Pain free

Nach meinem groben Patzer in der Vorwoche beim Truppmann Lehrgang wollte ich mir ein solches Fehlverhalten nicht noch mal zu Schulden kommen lassen. Das hieß aber auch, das ich am Freitag nur mit angezogener Handbremse starten konnte. Naja, vielleicht würde ich die Handbremse nicht komplett anziehen, aber eine Rastung sollte vielleicht reichen. Doch zunächst mußte erstmal geprüft werden, was denn überhaupt für den Abend in der Planung stand. Präzise wie ein Uhrwerk erreichte mich eine SMS von Schnitzel mit einer Anfrage für die Abendplanung. Ich willigte sofort ein und traf entsprechende Vorbereitungen. Man braucht schließlich eine Grundlage und durstig sollte man auch nirgends aufschlagen. Jedenfalls nicht Alkoholdurstig.
Gegen 2100 Uhr betrat ich das Feuerwehrhaus und fand es in vollständiger Dunkelheit vor. Schnitzel war noch nicht da und Tobi war noch auf Spätschicht. Was soll man da schon groß machen? Man stellt das TV Gerät an und versorgt sich selber mit einem Bier. Nebenbei ließ ich noch mal die Woche vor meinem geistigen Auge reflektieren. Besser gesagt, bis zu dem Zeitpunkt als der erste Schluck Bier meine Lippen befeuchtete, dann war klar, das es heute Abend eh wieder ausarten würde. Trotzdem bleute ich mir selber ein, das ich morgen um 0615 Uhr die Wärme meines Bettes verlassen müsse um meine Freizeit der Ausbildung von Feuerwehrleuten zu opfern. Aber das mache ich ja gerne. Im Volksempfänger Fernseher lief nichts Besonderes. Ich bin dann trotzdem bei „Charlie’s Angels – Full throttle“ hängen geblieben. Ich kann mir nicht helfen, auch wenn die Filme unrealistisch hoch acht sind, find eich sie einfach Klasse. Gute Action Szenen und noch bessere Darstellerinnen. Kombiniert gibt das ein paar heiße Action Sequenzen. Außerdem finde ich Drew Barrymore Klasse. Aber ich bin ja nicht hier um über Filme zu referieren, sondern um so gut wie möglich den Abend zu Papier zu bringen. Und das wird schwer genug. Ich saß also rum guckte mir heiße, sich prügelnde Frauen an und trank Bier. Hört sich doch schon mal ganz gut an. Nebenbei trat ich in Kontaktaufnahme mit Ingo und er wollte sich unserer illustren Runde, die zu dem Zeitpunkt nur aus mir bestand noch anschließen.
Stark verspätet kam dann der Schnitzel an, dicht gefolgt von Tobi. Das Endziel stand eh schonfest, aber man muß ja nicht gleich um 2300 Uhr in die Werkstatt rennen. Also überlegten wir uns einen Alternativplan. Alle brachten die Bedingungen vor, das es nicht so lange gehen sollte, da alle am Samstag früh raus mußten. Das passte perfekt zu dem von mir ausgearbeiteten Plan. Es mußte eigentlich nur noch die Alkoholzufur eingestellt werden, so daß es am frühen Samstag Morgen keine böse Überraschung geben würde. Aber darum kann man sich später kümmern, wenn man erstmal genügend Bier hinein geschüttet hatte. Als dann der Ingo noch ankam beschlossen wir spontan eine Runde durch die Stadt zu fahren um zu gucken ob man schon vorher abschätzen könnte wo man den meisten Spaß haben könnte. Ein recht schwieriges Unterfangen. Wir entschlossen uns dann für das Ambiente, da es dort die letzten Wochenenden trotz Besuchermangels immer recht spaßig war. Die Anzahl der Autos ließ auf weniges Publikum schließen, was aber nicht gerade das schlimmste sein muß.

