Short Timers

Da meine letzten Wochenenden immer ein wenig ausgeartet sind und ewig bis in die Morgenstunden gingen, wollte ich einfach mal einen Gang hinunter schalten und nicht immer bis 0600 Uhr Morgens unterwegs sein. Zum Teil hat das ja auch geklappt, man hat es halt nicht immer in der Hand. Der Freitag sollte zumindest eher ruhig von statten gehen. Wir hatten geplant eine Abschlußfeier für Leistungsspangen Gruppe durchzuführen. Das sollte jedenfalls etwas ruhiger über die Bühne gehen. So war zumindest der Plan.

Das Ganze sollte in Westerode statt finden. Zum Einen weil ich wenig Lust hatte ein Taxi nach Hilkerode zu bezahlen und zum Anderen waren wir eh dran mit dem Ausrichten. Da ich ja ein Fuchs bin habe ich die Jungs das alles selber organisieren lassen. Ich weiß, das ist vielleicht ein wenig Faulheit die in mir steckt, aber ich hätte wieder 18 Jahre durch die Gegend telefonieren müssen, damit ich gewisse Vorlieben heraus finde, um ja das Richtige zu kaufen. Und die Jugendlichen haben eh ein besser funktionierendes Netzwerk. Spät am Freitag erhielt ich dann Nachricht, wann ich denn die Bude aufschließen muß. Und das ich doch nochmal in die Stadt fahren müsste, da Kim noch was einkaufen muß. Was man nicht alles für die Jungs macht. So fand ich mich also noch vor der Zeit im Feuerwehrhaus ein um dann auch möglichst pünktlich anzufangen. Allerdings war Kim nicht da. Was mich wiederum um eine halbe Stunde Bier trinken brachte. Die Hilkeröder kamen an und Kim war immer noch nicht da. Aus lauter Warterei öffnete ich mir dann doch ein Pils, als dann endlich mal Kim um die Ecke geschlichen kam. Er hatte sich leicht verspätet weil er duschen müßte oder so etwas in der Art war seine fadenscheinige Ausrede. Als Hausherr wollte ich nun nicht alle alleine lassen und überlegte mir ein paar Alternativ Lösungen. In allen endete ich damit, das ich gemütlich ein Bier im Feuerwehrhaus trinken konnte. Nun ja, im Endeffekt sind wir dann nochmal zum Rewe gefahren, damit Kim auch sein Krempel einkaufen konnte. Er meinte auch vorher noch das er gar nicht so lange brauchen würde. Nur rein und die Sachen schnappen und dann wieder raus. Es sollten wohl diverse 6er Träger sein, deren Inhalt er noch nicht kannte. Was ich darauf antworten sollte wusste ich nicht ganz, aber Kim wird schon wissen was er da macht. Oder auch nicht. Im Rewe selber haben wir dann nicht wie angekündigt wenige Minuten gebraucht, wohl aber noch mal das ganze Sortiment an Getränken begutachtet. Obwohl ja Bier im Feuerwehrhaus war holte sich Kim ein 6er Träger Becks Gold. Den Unterschied konnte er mir nicht erklären, aber das war mir mittlerweile egal. Ich wollte primär in das Feuerwehrhaus zurück und mich betrinken. Als ich dann durch die Gänge schlich, entdeckten meine Augen ein Angebot das ich nicht ausschlagen konnte. Havana Club war im Angebot und da griff ich natürlich beherzt zu. Wer weiß ob man nicht plötzlich Lust hätte sich ein paar Mixgetränke rein zu schütten. Dazu wurden noch zwei Flaschen Cola gelegt und die Geschichte war perfekt. Ich hatte den Havana ja nur vorsichtshalber für Steffen mitgenommen, weil ich irgendwann früher am Abend gehört hatte, das Kim für ihn auch noch was einkaufen sollte. Und wenn Steffen ihn dann nicht haben wollte, dann hätte ich ihn einfach genommen. Das Zahlen an der Kasse ging dann auch ohne Probleme. Was mich anfangs ein wenig gewundert hat, war die Aussage von Kevin, der auch mit gefahren ist. Er wollte 10 Liter Eistee kaufen, um ihn mit dem Wodka zu mischen. Als ich die Zahl hörte wurde mir ganz schlecht. Bei 10 Liter Wodka müssen mindestens 5 Flaschen vorhanden sein, damit das auf geht. Aber es waren wohl nur drei Flaschen vorhanden. Das beruhigte mich auf der einen Seite doch fragte ich mich warum dafür 10 Liter Eistee nötig waren. Da wurde mir dann bewusst, das wir ganz schön fiese Mischungen trinken.

