Bier schmeckte es ganz gut, allerdings schaffte ich erneut nicht die Umstellung vom Biertrinkmodus in den Mischungstrinkmodus. Ich trank genauso schnell wie vorher und wunderte mich ob den mein Glas ein Loch hatte. Das gefährliche ist, das die Mischung die ich mir rein kippte erheblich mehr Prozent hatte und man diese gar nicht mehr merkte. Der Bierkonsum und der Glasnudelsalat haben die Geschmacksnerven taub für Feinheiten gemacht. Egal, der Schluckryhtmus mußte eingehalten werden. Lutzi und Markus haben vor geraumer Zeit eine tragbare Feuerstelle geholt, welche gute Dienste leistete. Man meint gar nicht das es noch recht kühl war, wenn es erstmal Nacht geworden ist. Aber mit einem prasselnden Feuer, lässt sich das schon aushalten. Und die Mischungen liefen noch besser rein. Andre und Nadine waren mittlerweile auch schon verschwunden. Doch nicht ohne vorher den Löwentorvorrat zu dezimieren. Das allerdings nur von Andre, David und Lutzi. Ich hingegen wurde teilweise von Markus genötigt Bismarck zu trinken. Überwiegend doppelte. Auch hier sei Vorsicht geboten, da ich ja bereits Mischungen trank. Eine sehr gefährliche Mischung, die eigentlich nur dem Fortgeschrittenen zu empfehlen sei. Ich war auch ein wenig dankbar, das es keinen Jägermeister gab.

Der Würfel mit Löwentor neigte sich dem Ende, die Bismarckflasche beinhaltete noch ca. 4 Schnäpse und die Bacardiflasche gab auch nicht mehr viel her. Die Gruppe hatte sich weiter verkleinert und bestand nun nur noch aus Lutzi, David und mir. Bis dann David, leicht seiner Muttersprache beraubt, verlauten ließ, das er nun doch ein wenig müde sei. Es wurden zwar seinerseits Pläne für einen Werkstattbesuch vorgeschlagen, welche aber von Ellen abgeschmettert wurden. Somit beendeten wir die kleine Party und räumten noch alles fein säuberlich in das Gartenhaus. Ich schnappte mir noch eine Flasche Bier für den langen Heimweg und machte mich auf selbigen. Es sollte nicht mehr viel geschehen, denn eine kurze SMS-Romanze-Konversation mit Ingo ließ mich erfahren, das er bereits zu Hause sei. Also gab es auch für mich nur noch das Bett.

So dachte ich jedenfalls, als ich um die Ecke der Blumenau bog und an der Gaststätte Kellner vorbei ging, in der ja noch die Silberhochzeit am Laufen war. Dort standen nämlich gerade Schnitzel und Holger vor der Tür und quarzten was das Zeug hielt. Ich wurde sogleich heran gerufen und in Gespräche verwickelt. Damit aber nicht genug, ich sollte auch noch Bier trinken. Normalerweise bin ich dem ja nicht abgeneigt, aber weiß ich wohl was sich gehört und dazu zählt nicht einfach bei einer Silberhochzeit hinein zu platzen und das Faß austrinken. Ich lehnte dankend ab und wollte meinen Weg fortsetzen. Plötzlich entriß mir Holger mein Pils und sagte ich solle kurz warten. Schnitzel ist im gleichen Atemzug los gesprintet und bestellte an der Theke drei Bier. So schnelle Reaktionen hätte ich von den Beiden gar nicht erwartet und war völlig perplex. Ich erwachte erst wieder aus meinem Schockzustand als der Greifreflex einsetzte, der nur natürlich ist wenn man ein Glas Bier in die Hand gedrückt bekommt. Da stand ich nun mit einem Glas Bier in der Hand und in Gesprächen mit Holger und Schnitzel verwickelt. Es ging hauptsächlich um das unsägliche Verhalten unseres Ortsbrandmeisters und seinem verfrühtem Aufbruch an dem Abend. Kurzer Hand beschlossen wir in einer kleinen Kommandositzung, das Kai zu keinen Feierlichkeiten mehr mit darf. Holger ist wohl gesetzt und dann begleiten ihn entweder Schnitzel oder ich. Wir würden auch nicht plötzlich Rücken vortäuschen und den Ort der Festivität verlassen. Ehe wir uns versahen war eine ganze Meute vor der Tür und quarzte. Schocker, Bolle, Kalle S. und was weiß ich nicht wer noch alles. Und immer wurde ich mit Bier versorgt. Aber damit sollte bald Schluß sein, denn sonst würde der Mehrkonsum noch zu Buche schlagen. Nach einer guten Stunde Scheiße laberns gepflegter Konversation verabschiedete ich mich und wünschte eine gute Nacht. Es wurde auch Zeit.

Zu Hause guckte ich dann noch den Rest von Verrückt nach Mary und begab mich dann ohne Umwege ins Bett. Der Vorabend hatte einiges an Reserven geraubt und am nächsten Wochenende stand eine Hochzeit an. Der Auftakt für einen Marathon, wie ich hier mal verlauten lassen darf. Exklusivberichte gibt es natürlich wieder hier. Ich hoffe das wird nicht mal irgendwann gegen mich verwendet.

Advertisements

Hole in the head

20/05/2008

Nach dem sehr ausmergelnden vergangenen Wochenende hatte ich mir vorgenommen den Freitag zu Hause zu verbringen. Es war eh nicht viel los. Der Ingo hatte ein heißes Merenge Date, Schnitzel mußte auf einem Geburtstag zapfen und Felkl war in Fulda geblieben. Hörte sich nach einem netten DVD Abend an. Ich machte normal Feierabend und fuhr noch kurz einkaufen. Dort sah ich mich schon mit Unmengen an Einkaufs-Nazis Verrückten konfrontiert, da ich mal wieder zum Marktkauf mußte. Zum Einkaufen, meiner Meinung nach, der ungünstigste Laden. Nur der Edeka rangiert mit ihm auf einer Stelle. Aber dem war Gott sei Dank nicht so. ich bekam einen guten Parkplatz und war auch recht fix im Laden. Als ich dann so durch die Gänge striff um mir meine Einkäufe wieder in das Gedächtnis zu rufen, da ich den Einkaufszettel auf meinem Schreibtisch liegen gelassen haben, traf ich dann auch noch den Ingo. Dieser war gerade beim Einkaufen und teilte mir mit das er die junge Dame vom letzten Wochenende auch noch zum selbst gekochten Essen eingeladen hat. An seinem Gesichtsausdruck konnte ich erkennen, das er sich da dann doch mehr aus dem Fenster gelehnt hat, als er wollte. Aber nun war er dabei und einen Rückzieher wollte er dann auch nicht machen. Wir beendeten dann gemeinsam den Einkauf. Ich wünschte ihm noch viel Erfolg für den Abend und fuhr gen Heimat. Als ich dann meine Einkäufe zu Hause verstaute, fiel mir dann auch wieder ein, was ich noch alles kaufen wollte. Ich hasse es wenn man den Einkaufszettel verliert und noch mehr hasse ich mein Gedächtnis wie ein Sieb. Ich habe die ganzen Dinge ja vorher aufgeschrieben und dann kann ich mich einfach nicht mehr daran erinnern. Schlimm! Wenn ich fünf Sachen brauche vergesse ich mindestens zwei. Die Schere geht noch weiter auseinander je mehr Sachen ich benötige.

Zu Hause bereitete ich mir dann ein schmackhaftes Mahl und guckte die letzte Episode von CSI. Nebenbei verteilte ich noch Einladungen für die Übungsstunde der Senioren per SMS. Da sage mal einer das Männer nicht multitaskingfähig sind. TV gucken, essen und SMS schreiben. Ich bin so stolz auf mich. Wenige Minuten später rief mich dann der Kai an und bedankte sich für die Einladung und fragte im gleichen Atemzug was denn heute Abend noch gehen würde. Ich sagte ihm das aus Ermangelung von Teilnehmern nichts mehr gehen würde. Er war da aber ganz anderer Meinung und zählte auf wer denn alles mit von der Partie war. Ich war der ganzen Geschichte nicht abgeneigt und wartete so auf seine Mitteilungen. Nebenbei fing ich schon mal mit den ersten DVDs an, damit bei Nicht stattfinden der Abend nicht umsonst gewesen wäre. Da man nun beim Fernseh gucken auch Durst bekommt und es so aussah das man doch noch wohin gehen würde öffnete ich mit eine Flasche Bier. Aber nicht irgendeine x-beliebige aus einer Standardkiste. Es war eine 1,5 Liter Flasche aus Seligenstadt. Die hatte ich von Steini und Jens bekommen die dort ja wohnen. Sie wohnen ganz in der Nähe einer kleinen Brauerei und die gibt solche Mengen günstig ab. Das war dann so lecker, das seltsamerweise die Flasche nach und nach abnahm. Ich wollte ja eigentlich nur ein oder zwei Gläschen trinken, aber wenn man dann erstmal damit angefangen hat, wird es schwer wieder aufzuhören. Und gerade beim DVD gucken kann das sehr gefährlich werden. Ich kann mich an DVD Abende erinnern, die wir mal angefangen haben und uns dabei zugeschüttet haben. Von den Filmen die wir dann in der Nacht geguckt haben, konnte ich mir die Hälfte nochmal angucken, weil ich nichts mehr von der Handlung wusste oder gar zwei Handlungen miteinander vermischt hatte. Lange sind sie her die Studentenzeiten. Das beste Erlebnis hatte ich mal beim Oems. Das waren noch Schulzeiten und wir trafen uns bei ihm um einfach das Wochenende zu feiern. Langsam aber sicher betranken wir uns mit Bier und Wein. Ja, das waren noch ganz fiese Zeiten. Als wir dann schon richtig schön stramm waren, kam Oems auf die Idee „Pulp Fiction“ ein zuschmeißen. Ein sensationeller Film, aber nicht empfehlenswert, wenn man schon stramm ist. Da der Film in fünf Teile unterteilt ist und diese dann gemischt wieder zusammen geschnitten wurden. Herrscht ab der Mitte komplette Verwirrung. Warum war Vince Vega wieder am Leben? Wurde er nicht gerade von Butch erschossen? Später kam dann noch seine Schwester vorbei und ihr wurde nach einem abschätzenden Blick und zwei Sätzen klar, das wir hacke voll waren. Aber spaßig war es! Soviel zu Filmen unter Alkoholeinfluß gucken.

Der Film war mäßig und die Flasche nährte sich dem Ende. Eine weitere SMS an Kai ergab, das sie im Moment zu Hause waren und nur auf den Anruf von Tobi warteten, dann würde es scharf gehen. Seine Sprache war nicht mehr ganz so fest, was mir eigentlich ein Hinweis darauf geben sollte, was der weitere Abend so bringt. Also öffnete ich mir ein weiteres Bier, man weiß nie wie lange das noch dauert. Als der Film zu Ende war, rief mich dann der Tobi an und fragte was denn nun wäre. Ich war völlig verdutzt. Warteten wir denn nicht auf seinen Anruf? Was war bloß los mit dem Kai? Tobi und ich verabredeten uns dann im Feuerwehrhaus. Das bedeute für mich, das ich nun noch mit dem Fahrrad nach Westerode fahren mußte. Ist aber kein Problem, denn frische Nachtluft tut ja gut und danach ist man munter. Bei meinem Eintreffen war noch niemand da, also war der nächste logische Schritt mal an den Kühlschrank zu gehen und dort nach dem Rechten zu sehen. Wenig später kam Tobi. Nun konnten wir gemeinsam warten.

Ich setzte einen internen Timer von einer Stunde, wenn sich dann noch nichts ergeben haben sollte, dann würde ich wieder gen Heimat fahren. Ab und an schrieben wir ein paar SMS in Richtung Walters, aber bekamen nur wenig bis gar keine Rückinformation. Irgendwann meldete sich dann der Kim der sagte das Kai schon eingeschlafen wäre und Wiebke ihn mit ins Bett genommen hat. Das war der Zeitpunkt an dem ich leicht angesäuert wurde. Warum werden alle Hebel in Bewegung gesetzt das man am Abend noch was machen will und dann ist man so stramm das man ein schläft. Nichts dagegen das man sich die Mütze voll haut und dann einschläft, aber dann sage ich vorher nicht allen Leuten Bescheid, das man noch was machen will. Ich war sauer auf Kai. Unzuverlässig hoch drei, aber immer eine große Klappe haben. Die drei Pils die ich im Feuerwehrhaus während der Wartezeit verdrückt hatte habe ich fein bei Kai auf den Deckel geschrieben und dann ging es wieder nach Hause. Wir haben erst überlegt noch ins Ambiente zu fahren, aber so richtig Bock verspürte keiner mehr. Also schwang ich mich auf mein Rad und ab ging es wieder nach Hause. Da kann ich mich wenigstens auf mein Sofa legen und einen weiteren Film genießen. Ein Gutes hatte der Abend dann doch die zusätzliche Bewegung durch die nächtliche Radfahrt hat mir bestimmt gut getan.

Auf dem Sofa habe ich dann auch doch noch bis fast zum Ende ausgehalten, dann bin ich eingeschlafen. Aber ich kann mich noch an die Handlung erinnern. Vom Sofa habe ich dann direkt ins Bett verlegt. Der nächst Tag kommt bestimmt, aber ich konnte mal wieder ausschlafen. Kein Schützenfest, keine anderen Aktivitäten. Aber so wie ich das sehe wache ich eh wieder um 0600 Uhr auf, weil der innere Wecker einen aus den süßen Träumen reißt. Verdammte Gewöhnungssache!

Wie ich es vorausgesagt habe wurde ich wieder von alleine wach, aber aufstehen mußte ich deswegen noch lange nicht. Der Tag würde mit dem Seniorenübungsnachmittag noch anstrengend genug werden.

Die Seniorenübung lief erstaunlich gut und machte vor allem eins. Durst und nochmals Durst. Dummerweise hatten wir nichts zu trinken mitgenommen, was auch von einigen angeprangert wurde. Ich hielt mich da natürlich zurück und sparte mir meine Kommentare. Wusste ich doch das mich im Feuerwehrhaus gut gekühlte Hefe Weizen erwarten würde, die ich dann schön mit dem Friede zusammen wegputzen würde. Drei Mal die Übung durch und ich fühlte mich dem Sauerstoff so nahe. Aber ich hielt durch. Ich war ja nur froh, das ich später dann nur c-Schläuche aufrollen mußte und keinen B-Schlauch. Das mußte ich schon zur Genüge bei der Jugendfeuerwehr machen und da hängt es mir eh zum Hals raus. Nach den drei Mal üben, bei denen meine Schweißdrüsen ihr Bestes gaben ging es dann wieder zurück zum Feuerwehrhaus. Ich freute mich so unglaublich auf ein Hefe, das ich es kaum erwarten konnte. Doch zunächst mußte ich das angefangen Pils beenden. Friede mehrte mich gleich an wo denn das Hefe bleiben würde und stellte die gekühlten Zutaten auf den Tisch. Ich kann es gar nicht beschrieben, wie schön es aussieht wenn eiskaltes Weizen in ein gekühltes Glas läuft. Den Geschmack erspare ich jetzt dem Leser, damit es keine Ausschreitungen vor dem Rechner gibt. Es war einfach lecker. Leider mußte ich dann noch einer Versammlung beiwohnen, die unserem Feuerwehrfest im nächsten Jahr diente. Nicht das es schlimm war, aber man konnte eben nicht so viel Scheiße labern. Zum Glück gab es uneingeschränkten Zugang zum Hefe Weizen. Bei der Versammlung selber gab es nichts spektakuläres zu berichten. Es ging halt um die Musikkapelle und wie wir mit der gesamten Bedienungssituationen verfahren. Ich spiele bereits mit dem Gedanken mich darum zu kümmern. Wer weiß, vielleicht kann man ja die Truppe vom Schützenfest engagieren. Nicht das ich jetzt da besondere Hintergedanken hätte.

Im Anschluß an die Versammlung ging es dann erstmal nach Hause, da ja auch etwas zu Essen zu den drei Hefeweizen geschoben werden mußte. Außerdem sollte den Abend ja noch weiter gehen. Schnitzel hatte wohl noch Lust nach Göttingen zu fahren und da bin ich natürlich der letzte der Nein sagt. Andreas wollte fahren, womit für mich schon alle Probleme aus dem Weg geräumt waren. Wir verabredeten uns für 2030 Uhr im Feuerwehrhaus und ich begab mich nach Hause dort wurde noch fix was zu essen eingeworfen und ab ging es unter die Dusche. Ich verzichtete auf weitere Biere zu Hause, da ich sonst eine Eskalation des Abends voraussehen würde. Da wollte ich natürlich gegensteuern. Außerdem würde ich ja im Feuerwehrhaus noch ein paar Weizen trinken, das sollte vollkommen ausreichen. Als ich wieder im Feuerwehrhaus war erwartete mich gähnende Leere. Warum bin ich eigentlich immer der einzige Idiot, der sich an abgemachte Zeiten hält? Kein Wunder das ich dann schon vorzeitig die Hefe aus dem Kühlschrank hole und mich entspanne. Während ich dann so da saß und mein Hefe auf den Verzehr vorbereitete macht eich mir so meine Gedanken über den vor mir liegenden Abend. Ich wusste bereits von Schnitzel, das es in das Alpenmax gehen sollte. Ein Laden der mir nicht wirklich liegt, aber was soll man machen. Ich wäre lieber in den JT Keller gegangen, die Gründe sollten ausreichend bekannt sein. Aber man fügt sich ja der Allgemeinheit. Nach der letzten Aktion wo nicht viel los war im JT bekam ich die Truppe bestimmt nicht nochmal da hin. Aber die nächsten Wochenende versprechen bestimmt noch einige JT Keller Abende. So spart man sich die Vorfreude.