Im Inneren bestätigte sich der Verdacht und die Besucherzahl war sehr übersichtlich. Und dennoch traf man alte Bekannte. Diesmal den Patrick R. (dem regelmäßigen Leser als Stickstoff-Übertäter noch bekannt) der mich erstmal über mein Verbleib bei der Jugendfeuerwehrwartversammlung ausquetschte. Ich unterhielt mich kurz mit ihm und verpasste wieder mal die Initialgetränkebestellung. Sehr grober Fehler, aber auf der anderen Seite ist es dann doch unhöflich, wenn man seinen Gesprächspartner stehen lässt um sich was zu trinken zu organisieren. Gut, bei Regin ist das alles noch verständlich und keiner würde sich wundern, wenn ich ihm plötzlich den rücken kehre, aber bei hübschen Frauen wäre das einfach nur unhöflich. Man bräuchte ein zweites Ich, welches solche lästigen Aufgaben, wie Getränke bestellen und bezahlen, arbeiten gehen und diesen ganzen Spielkram für einen erledigt. Ich frage mich wie weit die Klonforschung schon ist? Doch diesmal haben meine Freunde mit gedacht und mir ein wunderbares Becks mit bestellt. Ich mußte ein bis zwei Tränen weg blinzeln und erfreute mich an dem Pils. Es war wohl gekühlt und schien sich hervorragend mit dem schon vorhanden Pilsmengen in meinem Magen zu vertragen. Es folgte nun eine weitere Runde und ich mußte die sanitären Einrichtungen aufsuchen. Dort traf ich dann den Manuel, vor dem ich mich zu nächst verstecken wollte, was aber an den ganzen Pinkelbecken nicht möglich war. Wenn ich es doch versucht hätte, dann hätte man da schnell eine verfängliche Situation draus machen können. Bei meinem natürlichen angeborenen Glück wäre das mit ziemlicher Sicherheit eingetreten. Wir wollen ja hier nichts forcieren. Wir unterhielten und kurz und ließen unser letztes Treffen kurz Revue passieren. Er versicherte mir das Holler heute Abend nicht so stramm wäre und berichtete mir von der Rettung der jungen Damen aus der Anbaggeraktion von Holler. Ach ja, war schon lustig.

Wieder zurück an dem Ausgangspunkt kam der Holler auch kurz vorbei. Nebenbei gingen dann weitere Biere rein. Schnitzel und Tobi führten sich Bananenweizen zu, was immer noch nicht mit meinem Ästhetikbewusstsein Hand in Hand ging. Wie kann man einem Hefe nur so etwas Schändliches an tun. Das Hefe hatte man einen Auftrag, nämlich einem durstigen Menschen Linderung zu verschaffen. Nun wird es einfach mit etwas unwürdigem wie Bananensaft zusammen geschüttet und verkauft. Es ist eine Schande. Wie steht es denn jetzt vor seinen Freunden da? Das wäre ja genau so als würde eine übereifrige Mutter ihren Sohn rosa Pullovern in die Schule schicken, weil er teilweise die Sachen seiner großen Schwester auftragen muß. Absolute Frechheit! Aber man muß ja jedem seine Freiheit lassen. Dies ist schließlich ein freies Land. Wäre ich hier Kaiser König Chef, dann würde einiges anders aussehen. Zum Glück tranken sie kein weiteres beschnittenes Weizen, sondern sprangen auf dem Mixturenzug um. Der bewegte sich leicht schneller. Ich bleib aber vorsichtshalber beim Pils, das große drohende Plakat vor meinem inneren Auge konnte man auch nicht übersehen. Darauf waren eine große 06 und eine ebenso große 15 zu sehen und darunter in leuchten roten Lettern Aufstehen geschrieben. Da jetzt in Teil Mischungen trank und ich beim Bier bleib stellte sich langsam aber sicher eine gefährliche Konstellation der Getränkeversorgunge in. Jedes Mal wenn ich fertig mit einem Bier war, hatten Schnitzel und Tobi ihre Mischung gerade angefangen oder hatten sie zur Hälfte geleert. So etwas kann schnell belastend für den Fahrer werden, in diesem Fall Ingo.

Da die hübsche Frauen Dichte im Ambiente so gut wie nicht gegeben war, jedenfalls nicht in Ingos und meinem Alter beschlossen wir bald auf zu satteln und zum Endpunkt unserer Reise weiter zu ziehen. Die Werkstatt hatte wieder ihren Lockruf ausgepackt. Ingo wollte aber nicht mehr mit, als er sah wie viel dort los war. Gut, es war gar nichts los und wenn ich ehrlich bin hätte ich mit ihm den Heimweg antreten sollen. Aber irgendetwas verdeckte das große Warnschild in meinem Kopf und ich begleitete Schnitzel und Tobi, immer noch mit dem Vorsatz, das es nicht so lange gehen sollte. Maximal bis 0300 Uhr. Dank Tobis umwerfenden Charme kamen wir sogar noch umsonst rein. Das war auch dringend notwendig, denn meine Blase drohte zu platzen. Nach dieser Erleichterung bestellten wir dann im Eilverfahren eine Flasche Wodka und erfüllten unser Schicksal. Es hat sich wohl eingebürgert, das eine Flasche Minimum in der Werkstatt ist. Als ich dann die Gelegenheit hatte mich ein wenig umzugucken, entdeckte ich keine neuen Gesichter und die alten Gesichter, die waren mir auch kaum bekannt. Zum Glück hatten wir Wodka.