Zurück im Feuerwehrhaus schien das Eis schon ein wenig gebrochen zu sein, denn jeder hatte mittlerweile etwas zu trinken vor sich stehen. Doch der Porno (diesmal ein anderer Porno als der bisherige, warum er seinen Namen hat, kann ich nicht mit Sicherheit sagen) fehlte. Wie mir mitgeteilt wurde, war er am telefonieren, mit Theres Handy. Da Theres wohl eine Flatrate hat, ist das nicht ganz so schlimm. Mit wem Porno telefonierte stellte sich erst durch gezieltes Nachfragen heraus. Er hatte wohl eine Freundin in Wulften oder Herzberg, da war man sich nicht so sicher. Aber er blockierte die Leitung wohl schon eine halbe Stunde. Und er kam noch lange nicht wieder rein. Seine Kumpels versuchten ihn zwar von Zeit zu Zeit wieder in das Feuerwehrhaus zu ziehen, aber das war alles vergebene Liebesmühe. Porno war am Telefon mit seiner Liebsten. Als er dann endlich mal wieder rein kam zeigte das breite Grinsen das es wohl ein sehr erfolgreiches Telefonat war. Ich möchte auch gar nicht wissen worüber alles geredet wurde. Manche Sache muß man einfach nicht wissen! Ich fühlte mich am Ende des Tisches mit meinem Bier ganz gut, die anderen konnten sich ja rein schütten was sie wollten. Und der Regin war auch noch nicht da. Dann lernte ich die Neusten Trinkgewohnheiten anderer Jugendlicher kennen. In Hilkerode war man wohl gerade dabei den Sauren Apfel Literweise zu vernichten. Ich wies freundlich darauf hin, das wir auch Schnapsgläser hätten, aber die waren unnötig, da schon normale Biergläser mit dem wirklich fies aussehenden Zeugs gefüllt wurden. An Sauren Apfel habe ich nur schlechte Erinnerungen. Klar hat man das früher auch getrunken, weil man der Meinung war das wäre Schnaps. Aber heute muß das nicht mehr sein. Außerdem hat der Bruder vom Doktor, Chicken, dafür gesorgt das ich schreckhaft zusammen zucke wenn ich eine Glocke höre. Andere Geschichte, lange her, aber man lacht heute noch drüber. Wenn nur nicht dieses Glockengeläut wäre. Aber den Hilkerödern schien es zu schmecken. Mit Schrecken fand ich mich in Erinnerungen schwelgen und verfluchte die Glocke von Chicken.

In der Zwischenzeit hatte auch der Porno aus telefoniert und betrat freudestrahlend wieder das Feuerwehrhaus. Was so ein 5 Stunden Telefonat alles ausrichten kann. Er verlor auch weiterhin keine Zeit und begann sich mit Saurem Apfel zu zu schütten. Immerhin hatte er durch das Telefonieren einen Vorsprung wieder aufzuholen. Es gelang ihm ganz gut. Der Rest der Meute beklagt sich mittlerweile über ein Hungergefühl und wollte sofort Pizza bestellen. Da aber Regin auch mit essen wollte, aber noch nicht da war, wurde also gewartet. Ich hatte aber Angst um die Tische im Feuerwehrhaus und kontaktierte ihn per Kurzmitteilung. Darauf bekam ich aber keine Antwort, wohl aber eine Telefonat gab grünes Licht für die Bestellung. Porno trank munter weiter und war schon gut drauf. Sein breites Grinsen und seine leicht verdrehten Augen sprachen Bände. Regin traf endlich ein und kurz nach ihm die Pizza. Somit waren die Stühle und Tische und alles was so im Feuerwehrhaus umher stand in Sicherheit. Die hungrigen Mäuler wurden gestopft und ich nutze die Gelegenheit um mich ein wenig mit Regin auszutauschen. Zuerst wollte ich sicher gehen, das er nicht irgendwo am Körper Trockeneis mit sich herum trug, welches er mir hinterlistigerweise in den Kragen stecken konnte. Dann fragte ich ihn nach dem Wohlbefinden der anderen Jugendwarte und warum keiner gekommen wäre. Er wusste darauf auch keine Antwort, verlangte aber nach Jägermeister. Ich lachte ihn aus und meinte das es so was hier nicht geben würde. Erstens mag ich den nicht und Zweitens kann man da auch Löwentor trinken. Steffen, der ganz in unserer Nähe saß, hatte aber noch Vorräte zu Hause. Plötzlich bekam ich Angst. Das durfte ich nicht zu lassen. Es wurde nun verzweifelt nach einem Fahrer gesucht und man wollte mich schon überreden mit dem Bock nach Nesselröden zu fahren. Zum Glück hatte ich aber schon genügend getrunken und das fiel damit ins Wasser. Jägermeister und ich sind keine guten Freunde.