Als nächstes kam dann der Kolben und wunderte sich das noch keiner da sei. Als er dann mein Hefe sah und das schon fast zur Hälfte ausgetrunken war fragte er sich wie lange ich denn schon da sei. Leider waren erst 10 Minuten vergangen, aber ich hatte so einen großen Durst und konnte nicht wieder stehen. Aber er gesellte sich zu mir und wir redeten ein wenig. Ich spitze ihn erstmal auf eine bevorstehende Saisonabschlußfeier von der 1. Mannschaft an. Da er im Festkomitee sei, solle er sich doch darüber schon mal Gedanken machen. Man muß die Schäfchen nur in die richtige Richtung lenken, der Rest ergibt sich schon von alleine. Die Tür ging erneut auf und hereinkam der Timo, der aber kurz darauf wieder verschwand um zu einen großen amerikanischen Fast Food Riesen zu fahren. Ich verzichtete dankend, da ich ja schon zu Hause etwas gegessen habe. Schnitzel teilte per SMS mit das er sich verspätete, da er eingeschlafen war. Unglaublich was heutzutage los ist. Wissen die denn nicht was man in der verschlafenen Zeit alles für Bier hätte trinken können? Sie müssen halt noch viel lernen. Als er dann ankam berichtet von einem seltsamen Telefonat mit dem Kai. Der wollte ihm Bayern 3 empfehlen, da dort die Meisterfeier von den Bayern übertragen wurde. Plötzlich brach jedoch die Leitung zusammen. Es könnte eventuell damit zusammen hängen das Schnitzel vielleicht auf den roten Telefonhörer auf seinem Handy gekommen ist. Manchmal frage ich mich was in seinem Kopf vorgeht.
Da nun die Truppe fast komplett war gingen die Gespräche in den normalen Bereich über. Es würde über dies und das berichtet und vor allem lief das Bier recht fix hinein. Dummerweise habe ich einen Deckel angefangen und den habe ich noch nicht bezahlt. Was nun das gefährliche an der ganzen Geschichte ist, ist die Tatsache, das man einfach weiter seine Getränke auf den Deckel schriebt. Man hat einfach keine Kontrolle mehr darüber. Ein Strich ist viel einfacher zu machen, als Geld zu der Bedienung zu geben. Und am Ende des Abends kann man das Geld bestimmt besser gebrauchen als in die Feuerwehrkasse zu stecken. Ein Deckel ist ja so viel wert wie bares Geld. So dauerte es auch nicht lange bis wir unseren Weg antraten. Der Kai kam dann auch noch irgendwann und brachte seine Freundin Wiebke und eine Freundin von ihr, die Vanessa noch mit. Nach einer kurzen Diskussion wer denn nun fahren würde, stellte sich heraus, das Andreas fahren würde und der Timo. Das gab dann wiederum Vanessa die Gelegenheit mit Wiebke ein sehr seltsames Getränk zu trinken. Es war rot und ich wollte gar nicht wissen was es war. Auf jeden Fall hat es die Mädels in kurzer Zeit recht schnell nach vorne auf dem Alkoholzug gebracht. Da lob ich mir doch Bier, das baute langsam aber steig eine Mauer auf, von der man den ganzen Abend zehren kann. Doch wir waren ja gerade dabei das Feuerwehrhaus zu verlassen. Kai fuhr also bei Andreas mit und teilte uns kurz nach Antritt der Fahrt mit, das er dann doch noch zur Bank muß. Zum Glück liegt ja alles auf dem Weg. Doch dieser kleine Zwischenstop wurde von meinem Körper nicht o gut eingeplant, weswegen ich dringendst auf die Toilette musste als wir dann in Göttingen ankamen. Da wir auf dem Uni Parkplatz parkten gab es auch keine Möglichkeit mal eben auszutreten. Jedenfalls nicht in meinem Zustand. Es gibt ja Leute denen macht es nichts aus ihr Revier einfach an einen Baum auf einem Parkplatz zu markieren. Ich kann das erst ab einer gewissen Promillegrenze, die dafür sorgt das ich eben solche Aktionen am nächsten Tag vergessen habe. Und dieser Grenze war noch lange nicht erreicht. Ich hätte mir schon eine Flasche Korn auf Ex rein prügeln müssen um diesen Zustand stehenden Fußes zu erreichen. Doch ich wollte ja noch nicht nach Hause und somit hielt ich noch ein wenig aus.

Anstehen brauchten wir dann zum Glück auch nicht, was meine Blase begrüßte. Dafür wurden wir nett empfangen. An der Tür stand eine junge, sehr ansehnliche Dame, von etwas dunkler Hautfarbe, der wohl der Eintritt verweigert wurde. Passenderweise kommentierte sie jeden der rein kam mit Sprüchen, das man wohl weißer Hautfarbe sein muß um eingelassen zu werden. Ich verzichte jetzt Mal auf einen Exkurs in die Vergangenheit des Alpenmaxes und deren Geschichte mit ausländischen Mitbürgen. Einfach weil ich keinen Bock habe. Drinnen überholte ich alle und peilte sofort die Toilette an, so groß war das Alpenmax dann auch nicht, als das ich die Anderen nicht mehr hätte wieder gefunden. Erlösende fünf Minuten später stand ich dann da und war allein. Ich suchte zwar die mir bekannten Plätze auf, fand aber keinen vor. Also wurde eine SMS an Schnitzel geschrieben und die Theke aufgesucht. Während bei einem Einsatz der Sammelpunkt immer beim Fahrzeug oder beim Verteiler ist, ist es in einer Kneipe oder in der Disco die Theke. Jedenfalls für mich. Dort trifft man mich eh immer. Es wurde fix eine Mischung Bacardi Cola bestellt und sich über den Geschmack gewundert. Irgendwie war die verdammt süß. Ich fragte mich zu Recht ob sie denn den Bacardi vergessen hatten. Aber anscheinend waren meine Geschmacksnerven wieder auf hart eingestellt, weswegen ich nichts spürte. Stellt sich nun die Frage ob ich weiterhin bei dem Getränk bleiben sollte. Es gäbe ja noch die Möglichkeit sich an dem Pyramiden trinken zu beteiligen. Diesmal ausgerichtete von Salitos. Pyramiden trinken ist eigentlich recht simpel. Je Mehr von der Sorte getrunken wird, desto billiger wird es. So gesehen opfert man sich für eine gute Sache. Ich kann mich mehr oder weniger an ein Pyramiden trinken von Heinken in der Outpost erinnern. Damals war ich noch in der 12. Klasse, hatte lange Haare und eine Menge Spaß in der Outpost. Ich glaube mein damaliger Jahrgang hat entschieden dazu beigetragen, das Heineken schön billig wurde an dem Abend. Das waren noch Zeiten!Doch die Getränkefrage stellte sich vorerst nicht, da ich ja erstmal die anderen suchen mußte. Also ging ich in den hinteren Bereich, wo ich sie dann auch prompt fand. Ich fragte mich warum wir einen so bekloppten Platz genommen haben? Dort war nicht nichts los. Ich hätte mich genauso gut auf die Toilette setzten können, da kamen bestimmt mehr hübsche Damen vorbei. Anscheinend hatte Kai wieder freie Platzwahl. Der mit der Freundin sucht den Platz aus. Klar, das er sich keine Mädels mehr angucken darf, aber was ist mit dem Rest der Single Männer, die müssen dann leiden. Merke: Niemals die Verheirateten den Platz in einer Disco aussuchen lassen. Entweder guckt man den ganzen Abend vor eine Wand oder man steht in der hintersten Ecke, weil da noch Sitzplätze frei waren. Warum? Weil kein Schwanz da sitzen will. Aber nun standen wir dort und hatten den Salat. Meine Mischung hielt auch nicht lange vor und ich besorgte mir einen weitere, nebenbei erkundigte ich mich nach dem aktuellen Preis der Pyramide. Sofort stellte sich heraus, das mein nächstes Getränk ein Saltios wäre. Als ich dann frisch ausgestattet mit einem alkoholischen Getränk die Lage sondierte fiel mir folgendes auf. Wir waren umzingelt von Pärchen. Ging es noch schlimmer? Ja, denn die Musik war unterste Schublade. Ich fragte mich erneut, warum ich mir das immer antue. Da wird man mit Schlagern gefoltert, bis einem das Blut aus den Ohren läuft. Ich sollte mir auf jeden Fall merken, das ich niemals nach dem Blutspenden in das Alpenmax gehen sollte. Akuter Blutverlust könnte die Folge sein. Außerdem fiel mir auf das verdammt viel Junggesellenabschiede vor Ort waren. Es scheint zum Standard dazu zu gehören, das ein Junggesellenabschied im Alpenmax enden muß. Ich schiebe es alles auf kosmische Störungen.

Kai und Kolben versorgten sich in der Zwischenzeit mit genügend Kurzen. Soll heißen es wurde alles getrunken was in einem kleinen Glas serviert wurde. Angefangen von Tequila, über Sambuca bis hin zu Jägermeister. Ein kleiner Tiefpunkt muß wohl eine Art Bacardiverschnitt gewesen sein, der in einem Glas verschlossen mit einer Frischhaltefolie serviert wurde. Noch tiefer geht es anscheinend nicht , sagt der Mann der sich Kirschen in 100% Alkohol eingelegt dutzendweise rein haut. Ich hielt mich der weilen an Salitos. Salitos ist eine billige Kopie von Bier das mit Tequila beschleunigt wird. Anders gesagt, der Folgetag wird beherrscht von einem Kopfschmerz der sich gewaschen hat. Ich war dennoch frohen Mutes, da ich ja am Vortag eher weniger getrunken habe. Mein Körper sollte das also kompensieren können. Es schmeckte nicht wirklich. Das typische herbe vom Bier fehlte komplett. Aber es war eben auf dem Weg billiger zu werden und man muß ja auch auf seine Finanzen ein wenig achten. Während ich dann erneut an der Theke an stand machte mich Schnitzel auf eine junge Dame aufmerksam, die in unmittelbarer Nähe von mir stand. Recht hübsch, braune Haare, also passend in meine Schablone für die Retterin vor dem Fegen. Aber definitiv außerhalb meiner Möglichkeiten. Erstens war mein Zeitfenster noch weit entfernt und zweitens war da noch der Umstand des Ansprechens. Ich übe schon wie verrückt die Telepathie, aber leider hat noch niemand meine Gedanken empfangen. Wenn es denn doch mal klappen sollte, dann verwette ich mein rechtes Ei, das es garantiert die Falsche empfängt. Aber noch ist es ja nicht so weit. Auf jeden Fall hatte sie Potential.

Die Zeit ging langsam herum, man guckte sich hier mal hübsche Frauen an und bestellte sich dort mal ein Saltios und erfreute sich der Wirkung die es hinterließ. Doch bei mir merkte ich davon nichts. Ich trank und trank und merkte nicht wie mir schwindelig wurde. Allerdings hütete ich mich auch davor mal nach draußen zu gehen, denn dann würde mich mit Sicherheit der Hammer erwischen. Man soll ja nichts provozieren. Ich wollte ja eigentlich mal einen Strichliste führen, wie viele Bier eich so an einem normalen Abend trinken würde, aber dazu hat man dann spätestens nach dem 10 Strich keinen Bock mehr. Um ein wenig Abwechslung zu bekommen ging ich mit dem Schnitzel mal eine Rauchen. Besser gesagt er rauchte und ich leistete ihm Gesellschaft und ließ mich haltbar machen. Wir standen nicht lange da und Schnitzel setzte ein sehr freudiges Gesicht auf. Der Grund war die junge Dame von vorher, die er mir gezeigt hat und die ich recht hübsch fand. Sie war in Begleitung einer eben so hübschen blonden Frau. Dann geschah mal wieder etwas, was mir eh keiner geglaubt hätte. Zum Glück stand Schnitzel neben mir um als Zeuge zu fungieren.

Eben jene junge blonde Dame, die sich als Freundin der braunhaarigen Schönheit herausstellte, stellte sich neben mich und fragte mich unverhohlen, ob ich denn Bierpumpe wäre. Ich war sprachlos. Ich fühlte mich als hätte ich gerade meine Zunge verschluckt und mußte diesen verbalen Angriff erstmal verdauen. Hätte ich in einen Spiegel gesehen hat sich bestimmt meine Gesichtsfarbe des öfteren von weiß in rot geändert, während ich die so eben gehörten Vorwürfe und Informationen verarbeiten mußte. Da ich ein großes männliches Gehirn besitze, dauerte das alles länger als zehn Minuten nicht lange. Während ich die Antwort formte überlegte ich verbissen woher ich denn dieses Mädel kannte und ob ich es überhaupt kannte. Nach weiteren zehn Minuten kurzer Zeit kam ich zu dem Schluß das ich sie nicht kannte und auch nicht den blassesten Schimmer hatte woher sie mich kannte. Ich bereitet mich also nach meiner Antwort auf alles vor. Wilde Umarmungen, ein Schlag in die Magenkuhle, ein Schlag mit der flachen Hand ins Gesicht ein Knieheber ins Gemächt. Die Palette war groß. Anhand ihres freundlichen Gesichtes, entschied ich mich für die Wahrheit. Da mir ja als gläubiger Christ die Bibel verbietet zu lügen, sagte ich sofort die Wahrheit. Ich bejahte die Frage und fragte gleich im Gegenzug woher sie mich denn kennen würde. Ohne Umschweife gab sie zu das sie mein weblog lesen würde und lobte mich für meine Texte. Da ich mit Lob eher schlecht umgehen konnte bedankte ich mich höflich und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Da stand ich nun, wurde wegen meines weblogs gelobt und bekam kein Wort raus. Mein Zeitfenster war noch lange nicht da, obwohl ich kräftig darauf zu arbeitet und Schnitzel grinste sich einen. Eine Frage kristallisierte ich in meinem Kopf heraus und das war wie sie denn auf mein weblog gekommen sei. Ich meine weg kommt denn auf die Idee speziell nach meinem Logbuch zu suchen ohne mich zu kennen. Da sagte sie das sie wohl mal kurz mit dem Kai Walter zusammen war und ihn einfach mal gegoogelt hat und da sei dann mein Logbuch bei den Google Ergebnissen gewesen. Seit dem lese sie wohl mein weblog. Aha, da liegt also der Hase im Pfeffer. Und schon rückte sie mit der Sprache raus. Ich wäre ja mit Kai da und ob ich denn mal fragen könnte ob er sie noch kennen würde, weil sie ja immer noch auf ihn stehen würde. Und neben ihr stand die Frau die ich am hübschesten im ganzen Alpenmax fand. Was macht man da? Man sagt natürlich zu und leitet alles in die Wege. Im Vorfeld sagte ich ihr natürlich das Kai mit seiner Freundin da wäre und ich malte ihr wenig Chancen aus. Ich ließ die Beiden in sicherem Abstand warten und ging zu Kai, der gerade im Gespräch mit Wiebke war. Äußerst schlecht ihn jetzt zu stören, aber was sollte ich machen? Er leugnete natürlich alles, was auch klar war, denn seine Freundin stand daneben. Aber sein Blick sagte alles und so langsam fiel mir auch wieder ein wer das denn war. Kai hatte mal eine Freundin aus Northeim und das muß sie gewesen sein. Mittlerweile hatte sie mir auch ihren Namen gesagt, denn ich aber schon wieder vergessen hatte. Man muß sich mal die Situation in der ich war vorstellen. Ich wurde von wildfremden, hübschen Frauen mit meinem wahren Ich konfrontiert. Die lasen mein weblog und kannten mich fast schon und ich wusste gar nichts. Da gehen solche Informationen wie Namen schnell mal vor die Hunde. Ich ging also zu den Beiden zurück und sagte ihr die Wahrheit, das er sie wohl kannte, aber auf Grund von Wiebke nicht rüber kommen konnte. Wir unterhielten uns noch ein wenig und ich ließ die hübsche Freundin von meinem Bier trinken. Wieder einmal ein Fall von meinem Problem, das ich hübschen Frauen keinen Wunsch abschlagen konnte. Dann tauschte ich noch mit der Blonden meine Nummer und bekam so durch einen hinterlistigen Trick über geschickte Art und Weise ihren Namen heraus. Ich nannte sie erst Nadine und bekam dann mit leicht empörten Ton mitgeteilt, daß sie doch Daniela hieß. Ach ja, Daniela, wollte ich ja auch sagen.

