Delta-Six, this is One-Six! We’ve lost radio contact!

Es muß am Blutverlust gelegen haben. Vielleicht war es eine nicht ganz so gute Idee Donnerstags einen halben Liter Blut zu spenden und dann am Freitag auf ein Bier Seminar zu gehen. Aber ich hatte mich entschieden und das es nun mal so unglücklich aufeinander treffen würde, hatte ich nun wirklich nicht in der Hand.

Das Bier Seminar hatte ein Arbeitskollege organisiert. Es sollte zunächst im Paulaner in Göttingen statt finden. Wurde dann aber auf Grund des Umstandes das dunkele Bier verkostet wurden in das Irish Pub verlegt. Als ich dann hörte das wir Ales und Stouts verkosten würden, wollte ich auf die Knie fallen und Gott danken das ich Bier so gerne trinke. Gerade Stouts haben es mir angetan. In Guinness könnte ich mich wirklich rein setzten. Derart voller Vorfreude war mein Freitag erfüllt. Sogar die Mitfahrgelegenheit war organisiert. Der Sohn eines Kollegen fuhr uns rüber und die Frau eines anderen Kollegen holte uns wieder ab. So lässt es sich wirklich unbeschwert in das Wochenende starten. Gut im Auto auf der hinfahrt war es ein wenig eng, aber es war ja nur eine kurze Fahr bis nach Göttingen. Wir waren sogar überpünktlich und nahmen es dann hin, das wir eine viertel Stunde ohne Getränke rum saßen. Aber wir sollten ja nicht verdursten. Ich muß auch zugeben, das ich richtig Durst hatte und mich schon auf das erste Bier freute. Gut das mache ich ja eigentlich jedes Wochenende, aber nun hatte ich wirklich Durst.

Nach und nach trudelten dann alle Teilnehmer ein und es konnte los gehen. Unser Seminarleiter wunderte sich zwar das so früh am Tag Leute schon bereit seien sich 6 halbe Liter Bier in den Kopf zu knallen, aber es war ja sein Seminar und er hatte es ja in der Hand. Es sollte auch nicht nur ein Seminar werden wo erste erzählt wird und dann sich sinnlos die Bier n den Kopf geprügelt werden. Nein, es sollte eine Blindverkostung werden. Soll heißen, wir bekommen etwas erzählt und dazu kriegen wir Biere gereicht, die wir dann den richtigen Namen zuordnen würden. Die Regeln waren erstmal einfach, doch als Jemand der eher selten bis gar nicht englisches Bier trinkt eine Ding der Unmöglichkeit. Hier war dann nur das Rateglück gefragt. Ich konnte mir also schon vorher ausmalen, das ich nicht gewinnen werde. Aber ich war ja auch zum Bier trinken dahin gegangen und nicht zum Bier raten. Ach ja, die Spielregeln für den Abend waren folgendermaßen. Man mußte 20 € Teilnahmegebühr bezahlen. Dann konnte man den Worten des Leiters lauschen und dabei das Bier verkosten. Im Anschluß konnte man sich dann so viel Bier rein schütten wie man trinken konnte. Ich kann ja bekanntlich eine Menge trinken und war mir nicht so sicher, ob die vorher kontrolliert haben wer alles so zu ihrem Seminar kommt. Doch nun war ich drin. Die Blindverkostung war nicht ganz so mein Fall, da ich dann doch lieber was erzählt bekomme und dazu dann das entsprechende Bier trinke. Obwohl es ja eigentlich egal ist, denn nach vier Runden hört man eh nicht so gut zu und sieht zu das man sein Humpen alle bekommt. Zur Verkostung standen folgende Bier bereit: Guinness, Murphy’s, Beamish, Murphy’s red, Newcastle brown ale und Kilkenny. Da ich mehr auf Stouts stehe, als auf Ale, fingen wir natürlich mit den Ales an.

Ales sehen so aus als würde man sie abstehen lassen. Es ist quasi kein Schaum vorhanden. In einer normalen deutschen Kneipe würde man das Bier zurück gehen lassen und fragen ob der Wirt noch die Pfanne heiß hat. Aber in England trinkt man sein Bier halt so. Nun sollte man auf einem Zettel Farbe, Geschmack, Geruch und ähnliches fest halten. Da sind sie natürlich bei mir an genau den Richtigen geraten. Ich wusste absolut gar nicht was ich drauf schreiben sollte. Geschmack? Schmeckt halt nach Bier. Geruch? Riecht halt nach Bier. Farbe? In dem etwas dunklen Ambiente des Irish Pubs sahen vor der Kerzenflamme alle gleich rötlich aus. Nur die Helligkeit variierte von Ale zu Ale. Da wir ja noch raten sollten welches Ale nun verkostet wurde ging es munter los. Bevor noch die erste Runde ausgetrunken werden konnte wurde bereits das nächste Bier gereicht. Halt, es waren ja Ales. Also wurde da nächste Ale gereicht. Das schmeckte mir dann ein wenig besser, da es einen ordentlichen Nachgeschmack hatte. Das davor war irgendwie luschig. Meinen Kollegen schmeckte natürlich das erste Ale besser. Und ich hatte mein erstes Ale noch gar nicht ausgetrunken. Und wenn ich noch nicht ausgetrunken hatte, hatten die anderen noch lange nicht ausgetrunken. Aber ich war kräftig am schuften, das ich nicht in den Rückstand gerate.