Nachdem nun die Pizza verdaut wurde, kam Regin dazu lustige Saufspiele mit den Jungs zu machen. Dabei ging es primär darum endlich voll zu werden. Zwille hatte wohl schon etwas Übung in Sauren trinken und scheute noch recht normal aus der Wäsche. Wohin gegen Porno zur Zeit der Scoring Leader war. Das Spiel ging mit Würfeln und mit trinken. Ich möchte jetzt hier die Regeln nicht niederschreiben, weil ich sie nicht mehr weiß weil ich keinen zu solchen Spielen anstiften möchte. Nachher heißt es noch das man das nur gemacht hat, weil man es bei mir im weblog gelesen hat. Nix da. Aber den Jungs hat es wohl gefallen. Theres hielt sich da eher zurück. Die absolute Härte war aber wieder Zwille. Er trank den Schnaps und spülte nach. Mit Saurem Apfel. Vielleicht war es nur Gewohnheit, aber vielleicht hat er auch um den Nachdurst zu löschen eine Flasche Sauren neben seinem Bett stehen. Man kann ja nie wissen. Das Spiel hat die Zuckerzufuhr bei allen drastisch erhöht. Es wurde also Zeit, das sie mal richtigen Schnaps trinken sollten. Auch wenn ich absoluter Verfechter des Löwentors bin, schenkte ich einen aus. Nach dem ganzen Jägermeister Gelaber fragte ich einfach mal in die Runde ob man denn schon mal Löwentor probiert hatte. Der Großteil verneinte dies und ich kann doch keinen aus Westerode wieder abhauen lassen, ohne Löwentor getrunken zu haben. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich, aber zum Größtenteil sah ich Gesichter, die nichts Gutes versprachen. Ich weiß das war gemein, aber so hatten sie wenigstens eine Warnung. Wenn jeder mit dem Löwentor als erstes alkoholisches Getränk in seinem Leben anfangen würde, dann würden viel weniger Leute Alkohol trinken.

Anscheinend bekam der Löwentor nicht allen so gut oder aber er räumte ordentlich im Magen auf. Denn plötzlich wollten alle zu McDonalds. Warum auch immer. Ich meine, sie hatten gerade eine Pizza gegessen und hatten jetzt noch Hunger auf Burger. Ich verstand es nicht ganz, aber jeder soll ja seinen Spaß haben. Somit blieben nur noch Steffen, Regin und ich im Feuerwehrhaus. Und eine Flasche Havana Club, die im Kühlfach herunter gekühlt wurde. Langsam wurde ich auch des Bieres überdrüssig und ich brachte die Utensilien für den wahren Genuß. Ich war mir sicher, das ich dieses Flasche Havana nicht umsonst gekauft habe. Der Erste Schluck war sehr viel versprechend. Auch wenn wir das Zeug aus Biergläsern tranken, das machte nur die Mischungen schwerer zum herstellen. Das war aber ziemlich egal, da Havana in jedem Mischungsverhältnis schmeckt. Wenn es am Anfang ein wenig härter schmeckt, dann hat man danach weniger Probleme.