Die Beiden waren also wieder weg und der Rest der Meute konnte es gar nicht abwarten sich den Mund zu zerreißen. Schnitzel fing gleich an zu behaupten ich hätte sie alle Beide klar gemacht und das ich mir doch die Dunkelhaarige schnappen sollte. Machmal frage ich mich ob er da eine andere Szene gesehen hat als ich. Ich sah eine Szene, in der ich eine ganze Zeit ein freundliches Gesicht gemacht habe und krampfhaft versucht Konversation zu betreiben. Wenn dann auch noch eine Frau daneben steht die mir gefällt, wie es in dem Fall der Dunkelhaarigen war, dann kommt meistens gequirlte Scheiße raus. Ich gebe mir auch gar keine Mühe mehr. Ein weiterer Grund das mit dem Ansprechen zu lassen.

Nachdem dann die Freude über meine kürzlich gemachte Bekanntschaft vorüber war ging es recht schnell dem Aufbruch zu. Wie man später gehört hat, hat Kai wieder rumgeknört, wann es denn endlich in Richtung Heimat ging und alle haben sich ihm gebeugt. Ich sag es ja, man soll niemals Pärchen die Entscheidungsgewalt geben. Also ging es gen Kasse. Dort gab es dann wieder das obligatorische Kartenroulette. Ich kam ganz knapp auf Platz zwei. Schnitzel war Highscore Leader und beschuldigte Kolben und Kai auf seine Karte getrunken zu haben. Der nächste Halt war dann der Burger King, wo wir uns kurz vor dem anstrengenden Weg in das Eichsfeld stärkte. Nach einem kurzen Ritt waren wir dann wieder in der Heimat und ich konnte mich in mein Bett begeben. Dort hing ich noch ein paar Gedanken nach und wunderte mich wer mich denn noch alles kennt, von dem ich keine Ahnung habe. Besser ich stelle mir das nicht vor.

Sonntag Morgen, ich erwachte von alleine und wunderte mich wer mir denn während der Nacht einen Amboß auf den Kopf hat fallen lassen. Mein Kopf tat unglaublich weh. Ich fühlte mich als hätte Jemand ein Loch in meine Schädelplatte gebohrt und flüssige Lava hineingeführt. Die verteilte sich langsam aber sicher über meine gesamten grauen Zellen. Dazu gesellte sich noch ein flaues Gefühl im Magen. Ich versucht noch ein wenig die Augen zu schließen, aber dann überrollte mich der Schmerz. Es war als wäre der Kopfschmerz ein LKW Fahrer, der gerade eine 72 Stunde Schicht schob und dessen Wirkung von Speed gerade nachließ. Ungebremst fuhr er dann gegen eine Wand. Und der LKW war mein Gehirn. So müßte es sich anfühlen wenn Jemand Elektrodenstäbe direkt in das Gehirn einführt und wahllos Strom durch den Brägen jagt. Kurz gesagt ein anstrengender und schmerzhafter Sonntag stand bevor. Und ich wusste das die Geschichte mit den beiden Mädels binnen weniger Sekunden beim Fußball am Nachmittag die Runde machen würde.


Happiness is a warm gun

16/05/2008

Es ist mal wieder Pfingsten und das heißt für Westerode ein Ausnahmezustand steht vor der Tür. Denn es ist ja Schützenfest. Würde es die Umgehungsstraße schon geben, könnte man an den Ortseingangsschildern Sperrbalken anbringen. Dann könnte man in Ruhe Schützenfest feiern und lebend kommt hier keiner mehr raus. Aber die Umgehungsstraße gibt es wohl nur in einem Paralleluniversum, daher muß sich halt der Verkehr auf erhebliche Probleme am Samstag und Montag Nachmittag einstellen. Und der normale Schützenbruder auf erhöhten Alkoholkonsum bestehend aus Bier und Schnäpsen. Ich hoffe nur ich komme um die ganze Schnapsgeschichte irgendwie herum.

Eigentlich wollte ich meinen Freitag ganz anders begehen, als er abgelaufen ist. Geplant war folgendes. Ich wollte zum Feuerwehrhaus fahren und dort mit Friede ein paar Hefe Weizen trinken. Vielleicht den Grill anschmeißen und die eine oder andere Scheiße labern. Doch da habe ich nicht ganz mit dem Fähnchen aufhängen gerechnet. Das findet ja immer an dem Freitag statt. Nun habe ich vorsichtigen Kontakt mit dem Gaudo gesucht, da er ja bestens informiert ist, wann es denn los gehen würde. Also habe ich mich dazu entschieden, erst beim Fähnchen aufhängen mit zu gehen und dann in das Feuerwehrhaus einzurücken um schon erwähnte Weizen zu vernichten. Warum bin ich nicht bei meinem ursprünglichen Plan geblieben. Denn wenn ich ehrlich bin, war mein Vorhaben eh schon zum Scheitern verurteilt. Auch wenn ich mir einreden würde, das ich ja nicht so viel trinken brauche, halte ich mich eh nicht daran. So macht ich ausgiebig von der Gleitzeit Gebrauch und machte früher Feierabend. Sobald dich zu Hause war schwang ich mich auf mein Rad und begab mich nach Westerode. Vorsorglich brachte ich es am Feuerwehrhaus unter, da ich dahin ja später wieder zurück wollte. Vom Feuerwehrhaus stellte ich dann Kontakt zu Gaudo her und ging grob in seine Richtung. Auf dem Weg dorthin stieß ich dann auf Patrick, Bolle und Kai, die ohne Bollerwagen, ohne Leiter, wohl aber mit einer Kiste Bier und den Fähnchen den Kirchweg hinunter gingen. Es war bereits 1530 Uhr, keine Fähnchen hing, aber das erste Bier wurde schon inhaliert. Ich tat mich dann auch gleich gütig an der Kiste. Zum einen mußte ich mein Gemüt ein wenig abkühlen und zum zweiten machte die Radfahrt unglaublich durstig. Bei Gaudo angekommen tranken wir weiter Bier und sahen ihm dabei zu wie er mit einem LKW Fahrer diverse Tür Kisten in seine Neuerwerbung verstaute. So macht arbeiten Spaß. Bier trinken und anderen dabei zu sehen.

Nach einem kurzen Plausch ging es dann weiter zu Walters wo wir dann die Leiter in Empfang nahmen und eine Art Gefährt die nur die ganz wagemutigen als Bollerwagen bezeichnen würden.
Derart ausgerüstet ging es über die Straße. Wohlgemerkt hin noch immer kein Fähnchen, es war bereits 1545 Uhr und die dritte Flasche Bier wurde schon an den Mund gesetzt. Ich sah schwarz für die ganze Fähnchen-aufhäng-Aktion. Bei Böning haben wir es dann geschafft ein Fähnchen aufzuhängen. Das wurde dann auch erstmal mit einer weiteren Flasche Bier gefeiert. Dabei wurde auch nicht darauf geachtet, ob man die vorherige Flasche schon ausgetrunken hat. So langsam schlich sich das Gefühl der Druckbetankung ein. Aber das macht ja gerade das Flair des Fähnchen aufhängen aus. Weiter ging die Reise die Bäckerwiese hinunter. Das dritte Fähnchen wurde dann an der Hauptstraße bei Vollmers aufgehangen und auch wieder mit einem Bierchen begossen. Immerhin war das letzte Pils schon mehrere Minuten entfernt. Bei dem warmen Wetter schwitzt man ja eh den Großteil wieder heraus. Mit solchen Lügen relativiert man die Tatsache das man sich am frühen Nachmittag die Myrte zu schüttet. Aber da man ja eh von diversen Staatsorganen tagtäglich angelogen wird, merkt man das gar nicht. Als nächste Station kam dann das Jung’sche Haus, an welchem gleich zwei Fahnen angebracht werden mußten. Dort wurde man nun auch schon in die Garage gebeten, damit man im Sitzen ein Pilschen trinken konnte. Außerdem stand dort eine sehr grenzwertige Falsche auf dem Tisch. Auf ihr war Löwentor zu lesen, was sie mich geflissentlich ignorieren ließ. Doch der Rest war dem Schnaps recht angetan und somit wurde eine Runde eingegossen. Auch wenn es nur ein halbes Glas voll war, hatte ich wieder große Schmerzen bei der Einnahme. Das interessierte aber Keinen so richtig und ich wurde ausgelacht. Noch Schlimmer, Gaudo bemächtigte sich meines Fotoapparates und machte munter Fotos von meinem Leiden. Diese Fotos könnten auch locker als Kreuzweg durchgehen. Zum Glück bin ich Herr über die Fotos und werde sie sicher verwahren.

Nach dieser nicht gerade lecker schmeckenden Zwischenmahlzeit ging es gleich wieder an die frische Luft. Denn die Fähnchen hingen sich nicht von selbst auf. Bei der nächsten Station gab es dann erneut Bier. Da wir aber einen engen Zeitplan hatten zogen wir recht fix weiter. Bei Vollmers gab es dann aber wieder Bier und es nahm langsam Überhand. Ich habe auch schon aufgehört zu zählen, denn dann würde nur mein schlechtes Gewissen erwachen. Bei Vollmers blieben wir dann auch erstmal ein wenig länger sitzen, da sie frische Großeltern geworden sind. Da kann man nicht einfach abhauen. Was wären denn das für Manieren. Als nächste Station stand der Holger auf der Liste. Dort wurde dann fachmännisch das Fähnchen aufgehängt und im Anschluß fachmännisch das Bier ausgetrunken. Weiterhin gab es hier noch ein kleine Streitgespräch zwischen Kai und Philip beizuwohnen. Sehr unterhaltsam. Holgers Sohn erwartete außerdem Zeltgäste, die dann teilweise schon eingetroffen waren. Das Gesicht der Mutter der jungen Dame war schon mal Sensationell an zugucken. Da standen also mehrere junge Männer bei Holger in der Garage, hatten alle eine Flasche Bier in der Hand und unterhielten sich nicht gerade leise über diverse Dinge. Und da sollte sie also ihre Tochter abgeben. Um ehrlich zu sein, wollte ich gar nicht wissen, was sie sich zu dem Zeitpunkt gedacht hat. Da die Uhrzeit schon recht fortgeschritten war entschied ich mich zum Feuerwehrhaus zu gehen. Der Rest zog weiter und brachte Fähnchen an. Wenn ich mich nicht Friede verabredete hätte, dann wäre ich auch bei der Truppe dabei gewesen. Doch ich hatte ja noch ein wenig Zeit , die ich damit verbrachte, bei Holger eine weiter Falsche Bier meinem Magen zuzuführen. Bei dem warmen Wetter muß man unbedingt auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten.

Im Feuerwehrhaus waren schon zahlreiche Gäste anwesend und eigentlich war es geplant das ich den Grill holen wollte. Da hatte ich aber nicht damit gerechnet, das ich schon diverse Biere getrunken hatte. Auto fahren stand außer Frage. Und es wollte auch keiner so richtig Grillen. Dann beschränkten wir uns also auf das Bier trinken. Ich lauschte der Rede vom Ortsbrandmeister und genoß eiskaltes Bier. In der Zwischenzeit ist dann auch der Friede angekommen und wir widmeten uns nach der Besprechung des Hefe Konsums und der gepflegten Konversation. Teilweise auf Englisch, teilweise auf Deutsch. Was bei raus gekommen ist, kann ich nicht mehr sagen, da ich schon leichte Gedächtnislücken aufwies.

Was sollte man auch tun. Ich telefonierte kurz mit dem Schnitzel und der teilte mir mit, da sie bald fertig waren. Also begab ich mich direkt zum Böning, wo dann der Abschluß statt finden sollte. Johannes bot mir gleich erstmal ein Bier an, aber da ich mich in einer sehr schwachen Lage sah, nahm ich erstmal ein Wasser zu mir. Ja hier wurde richtig gelesen. Ich trank Wasser um meinen Mineralhaushalt ein wenig auf Vordermann zu bringen. Kurze Zeit später traf dann auch der Rest der Fähnchen Truppe ein. Zunächst das Oberdorf Team, welches spontan um Matze R. erweitert wurde. Matze wusste wohl nicht wie ihm geschah, denn plötzlich saß er bei Bönings in der Garage und trank Bier. Außerdem wurde Mettwurst und frisches Brot gereicht. Extrem lecker und wenn man schon gut getrunken hat, dann ist so was genau das richtige. Die Hauptattraktion bei Bönings war aber immer noch das Bier trinken und wenn man sich die Leutchen so ansah, dann konnte man sehen, das hier nur Professionelle zu Gast waren. Es gelang mir ein paar sensationelle Fotos von Porno zu schießen, der hart an seinem Delirium arbeitete. Außerdem kann er ganz toll tanzen, wie ein mitgeschnittenes Video beweist. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich das veröffentlichen kann. Es sah aber zu dem Zeitpunkt ganz danach aus, das Porno stark den ersten Platz anstrebte.

Nach exzessiven Bier Konsum und den einen oder anderen belegten Broten verlegten wir zum Schützenhaus, da dort eine Art Disco statt fand. Nun ja, es war halt die Dorfjugend anwesend und betrank sich. Da wir aber alles schon lattenstramm waren, dachten wir uns das es eine recht gute Idee wäre dort auch noch auf zu schlagen. Die Uhrzeit war zwar vorhanden kann aber hier nicht mehr wieder gegeben werden, da der Autor jegliches Zeitgefühl verloren hat. Und dieses hat mehrere Gründe. Man kann nun sagen, das es hauptsächlich an der großen Menge an Bier gelegen hat, die ich bisher getrunken habe. Vielleicht ist es auch ein Zusammenspiel zwischen der großen Menge Bier und dem Blut spenden am Donnerstag. Oder aber es lag an der Tatsache, das ich beim Betreten des Schützenhauses auf Havana Club umgestiegen bin. Erschwerend kommt hinzu, das ich jede Mischung etwas stärker bestellt hatte. Ich bin sogar der Meinung jedes mal das Wort „Krachen“ benutzt zu haben, wenn ich etwas bestellt habe. Da ich die Ereignisse nur noch unbestimmt dem Zeitstrahl zuordnen kann, gebe ich mal mein Bestes.

Folgende Sachen haben sich also im Schützenhaus zugetragen. Vollmer steig auf einen Stehtisch und gab eine unglaubliche Performance. Jedenfalls so lange bis er von dem Stehtisch gefallen ist und sich nicht sonderlich weg getan hat. Aber er hat unseren Beifall geerntet. Gegen Ende des Abends wollte er dann noch in den Teich springen und ist wohl auch schon in Unterbuchse draußen umher gesprungen. Er hat es dann doch nicht getan, weil seine Freundin auf ihn eingeredet hat. Dabei kam ihr ihre Eigenschaft zu Hilfe mit Betrunkenen zu reden. Damit hat sie ja beruflich jeden Tag zu tun. Weiterhin habe ich eine Menge Fotos geschossen, von denen ich nichts mehr weiß. Vielleicht habe ich sie auch gar nicht geschossen, sondern mein Fotoapparat wurde entwendet. Ich kann es nicht mehr mit Gewissheit sagen. Ich bin jedenfalls auch auf ein paar Fotos drauf. Und ich hoffe niemand anderes hat noch einen Fotoapparat dabei gehabt. Time will tell! Ach ja, das Beste hätte ich beinahe vergessen. Ich habe mal wieder getanzt. Zunächst Partnertanz mit Hüfte und Ramona. Hüfte nannte mich liebevoll ihren Tanzbären am Folgetag, was mich darauf schließen lässt, das ich mehr als einen Tanz mit ihr getanzt haben muß. Da auch noch Depeche Mode verfügbar war, ging ich zu den Klängen auch noch mal gehörig ab. Ich schäme mich ein wenig und entschuldige mich an dieser Stelle für alle seelischen Qualen die ich verursacht habe. Es tut mir aufrichtig leid. Depeche Mode gehört aber auch zu den Gruppen bei denen ich mich schwer auf dem Stuhl halten kann. Mindestens ab einer hohen Promillezahl. Oder wenn Jägermeister im Spiel war. Als nächstes kann ich mich noch an die Heimfahrt erinnern. Ich mußte ja noch mit dem Rad nach Hause und dazwischen war noch ein Berg. Also ging ich zunächst zum Feuerwehrhaus um dort mein Drahtesel abzuholen. Auf dem Weg dorthin hielt noch das Auto von Jens neben mir an, welches zu dem Zeitpunkt von Theresa geführt wurde. Alle Insassen machten mich darauf aufmerksam das ich in die falsche Richtung gehen würde. Da meine Sprache aber nur noch annäherungsweise als Deutsch erkannt wurde, verstanden sie auch meine Erklärungsversuche nicht. Ich glaube nach einer Zeit haben sie aufgegeben. Nach einer unendlichen langen und unglaublich anstrengenden Radfahrt, bei der ich nicht nur einmal dem Graben gefährlich nahe gekommen war, kam ich dann zu Hause an. Dort schaffte ich es noch bis ins Wohnzimmer, wo ich auf dem Sofa in einen traumlosen Schlaf entschwand. Gegen 0745 Uhr verlegte ich dann in mein Bett und nahm mir beinahe das Versprechen ab, am Abend nichts zu trinken.

