Bierpumpe’s Mix-a-lot

29/04/2008

Möge sich der geneigte Leser von mir in eine vergangene Zeit zurück führen lassen. In die Zeit als es noch Kassetten gab und man diese redlich genutzt hat. Das war bevor CD Brenner zu erschwinglichen Preisen in jedem Rechner liefen und man stolz war wenn man einen Kassetten Rekorder sein Eigen nennen konnte, mit dem man auch aufnehmen konnte. Zwar war die Qualität unter aller Sau, aber man konnte Sachen aus dem Radio aufnehmen. Dann gab es noch die Fanatiker, die es perfekt haben wollten und sich eine Anlage aus Bausteinen zusammen setzten. Da konnte man dann bei Vorhandensein von Tape-Deck und Radio, die Musik in besserer Qualität aufnehmen. Ich war ein Glücklicher der von seinem älteren Bruder so ein Ding geerbt hat. Mit der Zeit wurden dann Lieder von CD auf Kassette überspielt und später dann von mp3 auf Kassette sogenannte Mix Tapes wurden erstellt.

Meiner Meinung nach ist es mit das Schönste Musik zu schenken. Es kostet nicht viel Geld und man macht sich Gedanken. So war und ist es immer noch Brauch das man den Menschen die man mag gerne mal eine CD mit Musik schenkt. Früher waren das sogenannte Mix Tapes und auch wenn es heute CDs sind, heißen sie immer noch so. Zum einen um ihre Musikhorizont über den Mainstramradioschrott zu erweitern und zum anderen um seine Zuneigung auszudrücken. Von vielen Seiten habe ich gehört, das man seiner Liebsten oder derjenigen deren Herz man erobern wollte ein Mix Tape geschenkt hat. Ich muß sagen, das die Frauen bei denen ich so was in Planung hatte nie gemerkt haben ich das nie so gemacht habe, wohl aber den Menschen die ich mag. Wie schon gesagt, Musik ist was Wunderbares zum verschenken. Vor allem wenn es ein Mix ist.

Und ich habe solche Mixes auch für bestimmt Ereignisse zusammen gestellt. Wie zum Beispiel Vatertag oder den 1. Mai. An solchen Tagen betrinkt man sich gerne mal den ganzen Tag und das geht noch besser wenn man anständige Musik dabei hat. Und zum Glück gibt es jetzt das Internet und seine wunderbare Welt der Vielfalt. Ich bin auf eine Seite gestoßen, auf der man Mix Tapes zusammen stellen kann. Und das habe ich mal gemacht und es dem bevorstehenden Feiertagen gewidmet. Tönte so eine Musik aus dem Lautsprecher, ich bin umgeben von netten Leuten bei schönem Wetter oder auch schlechten und ich habe ein gekühltes Bier in der Hand, dann geht es mir gut. Ich hoffe der bevorstehende kombinierte Feiertag (größte Schweinerei des Jahrhunderts, aber da verliere ich an passender Stelle noch ein paar Worte) beschert uns wunderbares Wetter, jede Menge nette Leute und jede Menge kühles Bier.
Nun aber genug gelabert, hier ist das Mix Tape zu den Feiertagen:


DirectMixing

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Ace of spades

28/04/2008

Am vergangenen Freitag wurde die Grenze mal wieder überschritten. Und zwar weit überschritten. Ich war auf der anderen Seite und hatte keine Sicherungsleine dabei. Daher bin ich auch abgestürzt, in einen bodenlosen Abgrund. Und fand mich doch zu Hause wieder. Und dabei hat der Abend recht harmlos angefangen. Der KCW hatte zur Poker Night geladen und ich freute mich schon drauf. Nicht weil ich jetzt der Super Poker Crack bin, sondern weil ich wusste, das ich mir für wenig Geld schön die Hucke zu Saufen konnte und nette Leute treffen würde. Poker ist nicht so mein Spiel. Nicht das ich es nicht können würde. Es ist ja quasi wie Kniffel, aber dieses ganze Geld setzen und blöffen und Big Blind und Small Blind, hat nicht so viel mit Karten spielen zu tun. Man sammelt einfach Karten und kriegt ein gutes Blatt oder nicht. Und dann bietet man. Das ist kein Kartenspiel sondern ein Schätzspiel. Nun ja, wem es Spaß macht, der soll es man ruhig spielen. Ich war mir fast sicher, das auch noch andere Sachen gespielt wurden und wenn nicht dann würde ich mich dort hin setzen und mich langsam in das Land des Alkohol trinken. Über irgendeinen Weg würde ich da schon hin kommen.

Ich ging also recht zeitig zu Hause los und traf wenige Marschminuten in der Mehrzweckhalle ein. Dort traf ich dann auf dorfbekanntesten Trinker Porno und auf Timo. Das Hände schütteln wurde gerade noch über die Bühne bekommen und dann wanderte schon das erste Pils in meinen Schlund. Und der erste Strich auf meinen Deckel. Das Gute war halt, das Biere nur 0,50 Euro gekostet haben. Das Schlechte war das Löwentor auch nur 0,50 Euro gekostet haben. Aber davon würde ich mich ja fernhalten. Nie mehr Schnaps trinken als unbedingt notwendig. Wenn es sich nicht vermeiden lässt dann nie nach vorne drängeln, sondern schön abwarten, ob man denn nicht vergessen wird. Doch so weit waren wir ja noch lange nicht. Erstmal müßten wir auf den Rest warten. Der Großteil war nämlich noch beim Fußballtraining und würde etwas verspätet eintreffen. Diese Zeit nutzen wir dann um ordentlich Bier zu trinken. Und Scheiße zu labern. Ich kann mir nicht helfen, aber immer wenn Porno dabei ist, dann driften unsere Gespräche immer in sehr extreme Grenzbereiche ab. Außerdem zeigte Porno uns beim Bier trinken Videos von einem brennenden Auto, welches wohl vor seinem Arbeitsplatz gebrannt hat. Wenige Minuten später kam dann noch ein Autounfall dazu der sich wenige Meter weiter oben zugetragen hat. Tja, so lustig ist das Leben als Auszubildender in einer Kfz-Werkstatt. Aber Porno eilte auch zum heroischen Motorhauben öffnen mit Brechstange. Wahrscheinlich auch nur, weil er da was kaputt machen konnte.

Mittlerweile sind dann auch ein paar mehr Gestalten eingetroffen und diverse Koffer mit Pokerchips wurden mit gebracht. Da anscheinend jeder Teilnehmer seinen eigenen Koffer hatte, hätten wir locker ein Casino in Las Vegas mit Poker Chips ausstatten können. Aber wer weiß wozu die noch alle gut sind. Erstens sind sie schön schwer und haben somit eine recht gute und stabile Flugbahn. Und Zweitens, welches unmittelbar mit Erstens zusammenhängt, tun sie bestimmt schön weh wenn sie vor den Kopf geworfen werden. Immerhin besteht ja die Möglichkeit das man verliert. Da ich aber eh kein Poker spielen wollte, war mir das egal. Die Chips gefielen aber dennoch. Görtler hat sich dann noch dazu ausgesprochen auch nicht beim Pokern mit zu machen. Er schloß sich mir an und wollte Knobeln. Als dritten Mitstreiter konnten wir dann noch den Beule gewinnen. Der wusste zwar noch nicht wie Knoblen geht, aber das sollten wir ihm schon bei bringen und ihm dann die Hosen ausziehen. Ein Knobelbecher wurde dann auch noch flugs vom Morchel organisiert, der äußerst unrasiert unterwegs war. Also der Morchel, nicht der Knobelbecher. Wie schon erwähnt, spielte ein Großteil Poker und ließ uns drei in Ruhe Knobeln. Wir erklärten Beule schnell die Knobel Regeln und spielten eine Trockenrunde. Also ohne Runden. Und dann ging es los. Beiläufig bemerkt hatte ich zu dem Zeitpunkt schon drei Striche auf dem Deckel. Das aber nur als Beiinformation.

Beim Knobeln wird ja immer um Deckel gespielt und wer dann endgültig verloren hat, der gibt dann die nächste Runde. Am Anfang ist das ja alles noch ganz lustig. Kommt man dann aber schneller zum Würfeln und langsamer zum Trinken, dann wachst der Bierstapel recht fix. Aber wir sollten erstmal anfangen. Die erste Runde haute Beule gleich mal in den Sack und war dran Bier zu holen. So gefällt das ja ganz gut. Mitten in der zweiten Runde kam dann der Stefan dazu der gerade von der Eröffnung der Volksbank kam. Er stieg locker ein, blieb aber vorerst bei einer Cola. Er mußte noch fahren und da kommt das nicht so gut. Wir lachten in ein wenig aus und tranken genußvoll unser Bier. Noch konnten wir lachen. Die zweite Runde verlor ich dann erstmal und reihte die Striche in meine Sammlung ein. Kurz darauf setzte sich dann Thomas B. noch an unseren Tisch. Es schien so als wäre er der Meister Poker König, denn er hatte nach ganzen 20 Minuten seinen gesamten Einsatz verspielt. Tja, so kommt ordentlich vorwärts. Er übernahm dann auch netterweise gleich die nächste Runde. So ging es dann munter weiter. Die Schlagzahl wurde drastisch erhöht. Selbst sporadische Toilettengänge halfen nicht beim Nachschütten vom Bier. Es stapelte sich bereits. Da ich mit Görtler über Eck saß sammelten wir einen kleinen Vorrat an und wollten uns schon eine Kiste dort hinstellen, damit nicht irgendjemand versehentlich was um tritt. Das Gute an solchen Sammelaktionen ist ja, das man immer was zu trinken hat. Man brächte sich für den Rest des Abends nichts mehr zu besorgen. Aber es gibt ja auch immer die Schattenseite. Bei Star Wars ist es Darth Vader, bei Indiana Jones sind es die Nazis, beim Herr der Ringe ist es Sauron und drölf Millionen Orks und bei der CSU ist es Stoiber. Beim Knobeln sind es die Schnäpse. Man hat ja schon genügend Bier angesammelt und dann kann man auch mal eine Runde Schnaps dazwischen schmeißen. Wenn man dann auch noch in Westerode ist, gibt es keine andere Möglichkeit als dieser Schnaps ein Löwentor ist. Zum Glück hatte ich schon mehrere Biere getrunken und war sehr gut drauf. Das Scheiße labern ging wie von selbst. Selbst wenn ich gewollt hätte, dann hätte ich keine vernünftige Diskussion mehr führen können. Hätte mich jetzt ein jabbeliger Sozialpädagogik-Student (übigens auch ein ganz schlimmer und überflüssiger Studiengang) voll gelabert, hätte ich ihm nach wenigen Minuten Recht geben müssen, da ich eh nicht mehr hätte ernst bleiben können. Hier mal ein kurzer Einwurf zu den Sozialpädagogen. Sowas geht gar nicht. Ich hatte mal ein ganz tolles Erlebnis in Göttingen wo ich dann auf einmal fünf Vollhonks Spezialisten gegen mich hatte. Das waren wirklich mal fünf weltfremde Pfeifen und die haben somit mein Bild vom Sozialpädagogigstudentendasein geprägt. Also wenn ich Abitur mache und irgendwas studieren will, wo ich schon vorher weiß das ich auf jeden Fall bestehen werde, dann studiere ich Sozialpädagogik. Dann kann ich zwar später nichts anfangen und werde von der Gesellschaft verachtet, aber ich habe ein Diplom. Nun ja, auch hier bestätigen die Ausnahme die Regel. Ein sehr guter Freund von mir hat das studiert und er ist glaube ich der Einzige aus dem was vernünftiges geworden ist und der nicht so eine Einstellung hat. Könnte auch daran liegen, das wir gerne einen zusammen trinken gehen. Aber ich will mich ja hier nicht über überflüssige Studiengänge auslassen. Wir waren ja beim Trinken. Und zwar beim Löwentor. Es gab kein zurück und der erste ging den Schlund hinunter. Ich glaube hier war es dann wo ich die Kontrolle verloren habe.

Neben dem Löwentor wurde weiterhin Bier getrunken. Und weil es so schön war und die Schnäpse so schnell weg getrunken werden kamen dann noch diverse weitere Löwentore hinzu. Die Einnahme dieses Getränks, was meiner Meinung nach niemals die Lebensmittelkontrolle erfolgreich bestanden haben kann, bereitet mir immer große Schmerzen. Sowohl körperlich als auch seelisch. Das schien aber keinen zu stören und ich mußte trinken. Bei den Verrenkungen die ich im Gesicht hatte, werde ich wohl einen tierischen Gesichtsmuskelkater am nächsten Tag bekommen. Ich hatte zwar noch nie gehört, das es so was gibt, aber dann werde ich wohl der Erste sein. Warum immer ich? Unsere Runde wurde dann kurzzeitig etwa größer, da die ersten Ausfälle, weil Pleite gegangen, an unseren Tisch wechselten. Was dann wiederum die Anzahl der Biere erhöht die geholt werden müssen. Aber bei 0,50 Euro soll man ja nicht meckern. Ende vom Leid war das ich ganze 15 Bier auf meinem Deckel stehen hatte. Und das Schlimme ist, das ich die wohl auch getrunken habe. Plus diverse Löwentore, deren Anzahl ich leider vergessen haben. Ich weiß gar nicht ob es immer eine so gute Idee ist, wenn man sich seine Getränke aufschreibt. Dann weiß man ja am nächsten Tag was man getrunken hat. Will man das wirklich.

Meine Muttersprache war nun nicht mehr Hochdeutsch, wohl aber Deutsch mit alkoholischen Akzent. Es muß einfach an der Zeit gelegen haben. Durch den kleinen Biervorrat, den Görtler und ich zusammen gehamstert haben, wurde der Druck des Trinkens immer größer. Man kann doch das gute Bier nicht einfach umkommen lassen. Und da unten am Boden wird es so schnell warm. Dann noch diverser Löwentor und ich war reisefertig. Und zwar für die Werkstatt. Warum sich diese Idee in meinem Kopf festgesetzt hat und warum ich ihr nachgegeben habe, kann ich nicht mehr sagen. Fakt war nur das wir da noch hin wollten. Zwar nur Porno, Tobi, der zwischenzeitlich auch angekommen war, und ich. Ich hatte ein wenig Angst. Die Kutsche kam recht zeitig und wir verlegten ohne große Umwege in die Endstation des Eichsfeldes. Dort angekommen mußten wir feststellen, das nichts los war. Alles andere wäre eine Überraschung gewesen. So aber gingen wir ohne Umschweife an die Theke und walteten unseres Amtes. Porno und ich lagen weit vorne im Alkoholwettrennen und spielten um den Sieger Pokal. Da Tobi später gekommen war konnte er unseren Vorsprung gar nicht mehr einholen. Doch als Neuerung bei diesem Besuch gab es diesmal Jack Daniels als Mixgetränk. Porno hatte seinen Willen durch gesetzt. Bei dem Anblick der Flasche bekam ich einen Flashback in die gute alte Glashauszeit, wo wir Literweise den Jim Beam vernichtet haben. Es war einfach nicht schön, was damals da abgegangen ist. Damals legte ich auch den Schwur ab, keinen Whiskey mehr zu trinken. Und ich brach ihn erneut an dem Abend. Hätte ich es man sein lassen. Denn in dem Zeitrum der zweiten Hälfte der Flasche kam der große Schneidmeister und setzte die Schere an. Kompletter Filmriß. Daher kann ich hier nur noch eine grobe Zusammenfassung darlegen, die ich mir aus Gesprächsbruchstücken zusammenlügensetzten mußte.

Wir haben die Flasche wohl recht zügig ausgetrunken. Gerüchteweise benötigten wir dafür auch nur einen Liter Cola. Falls das stimmen sollte, weiß ich wenigstens warum der Filmriß komplett war. Kurz vor Ende der Flasche kamen dann wohl noch Gatze und Philip daher und wir holten eine weitere Flasche. Diesmal aber wieder Wodka, weil man ja nach einer Flasche Whiskey noch nicht stramm genug ist. Es muß noch eine Steigerungsform geben. Während dieser Flasche hat es sich wohl zugetragen, das ich die Tanzfläche gestürmt habe. Warum? Weil mal wieder mein Lieblingslied gespielt wurde. „Temple of love“ von den Sisters of mercy. Bei einem gewissen Pegel im hohen einstelligen Promille-Bereich und diesem Leid, kann ich nicht anders als mich tänzerisch auszudrücken. Ob das nun gut aussieht oder nicht ist mir egal. Möglicherweise ist es eine Beleidigung des Liedes, aber das ist mir dann egal. Tobi meinte nur das ich alleine auf der Tanzfläche abgegangen bin. Zum Glück kann ich mich daran nicht mehr erinnern. Als dann Aufbruchstimmung war habe ich wohl wieder meine fünf Minuten bekommen und wollte zu Fuß gehen. Seltsamerweise bin ich dann aber doch mit einem Taxi bis zum Kreisel gefahren, wo mich dann Tobi telefonisch erreichte.

Das waren nicht alles meine Erinnerungen und ich gebe keine Garantie für den Wahrheitsgehalt oder zeitliche Reihenfolge. Das erste was ich wieder weiß ist das ich in meinem Schlafzimmer aufwache und mich wundere warum denn meine Matratze so hart und so rau ist. Als ich die Augen aufschlug wurden mir gewisse Unstimmigkeiten in meinem Blickfeld klar. Die ließen sich aber relativ leicht beheben, indem ich vom Boden aufstand und mich in mein Bett legte. Als nächstes kontrollierte ich dann mein Telefon und mußte eine sehr verwirrende Konversation mit Hüfte feststellen. Die Verwirrung ging aber nur von meinen ausgehenden SMS aus. Ich wüsste selber gerne was ich da geschrieben habe, warum ich plötzlich serbokratisch sprechen und schreiben konnte und wo ich eine Enigma Verschlüsselungsmaschine her hatte, mit der ich meine SMS verschlüsselt habe. Einige klärende SMS später stellte ich fest, das ich nur den 2. Platz beim Strammsack des Abends Wettbewerbs gemacht habe. Platz 1 hat der Porno gemacht. Er hat es nämlich geschafft noch drei Mal an dem Abend zu bröckeln. Zum einen während der Taxifahrt, zum zweiten auf dem Weg zu Hüfte und zum dritten, bei Hüfte zu Hause, wovon dann Hüftes Schwester wach geworden ist. Zu Recht bekommt er den Pokal überreicht.

Nachdem ich dann wieder im Bett lag begann der Telefonterror. Zuerst war es der Friede, der mir weiß machen wollte, er wäre noch in der Werkstatt gewesen. Aber das schmetterte ich eiskalt ab, weil daran hätte ich mich erinnert. Und dann noch einer meiner Jugendfeuerwehrjungs, der fragen wollte, ob wir uns um 1000 Uhr oder um 1100 Uhr treffen würden. Meine Antwort war zwar leicht gereizt aber immer noch pädagogisch gewählt. Ich mußte also um 1100 Uhr am Feuerwehrhaus sein um die Abnahme der Jugendflamme vorzubereiten. Meine Lust wuchs haushoch hinaus. Aber das sind halt die Pflichten. Mir ging es richtig schön scheiße, die Erinnerungen an den vergangenen Abend waren nur bis zur Hälfte da und dann mußte ich auch noch mit der Jugendfeuerwehr üben. Kann ein Samstag besser sein. Es ging aber alles ohne Probleme über die Bühne und alle haben bestanden. Nach einer kleinen Grillung ging es dann nahezu nahtlos über zu einer Elferratssitzung. Ich ließ aber die Finger vom Bier, da ich mein Glück nicht überstrapzieren wollte. Abends sollte es dann ja nach Helena gehen, die in ihren Geburtstag rein feiern wollte. Ich nahm mir eine Sache ganz fest vor. Keinen Schnaps für Pitsche oder zumindestens keinen Whiskey mehr. Niemals wieder!

Extrem pünktlich holten mich dann Anja und Florian ab. Dann wurde noch der Doktor eingeladen und ab ging der wilde Ritt in den Osten. Und zwar nach Brehme, wo die Helena wohnt. Zumindestens war schon klar, das ich wieder mit Florian und Anja zurück fahren werden, denn ein Taxi von Brehme nach Duderstadt kostet bestimmt 1000 Euro. Nach der Ankunft mußte wir erstmal einen unglaublich steilen Berg hinauf klettern. Wenn ich hier wohnen würde und jeden Tag diesen Berg hoch kraxeln müsste dann würde ich mir auf halben Weg eine Kiste Bier hin stellen, bei der ich dann erstmal verschnaufen kann. Aber so mußte ich ohne jegliche Trinkversorgung 80% Steigung hinter mich bringen. Oben war ich dann sichtlich geschafft und mußte erstmal Luft schnappen. Und ein Pils das mir recht fix in die Hand gedrückt wurde. So gefällt das schon ganz gut. Nebenbei half ich noch vergeblich der Nicol, ihren Laptop an die Stereo AnlageMarke Rache der Walküre aus dem Jahre 1943 anzuschließen. Trotz passender Steckverbindung gaben die Boxen nur tiefe Basstöne von sich. Nach einer gewissen Zeit gab ich dann auf, auch aus dem Grund das das Brett auf dem Anlage stand nicht gerade den vertraunenserweckensden Eindruck machte. Bevor ich hier noch verantwortlich bin, das irgendwelche Erbstücke zu Bruch gegangen sind, gab ich auf. Es folgte nun ein kurzer Wechsel zwischen drinnen und draußen und wir konnten die Ankunft vom Langen beobachten. Mit Vollgas die 80% Steigung hinauf, machte ordentlich Eindruck. Auch beim Vater von Helena, der seiner Tochter den Tip gab dem Langen dann doch nicht mehr das Auto zu leihen.

Es wurde dann nach drinnen verlegt wo man dann Essen fassen mußte. Klare Befehle wurden gegeben und man hatte wenig Chancen sich denen zu entziehen. Oberstes Gebot hieß, das alles alle werden mußte. Außerdem mußte man sofort was essen, damit nichts kalt wird. Oha, und ich hatte zu Hause schon eine Kleinigkeit gegessen, die zusammen mit meinen Magenproblemen ein Bedürfnis hervor riefen was man als das genaue Gegenteil von Hunger definieren konnte. Aus Anstand und aus Angst ins Achtung gestellt zu werden, wenn ich nichts essen würde, nahm ich mir dann doch einen Bratriemen und etwas Salat. Es war schon echt verlockend, was da alles auf dem Tisch stand. Bratwurst, Steaks, Bauchfleisch und sogar Chicken Wings. Erneut verfluchte ich den Jack Daniels vom Vorabend, der mir die gemeinen Magenprobleme verursachte, doch Essen konnte ich wirklich nichts mehr. Dafür sorgte ich aber dafür das alles was in den Magen gelangte gut geflutet wurde. Das Bier war zwar Hasseröder, aber erfüllte seinen Zweck.

Woran merkt man noch, das man im Osten feiert? Man ist noch gar nicht mit Essen fertig, da wird schon zur Schnapsrunde gerufen. Es wird gar kein Hehl daraus gemacht, das man sich gleich mit hochprozentigen Getränken die Mütze voll knallt. Im Gegenteil es wird der ganzen Welt kund getan. Wer nun glaubt, das einem so Gelegenheit gegeben wird, das man einfach so die Kurve kratzen könnte, der irrt gewaltig. Ist man nicht am Platz, dann wird man mit ziemlicher Sicherheit mir einer doppelten Portion belohnt. Und da ich eh mit dem rücken zur Wand saß konnte ich auch nirgends hin. Ebenso der Lars und der Doktor, die mich rechts und links flankierten. Helena kam mit einem kleinen Picknick Korb voller Beschleuniger des Weges und man mußte einfach eine Flasche nehmen. Da ich ja hübschen Frauen eh keinen Wunsch abschlagen kann, hatte ich also doppelt keine Chance aus der Lage zu entfliehen. Dann also Augen zu und durch. Ich entschied mich für einen Wodka mit Feige. Kein Geschenk, da der Zucker bestimmt lustige Sachen mit dem Alkohol im Darm anstellt. Der eine Schnaps sollte es dann auch getan haben. Den Vorsatz vom frühen Morgen die Finger ganz vom Schnaps zu lassen war eh nicht mehr zu halten. So wollte ich dann aber zumindestens standhaft bleiben wenn es denn zur nächsten Runde kommen sollte. Das nahm ich mir wenigstens vor.

Geklappt hat es nicht, denn als nächstes kam dann Helenas Vater vorbei und hatte die richtigen Schnäpse dabei. Dieses Bolchenwasser darf sich ja eigentlich nicht Schnaps nennen. Ein Schnaps ist es erst dann, wenn einem die Haare zu Berge stehen, die Speiseröhre verätzt wird oder man nach der Einnahme bunte Farben sieht. Hier stand zur Wahl Bommerlunder oder Malteser. Auch hier gab es kein Entkommen und ich entschied mich für den Bommi. Warum nicht mit einer Kümmelfackel in das Land der Toten eintreten. Der tut zwar nicht so weh, wie ein Löwentor, aber hat schon gute Qualitäten. Die Schnapspausen wurden dann zum vermehrten Bierverzehr genutzt. Irgendwie mußte man ja den penetranten Kümmelgeschmack los werden. Gerade rechtzeitig um eine weitere Runde hinterher zu kippen. Warum nur immer Schnaps. Man kann sich doch gemütlich einen Schutzwall aus Bier hoch ziehen. Das kann auch den ganzen Abend gehen. Ist dann das Bier die schönen halben Steine, sind die Schnäpse die extrem großen Ytong Bausteine. Damit schafft man was. Geredet wurde auch eine Menge, meistens natürlich ordentlich Blödsinn. Es hat mal wieder gut getan, mit der Truppe vom Stadtberg unterwegs zu sein.