Die Jungs und das Mädel kamen dann auch irgendwann wieder zurück und es wurde weiter Scheiße gelabert und vor allem diverse Kartenspiele gespielt. Regin versuchte sich mittlerweile uns Kartentricks zu zeigen. Nach dreimaligem Zugucken hatte ich ihn dann auch endlich begriffen. Der Havana setzte meinem Gehirn ein wenig zu und ich konnte nicht mehr so schnell meine Synapsen zum arbeiten bewegen. Allerdings weiß ich jetzt nicht mehr so richtig wie er funktioniert. Ist ja auch egal, Kartentricks sind eh nichts für mich. Außer man muß sich dabei zuschütten. Irgendwo kam dann auch ein Strauß Plastikblumen her. Woher kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Auf jeden Fall wurde er für diverse Fotos mißbraucht. Außerdem zerpflückt und ich wurde damit dekoriert. Da ich ja jeden Spaß mitmache, wurde das dann auch mit meinem Apparat fest gehalten. Da es aber mein Apparat ist auf dem die Fotos sind, habe ich auch die Kontrolle darüber und dieses Foto wird niemals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eins hat sich wieder mal bestätigt. Eins meiner größten Talente ist es auf Fotos Scheiße zu gucken. Ich kann es einfach. Zum Schluß löste sich der Strauß in Wohlgefallen auf, was auch teilweise daran lag, das Regin damit den Porno verkloppte. Nicht ohne Grund, wie ich mir denken könnte.
Die Uhr war vorgerückt und trotz Warnungen vom guten Ingo, der zu den Glücklichen gehörte die eine Brauerei Besichtigung machen durften, wollten wir zum Abschluß nochmal in die Werkstatt. Wie schon erwähnt warnte mich Ingo, das dort rein gar nichts los sei, aber man konnte die Jungs ja nicht enttäuschen. Also wurde ein Taxi geordert und wir verlegten in die Werkstatt. Besser gesagt vor die Werkstatt wo wir dann nicht rein kamen. Halt, hier muß ich was richtig stellen. Der kleine Mühle kam nicht rein, da er zu jung war. Außerdem hat er seine teuer bezahlen Burger vor dem Feuerwehrhaus entsorgt, was wiederum die Schuld von zu viel Saurem Apfel war. Nun ja, wenn der Türsteher sagt, das wir nicht reinkommen, dann ist das so. Doch Regin und ich beschlossen nach einer kurzen Diskussion doch einmal einen Blick rein zu werfen. Womit wir nicht gerechnet hatten, war das die Jungs und Mädels uns einfach nach gelaufen sind. Der Türsteher war weg und somit gab es auch keine Diskussion. Wir wollten ja nicht hören, denn in der Werkstatt war weniger als nichts los. Da wir aber nicht ungesehen verschwinden wollten, gönnten wir uns eine Mischung, die von mir bezahlt wurde, und verschwanden dann wieder. Der Türsteher guckte zwar ein wenig argwöhnisch als er einen großen Pulk an der Theke stehen sah, sagte aber nichts weiter. Draußen teilten wir uns dann wieder auf. Die Hilkeröder fuhren mit dem Taxi nach Hause und ich teilte mir eins mit Steffen, der ja nach Nesselröden wollte. Allerdings ließ ich mich beim Jugendraum raus lassen, da dort noch Licht brannte.

Es war auch keine Überraschung, als ich da Florian, Philip und Thomas B. antraf, die gleich nach dem Fußballspiel dorthin gingen um sich schön zu laufen zu lassen. Ich muß sagen das sie es ganz gut hin bekommen haben. Bei einer etwas fragwürdigen Diskussion, auf die ich keinesfalls näher eingehen werde, tranken wir noch ein oder zwei Bier. Und dann ging es auch schon nach Hause. Die Uhr zeigte gerade mal 0200 Uhr. Ich hatte also den ersten Abend hinter mir und war auch gar nicht so lange unterwegs. Früh aufstehen mußte ich dennoch.

0930 Uhr, mein Wecker klingelte und ich mußte raus aus den Federn. Der über alles geliebte Tag des sauberen Dorfes stand an. Was so viel heißt wie die Jugendfeuerwehr macht mal eben das Dorf sauber um dem Ortsrat einen Gefallen zu tun, damit dieser nicht so schlecht vor der Stadt da steht. Neben den üblichen Danksagung und einem feuchtwarmen Händedruck haben wir davon aber nichts. Außer einer neuen Rolle blauer Säcke und einem Morgen voller Arbeit. Da kann man dann mal sehen wie dankbar die Stadt einem ist. Und das es hauptsächlich die Jugendlichen sind die den Dreck verursachen ist die Fantasie einiger Leute die einfach das schwächste Glied der Gemeinschaft suchen. Jugendliche schmeißen keine Autoreifen in den Graben, sie schmeißen keine Zigarettenkippen auf die Straße und vor allem schmeißen sie keine Schnapsflasche in Gebüsche, Gräben oder Felder. Jedenfalls nicht die Jugendlichen die in meiner Jugendfeuerwehr sind. Die sollen den Dreck dann aber weg machen. Ich sehe schon den Sinn hinter dieser Aktion, doch frage ich mich ob es immer sinnvoll ist, das es eine alleinige Veranstaltung der Jugendlichen sein sollte. Warum nicht diese Aktion auf alle örtlichen Vereine ausweiten. Dann geht das auch schneller über die Bühne und wird bestimmt noch eine Ecke intensiver gemacht. Am Ende des Tages hatten wir dann acht Müllsäcke gesammelt und meine Kopfschmerzen waren noch nicht ganz verschwunden. Aber wir haben noch schön gegrillt.