Dieses Versprechen wäre aber totaler Schwachsinn gewesen, da am Abend Vereinsschießen an stand. Also beschränkte ich mich auf das weglassen von Schnaps. Man muß ja klein anfangen. Der Tag ging verdammt schnell rum und mir ging es auch nicht gerade gut. Aber ich mußte wieder zum Schützenhaus zurück. Den ich mußte ja Verkehrssicherung machen und auch noch schießen. Also half kein Jammern, sonder man mußte Taten zeigen. Ausgerüstet mit meinen Feuerwehrklamotten ging es dann los. Zunächst zum Fußball, wo man mich im Allgemeinen mit einem breiten Grinsen begrüßte. Gott, wer hatte mich denn gestern alles gesehen. Es scheint mir als würde der Freitag immer der exzessivste Tag sein. Und immer der Tag an dem ich am meisten abstürze. Ich sollte auswandern, damit so etwas nicht mehr vorkommt. Demnächst. Die Ramona freute sich sehr mich zu sehen und bestätigte mir, das ich schon ganz schön betrunken war. Aber sensationell getanzt hätte. Zu dem Zeitpunkt war mir das noch nicht klar und trotz strahlenden Sonnenscheins bekam ich eine blasse Gesichtsfarbe. Sie teilte mir dann noch mit das sie sogar ein Video gedreht hat. Plötzlich wurde mir ein wenig schlecht und ich wollte mich hinsetzen. Die Sonne tat auch ihre Wirkung und ich bekam kalte Schweißausbrüche. Allerdings wären diese Ausbrüche auch im tiefsten Winter gekommen. Auf dem Video kann man aber zum Glück nicht viel erkennen. Was mich dann schon ein wenig aufatmen ließ. Intern machte ich eine Notiz, das ich nie wieder zum Fähnchen aufhängen mit gehen werde. Zumindest nicht für ein Jahr.

Im Schützenhaus herrschte ähnliche Freude bei meinem Anblick, was mich nicht gerade sicherer in meinem Auftreten machte. Aber ich trug es mit Fassung und erneuerte meinen Schwur keinen Schnaps am Abend zu trinken. Man muß nur wachsam genug sein und solchen Runden immer tunlichst ausweichen. Kurze Zeit später ging es dann auch mit dem Umzug los. Zwei sehr unglückliche Faktoren kamen an dem Tag zusammen. Zum einen brannte sie Sonne vom Himmel und steigerte die Ausschüttung von Schweiß, der zur Kühlung diente. Zweitens habe ich kurz vor meinem Abmarsch zu Hause eine recht salzige Speise verdrückt, was die Dehydrierung meines Körpers voran trieb. Ich fühlte mich als würde mein Körper sich langsam aber sicher in die Wüste Gobi verwandeln, während ich mit Holger zusammen den Schützenverein vor den Autos schützte. Der Marsch durch das Dorf nahm kein Ende und wir gingen sehr staubige Straßen. Ich hatte das Gefühl, als ob meine Zunge nicht mehr vorhanden wäre und meine Speiseröhre ein Reibeisen. Als wir dann zurück zum Schützenhaus kamen weigerte sich Kai auch noch uns eine Runde zu spendieren. Zum Glück bekamen wir vom Schützenhauptmann ein Päckchen Marken zugeschanzt, welches sofort in eine Runde Bier umgesetzt wurde. Dummerweise mußte ich die Runde auch noch selber holen. Aber so konnte ich schon mal ein Blick auf die Bedienungen werfen. Und zu meiner Freude sahen sie alle recht ansehnlich. Auch die Ramona, eine andere als die schon vorher erwähnte, war wieder da. Sie wurde ja mal von Gaudo und mir mal zu Mrs. Keksarsch gekürt. Und diesen Titel trug sie immer noch zu Recht. Die Runde Bier tat meinem Hals extrem gut. Dummerweise hat sich die Runde erweitert, als ich wieder raus kam und ich drufte nochmal Nachschub holen. Das ist immer sehr nervig, aber was tut man nicht alles für seine Kameraden.

Es dauerte nicht lange, da hat sich dann schon ein fester Kern gebildet, der mehrere Bierbänke in Anspruch nahm. Und die Bierbude komplett in Anspruch nahm. Dort wurden nun nicht nur ein großes Ausmaß an Scheiße gelabert. Nein, es wurden auch in letzter Minute noch Mannschaften für das Schießen zusammen gestellt. Doch der Spaß sollte bald zum Abbruch gebracht werden. Es sollte nämlich zur Auslosung kommen und dazu sollten alle Vereinsmitglieder ins Innere des Schützenhauses kommen.

Dort gab es Gott sei Dank aber auch Bier, welches auch gleich gut die Kehle hinunter lief. Wurde es dann auch noch von der hübschen Ramona serviert, schmeckte es gleich noch viel besser. Die Auslosung war vorbei und die Feuerwehr hatte Startnummer 10, jedenfalls die Mannschaft, in der ich mit schießen sollte. Das war ein solides Mittelmaß. Man schaffte es in der Zeit sich schön einen an zutrinken, war aber noch nicht so stramm, das man die Scheibe nicht mehr sehen konnte. Ich war zufrieden und schloß mich der allgemeinen Anziehungskraft nach draußen wieder an. Dort war einfach die Luft besser und man hatte eine breite Masse an Gesprächspartnern. Negativ war nur, das uns Ramona draußen nicht bediente. Aber wenn man dann später eh rein mußte zum schießen, war sie ja immer noch da. So hoffte ich zumindestens. Es stand zwar außer Frage, das ich sie an sprach, aber immerhin war sie nett anzuschauen. Sie war durchaus mein Typ, aber ich finde es immer ein wenig bekloppt, sich an die Bedienung heran zu machen. Sie ist es bestimmt gewohnt das ihr betrunkene Kerle sonst was versprechen und sonst welche Komplimente machen. Man kann einfach nicht mehr heraus finden wer es wirklich ernst meinen würde oder wer einen nur ansprach, weil er spitz wie Nachbar’s Lumpi war betrunken war. Außerdem habe ich wohl meine Lektion damals bei Conny gelernt. Um mal wieder alte Wunden aufzureißen. Aber Ramona gehörte definitiv zu den Mädels, die mir an einem normalen Wochenende auffallen würden. Die Sache mit dem Ansprechen würde eh in die Hose gehen. Auch an einem normalen Wochenende.

Nun gut, draußen ging der Bierexpress gut los und man hatte immer Bier in der Hand. Wer nun gerade dran war ergab sich aus der Runde. Im Endeffekt gab jeder mal Marken in die Mitte und sicherte sich so seine Zugehörigkeit und seinen Zugang zu Unmengen an Bier. Es gab dann auch noch Verzögerungen bei der Schießveranstaltung, da ein paar Birnen wohl ausgefallen waren. Hieß soviel, das man sich nun die Mütze mit Bier zuschüttete. Das tat man im Normalfall ja auch, aber man wurde im Zeitplan deutlich nach hinten geschmissen. Als dann unsere Startnummer dran war, fühlte ich mich schon wie Platz 15 und nicht wie Nummer 10. Egal, die Hoffnung auf einen sicheren Schuß hatte ich eh schon aufgeben. Denn was draußen ab lief grenzte an Druckbetankung. Ich hatte schon einige Mal als eine der letzten Gruppen geschossen und seit dem weiß ich das jede Gruppe jenseits der 3 eigentlich verloren hatte. Es gab aber zum Glück keine Minuspunkte, so das man sich nur darauf konzentrieren mußte die Scheibe zu treffen.

Und auch das stellte sich für manche als Schwierigkeit heraus. Ich schoß solide 19 Punkte, was eigentlich ganz gut war. Was der Rest schoß weiß ich schon gar nicht mehr. Es war auch nicht wirklich wichtig, da der Hauptgrund auf dem Betrinken lag. Für mich auf jeden Fall, denn bei solchen Glücksscheiben hat man eh keine Chance einen kontrollierten Schuß abzugeben. Man kann halt nur hoffen, das man die richtigen Zahlen angekratzt hat. Da man nun mit Schießen fertig war ging es an das ultimative Abschießen. Bisher konnte ich gut die Schnäpse umschiffen und wollte das auch beibehalten. Ein weiterer Vorteil war das man vor dem Schützenhaus keine Schnäpse bekam. Da kam dann auch keiner auf dumme Gedanken. Zu einem Schützenfest gehört auch immer eine Freßbude. Normalerweise bekommt man da nur eine rudimentäre Nahrungszusammenstellung. Bratwurst, Krakauer und in Sonderfällen auch mal eine Currywurst. Doch Westerode hatte eine Luxus Ausgabe geordert. Es gab sogar Schnitzelbrötchen. Dies muß wohl das Paradies für Porno gewesen sein. Nachdem er wohl am Vortag ein ganzes Dreipfundsbrot mit Mettwurst bei Bönings gegessen hat schob er sich nun Schnitzelbrötchen in rauhen Mengen unter das Zahnfleisch. Dummerweise habe ich ein sehr grenzwertiges Foto geschossen. Rein zufällig, wie sich herausstellte. Ich kontrollierte im Anschluß noch die Funktion meiner Kamera und mußte zum Glück feststellen, das alles noch im grünen Bereich war. Ich muß natürlich sagen, das diese Brötchen verdammt lecker aussahen. Aber mein Hungergefühl war so gut wie nicht vorhanden. Warum dann also Geld für Nahrung verschwenden, wenn man diese auch viel besser in Bier anlegen konnte.

Die Gespräche gingen hauptsächlich um sehr grenzwertigen Stoff. So wollen Vollmer und Philip nun eine Zeburar Farm in Australien aufmachen. An sich finde ich den Vorschlag ganz gut, nur mit den Zebruar kann ich mich nicht so ganz anfreunden. Warum nicht Kängeruhs oder Sträuße. Sind auch lecker. Nach und nach kamen dann alle Mannschaften irgendwann man dran, was auch wiederum hieß, das die Menge immer weniger wurde. Und die Sonne verschwand so langsam, was eine rapide Abkühlung zu Folge hatte. Ergo verlegte man nach drinnen und trank dort weiter Bier bis zum Abwinken. Und es hatte den Vorteil das man der Ramona beim Bedienen zu sehen konnte. Ich war auch froh, das keine Tanzmusik gespielt wurde. Somit ersparte ich mir weitere Peinlichkeiten. Da sich die Menge schon arg ausgedünnt hat, setzte ich mich mal an den Kolpingtisch, wo ich natürlich auch ein paar Leutchen kannte. Unter anderen meine Cousins Edgar und Markus, Und Holger, der auf der Nachbarschaft wohnte. Mit ihm gehe ich auf solchen Veranstaltungen eigentlich immer zusammen nach Hause. Biete sich ja auch an, da wir immer die Letzten sind und demnach den gleichen Heimweg haben. Zum Glück war es aber noch lange nicht so weit und wir konnte noch ein wenig sitzen bleiben und Bier trinken. Die Runde erweiterte sich schnell und die Gespräche drifteten wieder ab in reines Scheiße labern. Ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern, aber wich weiß das wir eine Menge Spaß hatten.

Doch auch die schönen Runden lösen sich irgendwann einmal auf. Das ist dann aber noch lange kein Grund den Heimweg anzutreten, sondern man verlegt an die Theke. Da trifft man dann eh die üblichen Verdächtigen und trinkt noch ein wenig weiter. Ich muß ehrlich zu geben, das ich noch recht fit war. Und das Bier schmeckte auch noch. Holger und ich sind recht schnell auf das Thema weblog gekommen. Wenn mich Jemand fragt, dann sind es meistens die gleichen Fragen. Aber ich spreche ja gerne darüber und freue mich immer erstaunte Gesichter zu sehen, wenn ich erzähle wie viel Zeit ich doch investiere. Es macht aber auch Spaß, ansonsten würde ich es ja nicht machen. Wenn ich dem Ganzen mal überdrüssig werden sollte, dann gebe ich das schon noch bekannt. In der Zwischenzeit schmeckte mir dann das Bier nicht mehr so richtig. Da der Abend aber fast vorbei war entschied ich auf Havana umzusteigen. Dies wurde mir aber verwehrt, da David mir freudestrahlend mitteilte, das er den gerade ausgetrunken hatte und er ihm doch geschmeckt hat. Solche Nachrichten sind natürlich nicht gut. Aber ich machte das Beste daraus und trank Wodka Red Bull. War zwar nicht das gleiche, aber ein annehmbarer Ersatz. Nun kam aber auch Kalle B. auf die Idee, eine Runde Löwentor auszugeben. Doch Niemand wollte so recht mit trinken. Also schütte er ihn kurzer Hand in mein Glas. Meine Stimmung ging jetzt natürlich rapide nach unten. Da hatte ich ein einigermaßen schmeckendes Getränk zum Abschluß gefunden und sah es nun mit Löwentor kontaminiert. Es schmeckte nicht wirklich, aber der Durst trieb es dann rein. Holger hat sich nach der Einnahme dazu entschlossen ein wenig Gesangstechnisch tätig zu werden. Leider schmetterte er nicht das Lied der Niedersachsen (bitte die Orginale Version von Heino nehmen), sondern etwas von Pur. Ich glaube tiefer konnte meine Stimmung nicht mehr sinken. Löwentor im Mixgetränk und Pur aus Holgers Mund. Ich wollte nicht mehr und David nahm sich dem Rest meiner Mischung Extrinkenderweise an. Er opferte sich also für die Sache.

Da nun auch die Bedienungen den Heimweg antreten wollten, räumten wir das Feld und gingen nach Hause. Wie schon angekündigt trat ich mit Holger den Heimweg an. Da ich nur mit T-Shirt zum Schützenhaus gegangen war, war es auch recht kalt. Nüchtern wurde ich davon zwar nicht, aber schön schläfrig. Es war nicht sehr spät, aber es hat gereicht, ich fiel sofort ins Bett und hatte schon Angst vor dem Wecker am nächsten Morgen. Denn es war Pfingstsonntag und als Schütze geht man dann in die Kirche. So ein Ärger aber auch.

0600 Uhr und ich öffne die Augen. Es hört sich an, als würde ein Spielmannzug in meinem Zimmer stehen. Tut er aber nicht, geht aber draußen vorbei. Zum Glück muß ich nicht aufstehen und ihnen Repressalien zahlen, damit sie weiter gehen. Aber wach bin ich trotzdem. 0800 Uhr, unsanft werde ich aus einem wunderbaren Traum geweckt. Diesmal vom Wecker der mich an den Kirchgang erinnert. Eine leidliche Pflicht, aber im Anschluß lockt ja der Frühschoppen. Es sind so kleine Dinge die einen dann aufstehen lassen. Das ging dann auch erstaunlicherweise recht gut. Nach dem gestrigen Abend hatte ich viel mehr mit Kopfschmerzen gerechnet. Den ganzen Abend sich mit Hasseröder zuschütten ist erstens nicht so toll für die Geschmacksknospen und zweitens meistens mit Kopfschmerzen am Folgetag verbunden. Aber es war alles im grünen Bereich. Schnell wurde sich in die Kluft geschmissen und noch ein Toastbrot zwischen die Zähne gesteckt. Wie schon erwähnt stand ja noch der Frühschoppen an und da wollte ich nicht nur mit einer Hostie im Bauch ankommen. Ich kam also noch gerade pünktlich zum Abmarsch bei Kellner.Nachdem dann der Kirchgang vorbei war rechnete ich schon damit mir gleich die Lippen mit einem herrlichen Bier zu befeuchten. Aber ich hatte die Ehrung der Toten beim Kriegerdenkmal vergessen. Aber das ging relativ fix und wir setzten unseren Marsch zum Schützenhaus fort. Endlich war es soweit. Bier in rauhen Mengen. Man hatte gute anderthalb Stunden Zeit sich zu betrinken, denn spätestens dann ging es heim um dem Mittagessen beizuwohnen. Da ich anscheinend der durstigste war holte ich gleich mal die erste Runde und schmiß sie in die Mitte. Praktischerweise bekommt man immer 10er Körbe und vernichtete diese dann. Sitzt man dann noch in einer netten Runde außerhalb des Wirkungsbereiches der Sonne kann man es ganz gut aushalten. Wie man bemerkt traf ich Vorsichtsmaßnahmen. Denn man sollte nicht voll trunken zum Mittag zu Hause aufschlagen. Das gibt nur Ärger. So wurde dann nach der ersten Runde erstmal eine Sammlung durchgeführt. Hatte man früher noch eine Art Gefäß in dem man die Marken sammelte schmiß man sie nun einfach auf den Boden. Wir hatten ja noch nicht mal ein Tisch zur Verfügung. Es war aber auch relativ egal, denn hautpsache das Bier landete später nicht auf dem Boden. So wurde Runde für Runde geholt und da unser Trinkerkreis beträchtlich angewachsen ist, mußten nach zwei Runden schon Doppelträger geordert werden. Frühschoppen artete eigentlich immer in Druckbetankung aus. Wenn dann der Träger mit den 10 Bieren in die Mitte gestellt wird, geht es dann zu wie bei der Raubtierfütterung. Das nicht irgendjemand verletzt wurde, war alles. Manchmal muß man vor seinen Mitmenschen Angst haben. Man weiß nie wie Mancher in Streßsituationen reagiert.

