Resurrection

26/03/2008

Am vergangenen Wochenende war ja Ostern. Als streng gläubiger guter Katholik, dem die katholischen Werte im Kindesalter eingebläut wurden, weiß ich, das Ostern eigentlich das höchste Fest in der katholischen Kirche. Erschreckende Dinge haben sich im Vorfeld dazu abgespielt. Ich sah einen Bericht im TV und was ich da hörte ließ mich wahrhaft erschrecken. Es wurde gefragt, was wir eigentlich an Ostern feiern. Top Antwort war „Keine Ahnung!“ „Das der Osterhase kommt!“. Das war der Moment als meine Kinnlade auf dem Tisch aufschlug. Es wurde weiter gefragt, welches denn das symbolische Tier für das Osterfest wäre. Und das als Multiple Choice Variante. Vorgaben waren Hase (War ja irgendwie klar), Huhn oder Lamm. Und diesmal gab es neben den üblichen Dummbratzen-Antworten von der Straße auch eine Art Statistik. Tatsächlich haben die richtige Antwort nur 12% der Befragten gegeben. Finde ich ganz schön armselig. Hauptsache erstmal Feiertage haben, aber sich nicht mit dem Grund beschäftigen. Da ich weiß mir denken kann das sich meine schönen Wikipedia Verlinkungen eh keiner durchlesen wird (Guckt sich eigentlich irgendjemand meine Verlinkungen an?), fasse ich das mal in eigene Worte und das wird nicht so trocken wie bei Wikipedia.
Beginnen wir mit dem Gründonnerstag. Da traf sich der gute Jesus mit seinen Gefolgsleute und ließ es noch mal so richtig krachen. Am nächsten Tag mußte er zwar früh raus um zur Kreuzigung zu kommen, aber so eine Abschiedsparty lohnt sich ja immer. Man traf sich also zum letzten Abendmahl und da erzählte Gottes Sohn so allerlei interessante Dinge. Zum Beispiel das Judas ihn verraten wird und das Petrus ihn bevor der Hahn dreimal kräht verleugnen wird. Wenn man alles weiß hat das schon seine Vorteile.

Eine ähnliche Veranstaltung stand auch bei mir an. Zwar nicht so förmlich, aber mit einer ähnlichen Anzahl von Leuten. Es wurde zur Elferratssitzung gerufen. Praktischerweise wurde sie auf einen Abend gelegt der von einem freien Tag gefolgt wurde. Herrlich wie dort mit gedacht wird. Eins war mir schon die ganze Woche klar. Da wird wieder ordentlich getrunken. Aber Angst hatte ich keine. Ich mußte zwar vorher noch beim Schmierpopel vorbei gehen, weil ich was bringen sollte, aber ich bin schon aus schlimmeren Buden wieder raus gekommen. Bei Schmieri durfte ich mir wieder die üblichen Beleidigungen anhören. Aber diesmal war Anja auf meiner Seite, was dem Schmierigen nicht so ganz gefallen. Später an dem Abend wird er eh wieder ihr Gesicht essen und alles wäre wieder gut gewesen. Bei Schmieri ging dann schon mal das erste Pils rein. Auf dem Weg zur Mehrzweckhalle haben wir dann noch M7 und Barney getroffen und gleich mit genommen.
In der Mehrzweckhalle angekommen war auch schon einiges an Volk anwesend und stand vor der verschlossenen Tür. In der Halle selber probte der Männergesangsverein. Hier sollte man dann schon einige Vorkehrungen treffen. Zum Beispiel nach der Elferratssitzung keinen Kugelschreiber mehr in die Hand zu nehmen oder sich aus Versehen in die Halle verirren. Ruck Zuck ist man wieder Mitglied in einem Verein. Es wurde neben der Sitzung auch noch etwas zu essen gereicht, allerdings mußte dafür der Grill erstmal fertig gemacht werden. Ich hielt mich da dezent zurück, da es ja heißt das viele Köche den Brei verderben. Außerdem waren ja genügend Leute da. Mein Platz war in dem kleinen Raum wo dann die Sitzung auch statt finden sollte. Da saß man also in einer kleinen Gruppe am Tisch und vor einem standen schon die wohl temperierten Bier Flaschen. Was soll man da machen, wenn man so in Versuchung geführt wird. Ich gab nach und öffnete mir die erste Flasche. Sie schmeckte sehr lecker und war mit der von Schmieri zu vergleichen. Kein Wunder war ja auch beides Krombacher. Wie das mit dem Essen geplant war, wusste keiner so genau. Fakt war das der Grill nicht ordentlich lief und alle Hunger hatten. Ich hielt mich derweilen an Bier gütlich und lauschte den Ergüsse die die Versammlung brachte. Es wurde über allerlei Dinge diskutiert, die ich hier nicht wieder geben kann, weil ich gar nicht zu gehört hatte und mich auf das Bier trinken konzentrierte möchte, da sie eigentlich nur den Elferrat etwas angehen. Es wurde auch die Bereitschaft abgefragt wer denn alles weiter machen möchte. Geschlossen sagten alle ja und geben sich dem Wahnsinn einem weiteren Jahr preis. Manchmal frage ich mich ob ich anders antworten würde, wenn ich nicht im Vorfeld schon fünf Flaschen Bier in meinen Körper geschüttet hätte. Geschickterweise wurde der Prinz zum Schluß gefragt und nach einigen Gewissenskonflikten hat er dann zugestimmt. Seine Frau wird davon begeistert sein, aber so oft wie ich dieses Jahr mit ihr getanzt habe, dürfte der Anschiß nicht zu groß ausgefallen sein. Da fällt mir gerade mal so auf, das ich mich ganz schön für den Elferrat aufopfere. Aber mit Silvia habe ich ja gerne getanzt. Immerhin war sie Prinzessin und wehren hätte ich mich eh nicht können. Es wurde weiterhin noch ein paar Vorstandposten abgefragt. Ich weiß nicht ob mir Schmierpopel bei sich zu Hause was ins Bier getan hat, denn plötzlich hörte ich mich sagen, das ich ihn als Kassenwart unterstützen würde. Ich erschrak mich selber über die Entschlossenheit in meiner Stimme und guckte mich erst verwirrt um, wer denn da mit meiner Stimme gesprochen hat, aber es war keiner da. Sehr gespenstisch. Ich machte aber klar, das ich nur zur Unterstützung da bin und niemals das Amt des Kassenwartes übernehmen würde. Ich hoffe das wurde von allen auch so aufgenommen und nicht mit „Ja ja“ kommentiert. Denn wir wissen alle was das heißt.
Zwischenzeitlich wurde dann auch mal gegessen und wir lachten alle den Schocker aus, da er ja kein Schweinefleisch mehr essen durfte. Aber es hat mich dann doch ein wenig überrascht, wie gut doch Sachen vom Grill schmecken. Ich hoffe das Wetter bessert sich bald. Die Grillsaison endet zwar nie, aber ich mag mein Fleisch dann doch von beiden Seiten trocken. Nach der Versammlung wurde dann intensives Brainstorming betrieben, wie man den Abend enden lassen sollte. Ich machte zwar den verzweifelten Vorschlag nach Göttingen zu fahren, wurde aber gnadenlos nieder geschmettert, da Befürchtungen bestanden, das über Nacht ein Schneesturm zu erwarten würde. Ich enthalte mich mal jedem Kommentar. Dafür einigte man sich aber relativ schnell auf die einzige Alternative in Duderstadt. Die Werkstatt. Mir war klar, das es dort aus allen Nähten jüngere Menschen platzen lassen würde, waren ja Ferien und der freie Tag stand bevor. Daher macht eich den Vorschlag, das wir erst nach Mitternacht die Lokalität aufsuchen sollte, was auch auf wenig Unterstützung traf. Nun ja, wir sind dann also noch vor Mitternacht in die Werkstatt aufgebrochen. Und kamen rein und es war verdammt voll. Man verstehe mich nicht falsch. Ich habe gar nichts gegen die Jugend in der Werkstatt. Immerhin sollen sie ja auch weggehen. Und wenn sie dann um 0000 Uhr rausgeschmissen werden, ist das auch in Ordnung, so ist nun mal das Gesetz. Ich gehe dann halt nur gerne später hin, weil dieses obervolle absolut gar nicht mein Ding ist. Außer im JT Keller, aber da ist ja auch immer eine Majorität von Frauen unterwegs.

Wir stürzten uns ins Gedränge und kamen bis in einen der hinteren Bereiche. Weiter brauchte man auch nicht, hatte man ja alles da. Theke und gut. Nun überschlugen sich die Ereignisse ein wenig. Man traf alte Bekannte, wie zum Beispiel den Oppermann und jede Menge Westeröder. Außerdem trafen noch eine andere Gruppe bekannter Gesichter ein. Die Squash-Sauf-Gruppe war angekommen. Im letzten Jahr hatte ich ja das Vergnügen dort mit zu mischen, jedenfalls bei dem Betrinken. Dieses Jahr war ich ja leider durch die Elferratssitzung verhindert, war mir aber sicher das sie früher oder später eh noch in der Werkstatt eintreffen würden. Also begab ich mich zu ihnen und das Schicksal nahm seinen Lauf. Die Getränke kosteten einen Euro, was sehr gut war. Doch die Schluckspechte wollten dann trotzdem eine Flasche bestellen, was bei mir auf völliges Unverständnis stieß. Als es dann zur Diskussion kam, was man sich denn nun zu Gemüte führen sollte war schnell klar, das es Havana sein würde. Als diese Schlüsselwörter gefallen waren, löste ein Mechanismus in meinem Gehirn aus (Ja, mein Gehirn ist mechanisch, ich bin ja auch Ingenieur) und ich hörte mich sagen, das ich auf jeden Fall mich an der Flasche beteiligen würde, aber vorerst auf die Toilette verschwinden müßte. Also ich auf dem Weg zu den sanitären Einrichtung war fragte ich mich ob ich denn das richtige getan habe. War ich mir über die Konsequenzen im Klaren? War mir klar, das ich nun drauf und dran bin unter anderen mit Ollibert eine Flasche hochprozentigen Rum zu trinken? Im Endeffekt war es mir egal, denn das Bier hatte meine Hemmschwelle arg nach unten versetzt.