Doch was mußte ich sehen, da wurde bei manchen einfach das fast volle Glas stehen gelassen und sich einfach an dem neuen bedient. Ging das überhaupt? War das legal? Warum wollte man das überhaupt? Nun ja, ich trank also fleißig aus. Ein Kollege brauchte gar nicht austrinken, denn der war eh schon gut drauf. Er vertrug halt einfach nicht so viel Alkohol. Ich hatte von so was zwar schon gehört, aber dachte nie, das man nach 0,7 l Bier schon so gut drauf sein konnte. Nüchtern war ich auch nicht mehr, aber es ging noch. Schließlich war ich das erste Mal mit meinen neuen Kollegen unterwegs und da wollte ich nicht gleich so aus dem Rahmen fallen.

Nach der dritten Ale-Runde, bei der sich mal wieder die fantasievollsten Sachen aus den Fingern gezogen wurden, wie denn das Bier schmeckte gab es eine kurze Besichtungstour in den Bierkeller. Sehr interessant, was da unten alles für verschiedene Biersorten lagerten. Und vor allem wie viele. Dieser Keller war ein Traum für jeden Bier Liebhaber. Beide Räume standen komplett voll mit Bier Fässern und die Leitungen die zur Zapfanlage führten benötigten die ganze Wand. Ich wollte einfach da unten bleiben, obwohl es schweinekalt war. Aber oben gab es ja auch mehr als genügend Bier. So gingen wir denn wieder hoch und man mußte feststellen, das solche Temperaturschwankungen nicht gerade gut sind für den durchschnittlichen Biertrinker. Nachdem nun eine kleine Pause gemacht wurde ging es mit den Stouts weiter. Stouts sind ja meine Lieblingsbiere aus dem Vereinigten Königreich. Allen voran das Guinness. Der Schaum und das dunkele Bier dazu sind für mich eine wahre Wohltat. Zumal man ja Guinness nicht in jeder Kneipe bekommt. Leider, wie ich so sagen muß, denn es ist echt lecker. Auch hier wieder der gewohnte Vorgang der Blindverkostung. Das erste Stout schmeckte ein wenig nach Guinness, aber eben wie die light Variante. Das Zweite war dann tatsächlich Guinness, schmeckte aber irgendwie total anders. Was vielleicht an den verschiedenen Sorten lag, die schon probiert wurden. Irgendwann geben die Geschmacksknospen halt auf. Ich war eigentlich der Meinung ein Guinness heraus schmecken zu können, aber dem war leider nicht so. Irgendwie ist mir der Geschmack dann beim vierten Pint abhanden gekommen. Ich habe ihn dann auch nicht mehr wieder gefunden. Übrigens war ich an unserem Tisch der Einzige der immer brav seine Gläser leerte. Als Eichsfelder tut man das nun mal und lässt keine Gläser halb voll wieder zurück gehen. Es gibt nichts Schlimmeres als Bier in den Ausgu0 zu kippen. Jedes Mal wenn ich zapfen muß und solche halb vollen Gläser zurück kommen, tut mir mein Herz weh, wenn ich das goldene Getränk in den Ausguss kippe. Also trank ich weiterhin brav aus. Ich schob das natürlich auf die Fülle des Tisches. Wenn ich meine Gläser da auch noch gebunkert hätte, dann wäre der Tisch wohl zusammen gebrochen.

Nun ja, als dann die drei Stouts auch durch waren mußten dann die Zettel abgeben werden, damit man den Gewinner fest stellen konnte. Um es kurz zu machen, ich hatte drei Sorten richtig, aber alle durch Zufall geraten. Guinness hatte ich sogar falsch und schämte mich ein wenig. Dafür war ich aber schon extrem gut drauf. Und hielt mir immer heimlich ein Auge zu um zu gucken, ob ich denn wirklich nur ein Glas vor mir stehen hatte. Meinen Kollegen reichte die Biere die es bei der Verkostung gab schon vollkommen aus, aber ich machte von dem Recht gebrauch mich weiter hin voll laufen zu lassen, schließlich lautete das Angebot ja das man so viel Bier trinken kann wie man mag. Guinness war das Getränk meiner Wahl. Obwohl ich es nicht richtig heraus gefunden hatte, blieb es doch mein Lieblingsbier im Irish Pub. Wo sonst kriege ich denn die Gelegenheit mal ausgiebig Guinness zu trinken. Außerdem sei hier mal erwähnt das ich schon recht gut dabei war. Doch so langsam regten sich die ersten und wollten nach Hause. Mein einer Kollege war extrem gut drauf und wollte die ganze Zeit Man-O-War hören und forderte mich sogar dazu auf mit ihm zu singen. Gut, ich kenne Man-O-War (obiger Link spricht denke ich für sich, wem das nicht reichen sollte, der klicke bitte hier), aber werde bestimmt nicht in aller Öffentlichkeit mich dazu bekennen und deren Lieder singen. Davon mal abgesehen, wäre die Bude in kürzester Zeit geräumt und ein SEK würde vor der Tür stehen. Wenige Minuten später ist der Kollege dann auch am Tisch eingeschlafen. Dabei hatte er nicht alle Bier ausgetrunken so wie ich. Ich war übrigens schon beim dritten zusätzlichen Guinness und die Bedienung gefiel mir auch immer besser. Das lag jetzt aber nicht am Alkohol, sondern daran, daß sie von Natur aus schon recht hübsch war. Aber wie schon erwähnt wollte der Teil der nach Duderstadt zurück fuhr so langsam aufbrechen. Die Frau des Kollegen der eingeschlafen war wollte uns dann abholen. Also bleib noch ein wenig Zeit.
Doch vorher gab es noch eine Runde Whiskey. Die hatte die Frau eines Arbeitskollegen gewonnen. Und es wäre wohl Tradition die gleich in der Runde zu vernichten. Da kam also ein Schwenker mit Whiskey an und ich wusste nicht ob das jetzt eine so gute Idee wäre. Man muß hier wissen, das Whiskey und ich nie gute Freunde waren. Damals im Glashaus nicht, als ich das Zeug getrunken habe und ganz seltsam drauf war. Außerdem war das damals auch die Zeit wo man das Zeug auch mal pur getrunkne hat. Wer schon mal Jim Beam pur getrunkne hat, weiß was das für Schmerzen sind. Ich stelle mir vor das Rohrreiniger zu trinke nicht viel schlimmer sein könnte. Da es aber eine ausgegeben Runde war konnte man ja nicht zurückstecken. Augen zu und durch. Aber was mich dann erwartete übertraf alles. Der erste Schluck ging hinunter wie Balsam. Das brennende Gefühl in Kehle stellte sich nicht ein. Dies war also Whiskey. Mit Supermarkt-Konsorten nicht zu vergleichen. Jim Beam, Jack Daniels und wie sie alle heißen, dürfen sich einfach nicht Whisky nennen. Das war purer Whiskey und der schmeckte auch. Endlich mal ein Beweis, das Qualität ihren Preis hat. Doch wir wollten ja aufbrechen.