Aber das aller schärfste war ja die Katze von Helena. Ich mag ja Katzen und diese war besonders schmusig und sie sah aus wie Hitler. Ohne Flachs jetzt. Ich habe ein paar Fotos gemacht, aber leider keins wo man das so richtig sieht. Entweder war ich zu dicht dran oder ich war zu stramm und habe zu sehr gewackelt konnte meine Hand vor Lachen nicht ruhig halten. Dabei wollte ich sie doch zu internationalen Ruhm führen und ihr Foto auf der Kitler-Seite veröffentlichen. Obwohl sie mehrere Stunden auf dem Schoß von Anja verbracht hat gelang mir kein vernünftiges Foto.

Ab und an drückt dann auch mal die Blase und ich mußte mal an die frische Luft. Beim wieder Eintritt in den Partyraum bekam ich Rufe meines Namens von der Seite mit. Ich solle doch mal an die andere Seite des Tisches kommen und ein paar Schnäpse mit trinken. Will man mich hier mit Gewalt stramm machen. Wussten die denn nicht vom eskalierten Vorabend. Höchstwahrscheinlich nicht Ich gab vor meine Mutter hätte es mir verboten, aber so ganz wollte man mir nicht glauben. Also gab ich nach und begab mich in eine gefährliche Situation von der ich noch nichts ahnte, als ich mich auf dem Weg machte. Vielleicht sei zu erwähnen, das wir im Vorfeld die Falsche Bommi in den Arsch getreten haben. Ich wollte auch nichts auf Spiel setzten und eventuell schlafende Hunde wecken und plötzlich würde dann die Flasche Malteser vor mir stehen. Am anderen Ende wurde mir dann der Vorstandsplatz angeboten und dann wurde ich strategisch eingekesselt. Eigentlich wollte ich die Gelegenheit nutzen und mit Mambo, einem ehemaligen Lehrer von mir ein wenig zu quatschen. Was ich dann auch irgendwie getan habe. Wir sprachen über dies und das und vor allem über alte Lehrer und deren Werdegang. Doch das sollte wohl nicht der Einzige Grund sein warum ich dort oben hin gelockt wurde. Doch so langsam kam ich dahinter. Man wollte mich wohl mit Helenas jüngerer Schwester verkuppeln. Solche Kuppelaktionen sind ja nun wirklich nichts für mich, ich fühle mich da leicht in die Ecke gedrängt, aber anstatt dann die Fluche, inklusive Angriff nach vorne zu planen, betrinke ich mich einfach. So gingen dann noch ein paar Bier rein und ein paar Schnäpse. Die ganze Zeit überlegte ich dann wie ich möglichst elegant aus der ganzen Situation entkommen könnte. Ich wollte ja niemanden vor den Kopf stoßen. Doch ich sah mich eingekesselt von der jüngeren Schwester und einer Cousine. Die wiederum von ihrem Mann flankiert wurde. Auf ihn traf voll und ganz der Zustand vollstramm zu. Machten es die Frauen noch ganz geschickt mich in die vermeintlich richtige Richtung zu schieben, bewies er vollkommenes Feingefühl und schrie meinen Namen und den Namen der Schwester aus vollen Hals. Er wurde dann aber schnell von seiner Frau zur Ruhe gebracht, was er dann recht geschickt mit einem „Was denn?“ und einem sensationellen Gesichtsausdruck konterte. Die ganze Situation konnte ein wenig Komik nicht entbehren. Vor allem bei den Stadtbergern, die die ganze Situation aus sicherer Entfernung beobachteten. Ich bleib aber trotzdem Höflich und wehrte alle Anspielung mit Unwissenheit zurück. Irgendwann war dann die Julia wohl stramm (O-Ton der Mutter) und verließ den Tisch. Man möge mich nicht falsch verstehen. Julia ist ja ganz nett, aber nicht so mein Typ. Und wenn man mich verkuppeln will, dann reagiere ich meistens ein wenig seltsam. Ich mag es nun mal nicht wenn man mich zu irgendwas zwingen will. Wenn es sein soll, dann klappt es auch irgendwann. Aber wenn es bis dahin nicht gefunkt hat, dann hilft auch keine Brecheisenaktion.

Da ich auch erstmal wieder austreten mußte nutzte ich die Gelegenheit wieder an den Ausgangspunkt der Reise zurück zu kehren. Dort sprach ich noch ein wenig mit dem Doktor über mögliche berufliche Zukunftspläne. Und so langsam aber sicher zeichnete sich der Aufbruch ab. Ein paar weitere Gäste sind ja schon früher, also kurz nach Mitternacht gegangen. Ha, hätte ich beinahe vergessen. Helena hatte ja erst am Tagwechsel Geburtstag. Zum Glück saß sie gerade neben mir und ich stand ganz vorne in der Gratulatenreihe. So kann man auch schneller wieder zum Bier trinken übergehen. Ach ja und gesungen wurde vorher auch. Bin ich ja auch absoluter Fan von, vor allem weil ich eine schöne Singstimme habe. Damals im Musikunterricht saß ich ja neben Lars und neben Alexandra. Alexandra war ein Naturtalent und hatte eine wunderbare Stimme. Lars und ich eher nicht so. Vorsingen lief dann bei uns so ab, das die ganze Klasse ein Lied sang und unser Musiklehrer sich immer vor zwei Leute stellte und über sein Gehör die Noten feststellte. Ich sag da mal nichts zu. Jedenfalls schmetterten wir gerade „Hoch auf dem gelben Wagen“ und Lars und ich waren dran. Wir gaben unser Bestes und hätte ich mich selber benoten sollen, dann dann wäre ich außerhalb des Notensystems gewesen. Doch zum Glück saß ja Alexandra neben uns und projizierte irgendwie ihre Stimme in unseren Mund (wer jetzt was schweinisches denkt, der möge sich bitte schämen). Und zuck hatten Lars und ich eine Zwei im Singen. Xylophon ist dann nicht so toll ausgefallen.

Nun ja, wir waren fast die Letzten und somit wurde es auch für uns Zeit wieder gen Heimat zu ziehen. Wir hatten nur ein Problem, wir waren Einer zu viel. Wäre ich schon vollstramm gewesen, dann hätte ich mich wieder angeboten doch zu Fuß zu gehen. Manchmal bekomme ich solche Anfälle, aber ich war es nicht. Dafür wollten aber diverse Leute in den Kofferraum. Was aber dann Florian nicht wollte. So teilten wir uns die hintere Fahrgastzelle mir vier Leuten. Der Doktor und ich an den Seiten, Jenny in der Mitte und Fabian quer über alle. Selten habe ich so gelacht auf einer Rückfahrt. Auch wenn es gegen jede Verkehrsregel war, war es extrem lustig. Zuerst ließen wir Jenny und Fabian zu Hause raus und setzten dann unsere Fahrt fort. Ich wollte ja noch zur Mallorca-Party ins Autohaus Otto. Und der Rest schloß sich dann an. Immerhin war es erst 0300 Uhr, da könnte man locker noch zwei Stunden Spaß haben.

Bei unserer Ankunft war es auch noch gut gefüllt und wir mußten keinen Eintritt mehr zahlen. Dennoch entscheiden sich Florian, Anja und der Doktor zum Rückzug. Ich wollte aber noch da bleiben, da ich fast denken konnte, das noch ein paar Westeröder da waren. Ich fragte mich also ein wenig durch und traf dann recht schnell den Holger, der zwar aus Breitenberg kam, aber mir einen ausgeben wollte. Da sage ich ja nicht nein. Dazu mußten wir aber rein gehen. Auf dem Weg dorthin traf ich dann die Wiebke, nicht Kais Freundin, sondern Adrians Freundin, die mir mitteilte das Adrian auch noch irgendwo herum springen müsste. Ich mußte dann aber doch erstmal alkoholische Getränke zu mir nehmen. Holger entschied sich für Jägermeister Energy. Naja, warum nicht, schlimmer als am Vorabend konnte es gar nicht werden. Die Mischung ging rein und drinnen traf ich dann auf Tobi, der mir mitteilte, das der Rest der Westeröder wohl schon nach Hause ist. Naja, wer schon hat, der will nicht mehr. Aber ich wollte wohl noch was trinken. Holger mußte eh auf das Klo un dich nutze die Gelgenheit um mir Marken zu holen.
Auf dem Weg dorthin wurde mir dann mitgeteilt, das es hier jetzt wohl Schluß sei. Die Musik ist nun aus und gegen 0330 Uhr sollte hier alles leer sein. Hieß eins, ich mußte schnell Marken kaufen, damit ich noch ein paar Sicherheitsbier kaufen konnte. Aber da war ich leicht zu spät dran. Marken gab es nicht mehr. Dafür traf ich aber draußen den Adrian und Katja. Aber keine Wiebke mehr, die hatte wohl schon die Biege gemacht. Nach einer kurzen Begrüßung eröffnete mir dann Katja, das es wohl noch in die Werkstatt gehen sollte. Naja, ich bin ja für alles offen, wollte aber noch schnell dem Holger Bescheid sagen, das ich keine Marken mehr bekommen habe und nun die Abreise plante. Doch Holger war verschwunden. Da ich aber die Katja auch nicht unnötig warten lassen wollte, kehrte ich der Halle den rücken. Katja hat mir dann noch von ihren letzten Marken eine Mischung spendiert und ab ging der Marsch zur Werkstatt. Katja beschwerte sich zwar über die Wanderung aber ein Taxi wäre absoluter Schwachsinn gewesen. Also mußte sie wohl die Zähne zusammen beißen.

Bei der Werkstatt erwartet uns dann eine Überraschung. Sogar für mich war es überraschend, das man wohl noch Musik hörte, aber keinen Einlass in die Werkstatt bekam. Wie sich heraus stellte, fand drinnen eine Geburtstagsfeier statt und es wurde keiner mehr rein gelassen. Shit happens und wer weiß wozu es gut ist. Es folgte nun eine Rufaktion bei sämtlichen Taxiunternehmen in Duderstadt. Denn Katja und ich mußten ja irgendwie nach Hause kommen. Es endete darin, das wir dann zur Zentrale von Taxi Töpfer gingen, die glücklicherweise um die Ecke war. Dort gingen wir ohne Umschweife in den Keller und in die Zentrale. Ein sehr grenzwertiges Erlebnis. Im Keller saß eine größere Gruppe Fuhrbacher und ein Mann mittleren Alters in Jogginghose und einem schon etwas länger getragenem T-Shirt. Im Fernsehen lief DMAX und allen war wohl etwas unwohl. Trotzdem wurde die Atmosphäre durch ein paar Sprüche aufgelockert. Da die Fuhrbacher vor uns da waren, bekamen sie auch das erste Taxi, was wieder zurück kam. Ich beneidete sie. War dann aber doch froh, das ich die Katja noch als Begleitung hatte. Bevor sich dann die Bude langsam wieder füllte, kam dann ein Taxi für uns. Da wir einen ähnlichen Heimweg hatten teilten wir uns das Taxi. Auf dem Weg meine Straße hoch bleute ich mir ein, das ich keinesfalls wieder auf dem Boden schlafen würde. Immer auf die weiche Matratze legen. Und plötzlich fiel mir ein das die kommende Woche eine kurze sein wird. Hätte mich Jemand beobachtet, dann würde er ein Lächeln auf meinen Lippen gesehen haben. Auch wenn wir von kosmischen Kräften um einen Feiertag betrogen werden, kann mir die Freude darauf keiner nehmen. Und wenn schon zwei Tage auf einen Fallen, dann muß man das halt Doppelt feiern.


Short Timers

24/04/2008

Da meine letzten Wochenenden immer ein wenig ausgeartet sind und ewig bis in die Morgenstunden gingen, wollte ich einfach mal einen Gang hinunter schalten und nicht immer bis 0600 Uhr Morgens unterwegs sein. Zum Teil hat das ja auch geklappt, man hat es halt nicht immer in der Hand. Der Freitag sollte zumindest eher ruhig von statten gehen. Wir hatten geplant eine Abschlußfeier für Leistungsspangen Gruppe durchzuführen. Das sollte jedenfalls etwas ruhiger über die Bühne gehen. So war zumindest der Plan.

Das Ganze sollte in Westerode statt finden. Zum Einen weil ich wenig Lust hatte ein Taxi nach Hilkerode zu bezahlen und zum Anderen waren wir eh dran mit dem Ausrichten. Da ich ja ein Fuchs bin habe ich die Jungs das alles selber organisieren lassen. Ich weiß, das ist vielleicht ein wenig Faulheit die in mir steckt, aber ich hätte wieder 18 Jahre durch die Gegend telefonieren müssen, damit ich gewisse Vorlieben heraus finde, um ja das Richtige zu kaufen. Und die Jugendlichen haben eh ein besser funktionierendes Netzwerk. Spät am Freitag erhielt ich dann Nachricht, wann ich denn die Bude aufschließen muß. Und das ich doch nochmal in die Stadt fahren müsste, da Kim noch was einkaufen muß. Was man nicht alles für die Jungs macht. So fand ich mich also noch vor der Zeit im Feuerwehrhaus ein um dann auch möglichst pünktlich anzufangen. Allerdings war Kim nicht da. Was mich wiederum um eine halbe Stunde Bier trinken brachte. Die Hilkeröder kamen an und Kim war immer noch nicht da. Aus lauter Warterei öffnete ich mir dann doch ein Pils, als dann endlich mal Kim um die Ecke geschlichen kam. Er hatte sich leicht verspätet weil er duschen müßte oder so etwas in der Art war seine fadenscheinige Ausrede. Als Hausherr wollte ich nun nicht alle alleine lassen und überlegte mir ein paar Alternativ Lösungen. In allen endete ich damit, das ich gemütlich ein Bier im Feuerwehrhaus trinken konnte. Nun ja, im Endeffekt sind wir dann nochmal zum Rewe gefahren, damit Kim auch sein Krempel einkaufen konnte. Er meinte auch vorher noch das er gar nicht so lange brauchen würde. Nur rein und die Sachen schnappen und dann wieder raus. Es sollten wohl diverse 6er Träger sein, deren Inhalt er noch nicht kannte. Was ich darauf antworten sollte wusste ich nicht ganz, aber Kim wird schon wissen was er da macht. Oder auch nicht. Im Rewe selber haben wir dann nicht wie angekündigt wenige Minuten gebraucht, wohl aber noch mal das ganze Sortiment an Getränken begutachtet. Obwohl ja Bier im Feuerwehrhaus war holte sich Kim ein 6er Träger Becks Gold. Den Unterschied konnte er mir nicht erklären, aber das war mir mittlerweile egal. Ich wollte primär in das Feuerwehrhaus zurück und mich betrinken. Als ich dann durch die Gänge schlich, entdeckten meine Augen ein Angebot das ich nicht ausschlagen konnte. Havana Club war im Angebot und da griff ich natürlich beherzt zu. Wer weiß ob man nicht plötzlich Lust hätte sich ein paar Mixgetränke rein zu schütten. Dazu wurden noch zwei Flaschen Cola gelegt und die Geschichte war perfekt. Ich hatte den Havana ja nur vorsichtshalber für Steffen mitgenommen, weil ich irgendwann früher am Abend gehört hatte, das Kim für ihn auch noch was einkaufen sollte. Und wenn Steffen ihn dann nicht haben wollte, dann hätte ich ihn einfach genommen. Das Zahlen an der Kasse ging dann auch ohne Probleme. Was mich anfangs ein wenig gewundert hat, war die Aussage von Kevin, der auch mit gefahren ist. Er wollte 10 Liter Eistee kaufen, um ihn mit dem Wodka zu mischen. Als ich die Zahl hörte wurde mir ganz schlecht. Bei 10 Liter Wodka müssen mindestens 5 Flaschen vorhanden sein, damit das auf geht. Aber es waren wohl nur drei Flaschen vorhanden. Das beruhigte mich auf der einen Seite doch fragte ich mich warum dafür 10 Liter Eistee nötig waren. Da wurde mir dann bewusst, das wir ganz schön fiese Mischungen trinken.

Zurück im Feuerwehrhaus schien das Eis schon ein wenig gebrochen zu sein, denn jeder hatte mittlerweile etwas zu trinken vor sich stehen. Doch der Porno (diesmal ein anderer Porno als der bisherige, warum er seinen Namen hat, kann ich nicht mit Sicherheit sagen) fehlte. Wie mir mitgeteilt wurde, war er am telefonieren, mit Theres Handy. Da Theres wohl eine Flatrate hat, ist das nicht ganz so schlimm. Mit wem Porno telefonierte stellte sich erst durch gezieltes Nachfragen heraus. Er hatte wohl eine Freundin in Wulften oder Herzberg, da war man sich nicht so sicher. Aber er blockierte die Leitung wohl schon eine halbe Stunde. Und er kam noch lange nicht wieder rein. Seine Kumpels versuchten ihn zwar von Zeit zu Zeit wieder in das Feuerwehrhaus zu ziehen, aber das war alles vergebene Liebesmühe. Porno war am Telefon mit seiner Liebsten. Als er dann endlich mal wieder rein kam zeigte das breite Grinsen das es wohl ein sehr erfolgreiches Telefonat war. Ich möchte auch gar nicht wissen worüber alles geredet wurde. Manche Sache muß man einfach nicht wissen! Ich fühlte mich am Ende des Tisches mit meinem Bier ganz gut, die anderen konnten sich ja rein schütten was sie wollten. Und der Regin war auch noch nicht da. Dann lernte ich die Neusten Trinkgewohnheiten anderer Jugendlicher kennen. In Hilkerode war man wohl gerade dabei den Sauren Apfel Literweise zu vernichten. Ich wies freundlich darauf hin, das wir auch Schnapsgläser hätten, aber die waren unnötig, da schon normale Biergläser mit dem wirklich fies aussehenden Zeugs gefüllt wurden. An Sauren Apfel habe ich nur schlechte Erinnerungen. Klar hat man das früher auch getrunken, weil man der Meinung war das wäre Schnaps. Aber heute muß das nicht mehr sein. Außerdem hat der Bruder vom Doktor, Chicken, dafür gesorgt das ich schreckhaft zusammen zucke wenn ich eine Glocke höre. Andere Geschichte, lange her, aber man lacht heute noch drüber. Wenn nur nicht dieses Glockengeläut wäre. Aber den Hilkerödern schien es zu schmecken. Mit Schrecken fand ich mich in Erinnerungen schwelgen und verfluchte die Glocke von Chicken.

In der Zwischenzeit hatte auch der Porno aus telefoniert und betrat freudestrahlend wieder das Feuerwehrhaus. Was so ein 5 Stunden Telefonat alles ausrichten kann. Er verlor auch weiterhin keine Zeit und begann sich mit Saurem Apfel zu zu schütten. Immerhin hatte er durch das Telefonieren einen Vorsprung wieder aufzuholen. Es gelang ihm ganz gut. Der Rest der Meute beklagt sich mittlerweile über ein Hungergefühl und wollte sofort Pizza bestellen. Da aber Regin auch mit essen wollte, aber noch nicht da war, wurde also gewartet. Ich hatte aber Angst um die Tische im Feuerwehrhaus und kontaktierte ihn per Kurzmitteilung. Darauf bekam ich aber keine Antwort, wohl aber eine Telefonat gab grünes Licht für die Bestellung. Porno trank munter weiter und war schon gut drauf. Sein breites Grinsen und seine leicht verdrehten Augen sprachen Bände. Regin traf endlich ein und kurz nach ihm die Pizza. Somit waren die Stühle und Tische und alles was so im Feuerwehrhaus umher stand in Sicherheit. Die hungrigen Mäuler wurden gestopft und ich nutze die Gelegenheit um mich ein wenig mit Regin auszutauschen. Zuerst wollte ich sicher gehen, das er nicht irgendwo am Körper Trockeneis mit sich herum trug, welches er mir hinterlistigerweise in den Kragen stecken konnte. Dann fragte ich ihn nach dem Wohlbefinden der anderen Jugendwarte und warum keiner gekommen wäre. Er wusste darauf auch keine Antwort, verlangte aber nach Jägermeister. Ich lachte ihn aus und meinte das es so was hier nicht geben würde. Erstens mag ich den nicht und Zweitens kann man da auch Löwentor trinken. Steffen, der ganz in unserer Nähe saß, hatte aber noch Vorräte zu Hause. Plötzlich bekam ich Angst. Das durfte ich nicht zu lassen. Es wurde nun verzweifelt nach einem Fahrer gesucht und man wollte mich schon überreden mit dem Bock nach Nesselröden zu fahren. Zum Glück hatte ich aber schon genügend getrunken und das fiel damit ins Wasser. Jägermeister und ich sind keine guten Freunde.

Nachdem nun die Pizza verdaut wurde, kam Regin dazu lustige Saufspiele mit den Jungs zu machen. Dabei ging es primär darum endlich voll zu werden. Zwille hatte wohl schon etwas Übung in Sauren trinken und scheute noch recht normal aus der Wäsche. Wohin gegen Porno zur Zeit der Scoring Leader war. Das Spiel ging mit Würfeln und mit trinken. Ich möchte jetzt hier die Regeln nicht niederschreiben, weil ich sie nicht mehr weiß weil ich keinen zu solchen Spielen anstiften möchte. Nachher heißt es noch das man das nur gemacht hat, weil man es bei mir im weblog gelesen hat. Nix da. Aber den Jungs hat es wohl gefallen. Theres hielt sich da eher zurück. Die absolute Härte war aber wieder Zwille. Er trank den Schnaps und spülte nach. Mit Saurem Apfel. Vielleicht war es nur Gewohnheit, aber vielleicht hat er auch um den Nachdurst zu löschen eine Flasche Sauren neben seinem Bett stehen. Man kann ja nie wissen. Das Spiel hat die Zuckerzufuhr bei allen drastisch erhöht. Es wurde also Zeit, das sie mal richtigen Schnaps trinken sollten. Auch wenn ich absoluter Verfechter des Löwentors bin, schenkte ich einen aus. Nach dem ganzen Jägermeister Gelaber fragte ich einfach mal in die Runde ob man denn schon mal Löwentor probiert hatte. Der Großteil verneinte dies und ich kann doch keinen aus Westerode wieder abhauen lassen, ohne Löwentor getrunken zu haben. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich, aber zum Größtenteil sah ich Gesichter, die nichts Gutes versprachen. Ich weiß das war gemein, aber so hatten sie wenigstens eine Warnung. Wenn jeder mit dem Löwentor als erstes alkoholisches Getränk in seinem Leben anfangen würde, dann würden viel weniger Leute Alkohol trinken.

Anscheinend bekam der Löwentor nicht allen so gut oder aber er räumte ordentlich im Magen auf. Denn plötzlich wollten alle zu McDonalds. Warum auch immer. Ich meine, sie hatten gerade eine Pizza gegessen und hatten jetzt noch Hunger auf Burger. Ich verstand es nicht ganz, aber jeder soll ja seinen Spaß haben. Somit blieben nur noch Steffen, Regin und ich im Feuerwehrhaus. Und eine Flasche Havana Club, die im Kühlfach herunter gekühlt wurde. Langsam wurde ich auch des Bieres überdrüssig und ich brachte die Utensilien für den wahren Genuß. Ich war mir sicher, das ich dieses Flasche Havana nicht umsonst gekauft habe. Der Erste Schluck war sehr viel versprechend. Auch wenn wir das Zeug aus Biergläsern tranken, das machte nur die Mischungen schwerer zum herstellen. Das war aber ziemlich egal, da Havana in jedem Mischungsverhältnis schmeckt. Wenn es am Anfang ein wenig härter schmeckt, dann hat man danach weniger Probleme.

Die Jungs und das Mädel kamen dann auch irgendwann wieder zurück und es wurde weiter Scheiße gelabert und vor allem diverse Kartenspiele gespielt. Regin versuchte sich mittlerweile uns Kartentricks zu zeigen. Nach dreimaligem Zugucken hatte ich ihn dann auch endlich begriffen. Der Havana setzte meinem Gehirn ein wenig zu und ich konnte nicht mehr so schnell meine Synapsen zum arbeiten bewegen. Allerdings weiß ich jetzt nicht mehr so richtig wie er funktioniert. Ist ja auch egal, Kartentricks sind eh nichts für mich. Außer man muß sich dabei zuschütten. Irgendwo kam dann auch ein Strauß Plastikblumen her. Woher kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen. Auf jeden Fall wurde er für diverse Fotos mißbraucht. Außerdem zerpflückt und ich wurde damit dekoriert. Da ich ja jeden Spaß mitmache, wurde das dann auch mit meinem Apparat fest gehalten. Da es aber mein Apparat ist auf dem die Fotos sind, habe ich auch die Kontrolle darüber und dieses Foto wird niemals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eins hat sich wieder mal bestätigt. Eins meiner größten Talente ist es auf Fotos Scheiße zu gucken. Ich kann es einfach. Zum Schluß löste sich der Strauß in Wohlgefallen auf, was auch teilweise daran lag, das Regin damit den Porno verkloppte. Nicht ohne Grund, wie ich mir denken könnte.
Die Uhr war vorgerückt und trotz Warnungen vom guten Ingo, der zu den Glücklichen gehörte die eine Brauerei Besichtigung machen durften, wollten wir zum Abschluß nochmal in die Werkstatt. Wie schon erwähnt warnte mich Ingo, das dort rein gar nichts los sei, aber man konnte die Jungs ja nicht enttäuschen. Also wurde ein Taxi geordert und wir verlegten in die Werkstatt. Besser gesagt vor die Werkstatt wo wir dann nicht rein kamen. Halt, hier muß ich was richtig stellen. Der kleine Mühle kam nicht rein, da er zu jung war. Außerdem hat er seine teuer bezahlen Burger vor dem Feuerwehrhaus entsorgt, was wiederum die Schuld von zu viel Saurem Apfel war. Nun ja, wenn der Türsteher sagt, das wir nicht reinkommen, dann ist das so. Doch Regin und ich beschlossen nach einer kurzen Diskussion doch einmal einen Blick rein zu werfen. Womit wir nicht gerechnet hatten, war das die Jungs und Mädels uns einfach nach gelaufen sind. Der Türsteher war weg und somit gab es auch keine Diskussion. Wir wollten ja nicht hören, denn in der Werkstatt war weniger als nichts los. Da wir aber nicht ungesehen verschwinden wollten, gönnten wir uns eine Mischung, die von mir bezahlt wurde, und verschwanden dann wieder. Der Türsteher guckte zwar ein wenig argwöhnisch als er einen großen Pulk an der Theke stehen sah, sagte aber nichts weiter. Draußen teilten wir uns dann wieder auf. Die Hilkeröder fuhren mit dem Taxi nach Hause und ich teilte mir eins mit Steffen, der ja nach Nesselröden wollte. Allerdings ließ ich mich beim Jugendraum raus lassen, da dort noch Licht brannte.