Was nun kam kann eigentlich nur als Amok-Saufen bezeichnet werden. Es war so schlimm das empfindliche Lücken in mein Gedächtnis gerissen wurden. Ich probiere mal das wieder zu geben was ich noch weiß und was ich mir dann aus den Beweisfotos wieder zusammen reimen kann. Lange wird es nicht gehen. Als ich von der Toilette wieder da war zahlte ich zunächst den geforderten Betrag und bereitet mir einen nette Mischung. Doch man gönnte mir das Glückerlebnis nicht und riß mir die Mischung aus der Hand. Tobli hatte seine Mischung nämlich von Ollibert bekommen und die war gnadenlos hart. Er trank davon und machte das Schnapsgesicht. Dann sah er mich und meine gut angefertigte Mischung und nahm sie mir weg, drückte mir aber seine dafür in die Hand. Ich probierte und dachte an weg laufen. Wie ich richtig vermutet hatte waren nur wenige Tropfen Cola dazu gekommen, damit die Färbung einigermaßen richtig ist. Ich bis also in den sauren Apfel und trank die harte Mischung zu der ich dann im Verlauf noch Cola addierte. Doch diese Mischung hat das Geschmackszentrum vorübergehend lahm gelegt, denn nun schmeckte alles was ich mir danach machte irgendwie lasch. Hier beginnt es dann auch, das Gedächtnisfragmente aus dem Gefüge gerissen werden und ich leichte Filmrisse habe. Doch mein Fotoapparat war mein treuer Begleiter.
Wenn ich den Bildern trauen darf, dann stand ich die ganze Zeit bei der Havana Club Runde und habe mich auf hässlichste Weise zugeschüttet. Dabei muß ich wohl intensiver mit Ollibert geredet haben und irgendetwas in seiner Hütte abgemacht haben. Aber wenn man der Tradition glauben darf, wird das eh wieder auf einen zünftigen Saufabend heraus laufen, bei dem ich dann mit Friede das Taxi zurück nehme. Ich hoffe nur es gibt keinen Wurzelpeter. Dann habe ich noch etliche junge Damen auf meinem Fotoapparat gehabt, die ich gar nicht kannte. Hier lässt das logische Denken nur einen Schluß zu, mein Fotoapparat war zu der Zeit nicht in meinen Händen. Ich habe so leicht den Dittmann im Verdacht kann aber nichts beweisen. Außerdem habe ich noch die Heike getroffen, weiß aber nicht wirklich über was wir uns unterhalten haben. Havana Club lässt einen immer wieder von vorne anfangen. Ich hätte eigentlich das Mischungsverhältnis justieren sollen, aber zu dem Zeitpunkt war mir alles egal. Anscheinend habe ich auch noch telefoniert und zwar mit dem Oberstrammsack Vollmer. Also wenn ich voll war, dann war Vollmer noch eine Stufe drüber. Der ist wieder wie angestochen durch die Gegend gerannt. Er wäre jetzt bei Böning und würde frühstücken, ich soll doch da noch vorbei kommen. Das sagt sich so einfach. Doch nachdem ich dann in die Runde geschaut hatte war der Rest auch reisefertig. Wir mußten nur noch die zweite Flasche leeren. Richtig, eine Flasche hat ja nicht gereicht, daher mußte noch eine Verstärkungsflasche an Land gezogen werden. Kein Wunder bei den Mischungen die wir uns bereitet hatten. Ich war da nicht ganz unschuldig dran. Denn es spielten mehrere Faktoren in die ganze Misere hinein. Punkt eins war das ich seit der Elferratssitzung im Biermodus war, was die Trinkgeschwindigkeit anging. Punkt zwei war das zerstörte Geschmackszentrum, was mich nicht den wahren Alkoholgehalt erkenne ließ. Nun ja, die zweite Flasche wurde dann auch noch vernichtet. Es standen aber immer noch eine von vier Flaschen Cola herum, die dazu gereicht wurden. Die wurden aber gnädigerweise wieder zurück gegeben. Was soll man da mit auch, Cola macht eh nur die Knochen kaputt. Daher tu ich auch immer etwas Havana oder Bacardi mit rein, damit dieser Effekt verlangsamt wird.

Vor der Werkstatt wurde dann erstmal der Dönermann überfallen. Glücklicherweise hatte er nichts mehr, denn sonst hätten wir am Karfreitag noch Fleisch gegessen, was so viel bedeutete wie eine 1. Klasse Fahrkarte in die Hölle. Ich glaube sogar wir sind dann noch mit dem Taxi gefahren, aber sicher bin ich mir nicht. Das nächste was ich wieder weiß ist das ich bei Böning vor der Tür stehe und mit dem Vollmer telefoniert habe. Dank des Anruferloggers in meinem Telefon weiß ich sogar das es 0428 Uhr zu dem Zeitpunkt war. Ich wurde eingelassen und trank wohl noch ein Pils. Hier half wiederum meine Kamera, die mir zeigte das doch noch einiges los war bei Böning und ich eventuell doch noch etwas mehr als ein Bier getrunken habe. Meine nächste Erinnerung war das ich die Augen in meinem Bett aufgemacht hatte. Wie ich dort hingekommen bin, entzieht sich meiner Erkenntnis. Aber ich war froh, das es mir so gut ging. Für ungefähr 10 Sekunden, dann brach eine Welt der Schmerzen über mich herein. Leichte Kopfschmerzen, die sich über den Tag verstärkten und Magenkrämpfe. Wäre diese Paarung allerdings nicht aufgetreten, hätte ich mir Sorgen gemacht. Außerdem war mir klar, das die nächsten Tage nie so schlimm wie dieser Morgen werden könnten.

Karfreitag, Jesus wird an das Kreuz geschlagen. Der Sohn Gottes opfert sich für die Menschheit die das gar nicht verdient und auch nicht die Bohne von dem Opfer erkennt welches Jesus gebracht hat. Hauptsache eine abgefahrene Kreuzigung, damit mal wieder was los ist. Es war ja eh Ostern. Halt, das wurde dann ja erst später eingeführt. Jedenfalls ist alles so eingetreten wie der gute Jesus es vorausgesagt hat. Judas hat ihn verraten und dafür von dem Römern (Verdammte Besatzer!) Geld kassiert. Das Gewissen hat ihn aber so sehr belastet, das er sich dann erhängt hat. Petrus hat Jesus verleugnet, weil er Schiß hatte, das er gleich neben Jesus gekreuzigt wird. An Karfreitag wird gefastet und getrauert. Dei Kirchenglocken läuten nicht und es darf kein Fleisch gegessen werden. Ansonsten geht es ab in die Hölle wo Bon Scott schon auf einen wartet. Hört sich gar nicht so verkehrt an.

Da wir ja alle streng katholisch sind, aßen wir kein Fleisch, ließen aber von Köppel vorsorglich eine Stracke besorgen, damit man um Mitternacht dann den Tag der Enthaltung beenden kann. Da wir nicht so die Trauerklösse sind, stießen wir ordentlich auf Jesus an. Da ja in Deutschland eh alle Kneipen, Bars, Nackttanzschuppen und Discos am Karfreitag geschlossen hatten wurde halt improvisiert. Man traf sich bei einem und haute sich ohne Sinn und Verstand die Hucke zu trank in Jesu Angedenken. Diesmal sollte es zu mir gehen, was mich dazu veranlasste mal wieder sauber zu machen. Es war so angedacht, das ich das Bier besorgte und wer Mixgetränke konsumieren wollte, sollte sich die selber mit bringen. Nun hat Ingo und mich im Vorfeld schon mal der Hafer gestochen und organisierten kurzer Hand Inhaltstoffe für Cocktails. Mir schwante Böses.

Was ein wenig schade war, war das viele im Vorfeld zugesagt hatten und dann doch nicht gekommen sind. Aber man kann halt niemanden zu seinem Glück zwingen. Felkl war der Erste der angekommen ist und hatte seine Flasche Bacardi unter dem Arm. Leider war da nicht mehr viel drin, weil er der Meinung war, das am nächsten Tag ein Fußballspiel statt finden sollte. Insgeheim hoffte er wohl, das ich noch einen kleinen Vorrat an Bacardi hatte. Er wusste ja noch nicht, das wir einen Coktailabend planten. Ich hingegen hatte schon mal mit Pils angefangen, da ich hoffte so die Kopfschmerzen zu verjagen, aber die Rechnung ging so recht nicht auf. Mit Cocktails konnten wir auch noch nicht anfangen, da ja Ingo und Köppel mit den finalen Zutaten noch nicht da waren.

Kurze Zeit später kamen sie dann aber und waren gut bepackt. Ingo mit den flüssigen Sachen, die extrem wichtig waren für den Abend und Köppel mit fester Nahrung. Traditionell wollten wir um Mitternacht eine Stracke anschneiden um das Ende der Fastenzeit zu feiern. Was haben wir auch gelitten in der ganzen Zeit. Wenn man abstinent lebt, dann mergelt der Körper richtig aus. Man muß ja nicht unbedingt immer auf Fleisch verzichten, sondern sollte sich etwas suchen, was einem ein Opfer abverlangt. Ich habe zum Beispiel auf Sport verzichtet. Es war hart aber ich habe es durchgehalten. Ab nächste Woche kann ich dann wieder in die Vollen gehen. So ein Ärger! Nun ja, wir waren aber beim Saufen und das sollte nun los gehen. Ich hatte jedoch noch Angst mich den Cocktails zu zu wenden, denn mit war bewusst, das mit so einer hochexplosiven Mischung nicht zu spaßen ist. Daher blieb ich beim Pils, welches mir Köppel gleich tat. Ingo ging gleich in die Vollen und mixte sich einen Tequila Sunrise. Allein schon bei dem Namen bauen sich bei mir Schreckensszenarien auf, die nicht von ungefähr auf dem Abend bei Kai im Keller fußten. Davon würde ich die Finger lassen. Wir bauten auch gleich mal die improviserte Bar (Das Foto zeigt den Zustand am Ende des Abends. Das Rote ist übrigens ganz toller Sirup, der bei nicht sofortigem Wegwischen in die Tischplatte ein zieht, wie ich feststellen mußte.) auf und ich mußte ein wenig weinen bei dem Anblick von soviel verschiedenen Alkoholsorten. Nun wurde mir mehr als bevor klar, das dieser Abend bei unvorsichtigem Mischen schnell ausarten kann. Aber wir standen ja noch am Beginn. Ingo war zufrieden mit seinem Sunrise. Die Gesprächsthemen schlugen schnell in Richtung Fußball ein, aber das ist halt so wenn nur Fußballer anwesend waren. Ich hatte ja zum Glück mein Pils und konnte mich daran erfreuen. Felkl hatte seine kleine Pfütze Bacardi auch schon vernichtete und liebäugelte schon mit dem ersten Cocktail. Er hatte sich schnell für den Long Island Ice Tea entschieden, was vielleicht ein Problem werden könnte. Bekommt den König der Cocktails in einer Bar serviert schmeckt er moderat. Bereitet man ihn selber zu, dann geht man gerne großzügig mit den Inhaltsstoffen um, es sind ja nur so kleine Mengen. Nun ja, warten wir es mal ab. Ich hatte mich noch zu einem weiteren Bier durchgerungen, doch als ich die ganzen Gläser mit dem bunten Inhalt sah, dann hatte ich schon Lust umzusteigen.

Dann war es so weit. Ich fing aber eher ruhig an und machte mir einen Albama Slammer nach einem von Ingo organisiertem Rezept. Was mich am Anfang ein wenig verwundert hat, war die Tatsache, das hautpsächlich Schnaps drin war, aber nichts zum mixen. Ich fragte Ingo ob sich bei dem Rezept sicher sei, doch er meinte nur das er es auch nur aus dem Internet per copy & paste besorgt hatte. Nun ja, er schmeckte recht gut und hatte ordentlich Bums. Es ließ mir aber keine Ruhe, da ich den Slammer doch ein wenig anders kannte. Also warf ich das Internet an und guckte noch mal nach und entdeckte die 10 cl O-Saft, die auf dem Rezept fehlten. Wusste ich es doch. Was ich aber erschreckend fand, war, das ich es ohne zu zögern ausgetrunken hätte. Manchmal waren Warnhinweise doch gar nicht so schlecht. Er schmeckte immer noch, hatte jedoch einiges an Bums verloren. Der Slammer stand noch ein weiteres Mal auf meiner Liste doch merkte ich schon das Sodbrennen zu steigen. Wenn ich Fruchtsäfte trinke dann geht das bei mir gleich in die Magensäfte. Aber er schmeckte halt so gut. Auf der Liste stand noch ein Zombie, aber der war mir auch irgendwie zu fruchtig. Da blieb dann nur ein Ausweg: Der Long Island Ice Tea. Felkl hatte schon einige konsumiert und war dementsprechend gut drauf.