Kolben und Matze waren auch mit einer Reihe Freunden da und betranken sich in einer Sofaecke. Wir versuchten aus der Ferne fest zu stellen ob und wie stramm sie waren. Die Frage nach dem Ob erübrigte sich sehr schnell, denn sie hatten für alle sichtbar eine Flasche Wodka auf dem Tisch stehen. Nun kam das schwierige herausfiltern der Strammheit der einzelnen Personen. Wir einigten uns sehr schnell auf die vollste Person am Tisch, das war der Matze. Vielleicht wurden wir auch durch seinen recht verwirrten Blick und die langsamen Bewegungen getäuscht, aber er war aus der Distanz betrachtet der Strammste. Kurz dahinter kam dann einer der unbekannten Freunde. Schnitzel schrieb dann Matze noch eine SMS und die Verwirrung wuchs ins grenzenlose bei ihm. Manchmal fragen wir uns ob er illegale Substanzen raucht.

Kurze Zeit später kamen dann überraschenderweise Hüfte und Vanessa, diesmal wieder mit Zopf, um die Ecke. Sie kamen gerade von einer Geburtstagsfeier und wollten den Abend noch nicht so schnell enden lassen. Na da waren sie hier genau richtig. Wir unterhielten und über dies und das und leerten langsam aber sicher die Wodka Flasche. Warum auch nicht, denn das ist schließlich ihre Aufgabe und nicht in einem Regal zu verstauben. Hüfte hielt regen Kontakt mit ihrem Telefon und das konnte nur eins bedeuten. Sie kommunizierte mit Porno, welches wiederum darin endete das er plötzlich in der Werkstatt auf schlug. Vollstramm, wie es sich gehört. Also konnte die Scheißelaberei wieder los gehen.

Die Uhrzeiger wanderten unaufhaltsam vorwärts und mehrmaliges kontrollieren brachte keine Besserung. Es wurde nach 0300 Uhr und ich sollte schon längst auf dem Heimweg sein, damit ich am frühen Morgen aus dem Bett springen konnte. Seltsamerweise war ich immer noch in der Werkstatt und haute mit mittlerweile Havana Club Cola in den Brägen, da die Flasche schon alle war. Zum Glück entschieden wir uns dagegen eine neue Flasche zu holen. Wir wollten ja auch eigentlich gar nicht so lange bleiben. Dämliche Vorsätze, die gehen eh immer in die Hose. Eine halbe Stunde später brach eine kleine Diskussion aus ob man denn noch da bleiben würde oder die Biege machen würde. Schnitzel ließ dann schnell durchblicken, das er noch da bleiben wollte und suchte Absolution bei mir, ob ich denn auch nicht sauer wäre. Das war ich ganz und gar nicht und nutze die Gelegenheit mit Hüfte und Porno abzuhauen. Die wurden von den Wüstefelds gefahren und konnte mich noch mit nehmen. Lief also ganz gut. Nach einem unplanmäßigem Zwischenstop bei einem amerikanischen Fast Food Riesen endeten wir dann zum Verzehr unserer Speisen im Jugendraum. Ich dachte mir, das wenn ich nun etwas essen würde, dann bräuchte ich ja gar kein Frühstück mehr, als nochmalige Zeitersparnis. Außerdem war ich hungrig. Der Weg nach Hause war kalt und ich haderte mit mir selber. Es war mittlerweile nach 0400 Uhr und ich machte mir bewusst das ich um 0615 Uhr aufstehen müßte. Würde es gehen? Würde ich Magenprobleme haben? Würden die Toiletten im Feuerwehrhaus Duderstadt funktionieren?