Was mich sehr überrascht hat war unser lieber Kai. Er war voll trunken. In der Kirche war er ja schon gar nicht mit, da er da bei Gojo verweilte und sich wohl ein paar Bierchen rein drücke. Er sah nun auf der Bank richtig scheiße aus. Ich meine noch beschissener als sonst. Es war Sonntag Morgen, 1100 Uhr und er war fertig mit der Welt. Auf Nachfragen sagte er das wer schon sechs Löwentor beim Wecken getrunken hatte und erst eine Stunde vor Beginn des Weckens aus der Werkstatt gekommen war. Mitleid brauchte er nicht zu erwarten, dafür aber Spott in rauhen Mengen. Verdienterweise! Außerdem kürte ich ihn zum Frisurenking, denn das was er mit seinen Haaren gemacht hat, verdiente den Namen Frisur nicht. Vorher lag sie ja im Grenzbereich, aber nun, nachdem er etliche Biere und Löwentor in sich hinein gegossen hatte und unter seinem Hut ordentlich geschwitzt hatte, sah es aus wie mit einer Schrotflinte gekämmt. Es kam mir vor als würden seine Haare eine Party ohne ihn gefeiert haben. So hat jeder sein Laster zu tragen.
Leider mußte ich mich schon früh aus der durchaus lustigen Runde verabschieden. Denn der Mittagstisch rief. Und nach dem Mittag reif dann mein Bett, welches ich zum Ruhen brauchte. Ich entschied mich zu einem Mittagsschläfchen. Was aber gar nicht so gut ging, denn es war und ich war irgendwie aufgedreht. Daher bin ich mehrere Male weggenickt aber kurz Zeit später wieder aufgewacht. Erholsam oder nicht, der Nachmittag ging vorbei. Und der Schützenball rückte näher. Spannenderweise ist über Pfingsten unsere Heizung ausgefallen, was bedeutete, das ich eiskalt duschen mußte. Ich war also wach, als ich mich auf den Weg machte.

Bei Kellner traf ich dann auf den Vokke und wir setzten den Weg zum Schützenhaus fort. Unten trafen wir dann schon den Rest des Frühschoppens, die alle nicht gerade frisch aussahen. Ich ließ mir berichten, das kurz nach meinem Verschwinden die Runde mehr oder weniger aufgelöst wurde. Mittagspläne hatten fast alle. Nur ein kleiner harter Kern bleib einfach da und betrank sich weiter. Wie man so hörte setzte sich dieser kleine Trupp dann am frühen Nachmittag in Richtung Steffanskis um dort weiter zu trinken. Philip ist dabei wohl auf dem Balkon beim Telefonieren eingeschlafen und Görtler auf dem Sofa. Nach eigenen Aussagen, ist Görtler gar nicht eingeschlafen, sondern dann irgendwann nach Hause gegangen. Hier überlasse ich es der Gunst des Lesers wem hier der Glaube geschenkt wird. Was ein wenig verwunderlich war, war das Fabian nicht da war. Er hatte Vokke geschrieben, das er wohl etwas später kommen würde, da er noch ein wenig den Frühschoppen verdauen mußte. Also ging ich erstmal mit Vokke an die Theke um mich mit Bier zu versorgen. Der Weg war mühsam, staubig und es war sehr sonnig. An der Theke wurden wir dann von zwei netten jungen Damen begrüßt die das Zapfpersonal darstellten. Schnell und präzise gab ich meine Bestellung auf. Als eine der Damen plötzlich anfing mit Vokke zu reden. Nicht das es jetzt etwas Besonderes wäre, aber der Inhalt der Unterhaltung war sehr interessant. Sie machte Vokke darauf aufmerksam, das sie am Vorabend bei der Silberhochzeit bedient hat, bei der auch der Vokke anwesend war. Vokke gab vor sich zu erinnern und bemerkte wie schnell man sich doch wieder sehen würde. Doch ich merkte das es ihm nicht ganz geheuer war, was nur bedeuten konnte, das er hackevoll am Vorabend war. Kommt ja mal vor. Als wir dann unsere Biere erhielten, drehte sich besagte junge Dame um und meinte leise zu ihrer Kollegin, das er der Typ war, der am Tisch umgefallen wäre. Ich hörte dieses und setzte gleich mal ein breites Grinsen auf und gab Vokke für diese Aktion den Daumen nach oben. Seine Gesichtsfarbe änderte sich nur ungemein in ein dunkles rot.

Am Tisch bei den Anderen gingen wir zur üblichen Prozedur über. Marken in die Mitte und mit Vollgas in den Vollrausch. Auch hier gab ich wieder im Vorfeld an meinen Körper die Parolen raus, das es keine Schnäpse geben würde. Da Löwentor eh wieder das Hauptgetränk bei den harten Spirituosen wäre, fiel mir das verzichten auch gar nicht schwer. Wir kamen leider nur zu zwei Runden im Außenbereich und wurden dann nach drinnen gebeten, damit die Veranstaltung los gehen könnte. Passiert es eigentlich immer wenn es am gemütlichsten ist? Wir nahmen das verbliebene Bier und begaben uns nach drinnen. Die Platzsuche ging relativ schnell von der Hand, da die Erstankömmlinge sich Tische reserviert haben. Matten, Vokke und ich waren quasi die Nutznießer dieser Aktion. Nun sollte man annehmen, das dieser Abend gemütlich wird. Es konnte getanzt werden und es gab etwas zu trinken. Es wurden ein paar Ehrungen vorgenommen und bestimmt wird auch wieder geschunkelt. Es gab keine Anzeichen, warum dieser Schützenball ausarten sollte. Und doch trafen gewisse Ereignisse aufeinander, welches gerade den Anfang des Abends sehr grenzwertig erscheinen lassen. Und ich spreche von hässlichen Dingen.

Wie schon erwähnt hatten wir ja angefangen Marken in die Mitte zu schmeißen. Somit ist jeder dabei und man muß nicht immer penibel genau abzählen wer schon wie viel Runden gegeben hat. Hinterher ist man eh stramm und merkt es nicht mehr. Da nun nicht mehr genug Marken in jedem Portemonnaie vorhanden waren, schickten wir Kai erstmal los Marken holen. Mit unserem gesammelten Geld konnte er dann für glatte 100 € Marken käuflich erwerben. Das ist schon Mal sehr grenzwertig, auch wenn man jetzt davon ausgehen könnte, das hinterher eh wieder Marken über bleiben. Bleiben aber eh nicht und Antje, die an der Kasse saß, hat sich bestimmt gefreut. Diese Marken lagen nun in einem losen Haufen auf dem Tisch und warteten nur darauf ihren Auftrag auszuführen. Dieser bestand in Bier umgesetzt zu werden. Und das wurde schnell gemacht. Zum Glück bediente uns Ramona, die nette Bedienung vom Vorabend. Ihr wurde folgender Auftrag gegeben. Alle 10 Minuten sollte sie 20 Bier bringen. Dieser Auftrag kam von keinem anderen als Philip. Merke: Laß niemals die strammste Person am Tisch Getränkebestellung aufgeben. Laß sie gar nichts bestellen, sondern einfach nur stramm sein. Hat man genügend getrunken, dann kann man einfach nicht mehr die Personenzahl abschätzen. Man überschlägt grob und kommt auf 23, auch wenn nur fünf Personen am Tisch sitzen. Solche Bestellungen sind immer leicht daher gesagt. Als dann die ersten 20 Biere kamen war die Freude natürlich groß. Wir hatten seit 5 Minuten längerer Zeit nichts mehr getrunken und lechzten nur nach Ramona, ich jedenfalls der kühlen Erfrischung aus dem Zapfhahn. Zehn Bier wurden auch ganz gut vernichtet. Und dann stand die gute Ramona wieder vor uns. Ich freute mich natürlich sie zu sehen und auch die 20 Bier die sie mit sich brachte. Doch dann realisierte ich, das da ja noch weitere acht Bier auf dem Tisch standen. So langsam machte ich mir Gedanken. Aber nicht lange, denn diese acht Bier wurden im Eilverfahren in die Schlünde geschüttet. Wir brauchten ja den Platz. Und dann stand Ramona wieder an unserem Tisch. Erst dachte ich das sie sich vielleicht für mich für Jemanden von unserem Tisch interessieren würde, aber dann sah ich die 20 Biere in ihren Händen. Dabei handelte sie nur nach Auftrag. Alle 10 Minuten, 20 Bier! Wir änderten die Bestellung und kündigten die Flatrate. So nett unser Tisch auch immer aussah mit den ganzen Bieren, so schlecht schmeckten auch abgestandene Biere. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich mir vorstellte das gleiche würde später mit Löwentor passieren.

Mein Fotoapparat lief auf Hochtouren und schoß sehr grenzwertige Bilder. Aber sie passten zu der allgemeinen Situation. Es wurde gezeigt das es neue Lampen gab und ob gewisse Dinge an der Decke zum Schießen gut waren. Leider kann ich nicht weiter ins Detail gehen, da ich mich vielleicht strafbar mache und das ist das letzte was ich will. Die Fotos allerdings sind sensationell geworden.

Ab und an wird es auch mal Zeit sich an die Theke zu begeben, vor allem wenn an dem Tisch an dem man gesessen hat alle komplett abdrehen und seltsame Spiele mit Aufstehen und Niedersetzen spielen und dabei singen das sie bescheuert sind. Gut, das bin ich zwar auch, aber das muß ja nicht gleich jeder wissen. An der Theke ist es eh immer am Schönsten. Man steht nahe am Zapfhahn, bekommt vielleicht die Gelegenheit Ramonas viel gelobten Keksarsch zu begutachten, trifft viele Leute und hat es auch nicht so weit zum Klo. Und ich habe dort dann auch Köppel und Näppchen getroffen, die gerade von einem Grillabend gekommen sind. Fand ich richtig gut, das sie dann doch noch vorbei gekommen sind. Man muß ja mal zugeben, das die Stimmung immer ganz gut war. Es ist zwar nur ein Winzschützenfest, verglichen mit anderen Orten im Eichsfeld, aber es reicht vollkommen aus. Woanders trifft man vielleicht andere Leute oder auch mal Single Frauen, aber ich bin der Meinung beim Schützenfest da will ich mich betrinken und nicht über meine Zukunft nachdenken. Und in Westerode kenne ich jeden und da macht es mir am meisten Spaß. Ich war also an der Theke, nach diesem kleinen Ausflug in die Rechtfertigung pro dem Schützenfest in Westerode. Dort gab es dann weiter Bier, aber diesmal in anderer Gesellschaft. Köppel und Näppchen sind zwei echt ganz nette. Vor allem freuen sie sich immer so wenn sie mich in Schützenuniform sehen. Kurze Zeit später ging dann das Formationstanzen los. Die Mädels stellten ich im Kreis auf und tanzten zu diversen Schlagern seltsame Formationen. Man möge mich Spaßbremse nennen, aber dem kann ich absolut gar nichts abgewinnen. Zum Glück mußte ich nicht mit machen und konnte weiterhin Bier trinken. Nett war auch der Auftritt von Susanne, Görtlers Freundin. Sie hatte wohl am Vorabend auf der Silberhochzeit bedient auf der halt auch der Vokke war. Auch sie berichtete uns von einem aus Westerode der da war und der vom Stuhl gefallen war. Als dann der Vokke mal bei uns vorbei gekommen war, zeigte sie gleich auf ihn und identifizierte ihn ohne Zweifel als den Stuhlfaller. Nun haben wir es von zwei Seiten schon gehört, das Vokke wieder einmal eine sensationelle Leistung an den Tag gelegt hat. Ich war stolz.

Es ging nun im bunten Reigen rund mit den Runden. Man steht gemütlich rum unterhält sich mit diesem und jenem und genießt die gute Laune. Und dann gibt es diese Stimmungskanone von Alleinunterhaltern, die die Harmonie mit etwas ganz grausamen unterbrechen. Entweder sind es Schunkelfoltern, bei denen jeder der nicht mitmacht als Spaß Nazi Miesepeter bedacht wird. Oder aber es gibt die Königsdisziplin des Zum-Ei-machen. Die Polonaise. Meistens kann man sich drücken, in dem man einen akuten Blinddarmdurchbruch vortäuscht. Das heißt dann aber das man die Party verlässt und heim geht. Also außer Frage. Oder aber man versteckt sich oder hat eine Ladung Bier in der Hand, die man gerade einer Runde ausgeben will. Doch Beides ist schwer zu bewerkstelligen, wenn man von hinten von der Polonaise überrascht wird. Die ersten zwei Male konnte ich mich noch super verstecken und ein alte Kriegsverletzung vortäuschen. Beim dritten Mal habe ich aber nicht mit der geballten Power von Biggi und Michael gerechnet. Ihre Griffe waren wie Schraubstöcke und schon war ich mitten in der Polonaise. Zum Glück recht spät, denn sie ging nur noch zwei Runden. Doch es ging noch eine Runde besser. Es wurde sich im Kreis aufgestellt und jeder sollte sich doch mal in der Mitte zum Ei machen und wie ein Epileptiker dem man gerade eine Heizspirale in den Hintern gesteckt hat umher springen. Dank meiner Nahkampffähigkeiten, die ich bei der Grundausbildung gelernt hatte, entging ich diesem Schicksal. Ich hoffe Jense geht es wieder gut.

Anzusehen war das Spektakel schon recht nett. Vor allem der gemeinsame Horst-Tanz von Kai und dem Bürgermeister. Den habe ich sogar auf Video. Stelle ihn aber aus Imageschädigungsgründen nicht online. Aber gut zu wissen das ich Karrieren zerstören könnte. Zu so etwas kriegt man mich erst mit 5 Promille, die Grenze an der das Gehirn gar nichts mehr für die Nachwelt aufzeichnet. Also noch eine Ecke strammer als am Freitag. Man muß ja immer ein Ziel haben. Da mein Fotoapparat gerade im Betrieb war wurde er mir auch glatt entwendet. Ich kann mich leider nicht mehr so recht daran erinnern, wer ihn mir genommen hat, da ich gerade im Gespräch mit Köppel und Näppchen war. Als ich ihn dann wieder bekommen habe, hatte ich jedenfalls genügend Fotos von den Bedienungen drauf. Nicht das ich jetzt darüber böse bin, aber manchmal bin ich einfach zu vertrauensselig. Ich habe ja leicht den Michael in Verdacht. Wahrscheinlich hat er mir zunächst mit seinem Schraubstockgriff einen bestimmten Nerv in der Schulter geklemmt, so daß meine Haltekraft nachgelassen hat und dann hat er einfach zugegriffen. Den Trick sollte ich mir merken. Zack, den Spock Würgegriff angesetzt und schon ist man im Besitzt von einem neuen Meter Bier oder einer Flasche Havana Club. Da hilft jetzt nur noch Star Trek Episoden studieren.

Als der Tag wechselte wurde auch mal wieder ein Geburtstag gefeiert. Diesmal war es Martina, die fünfzig wieder ein Jahr älter wurde. Frauen sprechen ja nicht gerne über ihr Alter was ich so gar nicht verstehen kann. Egal, der Unterhaltungskünstler spielte das obligatorische Happy Birthday und Martina durfte im großen Kreis tanzen. Was ich extrem Klasse fand war die Aktion von Leiche. Er nahm Martina quasi in den Klammergriff und wirbelte mit ihr um die eigenen Achse. Da Leiche ein wenig größer ist, als Martina hob sie natürlich ab. Leiches Gesicht sprühte nur noch Lebensfreude aus, während hingegen Martina wohl ein Vater unser betete. Die Leute die im Kreis standen lebten auch nicht gerade ungefährlich. Die Kleineren der Anwesenden hatten ihre Kinnlade zeitweise genau auf Höhe von Martinas Absätzen. Einmal kurz ins Strukeln gekommen und man ist Protagonist in einem klassischen Bud Spencer Film. So stelle ich mir übrigens vor, wenn Chuck Norris tanzt. Roundhouse Kicks am laufenden Band. Geliefert von seiner Tanzpartnerin.

Und dann passierte es schon wieder. Ich hatte wohl genügend getrunken und forderte selber schon die Hüfte zum Tanzen auf. Irgendwie fühlte ich mich ihr verpflichtet. Ich vermute mal, das sie mir am Freitag ein Versprechen abgenommen hat und dieses sich in mein Unterbewusstsein gefressen hat. Aber mit Hüfte tanze ich ja gerne. Und doch war ich froh das ich wieder an der Theke stehen und mich an ein paar Bieren ergötzen konnte. Doch da hatte ich wohl nicht mit der Biggi gerechnet, die sich von hinten angeschlichen hatte und mir auf die Schulter tippte. Also mußte ich nochmal das Tanzbein schwingen. Wo ich dann gerade mal dabei war forderte ich dann auch gleich die Ramona auf. Und damit hier keine Verwechslungen vorliegen, war es nicht die Bedienung, sondern die andere Ramona.