Zu Beginn von solchen Coktail Happenings ist man ja immer noch sehr genau und hält sich an die Markierungen der Gläser. Ist dann allerdings schon der zweite Slammer den Schlund hinunter gewandert, dann ist man nicht mehr ganz ziel sicher und wenn man von schräg oben guckt, dann sieht man den Eichstrich auch nicht so gut. Was sich aber wie eine rote Linie durch gezogen hatte war das es stets über den Strich ging, nie blieb der Schnaps darunter. Wir waren hier ja auch nicht bei einer Jugendveranstaltung. Ich machte mich also daran den König der Cocktails zu mixen. Als ich mir die Liste so anschaute, fiel mir auf, das es jede Menge Alkohol hatte. Liest man das so in einer Reihe weg, dann bemerkt man nur die Vielfalt und freut sich. Doch wenn man dann nach und nach alles in einem Glas zusammen schüttet, dann kommt man schnell ins grübeln. Man gut, das schon einige Cocktails drin waren, da hört das mir dem Grübeln schnell wieder auf. Meine Mischung sah gut aus. Man beachte, das auf dem Foto nur der Schnapsanteil im Glas ist und ein wenig Zitronensaft. Nun muß man noch Cola hinzu geben und ab geht die Post. Ich denke jedem ist aufgefallen, das nicht mehr viel Platz im Glas für Cola ist. Es ist jetzt aber nicht unbedingt meine Schuld, wenn die Gläser so klein sind. Die Mischung war gut. Verdammt gut und plötzlich war ich auch wieder munter.

Cocktails zehren ganz schön an der Kondition, besonders die, die später gemacht werden, wenn man, wie oben erwähnt, nicht mehr so genau auf das Rezept schielt. Felkls Kondition war sehr schlecht. Er nickt ab und an schon ein und hatte mehrfachen Besuch von Chief Heavy Tongue bekommen. Die Gespräche, auf der anderen Seite, haben sich recht fix vom Fußball abgewandt und haben eine Art Eigenleben geführt. Denn nun waren wir beim schönen Geschlecht angekommen. Sehr interessant worüber da alles referiert wurde. Aber das gehört wahrlich nicht hier hin. Wie schon gesagt ist beim Cocktailabend Durchhaltevermögen gefragt. Ingo und Felkl hatte es schon dahin gerafft und nur Köppel und ich sind über geblieben. Ach ja, den Nulldurchgang der Uhr haben wir übrigens auch knapp verpasst, weil wir gerade in Gesprächen und Cocktail Mixturen vertieft waren. Was uns aber nicht davon abgehalten hat, die Stracke anzuschneiden. Besser spät als nie. So, Ingo und Felkl waren also ausgeknockt und Köppel und ich waren auf dem besten Wege dorthin. Wir beschlossen den Abend zu beenden, war es doch auch schon 0200 Uhr durch. Ich rief ein Taxi und ab ging die Post. Sollte man zumindestens annehmen. Doch Christian bat noch um Aufschub. Es ging ihm nicht mehr ganz so gut und eine Szene hat sich abgespielt, die ich besser nicht in Worte fassen möchte. Ich lasse einfach eine kleine Bildergeschichte erzählen. Man muß nur Meyer durch meinen Namen ersetzen. Und das alles in meinen Vorgarten. Ich hoffe die Vögel sind über Ostern recht fleißig.

Nun war ich also auf mich gestellt und so gar nicht müde. Also machte ich mir noch einen Scheide-Long Island und lauschte der Musik noch ein Weilchen. Als ich dann auf dem Sofa aufwachte ging ich dann auch gleich ins Bett.

Die Lust am Samstag Vormittag aufzustehen und die Spuren der vergangenen Nacht zu beseitigen war nicht vorhanden. Aber ich mußte es machen. Es ist schon sehr grenzwertig, was man sich für eine süße Scheiße in den Kopf haut. Zu allem Überfluß ist dann auch noch mein Bett kaputt gegangen, als ich mich auf die Kante setzte. Wollte mir Mutter Natur irgendetwas mitteilen? Das war bestimmt minderwertiges Material, als dem der Bettrahmen hergestellt wurde. Verdammtes Pressholz!

Es folgt nun der Karsamstag, der Tag der Grabesruhe Christi. Jesus dachte sich das er sich mal ein wenig ausruht, bevor er dann von den Toten aufersteht und seine Jünger ordentlich ins Staunen versetzt. Er wurde vom Kreuz abgenommen und in eine Grabesstätte auf einem Privat Grundstück gebracht, wo ihn dann ein paar Frauen salbten und einbalsamieren. Einen Tag der Ruhe konnte man sich aber im Eichsfeld nicht leisten, besonders wenn man Vorbereitungen für das Osterfeuer zu erledigen hatte. Als es noch ein großes Feuer gab wurde der Samstag dazu genutzt alle Holzvorräte aus dem Umland zusammen zu klauen Holz zu sammeln, welches freundliche Mitbürger los werden wollte und zu einem gigantischen Haufen aufzutürmen. Der wurde dann angesteckt und interessierte danach keinen mehr. Da es nun kein großes Osterfeuer mehr gibt, fällt auch das Holz sammeln aus, was eigentlich sehr schade ist. Auf das habe ich mich immer mehr gefreut als auf das Feuer selber. Denn neben der Arbeit die man mit den Strauchschnitten und Bäumen hatte, gab es immer ordentlich Bier und man war nach der ersten Fuhre schon gut angeheitert. Es machte einfach einen irrsinnigen Spaß. Heutzutage bin ich froh, das ich nicht mehr so früh aufstehen mußte. Es wäre auch gar nicht gegangen, denn ich kam ja erst gegen Mittag aus dem Bett.

Am Abend war noch gar nichts klar. Ich telefonierte ein wenig rum und fast sah es so aus als würde der Abend ohne besondere Vorkommnisse enden. Ich suchte mir sogar schon das passende Fernsehprogramm raus, wie ich denn die langweiligen stunden herum bekommen würde. Und wie sollte es anders sein, kam eigentlich nur Schrott im TV. Außer auf Kabel 1 gab es einen kleinen Lichtblick und zwar Stargate. Meiner Meinung nach ein guter Film. Auch wieder so ein Beispiel für einen Film, den ich in meiner Jugend geguckt hatte und bei dessen erneutem Anschauen ein wenig vom alten Flair zurück kam. Und es spielte Mili Avital mit, die ich verdammt hübsch fand und immer noch finde. Leider habe ich sie nie wieder in irgendwelchen Filmen gesehen. Nun ja, aber wir waren ja bei der Abendgestaltung. Irgendwann rief mich Schnitzel an und wusste mir auch nichts Neues zu berichten, er wolle sich aber so schnell wie möglich melden. Mit dem Ingo vereinbarte ich das er mich gegen 2200 Uhr abholen sollte. Da ich vermutete das wir uns eh im Feuerwehrhaus treffen würden begab ich mich schon einmal dort hin. Dort saß ich nun und hatte Zugriff zu gekühlten Bier und im Fernsehgerät lief Stargate. Ich freute mich.

Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse. Ich trank Bier und guckte fern, mein Telefon schellte und ich spürte einen Druck in der Magengegend. Derart überfordert hyperventilierte ich erstmal und ging dann an das Telefon, nicht jedoch ohne sicher zu stellen, das ich genügend Flüssigkeit getrunken hatte um einer Austrocknung meiner Mundhöhle vorzubeugen. Am Telefon war Schnitzel der mir mitteilte das wir uns bei Philip treffen würden um dann in die Stadt zu fahren. Ich sagte ihm das Ingo mich abholen würde und wir uns dann in der Stadt treffen würden. Kurze Zeit später standen dann Philip und Schnitzel hinter mir und fuhren kurzer Hand bei Ingo mit im Express. War ja kein Problem, bis auf die Tatsache, das Ingo noch in das Feuerwehrhaus kommen müsste.

Als er dann ankam wusste er wieder zu berichten, das im Ambiente ordentlich was los sei und man doch da gucken sollte. So fügte sich das Schicksal wieder zu einer Abendgestaltung zusammen. Seltsam wie die Dinge manchmal laufen. Und da wurde mir klar, das ich gar nicht schuld daran bin, wenn ich jedes Wochenende stramm durch die Gegend laufe, sondern es ist alles eine Fügung eines höheren Wesens. Vielleicht liebt mich Jesus doch, nun da ich über die Osterzeit voll und ganz in seinem Namen handele und am Karfreitag auf ihn angestoßen habe. Vielleicht hat er einen großen Plan für mich und irgendwann lösen sich meine ganzen Probleme und Ängste von selbst. Schön wenn man ein wenig umher spinnen und seine Hoffnungen auf andere Schultern laden kann. Aber so etwas mache ich nicht, denn ich bin immer noch der Meinung das jeder sein Schicksal selbst in der Hand hat. Alles was ich tue oder wie ich mich gebe ist meine Persönlichkeit und wird von niemand gelenkt. Es ist die Summe aus Erziehung und einer Formung von Werten die man sich aus jeglichen Sachen herausziehen kann. Sei es aus Medien, aus Beispielen oder aus Büchern. Einfach zu sagen „Gott hat mit Sicherheit einen großen Plan für mich“ oder anzunehmen alles erledigt sich von alleine, weil ein höheres Wesen es so steuert, hört sich für mich ein wenig nach Feigheit an und der Angst Verantwortung für seine Taten zu übernehmen. Vor allem ist Religion eine gute Grundlage Kriege zu beginnen. Bevor der Gedanke wieder in den fernen Osten springt erinnere ich hier mal an die Kreuzzüge. Warum sollte Jerusalem noch mal befreit werden?

Nun aber genug philosophiert. Das hatte ich gar nicht vor, sondern es sprudelte einfach aus mir heraus. Wir waren also im Ambiente und Philip sponn sich wieder einen Plan zurecht. Er war auf einem Geburtstag im Ambiente eingeladen, wir aber nicht. Also wollte er dort hin gehen, gratulieren und uns dann auf dubiose Weise hinter ziehen. Das war uns aber dann doch zu unangenehm und wir blieben im Hauptraum. Ich ja noch nicht, da ich vor dem Ambiente alte Verdächtige traf. Den Lagen, Dennis J. und TZ. Die waren wohl schon drin und meinten, das sie nun nach Göttingen fahren würden. Mich wollten sie gleich einpacken und mit nehmen, aber ich hatte da nicht so richtig Bock zu, auch im Hinblick auf das Wetter was angekündigt wurde. Nach Göttingen konnte man immer mal fahren, da muß man nicht erst auf eine fest gefahrene Schneedecke warten. Wie es nun mal so ist, war draußen der Platz für die Raucher und dummerweise bin ich da irgendwie hängen geblieben. Die anderen sind ja schon rein gegangen, weil ihnen zu kalt war. Ich aber blieb draußen und unterhielt mich weiter. Ich Arsch. Dafür bekam ich aber von einer netten jungen Dame die auf dem Geburtstag war eine Spritze mit Heroin, die ich mir gleich in die Fußsohle injizierte Götterspeise mit Vodka. Ich dachte erst das es ein roter Schnaps wäre und war leicht irritiert über die feste Konsistenz. Naja, war nichts neues, aber warum man das Zeug in Spritzen abfüllen mußte war mir noch unklar. Aus einer großen Schüssel ging das viel besser raus. Dann kam der ToKo um die Ecke und unterhielt sich mit mir. Man möge bitte beachten, das es echt kalt war und ich langsam anfing zu bibbern. Aber ToKo blieb standhaft, der alte Raucher.