0627 Uhr, ich erreichte die vertikale Position und beschloss nach einer ordentlichen Waschung würde es mir schon wieder gut gehen. Vor allem würde ich dann den Schleier vor den Augen weg bekommen. Ich machte mich fertig und begab mich zum Feuerwehrhaus, ironischerweise der Ausgangspunkt meiner abendlichen Reise. Da wir dran waren Frühstück auszugeben, erledigten Kai und ich schnell die Besorgungen und luden unsere Truppmänner ein um zum Feuerwehrhaus Duderstadt zu fahren. Dort wartete man schon mit Spannung mein Auftreten. Ich muß sagen, das ich einen guten Kompromiß für den letzten Ausbildungssamstag gefunden habe. Der erste Samstag war einfach nicht mein Stil, der zweite Samstag war dafür die doppelte Portion und der letzte Samstag so wie er sein sollte. Man war verkatert, sah scheiße aus (was nicht unbedingt an dem Alkohol gelegen haben muß) und befriedigte die Bedürfnisse der Lästermäuler. Zu Beginn durfte ich mit wieder die üblichen Sprüche und Anschuldigungen anhören. Viele von diesen Sprüchen darf ich hier gar nicht niederschreiben, da sie teilweise das Geschmacksempfinden einiger Leser verletzen würde. Man hat ja bereits ein dickes Fell und ließ alles über sich ergehen. Auch die Sprüche über meinen grauen Pullover.

Frisch ging es dann ans Werk, wenn man wenig geschlafen hat und am Abend vorher eine intensive Alkoholkur gemacht hat ist frische Luft genau das richtige. Wir fuhren im Konvoi zum ortsansässigen Schrottplatz und schnitten ein Auto auseinander. Besser gesagt, die angehenden Truppmänner taten dieses und ich machte Fotos. Die anderen Ausbilder standen meistens rum und gaben kluge Kommentare ab. Ich will ja gar nichts sagen, denn wenn ich keine Kamera gehabt hätte, dann hätte ich mich ihnen angeschlossen oder schlimmere Sachen gemacht. Akkis und mein Lieblingstruppmann Klatscho heimste Lobhudeleien von Heiko ein, was ihn definitiv verwirrte, denn so was kannte er von uns nicht. Die Bilder sind gold wert. Ich bin mal gespannt was Gepetto mit denen macht. Aber das soll seine Sache sein. Glaubt man den Dingen die einem so in den Pausen erzählt werden, dann sind das ganz schön grenzwertige Sachen. Es ging weiter mit Stationsausbildung wo ich dann Leitern vorstellen durfte. Ganz tolles Thema und wird von allen gern genommen. Seltsamerweise bleiben solche Sachen immer an mir hängen. Gut, die Knotenausbildung hätte ich auch nicht machen wollen, das war wohl noch trockener. Leider hatten wir auch die Drehleiter nicht zur Verfügung. Ich hätte zu gerne die Panikschreie von Klatscho gehört. Wenn man dann so zwischen den ganzen Lehrgangsteilnehmern steht, dann fragt man sich manchmal warum man das alles macht, aber der Abend sah ja schon sensationell Unterhaltung vor. Es stand nämlich das Abschlußfest an. Sonst kamen da ja immer noch ein paar Lehrgangsteilnehmern mit hinzu, aber diesmal sollte es wohl ein reines Ausbildertreffen werden. Ergo, es artet mit ziemlicher Sicherheit wieder aus. Unglücklicherweise fing es dann noch an zu regnen und wir durften schön im Regen weiter machen. Die Bewertungsübungen sind ja immer sehr toll. Erstmal wird man mit Fragen gelöchert und wenn sie dann los legen sollen, dann geht das meiste eh wieder in die Hose. Am Besten ist echt das man keine Bewertungsübungen mehr macht, sondern einfach den Gesamteindruck bewertet. Sobald der Begriff Bewertungsübung fällt, klinkt irgendetwas im Gehirn aus und es ist als wären sie den ersten Tag da. Außer Klatscho, der macht dann seltsame Zungenspielen und eröffnet neue Einblicke in die menschliche Natur. In solchen Momenten fragt man sich immer, warum man immer solche Spezialisten in der Gruppe hat? Macht Gepetto das mit Absicht oder ist wirklich immer das Schicksal? Aber an sich ist Klatscho schon in Ordnung, ab und an rastet in seinem Kopf ein kleiner Hebel aus und man fragt sich ob er nicht irgendwo gefunden wurde.