In der Zwischenzeit haben sich etliche Leute verabschiedet. Wie man so hörte sind einige nach Bönings gegangen um da noch ein paar Bierchen auf Martina zu trinken. Aber das konnten nicht so viele gewesen sein. Denn es wurde echt übersichtlich an der Theke. Was war aus den guten Zeiten geworden an denen man sich stundenlang an der Theke unterhalten hatte? Waren die nun endgültig vorbei? Ich hoffte nicht und trank mit dem Finker noch ein paar Getränke. Doch so langsam wurde es Zeit die Biege zu machen. Martin machte dann auch die Theke zu und es gab keinen guten Grund mehr noch dort zu bleiben. Ich nahm mir noch ein Pils mit auf den Weg und verabschiedete mich von den Anwesenden. Als ich gerade so in der Blumenau war hielt plötzlich ein Auto mit Fernlicht neben mir. Ich wollte gerade auf das übelste los schimpfen, als ich die Stimme von Wiebke erkannte, die wissen wollte ob denn der Kai noch unten war. Ich gab ihr fix Auskunft und setzte meinen Marsch nach Hause fort. Die Uhr zeigte 0300 Uhr und mir war ein wenig bewusst das mein Wecker bereits um 1000 Uhr wieder klingeln würde. Immerhin waren das noch ganze sieben Stunden, mehr Schlaf als ich sonst am Wochenende bekomme.

Der Pfingstmontag kam schneller als erwartet und gab mir Zeit für ein kleines Resümee. Seit Freitag betrinke ich mich nun abendlich. Freitag war auch mit Abstand der heftigste Abend. In dieser ganzen Zeit habe ich meinem Körper einiges abverlangt, was auch nicht unbemerkt von diesem geblieben ist. Mein Verdauungssystem funktioniert nur noch rudimentär. Außerdem wurde es komplett auf das Verdauen von alkoholischen Getränken umgestellt, was fester Nahrung wenige Chancen ließ. Aber mir ging es immer noch gut. Und ich hatte noch nicht die Lust verloren weiterhin Schützenfest zu feiern. Ein guter Grund um sich zu passender Uhrzeit aus dem Bett zu schwingen und sich auf das Finale vorzubereiten. Die Klamotten wurden zum letzten Mal angelegt und es wurde ein wenig Grundlage in den Magen gegeben. Es stand eigentlich nur noch der Königsschuß an und das bangen ob man nicht vielleicht doch Schützenkönig geworden ist und man einen Kleinkredit bei der Sparkasse aufnehmen muß. Doch zunächst ging ich beim David vorbei und wir machten uns gemeinsam mit Ellen und Hannah auf den Weg zum Schützenhaus.
Dort erwartete uns das übliche Bild. Viele Männer in Schützenuniform und alle tranken Bier. Das Hallo war natürlich erstmal groß und viele Geschichten wurden vom Vorabend berichtet. Wer wie stramm war und was man denn noch alles so gemacht hat. Zum Glück war ich in keiner Geschichte Mittelpunkt, konnte aber wohl die eine oder andere Anekdote hinzufügen. Auch der Michael war vor Ort und wollte auch ein paar Bilder von den gestrigen geschossenen haben. Ich hatte ihn ja gleich als Übeltäter in Verdacht und nun bestätigte sich dieser. Ich sollte beim CSI anfangen. Kurz nach der Ankunft wurde mir auch bald ein Pils in die Hand gedrückt. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen nicht so viel zu trinken, an diesem einen Pfingstmontag, da ich ja am nächsten Tag wieder bei der Arbeit sein musste. Aber ich malte mir wenig Chancen aus, den späten Nachmittag zu erreichen ohne etwas zu trinken. Dafür kennt man mich einfach zu gut und außerdem ist Schützenfest und ich wäre eh ausgelacht worden, wenn ich gesagt hätte das ich nichts trinke. Warum sich also unnütz dem Spott aussetzen. Nach dem ersten Bier ging ich dann zum Königsschuß. Es gibt ja verschiedene Taktiken. Gar nichts trinken, richtig viel trinken, eine Fahrkarte schießen und sich richtig zum Horst machen oder eben nur ein Bier zu trinken um die Hand ein wenig zu beruhigen. Das war mein Plan.

Drinnen musste ich erstmal anstehen, da sich bereits eine Schlange gebildet hat. Hier ist die Gefahr dann gleich viel größer, das man wieder zum Bier trinken kommt. Und so war es dann auch. Görtler und sein Vater kamen und fragten erst gar nicht. Ich bekam ein Pils in die Hand gedrückt und los ging es. Bleib nur noch zu hoffen, das es nicht so lange dauern würde. Es dauerte genau 3 Bier bis wir in den Schießstand einrücken konnten. Meine Hand war nun mehr als ruhig. Der Schuß ging dann leicht in die Hose, aber Spaß hatten wir allemal im Schießstand. Wenigstens hatte ich Sicherheit, das ich kein Schützenkönig werden würde, als ich den Schießstand verlassen habe. Hat ja auch was für sich. Der nächste Gang war dann gleich an die Theke wo wir uns mit köstlichem Bier versorgten. Immerhin war ja Schützenfest und man kann sich ja früh in das Bett legen.

Wieder draußen angekommen spekulierte alle Welt wie man denn geschossen hat. Der eine spürte einen leichten Darmwind beim drücken des Abzuges. Dem anderen kratzte das linke Ei, weswegen der Schuß nichts geworden ist. Bei mir war es aber einfaches Unvermögen. Ich konnte die Knifte nicht ruhig halten und habe deswegen nicht in die Mitte getroffen. So konnte man auch viel entspannter die ganzen Meter Bier in Angriff nehmen, die einen noch erwarteten. Dummerweise hatte der Elferrat auch noch Thekendienst während des gesamten Vormittags und durch eine Fehlplanung wurden nur Schützenvereinmitglieder eingeplant. Ist natürlich spannend, wenn man die Proklamation mit bekommt, während man Bier voll zapft. Da Günner und Schnitzel bereits den ganzen Morgen Dienst schoben, suchten sie eine Ablösung. Eine genaue Planeinteilung gab es natürlich auch nicht. Also ließ ich mich breit schlagen den Dienst über Mittag zu machen. Das Essen sollte schon irgendwie geregelt werden. Mein Kompagnon, der mir zur Seite stehen sollte, kam erst sehr viel später. Es war der Kai, der beim exzessiven Telefonieren gesichtet wurde. Stoßweise kamen Bierbestellungen rein, aber richtig fertig machte man sich nicht. Während des Essens zapfte ich dann alleine und wurde durch den Gaudo abgelöst. Dann konnte ich mir im Eilverfahren meine Filetstücke rein hämmern um wieder rechtzeitig zur Proklamation vorne zu sein.

Die Proklamation lief eigentlich wie immer ab. Die Ergebnisse wurden vorgelesen und die Vermutung, das man den Schuß nicht in die Mitte gesetzt hat bestätigte sich recht schnell. Ich hatte eine respektable 7 geschossen. Und hatte wirklich mit Schlimmeren gerechnet. Schützenkönigin ist dann die Maren geworden und Schützenkönig mein Onkel Karl-Heinz. Hieß also, das im Anschluß gut gefeiert werden würde. Ich ärgerte mich schon ein wenig, das ich am nächsten Tag nicht frei hatte. Aber das würde ich schon durchstehen. Da hatte ich dann aber nicht mit Florian gerechnet, der mich dazu zwang während der Proklamation Havana Club Cola zu trinken. Gut, „zwang“ ist jetzt ein bisschen großzügig ausgelegt. Er überredete mich quasi dazu. Und die Mischung die er angefertigt hatte, hatte es wirklich in sich. Als er dann auch noch anfing Löwentor trinken zu wollen, hörte für mich der Spaß auf. Da weigerte ich mich strikt. Das eine war ja noch Spaß, aber Löwentor trinken ist kein Vergnügen. Er fand dann ein Opfer in Kai welcher sich bereit willig dem Löwentorkonsum hin gab. Eine zweite Mischung ähnlicher Härte wanderte noch den Schlund hinunter und dann musste man sich schon zum Abmarsch bereit machen.

Wir marschierten durch ganz Westerode und die Sonne brannte vom Himmel. Früher gab es bei fast jedem König etwas zu trinken, welches man dann auch dankend annahm. Auch hier wieder ein Fall von Druckbetankung. Aber nachdem es dann wohl zu ausgeartet hat ,woran vielleicht Andre und ich nicht ganz unschuldig waren, entschloß man sich vom Vorstand, das es nur noch an zwei Stationen etwas zu trinken gab. Auf die freute man sich dann umso mehr. Wie schon erwähnt brannte die Sonne vom Himmel und die staubige Straße tat den Rest. Bei der ersten Station bei der Seniorenkönigin und ihrem Sohn der Volkskönig geworden ist, inhalierte ich das Bier einfach. Es fühlte sich an, als hätte ich gar nichts getrunken. Und dennoch schaffte ich nur ein Pils, bis wir wieder zum Antreten aufgefordert wurden. Die nächste Station war dann bei Maren und das war ein weiter Weg. Dort wurde wieder ein Pils inhaliert und wir kamen zum letzten Teil des Marsches.

Als Strammsack des Tages konnte eindeutig Philip identifiziert werden. Ständiges Scheißegelaber während des Marschierens, „Gut Schuß“ Rufe nur zu Beginn um einen Gegenpart zu Hannes zu bilden. Zum Ende hin kam da nichts mehr von Philip.

Wieder am Schützenhaus angelangt, wurde sich erstmal ausgeruht. Was auch bitter nötig war, denn der Marsch schlauchte ganz schön. Einige übertrieben es natürlich wieder maßlos. Philip öffnete nicht nur sein Hemd, sondern zog auch Schuhe und Socken aus. Der Geruch war unerträglich. Da wir aber genügend Bier hatten betäubten wir damit unsere Geruchsinne. Der Vorstand war der Meinung doch zum Gruppenfoto auf die Hüpfburg zu gehen und dort ein wenig abzuspacken. Es ist ihnen gründlich gelungen. Ich hatte nur ein wenig Angst um die Hüpfburg, denn bei den ganzen Nadeln die man im vorstand so an der Jacke hat geht das Ruck Zuck und die Hüpfburg wird zum Versicherungsschaden. Aber es ist ja noch mal alles gut gegangen.

Philip, mal wieder, und Görtler kamen dann wieder auf die glorreiche Idee durch den Teich zu schwimmen. Diesmal für 100 Euro, die nicht gespendet werden sollten. Und tatsächlich gab es wieder genügend die gerne gespendet haben, in dem Glauben es würde hinterher eh wieder gespendet werden. Görtler und Philip haben aber allen einen Strich durch die Rechnung gemacht und das Geld selber eingesteckt. Das wird bestimmt die letzte Aktion gewesen sein, wo Jemand Geld dafür bietet. Wenn es hinterher für einen guten Zweck drauf geht, dann gibt ja jeder gerne, aber wenn es dann in die eigene Tasche geht, kann man sein Geld auch anders anlegen. Immerhin war es ja ihr gutes Recht das Geld zu behalten, meckern kann keiner! Nachdem sich dann der ganze Trouble gelegt hat, ging es wieder rein und ich genehmigte mir noch ein Pils. Es sollte das letzte des Tages sein, denn ich musste ja am Dienstag arbeiten. So ein Ärger. Im nächsten Jahr wird mir das nicht passieren. Da werde ich mir definitv am Dienstag frei nehmen. Man kann zwar nie sagen, wer König wird, aber eine Party gibt es immer.


Labour day

06/05/2008

Ich glaube es ist der Beginn einer großen Verschwörungsaktion. Die Illuminaten waren ein Witz gegen diese Übermacht an Verschwörern und sie haben in diesem Jahr angefangen. Heimlich werden Stricke gezogen und irgendwann haben sie die Weltherrschaft an sich gerissen und alle Feiertage der Welt hören auf zu existieren. Vielleicht haben sie alles heimlich geplant und hoffen das es keiner mit bekommt, aber ich bin ja ein ganz helles Köpfchen und habe den Plan durch schaut. Wovon ich rede? Davon das in diesem Jahr zwei der geilsten Feiertage der Welt auf einen Tag gefallen sind. Der Vatertag und der Kampftag der Arbeiterbewegung 1, Mai. Traditionell zwei Tage im Jahr an denen man sich bei schönem Wetter die Myrte zu laufen lassen kann. Und in diesem Jahr fallen diese zwei Tage aufeinander. Dies wird erst wieder im Jahre 2160 passieren. Ich bezweifele das ich das mit erleben werde. Kann man da nicht von Glück sagen, das wir Zeuge eines so historischen Ereignisses geworden sind? Ich sage nein, ich sage es ist eine große Schweinerei und der Vorbote eine großen intergalaktischen Verschwörung. Ich darf leider meine Quelle nicht preis geben, denn die Stimmen in meinem Kopf haben es mir verboten
Wenn man nun schon um einen Feiertag beschissen wird, dann sollte man doch wenigstens richtig feiern, so dachte ich mir jedenfalls und war froh, das am Mittwoch bereits ein Übungsabend von der Feuerwehr angesetzt worden war. Hier könnte man im Anschluß sich herrlich ein paar Hefe-Weizen rein plempern und sich schon mal auf das Feiertagsdoublefeature einstimmen. Ich machte sogar ein wenig früher Feierabend um noch ein paar Getränke in den Kühlschrank zu stellen. Schließlich ist man nach einem anstrengenden Übungsdienst richtig durstig. Doch meine Augen mußten vernehmen, das nur noch vier Hefe da waren. Schock, da mußte dann wohl später auf Pils umgestiegen werden. Oder gleich von Beginn an. Das sollte sich aber noch zeigen. Gegen 1800 Uhr traf ich dann am Feuerwehrhaus ein und durfte mir gleich erstmal eine Runde aufschreiben lassen, da ich zu spät dran war. Aber auch das war nicht mein Verschulden, da ich mit feuerwehrtechnischen Sachen aufgehalten wurde. War allen anderen egal und ich hatte die erste Runde stehen.

Nach einer intensiven Kuppelübung konnte ich mich dann auch endlich dem Bier trinken widmen. Ich war leicht gereizt, was ich mir selber nicht erklären konnte. Es könnte aber auch an unserem Ortsbrandmeister liegen, der nicht mal einen Mastdarmwurf hin bekommt. Einer der einfachsten Knoten der Welt und der feine Herr Ortsbrandmeister klöppelte da beinahe einen Pullover hin. Auch die Ausrede, als Ortsbrandmeister müßte man keine Knoten mehr machen zählte nicht. Nach etlichen Übungen hat er ihn dann hin gekriegt. Ich wollte eigentlich nur Bier trinken und mußte mich so was rum schlagen. Nach viermaligen Üben waren alle der Meinung das es nun reichen würde und wir gingen zum gemütlichen Teil über. Nicht ganz, denn es lag ja noch der normale Übungsabend an zu dem ich das Bergen eines Fernsehers vorgesehen habe. Das TSF schnell mal voll gepackt und ab ging die Post. Da ich ja eh schon ein paar Pilse getrunken habe, dachte ich das es vielleicht eine verdammt gute Idee wäre, doch Flüssignahrung mit zu nehmen. Natürlich nur für mich, der Rest hatte ja noch nichts getan. Die Bergung verlief recht erfolgreich. Dazu wurde ein Leiterteil quer über den Graben, der mit einer leicht jauchig riechenden Flüssigkeit gefüllt war. Unser Ortsbrandmeister gab sein bestes und wollte erst auch eine Busch der bei der Bergung ein wenig behinderte, mit der Motorsäge entfernen. Ich ließ ihn machen, hat er doch in letzter Zeit wenig Gelegenheit Feuerwehr zu spielen. Schön hätte ich es noch gefunden, wenn er kopfüber von der Leiter in die Jauche gefallen wäre. Natürlich nicht, aber ein Lacher wäre es auf jeden Fall geworden. Geistesgegenwärtig hat Schnitzel das ganze auf Video auf genommen und ich würde es hier gerne dem interessierten Leser präsentieren. Allerdings kann ich das nicht tun, denn es gab von mir einem Kameraden ein paar verbale Entgleisungen, die ich keinesfalls der Öffentlichkeit präsentieren kann.

Wieder zurück in der Wache lief der Grill schon auf Hochtouren. Und da ich es nicht anders gewohnt bin, wurde ich gleich mal von Friede angemacht, warum ich denn die Hefe Weizen noch gar nicht fertig gemacht habe. Das ließ sich aber schnell ändern. Ich war sogar schon so weitsichtig vorher zwei Gläser in das Tiefkühlfach zu legen. Das hat zwar so gut wie gar keinen Kühleffekt, aber es sieht Klasse aus, wenn man zwei beschlagene Hefe Gläser hat und da das Bier rein schüttet. Es schmeckte sehr Klasse. Auch wenn einem bewusst war, das es nur das eine geben würde. Dafür konnte man das dann besser genießen. Dazu gegrillte Sachen und das Leben war echt nicht zu verachten. Es folgte nun eine Scheißelaber Tiriade vom Feinsten. Teilweise in der Garage und teilweise im Feuerwehrhaus. Dazu wurde reichlich Bier gereicht und dummerweise gab es auch Schnaps. Ich glaube ich bin da sogar selber verantwortlich für. Aber es war wenigstens lecker schmeckender Bismarck. Friede und ich trinken den ja ganz gerne. So ist es durchaus möglich, das ich den wohl in den Gefrierschrank gelegt habe, damit er schön kalt wird. Es konnte dann auch vorkommen, da sich selber Friede und mir einen ein geschüttet habe, den wir dann vernichtet haben. Ich sage jetzt ja nicht das er unglaublich gut schmeckt, aber um Längen besser als Löwentor oder Jägermeister. Außerdem fehlen im Bismarck die Stoffe die einen doof machen. Es folgten dann wohl noch ein paar Bismarck bis dann Friede irgendwann nach Hause gegangen ist. Der Ortsbrandmeister und Holger haben das Beispiel gleich aufgenommen, allerdings den Bismarck gegen Roten getauscht. Kein Geschenk, aber man macht ja alles mit.