Es war auch keine Überraschung, als ich da Florian, Philip und Thomas B. antraf, die gleich nach dem Fußballspiel dorthin gingen um sich schön zu laufen zu lassen. Ich muß sagen das sie es ganz gut hin bekommen haben. Bei einer etwas fragwürdigen Diskussion, auf die ich keinesfalls näher eingehen werde, tranken wir noch ein oder zwei Bier. Und dann ging es auch schon nach Hause. Die Uhr zeigte gerade mal 0200 Uhr. Ich hatte also den ersten Abend hinter mir und war auch gar nicht so lange unterwegs. Früh aufstehen mußte ich dennoch.

0930 Uhr, mein Wecker klingelte und ich mußte raus aus den Federn. Der über alles geliebte Tag des sauberen Dorfes stand an. Was so viel heißt wie die Jugendfeuerwehr macht mal eben das Dorf sauber um dem Ortsrat einen Gefallen zu tun, damit dieser nicht so schlecht vor der Stadt da steht. Neben den üblichen Danksagung und einem feuchtwarmen Händedruck haben wir davon aber nichts. Außer einer neuen Rolle blauer Säcke und einem Morgen voller Arbeit. Da kann man dann mal sehen wie dankbar die Stadt einem ist. Und das es hauptsächlich die Jugendlichen sind die den Dreck verursachen ist die Fantasie einiger Leute die einfach das schwächste Glied der Gemeinschaft suchen. Jugendliche schmeißen keine Autoreifen in den Graben, sie schmeißen keine Zigarettenkippen auf die Straße und vor allem schmeißen sie keine Schnapsflasche in Gebüsche, Gräben oder Felder. Jedenfalls nicht die Jugendlichen die in meiner Jugendfeuerwehr sind. Die sollen den Dreck dann aber weg machen. Ich sehe schon den Sinn hinter dieser Aktion, doch frage ich mich ob es immer sinnvoll ist, das es eine alleinige Veranstaltung der Jugendlichen sein sollte. Warum nicht diese Aktion auf alle örtlichen Vereine ausweiten. Dann geht das auch schneller über die Bühne und wird bestimmt noch eine Ecke intensiver gemacht. Am Ende des Tages hatten wir dann acht Müllsäcke gesammelt und meine Kopfschmerzen waren noch nicht ganz verschwunden. Aber wir haben noch schön gegrillt.

Nun blieben mir ganze anderthalb Stunden, bis ich wieder bei der Feuerwehr war um mit der Seniorengruppe zu üben. Doch darauf freute ich mich dann wieder besonders, weil das Bier trinken schon vorprogrammiert war. Ebenso das Grillen und das zusammensitzen und Labern. Die Pflege der Kameradschaft ist mit das Schönste an der Feuerwehr. Da wir zum besagten Zeit nicht genügen Leute waren um überhaupt was zu üben und es nicht ganz so aussah als würden es noch mehr werden, machte ich mir schon mal ein Pils auf. Als sich dann abzeichnete, das wir doch üben könnten, zogen sich einige schon um und wir legten los. Es ging hauptsächlich um die Kuppeltruppe, damit wir die Neuen erstmal ein wenig ein lernen wollten. Zum Schluß ging es schon ganz gut, bis dann Schnitzel den Saugkorb vor die Omme bekommen hat und sich eine ordentliche Schramme zugezogen hat. Diese recht blutige Aktion bedeutete dann auch das Ende der Übungsaktion und den Beginn des Biertrinkens. Während wir noch übten wurde schon einmal der Grill angeworfen und die ersten Bratpeitschen zubereitete. Friede und ich genehmigten uns erstmal eine schönes kaltes Hefe. Welches von mir schon am Morgen in den Kühlschrank gelegt wurde. Als besonderes Schmankerl hab eich auch noch zwei Hefegläser in das Gefrierfach gelegt, so beschlagen sie schön, wenn man sie raus nimmt und das Hefe bleibt unwesentlich länger kalt. Aber der Effekt ist einfach Klasse. Und so schmeckte es auch. In diesem Moment wurden in meinem Kopf gewisse Weichen gestellt und es war klar, das dieser Abend sehr alkoholreich werden würde. In Kombination mit dem frühen Beginn, könnte es auch durchaus sein, das wir nicht lange unterwegs sein würden. Aber warten wir mal ab. Der Alkoholzug in meinem Kopf bewegte sich noch langsam, was ja klar war, da er gerade erst den Bahnhof verlassen hatte. Aber die Weiche für den späteren Abend kam gleich nach dem Bahnhof und der Zug nahm eine ganz gefährliche Richtung.

Als sich Schnitzel verletzt hat, riefen wir vorsichtshalber den Kai an, damit er sich als Ortsbrandmeister auch Sorgen macht. Doch ihm war es erstmal egal und war eh der Meinung das wir ihn verarschen würden. Bei seinem Betreten des Feuerwehrhauses behauptete er sogar, das sich Schnitzel da gerade Ketchup hingeschmiert hat. Schnitzel konnte es gar nicht fassen, wie auch der Rest der Truppe und machten Kai schwerwiegende Vorwürfe. Kai weinte ein wenig Aber Kai trank erstmal ein Pils und machte einen folgenschweren Fehler. Er stellte sich an die Heizung, wo dann Philip seinen Gürtel an Kais Hüften bemerkte. Der Gürtel hat wohl eine ganze Stange Geld gekostet und das ließ er Kai mit einem saftigen Anschiß merken. Doch Kai machte sich daraus herzlich wenig und teilte ihm mit, das er den Gürtel auch die ganze Woche über an haben würde. Philip war begeistert. So ist das halt mit Brüdern. Kurze Zeit später merkte dann Philip das Kai schon wieder stramm war. Jetzt wo wir alle den Hinweis bekommen haben, war es schon sehr auffällig. Da Kai nichts weiter mehr vor hatte als im Feuerwehrhaus Fußball zu gucken, machte ihm das auch nichts mehr. Ich allerdings wollte dann schon nochmal nach Hause um mich abzukärchern und wurde netterweise vom Schnitzel gefahren. Frisch gereinigt begab ich mich ohne Umwege zurück zum Feuerwehrhaus und ließ mich neben Holger nieder. Holger war sich der ganzen Sache nicht ganz so sicher und schaute ein wenig skeptisch. Es könnte aber auch daran gelegen haben, das er mir Kai im Feuerwehrhaus geblieben ist und mit Sicherheit jede Menge Bier getrunken hat. Ich war jedenfalls schon recht gut drauf, hatte ich ja ordentlich viel Hefe getrunken. Und war nicht im Begriff damit aufzuhören. Der nächste Strich kam auf meinen Deckel und das nächste Hefe entleerte sich, mit Zwischenstop in meinem Glas, in meinen Magen. Ein herrlicher Samstag.

Das Feuerwehrhaus füllte sich langsam und die Plätze wurden nach und nach besetzt. Ich genoß weiterhin Hefe Weizen und war schon recht gut drauf. Dann setzten sich auch noch Porno und Görtler mir gegenüber. Das konnte eigentlich nur eins bedeuten. Es wird mit Sicherheit jede Menge Scheiße gelabert und jede Menge Bier getrunken. Ich sollte Recht behalten. Görtler und Porno hauten sich auch Hefe in den Kopf, was mir ganz recht kam, da sie mir dann immer lecker was mit brachten. Natürlich bin auch ein oder zwei Mal gegangen, aber es ist schon praktisch, wenn man nicht für jedes Hefe Weizen aufstehen mußte. Außerdem gab es lecker gegrillte Sachen. Wobei Porno ja wieder richtig gut zu langte. Der Teller kam vorbei und durch reinen Zufall erwischte Porno wohl zwei Steaks. Machte ihm aber nichts, da er sich trotzdem verputzte. Genauso wie die nächsten drei Stück. Dieser Mann ist echt unglaublich. Dazu haute er sich noch weiter Hefe rein. Ich aß hingegen nur zwei Steaks und das mit einer kleinen Pause zwischendurch. Dabei ist mir aufgefallen, das ich mich den ganzen Tag nur von gegrillten Kram ernährt habe. Aber es störte mich rein gar nicht. Außerdem habe ich wohl nur zwei Cola getrunken und ansonsten den Tag mit Bier oder eben Hefe Weizen bestritten. Nach dem Müll sammeln hatte ich auch extremen Durst und den konnte ich nicht alleine nur mit Cola löschen. Da verklebt einem doch irgendwas in der Darmgegend. Und nachdem dann das erste Bier in den Magen gewandert ist verschwanden meine Kopfschmerzen. Es muß was mit der Beschäftigung zu tun haben. Wenn ich Kopfschmerzen habe dreht sich in meinem Körper alles um diese Schmerzen. Kommt nun ein Bier dazu dann haben auf einmal alle was zu tun. Magen, Leber, Augen, Ohren, Nieren, Wurmfortsatz…

Da ich Porno gut im Auge behalten konnte bekam ich auch mit, das er sich mit Philip und Thomas B. eine Flasche Roten holte. Alles klar, nach Hefe Weizen, mehreren Steaks und ein paar sporadisch eingestreuten Erdnüssen muß man ja auch erstmal ein Roten trinken, damit alles besser verklebt im Zwölf-Finger-Darm. Man könnte nun sagen, das alle recht gut stramm waren. Von dem Teil des Tisches der nicht unter meiner ständigen Beobachtung stand kann ich natürlich nichts sagen, aber um mich herum waren alle ganz gut dabei. Ich kann mich auch noch lebhaft an den Ausgleich von Dortmund erinnern. Bayern führte ja recht früh und spielte somit dem Kai in die Karten. Doch als dann der Ausgleichstreffer fiel drohte das Feuerwehrhaus zu zerplatzen, so ein Geschrei war darin. Kai hingegen legte seinen Kopf in den Schoß seiner Freundin, da er wohl die Schmach nicht ertragen konnte. Es ist aber auch fies, wenn man als Einziger Bayern Fan unter lauter Bayern Gegner ist. Es waren ja nun nicht alles Dortmund Fans, aber vor allem keine Bayern Fans. Egal, die Bayern haben dann doch wieder ein Führungstreffer geschossen. Als Kai dann jubelte schauten ihn alle anderen mit todbringenden Blicken an. Nun ja, so ist halt Fußball. Am Ende gewinnen immer die Bayern.

Das Spiel war vorbei und es gab Auflöseerscheinungen. Porno verschwand in Richtung Jugendraum, da ja dort seine Hüfte wartete. Es war ihm egal ob er schon lattenstramm war, Hüfte war es bestimmt nicht egal, außerdem roch er bestimmt ganz lecker nach Hefe Weizen und gewürzten Steaks. Da kommt man bei Frauen immer an. Wie ich dann später erfahren mußte, ist Porno wohl in den Jugendraum einmarschiert und hat sich sofort und ohne Umwege auf dem Sofa breit gemacht und ist eingeschlafen. Dazu kann man nur sagen: Mission accomplished! Görtler und Thomas B. verabschiedeten sich in die Stadt. Sie wollten in den Eichsfelder Hof, da dort ein Cousin von Thomas mit mehreren Kumpels saß und das Spiel gesehen haben. Verlässliche Quellen berichteten, das sie das sogar schon seit 1600 Uhr taten. Ich konnte mir vorstellen wie da die Stimmung war. Eine ganze Kneipe voller Dortmund Fans, die sich seit 1600 Uhr zuschütteten und dann gewinnen die Bayern. Ich tippte auf zertrümmerte Einrichtungsgegenstände und ein mittelschwerer Brand, hervorgerufen durch zufällig aufgetauchte Molotov Cocktails, auf der Marktstraße. Noch blieb der Melder ruhig. Was sollte man denn auch machen? Ich jedenfalls machte mir erstmal ein weiteres Hefe auf und reihte mich in die Diskussion über den weiteren Verlauf des Abends ein. Tobi war schon klar was er machen würde. Er würde nach Kassel fahren, da dort ein Mega Disco Event war. Kostete wohl auch ordentlich Eintritt, aber er wurde wohl von Kumpels mitgenommen. Einer davon kam sogar rein und ging einmal rum. Und er war granatenvoll. Wie ich dann so mitbekommen habe, gehörte wohl auch die Kathrin zu dieser illustren Truppe, aber sie ist dann nicht rein gekommen. Schade eigentlich. Ein weiteres Mitglied hat sich also verabschiedet und Kai sah auch nicht mehr so frisch aus und entschied nirgends mehr hin zu gehen. Das überraschte mich jetzt rein gar nicht Philip, ein weiterer Kandidat für einen lustigen Abend, ließ sich auch nach Hause fahren. Aber er ließ sich von Jens nach Hause fahren und nicht ohne Umweg über Desingerode wo er, sagen wir mal Übernachtungsbesuch, abholte und wieder nach Westerode verlegte. Ich sag es ja, Lanzführerscheine überall. Also bleiben nur noch Schnitzel, Andreas und ich. Und wir hatten keine großen Alternativen mehr. Fahren konnte keiner mehr, stramm waren wir alle und die Werkstatt war so verdammt nah. Also fuhr uns Jens dort hin. Und ich hoffte wusste schon vorher das es heute nicht lange gehen würde.

Zunächst gingen wir rein und mußten tatsächlich noch Eintritt bezahlen. Da ich nun nicht mehr weiß, weiviel Uhr es war kann ich auch nich tmehr mit Sicherheit sagen, ob es gerechtfertig war oder nicht. Ich gehe mal davon aus, das es nicht gerechtfertigt war. Drinnen war es etwas voller als am Vorabend, was aber auch nicht unbedingt schwer gefallen war. Wir drehten eine halbe Runde und stellten fest, das wir niemanden kannten, dafür aber spielte eine Band. Wir ließen uns dann im vorderen Bereich nieder und bestellten erstmal. Soll ich den Leser raten lassen? Leiber nicht! Es war eine Flasche Wodka, zu der wir uns entschieden. Nicht das ich nun schon genügend Weizen getrunken habe, nein es mußte auch noch Wodka Red Bull in den Schero, damit ich auch am nächsten Morgen früh wach werde, um mich mit Magenkrämpfen im Bett zu wälzen. Ich habe es ja selbst so gewollt. Die Band an sich war gar nicht mal so schlecht. Sie spielte eine Art Ska Punk, allerdings Lieder die ich nicht kannte. Daher weiß ich nicht ob es Eigenkompositionen oder Cover waren. Den Leuten die sich tanzen trauten gefiel es jedenfalls und sie sprangen recht verstreut über die Tanzfläche. Schnitzel konnte das alles gar nicht fassen, das dieses Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel zu einer Tanzart gehörte. Aber es sah zumindestens rhythmisch aus. Ob es einem gefällt oder nicht, sei jetzt mal dem Betrachter überlassen. Mir war es egal, da es Wodka gab. Sollten da doch von mir aus nackte Teufelsanbeter oder fanatische Anarchisten durch die Gegend springen, ich hatte was zu trinken und somit ließ sich alles ertragen.

Mehrere Mischungen später trafen dann die BVB Fans aus dem Eichsfelder Hof ein, allerdings ohne Thomas B. und ohne Görtler. Aber mit Dirk, der mir dann erstmal berichtete das Görtler auf der Theke eingeschlafen wäre. Jedwede andere Aussage hätte mich auch stark gewundert. Zu Begrüßung knabberte Dirk mir erstmal am Ohrläppchen. Da ich Dirk nun schon eine Ewigkeit kenne und auch seine Marotten, ließ ich ihn mal gewähren. Ich hoffe er macht das auch nicht bei wildfremden Leuten die er gerade getroffen hat. Ich zähle jetzt hier mal die Zeiteinheiten in Mischungen, da ich mich an Uhrzeiten nicht mehr erinnern kann. Wenige Mischungen später also öffnete sich die Tür zur Werkstatt und herein kam Jemand mit dem ich absolut gar nicht mehr gerechnet hatte. Der Scholle hatte sich den Thorsten geschnappt und noch in die Werkstatt verlegt. Da er mich zu Beginn nicht sehen wollte gesehen hat, ging ich zu ihm rüber und die Überraschung war groß. Seine Enttäuschung konnte er recht gut verbergen und schon ging das Scheiße labern los. Eigentlich ist es egal, ob wir uns nüchtern oder stramm treffen, meistens unterhalten wir uns über irgendeinen Schwachsinn. Oder über das Trinken oder wann wir wieder mal einen Trinken gehen. Also für mich sind solche Gesprächsthemen durchaus ausreichend.
Ab und an wurde dann auch mal nach draußen verlegt, weil einem die frische Luft ja so gut tut. Und um den Rauchern einen Gefallen zu tun, damit die nicht so alleine stehen. Und manchmal spielt sich draußen auch wieder ganz tolle Sachen ab. Wie zum Beispiel eine Schlägerei, zwischen total fertigen Typen. Erst stehen sie zusammen und unterhalten sich und plötzlich geht es los. Dann wird man wieder getrennt und derjenige der unterlegen war rennt wieder in die Werkstatt. Während nun die andere Partei durch den Hintereingang, respektive Tor, heraus geschleust wird, kommt der Unterlegenen mit Verstärkung und Barhockern bewaffnet wieder raus. Astrein, jetzt geht es los. Gleich kommt noch Colt Sievers und Howie Manson um die Ecke und ab geht die Barschlägerei. Natürlich waren die beiden Stuhlschläger sehr enttäuscht, als die anderen Diliquenten bereits den Platz des Geschehens verlassen haben und legten sich dann erstmal mit dem Türsteher und dem Besitzer an. Immer eine gute Idee, denn sonst hätte man ja die Barhocker umsonst mit raus gebracht. Dann gab es auch noch gute Tips von weiteren Zuschauern, die riefen, da? Das andere Team raus gelassen wurde. Also setzten sich die Kirmesboxer in Bewegung um sie vor der Werkstatt abzufangen. Gerüchteweise soll es da wohl auch noch eine Schlägerei gegeben haben. Diese ganze Situation durfte ich dann noch einer jungen Dame erzählen, die sich sensationsgeil neben mich gestellt hat und wissen wollte was denn eigentlich los sei. Herrlich diese Samstag Abend Unterhaltung.

Scholle war das alles ein wenig zu doof und ging sich dafür lieber Musik wünschen. Die Band hat ja schon lange aufgehört zu spielen und die ganzen Techno Klänge drückten ein wenig auf das Hirn. Der DJ ließ erst nicht mit sich reden, aber lenkte dann ein, als eh keine rmehr auf der Tanzfläche war. Scholle wünschte sich ACDC. Zum Hören astrein, aber zum Tanzen nicht mein Fall. Lange Haare habe ich eh nicht mehr und ich steh eh lieber Kopfnickend am Rand der Tanzfläche. Heike war das relativ egal und zog mich auf die Tanzfäche von der ich mich dann rhythmisch zuckend wieder herunter stehlen wollte. Als dann plötzlich Heiko zu Boden ging und eine astreine Rolle rückwärts hinlegte. Und danach wieder stand. Das verblüffte mich ja am Meisten. Besser gesagt immer wieder, da er solche Dinger ja öfter gerne mal macht, wenn er einen im Kahn hat. Der Rolle rückwärts folgten noch diverse Rollen vorwärts und rückwärts. Alle perfekt gestanden. Wenn ich zu dem Zeitpunkt ein paar Ehrenurkunden dabei gehabt hätte, hätte ich sie ihm sofort verliehen. Im Bodenturnen ist er eine Eins. Ich hätte ihn auch noch gerne am Barren, an den Ringen und Kasten längst gesehen, aber Eberhardt, wollte die Utensilien dann doch nicht aufbauen. Sehr schade. Nach dieser sportlichen Betätigung wird dann auch mal durstig. Bei der Bestellung von Heiko durfte ich Zeuge folgender Kondition werden: „Einen Cola-Whiskey!“ „Jim Beam, Jack Daniels oder was?“ „Mädchen, ich bin in einem Zustand wo mir das egal ist. Schütt einfach das billigste Zeug in ein Glas“ „Ich hätte hier noch Spiritus…“

Die Musik war aus und es wurde Zeit den Heimweg anzutreten. Wir nahmen alle zusammen ein Taxi. Schnitzel, Andreas und ich stiegen in Westerode aus und Heiko fuhr weiter nach Seulingen. Ein gelungener Abend ging zu Ende. Auf dem Heimweg sagte ich noch zu Andreas, das ich froh bin , das es nicht so spät geworden ist. Daraufhin gab er mir den Tip doch mal auf die Uhr zu gucken. Es war 0500 Uhr und ich ärgerte mich. Aber nicht lange, denn ich wusste ja, das der Red Bull in den frühen Morgenstunden seine Wirkung zeigen wird und ich zeitig mit offenen Augen im Bett liegen werde. Wenigstens darauf ist noch Verlaß.


Pushing the edge

16/04/2008

So ungefähr könnte man mein letztes Wochenende beschreiben. Ich führte meinen Körper an neue Grenzen und überschritt diese zum Teil, nur um gestärkt wieder zurück zu kommen. Dabei fing es eigentlich recht harmlos an. Ich hatte mir für den Samstag mit dem Doktor verabredet, das wir Conrady in Hangover besuchen und zum Fußball gehen. Im Anschluß würden wir noch ein wenig in die Stadt gehen und gucken wo noch was los sei. Für den Freitag war schon seit einer Woche geplant mal wieder in den JT Keller zu gucken. Wie also konnte es dazu kommen, das alles wieder ausgeartet ist, vor allem am Samstag. Schauen wir also ob wir der gesamten Geschichte ein wenig auf den Grund gehen können. Beginnend mit dem Freitag.

Schon recht früh am Tag stand fest, das wir in den JT Keller fahren würden. Ich telefonierte mit Ingo und er wollte fahren. Außerdem sagte ich noch der Dorothea Bescheid, da sie auch mal Lust hätte mit dort hin zu kommen. Weitere Partizipanten dieser Veranstaltung sollten der Tobi und der Schnitzel sein. Nach dem Feierabend machte ich mir noch ein kleines feines Mal und wartete dann auf den bevorstehenden Telefonmarathon. Zunächst meldete sich der Schnitzel und teilte mir mit das er nicht dabei sein könnte am Abend. Er mußte am Samstag arbeiten und wollte dann nicht stramm dorthin kommen, weil er ja was schaffen wollte und nicht den ganzen Tag in den Seilen hängen wollte. Für ihn eine weise Entscheidung, ich hingegen hielt es für Schwachsinn, denn das Wochenende ist kurz genug. Aber jeder so wie er will. Daraufhin ergab sich die Möglichkeit, das wir Dorothea mit nehmen könnte, da sie auch etwas trinken wollte. Nach einigem hin und her würde sie der Ingo in einem Zeitkorridor von einer halben Stunde nach 2100 Uhr abholen. Hieß also für mich das alles geregelt war und ich konnte zum gemütlichen Teil übergehen. Ich schaute ein wenig DVD und gönnte mir zwei halbe Liter. Es schmeckte einfach zu gut.

Der Ingo Express kam an und los ging die Fahrt durch den Regen. Es hatte nämlich erstmal schön angefangen zu regnen, was einerseits schlecht, wohl aber auch gut war. Schlecht, weil man halt naß wurde und gut, weil die Wahrscheinlichkeit sehr hoch war, daß das Fußballspiel am Folgetag ausfallen würde. Da ich ja eh nicht da sein werde war es mir eh einerlei. Wir waren also auf dem Weg nach Göttingen um vor der eigentlichen Invasion des JT Kellers noch im El Sol ein paar Cocktails auszuprobieren. Man könnte auch sagen, das wir einen Brückenkopf erreichten wollten um im Militärjargon zu bleiben. Ingo fuhr mit uns eine recht wilde und außergewöhnliche Strecke, ich hatte nur ein wenig Bedenken um den Gemütszustand von Dorothea als wir in ein Waldstück passierten. Aber wir sind ja brave Jungs. Durch diverse Straßenarbeiten in Göttingen wurden wir dann durch einige Umleitungen zum Volksbank Parkplatz gelenkt. Da konnte man mal wieder sehen, das Glück nicht gerade mein Freund ist. Wäre ich gefahren, dann hätte ich dort hin kommen können wann ich wollte, ich hätte dort nie ein Parkplatz bekommen. Aber der Ingo fährt eine Runde und schon hat er einen Parkplatz. Ein weiterer Grund warum ich nie am Wochenende fahren sollte. Man nimmt automatisch längere Fußwege in Kauf. Schön, wenn man sich solche Ausreden parat legen kann. So kann man sich immer schön zu schütten am Wochenende.