Ich wusste das ein paar meiner Freude aus Westerode noch in Göttingen unterwegs waren und ein Blick auf meine Uhr zeigte mir das es erst 2230 Uhr war, das war definitiv zu früh um schon nach Hause zu gehen. In meinem angetrunkenen Zustand hätte ich vielleicht noch schlimme Dinge angestellt. Also hielt ich Kontakt mit David, der mich dann aufmunterte noch ins El Sol zu kommen, da man dort saß. El Sol? Da gingen gleich mal ein paar Glocken auf und verkündeten, das es dort bestimmt noch Cocktails zu günstigen Preisen gab. Sollte ich es wagen und nach diesem Bier-Exzess noch ein paar Cocktails der Suppe in meinem Magen zuführen. Ich wollte es drauf ankommen lassen und ging im strömenden Regen durch Göttingen. Regen machte mir nichts mehr aus, denn ich war stramm. Es war so ein Dämmerzustand, bei dem man zwar richtig gut drauf war und alles durch einen Gute-Laune-Brille sah, aber so wirklich voll wie ein Eimer war man noch nicht. Man schwankte ein wenig und gab sich Mühe nicht allzu sehr aufzufallen. Klappte meistens überhaupt nicht, aber es war einem relativ egal. Und ehe ich mich versah war ich naß und stand vor dem El Sol.

Als ich dann eintrat stand ich erstmal im Nebel. Man stelle sich vor das es draußen naß und kalt ist. Punkt 1, meine Brille war voller tropfen. Punkt 2 der Wärmeunterschied zwischen drinnen und draußen ließ meine Brille innerhalb eine Nanosekunde beschlagen. Ich fühlte mich wie in einer türkischen Dampfsauna, nur das ich alleine nichts sah und alle anderen ein klares Bild hatten. Ich versuchte zwar die Brille zu reinigen, doch während dieser viertel Stunde wenigen Minuten sah ich weniger als die Nonnen im Afri-Cola Spot. Da meine Sicht dank des ganzen Guinness eh nicht mehr so klar war war der Reinigungszustand meiner Brille mir in dem Moment egal. Ich vermutet schon das ich seltsam angeguckt werde, wenn ich wieder die Brille aufsetzte und meine Umwelt näher betrachten konnte. Aber ich muß mich wohl sehr zusammen gerissen haben. Nun ging es vorerst auf Suche nach bekannten Gesichtern. David hatte mir zwar geschrieben, das sie sich oben hin gesetzt hatten, aber das war mir in dem Augenblick schon wieder entfallen. Nachdem ich dann also unten ein wenig durch die Gegend getorkelt bin, kam ich auf die Idee den Blick in die erste Etage zu wagen. Dort traf ich dann auch auf die anderen und gesellte mich zu ihnen an den Tisch. Kurze Zeit später besiegelte ich den Ausgang des Abends. Halten wir mal kurz fest. Ich kam gerade vom Bierseminar, war schon reichlich abgefüllt und saß nun im El Sol mit einer Cocktail Happy Hour. Der Satz den ich zur Bedienung sagte, formte sich automatisch in meinem Kopf. Ohne das ich es auch nur steuern konnte bestellte ich einen Long Island Ice Tea. Ja, ich weiß, das Geld hätte ich auch bedürftigen Organisationen spenden können, aber ich habe ja schon Blut gegeben.