Nun blieben mir ganze anderthalb Stunden, bis ich wieder bei der Feuerwehr war um mit der Seniorengruppe zu üben. Doch darauf freute ich mich dann wieder besonders, weil das Bier trinken schon vorprogrammiert war. Ebenso das Grillen und das zusammensitzen und Labern. Die Pflege der Kameradschaft ist mit das Schönste an der Feuerwehr. Da wir zum besagten Zeit nicht genügen Leute waren um überhaupt was zu üben und es nicht ganz so aussah als würden es noch mehr werden, machte ich mir schon mal ein Pils auf. Als sich dann abzeichnete, das wir doch üben könnten, zogen sich einige schon um und wir legten los. Es ging hauptsächlich um die Kuppeltruppe, damit wir die Neuen erstmal ein wenig ein lernen wollten. Zum Schluß ging es schon ganz gut, bis dann Schnitzel den Saugkorb vor die Omme bekommen hat und sich eine ordentliche Schramme zugezogen hat. Diese recht blutige Aktion bedeutete dann auch das Ende der Übungsaktion und den Beginn des Biertrinkens. Während wir noch übten wurde schon einmal der Grill angeworfen und die ersten Bratpeitschen zubereitete. Friede und ich genehmigten uns erstmal eine schönes kaltes Hefe. Welches von mir schon am Morgen in den Kühlschrank gelegt wurde. Als besonderes Schmankerl hab eich auch noch zwei Hefegläser in das Gefrierfach gelegt, so beschlagen sie schön, wenn man sie raus nimmt und das Hefe bleibt unwesentlich länger kalt. Aber der Effekt ist einfach Klasse. Und so schmeckte es auch. In diesem Moment wurden in meinem Kopf gewisse Weichen gestellt und es war klar, das dieser Abend sehr alkoholreich werden würde. In Kombination mit dem frühen Beginn, könnte es auch durchaus sein, das wir nicht lange unterwegs sein würden. Aber warten wir mal ab. Der Alkoholzug in meinem Kopf bewegte sich noch langsam, was ja klar war, da er gerade erst den Bahnhof verlassen hatte. Aber die Weiche für den späteren Abend kam gleich nach dem Bahnhof und der Zug nahm eine ganz gefährliche Richtung.

Als sich Schnitzel verletzt hat, riefen wir vorsichtshalber den Kai an, damit er sich als Ortsbrandmeister auch Sorgen macht. Doch ihm war es erstmal egal und war eh der Meinung das wir ihn verarschen würden. Bei seinem Betreten des Feuerwehrhauses behauptete er sogar, das sich Schnitzel da gerade Ketchup hingeschmiert hat. Schnitzel konnte es gar nicht fassen, wie auch der Rest der Truppe und machten Kai schwerwiegende Vorwürfe. Kai weinte ein wenig Aber Kai trank erstmal ein Pils und machte einen folgenschweren Fehler. Er stellte sich an die Heizung, wo dann Philip seinen Gürtel an Kais Hüften bemerkte. Der Gürtel hat wohl eine ganze Stange Geld gekostet und das ließ er Kai mit einem saftigen Anschiß merken. Doch Kai machte sich daraus herzlich wenig und teilte ihm mit, das er den Gürtel auch die ganze Woche über an haben würde. Philip war begeistert. So ist das halt mit Brüdern. Kurze Zeit später merkte dann Philip das Kai schon wieder stramm war. Jetzt wo wir alle den Hinweis bekommen haben, war es schon sehr auffällig. Da Kai nichts weiter mehr vor hatte als im Feuerwehrhaus Fußball zu gucken, machte ihm das auch nichts mehr. Ich allerdings wollte dann schon nochmal nach Hause um mich abzukärchern und wurde netterweise vom Schnitzel gefahren. Frisch gereinigt begab ich mich ohne Umwege zurück zum Feuerwehrhaus und ließ mich neben Holger nieder. Holger war sich der ganzen Sache nicht ganz so sicher und schaute ein wenig skeptisch. Es könnte aber auch daran gelegen haben, das er mir Kai im Feuerwehrhaus geblieben ist und mit Sicherheit jede Menge Bier getrunken hat. Ich war jedenfalls schon recht gut drauf, hatte ich ja ordentlich viel Hefe getrunken. Und war nicht im Begriff damit aufzuhören. Der nächste Strich kam auf meinen Deckel und das nächste Hefe entleerte sich, mit Zwischenstop in meinem Glas, in meinen Magen. Ein herrlicher Samstag.