Unterdessen stand ich im regen SMS Kontakt mit Noxley. Der saß nämlich im Feuerwehrhaus Duderstadt und schüttete sich dort gepflegt zu. Dort war eine Art Tanz in den Mai Veranstaltung. So jedenfalls nannten sie es. In Wahrheit war es eine reine Trinkerveranstaltung. Literweise Bier zu günstigen Preisen, mit nur einem Zweck. Am Ende sind alle voll wie tausend Russen, ohne jetzt die Russen angreifen zu wollen. Ich solle doch auch noch dort hin kommen, damit wir uns gepflegt abschädeln könnten. Zeitgleich reif dann noch der David an und fragte wo ich denn bleiben würde. Er wäre mit dem Morchel schon mal in der Werkstatt und fragte sich wo wir denn bleiben würden. Da stand ich jetzt vor einer kleinen Zwickmühle. Was sollte ich tun. Die Entscheidung stand nun fest. Ich würde mit dem Taxi und den Anderen in die Werkstatt verlegen. Es war eh abzusehen, das die Feuerwehr Trunkenbolde auch noch in die Werker kommen würden. Ein Taxi wurde also georderte und los ging es. Doch wir waren zu viel und der Taxi Fahrer wollte nicht los fahren. Also stieg ich wieder aus und überredete den Ortsbrandmeister und Holger doch noch nach Duderstadt zu fahren. Sie wollten aber dann zur Wache. Somit wurde dort ein kleiner Zwischenstop eingeplant. Bier gab es ja überall.

Da ich mich schon geduscht hatte, mußten wir noch auf Kai warten, der das unbedingt noch hinter sich bringen wollte. Holger und ich nutzten die Gelegenheit und tranken weiter Bier im Feuerwehrhaus um dann relativ pünktlich mit dem Taxi zu Kai zu verlegen. Dieser war aber noch nicht fertig und wir mußten warten. Ich glaube die Westeröder stehen so langsam bei allen Taxiunternehmen auf der schwarzen Liste. Egal, aber wir sind in die Stadt gekommen, wo es dann erstmal ein großes Hallo gab. Wie nicht anders zu erwarten, waren 90% der Anwesenden voll wie die Hacken. Allen voran Gepetto und Akki. Ich habe da ein paar Fotos auf meiner Kamera gefunden, die mich ganz schön erschreckt haben. Ich hoffe ich sehe nicht so aus, wenn ich stramm bin. Aber wir wollen ja keine Schönheitspreise verteilen, sondern uns betrinken. Die erste Runde ging ohne zu fragen auf meinen Deckel. Ich konnte mich gar nicht wehren und wollte es auch gar nicht. Außerdem macht man sich ja immer sehr beliebt, wenn man erstmal eine Runde Bier gibt. Weiterhin ist man noch Nutznießer der kommenden Runden. So war es dann auch. Ich konnte nicht mehr zählen und wollte dann nach einem erneuten Anruf von David in die Werkstatt verlegen. Ich hatte auch schon ein paar Mitfahrer gefunden und wollte dann bezahlen. Leider konnte Helmut meinen 50 € Schein nicht klein machen, weswegen ich jetzt immer noch 2,50 € Schulden bei ihm habe. Ich habe das keinesfalls vergessen und werde das so bald wie Möglich erledigen. Ab und an bin ich da ja auch mal. Und eine große Ausbilderfete soll ja auch noch statt finden. Hach, herrlich wenn man Saufveranstaltungen plant.

Auf dann ging es in die Werkstatt. Dort traf man dann schon die üblichen Verdächtigen in einem mehr als fortgeschrittenen Rausch. Getränke des Abends waren wir gewohnt Wodka Red Bull, wobei ich dann lieber den Havana favorisiere. Aber man kann ja nicht alles haben. David und Morchel waren ja wie schon erwähnt seit etwas längerem da und waren auch schon extrem gut drauf. Der ständige Wechsel zwischen kalt und warm hat mich dann plötzlich katapultmäßig nach vorne gebracht. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern was alles in der Werkstatt lief, aber was noch in meinem Langzeitspeicher vorhanden ist, versuche ich mal wieder zu geben. Zunächst trank ich jede Menge Wodka Red Bull. Dann gab es noch eine extrem lustige Tanzeinalge von dem Morchel. Auch waren gut viele Leute da. Das alles kann ich mit Sicherheit berichten, da ich vorsorglich meine Kamera dabei hatte. David meinte zwar das er die irgendwann mal auf der Theke liegen gesehen hat, aber da kann ich mich absolut gar nicht dran erinnern. Anscheinend war sie aber wieder in fremder Hand, denn es sind mal wieder Bilder von Leuten drauf, an die ich mich rein gar nicht erinnern kann. Außerdem habe ich ein paar Mischungen ausgegeben bekommen von den Duderstädtern, die mit gefahren sind und für die ich das Taxi bezahlt habe. So kann man es auch machen. Irgendwann sind dann auch Holger und Kai noch aus der Wache gekommen und schlossen sich uns in der Werkstatt an. Ich trank also Havana und Wodka. Nicht zeitgleich, aber kurz hintereinander weg. Das hat mich auch sehr gut vorwärts gebracht. Den Heimweg kann ich jetzt nicht mehr mit Sicherheit angeben, da ich schon extrem gut drauf war. Der ganze Schnaps ist nicht unbemerkt an mir vorbei gegangen. Aber dafür war er ja da. Ich bin aber noch der Meinung, das ich mit David und Morchel abgehauen bin.

0915 Uhr, an einem freien Tag werde ich extrem früh geweckt. Was war hier los. Nach einer kurzen Orientierungsphase wusste ich wieder Bescheid. Es war der Kombinationsfeiertag, über diesen Umstand ärgere ich mich immer noch, und ich mußte aus dem Bett, da wir um 1000 Uhr unsere Wanderung starten wollten. Ja, man liest richtig, wir wollten Andern, da wir nicht nur saufen wollten. Gut das Saufen ist eng mit dem Wandern verbunden, aber man muß es ja nicht immer ins Exzessive treiben. Doch muß man, aber man muß auch eine kleine Tradition wahren. Und Wandern macht um Längen mehr Spaß, wenn man einen Bollerwagen mit Bier dabei hat. Man kann mal anhalten und sich ein Pilschen öffnen oder gepflegt Scheiße labern. Als ich raus kam, stand die Gruppe schon bereit und wir verluden die bei mir gebunkerten Kisten auf den Bollerwagen. Weit ging es nicht, denn wir wollten uns ja nicht überanstrengen. Außerdem mußten wir ja noch einen Grill zu David schaffen. Um ehrlich zu sein, hätte niemand fahren können, aber dennoch nutzte ich das TSF um den Grill von der Feuerwehr zu David zu bringen. Solche Aktionen am frühen Morgen sind nie gut. Doch nach ein wenig würgen hatte ich den Grill im Fahrzeug und dann bei David. Die Verschwörer scheinen das Wetter noch nicht im Griff zu haben, denn die Sonne schien. Die Absolute Frechheit wäre gewesen, wenn es zusätzlich zu dem Feiertag noch geregnet hätte. Ich glaube dann hätte ich für nichts mehr garantieren können. Das sind dann solche Momente in denen etwas in meinem Kopf Klick macht und ich erst Stunden später wieder erwache. Meistens mit einem Schlachtfeld hinter mir. Also liebe Verschwörer, schön vorsichtig sein, wenn da was in der Planung sein sollte. Ich verstehe keinen Spaß.

Nachdem nun alles verstaut war, die verderblichen Lebensmittel im Felklschen Haus eingelagert waren konnte die Wanderung endlich los gehen. Finker schloß sich uns noch an und brachte eine Kiste Bier mit. Es war zwar Nörten Hardenberger, aber wer weiß in was für eine Notsituation wir gelangen würden. Ich hatte Holsten und Krombacher organisiert. Holsten trinke ich ganz gerne und es ist eine nicht allzu kostspielige Alternative zu Becks. Mittlerweile schmeckt es mir sogar schon besser als Becks. Da die anderen das nicht so sehen, haben sie nur das Krombacher mit genommen und die Holsten Kiste bei David gelassen. Ich konnte mich also schon wieder aufregen. Mit solchen Sprüchen wie „Holsten braucht kein Mensch, das schmeckt nicht!“ hilft man mir auch nicht gerade. Wozu kaufe ich das denn, wenn ich es nicht mag. Manchmal zweifele ich am Geisteszustand mancher Leute. Ich hätte gerne mir die Wanderung über mehrere Holsten rein geknallt. So aber konnte ich mir die Freude für nach der Wanderung auf heben. Unser erster Halt war erstmal das Sporthaus, da David und Christian keine Becher dabei hatten. Also wurden kurzer Hand Tassen aus dem Sporthaus geliehen, damit man sich wenigstens ein paar Mishcungen rein pfeifen kann. Manchmal bin ich echt froh, das es Bier fertig in Flaschen zu kaufen gibt. Diese ganze Mischungsmacherei ist auf Wanderungen eher hinderlich. Also nicht, das wir jetzt zu lange gewartete hätten. Ich meine damit den Umstand das man die ganze Zeit ein Glas oder Becher in der Hand hat. Eine Flasche ist da irgendwie einfacher. Die kann man sogar während der Wanderung auf machen. Sich eine Mischung zu machen ist da schon komplizierter. Weiter ging es also bei Sonnenschein in Richtung Mingerode. Nach zwei Zwischenstops bogen wir dann in die Bülte ein und drehten wieder in Richtung Westerode ab. Das es keine Mammut Wanderung werden sollte dürfte ja klar sein. Primäres Ziel am Vatertag ist es ja sich in einen leicht blümeranten Zustand zu bringen. Und das kann man auch machen, wenn man nicht ganz so weit geht. Dennoch waren wir ganze 90 Minuten unterwegs. David trieb uns ein wenig an, da er pünktlich zum Mittag zu Hause sein wollte. Wir wollten eh grillen und anscheinend war der Hunger extrem groß. Ich muß auch sagen, das ich der Idee nicht ganz abgeneigt war. Wandern, Bier trinken und Bollerwagen ziehen kann ganz schön an die Substanz gehen. Bei David und Ellen angekommen dauerte es dann auch nicht lange, bis der Grill auf Hochtouren lief. Ich hielt mich jedoch zunächst zurück, da ich ja lieber erstmal von dem köstlichen Holsten probieren wollte, was nun schön die ganze Zeit im Schatten gestanden hat. Die Außentemperaturen waren zum Glück auch noch nicht so hoch, so das es eine gute trinkbare Temperatur hatte. Nun konnte man sich auch um feste Nahrung ein paar Gedanken machen. Ich öffnete mit eine Steak Packung und gab eindeutige Grillanweisungen („Schön Afrika machen!“). Kurze Zeit später trafen dann auch Andre und Nadine, die nicht mit gewandert waren, da ja Nadine seit längerer Zeit in anderen Umständen ist. Ich war zwischenzeitlich in einen Zustand gelangt, an dem einen gewisse Sachen egal sind. Zum Beispiel die Tatsache, das man unbedingt sein Steak mit Messer und Gabel essen muß. Wozu habe ich denn eine große Packung American Sandwiches gekauft? Da passt prima ein Stück Fleisch hinein und man braucht weder Teller, noch Besteck, noch Serviette. Wenn man denn richtig essen kann und das Fleisch nicht allzu sehnig ist. Außerdem sollte man bei solchen Aktionen dann doch darauf achten, das man noch keine 8 Bier verzehrt hat, sonst klappt das mit der ganzen Koordination nicht mehr so ganz. Manchmal kriegt man dann das Stück Fleisch nicht so richtig ab und muß mit der freien Hand, falls sie denn nicht durch eine Flasche Bier belegt ist, nach helfen. Oder aber das Toastbrot sifft durch und man bekommt schöne Marinadefinger, die dann noch ein wenig glitschiger werden. Es kann auch durchaus vorkommen, das man sich Fleischfetzen an das Kinn schmiert und nicht schnell genug abbekommt und für den Bruchteil einer Sekunde aussieht wie ein Neandertaler, der gerade entdeckt hat das kurz gebratenes Fleisch ganz gut schmeckt, nachdem ein Blitz eine Steinzeit Antilope gegrillt hat. Das alles ist natürlich bei mir nicht vorgekommen, denn ich weiß mich ja zu benehmen. Ich hatte ja auch noch keine 8 Bier getrunken, sondern 9 und da passiert das nicht so schnell. Ich wollte das alles nur mal als kleine Tips fallen lassen, falls man denn mal in eine solche Situation kommt. Und ganz wichtig sind Servietten. Damit bewahrt man sich dann doch noch ein wenig Würde.

Aber genug vom Essen, sonst bekomme ich gleich wieder Hunger. Bleiben wir doch lieber beim Trinken. Ich habe mir ja fest vorgenommen primär beim Pils zu bleiben und dennoch habe ich eine Sicherheitsflasche Havana Club mitgenommen. Nur für den Fall der Fälle. Die wurde zu Beginn erstmal bei David und Ellen in die Kühltruhe gestellt, damit sie noch ein wenig durch kühlt. Nichts ist schlimmer als warme Mixgetränke. Aber ich blieb vorerst beim Bier. Jetzt wo ich meinen Durst mit köstlichem Holsten stillen durfte ging es mir schon besser. Ich weiß auch gar nicht was alle gegen Holsten haben. Oder gegen Becks oder gegen Jever. Das sind halt herbe Biere. Und ein Bier sollte eigentlich herb schmecken. Wer das nicht ab kann, der soll dann halt das andere Bier trinken. Ich stehe dazu, das ich ein herber Typ bin. Und das hört sich mal männlich an, oder? Nun ja, neben dem ganzen Trinken wurde auch noch ordentlich Scheiße gelabert. Was mir aber richtig hängen geblieben ist, sind die Erzählungen von Finker. Oder seine Interpretation von Ärzte Liedern. Er hört wohl des öfteren von den ganzen Studenten, das Ärzte Lied „Junge“. Ein recht nettes Leid, obwohl ich es langsam nicht mehr hören kann. Wenn etwas zu oft im Radio gespielt wird, dann hängt es einem bald zu den Ohren raus. Aber das ist ein anderes Thema. Eine Textstelle in dem Lied heißt: „Du hast dich doch früher so für Tiere interessiert / Wäre das nichts für dich? / Eine eigene Praxis…“. Finker hat erstens versucht das Leid nach zu singen und ist dabei auf eine vollkommen neue Melodie gekommen und zweitens hat er es temporär umgedichtet, da er sich ja nicht alles merken kann. Aus obiger Textstelle wurde dann: „Du hast dich doch früher so für Frauen interessiert / Wäre das nichts für dich? / Eine eigene Praxis…“. Bei der ganzen Performance habe ich so gelacht, das ich nun leider nicht mehr alle Highlights wieder geben kann. Aber es war sensationell.Besuch gab es auch so einigen. Ich kann leider nicht mehr für die korrekte zeitliche Reihenfolge garantieren, aber ich hoffe ich bekomme sie noch alle zusammen. Zunächst war da der Manni, der wohl gerade aus dem Angelhaus kam. Jedenfalls sah er aus wie 20 Bier, fiel also gar nicht zwischen uns anderen auf. Kurze Zeit später kamen dann die Puttfelder vorbei, die eine etwas längere Tour hinter sich hatten. Aber wer gerne wandert, den soll man nicht aufhalten. Aber ich finde es gut, das sie es immer noch machen und nicht einfach zu Hause bleiben, nur weil sie nun Kinder haben. Vor allem hauen die sich auch gerne mal zusammen eine rein. Eine besondere Freude ist es ja immer den Glöckner zu sehen. Ein Strahlemann wie er im Buche steht. Natürlich gab es auch wieder Unmengen an Fotos. Ich muß auch sagen, das ich ein Talent habe immer den Auslöser im richtigen Moment zu drücken. So gibt es auch wieder ein sensationelles Foto von Antje. Die wiederum fand das nicht ganz so gut, aber nahm es von der lockeren Seite. Und das Verbot von der Frau, die ich hier nicht erwähnen darf, gab es auch wieder. Wenn sie das nicht will, dann mache ich das halt. Finde ich zwar ein wenig langweilig, aber sie muß es ja wissen. Markus brachte dann das Gespräch auf die sagenumwobenen Kirschen. Die Kirschen hatte ich mir mal von Ellen abgeguckt. Man nehme einfach ein Glas Schattenmorellen und lege diese in 100% unvergällten Alkohol ein. Heraus kommt eine mehr oder weniger Leckerei, die einen binnen Lichtsekunden nach vorne bringt. Gerüchte belegen, das ich schon mal dabei erwischt wurde, das ich nach dem Verzehr der Kirschen das Glas noch zu Hälfte ausgetrunken habe. Aber man darf nicht allen Gerüchten glauben. Leider hatte Ellen diesmal keinen Alkohol besorgt, weswegen dieser Teil ausfallen mußte. Ich muß auch sagen, das ich darüber gar nicht so böse war, denn wenn ich mich recht erinnere, dann kam nach dem Verzehr bei mir nicht viel rum. Und ich will ja nicht mehr so viel trinken.