Im Ambiente selber war Oster Hit Party, was aber gar nicht so aussah. Wenn ich an vergangene Parties im Ambiente denke, wo man angenehm eng gestanden hat und ordentlich Volk anwesend war, dann war dies ein Witz. Gut, es war schon mehr los als sonst, aber das war auch nicht schwer. Zumindest mußte kein Eintritt bezahlt werden. Recht schnell fand ich Ingo und Schnitzel, die sich auch taktisch klug im Eingangsbereich postiert hatten. Ingo hatte schon ein Pils in der Hand und Schnitzel wartete gnädigerweise auf mich. Er wollte unbedingt das ich Mischungen trinke, damit er nicht schneller stramm ist als ich. Ich verstand die Logik hinter dieser Aktion nicht unbedingt und gab deshalb nicht nach. Es gab hier schließlich Becks und für Mischungen war es für mich definitiv zu früh, auch wenn ich mir sicher war, das mich nichts mehr so schnell umreißen würde. Die geballten Kopfschmerzen vom Donnerstag hatten genügend Zellen abgetötet, so daß gar nichts mehr weh tun konnte im Kopf. Also mußte sich der Schnitzel fügen und trank Ein Bananen-Hefe. Von Null auf Hundert wurde mir übel. Wie kann man denn bitte so etwas Ekelerregendes wie Bananen-Hefe trinken. Ich wollte mich erst weigern so was zu bestellen, sah es dann aber ein, das ich nicht jedem guten Geschmack bei bringen konnte. Auf dem Weg zur Theke fielen mir dann diverse hübsche Frauen auf, aber ich mußte zunächst Prioritäten setzen. Ohne etwas zu Trinken in der Hand fühlte ich mich seltsamerweise sehr nackt. Und immer die Hände in die Taschen zu vergraben war auch keine Lösung. Ich drückte mich also an einen freien Platz an der Theke und gab die Bestellung auf. Nun sah alles viel besser aus. Ich hatte ein Pils in der Hand und konnte so auch eine anständige Figur abgeben. Ich fühlte mich wohl.
Dem ersten Pils folgten noch ein paar weitere, doch das ich nun irgendwelche Auswirkungen auf mein Sprachzentrum oder mein Gleichgewichtssinn feststellen konnte war nicht der Fall. Die zwei vorherigen Tage hatten ihr übriges getan und über jeglichen Alkohol, den ich mir nun zuführen würde, würde mein gesamter Organismus nur kräftig lachen. Zu Recht. An der Theke allerdings saßen zwei Mädels von denen eine meine Sinne für Attraktivität sofort ansprach. Ingo schien es eben so zu ergehen und wir stellten uns ein wenig in Richtung der Theke, als Schnitzel eine Bestellung absetzte. Und zu meiner großen Überraschung kannte Ingo die junge Dame auch noch. Besser gesagt, sie winkte ihm zu und er war verwundert das sie ihn noch kannte. Tja, so kann es gehen. Sie war blond und hatte etwas mehr als schulterlange Haare. Aber ein sehr hübsches Gesicht. Etwas später nahm ich mir Ingo bei Seite um die näheren Informationen aus ihm heraus zu pressen, doch er sang schon freiwillig und verriet mir Namen und woher er sie kannte und das er ebenfalls überrascht war das sie ihn kannte. Ingo kennt so manche junge Damen, stellte ich gerade fest.

Als ich mich dann mal wieder um drehte sah ich eine Horde an Breitenbergern einfallen, die nicht mehr recht nüchtern aussahen. Allen voran der Holger, der, wie er mir direkt in mein Ohr berichtete, schon seit 1500 Uhr am Trinken war. Der Glückspilz. Ich unterhielt mich dann ein wenig mit Manuel, der auch zu der Truppe gehörte. Der lud mich erstmal zu seinem 30. Geburtstag ein und meinte ich soll ordentlich Durst mit bringen. Na das laß ich mir bestimmt nicht zwei Mal sagen. Denn Durst habe ich ja immer. Auf jeden Fall soll es wohl eine große Scheunenparty werden. Dumm nur, das ich am Vorabend schon bei einem 40. Geburtstag bin und dementsprechend abgehärtet bin. Das könnte also eine lange Nacht werden. Wir wollen jetzt mal nicht über ungelegte Eier fantasieren, sondern den Wochenenden im Juli entgegen fiebern.

Mittlerweile ist das Becks zur Neige gegangen und irgendwie gab jeder mir die Schuld daran. Ich versteh gar nicht warum, dabei habe ich mich wirklich zurück gehalten. Also blieb mir nur ein Ausweg, nämlich auf Mixgetränke umzusteigen. So ein Ärger aber auch und meine Wahl fiel schnell auf Havana Club Cola. Ingo hatte wahrlich Mitleid mit mir und drückte seine Trauer aus. Im Ernst, ich wollte eigentlich noch ein paar weitere Biere trinken. Da meine Geschmacksnerven schon seit dem Donnerstag komplett zerstört waren schmeckte ich nichts mehr in meiner Mischung. Für mich schmeckte sie eben nach Cola. Als Jemand vorbei kam und mich nach meinem Getränk fragte, hielt ich ihm wortlos mein Glas hin, so daß er daran riechen konnte. Er antwortete ohne zu zögern, das es Havana Club Cola war und riet mir zum Osbourne Cola. Davon riet ich ihm allerdings ab, war aber dankbar für die indentifizierung seinerseits von meinem Getränk. Jenny und Fabian waren auch mal da, aber waren eben so erschrocken über die Massen im Ambiente. Sie hatten aber keine große Lust noch da zu bleiben und hauten nach kurzer Zeit wieder ab. Sie waren vorher in der Bar gewesen, konnten aber keinen mehr dazu überreden noch mit zu kommen. Schade eigentlich, denn je mehr es werden, desto lustiger wird die gesamte Geschichte.

Wenn man so umher steht und sich die Mischungen eine nach der anderen in den Schero kloppt, dann wandert der Blick auch mal umher und blieb dann umso öfter an der gut aussehende Blonden hängen, die laut Ingos Aussagen sogar älter war als ich, was ich gar nicht glauben konnte. Schnitzel hatte schon früh den Kommentar fallen lassen, das sie doch auch was für mich wäre. Er schien sich immer Sorgen um mich zu machen. Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob es nicht als Retourkutsche gedacht ist, für meine Anstrengungen ihm eine Freundin zu verpassen. Er ist ja von dem Vorschlag nicht so begeistert, aber nach einer spontanen Umfrage die ich mal gestartet habe, war der Großteil für eine Verkupplung von Schnitzel. Der andere Teil war zu stramm zum antworten, bzw. undefinierte Flüssigkeit lief aus deren Mundwinkel. Unsere Blicke trafen sich ein bis zwei Mal, aber so daß daraus nun eine Aufforderung zum Ansprechen kam, könnte ich jetzt nicht behaupten. Wollte ich auch gar nicht, denn Ingo kannte sie ja bereits flüchtig und da hat er natürlich das Vorrecht. Um ehrlich zu sein, wäre ich ja eh nicht zu ihr hingegangen. Eigentlich dumm, denn eine gute Freundin sagte letztens zu mir „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!“ als ich ihr von einem Ereignis vor nicht allzu langer Zeit erzählte. Ich arbeite also dran.

Die Breitenberger auch, vor allem Holger. Aber Manuel nahte zur Rettung und verfrachtete die Gute ganz einfach auf einen anderen Hocker. Was aber Holger nicht davon abhielt weiter Bemühungen in eine Bekanntschaft zu stecken. Manuel berichtete mir das es ganz normal sei und irgendwann fängt sich Holger dann halt einen Korb ein. Lustig anzusehen war es schon.

Da aber nicht wirklich noch viel passiert ist dachten wir uns das es angebracht wäre die Segel zu streichen. Die Uhr zeigte auch schon 0200 Uhr durch und man muß es ja nicht unbedingt übertreiben. Das hört sich verdammt vernünftig an und jeder der jetzt einen Verdacht geschöpft hat, das hier was nicht stimmen kann, der legt richtig. Es mehr so, das die zwei jungen Damen neben uns auch den Aufbruch planten und da hielt uns ja nicht mehr wirklich viel im Ambiente. Vorweg wurde noch eine Diskussion zwischen Schnitzel und mir geführt, ob wir denn im Ambiente noch etwas trinken wollten oder doch noch in die Werkstatt gehen um dort uns den Rest zu geben. Ich war dafür Beides zu machen, aber die schlechte Erfahrung der letzten Wochen lehrte uns etwas Besseres. Wir tranken also noch unsere Mischung aus und begaben uns zum Auto. Mittlerweile hatte es geschneit und Ingo durfte sein Auto frei fegen. Sein Besen war allerdings sehr erbärmlich. Treffenderweise waren jene zwei junge Damen aus dem Ambiente ganz in unserer Nähe und fegten auch. Eine fegte die andere saß schon im Auto. Wir durften allerdings noch nicht ins Auto, da Ingo vorher fegen wollte. Ich kommentierte die ganze Aktion mit passenden Sprüchen und trieb Ingo zur Eile an. Immer hatte ich die Befürchtung auch eingeschneit zu werden und wenn Ingo mich abfegen sollte, dann dauert das noch länger. Zu Hause angekommen wollte ich nur noch ins Bett und da fielen mir schon die Augen zu. Ein sehr seltsamer Abend.

Ostersonntag, alle sind glücklich, denn Jesus ist von den Toten auferstanden und machte alle glücklich. Die Jünger schämten sich ein wenig, aber freuten sich das Jesus wieder da war. Es wurde natürlich ordentlich gefeiert. Und der Ostersonntag ist der höchste christliche Feiertag. Nicht hier der 1. Weihnachtstag, wo man die dicken Geschenke abstaubt und von Oma die Finanzspritze für den abendlichen Werkstattbesuch bekommt. Nix, da steht nämlich schön der Ostersonntag, wo es nichts gibt, nur ein paar lumpige Eier. Naja, aber in der heutigen Zeit werden sogar schon zu Ostern die Kinder mit Geschenken überhäuft. Ich frage mich über was die sich dann noch freuen sollen, wenn sie alles an jedem Feiertag hinten und vorne rein gesteckt bekommen. Man gut das es so viele Sachen gibt wo man sie beschenken kann. Oster, Weihnachten, Geburtstag, Namenstag, 20 Jahre Freitag….