Das Feuerwehrhaus füllte sich langsam und die Plätze wurden nach und nach besetzt. Ich genoß weiterhin Hefe Weizen und war schon recht gut drauf. Dann setzten sich auch noch Porno und Görtler mir gegenüber. Das konnte eigentlich nur eins bedeuten. Es wird mit Sicherheit jede Menge Scheiße gelabert und jede Menge Bier getrunken. Ich sollte Recht behalten. Görtler und Porno hauten sich auch Hefe in den Kopf, was mir ganz recht kam, da sie mir dann immer lecker was mit brachten. Natürlich bin auch ein oder zwei Mal gegangen, aber es ist schon praktisch, wenn man nicht für jedes Hefe Weizen aufstehen mußte. Außerdem gab es lecker gegrillte Sachen. Wobei Porno ja wieder richtig gut zu langte. Der Teller kam vorbei und durch reinen Zufall erwischte Porno wohl zwei Steaks. Machte ihm aber nichts, da er sich trotzdem verputzte. Genauso wie die nächsten drei Stück. Dieser Mann ist echt unglaublich. Dazu haute er sich noch weiter Hefe rein. Ich aß hingegen nur zwei Steaks und das mit einer kleinen Pause zwischendurch. Dabei ist mir aufgefallen, das ich mich den ganzen Tag nur von gegrillten Kram ernährt habe. Aber es störte mich rein gar nicht. Außerdem habe ich wohl nur zwei Cola getrunken und ansonsten den Tag mit Bier oder eben Hefe Weizen bestritten. Nach dem Müll sammeln hatte ich auch extremen Durst und den konnte ich nicht alleine nur mit Cola löschen. Da verklebt einem doch irgendwas in der Darmgegend. Und nachdem dann das erste Bier in den Magen gewandert ist verschwanden meine Kopfschmerzen. Es muß was mit der Beschäftigung zu tun haben. Wenn ich Kopfschmerzen habe dreht sich in meinem Körper alles um diese Schmerzen. Kommt nun ein Bier dazu dann haben auf einmal alle was zu tun. Magen, Leber, Augen, Ohren, Nieren, Wurmfortsatz…

Da ich Porno gut im Auge behalten konnte bekam ich auch mit, das er sich mit Philip und Thomas B. eine Flasche Roten holte. Alles klar, nach Hefe Weizen, mehreren Steaks und ein paar sporadisch eingestreuten Erdnüssen muß man ja auch erstmal ein Roten trinken, damit alles besser verklebt im Zwölf-Finger-Darm. Man könnte nun sagen, das alle recht gut stramm waren. Von dem Teil des Tisches der nicht unter meiner ständigen Beobachtung stand kann ich natürlich nichts sagen, aber um mich herum waren alle ganz gut dabei. Ich kann mich auch noch lebhaft an den Ausgleich von Dortmund erinnern. Bayern führte ja recht früh und spielte somit dem Kai in die Karten. Doch als dann der Ausgleichstreffer fiel drohte das Feuerwehrhaus zu zerplatzen, so ein Geschrei war darin. Kai hingegen legte seinen Kopf in den Schoß seiner Freundin, da er wohl die Schmach nicht ertragen konnte. Es ist aber auch fies, wenn man als Einziger Bayern Fan unter lauter Bayern Gegner ist. Es waren ja nun nicht alles Dortmund Fans, aber vor allem keine Bayern Fans. Egal, die Bayern haben dann doch wieder ein Führungstreffer geschossen. Als Kai dann jubelte schauten ihn alle anderen mit todbringenden Blicken an. Nun ja, so ist halt Fußball. Am Ende gewinnen immer die Bayern.

Das Spiel war vorbei und es gab Auflöseerscheinungen. Porno verschwand in Richtung Jugendraum, da ja dort seine Hüfte wartete. Es war ihm egal ob er schon lattenstramm war, Hüfte war es bestimmt nicht egal, außerdem roch er bestimmt ganz lecker nach Hefe Weizen und gewürzten Steaks. Da kommt man bei Frauen immer an. Wie ich dann später erfahren mußte, ist Porno wohl in den Jugendraum einmarschiert und hat sich sofort und ohne Umwege auf dem Sofa breit gemacht und ist eingeschlafen. Dazu kann man nur sagen: Mission accomplished! Görtler und Thomas B. verabschiedeten sich in die Stadt. Sie wollten in den Eichsfelder Hof, da dort ein Cousin von Thomas mit mehreren Kumpels saß und das Spiel gesehen haben. Verlässliche Quellen berichteten, das sie das sogar schon seit 1600 Uhr taten. Ich konnte mir vorstellen wie da die Stimmung war. Eine ganze Kneipe voller Dortmund Fans, die sich seit 1600 Uhr zuschütteten und dann gewinnen die Bayern. Ich tippte auf zertrümmerte Einrichtungsgegenstände und ein mittelschwerer Brand, hervorgerufen durch zufällig aufgetauchte Molotov Cocktails, auf der Marktstraße. Noch blieb der Melder ruhig. Was sollte man denn auch machen? Ich jedenfalls machte mir erstmal ein weiteres Hefe auf und reihte mich in die Diskussion über den weiteren Verlauf des Abends ein. Tobi war schon klar was er machen würde. Er würde nach Kassel fahren, da dort ein Mega Disco Event war. Kostete wohl auch ordentlich Eintritt, aber er wurde wohl von Kumpels mitgenommen. Einer davon kam sogar rein und ging einmal rum. Und er war granatenvoll. Wie ich dann so mitbekommen habe, gehörte wohl auch die Kathrin zu dieser illustren Truppe, aber sie ist dann nicht rein gekommen. Schade eigentlich. Ein weiteres Mitglied hat sich also verabschiedet und Kai sah auch nicht mehr so frisch aus und entschied nirgends mehr hin zu gehen. Das überraschte mich jetzt rein gar nicht Philip, ein weiterer Kandidat für einen lustigen Abend, ließ sich auch nach Hause fahren. Aber er ließ sich von Jens nach Hause fahren und nicht ohne Umweg über Desingerode wo er, sagen wir mal Übernachtungsbesuch, abholte und wieder nach Westerode verlegte. Ich sag es ja, Lanzführerscheine überall. Also bleiben nur noch Schnitzel, Andreas und ich. Und wir hatten keine großen Alternativen mehr. Fahren konnte keiner mehr, stramm waren wir alle und die Werkstatt war so verdammt nah. Also fuhr uns Jens dort hin. Und ich hoffte wusste schon vorher das es heute nicht lange gehen würde.