Zurück in der Wache wurden dann die Lehrgangsteilnehmer auf die Prüfung eingeschworen, die Großübung wurde auf Grund des schlechten Wetters abgebrochen. Alles Memmem und Luschen. Dafür saßen die Ausbilder rum und mußten die Zeit tot schlagen. Wenn man so zur Ruhe kommt, dann kann man mal wieder auf die innere Stimme hören und plötzlich bekommt man Lust auf ein Pils. Ich saß also um 1500 Uhr im Ausbilderraum und hatte großen Durst auf ein Bier, gleichzeitig baute sich vor meinem inneren Auge ein Verlauf des Abends auf, den ich zwar nicht gut heißen konnte, aber wohl nichts gegen machen konnte. Die Äußerung meines Vorschlages, doch mal Bier zu trinken brachte allgemeine Erheiterung in den Raum, aber in den Gesichtern konnte ich lesen, das alle die gleiche Idee hatten oder zumindestens die Idee super fanden. Leider ging es nicht. Die Prüfung war noch im vollen Gange, als Kai und ich dann den Heimweg antraten. Wir wollten uns noch frisch machen, bevor es dann zum großen Abschießen ging. Das 30er Faß war schon organisiert und ich freute mich drauf.

Als wir wieder am Feuerwehrhaus ankamen, war gerade die Abschlußbesprechung im Gang, das konnte nur bedeuten, das es bald zum Bier trinken ging. Ich schlich mich leise durch die Küche und setzte mich dann mitten in den Raum. Was ich sehr positiv fand, war das überwiegend gute Beurteilungen der Ausbilder eingegangen sind. Die Lehrgangsteilnehmer haben zum Schluß noch mal die Gelegenheit sich über den Lehrgang schriftlich zu äußern. Und wenn man dann ein Lob hört, dann fühlt man sich schon ein wenig bestätigt. Gut, die Horde war als weg und es wurde langsam Zeit mit dem Bier trinken anzufangen. Die Uhr zeigte 1630 Uhr und damit war es legitim sich ordentlich die Mütze zu zu knallen. Frei nach dem Motto „Kein Bier nach Vier“. Wir versammelten uns im Ausbilderraum und Helmut brachte die erste Rutsche ran. Es schmeckte einfach herrlich. Natürlich gibt es auch wieder die grenzwertigen Personen im Raum, die sich einfach das Bier nur so rein kippten. Diesmal war besonders Beispielhaft in dieser Hinsicht, der Gepetto. Das Glas wurde angesetzt und ehe man sich versah war es auch schon in den Magen extrahiert. Die Geräusche die dabei entstanden möchte ich lieber nicht wiedergeben, aber sie hatten leichte Ähnlichkeiten mit einer Tauchpumpe, die Luft angesaugt hat.

Kurze Zeit später kam dann auch der Noxe um die Ecke und hatte einen feinen Picknickkorb mitgebracht, den seine Freundin für ihn zusammen gestellt hatte. Inhalt waren mehrere Kilo Fleisch, ein paar Salate und eine Flasche, die mir aus der Ferne schon Angst einflößte. Freudestrahlend hielt er sich hoch und ich konnte etwas wie Obstler darauf erkennen. Ich hoffe ich könnte diese Pein von mir abwenden. Aber da hoffte ich falsch, eher hätte ich hoffen können, das mir an diesem Abend Drew Barrymore begegnen würde und bei mir übernachten wollte, weil ihr Auto eine Panne hat und alle Hotels hätten schon zu. Als Akki nämlich die Flasche sah wurde sie gleich entkorkt und es wurden Schnapsgläser verteilt. Ehe ich mich versah waren diese auch schon gefüllt und wurden verteilt. Ich traute mich gar nicht zu fragen, ob man mit dem Schnaps trinken nicht warten würden, bis nach dem Essen. Das ganze erinnerte an eine Raubtierfütterung. Wenn man dann noch Sprüche wie „Och, der ist ja ganz mild und kratzt gar nicht so im Hals.“ hört und man selber wieder mit den alten Problem des Schnaps trinken zu kämpfen hat, dann ergibt man sich einfach seinem Schicksal. Was hätte ich denn auch machen sollen. Wenn ich sage, das ich keinen Schnaps trinke an einem Samstag Nachmittag, dann werde ich doch höchstens ausgelacht.