Im El Sol fanden wir recht fix einen Tisch und konnten alsbald eine Bestellung aufgeben. Da es ja diese fantastische Einrichtung der Happy Hour gibt, waren bestimmte Cocktails billiger als ausgeschrieben. So etwas muß man ausnutzen. Ich bestellte mir also einen Alabama Slammer, der eigentlich zu fruchtig für mich war. Aber da wir an Karfreitag gute Erfahrungen damit gemacht haben, dachte ich mir, daß es vielleicht gut wäre, wenn man ihn auch von einem „Profi“ gemixt bekommt. Nun ja, er schmeckte ein wenig anders als die selbst gemixte Variante, was vielleicht an der besseren tarirung der Zutaten lag. Ich selber habe ja mehr nach Augenmaß zusammen gestellt, da überwiegt der Alkoholanteil dann doch sehr. Wie schon erwähnt war er dann zu fruchtig für mich. Während ich dann meine interne Bewertungsliste ausfüllte konnte ich meine Blicke schweifen lassen und mußte feststellen, das eine Menge gut aussehender Mädels anwesend war. Es könnte vielleicht mit der bevor stehenden O-Phase zusammen hängen. Was die ganzen Mädels aber gleich wieder von der Liste beförderte, da sie eindeutig zu jung waren. Aber nett anzusehen waren sie allemal. Dorothea hatte sich eine Art Eisbecher geordert. Er heiß zwar irgendwas mit Strawberry, aber so viel Strawberry war da nicht drin. Jedenfalls nicht im Getränk. Dafür hatte sie aber einen riesigen Hucken Sahne oben drauf bekommen. Wenn ich Sahne sehe, dann wird mir beim alleinigen Anblick schon schlecht. Daher meide ich solche Cocktails intensivst. Meinen Cocktail mochte sie aber auch und fragte gleich unverblümt ob er mir denn überhaupt schmecken würde. Da wurde ich dann hellhörig.

Ingo bemerkte plötzlich den Tobi, der sich noch angekündigt hatte. Er lief ein wenig wie Falschgeld im El Sol herum, hatte aber direkten Kurs auf die Theke genommen. Trotz mehrfachen lautem Winkens bemerkte er nichts, aber sein Blick schweifte über die gewaltige Anzahl an junger hübscher Frauen. Kein Wunder das er sich nicht richtig konzentrieren konnte. Ich war kurz davor mit Gegenständen zu schmeißen, als er dann endlich in unsere Richtung blickte und sich zu uns gesellte. Der Blick den er hatte, verriet mir folgendes. Er war glücklich über die Tatsache, das sich so viele Schnitten hier her verirrt hatten. Und er war nun noch definitiv in dem passenden Alter. Verlasse wir kurz die Glücksphase des Tobis und wenden uns den wichtigen Sachen zu. Ich entschied auf Grund der Befürchtung eines Vitaminschock keinen Fruchtcocktail mehr zu trinken, dafür viel die Wahl recht schnell auf den König der Cocktails, den Long Island Ice Tea. Will man schnell nach vorne kommen, in dem Alkoholrennen, dann ist dieser Cocktail quasi die Lachgaseinspritzung. Gut im Geschmack und vor allem kein fieses Fruchtaroma. Auch hier muß ich mal erwähnen, das er keinerlei Ähnlichkeit mit unserer Eigenmixtur hatte. Obwohl die Gläser ja gleich groß waren. Vielleicht war die Anzahl an Alkoholika einfach geändert worden. Er schmeckte aber auch so. Sogar Dorothea war von ihm angetan.

Ich war dennoch ein wenig Vorsichtig bei den ganzen Cocktails. Ich hätte locker die Geschwindigkeit erhöhen können und damit eine leuchtendes Beispiel für Mißbrauch von alkoholischen Getränken werden können. Aber man muß ja vor der weiblichen Gesellschaft nicht gleich so über die Stränge schlagen. Außerdem stand ja der JT Keller Besuch noch an und da war der Eintritt in die höheren Gefilden des Alkoholkonsums schon vorprogrammiert. Ich hoffte nur, das mir später noch Bier schmeckte und ich nicht wieder mit Havana Club abstürzen würde. Aber das waren noch ungelegte Eier. Da noch nicht zu viel los war vor dem Keller entschlossen wir uns zu einer weiteren Runde, die ich erneut mit einem Ice Tea bestritt. Dorothea schwenkte um auf einen Rotwein, aus Angst zu stramm zu sein. Darauf hin gab ich ihr den Hinweis das man nie zu stramm sein kann. Vielleicht hatte sie Angst sich irgendwie zu blamieren. Aber das konnte gar nicht passieren, denn ich war ja dabei und würde sie auf jeden Fall toppen. Vom Rotwein wollte sie mir dann noch was abgeben, aber da lehnte ich dankend ab. Ich habe ein wenig Respekt vor Weinen. Die können einem nämlich wunderbare Kopfschmerzen in den Schero zaubern. Nachdem dann die Getränke geleert wurden, verlegten wir dann in den Keller. Wir mußten nicht anstehen und man sah nach dem löhnen des Eintritts warum, denn es war noch nicht so viel los. Das bringt einen immer in den Erklärungsnotstand, da man vorher immer in den höchstens Tönen vom Keller gesprochen hatte. Aber Dorothea war wohl einen Samstag vorher schon da, bei der La Boum Party, da wusste sie also das wir die Wahrheit sagten.

Ich stand nun vor einer schwerwiegenden Entscheidung. Nach den ganzen Cocktails wäre es vielleicht angebracht, auf Mixgetränke umzusatteln, aber ich hatte dann doch mehr Lust auf Bier und eröffnete den Reigen mit einem feinen Becks. Dorothea hielt sich seltsamerweise zurück und trank nichts. Auch als ich ihr versicherte das sie heute Abend bestimmt nicht die Vollste sein würde, wollte sie nichts zu trinken. Nun ja, das Becks schmeckte vorzüglich und wurde mir auch noch von einer umwerfenden Bedienung serviert. So kennt man den JT Keller. Hübsche Frauen wo man hin blickte. Das war natürlich auch für Tobi eine wahre Augenweide, der wieder mal mit dem Gedanken spielte seine Telefonnummer unter das Volk zu bringen. Ingo und ich machten schon Vorschläge er solle sich doch ein T-Shirt oder ähnliches mit Abreißnummern anlegen, damit er nicht so viel schreiben muß am späten Abend. Der richtige Einfall kam mir aber erst später. Er könnte sich doch eine Art Konfettikanone besorgen mit denen er dann kleine Zettel mit seiner Telefonnummer verschießen kann. Erstens ein super Partyeffekt und zweitens wird er so seine Nummer los. Außerdem im JT Keller total ungefährlich, da eh nur hübsche Frauen da sind.
Die Musik war sehr in Ordnung. Jedenfalls bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Dann plötzlich ging es rapide bergab. Es fing an mit einem Lied, welches ich des öfteren zu Checkpointzeiten ertragen mußte. Es war irgendetwas Beklopptes aus den 90ern, näher möchte ich darauf nicht eingehen. Ich dachte mir das es wohl bei dem einen Leid bleiben würde, aber dem war leider nicht so, es ging nun bergab in eine Zeit in der ich mich musikalisch nicht wohl gefühlt habe. Auf der anderen Seite hat mich diese Zeit in die Arme des Metal geführt, wofür ich eigentlich dankbar sein sollt. Nichtsdestotrotz finde ich diese Musik trotzdem nicht toll. Daher sank auch meine Stimmung mit der Musikauswahl. Es ging immer tiefer in das Tal der grottigen 90er Jahre. Den Tiefpunkt bildeten irgendwann die Backstreet Boys und ich war kurz davor mich zu übergeben. Aber hielt noch an mich. Ich flüchtete mich dafür in die Becks Oase. Da war ich sicher und hatte etwas was mich am Leben erhielt. Es war wie das Licht auf das man sich konzentrieren konnte wenn einem die Sinne schwinden. Ich suchte verzweifelt nach einer Kerze, damit ich mir mit dem Wachs die Ohren zuschütten konnte um diese gruseligen Klänge nicht zu hören, doch nichts ähnliches stand herum. Also trank ich weiter Bier. Als es dann fast nicht mehr Schlimmer ging stand dann auch noch Dorothea auf und ging auf die Tanzfläche. Ich konnte es kaum fassen, sie mochte anscheinen diese Musik. Überraschenderweise wurde die Musik auch wieder ein wenig besser. Beginnend mit dem unschlagbaren „U can’t touch this“ von MC Hammer gefolgt von einigen Klassikern der Broten. Höre ich die Brote, dann dreht sich in meinem Kopf die Zeitmaschine und ich werde zurückversetzt in die Oberstufe. Dort wurde bei jeder Party, bei jedem Besäufnis, bei jeder Zeltaktion, also bei allem, wo man in lustiger Runde zusammen saß die Brote irgendwann in den CD-Player geschmissen. Und der Streiti ist abgegangen wie eine Rakete. Schöne Zeiten waren das und wenn man solche Lieder hat, um sich an sie zu erinnern, dann um so besser. Irgendwie wünsche ich sie mir wieder zurück. Huch, jetzt schwelge ich aber in der Geschichte.

Es rechnet ja eigentlich jeder damit, das ich jetzt gleich schreiben werde, das ich mir wieder Mischungen rein geknallt habe und dann wieder komplett die Kontrolle verloren habe. Aber diese eine Nacht nach dem Bierseminar hat mich Moores gelehrt. Gut, es mag zwar lustig gewesen sein, das ich auf der Tanzfläche den Travolta ggemimt habe. Köppel behauptet zwar das es recht gut aussah, was ich da auf das Parkett gelegt hätte, aber so ganz traue ich der Geschichte nicht. Jedenfalls weiß ich von dieser Aktion nur noch rudimentär etwas. Außerdem wollte ich mich so sehr ins Nirvana schießen wenn Dorothea dabei ist. Sie wird sich zwar noch an das Abschlußzelten erinnern können, aber man muß ja keine negativen Erinnerungen heraus beschwören. Ich bleib also beim Bier, Es war zum ersten günstiger und zum zweiten schmeckte es noch ganz gut. Spätestens wenn sich die Hefekulturen auf der Zunge Guten Tag sagen, wird es Zeit auf andere Getränke umzusteigen. Aber so weit war es noch lange nicht.

Dorothea hat mittlerweile die Bekanntschaft einiger geschniegelter Herren gemacht. Die waren, laut ihrer Aussage, allesamt Anwälte und das sah man auch sofort. Wenn ich zwei Studienrichtungen nicht ab kann, dann sind es Jura-Studenten und BWL-Studenten. Wobei es auch hier Ausnahmen gibt. Vornehmlich in meinem Bekanntenkreis. Die BWLer und Jura Studniks sind absolut in Ordnung. Aber 90% dieser Studienrichtung braucht kein Mensch auf dieser Welt. Überheblich, eingebildet und scheiße aussehend. Letzteres bin ich auch, aber ich bin noch normal geblieben und muß nicht mit einem Anzug in eine Disco gehen um Eindruck bei den Frauen zu schinden. Ich könnte ja auch einfach meine Feuerwehrdienstuniform anziehen und damit los gehen. Auf Uniformen stehen sie fast alle. Diesen Pfeifen sah man schon vom Mond aus an, das sie Scheiße Anwälte waren. Der eine hatte schätzungsweise zwei Großpackungen Rama im Haar. Dazu tanzte er auch noch. Partnertanz in einer Disco in der es so voll war das man immer in Bewegung war um irgendwem Platz zu machen oder irgendwo hinzu gelangen. Man stelle sich einfach den früheren Andrang beim Schlußverkauf vor und versetzte diese Szene in einen dunklen, schlecht gelüfteten Keller. Und dieser Vollpfosten macht da Partnertanz der nur aus Drehungen bestand. Es war überhaupt kein Foxtrott-Lied, was ihn nicht störte. Hauptsache die Partnerin drehen bis sie auf einer Umlaufbahn des Merkur ist. Daran sieht man mal wie Gehirnlos solche Leute sind. Erstens würde ich nicht eine zufällige Bekanntschaft in einer überfüllten Disco um 0100 Uhr Morgens schneller um die eigene Achse drehen wie einen 2-Takt-Rasenmäher, wer weiß was die alles schon getrunken und gegessen hat, was vielleicht gleich wieder zum gucken aus dem Mund kommt. Zweitens ist Partnertanz in Discos immer was vollhonkiges. So was machen nur Spaten, die auffallen wollen und dem weiblich Geschlecht zeigen wollen, wie Scheiße man auf dieser Welt werden kann, wenn man nur Jura studiert.

Aber Dorothea hatte einen natürlich Instinkt und hat sich diesen Pfosten schnell abgewandt und dafür einem jungen Mann, der wie sich herausstellte Textil-Ingenieur ist. Oje, es wird besser. Textil-Ingenieur. Was ist denn bitte das? Darf man eigentlich den Begriff Ingenieur mit so etwas wie Textil in Verbindung bringen? Ich denke nicht. Als ich das hörte mußte ich ein lautes Lachen verkneifen, konnte aber ein breites Grinsen nicht unterdrücken. Erst wollte ich gemein sein und fragen, ob denn für Design nicht schwul genug wäre und für Maschinenbau zu doof. Aber ich habe es mir dann doch verkniffen, da ich Dorothea nicht die Tour verderben wollte. Heilger Vater, Textil-Ingenieur. Jetzt gibt es auch noch die Bachelor und Master Studiengänge, ich möchte mal wissen was da noch für abgefahrene Berufsbezeichnungen auf uns zu kommen. Bachelor of Kleiderbügeldesign, Master of Türmattenknüpfen. Und dafür schmeißen wir unseren Diplom-Ingenieur auf den Müll. Tolle Bildungsreform und anpassen an den Weltmarkt. Das jetzt der deutsche Diplom-Ingenieur (also der technische, nicht so was schwuchteliges wie Textil und Konsorten) auf dem Internationalen Markt höher angesehen wird als Bachelor und Master, interessiert wieder keinen. Ich bin jedenfalls noch froh über meinen Titel.

So langsam lichtete sich das Publikum und wir entschlossen uns auch den Heimweg anzutreten. Trotz des immensen Alkoholkonsums meinerseits fühlte ich mich noch ganz gut. Kein Wunder wenn man das Wochenende mit dem Bierseminar nun als Maßstab nimmt. Nach einer recht spaßigen Heimfahrt kroch ich dann ins Bett wo ich dann friedlich entschlummerte und noch leise über Titel wie Textil-Ingenieur lachte. Kurze Zeit später klingelte der Wecker.

Gefühlt waren es 10 Minuten die ich geschlafen hatte, aber in Natura waren es wohl fünf Stunden. Ich schwang mich aus dem Bett und war sehr erfreut über fehlende Nachwirkungen des Vorabends. Keine Kopfschmerzen, keine Magenkrämpfe, so konnte man gut in einen sehr alkoholreichen Tag starten. Hätte ich das schon gewusst, was mich erwartet, dann wäre es vielleicht besser gewesen liegen zu bleiben. Naja, ich soll ja nicht lügen. Wenn ich gewusst hätte, was mich erwartete, dann wäre ich schon früher aufgestanden und hätte die anderen gedrängt eine Stunde eher los zu fahren. Ich sprang unter die Dusche und machte mir ein leichtes Frühstück. Gegen 1130 Uhr (15 Minuten später als angekündigt) kam dann der Doktor, mit Schötti, dem Langen und Bemi im Auto, bei mir vorbei und wir starteten in Richtung Hannover. Zunächst bis Göttingen wo wir dann das Abstellen würden um dann mit dem Zug Metronom nach Hannover weiter zu ziehen. Ich bestieg das Auto und bekam erstmal eine große Flasche Krombacher gereicht. Es war wie gesagt 1130 Uhr und ich hatte ein schelchtes Gewissen, beim Öffnen der Flasche. Es war noch so früh und ich sollte schon wieder Bier trinken? Nachdem dann der erste Schluck unten war, wurden diese Gedanken verschoben. Ich freute mich wie bescheuert sehr auf den Hannover Party Termin, wobei Hannover ja eigentlich nicht zu meinen Lieblingsstädten zählt. In Göttingen konnten wir dann netterweise den Garagenplatz von Manuel K. nutzen. Größte Aktion bis dahin, die Rampe zum Platz sparen zur Seite fahren. Der Lange mimte den Karussellbremser und wollte von jedem die Karten einsammeln. Fängt der Tag so an, dann kann man ihn auch in Hannover verbringen. Bei strahlendem Sonnenschein betraten wir den Bahnhof und teilten die Gruppe auf in Kartenholer und Getränkeholer. Überrascht es jetzt sehr, das ich bei der Getränkeholergruppe war? Eher nicht. Ach ja, vor Bahnhof haben wir dann noch Conrady getroffen, bei dem wir übernachten würden. Die Wochenendtickets waren gezogen, das Bier war kalt und in unseren Händen und die Sonne schien. So betraten wir den Metronom-Express-Schleichzug nach Hangover. Bis wir bei unseren Plätzen waren habe ich ca. drei Leute mit meinem großen Rucksack gerammt und fünf Mal mit den Bierflaschen irgendwo angeschlagen. Aber wir waren nicht die Einzigen die Aufgefallen sind.

Als wir dann endlich einen Platz im Abteil gefunden hatten der uns zugesagt hat, fanden wir uns in unmittelbarer Nähe einiger Eintracht Frankfurt Fans. Was nun nicht das Schlimmste war, denn Hangover 95+1 Fans wären wohl nicht meine favorisierten Zugbegleiter gewesen. Nicht lange, nachdem der Zug an fuhr wurden die nächsten Bierflaschen geöffnet und in den Schlund gekippt. Die Eintracht Fans waren schon fortgeschrittener als wir uns tranken gleich Mixgetränke aus Cola-Flaschen. Langsam aber sicher wurden sie sympathisch. Da der Doktor auch Eintracht Fan ist, fühlte er sich gleich wohl. Auch wenn es nicht so aussah, wäre er bestimmt gerne aufgesprungen und hätte in die ganzen Sprechchöre mit eingestimmt. Und die hatten sie ohne Ende drauf. Es wurde auf alles gesungen. Aber hauptsächlich gegen die Bayern und gegen Hannover. Also nichts worüber man sich aufregen könnte. Als sich diese Sprüche wiederholten, wurde es den Kollegen auch schnell langweilig. Warum also nicht auf die Ort singen schreien, durch die man fährt. So wurden also Sprechchöre auf Banteln, Freden, Kreiensen und was weiß ich noch alles angestimmt. Oder auch mal auf die ein-Euro-Bahn. Man war sich für nichts zu schade. Aber lustig war es allemal.

In Hangover angekommen nahmen wir erstmal die U-Bahn zu Florians Wohnung. Was aber nicht hieß, das wir ohne größere Fußwege dort ankommen würden. Mein immenser Rucksack, die vorsichtshalber angezogenen Winterjacke und das frühlinghafte Wetter in Kombination mit meinem derzeitigen Fitnesszustand, ließen mich schnell halluzinieren. Ich ignorierte aber geflissentlich die halbnackten Damen mit dem kühlen Bier in der Hand, weil die bestimmt sehr gefroren hätten, in dem zugigen U-Bahn Aufgang. Zu allem Überfluß wohnte Florian auch noch im dritten Stock, gefühlt war es der achte Stock. Ich hielt mich aber bei Bewusstsein, mit der Vorstellung das es bald kühles Becks geben würde. Das lief dann auch ohne Probleme meine Kehle hinunter. Nach einer kurzen Pause, mit Bier und einem sehr freizügigen und extrem aufschlussreichem von mir sehr in Frage gestellten Programm auf dem PC, machten wir uns dann auf um das Stadion zu stürmen. Der Marsch ging am Maschsee entlang. Herrliches Wetter ließen Massen an Menschen unterwegs sein. Da wäre ja nicht so schlimm, wenn alle weiblich und leicht bekleidet gewesen wären. Leider wurde das teilweise sehr nett anzuschauende Bild durch männliches Volk gestört. Sehr nett fand ich die Leute die eine Art Leberwurst-Anzug trugen und mit ihren Inlinern nur so durch die Menge fegten. Es gibt schon grenzwertige Menschen.

Eine natürliche Reaktion bei so viel jungen, agilen, weiblichen Körpern ist das offen stehen des Mundes. Man kann machen was man will, man kann sich konzentrieren auf Eishockey oder auf Fußball oder auf den Bullen von Tölz im String-Tanga (Bitte nur in extrem auswegslosen Situationen anwenden!), irgendwann übermannt einen der Offene-Mund-Status. Der Mund wird trocken und das Schlucken fällt schwer. Kommt man in diesen Status, dann hilft nur eins. Sofortige Flüssigkeitszufuhr. So geschehen in der Nähe vom Stadion in Form eines halben Liter Biers und einer Currywurst, damit ein klein wenig Grundlage im Magen vorhanden ist. Es war einfach lecker und auch das Bier floß wunderbar die Kehle herunter. Die Currywurst war zwar etwas für den hohlen Zahn, aber ich hatte keinen Bock ein kleines Vermögen in einen Imbissstand vor dem Stadion zu investieren, damit dann der Besitzer im Anschluß mit seiner 500er S-Klasse zu seinem Penthouse fährt. Also musste sich Kollege Magen ein wenig Gedulden. Der Hunger hatte eh nicht mehr viel zu melden, da das Bier die Kontrolle übernommen hat. Irgendwo im Hirn waren noch die Grundfunktionen verankert, das man auch etwas essen musste, Hungergefühl gab es nicht mehr. An diesem Imbissstand trafen wir dann noch Nicol, die einen Kollegen aus den Staaten mitgebracht hat. Das Beste was man natürlich machen kann ist, zu einem Bundesligaspiel zu fahren. Besser kann man die deutsche Grundkultur nicht kennen lernen. Wir zeigten uns natürlich von unserer besten Seite und sprachen vorbildliches Oxford Englisch.

Nach diesem kurzen Zwischenstop machten wir uns dann auf in das Stadion zu kommen. Ich hatte ja eigentlich geplant als Eintracht Braunschweig Fan mein Eintracht Braunschweig Trikot anzuziehen. Die haben zwar nicht gespielt, aber man muß ja Farbe bekennen. Allerdings hätte ich dann wohl den Rest des Tages mit freiem Oberkörper verbracht, da sich ja Hannoveraner und Braunschweiger Fußball Fans auf den Tod nicht ab können. Gut, wenn man aus Hannover kommt hat man es eh nicht leicht und wenn man dann auch noch als Bundesligist von einer Regionalmannschaft 2:0 abgezogen wird, macht es die ganze Sache nicht besser. Jedenfalls wurde damals gezeigt, wer wirklich als niedersächsischer Verein in die 1. Liga gehört. Hangover ist es nicht. Um also dem Rest der Menschheit meinen freien Oberkörper zu ersparen, verzichtete ich also auf das Trikot und entschied mich dazu lauthals für die Eintracht zu jubeln, auch wenn es die aus Frankfurt war. Es ist schon komisch was so ein Stadion und die umgebende Atmosphäre aus einem macht. Ich bin nun nicht der Hardcore Fußball Fan. Ich gucke hin und wieder ganz gerne zu und wenn es ins Stadion geht bin ich immer mit dabei. Ist man dann im Stadion verändert sich mein Emotionsempfinden total. Ich gehe mit, ich schreie rum und vor allem springe ich von meinem Sitz auf. Gut, man könnte nun auch behaupten, das es an den 2,5 Litern Bier liegen könnte die ich schon intus hatte, aber ich glaube es ist eher eine Kombination aus Beidem. Wir suchten unseren Platz und kurze Zeit später befanden Bemi und ich uns schon an dem Getränkestand. Dort mussten wir dann erstmal ein Konto bei der 95+1 Bank eröffnen um dann einen Schalter weiter das Bier zu bekommen. Alles verdammt umständlich für den Gelegenheitsbesucher. Aber wir hatten Bier. Zurück auf den Plätzen nahm das Spiel seinen Lauf und ich zeigte mich von der besten Seite. Ich schrie rum, trank Bier und bezeichnete die 95+1 Spieler als Luschen. Die ganz normale Abneigung gegen Hannover halt. In der Halbzeit versorgten wir uns mit einem weiteren Bier, welches immer nur in 0,5 Liter Gebinden den Besitzer wechselte. Bei dem Wetter und dem Spiel war aber auch diese Herausforderung kein Problem für uns. Die zweite Halbzeit war voll im Gange und Hannover hatte kurz vor der Halbzeit ausgeglichen. Das Spiel gipfelte in einem Gebolze sondergleichen. 95+1 bewies mehr als einmal das sie einfach nicht fähig waren den Ball in das Tor zu schießen, wohl aber mehrmals drüber weg. Vielleicht hatten sie einfach zu viele Rugby-Spieler eingekauft. Dies war der Zeitpunkt eine weitere Runde Bier einzufahren. Die Schlangen waren kurz und das Bier war zwar Hasseröder, aber man ließ es rein laufen. Wie der auf den Plätzen war Bemi schon leicht angeschlagen, da er kurz in sich ging. Außerdem wurde weiter auf die Hannoveraner geschimpft. Überraschenderweise saßen wir in einem gemischten Block, wo alle recht friedlich waren. Dummerweise gewann 95+1 noch, durch ein recht spätes Tor. Das machte den langen Weg durch die Menschenmassen nach draußen auch nicht besser.