Zunächst gingen wir rein und mußten tatsächlich noch Eintritt bezahlen. Da ich nun nicht mehr weiß, weiviel Uhr es war kann ich auch nich tmehr mit Sicherheit sagen, ob es gerechtfertig war oder nicht. Ich gehe mal davon aus, das es nicht gerechtfertigt war. Drinnen war es etwas voller als am Vorabend, was aber auch nicht unbedingt schwer gefallen war. Wir drehten eine halbe Runde und stellten fest, das wir niemanden kannten, dafür aber spielte eine Band. Wir ließen uns dann im vorderen Bereich nieder und bestellten erstmal. Soll ich den Leser raten lassen? Leiber nicht! Es war eine Flasche Wodka, zu der wir uns entschieden. Nicht das ich nun schon genügend Weizen getrunken habe, nein es mußte auch noch Wodka Red Bull in den Schero, damit ich auch am nächsten Morgen früh wach werde, um mich mit Magenkrämpfen im Bett zu wälzen. Ich habe es ja selbst so gewollt. Die Band an sich war gar nicht mal so schlecht. Sie spielte eine Art Ska Punk, allerdings Lieder die ich nicht kannte. Daher weiß ich nicht ob es Eigenkompositionen oder Cover waren. Den Leuten die sich tanzen trauten gefiel es jedenfalls und sie sprangen recht verstreut über die Tanzfläche. Schnitzel konnte das alles gar nicht fassen, das dieses Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel zu einer Tanzart gehörte. Aber es sah zumindestens rhythmisch aus. Ob es einem gefällt oder nicht, sei jetzt mal dem Betrachter überlassen. Mir war es egal, da es Wodka gab. Sollten da doch von mir aus nackte Teufelsanbeter oder fanatische Anarchisten durch die Gegend springen, ich hatte was zu trinken und somit ließ sich alles ertragen.