Der Ostersonntag steht ganz im Zeichen des Osterfeuers. Naja, vorweg gab es einen Familiennachmittag, den ich hauptsächlich einnickenderweise auf dem Sofa verbracht habe. Wenn im Fernsehgerät auch nur Murks kommt und die Mutter Starship Troopers nicht als passende Osterunterhaltung ansieht. So konnte ich aber wenigstens die Kräfte für den Abend schonen. Nach dem nahrhaften Abendbrot, inklusive zwei Bier ging es dann zusammen mit meinem Bruder zum Osterfeuer. Draußen war es verdammt kalt und ich hoffte nur, daß das Feuer groß genug und wärmend war. Vor allem aber freute ich mich auch eine schöne Flasche Mai Ur-Bock. Ein Bier von dem man nicht allzu viel trinken kann, denn ansonsten ist man am Folgetag in einer Welt der Schmerzen. Das hatte ich in letzter Zeit zu oft.

Am Sportplatz angekommen stellte ich zu meiner Begeisterung fest, das Heizpilze aufgestellt wurden. Doch bevor ich mein Gemüt wieder an einem kühlen Bier abkühlen konnte mußte ich mir erstmal Marken organisieren und dazu durch die, zugegeben nicht sehr große Menge kämpfen. Trotzdem schüttelte ich wohl tausend Hände und wünschte eine frohes Osterfest. Gehört halt dazu. Als ich dann meinen Marathon beendet hatte und wieder beim Kartenstand angekommen war, sind auch schon Köppel, Näppchen, Ingo, Freddy und seine Freundin angekommen und ich bekam das erste Mai Ur-Bock in die Hand gedrückt. Das ging ja einfach. Ich postierte mich an einem Stehtisch und war froh, das er in der Nähe eines der Heizpilze aufgestellt wurde. Diese Heizpilze sind was wunderbares, wenn man nicht direkt unter ihnen steht. Nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl, als hätte ich Brandblasen auf der Kopfhaut, ohne das meine Haare vorher weggekohlt waren, so eine Hitze strahlten die Dinger aus. Ich traute mich aber nicht das Ding kleiner zu stellen, da ich vor Schlägen Angst hatte. Nun ja, dann stelle ich mich halt ein wenig an die Theke, da war es nicht so warm und man war immer an der Quelle. Es dauerte nicht lange, da hatte ich die zweite Ur-Bock Flasche in der Hand und kam mit dem Trinken kaum hinter her. Ich war auf der Hut, denn Ur-Bock hat ja ein paar Prozent mehr. Und seien es auch nur ein paar Prozent, die sind meistens die Schlimmsten und verantwortlich für die immensen Kopfschmerzen am nächsten Tag. Das nächste Getränk war dann ein Pils, was die anderen aber nicht davon abhielt sich weiterhin mit dem Zeug zu zuschütten. Wissend trank ich mein Krombacher.

Mittlerweile haben sich die Reihen ein wenig gefüllt, aber richtig viel war eben nicht los. Muß wohl an der Kälte gelegen haben. Dabei verstehe ich das nicht wirklich. Es kann doch nicht so kalt sein, das man sich nicht mehr aus dem Haus traut. Ist die Menschheit nun schon so bequem geworden? Bloß nicht in die Kälte raus und bloß nicht bewegen. Leiber zu Hause sitzen und sich da sein Bierchen rein schrauben und vor dem TV Gerät verblöden. Ich sage ja nicht das Alkohol Hirnfördernd ist, aber eine nette Unterhaltung auf jeden Fall besser als sich mit dem Einheitsbrei aus den Medien den Brägen weich kochen zu lassen. Gerade von Besuchern lebt das Osterfeuer und je weniger da sind, desto schneller werden solche Bräuche eingestellt. Und dann möchte ich die Leute sehen die zu erst meckern, das es das Osterfeuer nicht mehr gibt und früher war ja alles besser. Das werden dann die Leute sein, die eben bei etwas schlechterem Wetter zu Hause geblieben sind. Ich kann mich an verregnete Osterfeuer erinnern, bei dem trotzdem was los war. Das bisschen Regen konnte nicht schocken. Tja, die Zeiten ändern sich. Ich hoffe sie ändern sich weiter und im nächsten Jahr wird wieder mehr los sein. Aber genug der Meckerei.

Ein besonders spaßiges Gesprächsthema war die bevor stehende Hochzeit von Steini und Jens. Da wir in unserer Runde ja fast alle Messdiener waren kamen wir schnell auf den Trichter, das wir ja alle dienen könnten bei der Trauung. Jens war sofort Feuer und Flamme und wir verteilten schnell die Rollen. Da wir ja alles alte Hasen sind, wollten wir das gleich groß aufziehen, mit Weihrauch und allem zipp und zapp. Ingo und ich würden die Klingeln zur Eucharistiefeier bedienen. Wir haben uns auch schon die Vorstellung zum Ende ausgedacht. „Und an den Glocken: Ingo und Peter!“ (Es folgt wildes Geklingele von Ingo und mir) „Am Weihrauchfaß und am Schiffchen: Sense und Köppel!“ (Während Köppel das Weihrauchfaß über seinem Kopf kreisen lässt, klappert Sense mit dem Schiffchen und schmeißt Weihrauch in die Menge) „Special Guest am Ambo: Tropse!“ (Johlende Menge mit Applaus und Wiederholung der besten Fürbitten: Mach das genügend Hefe Weizen ausgeschenkt wird! – Christus erhöre uns!). Wir waren alle begeistert und erklärten uns sofort freiwillig da mit zu machen. Ingo und ich wollten sogar vorher ins Vorabendmessentrainigslager gehen, drei Wochen zwei Wochen eine Woche drei Tage vor der Hochzeit. Steini fand die ganze Idee nicht ganz so witzig und steht der ganzen Sache eher kritisch gegenüber. Der Spaß hörte bei ihr wohl ganz auf, als ich vorschlug wir senden an dem Tag noch die Heiligen drei Könige aus. Sei war der Meinung das wir das ganze dann ins Lächerliche ziehen würden, was gar nicht stimmt, denn diese Geschichte würden wir sehr ernst nehmen. Des Pudel Kern lag nämlich woanders, es stellte sich nämlich raus, das sie sich höchstwahrscheinlich nicht mehr konzentrieren könnten, wenn vor ihnen ein paar Vögel die Messdiener machen würden. Als wenn wir Grimassen ziehen würden. Aber Jens versprach uns sich beim Pfarrer zu erkundigen. Da wir eh gerade dabei waren in Erinnerungen zu schwelgen, sagten wir noch den gesamten Text der heiligen drei Könige auf und waren zufrieden das wir die immer noch konnten. Das zeugt mal vom Einsatz als Messdiener. Ich möchte mal wissen ob das die heutigen Messdiener in 15 Jahren auch noch hin bekommen. Oh Gott, ist das schon 15 Jahre her? Ich geh kaputt!

Freddy schlug auch mal wieder in die vollen und reit mir mich über den Sommer fit zu machen. Ich wusste das ich die Frage gleich bereuen würde, aber ich stellte sie trotzdem und wollte den Hintergrund wissen. Er meinte es wäre doch cool, wenn der Haribo-Club mal gegen Union Berlin spielen würde. Die würden wir mal richtig abziehen und er würde das in die Wege leiten. Ich lachte verlegen und versicherte das ich in meiner Spezialdisziplin, der dritten Halbzeit, immer fit und ständig am trainieren bin. Er wollte mich aber auf dem Platz sehen. Gut, ich tat es erstmal als Vorstellungen eines leicht Angetrunkenen ab, aber wenn man Freddy kennt, dann steht man auf einmal Mitte August auf einem Fußballplatz in Berlin und spielt gegen eine beliebige Mannschaft von Union Berlin. Es ist ja egal, welche das sein wird. Die dritte Mannschaft der Amateure oder von mir auch aus die Damenmannschaft, wir bekommen trotzdem einen an den Beutel. Wobei, wenn ich mir das recht überlege, wäre die Damenmannschaft vielleicht gar nicht so übel.

Die Zeit schritt gar nicht mal so schnell voran, aber dennoch lichteten sich die Reihen recht fix. Trotz der Heizpilze und trotz des Osterfeuers. Übrig blieb also nur noch der harte Kern, der genügend Ur-Bock getrunken hatte. Doch auch dieser schrumpfte noch ein wenig mehr zusammen, bis dann nur noch der ultraharte Kern da war. Und der ließ es noch mal so richtig krachen. Da ich mich nach den zwei Ur-Bock fein an das normale Pils gehalten hatte, war ich noch relativ fit und die Kälte machte mir dank der Heizpilze nicht mehr so viel aus. Ich hatte aber noch nicht meine Jacke geöffnet, was durchaus schon mal vorkommen kann, wenn ich ordentlich getankt hatte. Bei den Temperaturen wäre die Erkältung eigentlich schon vorprogrammiert. Das wollte ich aber verhindern, da ich so etwas nun nicht gerade gebrauchen konnte. Halt, beinahe hätte ich die zwei Löwentor unter den Tisch fallen lassen, die mir der Vokke angedreht hat. Ich weiß gar nicht was immer das Schnaps trinken soll, aber ich trank halt mit. Ich hoffe nur das bei unserem geplanten Stammtisch kein Löwentor in die engere Wahl gezogen wird. Überhaupt kein Schnaps, das wäre Bestens.

Was nun folgt kann man nur als normales Ausarten eines Osterfeuers beschreiben. Da genügend Alkohol über den Tisch gegangen war, fielen die Hemmungen ohne Probleme. Kolbi und sein kleinerer Bruder Kevin finden an ihre Nasen zu vergleichen und nannten den ganzen Spaß „Kolbenvergleich“. Kolbi gewann immer, was seinen kleinen Bruder nicht sonderlich störte. Vor allem wurden Sachen gemacht, die man im nüchternen Kopf niemals hätte gemacht. Dabei rede ich jetzt nicht von der offenen Hose von Philip, das gehört ja fast schon zum guten Ton bei einer solchen Veranstaltung. Ich rede eher von akrobatischen Veranstaltungen und wilden Teufelsanbetungstänzen Tänzen. Widmen wir uns zunächst den akrobatischen Künsten. Philip stieg auf einen Stehtisch, der ungefähr eine Höhe von 1,20 m hat. Dort drauf zu kommen ohne das die Brackelkonstruktion, die sie durchaus war, zusammen bricht war schon mal eine Meisterleistung. Nun fing er an zu tanzen und gab ein gutes Vorbild ab. Das musste natürlich Kevin nach machen und stieg auf den nächsten Tisch. Auch hier noch ohne größere Probleme. Doch es kam dann zu einer äußerst gewagten Aktion. Philips Tisch wurde näher an Kevins Tisch heran gebracht, so dass Philip die Seiten wechseln konnte. Zwei Mann auf einem Tisch, sah zwar unheimlich beeindruckend aus, aber ging nicht lange gut. Als alles zusammen brach stand ich zum Glück gerade am Grill und röstete mir Brötchen ähnliche Gebäckstücke, die mittlerweile hart wie Kruppstahl waren. Es ist aber nichts weiter passiert, denn Besoffenen und Kinder haben ja das meiste Glück. Die Vorstellung von Zirkus Roncalli war aber noch lange nicht zu Ende. Die Kapelle spielte nun „Walking in Memphis“ und das nahmen dann die Entertainer als Gelegenheit ihre Tanzkünste zu zeigen. Teilnehmer hier waren Ingo, Kai und wie immer der Philip. Meine Damen und Herren, ich präsentiere ihnen „Walking in Memphis“ präsentiert vom Westeröder Dance Ensemble. Besonders Klasse finde ich den Teil wo Ingo und Kai im Engtanz sind und Philip um sie herum tanzt springt. Sensationelle Choreografie. Man beachte auch bitte das alle drei schon schwerwiegende Verletzungen hatten. Da hätten wir zwei bis drei Mal einen Kreuzbandriß und ein Mal Rückenbeschwerden.
Nach diesen tollen Einlagen wurde es schnell leer und es wurde sich an das Feuer zurück gezogen. Ich allerdings bleib in Reichweite der Theke um im Notfall immer schnellen Zugriff zu haben. Zeitweise stand vor mir ein Heizpilz und hinter mir eine Gasflaschenwärmer. So konnte man es aushalten. Aber auch nicht allzu lange, denn den Ingo zog es nach Hause, merkte man doch die Ermattung nach dem Tanz und die Wirkung des Ur-Bocks. Er fuhr also mit dem Taxi heim und ich ging zu Fuß. Außerhalb des Zeltes traf mich der Kälteschlag. Ich hoffte noch nach Hause zu kommen und freute mich auf mein Bett.