Aber auch der ging vorbei und wir verlegten recht fix wieder in Florians Wohnung. Nach erneuten gefühlten 16 Stockwerken war ich derart fertig, das ich das Bier nur so weg schluckte. Außerdem wurde eine Pizzabestellung getätigt, da einige doch noch Hunger verspürten. Eine weise Entscheidung, den es war mittlerweile 1800 Uhr und der Abend versprach noch sehr lang zu werden. Pizza wurde ausgesucht, bestellt und im Fernsehen lief die Sportschau, weil man ja noch nicht genug Fußbal gesehen hat. Allen Hoffnungen zum Trotz gab es dann doch keine Großaufnahme von uns im Stadion. Ich könnte mein rechtes Ei darauf verwetten, das wenn ich mein Braunschweig Trikot getragen hätte ich in Großaufnahme zu sehen gewesen wäre. Das wäre dann zwar zu dem Zeitpunkt gewesen wo man mir das Ding ausgezogen und in tausend kleine Stücke gesprengt hätte. Aber ich wäre im TV gewesen. Vielleicht hätten sie das Trikot auch mit mir dran in die Luft gesprengt, ich möchte gar nicht drüber nach denken. Während wir also auf die Pizza warteten fühlte sich Bemi ein wenig müde und sank nach hinten auf das Bett weg. Binnen weniger Sekunden schlief er den Schlaf der Gerechten und verpasste sogar die Pizza. Er teilte sich eine mit dem Doktor, der sie extra scharf hat machen lassen. Vielleicht war sie sogar zu scharf für ihn. Nachdem dann also die Pizza in den unendlichen Längen unseres Darmes verschwunden war brachen wir auf um die Stadt unsicher zu machen. Zunächst gingen wir zu Stans Auto, weil er da noch Bier vorrätig hatte. Wir waren uns allerdings nicht bewusst das der Marsch ein wenig lang war und ärgerten uns zu Recht über vergessenen Wegzehrung. Und ich ärgerte mich vor allem über meine vergessene Kamera in Conradys Wohnung. Ich hatte ein unbestimmtes Gefühl, als würde ich heute Abend eine Menge Fotos geschossen haben. Aber nun war es zu spät, die Kamera war nicht da und ich mußte damit leben. Bei Stan am Auto gab es dann erstmal eine Runde Pils aus großen Flaschen. Ich weiß gar nicht warum nun alle auf große Falschen aus sind. Die kriegt man gar nicht so schnell alle, wie einem lieb ist und dann werden sie schnell warm und schmecken wie Fleischbrühe. Außerdem standen wir im Halbkreis um einen Opel Kombi herum und tranken Bier, sah sehr vertrauenerweckend aus. Nun ging es weiter gen Bushaltestelle, da wir mit dem Bus weiter verlegen wollten. Doch der fuhr erst in einer Stunde. Es war hier als die Situation das erste Mal eskalierte. Stand geriet sich mit Conrady in die Haare, da er ja nur meckern würde und an allem etwas auszusetzen hatte. Conrady hielt dagegen, aber das möchte ich ungern in meinen Logbuch schreiben, denn es wurden häßliche Worte und Vorwürfe ausgetauscht. Die Situation kam dann auch vorerst unter Kontrolle und wir konnten den Weg weiter fortsetzen.

In der Stadt mußte ich dann erstmal zur Bank, da einige beachtliche Lücken in meinen Haushalt gerissen wurden. Und im Anschluß gingen die Vorwürfe weiter. Noch häßlichere Worte wurden fallen gelassen und es sah aus als würde es stark eskalieren. Man bekam sich einigermaßen wieder unter Kontrolle und wir gingen ins Hofbrauhaus, das von Ernst August. Dort ließen wir uns vorerst im Raucherbereich nieder und tranken weiter Bier. Hier mußte ich feststellen, das ich kleine Probleme hatte den Takt mit zu halten, denn das Bier schmeckte mir nciht ganz so gut. Aber ich schüttete tapfer rein. Man könnte ja eine paar langsame Runden einläuten. Der Doktor versuchte mich in der Zwischenzeit zu überreden das wir uns doch zusammen Gitarren anschaffen sollten um ordentlich das Haus zu rocken. Ich war mir der ganzen Sache nicht so sicher wie er und erbat mir ein wenig Bedenkzeit. Lust hätte ich ja schon, aber ich habe da keine Zeit für. Im Moment frisst die Feuerwehr einen Großteil meiner Freizeit und das wird wohl noch zwei Jahre so bleiben. Wenn man nun so umher sitzt, dann kann einem schnell ein wenig langweilig werden, vor allem wenn man keine hübschen Frauen zum angucken hat. Also verlegten wir in den Nichtraucherraum, wo dann eine Liveband spielte und wo auch einiges mehr los war. Die Band machte gut Party, auch wenn sie keine Schlagerscheiße spielte. Hier ließ es sich auch ein wenig länger aushalten. Und das Bier schmeckte auch wieder besser, ansonsten hätte ich echt angenommen, das ich krank werden würde. Vorher trank ich Pils und probierte nun ein naturtrübes. Es schmeckte auch ganz gut, aber hätte besser sein können. Nach einer etwas längeren Raucherpause, zogen wir dann weiter.

Der Großteil wollte zunächst ins Rotlichtviertel, worauf ich nun keinen Bock hatte. Man mag es mir nicht glauben, aber solche Rotlichläden finde ich nicht so aufregend. Ich meine Anfassen darf man da eh nichts und bezahlen werde ich dafür bestimmt nicht. Wofür dann die Bemühungen. Ich fügte mich also der Allgemeinheit und freute mich auf das Bier. Und wenn da dann ein paar nackte Brüste umher springen würden, dann hätte ich da auch nichts gegen. Wir gingen dann aber doch nicht in einer dieser zwielichtigen Läden sondern in die Intensivstation. Ein Laden, den man am ehesten mit dem JT Kellern vergleichen könnte. Sogar noch kleiner, aber ähnlich heiße Frauen vorhanden. Zu Beginn wusste ich ja nicht so recht ob das hier ein Laden wäre in dem die leichten Mädchen nur darauf warten einem die Hosen auszuziehen und erkundigte mich bei den Ortskundigen. Aber Conrady versicherte mir das dort wohl keine Nutten unterwegs sein würden, also könnte man ruhig alles angucken und bei passender Gelegenheit anpacken. Ich hielt mich erstmal an das angucken. Das würde vorerst reichen. Und es war einiges zum gucken da. Die Musik auf der anderen Seite ging dann eher in Richtung House und Techno, aber auch dazu konnten die anderen abgehen. Ich hielt mich dann an das Bier trinken. Jeder ist ja in irgendwas Profi. Bier trinken bringt dann aber auch eine volle Blase mit sich und man mußte die sanitären Einrichtungen aufsuchen. Nun stelle man sich eine ähnliche Situation wie im JT Keller vor. Besser gesagt Karstadt beim SSV und in der gegenüberliegenden Ecke wurde gerade eine neuer Grabbeltisch enthüllt. So voll war es ungefähr. Leider war das männliche Publikum in dem Laden leicht assig angehaucht. Oder sollte ich besser sagen, das sich jeder darinnen für den Allergeilsten hielt. Man schob sich durch die Massen und trat auf diverse Füße, was mir aber egal war, denn irgendwie mußte ich ja zum Klo kommen. Wenn man so Scheiße ist, das man nicht mal Platz machen kann, wenn Jemand durch will, dann soll man sich halt Stahlkappen anziehen. Gut, ich erntete jede Menge böse Blicke, aber es waren ja alles Hannoveraner. Was soll man in einer Stadt voll Assis auch anderes erwarten. Leider mußte ich einen solchen Weg noch zwei Mal antreten, denn wir waren recht lange da.

Auf dem Weg durch die Menschenmengen verleibte ich mich ungefähr dreizehn Mal. Und eine war dabei die der Patentochter von Elke verdammt ähnlich sah. Sie hatte es aber nicht sein können, da sie ja schon verheiratet ist und ein Kind hat. Da treibt man sich nicht in solchen Läden wie der Intensivstation herum. Aber sie sah ihr verblüffend ähnlich und war somit verdammt hübsch. Etwas in meiner Hose vibrierte und ich wurde leicht verlegen, bis ich dann merkte das es mein Telefon ist, welches schellte. Vor der Intensivstation hatte ich eine um Längen bessere Verständigung und sprach dann mit David, der mich anrief. Er war der Meinung ich wäre schon wieder in Duderstadt und wolle wissen was denn noch gehen würde. Ich klärte ihn auf und er war ein wenig enttäuscht, gab mir aber den Tip mich an die ganzen Hannoveranerinnen heran zu machen. Guter Tip, den habe ich mir gemerkt. Da ich nun eh schon an der frischen Luft war und mein Becks genießen konnte, kontrollierte ich meinen Nachrichten-Eingang und mußte feststellen das ich mehrere Nachrichten von diversen Elferratsmitgliedern bekommen habe. Am gleichen Abend war nämlich JHV vom WCC. Im Vorfeld wurden von nicht anwesenden Elferratsmitgliedern Einverständniserklärungen eingesammelt, damit sie weiter im Elferrat machen. Aus den Mitteilungen konnte ich lesen das meine besonders gut angekommen ist. Mir wurde gleichzeitig heiß und kalt, denn ich mußte davon ausgehen, das sie laut vorgelesen wurde. Es reicht ja aus einen einfachen Satz zu schreiben, das man weiter machen will und schon hat man ein weiteres Jahr Arbeit ohne Ende am Hals. Da ich aber mich aber mit so einem einfachen Satz nicht zufrieden geben wollte, habe ich ein wenig mehr geschrieben um den Vorstand ein wenig zu erheitern. Unter anderem stand darin das ich keinen Löwentor mehr trinken möchte, da er mir körperliche Schmerzen bereitet und das ich zur Zeit in Hannover weile, lattenstramm sein werde und Ausschau nach hübschen Mädels halte. Nach einigen Rückfragen stellte sich dann heraus das meine Erklärung laut vorgelesen wurde und alle sich herrlich amüsierten. Naja, ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert. Ich war zum Glück in einem Zustand wo mir das egal war, aber ich freute mich das ich alle ein wenig erheitern konnte. Hoffentlich kommt keiner auf die Idee ich soll in die Bütt.

Kommen wir nun zum Finale der Eskalation. Die anderen hatten ihre Jacken auf einem großen Stapel an der Theke deponiert, ebenso ein eine andere Gruppe Ausländer. Bemi, der nun nach Hause wollte, suchte nun nach seiner Jacke und geriet prompt in etwas härteren Kontakt mit den Vögeln. Die waren der Meinung das Bemi sich an den Jacken zu schaffen machen wollte. Da Bemi nun auch leicht aufbrausend ist, fielen schnell die richtigen Worte und ich trat dazwischen um die Situation ein wenig zu entschärfen. Trotz genügend konsumierter Pilse fühlte ich mich noch recht nüchtern. Ebenso einer von der anderen Gruppe und wir konnten Bemis Jacke sicherstellen. Nun wollte Bemi nach Hause, der Rest aber nicht, weswegen dann Stan und Bemi raus sind. Es folgte eine recht häßliche Situation in der Stan ein Wortgefecht mit dem Rest der Gruppe hatte das darin gipfelte das er dem Langen und Conrady mit Geschwindigkeit ins Gesicht fasste. Warum kann ich nicht sagen, da ich das Wortgefecht aus Lautstärkegründen nicht mit geschnitten habe. Stan und Bemi wurden dann vom Türsteher raus gebracht und der Rest war fassungslos und tierisch sauer. Schötti und ich sind dann hinter den Beiden her, aber haben sie draußen nicht mehr gefunden. Die Anderen folgten uns kurze Zeit später und waren mehr als aufgebracht. Die Situation konnte nicht mehr aufgeklärt werden, weil halt Bemi und Stan schon weg waren. Aber das bedarf wirklich Aufklärung und Aussprache. Ich hoffe dazu wird es noch kommen. Ich fühle mich in solchen Situationen immer recht hilflos. Denn eigentlich habe ich ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis und einen Gerechtigkeitssinn.

Die Stimmung war ein wenig gedrückt nach diesem Zwischenfall und wir wollten erstmal wo anders hin. In der Intensivstation hätten wir bestimmt keinen Spaß mehr gehabt. Die Entscheidung fiel auf das Rockhaus, mit vorherigem Stop beim Burger King. Der Hunger hatte sich wieder gemeldet und wollte befriedigt werden. Im Rockhaus wurden wir mit offenen Armen begrüßt. Ich war hier mal bei einem Besuch von Streiti und es war grandios. Man konnte es am ehesten mit der Outpost vergleichen, die mit Sicherheit nicht viele meiner Leser kennen werden. Kurz gesagt, es wurde hier Musik gespielt die von richtigen Menschen kommt und nicht irgendwo am Computer generiert wird. Metal, Rock, Alternative, Musik eben. Richtige Musik. Als wir rein kamen fühlte ich mich gleich wohl. Es gab ein Freigetränk und die Gitarrensounds hauten einem die Falten aus dem Sack. Das Bier war auch noch ein Oettinger, was das ganze Zeltplatz und abschädeln bei gepflegtem Headbangen Feeling noch näher brachte. Gut, es schmeckte wie aus der Gosse geschöpft, aber das gehört als harter Headbanger dazu. Im Innern erwartete uns dann um Längen lautere Musik und vor allem eine ganzer Arsch voll strammer Leute. Es ist echt unglaublich wie sich die Leute die Hucke zu knallen können. Es muß dann wohl doch an der Musikrichtung liegen. Dieses ganze zelten bei Festivals und den Hauptbedarf an Energie für den Tagesablauf aus Bier zu zeihen hinterlässt dann doch irgendwann Spuren. Aber man fühlte sich wohl und es waren so gut wie keine Assis da. Dafür aber auch nur halb so viel hübsche Frauen wie in der Intensivstation. Der Lange meinte zu mir, daß dann in der House Szene doch die hübscheren Frauen anzutreffen wären. Dem kann ich nicht so ganz zustimmen. Denn auch hier fand ich drei Mädels die absolut mein Geschmack waren. Es waren zwar nicht so viele, aber die Masse macht es ja meistens nicht. Auf die Qualität kommt es an. Und die konnte sich hier durchaus sehen lassen. Außerdem konnte ich eine neue Ausrede vorbringen, keine anzusprechen. Wir waren ja in Hangover und damit würde ich sie nicht wiedersehen. Warum sollte ich mich dann also in diese Mühen stürzen? Der Doktor schwang in der Zwischenzeit das Tanzbein auf der Tanzfläche sensationelle Bewegungen konnten beobachtet werden. Vor allem der typische Luftgitarrengriff wurde des Öfteren gesehen, nicht nur beim Doktor. Direkt konnten wir den Doktor von unserem Platz nicht beobachten, aber findige Techniker hatten eine Kamera installiert, die die Tanzfläche filmte. So wurde der Doktor in Überlebensgröße auf eine Leinwand projiziert.

Die Anderen fanden es nicht so prickelnd im Rockhaus und wollten wieder zurück in den Rotlichtbereich. Und da ich es ja gewohnt bin, daß in Läden nicht meine Musik gespielt wird, beugte ich mich der Allgemeinheit. Wir verlegten recht bald in einen Eckladen, dessen Namen ich vergessen hatte. Allerdings handelte es sich hier erneut nicht um einen Laden in dem freizügige Frauen umher sprangen. Diesmal war es eine Schlagerbude. Und sie war proppenvoll. Alles was ich vorher erwähnt habe war eine leichte Andeutung gegenüber dieser Fülle die in diesem Laden vorherrschte. Unglaublicherweise sind wir dann doch noch rein gekommen und quetschten uns irgendwie durch die Mengen. Man kam sich vor wie ein Sandkorn in einem Stundenglas. Und dennoch konnte man sich tanzenderweise bewegen. Wobei ich jetzt nicht mehr unterscheiden kann ob das meine eigenen Bewegungen waren oder aufgezwungenen von meinen unmittelbaren Nachbarn. Dank dieser unglaublich fiesen Luft dort drinnen hielten wir es aber nicht lange aus und verlegten wieder nach draußen. Doch da sollte man erstmal hin kommen. Nach einem schier endlosen Geschiebe in der Menge, bei dem wir benahe am Ausgang vorbei geschoben wurden, erreichten wir dann endlich wieder frische, unverbrauchte Luft. Und weiter ging unsere Reise.
Es wurde nun erneut überlegt doch noch in einen der einschlägigen Läden zu gehen, aber der hohe Preis schreckte den Großteil ein wenig ab. Dafür entschieden wir uns doch noch was zu essen, da unser letztes Mahl auch schon etwas zurück lag. Also verlegten wir in einen nahe gelegenen Dönerladen um uns dort zu stärken. Es ist schon unglaublich was man alles essen kann, auch wenn man gar keinen Hunger hat. Folgendes spielte sich dort ab. Zunächst muß man wissen, das sich sehr schwachsinnige Lieder sehr schnell ins Hirn einbrennen. Bei uns war das zur Zeit Rainald Grebe – Brandenburg. Um Sinn und Unsinn dieses Liedes möchte ich gar nicht diskutieren. Es sei nur so viel gesagt, daß das Land Brandenburg nicht ganz so gut dabei weg kommt. Wir sangen es aber dennoch den ganzen Abend wegen so sinnfreier Textstellen wir: „In Berlin kann man so viel erleben, in Brandenburg soll es wieder Wölfe geben.“ Conrady und ich bestellten ein Lamm-Döner und Schötti nahm sich ein Lamachun zur Brust. Seltsamer weise wurden zwei Döner mit Lamm und einer mit Huhn geliefert. Soviel zur Verständigungsproblematik in Dönerläden. Am Tisch hatte sich der Doktor schon auf die Tischplatte gebettet und hielt die Augen geschlossen. Das wiederum brachte ihm Kommentare einer vorbei gehenden Dame ein. Der Rest grinste nur. Zwischenzeitlich reif mich der Vollmer an und teilte mir mit das ich der King wäre und das meine Enverständniserklärung die Beste war. Er war recht leicht zu begeistern. Allerdings hörte ich an seinem Ton, das er sehr tief in mehrere Bier Flaschen geguckt hatte. Der leicht lallende Ton ließ sich auch auf 100 km Entfernung leicht erkennen. Der Doktor wurde irgendwie wieder wach und machte erstmal das Lied Brandenburg an. Das wiederum brachte den Besitzer auf den Plan der uns doch bat das auszumachen, weil sich schon Gäste beschwert hätten. Vollkommen unwissend unseres Vergehens entschuldigten wir uns und der Doktor machte sein Handy sofort aus. Und dann wollte uns der Besitzer antialkoholische Getränke ausgeben. Man stelle sich also vor, das fünft stark alkoholisierte aber unbewusste Störenfriede auch noch Freigetränke bekommen, dafür das sie mit der Musik aufhören. Der Lange wurde also Mißtrauisch und hatte Bedenken das er, O-Ton Langer, am nächsten Tag scheißen muß wie ein Lötkolben. Wir waren da etwas schmerzfreier und bestellten erstmal eine Runde an Getränken, von denen dann der Lange auch getrunken hat. Ich hätte nie gedacht, daß wir einen so angesteinflößenden Eindruck gemacht haben. Wir verließen dann den Schauplatz und machten uns daran eine Art Bayern Disco zu besuchen.

Mittlerweile war es schon weit fortgeschritten in den Morgenstunden. Ich meine mich noch daran erinnern zu können, das es 04 Uhr Irgendwas war. Es war zwar noch dunkel draußen, aber ich fühlte mich als wäre ich als Bodenplatte beim Militärmusikfestival benutzt worden. Ich war einfach nur fertig. Nichtsdestotrotz ging es dann in den Bayern Schuppen. Ich dachte mir, das es vielleicht sinnvoll wäre endlich mal wieder die Blase zu entleeren. Mein Körper sagte Top Idee, doch der Typ auf dem Klo sagte keine gute Idee. Die Pinkelbecken waren gesperrt und die Kabine war von innen verschlossen und drinnen schien einer zu schlafen. Ich war endlos begeistert. Zurück in dem Raum in dem getanzt wurde hatten sich schon die nächste Bierrunde eingefunden. Das konnte meine Enttäuschung ein wenig dämpfen. Seltsamerweise schmeckte das Bier wieder besser. Zeitweise war ich schon drauf und dran auf Mixgetränke umzusteigen. Leider war es in dem Bayern Schuppen verdammt eng, so daß man ständig angestoßen wurde. Und die Spacken sind in solchen Läden ja auch immer sehr zahlreich vertreten. Ich stand also auf der Tanzfläche rum und hatte nicht große Lust mich zu bewegen. Ich war voll mit Litern von Bier, meine Füße taten weh und um ehrlich zu sein wäre mir ein weiches Bett jetzt am Liebsten gewesen. Da tanzt mich eine junge Dame an. Ich drehte mich um und wir hatten Augenkontakt, verbunden mit einem kurzen Lächeln. Wie aus dem Nichts kam ein Spacken von der Seite und schob sich zwischen uns. Er hatte so eine total abgespacte rot-schwarze Lederjacke mit wilden Aufnähern drauf an. Ich dachte mir meinen Teil und ging Richtung Theke. Irgendwie war mir das zu doof. Zumal er sie quasi von mir weg getanzt hat. Und es war wirklich nicht so viel Platz da drin, als das sie hätte ausweichen können. Conrady hatte die Gelegenheit schon genutzt und hat sich nach draußen verzogen und ich schloß mich ihm an.

Draußen standen wir dann kurz rum und unterhielten uns über den Abend, als dann plötzlich ein Herr mittleren Alters auf uns zu trat. Über drei Ecken und von hinten durch die Brust ins Auge fing er ein Gespräch mit ihm an und meinte er käme aus Berlin, da muß er ja in Hangover Hochdeutsch sprechen. Wie auch immer. Im Laufe des Gesprächs stellte sich dann heraus das er zu einer Drachenboot Truppe gehört, mehrfacher Weltmeister war (vermutlich in Drachenboot fahren) und er kam aus Brandenburg. Conrady und ich waren nur froh, das wir nicht vor seinen Augen das Brandenburg-Lied gesungen haben, sonst hätte er uns sofort platt gemacht. Ich ließ dann beiläufig mal eine Bemerkung über den immensen Platz in Brandenburg ist fallen, aber das hat er zum Glück nicht bemerkt. Er war mehr darauf bedacht uns zu erzählen wie groß denn sein Grundstück ist und was für ein tolles Auto er hat. Man merkt schon Schwanzvergleich unter Männern. Da konnten wir natürlich nicht gegen anstinken. Selbst als Conrady anfing mit 8er Rudermannschaften wurde das als kleine Jungen Kram abgetan. Wir hatten es also mit einem ganzen Kerl dank Chappi zu tun.

Die Uhr zeigte mittlerweile 0530 Uhr und die Anderen hatten nun vom Bayern Schuppen auch die Schnauze voll. Kurzer Hand gingen wir ohne große Umwege zur U-Bahn Station und fuhren zu Conradys Wohnung. Dort genehmigten wir uns noch einen Havana Club Cola und legten uns so langsam danieder. Ja, ich weiß was jetzt alle denken, musste denn dieser Havana noch rein? Ja, denn als Abschluß eines solchen Baller-Marathons war das genau richtig. Es gab auch nur die extra großen Mischungsgläser. Anders konnte man auch den Muck, der sich mittlerweile durch die Wohnung zog auch nicht ertragen. Man stelle sich fünf Männer, die den ganzen Tag unterwegs waren vor, die alle zur gleichen Zeit ihre Schuhe aus zogen. Außerdem wurde auf das Unterdrücken von Darmwinden schon lange nicht mehr geachtet. Binnen weniger Sekunden waren alle im Land der Träume. Außer Conrady, der munter Fotos mit meiner Kamera schoß.

Drei Stunden später, nach einem sehr unruhigem Schlaf, hervorgerufen durch Lärmbelästigung (geräuschvolles Atmen der Nachbarn, Schreie beim vögeln schreiende Vögel), Geruchsbelästigung (Ausdünstungen als Ergebnis der vergangenen Nacht) und unbequemer Luftmatratze schellte schon der Wecker von Conrady, dann der von Schötti und dann der vom Doktor. Teilweise war ich froh, denn es bedeutete das man bald nach Hause kam, wo dann die totale Erholung auf einen wartete. Man ließ die vergangenen Stunden passieren und mußte feststellen, das man sage und schreibe 18 Stunden lang Alkohol getrunken und sich von Fast Food ernährt hat. Das sollte locker 10 Jahre des Lebens gekostet haben. Ich hatte eh nicht vor bis zur Rente zu arbeiten. Wir beschlossen ein kleines Frühstück am Bahnhof einzunehmen und nahmen die U-Bahn dorthin. Auf dem Weg zur Station rief mich der Vollmer erneut an und teilte mir mit, das meine Einverständniserklärung sensationell war und fragte ob ich immer noch am Trinken war. Ich konnte es immer noch nicht fassen, das mein Schrieb laut vorgelesen wurde. Am Bahnhof ging dann noch ein kleines Baguette rein und ein sehr dringend notwendiger Kaffee. Noch nie fühlte ich mich so ausgemergelt. Normalerweise stecke ich solche Aktionen einfach weg, aber ich kam einfach nicht so richtig auf Touren. Im Zug selber war noch eine weitere Party-Truppe die wohl auch nicht genug bekamen und den vergangenen Abend Revue passieren ließen. Außerdem wurden wir noch von einem Gitarrenspieler belästigt. Bemi der neben mir saß pochte die Halsschlagader und ich war froh das wir in Göttingen waren, bevor sie platzte. Das hätte vielleicht eine Schweinerei gegeben und Blut geht ja auch so schwer wieder raus. Den Abend bekam ich gar nicht mehr mit, denn meine Augen schlossen sich selbstständig um 1900 Uhr und gingen erst um 2200 Uhr wieder auf. Ohne Umwege ging ich ins Bett und schlief am nächsten Morgen eine Stunde länger. Nach 12 Stunden traumlosen Schlafes fühlte ich mich einigermaßen regeneriert, wohl wissend das es nur ein Trugschluß ist, denn dieser Ermattung wird sicherlich noch bis Mittwoch anhalten.

Ich freue mich schon auf die nächste Aktion bei Conrady!


Pain free

08/04/2008

Nach meinem groben Patzer in der Vorwoche beim Truppmann Lehrgang wollte ich mir ein solches Fehlverhalten nicht noch mal zu Schulden kommen lassen. Das hieß aber auch, das ich am Freitag nur mit angezogener Handbremse starten konnte. Naja, vielleicht würde ich die Handbremse nicht komplett anziehen, aber eine Rastung sollte vielleicht reichen. Doch zunächst mußte erstmal geprüft werden, was denn überhaupt für den Abend in der Planung stand. Präzise wie ein Uhrwerk erreichte mich eine SMS von Schnitzel mit einer Anfrage für die Abendplanung. Ich willigte sofort ein und traf entsprechende Vorbereitungen. Man braucht schließlich eine Grundlage und durstig sollte man auch nirgends aufschlagen. Jedenfalls nicht Alkoholdurstig.
Gegen 2100 Uhr betrat ich das Feuerwehrhaus und fand es in vollständiger Dunkelheit vor. Schnitzel war noch nicht da und Tobi war noch auf Spätschicht. Was soll man da schon groß machen? Man stellt das TV Gerät an und versorgt sich selber mit einem Bier. Nebenbei ließ ich noch mal die Woche vor meinem geistigen Auge reflektieren. Besser gesagt, bis zu dem Zeitpunkt als der erste Schluck Bier meine Lippen befeuchtete, dann war klar, das es heute Abend eh wieder ausarten würde. Trotzdem bleute ich mir selber ein, das ich morgen um 0615 Uhr die Wärme meines Bettes verlassen müsse um meine Freizeit der Ausbildung von Feuerwehrleuten zu opfern. Aber das mache ich ja gerne. Im Volksempfänger Fernseher lief nichts Besonderes. Ich bin dann trotzdem bei „Charlie’s Angels – Full throttle“ hängen geblieben. Ich kann mir nicht helfen, auch wenn die Filme unrealistisch hoch acht sind, find eich sie einfach Klasse. Gute Action Szenen und noch bessere Darstellerinnen. Kombiniert gibt das ein paar heiße Action Sequenzen. Außerdem finde ich Drew Barrymore Klasse. Aber ich bin ja nicht hier um über Filme zu referieren, sondern um so gut wie möglich den Abend zu Papier zu bringen. Und das wird schwer genug. Ich saß also rum guckte mir heiße, sich prügelnde Frauen an und trank Bier. Hört sich doch schon mal ganz gut an. Nebenbei trat ich in Kontaktaufnahme mit Ingo und er wollte sich unserer illustren Runde, die zu dem Zeitpunkt nur aus mir bestand noch anschließen.
Stark verspätet kam dann der Schnitzel an, dicht gefolgt von Tobi. Das Endziel stand eh schonfest, aber man muß ja nicht gleich um 2300 Uhr in die Werkstatt rennen. Also überlegten wir uns einen Alternativplan. Alle brachten die Bedingungen vor, das es nicht so lange gehen sollte, da alle am Samstag früh raus mußten. Das passte perfekt zu dem von mir ausgearbeiteten Plan. Es mußte eigentlich nur noch die Alkoholzufur eingestellt werden, so daß es am frühen Samstag Morgen keine böse Überraschung geben würde. Aber darum kann man sich später kümmern, wenn man erstmal genügend Bier hinein geschüttet hatte. Als dann der Ingo noch ankam beschlossen wir spontan eine Runde durch die Stadt zu fahren um zu gucken ob man schon vorher abschätzen könnte wo man den meisten Spaß haben könnte. Ein recht schwieriges Unterfangen. Wir entschlossen uns dann für das Ambiente, da es dort die letzten Wochenenden trotz Besuchermangels immer recht spaßig war. Die Anzahl der Autos ließ auf weniges Publikum schließen, was aber nicht gerade das schlimmste sein muß.

Im Inneren bestätigte sich der Verdacht und die Besucherzahl war sehr übersichtlich. Und dennoch traf man alte Bekannte. Diesmal den Patrick R. (dem regelmäßigen Leser als Stickstoff-Übertäter noch bekannt) der mich erstmal über mein Verbleib bei der Jugendfeuerwehrwartversammlung ausquetschte. Ich unterhielt mich kurz mit ihm und verpasste wieder mal die Initialgetränkebestellung. Sehr grober Fehler, aber auf der anderen Seite ist es dann doch unhöflich, wenn man seinen Gesprächspartner stehen lässt um sich was zu trinken zu organisieren. Gut, bei Regin ist das alles noch verständlich und keiner würde sich wundern, wenn ich ihm plötzlich den rücken kehre, aber bei hübschen Frauen wäre das einfach nur unhöflich. Man bräuchte ein zweites Ich, welches solche lästigen Aufgaben, wie Getränke bestellen und bezahlen, arbeiten gehen und diesen ganzen Spielkram für einen erledigt. Ich frage mich wie weit die Klonforschung schon ist? Doch diesmal haben meine Freunde mit gedacht und mir ein wunderbares Becks mit bestellt. Ich mußte ein bis zwei Tränen weg blinzeln und erfreute mich an dem Pils. Es war wohl gekühlt und schien sich hervorragend mit dem schon vorhanden Pilsmengen in meinem Magen zu vertragen. Es folgte nun eine weitere Runde und ich mußte die sanitären Einrichtungen aufsuchen. Dort traf ich dann den Manuel, vor dem ich mich zu nächst verstecken wollte, was aber an den ganzen Pinkelbecken nicht möglich war. Wenn ich es doch versucht hätte, dann hätte man da schnell eine verfängliche Situation draus machen können. Bei meinem natürlichen angeborenen Glück wäre das mit ziemlicher Sicherheit eingetreten. Wir wollen ja hier nichts forcieren. Wir unterhielten und kurz und ließen unser letztes Treffen kurz Revue passieren. Er versicherte mir das Holler heute Abend nicht so stramm wäre und berichtete mir von der Rettung der jungen Damen aus der Anbaggeraktion von Holler. Ach ja, war schon lustig.

Wieder zurück an dem Ausgangspunkt kam der Holler auch kurz vorbei. Nebenbei gingen dann weitere Biere rein. Schnitzel und Tobi führten sich Bananenweizen zu, was immer noch nicht mit meinem Ästhetikbewusstsein Hand in Hand ging. Wie kann man einem Hefe nur so etwas Schändliches an tun. Das Hefe hatte man einen Auftrag, nämlich einem durstigen Menschen Linderung zu verschaffen. Nun wird es einfach mit etwas unwürdigem wie Bananensaft zusammen geschüttet und verkauft. Es ist eine Schande. Wie steht es denn jetzt vor seinen Freunden da? Das wäre ja genau so als würde eine übereifrige Mutter ihren Sohn rosa Pullovern in die Schule schicken, weil er teilweise die Sachen seiner großen Schwester auftragen muß. Absolute Frechheit! Aber man muß ja jedem seine Freiheit lassen. Dies ist schließlich ein freies Land. Wäre ich hier Kaiser König Chef, dann würde einiges anders aussehen. Zum Glück tranken sie kein weiteres beschnittenes Weizen, sondern sprangen auf dem Mixturenzug um. Der bewegte sich leicht schneller. Ich bleib aber vorsichtshalber beim Pils, das große drohende Plakat vor meinem inneren Auge konnte man auch nicht übersehen. Darauf waren eine große 06 und eine ebenso große 15 zu sehen und darunter in leuchten roten Lettern Aufstehen geschrieben. Da jetzt in Teil Mischungen trank und ich beim Bier bleib stellte sich langsam aber sicher eine gefährliche Konstellation der Getränkeversorgunge in. Jedes Mal wenn ich fertig mit einem Bier war, hatten Schnitzel und Tobi ihre Mischung gerade angefangen oder hatten sie zur Hälfte geleert. So etwas kann schnell belastend für den Fahrer werden, in diesem Fall Ingo.

Da die hübsche Frauen Dichte im Ambiente so gut wie nicht gegeben war, jedenfalls nicht in Ingos und meinem Alter beschlossen wir bald auf zu satteln und zum Endpunkt unserer Reise weiter zu ziehen. Die Werkstatt hatte wieder ihren Lockruf ausgepackt. Ingo wollte aber nicht mehr mit, als er sah wie viel dort los war. Gut, es war gar nichts los und wenn ich ehrlich bin hätte ich mit ihm den Heimweg antreten sollen. Aber irgendetwas verdeckte das große Warnschild in meinem Kopf und ich begleitete Schnitzel und Tobi, immer noch mit dem Vorsatz, das es nicht so lange gehen sollte. Maximal bis 0300 Uhr. Dank Tobis umwerfenden Charme kamen wir sogar noch umsonst rein. Das war auch dringend notwendig, denn meine Blase drohte zu platzen. Nach dieser Erleichterung bestellten wir dann im Eilverfahren eine Flasche Wodka und erfüllten unser Schicksal. Es hat sich wohl eingebürgert, das eine Flasche Minimum in der Werkstatt ist. Als ich dann die Gelegenheit hatte mich ein wenig umzugucken, entdeckte ich keine neuen Gesichter und die alten Gesichter, die waren mir auch kaum bekannt. Zum Glück hatten wir Wodka.

Kolben und Matze waren auch mit einer Reihe Freunden da und betranken sich in einer Sofaecke. Wir versuchten aus der Ferne fest zu stellen ob und wie stramm sie waren. Die Frage nach dem Ob erübrigte sich sehr schnell, denn sie hatten für alle sichtbar eine Flasche Wodka auf dem Tisch stehen. Nun kam das schwierige herausfiltern der Strammheit der einzelnen Personen. Wir einigten uns sehr schnell auf die vollste Person am Tisch, das war der Matze. Vielleicht wurden wir auch durch seinen recht verwirrten Blick und die langsamen Bewegungen getäuscht, aber er war aus der Distanz betrachtet der Strammste. Kurz dahinter kam dann einer der unbekannten Freunde. Schnitzel schrieb dann Matze noch eine SMS und die Verwirrung wuchs ins grenzenlose bei ihm. Manchmal fragen wir uns ob er illegale Substanzen raucht.

Kurze Zeit später kamen dann überraschenderweise Hüfte und Vanessa, diesmal wieder mit Zopf, um die Ecke. Sie kamen gerade von einer Geburtstagsfeier und wollten den Abend noch nicht so schnell enden lassen. Na da waren sie hier genau richtig. Wir unterhielten und über dies und das und leerten langsam aber sicher die Wodka Flasche. Warum auch nicht, denn das ist schließlich ihre Aufgabe und nicht in einem Regal zu verstauben. Hüfte hielt regen Kontakt mit ihrem Telefon und das konnte nur eins bedeuten. Sie kommunizierte mit Porno, welches wiederum darin endete das er plötzlich in der Werkstatt auf schlug. Vollstramm, wie es sich gehört. Also konnte die Scheißelaberei wieder los gehen.

Die Uhrzeiger wanderten unaufhaltsam vorwärts und mehrmaliges kontrollieren brachte keine Besserung. Es wurde nach 0300 Uhr und ich sollte schon längst auf dem Heimweg sein, damit ich am frühen Morgen aus dem Bett springen konnte. Seltsamerweise war ich immer noch in der Werkstatt und haute mit mittlerweile Havana Club Cola in den Brägen, da die Flasche schon alle war. Zum Glück entschieden wir uns dagegen eine neue Flasche zu holen. Wir wollten ja auch eigentlich gar nicht so lange bleiben. Dämliche Vorsätze, die gehen eh immer in die Hose. Eine halbe Stunde später brach eine kleine Diskussion aus ob man denn noch da bleiben würde oder die Biege machen würde. Schnitzel ließ dann schnell durchblicken, das er noch da bleiben wollte und suchte Absolution bei mir, ob ich denn auch nicht sauer wäre. Das war ich ganz und gar nicht und nutze die Gelegenheit mit Hüfte und Porno abzuhauen. Die wurden von den Wüstefelds gefahren und konnte mich noch mit nehmen. Lief also ganz gut. Nach einem unplanmäßigem Zwischenstop bei einem amerikanischen Fast Food Riesen endeten wir dann zum Verzehr unserer Speisen im Jugendraum. Ich dachte mir, das wenn ich nun etwas essen würde, dann bräuchte ich ja gar kein Frühstück mehr, als nochmalige Zeitersparnis. Außerdem war ich hungrig. Der Weg nach Hause war kalt und ich haderte mit mir selber. Es war mittlerweile nach 0400 Uhr und ich machte mir bewusst das ich um 0615 Uhr aufstehen müßte. Würde es gehen? Würde ich Magenprobleme haben? Würden die Toiletten im Feuerwehrhaus Duderstadt funktionieren?

0627 Uhr, ich erreichte die vertikale Position und beschloss nach einer ordentlichen Waschung würde es mir schon wieder gut gehen. Vor allem würde ich dann den Schleier vor den Augen weg bekommen. Ich machte mich fertig und begab mich zum Feuerwehrhaus, ironischerweise der Ausgangspunkt meiner abendlichen Reise. Da wir dran waren Frühstück auszugeben, erledigten Kai und ich schnell die Besorgungen und luden unsere Truppmänner ein um zum Feuerwehrhaus Duderstadt zu fahren. Dort wartete man schon mit Spannung mein Auftreten. Ich muß sagen, das ich einen guten Kompromiß für den letzten Ausbildungssamstag gefunden habe. Der erste Samstag war einfach nicht mein Stil, der zweite Samstag war dafür die doppelte Portion und der letzte Samstag so wie er sein sollte. Man war verkatert, sah scheiße aus (was nicht unbedingt an dem Alkohol gelegen haben muß) und befriedigte die Bedürfnisse der Lästermäuler. Zu Beginn durfte ich mit wieder die üblichen Sprüche und Anschuldigungen anhören. Viele von diesen Sprüchen darf ich hier gar nicht niederschreiben, da sie teilweise das Geschmacksempfinden einiger Leser verletzen würde. Man hat ja bereits ein dickes Fell und ließ alles über sich ergehen. Auch die Sprüche über meinen grauen Pullover.

Frisch ging es dann ans Werk, wenn man wenig geschlafen hat und am Abend vorher eine intensive Alkoholkur gemacht hat ist frische Luft genau das richtige. Wir fuhren im Konvoi zum ortsansässigen Schrottplatz und schnitten ein Auto auseinander. Besser gesagt, die angehenden Truppmänner taten dieses und ich machte Fotos. Die anderen Ausbilder standen meistens rum und gaben kluge Kommentare ab. Ich will ja gar nichts sagen, denn wenn ich keine Kamera gehabt hätte, dann hätte ich mich ihnen angeschlossen oder schlimmere Sachen gemacht. Akkis und mein Lieblingstruppmann Klatscho heimste Lobhudeleien von Heiko ein, was ihn definitiv verwirrte, denn so was kannte er von uns nicht. Die Bilder sind gold wert. Ich bin mal gespannt was Gepetto mit denen macht. Aber das soll seine Sache sein. Glaubt man den Dingen die einem so in den Pausen erzählt werden, dann sind das ganz schön grenzwertige Sachen. Es ging weiter mit Stationsausbildung wo ich dann Leitern vorstellen durfte. Ganz tolles Thema und wird von allen gern genommen. Seltsamerweise bleiben solche Sachen immer an mir hängen. Gut, die Knotenausbildung hätte ich auch nicht machen wollen, das war wohl noch trockener. Leider hatten wir auch die Drehleiter nicht zur Verfügung. Ich hätte zu gerne die Panikschreie von Klatscho gehört. Wenn man dann so zwischen den ganzen Lehrgangsteilnehmern steht, dann fragt man sich manchmal warum man das alles macht, aber der Abend sah ja schon sensationell Unterhaltung vor. Es stand nämlich das Abschlußfest an. Sonst kamen da ja immer noch ein paar Lehrgangsteilnehmern mit hinzu, aber diesmal sollte es wohl ein reines Ausbildertreffen werden. Ergo, es artet mit ziemlicher Sicherheit wieder aus. Unglücklicherweise fing es dann noch an zu regnen und wir durften schön im Regen weiter machen. Die Bewertungsübungen sind ja immer sehr toll. Erstmal wird man mit Fragen gelöchert und wenn sie dann los legen sollen, dann geht das meiste eh wieder in die Hose. Am Besten ist echt das man keine Bewertungsübungen mehr macht, sondern einfach den Gesamteindruck bewertet. Sobald der Begriff Bewertungsübung fällt, klinkt irgendetwas im Gehirn aus und es ist als wären sie den ersten Tag da. Außer Klatscho, der macht dann seltsame Zungenspielen und eröffnet neue Einblicke in die menschliche Natur. In solchen Momenten fragt man sich immer, warum man immer solche Spezialisten in der Gruppe hat? Macht Gepetto das mit Absicht oder ist wirklich immer das Schicksal? Aber an sich ist Klatscho schon in Ordnung, ab und an rastet in seinem Kopf ein kleiner Hebel aus und man fragt sich ob er nicht irgendwo gefunden wurde.

Zurück in der Wache wurden dann die Lehrgangsteilnehmer auf die Prüfung eingeschworen, die Großübung wurde auf Grund des schlechten Wetters abgebrochen. Alles Memmem und Luschen. Dafür saßen die Ausbilder rum und mußten die Zeit tot schlagen. Wenn man so zur Ruhe kommt, dann kann man mal wieder auf die innere Stimme hören und plötzlich bekommt man Lust auf ein Pils. Ich saß also um 1500 Uhr im Ausbilderraum und hatte großen Durst auf ein Bier, gleichzeitig baute sich vor meinem inneren Auge ein Verlauf des Abends auf, den ich zwar nicht gut heißen konnte, aber wohl nichts gegen machen konnte. Die Äußerung meines Vorschlages, doch mal Bier zu trinken brachte allgemeine Erheiterung in den Raum, aber in den Gesichtern konnte ich lesen, das alle die gleiche Idee hatten oder zumindestens die Idee super fanden. Leider ging es nicht. Die Prüfung war noch im vollen Gange, als Kai und ich dann den Heimweg antraten. Wir wollten uns noch frisch machen, bevor es dann zum großen Abschießen ging. Das 30er Faß war schon organisiert und ich freute mich drauf.

Als wir wieder am Feuerwehrhaus ankamen, war gerade die Abschlußbesprechung im Gang, das konnte nur bedeuten, das es bald zum Bier trinken ging. Ich schlich mich leise durch die Küche und setzte mich dann mitten in den Raum. Was ich sehr positiv fand, war das überwiegend gute Beurteilungen der Ausbilder eingegangen sind. Die Lehrgangsteilnehmer haben zum Schluß noch mal die Gelegenheit sich über den Lehrgang schriftlich zu äußern. Und wenn man dann ein Lob hört, dann fühlt man sich schon ein wenig bestätigt. Gut, die Horde war als weg und es wurde langsam Zeit mit dem Bier trinken anzufangen. Die Uhr zeigte 1630 Uhr und damit war es legitim sich ordentlich die Mütze zu zu knallen. Frei nach dem Motto „Kein Bier nach Vier“. Wir versammelten uns im Ausbilderraum und Helmut brachte die erste Rutsche ran. Es schmeckte einfach herrlich. Natürlich gibt es auch wieder die grenzwertigen Personen im Raum, die sich einfach das Bier nur so rein kippten. Diesmal war besonders Beispielhaft in dieser Hinsicht, der Gepetto. Das Glas wurde angesetzt und ehe man sich versah war es auch schon in den Magen extrahiert. Die Geräusche die dabei entstanden möchte ich lieber nicht wiedergeben, aber sie hatten leichte Ähnlichkeiten mit einer Tauchpumpe, die Luft angesaugt hat.

Kurze Zeit später kam dann auch der Noxe um die Ecke und hatte einen feinen Picknickkorb mitgebracht, den seine Freundin für ihn zusammen gestellt hatte. Inhalt waren mehrere Kilo Fleisch, ein paar Salate und eine Flasche, die mir aus der Ferne schon Angst einflößte. Freudestrahlend hielt er sich hoch und ich konnte etwas wie Obstler darauf erkennen. Ich hoffe ich könnte diese Pein von mir abwenden. Aber da hoffte ich falsch, eher hätte ich hoffen können, das mir an diesem Abend Drew Barrymore begegnen würde und bei mir übernachten wollte, weil ihr Auto eine Panne hat und alle Hotels hätten schon zu. Als Akki nämlich die Flasche sah wurde sie gleich entkorkt und es wurden Schnapsgläser verteilt. Ehe ich mich versah waren diese auch schon gefüllt und wurden verteilt. Ich traute mich gar nicht zu fragen, ob man mit dem Schnaps trinken nicht warten würden, bis nach dem Essen. Das ganze erinnerte an eine Raubtierfütterung. Wenn man dann noch Sprüche wie „Och, der ist ja ganz mild und kratzt gar nicht so im Hals.“ hört und man selber wieder mit den alten Problem des Schnaps trinken zu kämpfen hat, dann ergibt man sich einfach seinem Schicksal. Was hätte ich denn auch machen sollen. Wenn ich sage, das ich keinen Schnaps trinke an einem Samstag Nachmittag, dann werde ich doch höchstens ausgelacht.

Nun ja, so ging es dann also munter weiter. Die Biere kamen immer recht regelmäßig und Daniel hatte bereits den Grill angemacht, da er wohl tierischen Schmacht hatte. Nebenbei wurden dann einige Anekdoten zum Besten gegeben. Am Besten fand ich die Elton-Story von Akki. Sie waren wohl zusammen in einem alten, nie in Betrieb genommen Atomkraftwerk, welches zu einem Vergnügungszentrum umgebaut wurde und hatten sich ordentlich einen rein geknallt. Elton saß also stramm wie die Nacht auf einer Treppe, als eine Frau mittleren Alters vorbei kam und ihn anschrie. Er wäre wie ihr Sohn, total besoffen und schon hat er eine hängen gehabt. Mit ein paar Tränen in den Augen ist er dann wieder zu Akki zurück gekommen und hat sein Herz ausgeschüttet. Da Akki ja ein Herz für den kleinen Elton hat, hat er ihn auch gleich ganz lieb mit Bier getröstet. Wenn ich mich vorstelle bei der Situation dabei gewesen zu sein und Eltons Gesicht dazu gesehen hätte, dann wäre ich immer noch am Lachen.

Am Grill fand zwischenzeitlich Wachwechsel statt und Noxe stand daran und grillte grob geschätzt ein halbes Schwein in Kotelett-Form. Er bat mich telefonisch ihn mit gekühlten Getränken zu versorgen, welches ich dann auch sofort machte. Unten erzählte er mir dann erstmal das schon mehrer Schweine für seine Hochzeit angesetzt worden sind. Also das wird auch ein Fest werden, zum Glück bin ich eingeladen und der Akki auch. Ich denke da werden wir uns schön betrinken. Auf jeden Fall ist dafür schon mal ein Weblog-Eintrag reserviert. Wieder oben zwang mich dann der Noxe ein Kotelett zu essen, obwohl ich ja gar nichts haben wollte, da ich ja später noch bei Leiche eingeladen war. Aber sich gegen Noxe zu wehren hat Ähnlichkeiten mit einem Spanier und seinem Kampf gegen Windmühlen. Dann aß ich also das Kötelett und war begeistert von dem Geschmack. Ach ja, wir wollen mal nicht das Beigedeck vergessen. Der Obstler wurde ratzeputz alle gemacht und Bier gab es auch noch. Bevor ich dann die Biege machen wollte. Beim Zapfen lief dann auf dem „Fernseher“ „In einem Land vor unserer Zeit“. Es war ein seltsames Erlebnis. Ich war schon gut dabei, mit den ganzen Schnäpsen und Bieren auch kein Wunder, und zapfte Bier, während im TV Zeichentrickdinsoauriern umher liefen und beknackte Lieder sangen. Es fühlte sich an wie beim Abi Saufen, wo man stramm bei Streiti in der Bude saß und absolut das Zeitgefühl verlor. Ich sinnierte noch ein wenig den Gedanken nach und machte dann die Rutsche Bier fertig. Von dieser trank ich dann och zwei Pils und hielt mich bereit. Als der Express zu Leiche dann los ging hatte ich noch ein dringendes Geschäft zu erledigen und ab ging die Post. Ein wenig enttäuschend war es dann das Kai nicht mitgekommen war, obwohl auch er eingeladen war. Aber er zog halt andere Prioritäten.

Vanessa S. war so nett uns nach Gerblingerode zu fahren. Dort erwartete uns Leiche und Steffi, die uns als kleines Dankeschön für eine Bedien-Aktion eingeladen haben. Ich hatte ja eigentlich mit einer kleinen Grillung gerechnet, aber Steffi wollte für uns kochen. Von mir aus gerne, ich weiß nur nicht ob ich noch in der Lage war das Essen zu genießen. Ich hatte ja mittlerweile schon ein paar Bierchen intus und die Geschmacksnerven lagen wohl brach, dank des Obstlers. Ich kann mich noch erinnern, das wohl noch eine weitere Flasche Schnaps vom nahe gelegenen Supermarkt organisiert wurde. Ich wäre wohl auch gerne noch dageblieben, hatte aber bei Leiche schon zugesagt. Außerdem machte es Anzeichen dort auch lustig zu werden. Weitere Teilnehmer an dieser Dankesaktion waren Schnitzel und Florian. Würde das ganze jetzt ein Seher beobachten, dann würde er voraussagen, das ein sehr alkoholreicher Abend werden würde. Die Sterne standen richtig.

Da wir natürlich anständige Geäste waren brachten wir auch Geschenke mit, auch wenn sie flüssiger Form waren, wurden sie dankbar angenommen. Meine größte Sorge bestand zunächst in den vielen Stufen. Noch ging es sie zu erklimmen, aber spätestens wenn wir abdüsen würden, dann mußten wir sie auch wieder hinunter gehen. Die Geländer aber machten einen stabilen Eindruck, also mußte ich mich später nur gut festhalten. Oben wurden wir dann gleich mal mit einem Aperitif begrüßt. Ich bin ja nicht so der Fan von hochprozentigem Alkohol vor dem Essen, aber dieser Tropfen mundete sehr. Und man sah vor allem, das wir nicht gewohnt waren so verwöhnt zu werden. Keiner wusste so recht ob man das nun in einem Schluck leerte oder eher genüßlich schlürfte. Im Zweifelsfall würde ich mir das Zeug auf Ex in die Myrte kippen, da macht man nie was falsch. Auch wenn das beim Begrüßungssekt etwas komisch aussieht. Vor allem dann wenn man kurz darauf mit einem Pils in der Hand neben den anderen steht und von seiner Mutter böse Blicke erntet. Ich weiß gar nicht wozu Aperitifs gut sind, laut Wikipedia sollen sie den Appetit anregen. Also kann ich die ganzen Bier und Obstler die ich vorweg zu mir genommen habe als Aperitif zählen. Sauber, die haben mir auf jeden Fall den Magen geöffnet und der wartete nun darauf geschlossen zu werden. Als Hauptgericht gab es dann Nudeln mit einer überaus leckeren Fleischsoße, dazu wurde Salat und Weißbrot gereicht. Sehr lecker. Als Nachtisch gab es dann Eis. Ach ja, als Getränk wurde dann Hefe serviert. Man konnte also sagen, das es uns ganz gut ging.