Nun ja, so ging es dann also munter weiter. Die Biere kamen immer recht regelmäßig und Daniel hatte bereits den Grill angemacht, da er wohl tierischen Schmacht hatte. Nebenbei wurden dann einige Anekdoten zum Besten gegeben. Am Besten fand ich die Elton-Story von Akki. Sie waren wohl zusammen in einem alten, nie in Betrieb genommen Atomkraftwerk, welches zu einem Vergnügungszentrum umgebaut wurde und hatten sich ordentlich einen rein geknallt. Elton saß also stramm wie die Nacht auf einer Treppe, als eine Frau mittleren Alters vorbei kam und ihn anschrie. Er wäre wie ihr Sohn, total besoffen und schon hat er eine hängen gehabt. Mit ein paar Tränen in den Augen ist er dann wieder zu Akki zurück gekommen und hat sein Herz ausgeschüttet. Da Akki ja ein Herz für den kleinen Elton hat, hat er ihn auch gleich ganz lieb mit Bier getröstet. Wenn ich mich vorstelle bei der Situation dabei gewesen zu sein und Eltons Gesicht dazu gesehen hätte, dann wäre ich immer noch am Lachen.

Am Grill fand zwischenzeitlich Wachwechsel statt und Noxe stand daran und grillte grob geschätzt ein halbes Schwein in Kotelett-Form. Er bat mich telefonisch ihn mit gekühlten Getränken zu versorgen, welches ich dann auch sofort machte. Unten erzählte er mir dann erstmal das schon mehrer Schweine für seine Hochzeit angesetzt worden sind. Also das wird auch ein Fest werden, zum Glück bin ich eingeladen und der Akki auch. Ich denke da werden wir uns schön betrinken. Auf jeden Fall ist dafür schon mal ein Weblog-Eintrag reserviert. Wieder oben zwang mich dann der Noxe ein Kotelett zu essen, obwohl ich ja gar nichts haben wollte, da ich ja später noch bei Leiche eingeladen war. Aber sich gegen Noxe zu wehren hat Ähnlichkeiten mit einem Spanier und seinem Kampf gegen Windmühlen. Dann aß ich also das Kötelett und war begeistert von dem Geschmack. Ach ja, wir wollen mal nicht das Beigedeck vergessen. Der Obstler wurde ratzeputz alle gemacht und Bier gab es auch noch. Bevor ich dann die Biege machen wollte. Beim Zapfen lief dann auf dem „Fernseher“ „In einem Land vor unserer Zeit“. Es war ein seltsames Erlebnis. Ich war schon gut dabei, mit den ganzen Schnäpsen und Bieren auch kein Wunder, und zapfte Bier, während im TV Zeichentrickdinsoauriern umher liefen und beknackte Lieder sangen. Es fühlte sich an wie beim Abi Saufen, wo man stramm bei Streiti in der Bude saß und absolut das Zeitgefühl verlor. Ich sinnierte noch ein wenig den Gedanken nach und machte dann die Rutsche Bier fertig. Von dieser trank ich dann och zwei Pils und hielt mich bereit. Als der Express zu Leiche dann los ging hatte ich noch ein dringendes Geschäft zu erledigen und ab ging die Post. Ein wenig enttäuschend war es dann das Kai nicht mitgekommen war, obwohl auch er eingeladen war. Aber er zog halt andere Prioritäten.

Vanessa S. war so nett uns nach Gerblingerode zu fahren. Dort erwartete uns Leiche und Steffi, die uns als kleines Dankeschön für eine Bedien-Aktion eingeladen haben. Ich hatte ja eigentlich mit einer kleinen Grillung gerechnet, aber Steffi wollte für uns kochen. Von mir aus gerne, ich weiß nur nicht ob ich noch in der Lage war das Essen zu genießen. Ich hatte ja mittlerweile schon ein paar Bierchen intus und die Geschmacksnerven lagen wohl brach, dank des Obstlers. Ich kann mich noch erinnern, das wohl noch eine weitere Flasche Schnaps vom nahe gelegenen Supermarkt organisiert wurde. Ich wäre wohl auch gerne noch dageblieben, hatte aber bei Leiche schon zugesagt. Außerdem machte es Anzeichen dort auch lustig zu werden. Weitere Teilnehmer an dieser Dankesaktion waren Schnitzel und Florian. Würde das ganze jetzt ein Seher beobachten, dann würde er voraussagen, das ein sehr alkoholreicher Abend werden würde. Die Sterne standen richtig.