Der Ostermontag gehört eigentlich nicht mehr zu den österlichen Feiertagen, weil da gar nichts mehr passiert ist. Aber frei hat man ja immer gerne. Ich war kaputt und freute mich nicht wirklich auf die Arbeitswoche. Aber das kommende Wochenende hält wieder einige Highlights parat. Ich sage nur Bierseminar und ein 40ster Geburtstag.

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No sleep till Westerode

19/03/2008

Am wollte am vergangenen Wochenende ein paar Gänge runter schalten, da ein sehr stressiger Samstag vor mir lag. Naja, stressig ist vielleicht der falsche Ausdruck, ich mußte nur ultrafrüh an einem Wochenendtag aus dem Bett, in Zahlen wäre das dann 0615 Uhr. Das ist eine Uhrzeit zu der ich sonst gerade nach Hause komme oder mir eventuell Gedanken mache, wie man nun am günstigsten von Wölfis gen Heimat ziehen könnte. Nun ja, mit derlei Hintergedanken bin ich also von der Arbeit gekommen und habe überlegt, was man denn machen könnte. Eigentlich war der Beginn ja schon klar, es würde zum Sporthaus gehen und dann würde man weiter sehen. Görtler rief dann auch noch an und fragte wann ich denn runter gehen wollte und wir verabredeten uns bei Kellner. So kann man noch ein oder zwei Pilschen zusammen trinken. Am Sporthaus angekommen trafen wir dann auf Stopper in der Kabine und natürlich auf eine Kiste Bier. Meine Freude war übergroß. Also über Stopper und auch über die Kiste Bier. Wollteich jetzt beziffern, wem welche Freude galt, dann kann ich das gar nicht in Worte fassen. Möchte ich auch nicht, denn nachher ist wieder Jemand von den Beiden beleidigt. Ich freute mich einfach über Beide. Nach einer kurzen internen Körperdiskussion hatte ich auch schon eine geöffnete Flasche Bier in der Hand. Görtler schien sehr viel entscheidungsfreudiger zu sein.
Nach und nach kamen dann die anderen Lumpis vom Training und es wurde schnell voll in der Kabine. Nach den ersten Gesprächen die kurz und quer liefen wurde die Thematik schnell auf die Essenz des Freitag Abends herunter gebrochen. Wohin sollte uns die Reise an diesem Abend führen. Schnell war klar, das die Werkstatt definitiv keine Option wäre, denn es wären Ferien und da war der Großteil schon am Donnerstag Abend dort, ergo würde am Freitag dort nichts los sein. Seltsame Logik, aber irgendwie schien sie immer aufzugehen. Nachdem letzte Woche auch recht gut war konnte man fast davon ausgehen, das es so nicht jede Woche sein würde. Nun ja, aber das half uns noch lange nicht weiter bei der Entscheidungsfindung. Intern stellte ich eine kleine Pro und Contra Liste auf und führte ein Brainstorming durch. Irgendwann macht man das automatisch. Bevor ich aber die in eine anschauliche Form bringen konnte stand schon fest, das wir uns dann erstmal im Feuerwehrhaus treffen würden. Das sollte eigentlich auch schon im Vorfeld klar gewesen sein, denn ich hatte ja schon mit Tobi und Schnitzel telefoniert. Ich verwarf also alle Listen und ließ mich von Philip zum Feuerwehhaus fahren. Ich saß vorne und Görtler hinten. Mit etwas Glück sind wir dann auch heile angekommen, denn Philip transformierte sein Auto in ein Partymobil und fuhr wie ein Henker. Ein Schimpanse mit verbundenen Augen hätte uns gefahrfreier an unseren Zielort gebracht. Aber wir waren ja da und fierten unser Überleben mit einem kühlen Pils.

Es wurde dann eifrig diskutiert was denn och gemacht werden sollte. Jedenfalls so lange bis der Ingo ankam und los wollte. Er konnte uns berichten das im Ambiente was los gewesen sei, als er daran vorbei gefahren ist. Unsere Pläne sahen ähnlich aus, allerdings wären wir dann vorher noch im MaxM vorbei geschrammt. Aber das Ambiente sollte auch in Ordnung sein. Auf dem Hinweg wies mich Ingo erstmal in die Wartung seines Autos ein. Es schien als hätte sein linkes Rücklicht einen kleinen Wackelkontakt und man müsse es immer kurz anschlagen, damit es leuchtete. Der Aufgabe fühlte ich mich gewachsen. Ich weiß allerdings nicht ob es eventuell so gut wäre wenn ich solche Aufgaben im strammen Kopf ausführen sollte, denn da kann man ja seine Kraft nicht so recht kontrollieren. Aber es würde schon gut gehen. Außerdem wollte ich mir den Kopf eh nicht so zu knallen, da ich ja am nächsten Tag früh raus mußte um zur Truppmann Ausbildung zu kommen. Da wir dann keinen Bock hatten auf die anderen unter freiem Himmel zu warten verlegten wir schon mal nach drinnen und mußten feststellen das es doch recht gut gefüllt war. Und zwar so gut, das es keine freien Tische mehr gab. Wir warteten mit unserer endgültigen Entscheidung des Standortes aber noch auf die anderen. Bei meinem Streifzug durch das Ambiente bemerkte ich dann eine winkende junge Frau, die anscheinend zu mir rüber winkte. Und es war die Dorothea. Ich könnte es jetzt auf das Bier schieben, das ich sie vorher nicht genau erkannt habe, aber das mache ich nicht. Ich bin mir ab und an nicht mehr so ganz sicher. Wenn ich Leute eine längere Zeit nicht gesehen habe, dann bin ich mir nicht mehr so sicher wenn sie dann vor mir stehen ob sie es wirklich sind. Ich bin da mal in ein oder zwei Situationen gekommen, wo ich dann Leute klipp und klar verwechselt habe. Seit dem bin ich da ein wenig vorsichtiger. Dorotheas Gesichtserkennung funktionierte aber noch prima und sie hat mich wohl gleich erkannt. Mittlerweile sind dann auch die anderen endlich eingetroffen und wir diskutierten die Möglichkeiten des Standortes. Nach einer geheimen Wahl sind wir uns dann einige geworden, das es die Theke sein sollte. Was sich ganz gut traf, denn dort saß Dorothea auch.

So ging ich gleich zu Beginn zu Dorothea und entschuldigte mich erstmal für meine Blindheit, was sie aber nicht sonderlich störte. Ich blieb dann auch gleich ein wenig bei ihr stehen und wir unterhielten uns kurz. Natürlich hatten die anderen aber weiterhin Durst und bestellten die erste Runde. Allerdings ohne mich zu bedenken und als ich mich dann mal umdrehte um nach dem Rechte zu schauen, da hatten alle was zu trinken. Außer mir. Absolute Frechheit und ich orderte gleich mal ein Becks nach. Freundlicherweise konnte man das ganze Zeug auf einen Deckel schreiben. Irgendwie war dann aber die Ecke wo wir standen ein wenig ungünstig, obwohl sie sehr thekennah war. Ingo und ich gingen dann wieder zurück an die Theke und gesellten uns ein wenig zu Dorothea. Die sich kräftig an den Jägermeister hielt. Das erntete bei mir gleich Respekt. Eine Frau die Jägermeister trinkt ohne dabei das typische Schnapsgesicht zu machen, hat immer meinen Respekt. Nach eigenen Aussagen mochte sie das Zeug sogar recht gerne. Ich glaubte ihr kein Wort. Wir unterhielten uns also weiter über dies und das. Über alte Sachen und über neue Sachen. Selten so viel in netter Atmosphäre gelacht. Ingo und Dorothea sind dann leicht in ein Arbeitsgespräch abgedriftet und da ging es dann hauptsächlich um Finanzbuchhaltung und Kundenkontakt. Und ich verstand kein Wort. Finanzwesen, Buchführung und ich sind uns nicht ganz grün. Ich bin sogar der Meinung das Finanzwesen ein Arschloch ist. BWL gehörte zu den Vorlesungen, die am liebsten in der Cafeteria verbracht wurden. Zum Glück wurde es bei meinem Studium nur angerissen und dennoch konnte ich mich nicht mit ihm anfreunden. Da hatte ich auch gar keinen Bock drauf. Denn ich schlug mich lieber mit mechanischen Formeln und Biegebalken herum. Da weiß man wenigstens was man hat. Während dieser grob geschätzten 15 Minuten war ich mit meinem Gehirn alleine, da ich eh nur Bahnhof von dem Zahlengefasel verstand. Interessant was einem da für Gedanken durch den Kopf gehen. Hauptsächlich ging es dabei um Bier und wie schnell ich jetzt diese von mir in der Hand gehaltenen Flasche austrinken konnte. Dann rechnete ich noch kurz quer und stellte fest, das ich doch eine Flasche trinken würde. Danach versuchte ich mich wieder ein wenig in das Gespräch mit einzubringen. Dorothea ist ja Beamtin. Was ich total abgefahren finde ist ja, das Beamte Titel verleihen bekommen. Ihr Titel war Amtsinspektorin. Finde ich ja Klasse. Ich hatte mich ja damals nach meinem Studium bei der Wehrbereichsverwaltung beworben. Das ist die zivile Schnittstelle zur Bundeswehr und wenn ich dort angenommen worden wäre, dann wäre ich auch Beamter geworden. Ich habe dann auch gleich mal eine Besoldungstabelle zugeschickt bekommen wo dann drauf stand was ich so verdient hätte inklusive des Titels. Ich hätte werden können und jetzt möchte ich bitten sich festzuhalten, Regierungsamtsrat und das Ende der Fahnenstange wäre dann Ministerialrat gewesen. Man stelle sich folgende Situation vor. Ein Gespräch zwischen zwei Leuten: „Hee, wer ist denn der Oberstrammsack der da hinten an der Theke steht und sich ein Bier nach dem anderen rein kippt?“ „Wer? Ach der, das ist Ministerialrat Gerhardt!“ Abgefahren, oder?