Der erste Schluck machte Lust auf mehr und vor allem hatte ich einen recht guten Platz. Mir gegenüber saß Christian H. und neben mir saß der Felkl. Heißt so viel wie wir haben ordentlich Scheiße gelabert. Leider kann ich nun in keinem Fall mehr wieder geben worum es dabei ging. Aber wir haben sicherlich ein paar alte Geschichten aufgewärmt und köstlich amüsiert und kräftig weiter getrunken. Und ehe ich mich versah, war mein Cocktail geleert. Aber ich hatte noch Durst. Da sprang dann der Felkl mir einem Vorschlag heran. Warum nicht das praktische mit dem nützlichen verbinden und gleich eine Pitcher bestellen. Auch hier stellte ich auf Automatik und wir hatten wenige Minuten später einen ganzen Pitcher mit Long Island Ice Tea vor uns stehen. So schnell kann es gehen und man ist in dem Sog der nichts vergibt. Aber er war verdammt lecker und ich schmeckte den Alkohol gar nicht mehr. Obwohl Ellen meinte er wäre dann doch sehr stark. Da ich dank meines Zustandes nicht mehr ganz so sicher mit der Hand war kleckerte ich den Felkl auch noch ein wenig Ice Tea auf die Hose. Warum muß ich auch immer die schweren Sachen heben? Nun ja, auch der Pitcher, so groß er auch sein mag neigte sich dem Ende. Doch genug hatte man noch nicht und da mußte ein weiterer Ice Tea rein. Wie schon erwähnt hatte ich keine Kontrolle mehr über meinen Körper. Ich vermute mal die Leber hat übernommen und gab Kommandos die ihr zu Gute kamen. Ich bin sogar der Meinung das wir über einen weiteren Pitcher diskutiert hätten, aber das will ich hier mal nicht so breit treten, denn nachher stimmt das noch. Irgendwie hat meine Geschwindigkeit nach gelassen und alle Augen warteten nun auf mich, das ich endlich meinen Long Island fertig machte. Gesagt getan. Wir verließen das El Sol und da ich ja im Automatik Modus war steuerte ich gleich mal den JT Keller an. Allerdings war der allgemeine Tenor, das wir den Heimweg antraten. Es war auch besser so.

Ein weiteres Problem war die Passagierzahl. Das Auto war ungefähr so voll wie ich, das wusste ich aber schon vorher und habe auch den David im Vorfeld gefragt ob er denn das Risiko aufnehmen würde mich im Kofferraum mit zu nehmen. So kulant war er dann und ich begab mich in den sehr geräumigen Kofferraum. Auf jeden Fall war nun die Hinterachse genügend belastet. Was von Vorteil war, das ich innerhalb kürzester Zeit in das Land der Träume wechselte. Herrlich, ich wachte auf und war zu Hause. So macht Autofahren Spaß. Es war also gegen 0200 Uhr als ich eine letzte SMS verschickte und meine Augen für den Tag schloß. Gefühlte 10 Minuten später öffnete ich die Augen erneut und mußte feststellen, das es bereits 0800 Uhr war. Eine kurzer interner Check teilte mir mit, das es nicht möglich wäre aufzustehen. Wohl aber wurde festgelegt, das noch vor den Mittagsglocken die senkrechte Position eingenommen werden sollte. Der Plan klappte, aber der Tag war voll im Eimer. Ich behaupte jetzt einfach mal das es nicht die beste Idee war nach dem Blut spenden zu einem Biersemniar zu gehen und das 8fache der gespendeten Menge an Ale und Stouts zu trinken. Aber das Gefühl war den Tag allemal wert. Ich verbrachte den restlichen Tag mit Regeneration, da Abends geplant war nach Göttingen zu fahren. Im JT Keller war La Boum Party. Eigentlich ein Pflichttermin.