Mehrere Mischungen später trafen dann die BVB Fans aus dem Eichsfelder Hof ein, allerdings ohne Thomas B. und ohne Görtler. Aber mit Dirk, der mir dann erstmal berichtete das Görtler auf der Theke eingeschlafen wäre. Jedwede andere Aussage hätte mich auch stark gewundert. Zu Begrüßung knabberte Dirk mir erstmal am Ohrläppchen. Da ich Dirk nun schon eine Ewigkeit kenne und auch seine Marotten, ließ ich ihn mal gewähren. Ich hoffe er macht das auch nicht bei wildfremden Leuten die er gerade getroffen hat. Ich zähle jetzt hier mal die Zeiteinheiten in Mischungen, da ich mich an Uhrzeiten nicht mehr erinnern kann. Wenige Mischungen später also öffnete sich die Tür zur Werkstatt und herein kam Jemand mit dem ich absolut gar nicht mehr gerechnet hatte. Der Scholle hatte sich den Thorsten geschnappt und noch in die Werkstatt verlegt. Da er mich zu Beginn nicht sehen wollte gesehen hat, ging ich zu ihm rüber und die Überraschung war groß. Seine Enttäuschung konnte er recht gut verbergen und schon ging das Scheiße labern los. Eigentlich ist es egal, ob wir uns nüchtern oder stramm treffen, meistens unterhalten wir uns über irgendeinen Schwachsinn. Oder über das Trinken oder wann wir wieder mal einen Trinken gehen. Also für mich sind solche Gesprächsthemen durchaus ausreichend.
Ab und an wurde dann auch mal nach draußen verlegt, weil einem die frische Luft ja so gut tut. Und um den Rauchern einen Gefallen zu tun, damit die nicht so alleine stehen. Und manchmal spielt sich draußen auch wieder ganz tolle Sachen ab. Wie zum Beispiel eine Schlägerei, zwischen total fertigen Typen. Erst stehen sie zusammen und unterhalten sich und plötzlich geht es los. Dann wird man wieder getrennt und derjenige der unterlegen war rennt wieder in die Werkstatt. Während nun die andere Partei durch den Hintereingang, respektive Tor, heraus geschleust wird, kommt der Unterlegenen mit Verstärkung und Barhockern bewaffnet wieder raus. Astrein, jetzt geht es los. Gleich kommt noch Colt Sievers und Howie Manson um die Ecke und ab geht die Barschlägerei. Natürlich waren die beiden Stuhlschläger sehr enttäuscht, als die anderen Diliquenten bereits den Platz des Geschehens verlassen haben und legten sich dann erstmal mit dem Türsteher und dem Besitzer an. Immer eine gute Idee, denn sonst hätte man ja die Barhocker umsonst mit raus gebracht. Dann gab es auch noch gute Tips von weiteren Zuschauern, die riefen, da? Das andere Team raus gelassen wurde. Also setzten sich die Kirmesboxer in Bewegung um sie vor der Werkstatt abzufangen. Gerüchteweise soll es da wohl auch noch eine Schlägerei gegeben haben. Diese ganze Situation durfte ich dann noch einer jungen Dame erzählen, die sich sensationsgeil neben mich gestellt hat und wissen wollte was denn eigentlich los sei. Herrlich diese Samstag Abend Unterhaltung.

Scholle war das alles ein wenig zu doof und ging sich dafür lieber Musik wünschen. Die Band hat ja schon lange aufgehört zu spielen und die ganzen Techno Klänge drückten ein wenig auf das Hirn. Der DJ ließ erst nicht mit sich reden, aber lenkte dann ein, als eh keine rmehr auf der Tanzfläche war. Scholle wünschte sich ACDC. Zum Hören astrein, aber zum Tanzen nicht mein Fall. Lange Haare habe ich eh nicht mehr und ich steh eh lieber Kopfnickend am Rand der Tanzfläche. Heike war das relativ egal und zog mich auf die Tanzfäche von der ich mich dann rhythmisch zuckend wieder herunter stehlen wollte. Als dann plötzlich Heiko zu Boden ging und eine astreine Rolle rückwärts hinlegte. Und danach wieder stand. Das verblüffte mich ja am Meisten. Besser gesagt immer wieder, da er solche Dinger ja öfter gerne mal macht, wenn er einen im Kahn hat. Der Rolle rückwärts folgten noch diverse Rollen vorwärts und rückwärts. Alle perfekt gestanden. Wenn ich zu dem Zeitpunkt ein paar Ehrenurkunden dabei gehabt hätte, hätte ich sie ihm sofort verliehen. Im Bodenturnen ist er eine Eins. Ich hätte ihn auch noch gerne am Barren, an den Ringen und Kasten längst gesehen, aber Eberhardt, wollte die Utensilien dann doch nicht aufbauen. Sehr schade. Nach dieser sportlichen Betätigung wird dann auch mal durstig. Bei der Bestellung von Heiko durfte ich Zeuge folgender Kondition werden: „Einen Cola-Whiskey!“ „Jim Beam, Jack Daniels oder was?“ „Mädchen, ich bin in einem Zustand wo mir das egal ist. Schütt einfach das billigste Zeug in ein Glas“ „Ich hätte hier noch Spiritus…“

Die Musik war aus und es wurde Zeit den Heimweg anzutreten. Wir nahmen alle zusammen ein Taxi. Schnitzel, Andreas und ich stiegen in Westerode aus und Heiko fuhr weiter nach Seulingen. Ein gelungener Abend ging zu Ende. Auf dem Heimweg sagte ich noch zu Andreas, das ich froh bin , das es nicht so spät geworden ist. Daraufhin gab er mir den Tip doch mal auf die Uhr zu gucken. Es war 0500 Uhr und ich ärgerte mich. Aber nicht lange, denn ich wusste ja, das der Red Bull in den frühen Morgenstunden seine Wirkung zeigen wird und ich zeitig mit offenen Augen im Bett liegen werde. Wenigstens darauf ist noch Verlaß.

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