Der kleine Louis war die ganze Geschichte nicht ganz so geheuer und er speiste lieber im Wohnzimmer wo er dann ja auch den Fernseher als Unterhaltung hatte. Bei so vielen fremden Männern, wo einer auch noch ganz fies nach Bier und Obstler roch, wäre ich auch stiften gegangen. Natürlich pflegten wir auch die Unterhaltung, die sich allerdings eher um lustige Anekdoten aus vergangener Zeit handelte. Manche waren deutlich unter der Gürtellinie und eh nicht für Kinderohren bestimmt. Das Hefe tat seine Pflicht in meinem Körper und ich wurde langsam strammer und meine Zunge lockerte sich von mal zu mal. Ich gab mir auch keine Mühe mehr nüchtern zu wirken. Das ist nämlich ganz schön anstrengend und wenn man erstmal diese Hürde hinter sich gelassen hat, dann fließt das Bier auch um Längen besser. Und das Hefe floß besonders gut. Nach dem Essen gab es dann wie erwartet eine Runde Schnaps. Ich wehrte mich schon gar nicht mehr und lockerte wie von selbst meine Gesichtsmuskeln. Diese ganze verkrampfen kann zeitweise ganz schön auf die Substanz gehen. Diesmal war es Kesselwasser. Ein Schnaps den Leiche wohl zu Hauf hat, da er als Kesselbauer zu jeder Einweihung so eine Flasche bekommt. Es war eine Mischung aus Obstler und noch einem hochprozentigen Schnaps dessen Namen ich jetzt spontan vergessen hatte.

Zwischenzeitlich hatte sich der Noxe mal gemeldet und berichtet mir gar schreckliche Dinge von der Ausbilder Feier. Nachdem ich den Schauplatz verlassen habe ist alles irgendwie ausgeartet. Akki ist auf dem Tisch eingeschlafen und wurde von Wichteln mit Brötchen dekoriert. Die Wichtel sind unerkannt entkommen, aber es gibt Fotobeweise von dem geschmückten Akki. Ich selber habe direkten Zugriff auf diese Beweise halte sie aber auf Grund des Überraschungseffektes beim Wichtel Gerichtsverfahren noch zurück. Auf jeden Fall werden sie der Knaller werden. Des weitern mußte ich mit ein wenig Scham vernehmen, das sich der Kai übergeben mußte. Als Ortsbrandmeister muß man solche Situation vermeiden. Ich schämte mich ein wenig, das Kai gerade mein Ortsbrandmeister ist und entschuldigte mich bei Noxe für dessen Verhalten. Ich werde wohl noch mal ein ernstes Wörtchen mit ihm reden. Auf seinen alten Jugendfeuerwehrwart wird er wohl hören. Wenn nicht dann trete ich ihm in die Eier und sage den Wichteln Bescheid, das sie ihn das nächste Mal auch mit Brötchen dekorieren. Ich machte dann noch mit Noxe ab, das ich mich melde, sobald wir in die Werkstatt verlegen würden. Ich weiß nicht warum ich diese Aussage getätigt habe, aber tief in meinem Gehirn war eine kleine Gehirnzelle, die sagte, das wir da eh enden würden. Selbst dann wenn ein gigantischer Komet, auf die Erde knallen würde.

Dieser Wechsel zwischen Frischluft und Wohnzimmer oder zwischen warm und kalt, tat meinem Zustand nicht unbedingt gut und ich merkte wie Schnaps und Bier ihre Wirkung in meinem Körper taten. Ich fing sogar schon an manche Geschichten zwei Mal zu erzählen und lachte mich dann mit den anderen über meine Verwirrtheit kaputt. Hier hilft dann nur eines, mehr Schnaps und Bier trinken. So geschehen mit mehr Hefe und als das dann alle war, gingen noch ein paar Pils rein. Der Abend wurde immer später und langsam übermannte die Müdigkeit die tapferen Recken. Leiche nickte von Zeit zu Zeit ein und ich muß auch zugeben, das mir die Augenlider schwer wurden. Wir beschlossen also zum Aufbruch über zu gehen und den Leiche endlich aus seiner Pflicht als Gastgeber zu entlassen. Und wie ich es voraus gesagt hatte orderten wir ein Taxi zur Werkstatt. Während wir warteten hörten wir lustige Klänge aus der nahegelegenen Mehrzweckhalle. Die Verlockung war groß, das wir dort einfach einfallen würden, aber wir rissen uns am Riemen und bleiben vor dem Bäcker stehen. Trotzdem hofften wir alle das Jemand den wir kannten da raus kommen würde und uns einfach mit rein nehmen würde. Da würden wir dann alle Vorräte austrinken und mal wieder total auffallen, was uns aber relativ egal gewesen wäre. Endlich kam dann das Taxi und Melanie war unsere Fahrerin und warnte uns das nicht viel los sei. Wir aber waren unerschrocken und wagten den Vorstoß in die mit ziemlicher Sicherheit verlassene Werkstatt.

Am Einlaß durften wir dann erstmal Wegegeld entrichten. Aber nur Schnitzel und ich, da der Vollmer ja im April Geburtstag hat und somit freien Eintritt hatte. Absolute Frechheit! Ich hätte das mit dem Eintritt ja noch verstanden, wenn denn wenigstens was los gewesen wäre in der Werkstatt, aber als wir dann um die Ecke kamen, sahen wir schon die gähnende Leere. Um einer Diskussion vorzubeugen machte ich gleich den Vorschlag eine Flasche zukaufen. Ich war ja eh schon hacke voll und da machten mir diese paar Promille mehr auch nichts mehr aus. Aber der Vorschlag wurde zu meiner Verwunderung abgeblockt. Wir entschieden uns eine Runde Mischungen zu trinken. Einmal Reih um und dann sollte auch schon gut sein. Wir verlegten dann etwas weiter nach hinten und trafen dort auf den Oppermann. Als wäre es nicht schon genug, wenn ich ihn am Nachmittag bei der Feuerwehr gesehen hätte. Oppermann gesellte sich gleich mal zu uns und wollte Schnitzel dazu überreden ihm ein Schwein für 100 € zu überlassen. Schnitzel zweifelte zu Recht den Gemütszustand von Oppermann an. Nach diesem kurzen Intermezzo entschlossen wir uns zum schnellen Verlassen der Werkstatt. Es war aber auch gar nichts los. Welche Uhrzeit das war kann ich aber auch nicht mehr mit Gewissheit sagen. Auf jeden Fall war es dunkel draußen. Unsere Kutsche gen Heimat wurde erneut von Melanie gefahren. Vollmer dankte es ihr in dem er gemeine schweflige Gase im Taxi hinterließ. Schön war das nicht und es müsste am Folgetag bestimmt noch eine Untersuchung statt finden über die Schäden die am Interieur des guten Benz verblieben sind. Wir verlegten ohne große Umschweife nach Hause. Und ich war froh das ich endlich in mein Bett konnte. Ich wollte es ja nie zu geben, aber so ein voll ausgefüllter Samstag schlaucht ungemein. Ich war froh das Fußball an dem Tag ausgefallen ist. Dafür ist jetzt der Truppmann auch vorbei und ich kann Samstag wieder ausschlafen um länger durchzuhalten. Ach halt, am kommenden Samstag geht es ja nach Hannover. Zum Ballern!


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02/04/2008

So ungefähr könnte meine Beschreibung des Wochenendes aussehen. Es war eins der härtesten in diesem Jahr. Das Jahre davor will ich mal außen vor lassen, da ich sonst mein weblog durchforsten müsste um, hier nicht Falschmeldungen abzugeben. Und ich war natürlich wieder selber daran schuld. Wer auch sonst. Man muß sich ja ein Bier Seminar auf einen Freitag legen, wenn man am Samstag früh raus muß und als Ausbilder beim Truppmann Lehrgang die Nerven zerlatschen lassen. Ich hatte es ja angekündigt und war insgeheim der Hoffnung, das ich mich ein wenig zusammen reißen würde. Da hatte ich aber falsch gedacht. Besser gesagt ein fremdes Wesen hat mit ziemlicher Sicherhit das Kommando über meine Extremitäten übernommen und einfach literweise Bier in mich hineingeschüttet, obwohl mein Gehirn gesagt hat, das man es besser bleiben lassen sollte. Nun ja, starten wir am Besten am Anfang oder etwas früher.
Ich machte ausnahmsweise etwas früher Feierabend, da ich vor der großen Orgie noch etwas feste Nahrung zu mir nehmen wollte. Und gegen 1630 Uhr ging ich dann zu dem Parkplatz von Kellner. Dort wartete schon der Görtler auf mich, der anscheinend ähnlichen Durst hatte. Ich muß ehrlich sagen, das ich zu Hause nur einen kleinen Schluck Wasser getrunkne habe, damit ich nicht so viel Durst hatte wenn wir in Göttingen angekommen würden. So konnte ich die kurze Dürreperiode im Taxi überbrücken. Wenn man es sich recht überlegt ist das schon ganz schön grenzwertig. Nun ja, ich verliere jetzt mal keinen weiteren Kommentar darüber. Als nächstes kamen dann Morchel und Thomas B. Und wie immer zum Schluß Ingo und Köppel. Die waren sogar nach der Ankunft des Taxis da. Ich weiß gar nicht wie man das immer hin bekommt zu spät irgendwo aufzuschlagen. Es fehlten jetzt noch Philip und Manuel B. Philip bohrte noch diverse Löcher in Weißenborn und man frage mich bitte nicht, was damit gemeint ist, denn ich weiß es selber nicht oder will es gar nicht wissen. Manuel würde jedenfalls später kommen, weil er gerade unter der Dusche stand. Auch hier kann man sich zu Recht wundern, wie er da das Telefon gehört und bedient hat. Ich vermute er steckt so voll, das er sich unter der Dusche einen Apparat legen lassen hat. Entweder wasserdicht oder er muß dann bei jeder Benutzung ausgetauscht werden wegen Wasserschaden. Mich wundert gar nichts mehr.

So fuhren wir also gen Göttingen und ich durfte vorne bei unserer Taxifahrerin sitzen und mich mit NDR Radio Niedersachen beschallen lassen. Es war sehr schlimm, denn die Musik die dort gespielt wurde ist mit ziemlicher Sicherheit für so manche Gewalttat verantwortlich. Manchmal frage ich mich was passieren würde wenn ich dort für 10 Minuten das Programm machen dürfte. Ich sehe schon die Schlagzeilen „80% der niedersächsischen Rentner stirbt Schocktod! Metallica gab ihnen den Rest! Gerhardt sorgt für Rettung der Rentenkasse und wird für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen!“ Kurze Zeit nach dem wir in Göttingen angekommen waren konnte ich die Blutung meiner Ohren auch wieder stillen und wir suchten uns den Weg zum Paulaner. Dort sollte diesmal das Bier Seminar statt finden. Diesmal ging es um Pilse und deren Verhalten in freier Wildbahn. Gut den letzten Punkt habe ich mir jetzt ausgedacht, aber etwas wissenschaftliche sollte dieser Exkurs ja auch sein. Als wir das Paulaner betraten freuten wir uns über das gemütliche Ambiente und überlegten schon welche Bayern Fahne wir zuerst in Brand stecken würden. Als hätte man unsere Gedanken gelesen wurden wir gleich nach weiter hinten durchgeführt. Nach noch weiter hinten und dann waren wir wieder draußen und wurden in eine Garage verfrachtet. Da waren wir also als Erste am Tatort und konnten unser Glück gar nicht fassen. Vielleicht hat man aus mehreren voraus gegangenen Seminaren seine Lehren gezogen und die voraussichtliche schlimmste Bande des Abends gleich draußen positioniert. Da kann man auch leichter wieder sauber machen. Da ich solche Behandlung ja gewohnt bin, dachte ich mir nichts weiter dabei und nahm mir einen Platz mit Rückenlehnen. Ja, ich bin schon älter und weiß nun einen Stuhl gegenüber einer Bierbank vor zu ziehen. Zum Glück gab es auch Heizpilze, so daß wir nicht ganz so bitterlich frieren würden. Die Gedanken an den vollgepackten Samstag wurden von der Vorfreude auf die kommenden Pilsfreuden in eine enge Besenkammer gesteckt und der Schlüssel wurde eingeschmolzen. Schließlich hatte ich ja auch meinen Ausbilderkollegen versprochen, daß ich das nächste Mal wieder richtig schön verkatert zum Truppmann kommen würde. Ich konnte doch Heiko und Akki nicht enttäuschen.

Die Bude füllte sich langsam und auch unser Tisch wurde langsam voll. Es wurde kassiert und los ging das fröhliche Trinken. Was wir bei unserer ansonsten sehr guten Platzwahl nicht bedacht hatten, war die taktisch unkluge Position am Fernen Ende des Raums. Ergo bekamen wir als letzte das Pils. Dabei hatten wir mit Sicherheit den größten Durst von allen. Nach einer kurzen Ansprache konnten wir uns dann das kühle Naß in den Rachen kippen. Es wurde auch langsam Zeit. Doch nach den ersten gierigen Schlucken sprangen die Geschmacksknospen an und übermittelten nichts Gutes in das Gehirn. Es gab Paulaner Pils und das schmeckte wie ein leichter Schlag ins Gesicht. Mir war klar, das die Bayern nichts von nordischer Braukunst verstanden, aber dann sollen sie es doch bitte sein lassen. Zum Glück hatte ich schon ziemlich viel bei der ersten Durst Attacke weggeschluckt und konnte mich gerade noch dazu überwinden, den Rest in mich hinein zu kippen. Es folgte nun ein gut gemachter Vortrag und jede Menge Biersorten. Allerdings muß ich hier mal betonen, das die Nachlieferung des Biers sehr schleppend vor sich ging. Teilweise saß man schon auf dem Trockenen und konnte so das neue Bier gar nicht genügend würdigen, da man sofort seine Kehle befeuchten mußte. Das Spiel was beim letzten Seminar gemacht wurde, wurde auch hier wiederholt. Man mußte das Bier bewerten und Geschmack und Geruch identifizieren. Am Anfang ging das alles noch ganz gut, aber je später es wurde desto länger wurden die Texte auf dem Zettel.

Zwischenzeitlich wurden dann auch wieder mehr oder weniger lustige Ratespielchen fabriziert. Zunächst mußten die am meisten verkauftesten Biersorten in Deutschland erraten werden. Ich hätte mir auf der Stelle selber in den Hintern treten können, da ich mich nicht mehr daran erinnern konnte. Beim meinem letzten Bierseminar nur vier Wochen zuvor hatte man das dort breit getreten. Naja, ich ließ meiner Fantasie freien Lauf und schrieb mehrer Namen hin. Alle falsch, dafür haben dann Manuel und Ingo gewonnen. Jeder eine Flasche Bier. Die wir auch gleich verputzt haben, da ja die Sache mit dem Nachschub nicht wirklich lief. Es wurde viel geredet über obergärig und untergärig und blah und blub. Nachdem man sich die ersten vier Pils in den Kopf geschraubt hatte, wurden die Informationen nicht mehr so gewissenhaft abgespeichert, sondern man fieberte nur noch der nächsten Runde entgegen. Bei dem ganzen Lärm wurde das Klopfen der Erinnerungen an die Truppmann Ausbildung am Folgetag einfach überhört. Ich habe hier mal alle verkostete Biersorten abgelichtet, falls es Jemanden interessiert. Mein Favourit war auf jeden Fall das Jever, das Becks und Carlsberg. San Miguel schmeckte auch nicht so toll und was das mit dem goldenen Papier ist, kann ich nicht mehr sagen, es kam ja auch fast zum Schluß. So gut kann es aber nicht gewesen sein, denn sonst hätte ich es mir ja gemerkt.

Zwischendurch mußten wir immer Quizfragen beantworten. Die letzte war dann wie viele Brauereien es in Deutschland geben würde. Die Antwort kann ich nicht mehr beziffern, das alte Speicherproblem im Brägen. Aber es war eine hohe Zahl und ich war gar nicht so schlecht dabei. Sensationell auch der von Köppel ausgefüllte Zettel. Er hat netterweise für Görtler ausgefüllt und einfach die Antwort „21 cm“ in den Raum geschmissen. Das Gelächter war auf seiner Seite und das Interesse der einzigen anwesenden Frau. Seltsam wie Frauen immer auf Zahlen reagieren. Ich sollte mir einen anderen Job suchen. Einen wo man nicht den ganzen Tag mit Millimetern zu tun hat. Vielleicht sollte ich zum Bau gehen. Da ist ja ein cm bekanntlich kein Maß (O-Ton Studienkollege Henne beim pfuschen in AutoCAD). Natürlich hat auch diesen Preis ein Westeröder gewonnen. Und zwar der Bülten-Bulle-Borchardt Morchel. Ruck zuck einen Gutschein für ein weiteres Bierseminar abgeräumt. Damit dürfte klar sein, das dieser Abend wieder holt wird.

Während des Bierseminars wurde auch gegessen und zwar jede Menge. Es gehörte zwar nicht zur entrichteten Startgebühr, aber das störte wenig. Normalerweise lasse ich über so nebensächliche Sachen wie Nahrungsaufnahme ja keine Sätze fallen, aber hier muß ich den Manuel mal hervor heben. Dieser Mensch ist unglaublich. Er ist nicht dick, eher schlank und auch nicht der Größte in unserer Truppe. Aber essen kann er wie kein Zweiter. Die Eröffnung machte ein Schnitzel mit einer ordentlichen Pilzsoße. Sah schon mal gut aus und nach der Hälfte hätte ich schon die Flinte ins Korn geschmissen. Doch Manuel putzt es weg. Schlau wie wir sind haben ja nicht alle auf einmal bestellt, sondern alle nach und nach. Ingo hatte sich etwas später eine Schlachteplatte geordert die sehr lecker aussah und vor allem reichlich belegt war. Er mußte sogar noch Brot nach bestellen. Geschafft hat er das Ding nicht, aber er saß ja glücklicherweise neben Manuel, der sich der Geschichte annahm. Drei Scheiben Brot gingen locker noch rein. Nun folgte wieder eine Phase des Verdauens. Als nächstes war dann Philip dran und bestellte sich einen 9,90 € Rippchenteller. Mit genügend Schweineteilen drauf für zwei Personen. Nach der Hälfte schob er den Teller von sich und meinte wer noch Hunger hätte solle sich doch bedienen. Mit den Worten „Och ein bisschen Hunger hätte ich schon noch!“ griff Manuel beherzt zu. Es war unglaublich. Das waren nun fast drei volle Mahlzeiten und Manuel aß das ganze ohne Probleme. Ich hatte eine Bretzel und die hatte gut das kleine Loch in meinem Magen gefüllt. Ich wünschte ich hätte auch so ein Talent Sachen in mich hinein zu schütten und nichts davon zu merken. Um nicht zu traurig zu werden, wendete ich mich wieder dem Bier zu.

Wir blieben noch ein wenig in der Garage sitzen und schütten ordentlich Bier rein. Obwohl ich ja absoluter Jever Fan bin, bleib ich beim Carlsberg, welches mir wohl mundete. Jever bekommt man überall, aber Carlsberg gibt es bei uns nicht so oft. Doch die Lust draußen zu sitzen und sich zu zu schütten verflog schnell. Wir wollten lieber drinnen sitzen und uns dort weiter die Myrte zu knallen. Also verlegten wir nach drinnen, wo wir auch gleich einen freien Tisch ergatterten. Manchmal hat man eben Glück. Als dann der Gastwirt auf uns zu kam und uns bat in den Nebenraum zu gehen, da hier eigentlich für die anderen Gäste die Plätze wären. Was denn für andere Gäste? Meint er etwa die die ihr Bier einzeln bezahlen müssen? Etwas die die nicht zum Bierseminar gehören? Naja, die Einstellung war ein wenig seltsam, aber wir fügten uns der ganzen Geschichte um nicht das Recht des Trinkens aberkannt zu bekommen. Wir verzogen uns in den Raucherraum und guckten dann dort Fußball. Der interessierte mich herzlich wenig und ich widmete mich der Fotografie. Anders ausgedrückt fotografierte ich die ganzen Strammsäcke. Beim Fußball gucken. Sehr spannende Bilder. Da das ganze Bier und der ständige Wechsel zwischen den Temperaturen seinen Teil dazu beitrugen war die Stimmung schon recht gut. Ein Blick auf die Uhr verriet das es 2100 Uhr war. Eine kleine Differenz zwischen Stimmung und Uhrzeit lag vor. Wir fühlten uns wie 2330 Uhr. Mußte man halt das Beste daraus machen und weiter Bier trinken. Und lustige Kunststücke mit Servietten machen. Diesmal unser Görtler. Es wurden allerlei Dinge auf einer Serviette platziert und dann wurde das Ding weggezogen. Man sollte meinen das bei dem Zustand alle Teile sich auf dem Boden in einem größtmöglichen Abstand verteilt hätten. Taten sie aber nicht, sondern sie bleiben einfach auf dem Tisch stehen. Absolute Frechheit. Wo war denn da der Spaß? Also wurde umgeschwenkt auf Bierdeckel hochklappen und auffangen. Ich weiß nicht wie das Spiel heißt, daher habe ich das eben so genannt. Einer reicht da nicht, da müssen gleich mehrer ran. Nicht das man sich jetzt sukzessive an den Grenzwert heran getastet hätte. Nein, da wurde gleich ordentlich drauf geladen und die Deckel vom Nachbartisch wurden auch gleich einkassiert. Das folgte dazu das wiederum ein Großteil der Deckel sich im größtmöglichen Abstand auf dem Boden verteilte. Das Spiel war schon besser und Manuel verstand sich am Besten darauf. Herrlich wie weit er die Deckel schmeißen konnte.

Auch hier wurde uns schnell langweilig und das was ich schon befürchtet hatte, bevor wir überhaupt los gefahren sind, trat ein. Wir sollten in den JT Keller verlegen. Dumm nur das es noch sehr früh am Abend war und der JT Keller noch zu hatte. Also ging es zum Überbrücken in das Thanner’s, da sollten zumindest ein paar Frauen anwesend sein und nicht nur die Teilnehmer vom Bierseminar. Vorher erleichterten wir noch das Paulaner um ein Becks Schild, welches Köppel unbedingt haben wollte. Und so zogen wir weiter. Auf dem Weg ins Thanner’s kam es mir so vor als hätte mich jemand überfallen und mir mit einem großen Hammer auf den Kopf gehauen, denn ich erinnere mich ab diesem Zeitpunkt nur noch an sehr wenig. Wir rückten also in das Thanner’s ein und nahmen eine vermutlich recht gute Stellung an der Theke ein. Ich hatte ein Hefe. Das war es dann auch im Großen und Ganzen. Halt, stimmt nicht ganz, denn ich traf ja noch Jan R., einen alten Schulkollegen. Wir unterhielten uns über allerlei Dinge die ich hier nicht nieder schreiben kann. Nicht weil sie jetzt ultra pervers ultra geheim wären, sondern weil ich sie einfach vergessen hatte. Ich kann mich aber noch lebhaft daran erinnern, das wir uns eingehend über ein bevorstehendes Abitreffen unterhalten haben. Dieses Jahr werden es 10 Jahre. Ist das nicht bitter. Nun gut, in meinem jugendlichen Leichtsinn habe ich mich dann auch noch bereit erklärt dafür im StudiVZ eine Nachricht zu hinterlassen. Ich Arsch! Ich weiß jetzt schon, das ich das wieder alleine organisiere!

Der Rest der Truppe hielt es nicht mehr aus und ging schon mal vor in den JT Keller. Roy bestellte derweilen noch eine Runde Hefe. Naja, dann kommen wir halt hinterher. Als wir dann dort ankamen, kannte ich den Kassierer nicht. Es war auch eine Kassiererin und sie sah gut aus. Es könnte jetzt aber auch an den 8 Litern Bier gelegen haben, die ich mittlerweile schon intus hatte, aber sie sah wirklich gut aus. Im Inneren des JT Kellers, war es meiner Vermutung nach nicht ganz so voll. Ich schreibe deswegen Vermutung, weil ich es nicht mehr genau weiß. Ich hatte jedenfalls keine Probleme den Rest der Bande zu finden. Und gesellte mich gleich zu ihnen. Als Getränk wählte ich ein Becks, da ich ja am nächsten Morgen wieder früh raus mußte. Das Klopfen dieser Erinnerungen hörte schon lange keiner mehr in meinem Kopf, da alle voll stramm waren. Als ich dann so mein Bier konsumierte, fragte ich mich was ich denn da machen würde. Ich war voll wie die Hacke und machte mir wirklich Gedanken über den folgenden Tag? Auf meiner Liste wurde gleich ganz oben hin geschrieben, das die nächste Bestellung ein Havana Club Cola wäre. Ich hätte auch „Mit Mach 3 vor die Wand“, das Ergebnis war das gleiche (Oder heißt es das selbe? Verdammte Grammatik!).