Da wir natürlich anständige Geäste waren brachten wir auch Geschenke mit, auch wenn sie flüssiger Form waren, wurden sie dankbar angenommen. Meine größte Sorge bestand zunächst in den vielen Stufen. Noch ging es sie zu erklimmen, aber spätestens wenn wir abdüsen würden, dann mußten wir sie auch wieder hinunter gehen. Die Geländer aber machten einen stabilen Eindruck, also mußte ich mich später nur gut festhalten. Oben wurden wir dann gleich mal mit einem Aperitif begrüßt. Ich bin ja nicht so der Fan von hochprozentigem Alkohol vor dem Essen, aber dieser Tropfen mundete sehr. Und man sah vor allem, das wir nicht gewohnt waren so verwöhnt zu werden. Keiner wusste so recht ob man das nun in einem Schluck leerte oder eher genüßlich schlürfte. Im Zweifelsfall würde ich mir das Zeug auf Ex in die Myrte kippen, da macht man nie was falsch. Auch wenn das beim Begrüßungssekt etwas komisch aussieht. Vor allem dann wenn man kurz darauf mit einem Pils in der Hand neben den anderen steht und von seiner Mutter böse Blicke erntet. Ich weiß gar nicht wozu Aperitifs gut sind, laut Wikipedia sollen sie den Appetit anregen. Also kann ich die ganzen Bier und Obstler die ich vorweg zu mir genommen habe als Aperitif zählen. Sauber, die haben mir auf jeden Fall den Magen geöffnet und der wartete nun darauf geschlossen zu werden. Als Hauptgericht gab es dann Nudeln mit einer überaus leckeren Fleischsoße, dazu wurde Salat und Weißbrot gereicht. Sehr lecker. Als Nachtisch gab es dann Eis. Ach ja, als Getränk wurde dann Hefe serviert. Man konnte also sagen, das es uns ganz gut ging.

Der kleine Louis war die ganze Geschichte nicht ganz so geheuer und er speiste lieber im Wohnzimmer wo er dann ja auch den Fernseher als Unterhaltung hatte. Bei so vielen fremden Männern, wo einer auch noch ganz fies nach Bier und Obstler roch, wäre ich auch stiften gegangen. Natürlich pflegten wir auch die Unterhaltung, die sich allerdings eher um lustige Anekdoten aus vergangener Zeit handelte. Manche waren deutlich unter der Gürtellinie und eh nicht für Kinderohren bestimmt. Das Hefe tat seine Pflicht in meinem Körper und ich wurde langsam strammer und meine Zunge lockerte sich von mal zu mal. Ich gab mir auch keine Mühe mehr nüchtern zu wirken. Das ist nämlich ganz schön anstrengend und wenn man erstmal diese Hürde hinter sich gelassen hat, dann fließt das Bier auch um Längen besser. Und das Hefe floß besonders gut. Nach dem Essen gab es dann wie erwartet eine Runde Schnaps. Ich wehrte mich schon gar nicht mehr und lockerte wie von selbst meine Gesichtsmuskeln. Diese ganze verkrampfen kann zeitweise ganz schön auf die Substanz gehen. Diesmal war es Kesselwasser. Ein Schnaps den Leiche wohl zu Hauf hat, da er als Kesselbauer zu jeder Einweihung so eine Flasche bekommt. Es war eine Mischung aus Obstler und noch einem hochprozentigen Schnaps dessen Namen ich jetzt spontan vergessen hatte.

Zwischenzeitlich hatte sich der Noxe mal gemeldet und berichtet mir gar schreckliche Dinge von der Ausbilder Feier. Nachdem ich den Schauplatz verlassen habe ist alles irgendwie ausgeartet. Akki ist auf dem Tisch eingeschlafen und wurde von Wichteln mit Brötchen dekoriert. Die Wichtel sind unerkannt entkommen, aber es gibt Fotobeweise von dem geschmückten Akki. Ich selber habe direkten Zugriff auf diese Beweise halte sie aber auf Grund des Überraschungseffektes beim Wichtel Gerichtsverfahren noch zurück. Auf jeden Fall werden sie der Knaller werden. Des weitern mußte ich mit ein wenig Scham vernehmen, das sich der Kai übergeben mußte. Als Ortsbrandmeister muß man solche Situation vermeiden. Ich schämte mich ein wenig, das Kai gerade mein Ortsbrandmeister ist und entschuldigte mich bei Noxe für dessen Verhalten. Ich werde wohl noch mal ein ernstes Wörtchen mit ihm reden. Auf seinen alten Jugendfeuerwehrwart wird er wohl hören. Wenn nicht dann trete ich ihm in die Eier und sage den Wichteln Bescheid, das sie ihn das nächste Mal auch mit Brötchen dekorieren. Ich machte dann noch mit Noxe ab, das ich mich melde, sobald wir in die Werkstatt verlegen würden. Ich weiß nicht warum ich diese Aussage getätigt habe, aber tief in meinem Gehirn war eine kleine Gehirnzelle, die sagte, das wir da eh enden würden. Selbst dann wenn ein gigantischer Komet, auf die Erde knallen würde.

Dieser Wechsel zwischen Frischluft und Wohnzimmer oder zwischen warm und kalt, tat meinem Zustand nicht unbedingt gut und ich merkte wie Schnaps und Bier ihre Wirkung in meinem Körper taten. Ich fing sogar schon an manche Geschichten zwei Mal zu erzählen und lachte mich dann mit den anderen über meine Verwirrtheit kaputt. Hier hilft dann nur eines, mehr Schnaps und Bier trinken. So geschehen mit mehr Hefe und als das dann alle war, gingen noch ein paar Pils rein. Der Abend wurde immer später und langsam übermannte die Müdigkeit die tapferen Recken. Leiche nickte von Zeit zu Zeit ein und ich muß auch zugeben, das mir die Augenlider schwer wurden. Wir beschlossen also zum Aufbruch über zu gehen und den Leiche endlich aus seiner Pflicht als Gastgeber zu entlassen. Und wie ich es voraus gesagt hatte orderten wir ein Taxi zur Werkstatt. Während wir warteten hörten wir lustige Klänge aus der nahegelegenen Mehrzweckhalle. Die Verlockung war groß, das wir dort einfach einfallen würden, aber wir rissen uns am Riemen und bleiben vor dem Bäcker stehen. Trotzdem hofften wir alle das Jemand den wir kannten da raus kommen würde und uns einfach mit rein nehmen würde. Da würden wir dann alle Vorräte austrinken und mal wieder total auffallen, was uns aber relativ egal gewesen wäre. Endlich kam dann das Taxi und Melanie war unsere Fahrerin und warnte uns das nicht viel los sei. Wir aber waren unerschrocken und wagten den Vorstoß in die mit ziemlicher Sicherheit verlassene Werkstatt.

Am Einlaß durften wir dann erstmal Wegegeld entrichten. Aber nur Schnitzel und ich, da der Vollmer ja im April Geburtstag hat und somit freien Eintritt hatte. Absolute Frechheit! Ich hätte das mit dem Eintritt ja noch verstanden, wenn denn wenigstens was los gewesen wäre in der Werkstatt, aber als wir dann um die Ecke kamen, sahen wir schon die gähnende Leere. Um einer Diskussion vorzubeugen machte ich gleich den Vorschlag eine Flasche zukaufen. Ich war ja eh schon hacke voll und da machten mir diese paar Promille mehr auch nichts mehr aus. Aber der Vorschlag wurde zu meiner Verwunderung abgeblockt. Wir entschieden uns eine Runde Mischungen zu trinken. Einmal Reih um und dann sollte auch schon gut sein. Wir verlegten dann etwas weiter nach hinten und trafen dort auf den Oppermann. Als wäre es nicht schon genug, wenn ich ihn am Nachmittag bei der Feuerwehr gesehen hätte. Oppermann gesellte sich gleich mal zu uns und wollte Schnitzel dazu überreden ihm ein Schwein für 100 € zu überlassen. Schnitzel zweifelte zu Recht den Gemütszustand von Oppermann an. Nach diesem kurzen Intermezzo entschlossen wir uns zum schnellen Verlassen der Werkstatt. Es war aber auch gar nichts los. Welche Uhrzeit das war kann ich aber auch nicht mehr mit Gewissheit sagen. Auf jeden Fall war es dunkel draußen. Unsere Kutsche gen Heimat wurde erneut von Melanie gefahren. Vollmer dankte es ihr in dem er gemeine schweflige Gase im Taxi hinterließ. Schön war das nicht und es müsste am Folgetag bestimmt noch eine Untersuchung statt finden über die Schäden die am Interieur des guten Benz verblieben sind. Wir verlegten ohne große Umschweife nach Hause. Und ich war froh das ich endlich in mein Bett konnte. Ich wollte es ja nie zu geben, aber so ein voll ausgefüllter Samstag schlaucht ungemein. Ich war froh das Fußball an dem Tag ausgefallen ist. Dafür ist jetzt der Truppmann auch vorbei und ich kann Samstag wieder ausschlafen um länger durchzuhalten. Ach halt, am kommenden Samstag geht es ja nach Hannover. Zum Ballern!

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