Über den Tag verteilte wurden diverse Organisationstelefonarufe getätigt und gegen 1830 Uhr fuhr uns dann der Schnitzel nach Göttingen. Uns, das war der Doktor und ich. Der Rest des Stadtberges war schon in Göttingen, da sie noch beim Handball gucken wollten. Sportliche Veranstaltungen locken mich nur, wenn es sich dabei um Eis, Schläger und eine kleine Hartgummischeibe dreht. Ansonsten gehe ich da nur hin um Bier zu trinken. Was ich natürlich beim Eishockey auch mache. Nun ja, da der Doktor und ich definitiv keine Lust hatten beim Handball zu zugucken und dort Bier zu trinken entschlossen wir, das wir vorher in das Thanner’s gehen und dort schon mal prüfen ob die Hefe Weizen immer noch so lecker schmecken. Nach einer kurzen Überraschung fanden wir dann aber auch gleich unseren Platz an der Theke. Die Überraschung war, das im Thanner’s absolut gar nichts los war. Sehr ungewohnt, aber wenn man die Uhrzeit betrachtet, dann relativierte sich das Ganze wieder. Uns hinderte das allerdings nicht daran Weizen zu bestellen. Der Doktor blieb beim Kristall und ich entschied mich für das Hefe. Obwohl mir klar sein sollte, das Schwebstoffe im Bier nie gut sind. Aber es ist verdammt lecker. Ich weiß nicht woran es liegt, aber Hefe-Weizen im Thanner’s sind immer eine Wucht. Es ist wohl das ganze Ambiente und die Erinnerungen die man an den Ort hat. Wir wollen aber hier nicht abschweifen sondern die harten Tatsachen auf den Tisch werfen. Und die waren einfach. Wir tranken Bier und unterhielten uns über dies und das. Hauptgesprächsthema war die Anschaffung des Spiels „Guitar Hero 3“ von Markus. Er war begeistert und ich werde es auch sein. Ich habe nur Angst es bei ihm auszuprobieren. Denn dann werde ich wohl auch den Virus anheim fallen. Die Zeit verflog fast und als dann Markus die SMS bekommen hat, das wir uns dann um 2200 Uhr im Mr Jones treffen, waren auf magische Weise vier Hefe in meinen Magen gewandert. Ich frage mich auch wie das immer passiert.
Der Doktor und ich machten uns dann also auf den Weg und trafen die Stadtberger einen kurzen Fußmarsch später im Mr Jones. Conrady hatte schon mitgedacht und einen Pitcher Long Island Ice Tea bestellt. Irgendwie hatte ich ein Deja Vu, doch das war nur für einen kurzen Moment. Das Zeug verfolgt mich echt. Ansonsten begrüßten wir noch den Rest der Anwesenden. Als da wären Jenny und Fabian, Bemi und Conrady. Die Bedienung ließ sich ein wenig Zeit, was dann von mir mit einem ausgiebigen Toilettengang genutzt wurde. Das Schlimme ist, wenn man erstmal seine Blase entleert hat, dann kommt sie auf den Geschmack und kann nicht mehr so viel Inhalt bei sich behalten. Zum Glück gibt es ja überall sanitäre Einrichtungen. Als dann endlich der Pitcher auf den Tisch stand hatte ich ein wenig Angst den ersten Schluck zu nehmen. Schließlich sollte ich eigentlich noch auf dem Bierzug sein und nicht schon auf den viel schnelleren Cocktailzug aufspringen. Solche Aktionen können ganz schnell in die Hose gehen. Auf der anderen Seite hatte ich ja schon am Vorabend genügend Alkohol konsumiert, da dürfte mein Körper über solche Aktivitäten herzlich lachen. Die Mischung hatte es in sich. Der Barkeeper meinte es richtig gut mit uns. Und ich wage jetzt mal zu behaupten, das die Mischung um Längen besser ist als die im El Sol. Schön stark und der Cocktail selber hatte nur eine leichte Colafärbung, was auf einen hohen Spirituoseninhalt hin wies. Sie war um es kurz zu machen einfach lecker. Der erste Pitcher hielt dann auch nicht lange vor. Besser gesagt, die Trinkgeschwindigkeit war normal, aber wenn man mit drei Leuten an solche einem Pitcher nuckelt, dann ist der schnell mal alle. Da es aber noch zu früh war um in den JT Keller aufzubrechen, bestellten wir kurzer Hand noch einen weiteren. Der eben so lecker war. Nebenbei wurde ordentlich Schieße gelabert. Ich weiß gar nicht wie mein Gehirn ab und an mal auf solche Sache kommt. Aber es passiert. Wir hatten jedenfalls jede Menge Spaß, auch wenn die jungen Mädels am Nebentisch das nicht so sahen. Aber man kann es ja nicht jedem Recht machen. Nachdem dann der zweite Pitcher geleert wurde, wurde es Zeit in den JT Keller zu verlegen. Endlich, darauf freute ich mich schon den ganzen Abend. Zunächst mußte allerdings die Treppe gemeistert werden. Im Mr Jones ist die recht schmal und auch recht lang. Aber ohne größere Probleme bin ich unten angekommen, wobei ich froh war das es Geländer an beiden Seiten der Treppe gab.

Als wir dann nach einem kurzen Fußmarsch durch die Stadt am JT Keller angekommen waren, war ich erst der Meinung das ich schon zu viel getrunkne hätte, denn die Schlange war unglaublich lang. Es konnte also nur so sein, das ich alles doppelt sah. Und auch dann wäre sie noch zu lang gewesen. Leider sah ich nicht doppelt. Auf der einen Seite war das gut, denn so wusste ich das noch eine Menge rein ging, auf der anderen Seite war die Schlange wirklich so lang. Sie reichte fast über den ganzen Marktplatz. Schöne Scheiße. Wir machten den verzweifelten Versuch uns anzustellen, doch nach wenigen Minuten merkten wir das es so gar nicht vorwärts ging. Dann telefonierte ich noch mit Schnitzel, der zufälligerweise gleich gegenüber im El Sol saß und der mir mitteilte, das die Schlange schon seit zwei Stunden so lang sei. Na da kam aber Freude auf. Wir entschlossen dann im kurzen Abstimmungsverfahren, das wir nicht weiter anstanden, sondern gleich in eine andere Lokalität verlegen würden. Mein Herz weinte ein wenig, denn ich freute mich sehr auf den Abend im JT Keller. Nicht nur allein wegen der tollen Getränke, sondern auch wegen den ganzen hübschen Frauen. Aber die sollte es ja woanders auch geben. Unterwegs wurden dann die ersten Stimmen laut, das wir doch in das Savoy gehen könnten. Meine Stimmung sank auf dem Punkt. Im direkten Vergleich zum JT Keller versagt das Savoy auf ganzer Linie. Die Musik ist definitiv nicht mein Geschmack und das Klientel auch nicht unbedingt. Die Frauen dort sind zwar meisten auch recht hübsch, aber haben meistens auch einen an der Klatsche, was mich zu der nächsten Feststellung führt: Warum haben die meisten hübschen Frauen einen Vollpfosten zum Freund. Wer im StudiVZ angemeldet ist, kann dort auch in die entsprechende Gruppe eintreten. Aber bis zum Savoy war noch ein langer Weg und der führte am 6 Millionen Dollar Club vorbei.
Immer eine gute Adresse. Ein kleiner Winzclub, aber meistens ist die Stimmung gut und es gibt günstige Getränke. Der Long Island entwickelte sich mehr und mehr zu meinem Alternativgetränk zum Havana Club. Allerdings liegt die Betonung auf Alternativ, denn an Havana kommt so schnell keiner ran. Im Inneren des Clubs gab es dann Reggae und jede Menge dunkele Männer. Was aber dem Genuß von Long Islands nicht im Wege stand. Auf jeden Fall besser als Savoy. Dem ersten Long Island folgte dann och ein weiterer und ich konnte die Truppe nicht aufhalten. Wobei ja die Unterhaltung im Club sehr gut war. Es gab zum Beispiel einen Frodo Beutlin Kollegen, der lustig zu den Reggae Rhythmen durch die Bude sprang und dabei auf einer Blockflöte blies. Da er die Fingerfertigkeit wohl nie gelernt hatte kam auch nur ein Ton raus, der aber erstaunlich gut zu der Musik passte. Vielleicht lag es auch an der unglaublichen Menge an Alkohol die ich bereits vertilgt hatte, das mir gewisse Ungereimtheiten in der Melodie nicht mehr auffielen.