Die Puttfelder gingen und wenig später tauchte dann die kleine Ramona auf. Immer eine Freude sie zu sehen. Sie war mit zwei Freundinnen unterwegs und haben mal kurz angehalten. Allerdings sind sie nicht lange geblieben, da sie ja nun noch richtig Party machen wollten. Tja, als ich in dem Alter war, da konnte ich das auch noch. Heutzutage geht dann nur noch in den Garten qualmen und sich langsam aber sicher zu laufen lassen. Hat auch seine Vorteile. Wir waren zwar schon eine ganze Menge Leute bei David im Garten, aber es fehlten dann immer noch ein paar. So zum Beispiel Köppel, Näppchen und Ingo. Die zwei Herren waren ja am Vormittag in der Sauna um den Tag der Arbeit schwitzend zu beginnen. Das hätten sie bei uns auch haben können, in dem sie den Bollerwagen die ganze Zeit ziehen würden, aber wir ließen ihnen den Spaß. Nach einer kurzen SMS Kontaktaufnahme wurde mir mitgeteilt, das es sich ein wenig in die Länge gezogen hatte, sie aber bald dort sein würde. Was auch ganz gut passen würde, denn dann haben wir einen Grund den Grill ein zweites Mal anzufeuern. Ich hatte zwar kein ausgeprägtes Hungergefühl, aber man muß ja bestimmte Sachen einfach machen. Essen zum Beispiel. Wenn man nicht regelmäßig feste Nahrung zu sich nimmt, dann kann der Alkohol gar furchtbare Sachen mit einem machen. Zum Beispiel könnte man stramm werden. Wo wir dann gerade beim Thema sind. So langsam aber sicher verspürte ich die Lust auf eine schöne Mischung Havana Club. Und es war ja nun nicht so, das sie immer noch in den frostigen Höhlen von Ellens Gefrierschrank steckte. Nein, der Biensi wollte mal probieren und war begeistert. Ich teile ja gern. Kurz nachdem dann Köppel, Näppchen und Ingo angekommen sind, hatte ich dann die erste Mischung in der Hand. Ich hielt die Zeit für angebracht. Es war nach 1600 Uhr und das gute Wetter muß man einfach ausnutzen. Felkl trank schon seit geraumer Zeit Bacardi und schien ihn ganz gut zu vertragen.Nun häufte sich der Besuch. Als nächstes standen dann Friede, Ute und der kleine Aaron auf der Matte. Wir hatten kurz vorher schon telefoniert und ich fragte mich wo er denn bleiben würde. Alles auf englisch, was ja seine Frau nicht so gut findet. Es gehört aber irgendwie dazu. Ich versorgte also Friede erstmal mit Bier und es dauerte nicht lange bis die Scheißelaberei begann. Egal ob auf Englisch oder auf Deutsch, wir schwammen auf einer Wellenlänge. Leider konnte sie nicht so lange bleiben und sind bald wieder aufgebrochen. Aber sie machten Platz für den wahren König. Es ging ja wieder um den Pokal des Strammsacks des ganzen Tages und dieser schoß als nächstes auf den Hof. Was die Sache noch eindeutiger machte, war die Tatsache, das er von seinem kleinen Cousin gestützt wurde. Vollmer has arrived. Und er war definitiv nicht mehr in der Lage alleine zu gehen. Seine Sprache klang mit viel Phantasie wie deutsch, wohl aber mehr als würde es Jemand sprechen, der es nie gelernt hatte. Aber er fühlte sich gleich wohl bei uns. Ich versorgte ihn mit einer Cola und Florian versuchte sich zunächst in Puzzelei. Man sollte nun annehmen, das er erstmal mit den schweren Sachen anfängt, wie zum Beispiel einem 1000 Teile Puzzle vom Schloß Neuschwanstein. Nein, er nahm erstmal das Holzpuzzelbrett von Hannah und versuchte die Tiere in die richtigen Öffnungen zu stecken. Es klappte nicht ganz und er brauchte mehrere Anläufe. Zum Glück hatte ich meine Kamera laufen und so ein zeitloses Dokument an familiärer Unterhaltung. Ich werde es aber nicht veröffentlichen. Auch nicht gegen Bittstellerschreiben oder sonstigen Erpressungsversuchen. Außer Florian wünscht das ausdrücklich oder erhebt Einspruch innerhalb der nächsten 30 Tage, dann nehme ich das wieder bei Youtube.com raus. Nachdem er dann nach einigen Freudesschreien und ordentlich Hilfe von Christian das Puzzle fertig bekommen hatte, zog er auch schon weiter. Man bedenke hier, das die Sonne noch schien. Ich hätte gerne eine Doko gedreht, aber dafür hätte ich mehrere Speicherkarten voll knallen müssen und ich wusste auch nicht ob der Akku meiner Kamera so lange hält.

Es folgt nun ein kleiner Zeitsprung von dem ich nicht mehr genau weiß was sich da zugetragen hat. Aber ich bin mir fast sicher, das jede Menge Alkohol im Spiel war. Wir steigen wieder ein bei der Fußballübertragung des UEFA Cup Finales, von welchem ich nicht allzu viel mitbekommen habe. Da es mich auch nicht sonderlich interessiert hat. Zwischendurch hatte ich wohl noch ein Telefongespräch mit Schnitzel, von dem ich absolut gar nichts mehr weiß. Dann war da noch eine Verabredung den Freitag in den JT Keller zu gehen, von der ich zwar weiß das sei statt gefunden hat, aber mir nicht mehr sicher war, an welchem Tag wir das durchführen wollten. Weiterhin reger SMS Kontakt mit Steini. Das Spiel haben wohl die Bayern verloren, während ich mir weiterhin den Havana zuführte. Und dieser ging dann auch noch zur Neige. Hätte ich gewusst, das Biensi die Flasche mit austrinkt, hätte ich natürlich vorgesorgt, aber so stand ich nun ein wenig auf dem Schlauch. Doch Christian half mir mit Bacardi aus, da er die Flasche auch nicht ganz schaffte. Doch auch die hielt nicht lange vor, weswegen ich dann wieder zurück zum Bier fand. Nicht meine favorisierte Vorgehensweise, aber es ging. Biensi schwang nach dem Spiel ordentlich das Tanzbein. Zu etwas alten Hip Hop Rhythmen ging er ab wie ein Zäpfchen. Die Fotoserie ist echt Klasse geworden. Dummerweise sind die Videos alle um 90° gedreht.

Unbemerkt von den Aktivitäten im Gartenhaus von Ellen und David hat sich draußen die Sonne verzogen und es wurde schon dunkel. Das hieß dann, das es Zeit wurde den Heimweg anzutreten. Und doch war ich damit nicht ganz zufrieden, da ich noch gut drauf war und rein gar nicht müde. Also setzten Biensi und ich uns Bewegung auf der Suche nach einer Party. Aber weit sind wir nicht gekommen, denn die Lust verließ uns recht schnell. Wir dachten es wäre eine nette Geste, wenn wir noch kurz beim Holger vorbei schauten und sein ganzes Bier aus tranken, aber der schien schon zu schlafen. Auch unser lautes Rufen ließ ihn nicht heraus kommen. Also hieß es schlussendlich den Heimweg anzutreten. Es wurde auch Zeit. Nämlich 2230 Uhr.

Es war früh. Um genau zu sein war es 0700 Uhr als ich die Augen aufschlug und ein Reibeisen dort vor fand wo früher mal mein Hals gewesen ist. Gott sei Dank war die Wasserleitung nicht ausgetrocknet und mir ging es nach wenigen Litern besser. Ich fühlte mich allerdings als hätte ich den vergangenen Tag unter dem Sattel eines mongolischen Kriegers verbracht. Sowohl außen als auch innen fühlte ich mich um 80 Jahre gealtert. Ein Tag, der zum größtenteils auf dem Sofa verbracht wurde lag vor mir und Abends ging es mir nicht unbedingt besser. Aber ich zwang meinen Körper zu Aufmerksamkeit, denn wir wollten ja in den JT Keller.

Gegen 2145 Uhr trafen Christian und Sabrina bei mir ein und wir warteten dann gemeinsam auf den Ingo. Der war noch beim Geburtstag und wollte dann gegen 2300 Uhr nach Göttingen aufbrechen. Ich muß ehrlich sagen, das ich bis kurz vor dem Eintreffen auf dem Sofa lag und mir sicher war, das ich keine Besserung erfahren würde. Mein Magen rebellierte ein wenig. Aber als dann die Zwei da waren und ich ein Holsten trank, ging es mir dann merklich besser. Die Müdigkeit war noch nicht ganz weggewischt, aber das sollte dann der JT Keller erledigen. Als Ingo dann kam, verlegten wir ohne Verzögerung nach Göttingen.Es war gegen 2330 Uhr als wir den JT Keller erreichten. Eigentlich zu früh, aber wir ließen es drauf ankommen. Am Eingang traf ich dann meinen alten Schulkollegen wieder und sparte somit den Eintritt. Und um ehrlich zu sein hätte ich mich auch ein wenig geärgert, wenn ich den bezahlt hätte. Im JT Keller erwartete uns gähnende Leere. Wenn ich hier zum ersten Mal gewesen wäre, dann wäre ich sofort wieder rückwärts raus gegangen und hätte gesagt, das ich in den Scheiß Laden nie wieder einen Fuß gesetzt hätte. Aber ich war ja schlauer und war vorher schon das eine oder andere Mal da. Ich wusste also, das es nichts besonderes an dem Abend geben würde und sich der Laden erst zu späterer Stunde füllen würde. Wir brauchten nur Geduld. Und die hatte ich, da es ja Becks geben würde. Damit versorgte ich mich erstmal und sah dann auf einem Plakat das Motto des Abends. Es ging um Britpop und driftete eher in den Rock Bereich ab. War für mich vollkommen in Ordnung. Musik mit Gitarren drin, kann ja nicht verkehrt sein. Außerdem sah ich an der Tür ein weiteres Plakat hängen. Darauf stand geschrieben, das am Folgeabend „La Boum“-Party war. „La Boum“ hieß volle Hütte, viele hübsche Frauen und viel gute Musik. Eigentlich hatte ich ja geplant, das ich am Samstag nichts machen werden, aber als ich Ingo auf das Plakat hin wies, dann funkelten seine Augen. Es hätte auch sein können, das sie von dem Funkeln in meinen Augen angesteckt wurden. Aber das war ja erst am Samstag und noch lange nicht entscheiden. Konzentrieren wir uns also auf den Freitag Abend.

Die Musik war zwar nicht mein Lieblingsgeschmack, ziehe sie aber jederzeit dem Einheitsbrei vor. Und Frauen waren auch noch nicht so viele anwesend. Aber die da waren konnten eigentlich schon überzeugen. Die Masse macht es nicht immer, auf die Qualität kommt es an. Und das nicht zu viele Männer da sind. Außerdem hatte ich ja ein Becks in der Hand, was den Abend schon mal als gelungen qualifiziert. Plötzlich schellte mein Telefon und der Schnitzel rief an. Da ich es aber für wenig sinnvoll hielt im JT Keller an das Telefon zu gehen, da ich eh nichts verstehen würde, ließ ich es klingeln und hätte ihn beim nächsten Toilettenbesuch zurück gerufen. War aber nicht notwendig, denn kurze Zeit später stand er leibhaftig vor mir. Er, Tobi, Timo, Andreas und Matze haben schon im El Sol gesessen. Sie wollten wohl auch in den JT Keller und waren ein wenig enttäuscht. Gerade für Matze, Timo und Andreas tat es mir ein wenig leid, das sie an dem Abend da waren, wo eben nicht so viel los war. Oder eben viel zu früh. Jeder verdient eine zweite Chance, ich hoffe der JT Keller bekommt sie von ihnen. Selbst als sie noch da waren, füllte sich der Laden langsam, aber längst nicht in dem Ausmaße, wie man es gewohnt ist, und wo nach man gerne wieder her kommt. Was aber gut war, war das die Qualität der Frauen keinesfalls abnahm.

Es reichte für die Truppe wohl aber nicht, denn sie verabschiedeten sich nach wenigen Getränken und setzten ihren Abend im Alpenmax fort. Das ist natürlich ein Kulturschock, gerade bei der Musik. Wir aber harrten noch ein wenig aus. Und Felkl lieferte mir auch gleich einen Grund noch länger da zu bleiben. Er wies mich auf eine junge, blonde Dame hin, die quer durch den Raum an einer Säule stand. Nach seiner Aussage hat sie wohl des öfteren zu mir rüber gesehen. Als ich dann rein zufällig mal in ihre Richtung geblickt habe, konnte ich nichts davon bestätigen, wohl aber das sie gut aussah. Und das macht es ja so verdächtig. Warum sollte sich eine gutaussehnde blonde Frau zu mir rüber sehen, geschweige denn sich für mich interessieren. Das hört sich ganz nach einem Fall für die drei Fragezeichen an. Also blieb ich dran. So ganz traute ich ja dem Felkl nicht und schaute noch mehrere Male rüber. Ein oder zwei Mal haben sich dann unsere Blicke getroffen. Aber so mit dem Lächeln hat das nicht so geklappt. Weder bei mir noch bei ihr. Und wenn das schon nicht klappt, dann könnte es ja mit dem Ansprechen auch nichts werden. Ich möchte ja den Leser auch nicht zu lange auf die Folter spannen und kläre das Rätsel auf. Eigentlich hätte hier eine Ausführung im Stile von Justus Jonas stehen sollten, aber das kriege ich nicht so ganz hin. Deswegen kommen wir gleich zum Pudels Kern. Ich bin nicht hin gegangen. Wir haben uns noch ein paar angesehen, aber das war es auch schon. Keine Angst, die Reise geht weiter.

Wenn man sich die ganzen Frauen so angeguckt hat, dann hätte man bei der einen oder anderen schon schwach werden können. So erging es auch dem Ingo, aber auch hier gab es Defizite mit dem Ansprechen, was mich eigentlich gewundert hat. So hat jeder sein eigenes Bündel zu tragen. Und vor allem Becks Bier was weiterhin unvermindert in meine Kehle floß. Hier ist einzuräumen, das ich die Zufuhr leicht reduziert habe. Ich wolle mich ja nicht mit dem Holzhammer betrinken. Man merkte also schon, das der letzte Tag noch ein wenig in den Knochen steckte. Aber es ging nicht nur mir so. Alle waren ein wenig müde und somit beschlossen wir zu einer mir sehr untypischen Zeit die Biege zu machen. Die Uhr zeigte gerade mal 0200 Uhr. Aber meine innere Uhr zeigte 0600 Uhr an. Auch wenn ich es mir oft nicht eingestehen will. Ich werde älter und meine inneren Organe sind bestimmt schon doppelt so alt. Mein Bett zu Hause war eine willkommene Abwechslung zu der ganzen Steherei. Ich fiel sofort in einen traumlosen Schlaf und nahm mir fest vor am nächsten Tag nichts zu machen. Auf jeden Fall war der Tag schon verplant und das Sofa spielte eine Hauptrolle darin.

Trotz spätem zu Bett gehen und der Mattigkeit seit dem Tag der Arbeit warf mich mein Organismus um 0800 Uhr aus dem Bett. Langsam glaube ich das Verschwörerkomplott nimmt Formen an. Aber die Vorsätze wurden eingehalten. Ich verbrachte den Großteil des Tages auf dem Sofa und es hat sich wunderbar angefühlt. Man muß sich ab und an mal wenden, sonst liegt man sich wund, aber auch das ließ sich vollbringen. Ich hatte zwar am Abend regen SMS Kontakt mit Dorothea und ein paar Telefonate mit Ingo, aber im Endeffekt hat sich heraus kristallisiert, das der Abend ereignislos bleiben sollte. Ich war schon kurz davor mit Dorothea in den JT Keller zu fahren, aber als sie dann auch auf einen Sofa Abend eingestellt hatte, konnte mich auch der Ingo nicht mehr umstimmen. Es ist also wahr, ich habe am Samstag nichts gemacht und fühlte mich nicht mal schlecht dabei. Der Brief des Brauereiverbandes, in dem sie sich nach meinem Wohlbefinden erkundigt haben, hat schon gut getan.


%d Bloggern gefällt das: