Ace of spades

Am vergangenen Freitag wurde die Grenze mal wieder überschritten. Und zwar weit überschritten. Ich war auf der anderen Seite und hatte keine Sicherungsleine dabei. Daher bin ich auch abgestürzt, in einen bodenlosen Abgrund. Und fand mich doch zu Hause wieder. Und dabei hat der Abend recht harmlos angefangen. Der KCW hatte zur Poker Night geladen und ich freute mich schon drauf. Nicht weil ich jetzt der Super Poker Crack bin, sondern weil ich wusste, das ich mir für wenig Geld schön die Hucke zu Saufen konnte und nette Leute treffen würde. Poker ist nicht so mein Spiel. Nicht das ich es nicht können würde. Es ist ja quasi wie Kniffel, aber dieses ganze Geld setzen und blöffen und Big Blind und Small Blind, hat nicht so viel mit Karten spielen zu tun. Man sammelt einfach Karten und kriegt ein gutes Blatt oder nicht. Und dann bietet man. Das ist kein Kartenspiel sondern ein Schätzspiel. Nun ja, wem es Spaß macht, der soll es man ruhig spielen. Ich war mir fast sicher, das auch noch andere Sachen gespielt wurden und wenn nicht dann würde ich mich dort hin setzen und mich langsam in das Land des Alkohol trinken. Über irgendeinen Weg würde ich da schon hin kommen.

Ich ging also recht zeitig zu Hause los und traf wenige Marschminuten in der Mehrzweckhalle ein. Dort traf ich dann auf dorfbekanntesten Trinker Porno und auf Timo. Das Hände schütteln wurde gerade noch über die Bühne bekommen und dann wanderte schon das erste Pils in meinen Schlund. Und der erste Strich auf meinen Deckel. Das Gute war halt, das Biere nur 0,50 Euro gekostet haben. Das Schlechte war das Löwentor auch nur 0,50 Euro gekostet haben. Aber davon würde ich mich ja fernhalten. Nie mehr Schnaps trinken als unbedingt notwendig. Wenn es sich nicht vermeiden lässt dann nie nach vorne drängeln, sondern schön abwarten, ob man denn nicht vergessen wird. Doch so weit waren wir ja noch lange nicht. Erstmal müßten wir auf den Rest warten. Der Großteil war nämlich noch beim Fußballtraining und würde etwas verspätet eintreffen. Diese Zeit nutzen wir dann um ordentlich Bier zu trinken. Und Scheiße zu labern. Ich kann mir nicht helfen, aber immer wenn Porno dabei ist, dann driften unsere Gespräche immer in sehr extreme Grenzbereiche ab. Außerdem zeigte Porno uns beim Bier trinken Videos von einem brennenden Auto, welches wohl vor seinem Arbeitsplatz gebrannt hat. Wenige Minuten später kam dann noch ein Autounfall dazu der sich wenige Meter weiter oben zugetragen hat. Tja, so lustig ist das Leben als Auszubildender in einer Kfz-Werkstatt. Aber Porno eilte auch zum heroischen Motorhauben öffnen mit Brechstange. Wahrscheinlich auch nur, weil er da was kaputt machen konnte.

Mittlerweile sind dann auch ein paar mehr Gestalten eingetroffen und diverse Koffer mit Pokerchips wurden mit gebracht. Da anscheinend jeder Teilnehmer seinen eigenen Koffer hatte, hätten wir locker ein Casino in Las Vegas mit Poker Chips ausstatten können. Aber wer weiß wozu die noch alle gut sind. Erstens sind sie schön schwer und haben somit eine recht gute und stabile Flugbahn. Und Zweitens, welches unmittelbar mit Erstens zusammenhängt, tun sie bestimmt schön weh wenn sie vor den Kopf geworfen werden. Immerhin besteht ja die Möglichkeit das man verliert. Da ich aber eh kein Poker spielen wollte, war mir das egal. Die Chips gefielen aber dennoch. Görtler hat sich dann noch dazu ausgesprochen auch nicht beim Pokern mit zu machen. Er schloß sich mir an und wollte Knobeln. Als dritten Mitstreiter konnten wir dann noch den Beule gewinnen. Der wusste zwar noch nicht wie Knoblen geht, aber das sollten wir ihm schon bei bringen und ihm dann die Hosen ausziehen. Ein Knobelbecher wurde dann auch noch flugs vom Morchel organisiert, der äußerst unrasiert unterwegs war. Also der Morchel, nicht der Knobelbecher. Wie schon erwähnt, spielte ein Großteil Poker und ließ uns drei in Ruhe Knobeln. Wir erklärten Beule schnell die Knobel Regeln und spielten eine Trockenrunde. Also ohne Runden. Und dann ging es los. Beiläufig bemerkt hatte ich zu dem Zeitpunkt schon drei Striche auf dem Deckel. Das aber nur als Beiinformation.

Beim Knobeln wird ja immer um Deckel gespielt und wer dann endgültig verloren hat, der gibt dann die nächste Runde. Am Anfang ist das ja alles noch ganz lustig. Kommt man dann aber schneller zum Würfeln und langsamer zum Trinken, dann wachst der Bierstapel recht fix. Aber wir sollten erstmal anfangen. Die erste Runde haute Beule gleich mal in den Sack und war dran Bier zu holen. So gefällt das ja ganz gut. Mitten in der zweiten Runde kam dann der Stefan dazu der gerade von der Eröffnung der Volksbank kam. Er stieg locker ein, blieb aber vorerst bei einer Cola. Er mußte noch fahren und da kommt das nicht so gut. Wir lachten in ein wenig aus und tranken genußvoll unser Bier. Noch konnten wir lachen. Die zweite Runde verlor ich dann erstmal und reihte die Striche in meine Sammlung ein. Kurz darauf setzte sich dann Thomas B. noch an unseren Tisch. Es schien so als wäre er der Meister Poker König, denn er hatte nach ganzen 20 Minuten seinen gesamten Einsatz verspielt. Tja, so kommt ordentlich vorwärts. Er übernahm dann auch netterweise gleich die nächste Runde. So ging es dann munter weiter. Die Schlagzahl wurde drastisch erhöht. Selbst sporadische Toilettengänge halfen nicht beim Nachschütten vom Bier. Es stapelte sich bereits. Da ich mit Görtler über Eck saß sammelten wir einen kleinen Vorrat an und wollten uns schon eine Kiste dort hinstellen, damit nicht irgendjemand versehentlich was um tritt. Das Gute an solchen Sammelaktionen ist ja, das man immer was zu trinken hat. Man brächte sich für den Rest des Abends nichts mehr zu besorgen. Aber es gibt ja auch immer die Schattenseite. Bei Star Wars ist es Darth Vader, bei Indiana Jones sind es die Nazis, beim Herr der Ringe ist es Sauron und drölf Millionen Orks und bei der CSU ist es Stoiber. Beim Knobeln sind es die Schnäpse. Man hat ja schon genügend Bier angesammelt und dann kann man auch mal eine Runde Schnaps dazwischen schmeißen. Wenn man dann auch noch in Westerode ist, gibt es keine andere Möglichkeit als dieser Schnaps ein Löwentor ist. Zum Glück hatte ich schon mehrere Biere getrunken und war sehr gut drauf. Das Scheiße labern ging wie von selbst. Selbst wenn ich gewollt hätte, dann hätte ich keine vernünftige Diskussion mehr führen können. Hätte mich jetzt ein jabbeliger Sozialpädagogik-Student (übigens auch ein ganz schlimmer und überflüssiger Studiengang) voll gelabert, hätte ich ihm nach wenigen Minuten Recht geben müssen, da ich eh nicht mehr hätte ernst bleiben können. Hier mal ein kurzer Einwurf zu den Sozialpädagogen. Sowas geht gar nicht. Ich hatte mal ein ganz tolles Erlebnis in Göttingen wo ich dann auf einmal fünf Vollhonks Spezialisten gegen mich hatte. Das waren wirklich mal fünf weltfremde Pfeifen und die haben somit mein Bild vom Sozialpädagogigstudentendasein geprägt. Also wenn ich Abitur mache und irgendwas studieren will, wo ich schon vorher weiß das ich auf jeden Fall bestehen werde, dann studiere ich Sozialpädagogik. Dann kann ich zwar später nichts anfangen und werde von der Gesellschaft verachtet, aber ich habe ein Diplom. Nun ja, auch hier bestätigen die Ausnahme die Regel. Ein sehr guter Freund von mir hat das studiert und er ist glaube ich der Einzige aus dem was vernünftiges geworden ist und der nicht so eine Einstellung hat. Könnte auch daran liegen, das wir gerne einen zusammen trinken gehen. Aber ich will mich ja hier nicht über überflüssige Studiengänge auslassen. Wir waren ja beim Trinken. Und zwar beim Löwentor. Es gab kein zurück und der erste ging den Schlund hinunter. Ich glaube hier war es dann wo ich die Kontrolle verloren habe.

Neben dem Löwentor wurde weiterhin Bier getrunken. Und weil es so schön war und die Schnäpse so schnell weg getrunken werden kamen dann noch diverse weitere Löwentore hinzu. Die Einnahme dieses Getränks, was meiner Meinung nach niemals die Lebensmittelkontrolle erfolgreich bestanden haben kann, bereitet mir immer große Schmerzen. Sowohl körperlich als auch seelisch. Das schien aber keinen zu stören und ich mußte trinken. Bei den Verrenkungen die ich im Gesicht hatte, werde ich wohl einen tierischen Gesichtsmuskelkater am nächsten Tag bekommen. Ich hatte zwar noch nie gehört, das es so was gibt, aber dann werde ich wohl der Erste sein. Warum immer ich? Unsere Runde wurde dann kurzzeitig etwa größer, da die ersten Ausfälle, weil Pleite gegangen, an unseren Tisch wechselten. Was dann wiederum die Anzahl der Biere erhöht die geholt werden müssen. Aber bei 0,50 Euro soll man ja nicht meckern. Ende vom Leid war das ich ganze 15 Bier auf meinem Deckel stehen hatte. Und das Schlimme ist, das ich die wohl auch getrunken habe. Plus diverse Löwentore, deren Anzahl ich leider vergessen haben. Ich weiß gar nicht ob es immer eine so gute Idee ist, wenn man sich seine Getränke aufschreibt. Dann weiß man ja am nächsten Tag was man getrunken hat. Will man das wirklich.

Meine Muttersprache war nun nicht mehr Hochdeutsch, wohl aber Deutsch mit alkoholischen Akzent. Es muß einfach an der Zeit gelegen haben. Durch den kleinen Biervorrat, den Görtler und ich zusammen gehamstert haben, wurde der Druck des Trinkens immer größer. Man kann doch das gute Bier nicht einfach umkommen lassen. Und da unten am Boden wird es so schnell warm. Dann noch diverser Löwentor und ich war reisefertig. Und zwar für die Werkstatt. Warum sich diese Idee in meinem Kopf festgesetzt hat und warum ich ihr nachgegeben habe, kann ich nicht mehr sagen. Fakt war nur das wir da noch hin wollten. Zwar nur Porno, Tobi, der zwischenzeitlich auch angekommen war, und ich. Ich hatte ein wenig Angst. Die Kutsche kam recht zeitig und wir verlegten ohne große Umwege in die Endstation des Eichsfeldes. Dort angekommen mußten wir feststellen, das nichts los war. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen. So aber gingen wir ohne Umschweife an die Theke und walteten unseres Amtes. Porno und ich lagen weit vorne im Alkoholwettrennen und spielten um den Sieger Pokal. Da Tobi später gekommen war konnte er unseren Vorsprung gar nicht mehr einholen. Doch als Neuerung bei diesem Besuch gab es diesmal Jack Daniels als Mixgetränk. Porno hatte seinen Willen durch gesetzt. Bei dem Anblick der Flasche bekam ich einen Flashback in die gute alte Glashauszeit, wo wir Literweise den Jim Beam vernichtet haben. Es war einfach nicht schön, was damals da abgegangen ist. Damals legte ich auch den Schwur ab, keinen Whiskey mehr zu trinken. Und ich brach ihn erneut an dem Abend. Hätte ich es man sein lassen. Denn in dem Zeitrum der zweiten Hälfte der Flasche kam der große Schneidmeister und setzte die Schere an. Kompletter Filmriß. Daher kann ich hier nur noch eine grobe Zusammenfassung darlegen, die ich mir aus Gesprächsbruchstücken zusammenlügensetzten mußte.

Wir haben die Flasche wohl recht zügig ausgetrunken. Gerüchteweise benötigten wir dafür auch nur einen Liter Cola. Falls das stimmen sollte, weiß ich wenigstens warum der Filmriß komplett war. Kurz vor Ende der Flasche kamen dann wohl noch Gatze und Philip daher und wir holten eine weitere Flasche. Diesmal aber wieder Wodka, weil man ja nach einer Flasche Whiskey noch nicht stramm genug ist. Es muß noch eine Steigerungsform geben. Während dieser Flasche hat es sich wohl zugetragen, das ich die Tanzfläche gestürmt habe. Warum? Weil mal wieder mein Lieblingslied gespielt wurde. „Temple of love“ von den Sisters of mercy. Bei einem gewissen Pegel im hohen einstelligen Promille-Bereich und diesem Leid, kann ich nicht anders als mich tänzerisch auszudrücken. Ob das nun gut aussieht oder nicht ist mir egal. Möglicherweise ist es eine Beleidigung des Liedes, aber das ist mir dann egal. Tobi meinte nur das ich alleine auf der Tanzfläche abgegangen bin. Zum Glück kann ich mich daran nicht mehr erinnern. Als dann Aufbruchstimmung war habe ich wohl wieder meine fünf Minuten bekommen und wollte zu Fuß gehen. Seltsamerweise bin ich dann aber doch mit einem Taxi bis zum Kreisel gefahren, wo mich dann Tobi telefonisch erreichte.

Das waren nicht alles meine Erinnerungen und ich gebe keine Garantie für den Wahrheitsgehalt oder zeitliche Reihenfolge. Das erste was ich wieder weiß ist das ich in meinem Schlafzimmer aufwache und mich wundere warum denn meine Matratze so hart und so rau ist. Als ich die Augen aufschlug wurden mir gewisse Unstimmigkeiten in meinem Blickfeld klar. Die ließen sich aber relativ leicht beheben, indem ich vom Boden aufstand und mich in mein Bett legte. Als nächstes kontrollierte ich dann mein Telefon und mußte eine sehr verwirrende Konversation mit Hüfte feststellen. Die Verwirrung ging aber nur von meinen ausgehenden SMS aus. Ich wüsste selber gerne was ich da geschrieben habe, warum ich plötzlich serbokratisch sprechen und schreiben konnte und wo ich eine Enigma Verschlüsselungsmaschine her hatte, mit der ich meine SMS verschlüsselt habe. Einige klärende SMS später stellte ich fest, das ich nur den 2. Platz beim Strammsack des Abends Wettbewerbs gemacht habe. Platz 1 hat der Porno gemacht. Er hat es nämlich geschafft noch drei Mal an dem Abend zu bröckeln. Zum einen während der Taxifahrt, zum zweiten auf dem Weg zu Hüfte und zum dritten, bei Hüfte zu Hause, wovon dann Hüftes Schwester wach geworden ist. Zu Recht bekommt er den Pokal überreicht.

Nachdem ich dann wieder im Bett lag begann der Telefonterror. Zuerst war es der Friede, der mir weiß machen wollte, er wäre noch in der Werkstatt gewesen. Aber das schmetterte ich eiskalt ab, weil daran hätte ich mich erinnert. Und dann noch einer meiner Jugendfeuerwehrjungs, der fragen wollte, ob wir uns um 1000 Uhr oder um 1100 Uhr treffen würden. Meine Antwort war zwar leicht gereizt aber immer noch pädagogisch gewählt. Ich mußte also um 1100 Uhr am Feuerwehrhaus sein um die Abnahme der Jugendflamme vorzubereiten. Meine Lust wuchs haushoch hinaus. Aber das sind halt die Pflichten. Mir ging es richtig schön scheiße, die Erinnerungen an den vergangenen Abend waren nur bis zur Hälfte da und dann mußte ich auch noch mit der Jugendfeuerwehr üben. Kann ein Samstag besser sein. Es ging aber alles ohne Probleme über die Bühne und alle haben bestanden. Nach einer kleinen Grillung ging es dann nahezu nahtlos über zu einer Elferratssitzung. Ich ließ aber die Finger vom Bier, da ich mein Glück nicht überstrapzieren wollte. Abends sollte es dann ja nach Helena gehen, die in ihren Geburtstag rein feiern wollte. Ich nahm mir eine Sache ganz fest vor. Keinen Schnaps für Pitsche oder zumindestens keinen Whiskey mehr. Niemals wieder!

Extrem pünktlich holten mich dann Anja und Florian ab. Dann wurde noch der Doktor eingeladen und ab ging der wilde Ritt in den Osten. Und zwar nach Brehme, wo die Helena wohnt. Zumindestens war schon klar, das ich wieder mit Florian und Anja zurück fahren werden, denn ein Taxi von Brehme nach Duderstadt kostet bestimmt 1000 Euro. Nach der Ankunft mußte wir erstmal einen unglaublich steilen Berg hinauf klettern. Wenn ich hier wohnen würde und jeden Tag diesen Berg hoch kraxeln müsste dann würde ich mir auf halben Weg eine Kiste Bier hin stellen, bei der ich dann erstmal verschnaufen kann. Aber so mußte ich ohne jegliche Trinkversorgung 80% Steigung hinter mich bringen. Oben war ich dann sichtlich geschafft und mußte erstmal Luft schnappen. Und ein Pils das mir recht fix in die Hand gedrückt wurde. So gefällt das schon ganz gut. Nebenbei half ich noch vergeblich der Nicol, ihren Laptop an die Stereo AnlageMarke Rache der Walküre aus dem Jahre 1943 anzuschließen. Trotz passender Steckverbindung gaben die Boxen nur tiefe Basstöne von sich. Nach einer gewissen Zeit gab ich dann auf, auch aus dem Grund das das Brett auf dem Anlage stand nicht gerade den vertraunenserweckensden Eindruck machte. Bevor ich hier noch verantwortlich bin, das irgendwelche Erbstücke zu Bruch gegangen sind, gab ich auf. Es folgte nun ein kurzer Wechsel zwischen drinnen und draußen und wir konnten die Ankunft vom Langen beobachten. Mit Vollgas die 80% Steigung hinauf, machte ordentlich Eindruck. Auch beim Vater von Helena, der seiner Tochter den Tip gab dem Langen dann doch nicht mehr das Auto zu leihen.

Es wurde dann nach drinnen verlegt wo man dann Essen fassen mußte. Klare Befehle wurden gegeben und man hatte wenig Chancen sich denen zu entziehen. Oberstes Gebot hieß, das alles alle werden mußte. Außerdem mußte man sofort was essen, damit nichts kalt wird. Oha, und ich hatte zu Hause schon eine Kleinigkeit gegessen, die zusammen mit meinen Magenproblemen ein Bedürfnis hervor riefen was man als das genaue Gegenteil von Hunger definieren konnte. Aus Anstand und aus Angst ins Achtung gestellt zu werden, wenn ich nichts essen würde, nahm ich mir dann doch einen Bratriemen und etwas Salat. Es war schon echt verlockend, was da alles auf dem Tisch stand. Bratwurst, Steaks, Bauchfleisch und sogar Chicken Wings. Erneut verfluchte ich den Jack Daniels vom Vorabend, der mir die gemeinen Magenprobleme verursachte, doch Essen konnte ich wirklich nichts mehr. Dafür sorgte ich aber dafür das alles was in den Magen gelangte gut geflutet wurde. Das Bier war zwar Hasseröder, aber erfüllte seinen Zweck.

Woran merkt man noch, das man im Osten feiert? Man ist noch gar nicht mit Essen fertig, da wird schon zur Schnapsrunde gerufen. Es wird gar kein Hehl daraus gemacht, das man sich gleich mit hochprozentigen Getränken die Mütze voll knallt. Im Gegenteil es wird der ganzen Welt kund getan. Wer nun glaubt, das einem so Gelegenheit gegeben wird, das man einfach so die Kurve kratzen könnte, der irrt gewaltig. Ist man nicht am Platz, dann wird man mit ziemlicher Sicherheit mir einer doppelten Portion belohnt. Und da ich eh mit dem rücken zur Wand saß konnte ich auch nirgends hin. Ebenso der Lars und der Doktor, die mich rechts und links flankierten. Helena kam mit einem kleinen Picknick Korb voller Beschleuniger des Weges und man mußte einfach eine Flasche nehmen. Da ich ja hübschen Frauen eh keinen Wunsch abschlagen kann, hatte ich also doppelt keine Chance aus der Lage zu entfliehen. Dann also Augen zu und durch. Ich entschied mich für einen Wodka mit Feige. Kein Geschenk, da der Zucker bestimmt lustige Sachen mit dem Alkohol im Darm anstellt. Der eine Schnaps sollte es dann auch getan haben. Den Vorsatz vom frühen Morgen die Finger ganz vom Schnaps zu lassen war eh nicht mehr zu halten. So wollte ich dann aber zumindestens standhaft bleiben wenn es denn zur nächsten Runde kommen sollte. Das nahm ich mir wenigstens vor.

Geklappt hat es nicht, denn als nächstes kam dann Helenas Vater vorbei und hatte die richtigen Schnäpse dabei. Dieses Bolchenwasser darf sich ja eigentlich nicht Schnaps nennen. Ein Schnaps ist es erst dann, wenn einem die Haare zu Berge stehen, die Speiseröhre verätzt wird oder man nach der Einnahme bunte Farben sieht. Hier stand zur Wahl Bommerlunder oder Malteser. Auch hier gab es kein Entkommen und ich entschied mich für den Bommi. Warum nicht mit einer Kümmelfackel in das Land der Toten eintreten. Der tut zwar nicht so weh, wie ein Löwentor, aber hat schon gute Qualitäten. Die Schnapspausen wurden dann zum vermehrten Bierverzehr genutzt. Irgendwie mußte man ja den penetranten Kümmelgeschmack los werden. Gerade rechtzeitig um eine weitere Runde hinterher zu kippen. Warum nur immer Schnaps. Man kann sich doch gemütlich einen Schutzwall aus Bier hoch ziehen. Das kann auch den ganzen Abend gehen. Ist dann das Bier die schönen halben Steine, sind die Schnäpse die extrem großen Ytong Bausteine. Damit schafft man was. Geredet wurde auch eine Menge, meistens natürlich ordentlich Blödsinn. Es hat mal wieder gut getan, mit der Truppe vom Stadtberg unterwegs zu sein.

Aber das aller schärfste war ja die Katze von Helena. Ich mag ja Katzen und diese war besonders schmusig und sie sah aus wie Hitler. Ohne Flachs jetzt. Ich habe ein paar Fotos gemacht, aber leider keins wo man das so richtig sieht. Entweder war ich zu dicht dran oder ich war zu stramm und habe zu sehr gewackelt konnte meine Hand vor Lachen nicht ruhig halten. Dabei wollte ich sie doch zu internationalen Ruhm führen und ihr Foto auf der Kitler-Seite veröffentlichen. Obwohl sie mehrere Stunden auf dem Schoß von Anja verbracht hat gelang mir kein vernünftiges Foto.

Ab und an drückt dann auch mal die Blase und ich mußte mal an die frische Luft. Beim wieder Eintritt in den Partyraum bekam ich Rufe meines Namens von der Seite mit. Ich solle doch mal an die andere Seite des Tisches kommen und ein paar Schnäpse mit trinken. Will man mich hier mit Gewalt stramm machen. Wussten die denn nicht vom eskalierten Vorabend. Höchstwahrscheinlich nicht Ich gab vor meine Mutter hätte es mir verboten, aber so ganz wollte man mir nicht glauben. Also gab ich nach und begab mich in eine gefährliche Situation von der ich noch nichts ahnte, als ich mich auf dem Weg machte. Vielleicht sei zu erwähnen, das wir im Vorfeld die Falsche Bommi in den Arsch getreten haben. Ich wollte auch nichts auf Spiel setzten und eventuell schlafende Hunde wecken und plötzlich würde dann die Flasche Malteser vor mir stehen. Am anderen Ende wurde mir dann der Vorstandsplatz angeboten und dann wurde ich strategisch eingekesselt. Eigentlich wollte ich die Gelegenheit nutzen und mit Mambo, einem ehemaligen Lehrer von mir ein wenig zu quatschen. Was ich dann auch irgendwie getan habe. Wir sprachen über dies und das und vor allem über alte Lehrer und deren Werdegang. Doch das sollte wohl nicht der Einzige Grund sein warum ich dort oben hin gelockt wurde. Doch so langsam kam ich dahinter. Man wollte mich wohl mit Helenas jüngerer Schwester verkuppeln. Solche Kuppelaktionen sind ja nun wirklich nichts für mich, ich fühle mich da leicht in die Ecke gedrängt, aber anstatt dann die Fluche, inklusive Angriff nach vorne zu planen, betrinke ich mich einfach. So gingen dann noch ein paar Bier rein und ein paar Schnäpse. Die ganze Zeit überlegte ich dann wie ich möglichst elegant aus der ganzen Situation entkommen könnte. Ich wollte ja niemanden vor den Kopf stoßen. Doch ich sah mich eingekesselt von der jüngeren Schwester und einer Cousine. Die wiederum von ihrem Mann flankiert wurde. Auf ihn traf voll und ganz der Zustand vollstramm zu. Machten es die Frauen noch ganz geschickt mich in die vermeintlich richtige Richtung zu schieben, bewies er vollkommenes Feingefühl und schrie meinen Namen und den Namen der Schwester aus vollen Hals. Er wurde dann aber schnell von seiner Frau zur Ruhe gebracht, was er dann recht geschickt mit einem „Was denn?“ und einem sensationellen Gesichtsausdruck konterte. Die ganze Situation konnte ein wenig Komik nicht entbehren. Vor allem bei den Stadtbergern, die die ganze Situation aus sicherer Entfernung beobachteten. Ich bleib aber trotzdem Höflich und wehrte alle Anspielung mit Unwissenheit zurück. Irgendwann war dann die Julia wohl stramm (O-Ton der Mutter) und verließ den Tisch. Man möge mich nicht falsch verstehen. Julia ist ja ganz nett, aber nicht so mein Typ. Und wenn man mich verkuppeln will, dann reagiere ich meistens ein wenig seltsam. Ich mag es nun mal nicht wenn man mich zu irgendwas zwingen will. Wenn es sein soll, dann klappt es auch irgendwann. Aber wenn es bis dahin nicht gefunkt hat, dann hilft auch keine Brecheisenaktion.

Da ich auch erstmal wieder austreten mußte nutzte ich die Gelegenheit wieder an den Ausgangspunkt der Reise zurück zu kehren. Dort sprach ich noch ein wenig mit dem Doktor über mögliche berufliche Zukunftspläne. Und so langsam aber sicher zeichnete sich der Aufbruch ab. Ein paar weitere Gäste sind ja schon früher, also kurz nach Mitternacht gegangen. Ha, hätte ich beinahe vergessen. Helena hatte ja erst am Tagwechsel Geburtstag. Zum Glück saß sie gerade neben mir und ich stand ganz vorne in der Gratulatenreihe. So kann man auch schneller wieder zum Bier trinken übergehen. Ach ja und gesungen wurde vorher auch. Bin ich ja auch absoluter Fan von, vor allem weil ich eine schöne Singstimme habe. Damals im Musikunterricht saß ich ja neben Lars und neben Alexandra. Alexandra war ein Naturtalent und hatte eine wunderbare Stimme. Lars und ich eher nicht so. Vorsingen lief dann bei uns so ab, das die ganze Klasse ein Lied sang und unser Musiklehrer sich immer vor zwei Leute stellte und über sein Gehör die Noten feststellte. Ich sag da mal nichts zu. Jedenfalls schmetterten wir gerade „Hoch auf dem gelben Wagen“ und Lars und ich waren dran. Wir gaben unser Bestes und hätte ich mich selber benoten sollen, dann dann wäre ich außerhalb des Notensystems gewesen. Doch zum Glück saß ja Alexandra neben uns und projizierte irgendwie ihre Stimme in unseren Mund (wer jetzt was schweinisches denkt, der möge sich bitte schämen). Und zuck hatten Lars und ich eine Zwei im Singen. Xylophon ist dann nicht so toll ausgefallen.

Nun ja, wir waren fast die Letzten und somit wurde es auch für uns Zeit wieder gen Heimat zu ziehen. Wir hatten nur ein Problem, wir waren Einer zu viel. Wäre ich schon vollstramm gewesen, dann hätte ich mich wieder angeboten doch zu Fuß zu gehen. Manchmal bekomme ich solche Anfälle, aber ich war es nicht. Dafür wollten aber diverse Leute in den Kofferraum. Was aber dann Florian nicht wollte. So teilten wir uns die hintere Fahrgastzelle mir vier Leuten. Der Doktor und ich an den Seiten, Jenny in der Mitte und Fabian quer über alle. Selten habe ich so gelacht auf einer Rückfahrt. Auch wenn es gegen jede Verkehrsregel war, war es extrem lustig. Zuerst ließen wir Jenny und Fabian zu Hause raus und setzten dann unsere Fahrt fort. Ich wollte ja noch zur Mallorca-Party ins Autohaus Otto. Und der Rest schloß sich dann an. Immerhin war es erst 0300 Uhr, da könnte man locker noch zwei Stunden Spaß haben.

Bei unserer Ankunft war es auch noch gut gefüllt und wir mußten keinen Eintritt mehr zahlen. Dennoch entscheiden sich Florian, Anja und der Doktor zum Rückzug. Ich wollte aber noch da bleiben, da ich fast denken konnte, das noch ein paar Westeröder da waren. Ich fragte mich also ein wenig durch und traf dann recht schnell den Holger, der zwar aus Breitenberg kam, aber mir einen ausgeben wollte. Da sage ich ja nicht nein. Dazu mußten wir aber rein gehen. Auf dem Weg dorthin traf ich dann die Wiebke, nicht Kais Freundin, sondern Adrians Freundin, die mir mitteilte das Adrian auch noch irgendwo herum springen müsste. Ich mußte dann aber doch erstmal alkoholische Getränke zu mir nehmen. Holger entschied sich für Jägermeister Energy. Naja, warum nicht, schlimmer als am Vorabend konnte es gar nicht werden. Die Mischung ging rein und drinnen traf ich dann auf Tobi, der mir mitteilte, das der Rest der Westeröder wohl schon nach Hause ist. Naja, wer schon hat, der will nicht mehr. Aber ich wollte wohl noch was trinken. Holger mußte eh auf das Klo un dich nutze die Gelgenheit um mir Marken zu holen.
Auf dem Weg dorthin wurde mir dann mitgeteilt, das es hier jetzt wohl Schluß sei. Die Musik ist nun aus und gegen 0330 Uhr sollte hier alles leer sein. Hieß eins, ich mußte schnell Marken kaufen, damit ich noch ein paar Sicherheitsbier kaufen konnte. Aber da war ich leicht zu spät dran. Marken gab es nicht mehr. Dafür traf ich aber draußen den Adrian und Katja. Aber keine Wiebke mehr, die hatte wohl schon die Biege gemacht. Nach einer kurzen Begrüßung eröffnete mir dann Katja, das es wohl noch in die Werkstatt gehen sollte. Naja, ich bin ja für alles offen, wollte aber noch schnell dem Holger Bescheid sagen, das ich keine Marken mehr bekommen habe und nun die Abreise plante. Doch Holger war verschwunden. Da ich aber die Katja auch nicht unnötig warten lassen wollte, kehrte ich der Halle den rücken. Katja hat mir dann noch von ihren letzten Marken eine Mischung spendiert und ab ging der Marsch zur Werkstatt. Katja beschwerte sich zwar über die Wanderung aber ein Taxi wäre absoluter Schwachsinn gewesen. Also mußte sie wohl die Zähne zusammen beißen.

Bei der Werkstatt erwartet uns dann eine Überraschung. Sogar für mich war es überraschend, das man wohl noch Musik hörte, aber keinen Einlass in die Werkstatt bekam. Wie sich heraus stellte, fand drinnen eine Geburtstagsfeier statt und es wurde keiner mehr rein gelassen. Shit happens und wer weiß wozu es gut ist. Es folgte nun eine Rufaktion bei sämtlichen Taxiunternehmen in Duderstadt. Denn Katja und ich mußten ja irgendwie nach Hause kommen. Es endete darin, das wir dann zur Zentrale von Taxi Töpfer gingen, die glücklicherweise um die Ecke war. Dort gingen wir ohne Umschweife in den Keller und in die Zentrale. Ein sehr grenzwertiges Erlebnis. Im Keller saß eine größere Gruppe Fuhrbacher und ein Mann mittleren Alters in Jogginghose und einem schon etwas länger getragenem T-Shirt. Im Fernsehen lief DMAX und allen war wohl etwas unwohl. Trotzdem wurde die Atmosphäre durch ein paar Sprüche aufgelockert. Da die Fuhrbacher vor uns da waren, bekamen sie auch das erste Taxi, was wieder zurück kam. Ich beneidete sie. War dann aber doch froh, das ich die Katja noch als Begleitung hatte. Bevor sich dann die Bude langsam wieder füllte, kam dann ein Taxi für uns. Da wir einen ähnlichen Heimweg hatten teilten wir uns das Taxi. Auf dem Weg meine Straße hoch bleute ich mir ein, das ich keinesfalls wieder auf dem Boden schlafen würde. Immer auf die weiche Matratze legen. Und plötzlich fiel mir ein das die kommende Woche eine kurze sein wird. Hätte mich Jemand beobachtet, dann würde er ein Lächeln auf meinen Lippen gesehen haben. Auch wenn wir von kosmischen Kräften um einen Feiertag betrogen werden, kann mir die Freude darauf keiner nehmen. Und wenn schon zwei Tage auf einen Fallen, dann muß man das halt Doppelt feiern.

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