Das Schicksal war besiegelt und wir setzten unsere Reise durch die Nacht in das Savoy fort. Meine Stimmung ging gerade bergab. Da es anscheinend auch im Savoy voll war, sah es erst so aus, als ob es voll war. Doch da wir ja eine hübsche Frau, namentlich Jenny, dabei hatten kamen wir bevorzugt rein. Es stimmt schon, Jenny ist eine Hübsche, aber spricht es eigentlich nicht gegen den Laden, das wir nur rein gekommen sind, weil wir Jenny dabei hatten? Ich weiß nicht, wenn ein Laden schon so eine Politik an den Tag legt, dann kann man auch gleich Gesichtskontrolle zu der ganzen Geschichte sagen. Und man ist den Türstehern gnadenlos ausgeliefert. Sorry, aber auf so einen Streß am frühen Morgen habe ich keinen Bock. Aber wir waren ja drinnen und stürzten uns in das Getümmel. Da wir oben irgendwie nicht so lange stehen bleiben wollten, aus welchen Gründen auch immer ging es gleich runter in die Hardcorezappelhölle. Hier wurde dann Techno der extra klasse gespielt. Ich hatte gleichzeitig das Gefühl, das ich ganz schnell mehrer Liter hochprozentigen Alkohol in mich rein kippen müsste, damit ich die geballte Power an Coolness aushalten konnte. Doch woher nehmen wenn nicht hinter der Theke wegstehlen. Außerdem ballt sich immer da die Coolnesspower oder wie ich sie liebevoll nenne, Spackenpower, dort wo es am Engsten ist. Zwischen Theke und Tanzfläche. Man schiebt sich also an Pseudomuskelprotzen, die ihre Aufgepumptheit gewissen eiweißhaltigen Getränken und einem vielleicht nicht immer legalen Stoff namens Anabolika zu verdanken haben. Seltsamerweise ergatterten wir eine Sitzecke und ich konnte mir das ganze Schicksal sitzend angucken. Da aber der Rest der anwesenden Gäste stand, sah ich eine Menge Ärsche. Wenn es nun weibliche Ärsche gewesen wären, wäre das auch nicht weiter schlimm gewesen, aber es waren allesamt Kerle. Naja, zum Glück hatte ich Bier.
Nach ein wenig Lästerei mit dem Bemi zusammen und zwei weitern Bieren wollten Fabian und Jenny und Bemi dann plötzlich los. Ein kurzer Blickwechsel mit Conrady und dem Doktor verreit mir aber das wir noch lange nicht los wollten. Also verabschiedeten wir die drei kurz und verlegten unseren Standort eine Etage höher. Da ist die Musik für kurze Zeit mal nicht Scheiße und man sieht nicht ganz so coole Leute. Aber mich überzeugte die ganze Geschichte nicht wirklich. Wir standen auf einem Art Balkon und hatten so die übersicht über die Masse an Menschen. Ein Blick in die anderen Gesichter verriet mir aber, das es Zeit wurde für einen zweiten Versuch in den JT Keller einzudringen. Also macht eich den Vorschlag und erntete gleich zustimmende Meinungen. Die Uhr zeigte mittlerweile 0230 Uhr und eventuell hat man Glück. Nach der Bezahlung an der Kasse entschieden wir uns dann aber kurzfristig, das es besser wäre einen Döner einzuwerfen. Schließlich macht das ja einen ganz fantastischen Atem. Wenn wir aber ehrlich sind, dann war an Frauen ansprechen gar nicht mehr zu denken, denn man hatte ja nun schon etliche Liter Alkohol in sich vergraben. Verglichen mit den Toilettengängen war die Menge die man wieder frei gelassen hatte verschwindend gering. Und der Alkohol entfaltet schon vollends seine Wirkung. Keiner von uns konnte noch fehlerfrei einen deutschen Satz bilden und der Gleichgewichtssinn war auch schon leicht gestört. Aber wir waren ja unter uns und konnten uns so viel Döner reinkloppen wie wir wollen. Außerdem war es nicht mehr sicher, ob wir überhaupt nun Einlass im JT Keller gewährt bekommen. Dieser kleine Imbiß hat auf jeden Fall genügend Glückshormone ausgeschüttet, so daß wir frohen Mutes Richtung Keller gehen konnten. Und dort war uns das Glück weiter hold, wir kamen ohne eine Minute anzustehen rein. Es war geschafft, das Ziel einer langen Reise.