Es folgt nun eine Zusammenfassung der Ereignisse, die im JT Keller statt gefunden haben. Ich versuche mal so gut wie möglich die alle in eine vernünftige zeitliche Abfolge zu bekommen, aber garantiere für rein gar nichts. Teilweise musste ich mir die Erinnerungen aus Fotografien zusammen klauben. Wie schon erwähnt bin ich ja auf Mixgetränke umgestiegen und das freute mich besonders. Eigentlich hätte es vollkommen ausgereicht, wenn mich weiterhin an das Pils gehalten hätte. Aber nein, es mussten Mischungen sein. Und da die Möglichkeit bestand schlagartig nüchtern zu werden, wenn man nicht mega harte Extremmischungen trinkt wurde auch hier vorgesorgt. Ich bestellte also folgendermaßen an der Theke: „Einen Havana Club Cola bitte, aber laß beim Havana ordentlich die Peitsche knallen!“. So kann ich wenigstens einen weitern Punkt auf meiner to-do-Liste abhaken. Die Peitsche die er bei der Mischung hat knallen lassen war eine Siebenschwänzige Katze und mir hat es gefallen. Ich merkte rein gar nichts mehr. Der Alkohol floß nur so über meine Zunge und hinterließ keinerlei Geschmackserlebnisse. Man hätte auch Wasser trinken können, aber da war ja wieder die Gefahr der Ernüchterung. Trotz der lauten Musik und der Menschenmassen schafften es einige Leute doch den Schlaf der Gerechten zu schlafen. Görtler nächtigte auf einem angrenzenden Stehtisch und Morchel an einer Säule. Vorerst, denn plötzlich verlor er sein Gleichgewicht und fiel einfach nach hinten um. Dort lag er dann erstmal und schlief weiter. So schnell es uns möglich war (Man muß ja erstmal das Getränk wegstellen, eine weiter Runde bestellen, auf Toilette gehen, etc.) halfen wir ihm wieder hoch und wollten ihn auf ein Sofa legen. Wenige Zeit später kamen dann Türsteher an und wollten ihn vor die Tür setzen, da sie Angst hatten er würde alles voll bröckeln. Wir versicherten ihm, das dies Morchel sei und der nicht bröckeln würde, aber dann versuchten sie es auf die Image Tour. Wenn hier jemand stramm rum liegen würde, dann würde das dem Image des Clubs schaden. Ich lachte herzlich und fragte was denn das für ein Image sei? Naja, wir sahen dann die gesamte Geschichte ein und setzten zum Heimweg an. Doch halt, vor der Schlafaktion von Morchel ist noch etwas sehr außergewöhnliches passiert. Ich war auf der Tanzfläche und nicht gerade kurz. Köppel meinte es wären locker zwei Stunden gewesen und ich wollte gar nicht mehr aufhören. Er hat auch irgendwas erzählt von „das Haus gerockt“ und solche Späße. Hätte er Zugang zu meinem Fotoapparat gehabt, dann hätte er locker 500 Fotos schießen können. Mir machte das ganze dann schon ein wenig Angst.

Fahren wir mit dem Heimweg fort. Ich kann mich an rein gar nichts erinnern. Weder wer das Taxi gerufen hat, noch daran das wir noch einen Döner essen waren. Schließlich musste man ja die Wartezeit auf das Taxi ja auch überbrücken. Des weitern wurde mir berichtet das ich versucht habe eine sich drehende Litfaßsäule anzuhalten, was mir aber nicht gelungen ist. Zum Glück! Als ich dann aufwachte waren wir schon in Westerode und ich trat den Heimweg an. Auf der Nahtenbrücke bemerkte ich dann das hell erleuchtete Haus von Gaudo, der ja Geburtstag hatte und rief noch meine Glückwünsche hinunter dann verlegte ich sofort ins Bett. Die Uhr zeigte 0423 Uhr.

Kurze Zeit später, nämlich genau um 0615 Uhr ging mein Wecker los. Ich versuchte die Augen zu öffnen, doch bekam nur eins auf. Das reichte aber vollkommen aus um den Wecker zu deaktivieren. Doch ich rechnete nicht mit dem Telefonterror. Zunächst war Kai dran, der mich fragte ob ich denn noch in das Feuerwehrhaus kommen würde. Dieses verneinte ich entschieden und teilte ihm mit, das ich später kommen werde. Allerdings schien das meine Ausbilderkollegen nicht sonderlich zu interessieren und riefen mich erneut an. Warum eigentlich immer dann wenn es mir am beschissensten ging? Mir wurden also Rüffel in meiner Akte angedroht und Liebesentzug. Ich wollte eigentlich nur noch sterben, denn so langsam kam mein Kreislauf in Schwung und mit ihm kamen die Schmerzen. Ich brachte es fertig und konnte gegen 0820 Uhr im Feuerwehrhaus Duderstadt sein. Gojo und Gepetto freuten sich wahrlich mich zu sehen. Und ließen ihre Kommentare nicht hinter dem Berg. Ich schaltete auf Durchzug und besorgte mir erstmal was zu essen. Als dann irgendwann die anderen Ausbilder kamen ging es gleich weiter, aber alle freuten sich mich zu sehen. Vor allem in meinem Zustand. Aber sie wollten es ja nicht anders. Beim letzten Mal haben sie alle gemeckert, das ich so nüchtern war und diesmal hatten sie das was sie haben wollten. Einen verkaterten Peter. Ich befriedigte also hier nur Bedürfnisse. Die dummen Sprüche schaffe ich hier gar nicht mehr aufzuzählen, aber ich ließ ihnen den Spaß. Dafür ging es dann gleich nach dem Frühstück wieder zur Eichsfeldhalle wo wir das Selbstretten übten. Abseilen ist immer eine Freude und ich ärgerte mich ein wenig, das ich den ersten Teil verpasst hatte. Doch mein Favourit Klatscho, musste noch runter kommen. Leider schaffte er es ohne größere Probleme. Ich rechnete ja mindestens mit einem doppelten Überschlag an der Wand, aber er kam recht fix runter. Des Weiteren wurden die Nerven bei normalen Übungen weiter strapaziert. Zwischenzeitlich brach meine Fitness ein und ich wurde hundemüde. Leider versprach der restliche Tag keine Erholungspause. Dabei sollte es Abends ja weiter gehen mit feiern. Gaudo ist ja 40 Jahre alt geworden.

Wieder zu Hause wurde sich schnell frisch gemacht und in Schale geschmissen. Es wurde sich für den Anzug entschieden, was so gar nicht nach meinem Geschmack war. Aber ich fügte mich der Allgemeinheit und fand mich gegen 1900 Uhr bei Tutz ein. Von dort holte uns dann Friede ab und wir fuhren zum Autohaus Abicht, wo der Gaudo zur Feier eingeladen hat. Ja, man kann hier sagen, das an nichts gespart wurde. Diese Feier warf zu dem Zeitpunkt schon die Anzeichen eines gelungenen Abend voraus.

Nach der Ankunft bei Abicht ging es erst rein und es wurde gratuliert. Gaudo stand im feinen Zwirn bereit und mußte Hände schütteln. Ich möchte nicht wissen wie viele das waren, aber auf jeden Fall genügend. Währenddessen schlichen die Bedienungen herum und wollten einem Sekt andrehen. Da ich das Zeug absolut gar nicht mag, verzichtete ich dankend, besser gesagt, richtete ich es so ein, das ich schnell weg vom Sekt komme. Also machte ich mich auf die Suche nach den bekannten Gesichtern und davon gab es eine Menge. Schließlich kam nach uns ein großer Haufen vom Elferrat an. Also hieß es weiter Hände schütteln. Als wenn ein einfacher Gruß in die Runde nicht ausreichen würde. Ich wette das wenn ich mich durch das Glasdach abgeseilte hätte und mich jeder gesehen hätte und ich von dort oben ein fröhliches Hallo in die Runde gerufen hätte, ich immer noch jedem die Hand schütteln müßte. Aber man will sich ja nicht beschweren. Da stand ich nun also in Mitten der Sekttrinker und freute mich schon insgeheim auf mein erstes Pils. Ich wartete aber die Anstandsminute ab und wollte dann doch nicht mit dem Pils anstoßen während alle anderen Sektchen schlürften. Da kam eine Bedienung auf mich zu und fragte mich ob ich denn ein Bier trinken wollte. Bei so einer Frage konnte ich keine negative Antwort geben. Es ging nicht. Selbst wenn ich es gewollt hätte, sträubte sich jede Faser meines Körpers dagegen. Erstens war sie bildhübsch, asiatisch angehaucht und hübschen Frauen kann ich einfach keinen Wunsch ausschlagen, Zweitens hatte sie ein Tablett mit Bier dabei, welches viel zu schwer war und Drittens http://www.whatthefuck.com es war Samstag Abend ich war auf einem 40sten Geburtstag im Verkaufsraum von Autohaus Abicht und in spätestens zwei Stunden werde ich schön angeheitert sein. Warum sollte ich also jetzt kein Bier trinken. Wenige Minuten später hatte ich mein zweites Pils in der Hand. Und ich stand bei Keile Günther und wir laberten gepflegte Scheiße. Das erste was auffiel war das Vanessa, Keiles Schwester, offenen Haare trug. Das ich das noch erleben darf. Und nun werde ich sie immer darauf ansprechen, denn es sah gut aus. Dann öffnete sich die Tür und der Spielmannszug Nesselröden kam herein und spielte ein Ständchen für Gaudo. Spendiert wurde das ganze vom Ferrari Club. Das ist da so eine Art Tradition, wer es mag. Der Spielmannszug gab ein Best of Schützenfest. Ich stand zu der Zeit gerade mit Günner, Vollmer, Schnitzel und Porno zusammen und alle hatten den gleichen Blick drauf. Endlich wieder Schützenfest. Vollmer schlug sogar vor das wir in der Nacht noch Fähnchen aufhängen sollten. Seltsamerweise waren alle gleich mit von der Partie und wollten wissen wann es los gehen sollte.

Dann ging es erstmal auf Platzsuche und wenn man eine Zeit lang wartet und sich irgendwo zum Bier trinken hinstellt dann kommt man halt an den Katzentisch. So ging es dann dem Morchel und mir. Aber wir blieben nicht lange alleine, denn Jotte und seine Frau setzten sich zu uns und wenig später kamen dann auch noch Stefan und seine Frau. Gaudo eröffnete die Party und vor allem das Buffett. Die Speisekarte sah schon mal viel versprechend aus. Allerdings sah auch die Schlange am den Fresstischen verdammt lang aus. So bleiben wir erstmal sitzen und bestellten noch eine Runde Pils. Leider nicht bei der sehr hübschen Bedienung vom Anfang, aber Bier ist Bier. Irgendwann muß man ja mal den Anfang machen und ich stellte mich an. Zurück kam ich mit einem gut gefüllten Teller und hatte zunächst Angst, das er ein wenig voll geworden war, weil es wirklich nur leckere Sachen gab. Er war aber genau richtig und ich brauchte auch kein zweites Mal los zu gehen. Gaudo hatte wirklich weder Kosten noch Mühen gescheut. Das Autohaus sah Klasse aus und man hatte genügend Platz. Das Essen und die Bedienungen kamen vom Löwen und Kronprinzen. Sehr fein und sehr gepflegt. Gaudo weiß schon wie man feiert und nun kann ich mir ungefähr vorstellen, wie es bei ihm zu Hause aussieht. Nicht das hier jetzt der Neid spricht, ich bin einfach nur begeistert. Im Endeffekt knalle ich mir ja eh die Mütze zu. Aber so macht es schon viel Spaß.

Nach dem Essen kam die übliche Schnapsrunde. Da alle Möglichkeiten zu fliehen eh zum scheitern verurteilt waren, versuchte ich die Flucht nach vorne. Wenn ich schon Schnaps trinken muß, dann aber Bismarck. Den gab es nicht. Noch bevor ich mich anders entscheiden konnte machte Jotte kurzen Prozess und bestellte für alle Löwentor. Na danke für’s Gespräch. Aber wehren half eh nichts und so trank ich Löwentor. Langsam glaube ich auch, das mich das alle trinken sehen wollen, weil sie mein Löwentorgesicht sehen wollen. Warum quälen mich nur alle. Die erste Runde war unten und ich schwor mir das ich keinen Schnaps mehr trinken würde. Da hatte ich aber die Rechnung ohne Gaudo gemacht, der einer Bedienung aus der Ferne Anweisungen gegeben hat, sie solle doch die Löwentor, die noch über wären an unseren Tisch bringen. Wird man denn hier überhaupt noch gefragt, ob man noch was trinken will? Nummer Zwei wanderte mit ähnlichen Gesichtsverrenkungen in meinen Magen. Ich hoffte nur die Verdauungswirkung würde noch anhalten, bis ich zu Hause war. Bevor es hier noch weiter in Richtung Sauferei abdriften würde, entschied ich mich dazu ein wenig unter das Volk zu mischen. Während man dann so umher steht und sich unterhält bekommt man auch mal Durst, zum Glück gibt es da aber die Aufmerksamen Bedienungen die einen dann recht freundlich mit Pils versorgten. Besonders gerne wurde ich von der kleinen Asiatin bedient. Ich stelle fest das es hier schon wieder in Schwärmerei ausartet, aber sie war echt in Ordnung und sehr fürsorglich. Ich stand mit einem zu zwei Drittel geleerten Bier herum und sie fragte mich ob ich noch ein Bier haben wollte. Ich sagte das ich noch was hatte und erstmal keins wollte. Es folgte ein kritischer Blick auf mein Glas und sie sagte, sie dreht eine kleine Runde und kommt gleich wieder. Da ist sie dann ernsthaft eine Runde um eine Gruppe von Leuten gegangen, die in der Nähe standen, stand wieder vor mir und fragte mich ob ich denn nun ein Bier haben wollte. Wenn man so sympatisch gefragt wird, dann greift man doch gerne zu. Ich glaube Gaudo hat vorher Fotos von mir an der Theke ausgelegt und gesagt, das diesem Mann immer Bier gegeben werden solle. Ich muß da noch mal nach haken. Ausgestattet mit frischen Bier setzte ich mich zunächst an den Damentisch des jüngern Elferrates, unter anderen auch Offene-Haare-Vanessa. Wir redeten kurz und ich mußte Schnaps trinken. So hatte man natürlich nicht gewettet. Ich sah zu das ich schnell den Tisch wechselte. Weiter ging es mit dem Tischhopping an den nächsten Tisch, wo ich mich dann zu Fasel und Konsorten setzte. Auch hier wurde ordentlich Mist erzählt. Vor allem aber kam es einem so vor als hätte der Checkpoint wieder seine Pforten geöffnet, wenn man sich so die Straße nach Immingerode so ansah. Erinnerungen an gute alte Zeiten wurden wieder wach. Bei Fasel, Silvia und Diana noch ältere als bei mir. (Huch, habe ich das jetzt wirklich hingeschrieben?). Dann kam der Boden und holte den Fasel weg und ich nutze die Gelegenheit und setzte mich einen Tisch weiter. Nun war ich bei Friede gelandet und wir fingen an englisch zu sprechen. Mit mein liebstes Hobby. Wir redeten also Scheiße auf Englisch und tranken ordentlich Bier. Hier mußte ich nun eine Grenze ziehen und stieg auf Bacardi Cola um. Es gab leider keinen Havana Club. Dabei frage ich mich jetzt ob ich darüber froh oder traurig war, denn der Vorabend hing mir noch ein wenig in den Knochen. Die Mischung kam und mit ihr bestellte der nächste Tisch Flying Hirsch. Ich wusste das es wieder irgendetwas Außergewöhnliches geben würde, was einen definitiv aus den Socken hauen würde. Diesmal war es Flying Hirsch. Man nehme ein Glas und fülle das untere Drittel mit Red Bull. An sich ja schon ekelig genug, nun stellt man eine kleine Flasche Jägermeister rein und kippt sich so alles in den Schlund. Ich wehrte mich zunächst entschieden gegen solche Experimente, bei denen ich hinter mit Sicherheit aussehen würde wie die Sau. Aber als dann Friede die Ausrede nicht gelten gelassen hat und die kleine Flasche Jägermeister direkt in den Red Bull gegossen hat, hatte ich keine andere Wahl. Naja, dann geht halt der nächste Schnaps in meinen Kopf und wenn ich nachher wieder Litfaßsäulen anhalten will, dann verklage ich halt Jägermeister. Wie erwartet schmeckte man nichts von dem Jägermeister, was die Sache eigentlich nur noch schlimmer machte. So konnte man literweise von den Zeug trinken weil Red Bull so ein aggressives Zeug ist, das es sogar die volle Kräuterladung vom Jägermeister schluckt.

Wenn dann Frauen sich betrinken dann wollen sie sich bewegen. Und was liegt da näher als den Mann mit auf die Tanzfläche zu ziehen, der am wenigsten Lust hat dazu. Manchmal frage ich mich ob Frauen ein anderes Sichtfeld haben als Männer. Alle die nicht tanzen wollen werden rot umrandet angezeigt. Martina und Steini packten mich und zigen mich auf die Tanzfläche. Normalerweise braucht man da schon die Kraft eines Elefanten, wenn ich dazu keinen Bock habe oder aber ich war vorher beim Bier Seminar und gehe freiwillig ab wie Schmidts Katze. Martina brauchte dazu nur ihre Hände und die konnten zu packen wie eine Schraubzwinge. Und schon war ich auf der Tanzfläche und versuchte mich rhythmisch zu bewegen, was ungefähr so gut klappte, als würde ein Krokodil Stepptanz aufführen. Langsam aber sicher versuchte ich mich von der Tanzfläche mit einem humpelnden Bein stehlen, doch ich hatte nicht mit Silvia gerechnet. Sie stand schon bereit am Rand und empfing mich mit offenen Armen. Jetzt auch noch Partnertanz! Langsam habe ich gelernt, das es bei Silvia zwecklos ist sich vor dem Tanzen zu drücken und ging gesenkten Hauptes mit. Fasel freute sich derweilen, da er wohl nicht tanzen mußte. Steini nutze die Gelegenheit ebenfalls und machte Fotos mit meinem Fotoapparat. Ich habe so ein leichtes Gefühl, als ob diese Fotos eines Tages mal wieder auftauchen würden. Ich frage mich nur wann. Nun hatten ja auch alle anderen gesehen, das ich mal wieder getanzt habe und es doch kann. Die Nummer mit der Kriegsverletzung konnte ich mich also abschreiben.

Nach dieser anstrengenden Tätigkeit wollte ich mich erstmal wieder unter das Volk mischen und traf meinen ehemaligen Arbeitskollegen an einem Stehtisch. Mit ihm stand dort der häßlichste Mensch aus dem Nahteplan Schmierpopel und mein Automechaniker der nebenbei noch der Cousin meines Vaters ist. War mir aber auch egal, denn ich war eh schon voll, nach all diesen Bieren und Schnäpsen. Wir unterhielten uns über die Arbeit und wie es denn in meiner alten Firma so läuft. Wie nicht anders erwartet ist da immer noch viel zu tun. Mit einem weniger wird es ja auch nicht weniger. Aber es interessiert mich schon, was da so los ist, denn ich war gerne da. Schnell wichen die Gespräche anderen wichtigen Themen ab, wie zum Beispiel Autos. Mein Mechaniker ist übrigens meiner Meinung und würde am liebsten nur noch Autos mit mindestens sechs Zylindern zu lassen. Ein plötzlicher Lärm, der am Besten mit dem Umfallen einer griechischen Steinsäule verglichen werden kann, ließ uns aufschrecken. Beim Nachforschen bemerkten wir, das Herr Boden auf selbigem lag. Zack einfach umgefallen und den Stehtisch mit auf den Weg nach unten genommen. So macht man richtig Platz. Friede war schon bei ihm, bevor ich überhaupt reagieren konnte und half ihm hoch. Er wollte aber dann doch lieber noch ein wenig sitzen bleiben. Dabei war die Uhrzeit noch gar nicht so spät. Ich meine ich bin vor 2300 Uhr auf Mixgetränke umgestiegen und zu dem Zeitpunkt hatte ich erst meine zweit Mischung in der Hand. Ein anderer Ortsbrandmeister hat sich auch schon früh schlafen gelegt. Der Kai konnte seine Augen nicht mehr offen halten. Am frühen Morgen hat er mich noch ausgelacht, das ich so stramm zum Truppmann Lehrgang gekommen bin und nun schläft er um 2230 Uhr auf einer Bierbank. Gaudo drohte schon an das er eine Übernachtung im Kronprinzen bezahlen muß. Das er kein Frühstück gegessen hat, ist sein eigenes Verschulden.

Ich weiß nicht wie es geschehen ist, aber ich fand mich plötzlich mit Ramona auf der Tanzfläche wieder. Ich hatte ihr ja schon beim Karneval versprochen, das wir mal mit einander tanzen und nun mußte ich es wohl einlösen. Das ist das Problem mit den hübschen Mädels, ich kann einfach nicht nein sagen. Nicht mal wenn es darum geht zu tanzen. Und weil ich dann gerade dabei war forderte ich diesmal die Steini auf. Sie war zunächst ganz baff und traute der ganzen Geschichte nicht, aber kam dann doch mit. Schließlich ist sie meine älteste Freundin. Und sie muß ja noch für die Hochzeit üben. Da fällt mir ein, das ich mir kurz vor der hochzeit mein Bein verletzen muß, denn dann ist das Tanzen auf jeden Fall gegessen. Vielleicht kann ich an meinem Geburtstag ganz böse die Treppe runter stürzen, während ich sie fege. Derart erschöpft rettete ich mich wieder in den hinteren Teil des Raumes wo ich dann wieder bei meinem Arbeitskollegen und dessen Freundin stehen geblieben bin. Mit ihr unterhielt ich mich ein wenig. Der Schnitzel deutete das alles wieder falsch und machte das Daumen-hoch-Zeichen während er mich Freudestrahlend angrinste. Kurze Zeit später klärte ich ihn auf und er sagte das sie ihm irgendwie bekannt vor kam. Daraufhin sagte ich ihm das es die Schwester von Katja sei. Und wieder setzte er ein breites Grinsen auf, das mir auf eine gruselige Art und Weise Angst machte. Ich hörte es geradezu klackern hinter seiner Stirn.

Der Abend schritt mit rasenden Schritten fort und ich befand mich den größten Teil dieser Reise in der Menge. Auf jedem Tisch standen Blumengestecke, die auch noch zum Verkauf standen. Inklusive Dekoration, die aus flauschigen Hühnern bestand. Was passiert wenn man Tischdeko mit strammen Leuten in einen Raum sperrt. Eben, die hält dann nicht lange. Es dauerte nicht lange als mir dann eines von diesen Hühnern in die Reverstasche gesteckt wurde. Wohlgemerkt gesteckt wurde, denn ich selber würde mich nie an der Deko vergreifen. Höchstens einstecken, aber die Blumenschalen gingen so schlecht in meine Jackettasche rein. Wenn ich nun meine schwarze da-passt-eine-halbe-Kiste-Bier-rein Jacke dabei gehabt hätte, dann hätte ich heute ein nettes Blumengesteck im Wohnzimmer stehen, aber so. So wurden mir die Hühner in die Tasche gesteckt. Mir fiel dazu nur ein das ich so Morgens früh immer frische Eier habe. Was wiederum zu großem Gelächter am Tisch führte. Da kann man mal wieder sehen, wie schnell man die Lacher erntet. Man erwähnt einfach Pippi, Kacka, Pillermann und schon krümmt sich alles vor Lachen auf dem Boden. Ich bin da ja nicht anders, sobald es unter die Gürtellinie geht, dann bin ich der erste der mit lacht und vor allem der erste der schön die Bälle zurück spielt.

Wie schon erwähnt ging der Abend rasend schnell vorbei und ich muß zu meiner Schande eingestehen, das ich mich nicht mehr mit ziemlicher Sicherheit an alles erinnern kann. Das was ich noch weiß habe ich eigentlich wieder gegeben. Zum Abschluß wünschte ich mir vom DJ noch einige gute Lieder und ich weiß nicht woran es gelegen hat, aber ich wollte unbedingt Depeche Mode – Black Celebration hören. Morchel übrigens auch und ist gut abgegangen auf der Tanzfläche. Außerdem habe ich noch ein paar Fotos gemacht, wo ein sehr Ungläubiger Mensch drauf ist. Insider wissen jetzt wen ich meine. Ich frage mich ob Gaudo solche Fotos überhaupt haben möchte. Egal, wenn er dann laut schreiend vom Rechner weg stürzt, dann weiß ich wenigstens das er die Fotos sich mal angeguckt hat. Der Abend war vorbei und war sensationell. Ich war stramm und alle anderen auch. Es war irgendwie jeder stramm. Mit wem ich alles nach Hause gegangen bin kann ich nicht mehr genau sagen, aber auf jeden Fall waren Morchel und Schnitzel dabei. Das weiß ich deshalb so genau, da wir noch beim Bäcker gestanden haben und voller Faszination auf die Steh-auf-Blumenkübel geguckt haben. Das waren schon tolle Dinger. Ansonsten bin ich auf direktem Wege nach Hause gegangen, auch wenn etwas anderes behauptet wird. Ich kann mich an keine weiteren Vorfälle erinnern. Auch nicht wie viel Uhr es war und ob ich meine Uhr schon umgestellt hatte.

Als ich dann in meinem Bett aufwachte zeigte der digitale Wecker 1023 Uhr und ich wusste immer noch nicht, ob ich die Uhr bereits umgestellt hatte. Also machte ich das Radio an und hörte in den Nachrichten, das es bereits 1130 Uhr war. Ich verfluchte den Tag und fühlte mich, als ob Jemand meine Beine als Trampolin benutzt hätte. Aber die Kopfschmerzen und die Magenkrämpfe blieben aus. Entsprechende Organe werden wohl erst am Dienstag wieder problemlos arbeiten. Was soll’s, http://www.whatthefuck.com


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