Während dieser ganzen Zeit gingen dann einige Bier bei mir rein und noch ein paar weitere Jägermeister bei Dorothea. Sie entschied sich sogar bei uns zu bleiben, obwohl ihre Freundinnen schon nach Hause wollten. Sie gingen aber auf Nummer sicher und schärften uns ein Dorothea heile nach Hause zu bringen. Das versprachen wir hoch und heilig. Sie warnten uns außerdem vor dem hohen Jägermeisterkonsum ihrerseits. Wir wurden aber schon mit schlimmeren fertig und somit dürfte das alles kein Problem sein. Als wir dann aufbrachen hatten die anderen schon den Weg in die Werkstatt eingeschlagen. Ich jedoch entschied mich gegen dieses Unternehmen und nutzte den Fahrdienst von Ingo. Zunächst brachten wir Dorothea nach Hause und dann ging es gen Heimat. Allerdings ließ der Ingo die Bemerkung fallen, das wir vielleicht doch noch in der Werkstatt vorbei gucken könnten. Er hatte mich irgendwie breit geschlagen. Vielleicht hatte ich auch gerade einen müden Moment und ich willigte ein. So trafen wir nahezu zeitgleich mit den anderen vor der Werkstatt ein und taten uns das Elend an. Vor der Werkstatt trafen wir noch auf eine Gruppe Damen, die anscheinend den Philip kannten. Was besonders auffällig war, das eine der Damen das Wort Nackt mit Philip in Verbindung brachte. Überrascht hat das aber keinen so wirklich. Also betraten wir die Werkstatt. Eigentlich hätte man die drei Euro besser in der Gosse verloren, denn in der Werkstatt war rein gar nichts los. Dafür aber bekamen wir schnell unsere Getränke. Aber nach zwei Runden entschlossen wir den Freitag Abend zu beenden. Ein extrem schlechter Abschluß für einen sonst sehr spaßigen Abend. Besonders die Unterhaltung mit Dorothea hat eine Menge Spaß gemacht. Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte mir das die Nacht verdammt kurz werden sollte. 0615 Uhr minus 0223 Uhr ergibt nicht viel Schlaf.

Meine Augen öffneten sich und ich frage mich warum. Ich habe doch keine kreislaufbeschleunigenden Mittel zu mir genommen und die Uhr zeigte noch 0500 Uhr. Aber ich war hellwach. Eine kurze Überschlagsrechnung ergab knappe drei Stunden Schlaf. Und dabei sollte es auch bleiben. Mehrmaliges Versuchen hat nichts gebracht. Doch die Mattigkeit hielt mich im Bett. Was da an Kälte in mein Gesicht schlug war auch nicht gerade ein Geschenkt. So war ich aber pünktlich beim Feuerwehrhaus und fühlte mich besser denn je. Von den Alkoholexzessen paar Bierchen vom Vorabend war nichts zu merken. Ich wusste das ich mit so einem Auftreten einige enttäuschte Gesichter beim Truppmann Lehrgang herauf beschwören würde, aber das war mir egal. Ich arbeitete vor, denn bei dem nächsten Samstag würde ich nicht so frisch aus der Wäsche gucken. Was sehr erschreckend ist, ist die Tatsache, das ich bereits jetzt weiß, das ich an eben jenem Samstag Morgen, der erst nach Ostern wäre aussehen werde wie gerade wiedergekäut. Aber ich freute mich bereits jetzt auf diesen Morgen. Da ich auch noch das Fahrzeug führte waren wir in Überschallgeschwindigkeit am Feuerwehrhaus in Duderstadt. Das ich den Feuerwehrbock ein bis zwei Mal beinahe auf die Seite gelegt hätte verschweige ich jetzt mal. Die enttäuschten Gesichter stellten sich schnell bei den Ausbildern ein. Es wurde gerätselt warum ich denn so fit wäre oder ob ich überhaupt zu Hause gewesen wäre. Ich ließ sei einfach lästern. In zwei Wochen um die gleiche Uhrzeit sollen sie ja alle ihren Willen haben.

Nachdem ich mir dann genügend blöde Sprüche von den anderen Ausbildern habe anhören dürfen konnten wir dann auch schon mit der Ausbildung los legen. Akki und ich bildeten wieder ein Ausbilder Team. Als ich das erste Mal als Ausbilder tätig war hat man mich vor Akki gewarnt. Aber so ganz konnte ich nie verstehen warum. Wir haben uns eigentlich immer ganz gut verstanden, was vielleicht an den gleichen Interessen beim Saufen bei der aktiven Freizeitgestaltung liegt. Das Seltsame ist immer nur warum wir immer die Krachlatten-Gruppe Spezialagenten fähigste Gruppe bekommen. Während sich bei den anderen meistens immer nur einer in der Gruppe befindet, der ein wenig quer schießt, sind es bei uns mindestens zwei. Und meistens immer Zwei die sich ergänzen. Nun ja, damit muß man dann leben und das beste draus machen. Wir fingen erstmal harmlos an und die fehlenden Namensschilder erschwerten das Zusammenstauchen und fertig machen konstruktive Kritik üben ungemein. Kamen wir also zu unserem Lieblingssport, dem Namen verteilen. Einer der besonders hervor stach mit seiner Leistung war ein Kamerad aus Mingerode. Liebevoll Hansi Klatscho von uns genannt. Auf Grund seiner permanenten Leistungen wurde der Name recht kurzfristig auf Klatscho abgekürzt. Da er uns so schön ins Auge gefallen war wurde er dann auch immer recht schnell zu Spezialaktionen für Spezialagenten heran gezogen. So durfte er den kleinen Bach beim Krankenhaus anstauen, was auch dazu diente den angehenden Truppmännern zu zeigen wie dicht die Feuerwehrstiefel sind. Hat alles wunderbar geklappt. Für besonders gute Leistungen wurden dann Sterne verteilt. Auch hier stellte sich Klatscho schnell als Spitzenreiter ein. Manchmal steht man als Ausbilder daneben und fragt sich was man falsch gemacht hat, das man so etwas verdient. Und wenn man dann ein wenig nachgedacht hat dann fällt einem ein, das man sich ja freiwillig dazu gemeldet hat. Es war aus Gründen die man heute nicht mehr nachvoll ziehen kann. Man wollte helfen, der Jugend den Einstieg in den Feuerwehralltag zu erleichtern. Man wollte sein Wissen weiter geben. Nun steht man dann Samstags den ganzen Tag dort und fragt sich warum manche Dinge nicht in den Kopf rein gehen wollen. Es ist als würde man gegen Wände reden. Man sagt den Jungs tausend Mal das es „B-Rohr Wasser marsch!“ oder „Schaumrohr Wasser marsch!“ heißt und nicht „Sonderrohr Wasser marsch!“. Und jedes Mal hört man wieder diesen Spruch. Ich möchte gerne mal wissen wer ihnen den Floh ins Ohr gesetzt hat. Auch nett sind die Namen die sie sich für die feuerwehrtechnische Ausstattung überlegen. Von Saugaggregat bis Saugleine ist alles dabei. Nur nicht das richtige. Und doch freut man sich immer wieder auf die Truppmann Ausbildung. Allein schon wegen dem Spaß. Der Tag war anstrengend und nach dem Mittag kam man schwer wieder in Gang. Aber man war an der frischen Luft, ansonsten wäre ich spätestens nach dem Mittag langsam aber sicher in das Reich der Träume abgedriftet. Und dies war erst der erste Samstag von dreien. Die anderen werden dann noch eine Nummer spaßiger. Es folgt nämlich noch das Selbstretten. Ich freue mich jetzt schon auf den Auftritt von Klatscho. Irgendwie habe ich das leichte Gefühl, als würde er Kopfüber in der Eichsfeldhalle baumeln.

Nach dem sehr anstrengenden Nachmittag benötigte ich eine Ruhepause, doch zunächst traf ich mich mit Friede im Feuerwehrhaus und wir tranken noch ein leckeres Hefe. Ich telefonierte mit Ingo und wir machten ab, das noch ein wenig was gehen sollte. Was sollte aber noch nicht klar sein. Als ich dann zu Hause war traf mich die Müdigkeit mit der vollen Breitseite und ich fasste einen folgeschweren Entschluß. Ich legte mich nochmals hin und schlief ein. Als ich meine Augen aufmachte war es 2045 Uhr und ich kam leicht in die Bredouille. Ingo wollte mich gegen 2130 Uhr abholen. Also fiel sprang ich aus dem Bett und stellte mich erstmal unter die Dusche. Wach wurde ich davon aber auch nicht wirklich und setzte meine Hoffnung in die kühle Nachluft. Auf dem Weg zum Feuerwehrhaus machte ich mir dann och Gedanken was man denn noch alles so starten könnte, zumal der Lange sich noch gemeldet hatte ob denn was gehen würde. Als einziges ist mir eine Tour nach Göttingen eingefallen, doch mußte ich dafür erst die Entscheidung von Ingo abwarten, da er der Fahrer war. Als weitere Alternative stand noch das Glashaus zur Wahl, aber dazu hatte ich nicht wirklich Lust. Warteten wir also die Entscheidung ab. Im Feuerwehrhaus half ich mir erstmal mit einem Pils auf die Sprünge. Vielleicht würde das ja die müden Geister auf Vordermann bringen. Im TV wechselte ich dann zwischen dem Little shop of horrors und irgendeinen Film mit Selma Hayek. Gut, die Samstag Abend Unterhaltung im TV ist also immer noch nicht lohneswert. Ein weiterer Grund auf Achse zu gehen. Doch die Lust stieg nicht im Geringsten. Und Ingo schlug einfach nicht auf. Das Bier hielt sich verlockenderweise im Turm nur ein paar Schritte entfernt auf. Eine sehr gefährliche Situation war im Begriff zu entstehen.

Doch dann kam der Ingo und wir ließen zunächst die vergangene Nacht Revue passieren und kamen überein, das es doch recht spaßig war. Heute Abend sollte sich ein Besuch im Ambiente aber nicht lohnen, wie er mir mitteilte, da nur wenig los war. Aber wir entscheiden trotzdem eine Runde durch die Stadt zu drehen. Am Ambiente schien wirklich wenig los zu sein und im MaxM war irgendwie zu viel los. Was sollten wir also tun. Wir dachten wohl beide daran und Ingo sprach es endlich aus. Warum sollte man nicht in Göttingen mal gucken, ob da noch alles in Ordnung sei. Die Uhr zeigte aber mittlerweile 2253 Uhr, also waren wir reichlich spät dran, was aber für Göttingen nichts heißen sollte. Auf dem Weg dorthin schrieb ich noch dem Felkl, der mit Sabrina im Kino war, das wir zunächst ins Thanner’s wollten und wenn sie Bock hätten sollten sie noch hinterher kommen. Im Thanner’s war es nicht gerade voll und wir bekamen einen netten Platz an der Theke. Mit einer sehr hübschen Bedienung. So konnte man das Leben genießen. Leider habe ich immer bestellt, was so viel hieß, das jedes Mal wenn ich bestellt habe die junge hübsche Bedienung gerade nicht bei uns in der Ecke war, sondern irgendein anderer Kerl. Erwähnte ich schon, das ich ein unglaublicher Glückspilz bin? Kurze Zeit später kamen dann auch Christian und Sabrina rein und gesellten sich zu uns. Ingo und ich konnten uns aber nicht immer so ganz auf die Gesprächsthemen konzentrieren, da irgendwo ein Nest mit jungen Frauen war, die laufend an uns vorbei schlichen. Das wir unseren Hals nicht verrenkt haben, können wir unseren äußerst ausgebildeten Nackenmuskeln verdanken. Wir unterhielten uns über dies und das und plötzlich war es auch schon 0120 Uhr durch. Felkl und Sabrina strichen die Segel, da Christian ja am nächsten Tag Fußball spielen mußte. Ich mußte auch Betreuer machen und war noch fit. Gut, ich mußte keine 90 Minuten wie ein Bekloppter hinter einem Ball her laufen, aber mit einem Kater am Spielfeldrand und der Witterung ausgesetzt zu sein ist auch nicht gerade ein leichtes Unterfangen. Nun ja, wir ließen die Beiden in Ruhe ziehen und schauten uns erneut um. Es ist schon Merkwürdig wie schnell sich so ein Laden leert. Zwischen 0100 Uhr und 0200 Uhr geht das im Thanner’s ruck zuck, das war schon früher so. Meistens geht es dann in die weiterführenden Läden, wie das Osho oder eben in den JT Keller. Das Osho war früher immer eine Pflichtnummer. Damals gab es auch den Keller noch nicht.