Ich wollte am liebsten gleich auf die Knie sinken und Gott danken, aber dann lockte schon die Theke mit ihren gekühlten Getränken. Nach einer kurzen Desorientierung durch das alte Brillenproblem schlug ich instinktiv den Weg zur Tränke ein. Allein auf dem Weg dorthin wurde mein Gehirn mit Sinnesüberreizungen überflutet. So viele hübsche Frauen auf einem Fleck bot nur der JT Keller. Als studierter Mensch könnte ich anfangen eine Theorie über Schnitten-Dichte und Wahrscheinlichkeiten aufzustellen, aber das würde dem ganzen Erlebnis „JT Keller bei der La Boum Party“ nicht gerecht werden. Der JT Keller lohnt sich eigentlich immer und er bietet alles. Gekühlte Getränke, hübsche Frauen und eine angenehme Atmosphäre. Man beachte bitte die Reihenfolge. Doch folgen wir dem Instinkt und begeben uns an die Theke, der Ort der immer überfüllt ist. Doch als gewiefter Biertrinker kommt man schon irgendwie an die Reihe. Die Grundversorgung ist also sicher gestellt. Der Doktor fackelte nicht lange und ging gleich in den Nahkampf über. Besser gesagt er wollte sich irgendwo anlehnen und da bietet sich einfach einer der großen Bögen an die die Decke abstützen, Stichwort Gewölbekeller. Leider stand da schon wer. Anders ausgedrückt, um einen Platz im JT Keller zu finden an dem noch keiner steht, muß man schon um 1500 Uhr da hin gehen und sich dann nicht mehr vom Fleck rühren. Conrady und ich beobachteten die Szene mit großem Interesse wussten wir doch um den Zustand vom Doktor. Und der war immens alkoholisch. Woher wir das wussten? Ganz einfach wir addierten unseren Zustand, nahmen die Quersumme und kamen dann irgendwie auf den Schluß, das der Doktor in einem ähnlichen Zustand sein würde. Seine Gesprächspartnerin war allerdings an einem ähnlichen Ort in der wunderbaren Welt des Alkohols. Wenn sich da mal nicht zwei Seelen getroffen haben. Doch wie sollte es anders sein, kam der Doktor nach einer geschätzten halben Stunde zurück und meinte das die junge Dame total stramm wäre. Was für eine Überraschung. Nüchtern war er zwar auch nicht mehr, aber das mußte er sich dann auch nicht antun. Wie er meint.

Während dieser ganzen Aktion trafen wir dann auch noch auf Tallau und Topper, die sich auch sehr früh in den JT Keller verirrt hatten. Sie waren wohl einige von den Glücklichen die schon frühzeitig da waren und nicht anstehen mußten. Nun ja, Topper sah definitiv so aus. Aber hielt noch kräftig mit. Wie schon erwähnt ist der Platz den man zur freien Verfügung hat im JT Keller arg beschränkt. Ich vermute mal es sind pro Besucher wenige cm². An sich ja nicht schlimm, denn so ist man ständig in Bewegung, man muß nur aufpassen, das man nicht in einen Strom gerät oder sich plötzlich auf der Tanzfläche wieder findet. Durch die ganze Eigenbewegung der Masse findet man sich auch schnell dabei seine Hüften rhythmisch im Takt zu schwingen. Passt man hier nicht auf, ist man ruck zuck um Tanzrausch und schwitzt das teuer erstanden Bier in seine Klamotten auf der Tanzfläche. So stand auch ich in der Nähe der Theke, eigentlich einem Platz an dem man vor Tanzattacken sicher sein sollte. In einer Unterhaltung vertieft wurde ich also von hinten ein wenig angeschubst. Für mich ein Zeichen ein wenig Platz zu machen, da ich vermutete, das hinter mir Jemand lang gehen wollte. Automatisch geht man dann kurze Zeit später den kleinen Schritt wieder zurück um den Privatbereich seiner Mitmenschen nicht zu sehr zu beschneiden. Da war dann schon wieder dieser sanfte Rempler und auch nach dem kleinen Schritt war er wieder da. Das ganze Spiel wieder holte sich noch ca. fünf Mal, bis ich mich dann umdrehte und wissen wollte warum man nicht einfach vorbei gehen würde. Als ich dann merkte das mich zwei hübsche Augen aus einem ebenfalls hübschen Gesicht anblickten. Ich wurde angetanzt und gleichzeitig angelächelt. Da ich aber schon seit etlichen Stunden auf dem Schnellexpress in das Vollrauschland unterwegs war arbeiteten meine Synapsen dementsprechend langsam. Es war also würden sie die ganze Zeit im ersten Gang einen Berg mit 80% Steigung hoch fahren und hatten vergessen das sie noch die Handbremse angezogen hatten, da sie vorhin ja anfahren am Berg geübt hatten. Kurz gesagt, ich machte ihr ein wenig mehr Platz, erwiderte aber das Lächeln. Anscheinend hatte ich einen Magneten in meiner Gesäßtasche, denn wenige Minuten später wurde ich wieder leicht angeschubst. Diesmal dauerte das Umdrehen nicht ganz so lange und ich bemerkte das die blonde, kurzhaarige und äußerst hübsche junge Dame wieder hinter mir stand. Nun wäre eigentlich die Zeit vielleicht ein paar Worte zu wechseln. Doch ich war ja im Schnellzug unterwegs und war auch noch dran die nächste Runde zu holen. Im Anschluß wollte ich dann noch schnell meine Blase entleeren und suchte die sanitären Einrichtungen auf. Dort wurde mir dann auf sehr abstrakte Weise klar, das sie mich vielleicht antanzte, weil sie mich kennen lernen wollte. Wäre ich jetzt in einem schlechten Teenie-Film gewesen, dann hätte man nun eine Kameraeinstellung der Tanzfläche gesehen und seinen sehr lauten „Ich bin so blöd“-Aufschrei gehört. Aber ich dachte mir das alles nur. Doch leider tanzte sie nicht mehr so ganz in unserer Nähe, als ich mich dann endlich wieder durch die Mengen gekämpft hatte. Wir hatten aber noch ein paar Mal Blickkontakt, was mich ein wenig hoffen ließ.

Zwischenzeitlich bin ich dann auch auf Mischungen umgestiegen, in dem Wissen, das sie teurer sind als Bier. Aber dafür bekam man auch ein ordentliches Glas. Das erste Glas ließ ich noch normal, doch eine kurze Geschmacksprobe verriet mir, das für meinen Geschmack zu wenig Havana Club (Hat jemand was anderes erwartet?) in dem Glas vorhanden war. Also gab ich entsprechende Hinweise bei meiner nächsten Bestellung und der Barkeeper verstand mein winken mit dem Zaunpfahl und gab mir etwas zu trinken, das nicht nur meine Geschmacksknospen zum jubilieren brachte sondern auch eine sofortige Ausschüttung an Glückshormonen brachte. Ich setzte nun ein verträumtes Lächeln auf und hoffte, das die kleine Blonde mich noch mal antanzen würde. Konsequenzen waren mir zu dem Zeitpunkt egal. Der ersten Mischung folgten noch ein zwei weitere und die Uhr ging so langsam auf die frühen Morgenstunden zu. Conrady verließ uns so gegen 0430 Uhr und der Doktor und ich hielten noch ein wenig länger aus. Gegen 0500 Uhr verließen wir dann die Lokalität. Die kleine Blonde und ich hatten zwar noch ein paar Blickkontakt und ich las aus ihren Blicken, das ich doch mal auf die Tanzfläche kommen sollte, aber mein Zeitfenster war schon vorüber. Es war eigentlich im Thanner’s schon vorüber. Da sie kurz vor uns den Keller verließ gab es auch nichts mehr was mich noch dort hielt. Obwohl man sagen muß das immer noch gut was los war. Doch für uns sollte der Abend nicht vorbei sein. Der Doktor wollte nun noch unbedingt in das Exil, also gingen wir dort hin. Man soll aber nicht annehmen, das in jedem Laden in Göttingen so viel los ist, wie im JT Keller. Im Exil wischten sie sogar schon den Boden, was den Doktor nicht davon abhielt trotzdem an der Theke nach Getränke zu fragen. Die gab es aber nicht. Dafür war noch ein Pärchen anwesend, die dann vom Doktor erstmal belagert wurden. Das Mädel hatte noch Kekse dabei und wurde vom Doktor mit Janina bezeichnet. Ich wollte gar nicht wissen, warum er sie so nannte, aber er bekam einen Keks von ihr. Vollkorn mit 52 Zähnen. Sein Gesicht sprach Bände und seine Aussage bestätigten diese Bibliothek. Unser Plan war es also weiter zu ziehen um den traditionellen Abschluß bei Wölfis anzutreten. Janina, deren wirklichen Namen wir wohl nie erfahren werden, und ihr Begleiter setzten ihren Weg in eine andere Richtung fort, wofür ich vollstes Verständnis hatte. Unser Zustand war nun definitiv so weit, das wir sofort und ohne Umwege den Heimweg hätten antreten können. Doch da war ja noch die Sache mit Wölfis.

Das Taxi hielt wenige Minuten später bei Wölfis. Wölfis ist die klassische Lokalität in Göttingen, wenn man morgens früh um 0540 Uhr noch Hunger auf ein Schnitzel hat. Also trafen wir dort auch Tallau und führten uns noch ein Schnitzel zu Gemüte. Man sollte kaum glauben, was dort in den frühen Morgenstunden noch so alles los ist. Vor allem wen man da noch alles trifft. Es ist ein Jammer, das der Laden am Ende des Monats die Pforten schließt. Wer also noch mal ein gutes Schnitzel genießen möchte, der lenkt seine Schritte zu Wölfis. Das schlägt McDonalds und Burger King jedenfalls um Längen! Es folgte nun eine wilde Telefoniererei, bei der wir versuchten ein Taxi zu bekommen. Sagen wir mal so, der Doktor und ich aßen Schnitzel und Tallau telefonierte durch die Gegend. Gefahren hat uns dann ein gerade anwesender Taxifahrer für eine einigermaßen anständige Summe. Gegen 0715 Uhr stieg ich dann in Westerode aus und ging die letzten paar Meter nach Hause und direkt ins Bett. Als der Regen so in mein Gesicht regnete, wurden mir ein paar Dinge klar. An diesem vergangenen Abend habe ich mal wieder eine Chance versiebt. Ich muß daran arbeiten, solche Dinge früher zu erkennen und dann auch entsprechend zu handeln. Außerdem wird man vom Regen naß und meine Schuhe haben ein Loch. Weiterhin wurde mir klar, das der schon angebrochene Sonntag kein Zuckerschlecken wird. Ich entschied so lange zu schlafen, wie es mein Körper zu ließ. Erfahrungsgemäß sollten das drei Stunden sein, dann würden die Magenkrämpfe anfangen.

Ich hatte Recht, doch um meinem Körper zu zeigen wer hier der Chef ist, bleib ich trotzdem liegen. Nun muß ich noch die Sache mit meinem Gehirn auf die Reihe kriegen, dann sollte das mit der Hochzeit vor meinem 30sten Geburtstag noch problemlos klappen. Wie war noch mal die Adresse mit den osteuropäischen Katalogbräuten?

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