Also blieb Ingo und mir auch nur noch über die Segel zu streichen, denn alleine im Thanner’s ist ja auch nicht gerade prickelnd. Die Frage wo es nun hin gehen sollte brauchten wir uns gar nicht zu stellen, denn es war eigentlich klar. Unbewusst steuerten wir auf den JT Keller zu, obwohl wir gar nicht wussten was uns dort erwartete. Eins war sicher, da drinnen würde uns nicht langweilig werden, nur die Musikrichtung war noch unklar. Auf jeden Fall war aber klar, das wieder mal jede Menge hübsche Frauen vor Ort sein würden. Als wir dann um die Ecke am Wochenmarkt bogen befand sich keine Schlange vor dem Keller. Somit brauchten wir schon mal nicht anstehen. Und mein Glück blieb mir hold, denn am Eingang saß ein alter Bekannter von mir der mir netterweise kostenfreien Eintritt gewährte. Motto war die Jukebox Explosion. Also Musik jeglicher Gangart und ordentlich laut. Als wir eintraten mußte ich zunächst einem dringenden Naturbedürfnis nachgeben und eilte in Richtung der Naßzellen. Weit kam ich jedoch nicht, da ich bald auf die Schlange der Garderobe stieß. Dummerweise ballen sich die Menschenmengen immer dort wo die engsten Durchgänge sind. Es ist ein wahres Phänomen. Nachdem ich mich durch die Massen entschuldigt habe entdeckte ich einen weiteren Dancefloor. Ich dachte allerdings erst das es eine cool beleuchtete Theke wäre und freute mich schon auf ein Pils bei der Rückkehr. Als ich dann den Drang los war sah ich das sich hinter der Theke nur Plattenspieler drehten. Derart enttäuscht erreichte ich den Ingo und wir bliesen zum Sturm auf den Getränkestand. Zwischen mir und der kühlen Erfrischung eines Becks stand nur eine wild tanzende Menge. Aber das sollte mich nicht aufhalten und ich stürztem ich ins Getümmel. Ich hatte nicht viel Zeit mich umzublicken, doch das was ich sah genügte schon vollkommen. Ich verliebte mich ca. 10 Mal unterwegs und das obwohl ich nur flüchtig hin geguckt habe. Endlich konnte ich meine Lippen an die Becks Flasche legen und somit meine Euphorie ein wenig herunter kühlen. So eine Überhitzung ist niemals gut.

Es war unglaublich was wieder mal an hübschen Frauen so unterwegs ist. Und das vorteilhafte war das der männliche Anteil nicht gerade sehr groß war. Also an Anzahl nicht an Körpergröße. Dennoch verharrten wir an der Theke nicht nur weil man da einen netten Ausblick hat, sondern auch weil man da so schnell an Getränke kommt. Zusätzlich war auch noch die Bedienung sehr hübsch, was die Bestellung schwieriger machte als man sich vorstellen konnte. Ständig wurde man abgelenkt und wusste gar nicht mehr was man bestellen sollte. So geschah es das Ingo sich ein Wasser bestellte und die Leute hinter der Theke gar nicht wußten was sie mit der Bestellung anfangen sollten. Ich glaube der Ingo ist in die Annalen des JT Kellers eingegangen, als erster Besucher der sich ein kühles Glas H2O bestellt hat. Ich will jetzt auch gar nicht wissen wo sie das her geholt hatten. Ich hin gegen bleib beim Becks. Die Versuchung auf Mixgetränke umzusteigen war zwar da, aber ich irgendwie wollte ich standhaft bleiben. Außerdem hatte der letzte Abend im JT Keller eine große Lücke in mein Portemonnaie gerissen, was nicht zu Letzt an den ganzen Mixgetränken gelegen hatte. Also hieß die Devise das diesmal etwas länger am Pils geblieben wird. Obwohl meine Zeit zum Wechseln schon seit einiger Zeit erreicht worden war.

Unsere Gesprächsthemen, wenn wir uns denn unterhalten haben, weil wir die ganze Zeit hübsche Frauen angestarrt haben, gingen über die allgemeine Situation der Wochenendplanung. Irgendwie machte man viel zu wenig zusammen und das sollte geändert werden. Also im großen Kreis und nicht nur im Kleinen. Ganz nebenbei, also neben den ganzen hübschen Frauen und dem ganzen Bier welche sich in mich rein kippte, wurde auch noch Musik gespielt. Teilweise sogar etwas, was mir gefiel. Ein kleiner Höhepunkt und vor allem Nostalgietrip war „Song 2“ von Blur. Ein ultra geniales Lied, wenn man mal richtig abgehen will. Bevorzugte Tanzrichtung ist wildes Pogen. Als es noch die gute alte Outpost gab gehörte das zu den Standardliedern. Egal wo man stand man schubste und wurde geschubst. Ganz besondern den Streiti, auch kleiner Mann genannt, ließ sich mit Vorleibe umherschubsen. Nun fühlte ich mich aber viel zu massig, als das ich hätte noch Pogo tanzen können. Ich meine wenn ich mich einmal in die Menge schmeißen würde, dann hätte ich genügend Platz, aber das ist ja nicht Sinn der Sache. Also hielt ich mich zurück und beobachtet die Menge in Vorfreude auf jede Menge Action. Doch was mußte ich sehen. Es wurde sich nur im Takt bewegt, keiner schubste, keiner pogte, gar nichts. Ein wahrer Skandal. Wenn ich DJ wäre und würde so etwas sehen, würde ich den Song sofort aus machen. So etwas gehört sich nicht. Was ist bloß aus der Jugend geworden. Verdammte Emo-Kids!

Aufregen half aber nichts, denn man kann ja keinem Spaß befehlen. Also ich mich von der Tanzfläche abwendete schaute ich in zwei dunkele Augen. Da es aber im Allgemeinen dunkel war konnte ich nicht genau sagen, ob mich die junge Dame auch anguckte, also blickte ich erstmal wieder weg. Ein paar weitere Blicke verrieten mir aber, das sie auch zu mir blickte. Dimmerweise setzte sie ihren Weg bald Richtung Tanzfläche fort und Ingo und ich verlegten unseren Standort weiter in Richtung Ausgang, da es an der Theke doch ein wenig zu voll wurde. Und wieder stand uns ein Bad in der Menge bevor. Ich erntete ein paar komische Blicke da ich mit meiner Jacke in der Dampfsauna, die der JT Keller mittlerweile geworden ist, unterwegs war. Aber ich gebe meine Jacke nie ab. Zu viele wichtige Sachen befinden sich darin. Nachdem man ein wenig gedrückt hat und gedrückt wurde kam dann auch am anderen Ende an, wo es nicht ganz so gedrungen war. Man hatte wenigstens wieder Luft zum Atmen. Nun dachte ich das eine gute Idee wäre doch etwas zu Trinken zu besorgen und dachte ich wäre erneut schlau und würde einfach zur Garderobe gehen, da es dort ja auch Getränke geben würde. Aber da hatte ich nicht die Rechnung mit den Leuten gemacht, die abhauen wollten und schon wieder die Garderobe belagerten. Ich hatte halt Glück. Also blieb mir nichts anderes über als mich wieder in die Massen zu stürzen. Wenn man sich ein wenig mit der Masse bewegt dann kommt man auch recht fix durch. Schlimm nur, wenn man kurze Zeit später den Weg wieder zurück machen mußte. Aber ich hatte etwas zu trinken. Nun standen wir also im vorderen Bereich und hatten auch hier einen recht guten Überblick, als mein Blick erneut auf jene Augen von vorhin fielen. Und diesmal trafen sich unsere Blicke. Sie guckte aber schneller weg als eine Ratte aus dem Aquädukt. Dafür hatte sie aber ihre Freundin wohl auf Beobachtungsposten geschickt, die nun mich ab und an beobachtet und jedes Mal wenn ich in ihre Richtung blickte wurden Hinweise ausgetauscht. Wenn es nicht so dunkel gewesen wäre, dann hätte man meinen Kopf bei Tageslicht ohne Probleme von der ISS gesehen. Nun ja, ich mag es nicht so ganz wenn man mich beobachtet.

Lange sollte es aber nicht so gehen, denn wir entschieden die Segel zu streichen. Was auch besser so war, denn an dem Wochenende habe ich nie lange im Bett gelegen. So bleiben mir immer noch ein paar Stunden die ich bis zum Beginn der Arbeitswoche hatte. Zu Hause angekommen versuchte ich noch ein wenig fern zu sehen, aber das ging gründlich in die Buchse. Als ich dann aufwachte, ging ich auch sofort ins Bett. Zum Glück ist bald Ostern. Und da steht ein hartes Programm an. Beginnend mit dem Donnerstag. Ich hoffe ich werde das überleben. Hatte ich nicht letzte Woche geschrieben, das ich weniger trinken sollte? Aber was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern.


Two minute minor for cross checking

13/03/2008

Nachdem das vorausgegangene Wochenende ein neues Meilenstein in exzessiven trinken war sollte dieses Wochenende ein wenig ruhiger angegangen werden. Also machte ich mich auf einen ruhigen Abend gefasst. Sofa und DVDs waren bereit und ich könnte so ohne Probleme das Wochenende zum Entspannen nutzen. Und so war es dann auch, ich verbrachte das Wochenende liegend auf dem Sofa und war am Montag ausgeruht und einsatzbereit für die Arbeitswoche. Allerdings würde mir das eh niemand glauben. Also bleibe ich bei der Wahrheit. Wenn dieses Logbuch etwas ist, dann von Grund auf ehrlich. Gut, es bringt nicht die ganze Wahrheit an das Licht, aber das was nieder geschrieben wird, entspricht der Wahrheit. Ansonsten würde mein Gewissen mich lachend in eine Kreissäge laufen lassen.

Freitag am frühen Nachmittag klingelte mein Telefon und der Felkl teilte mir mit das er für den Abend große Lust verspürte etwas zu machen. Da sage ich nicht nein und entschied spontan, das ich mich nach dem Training im Sporthaus einfinden würde. Kurze Zeit später erreichte mich eine Kurznachricht vom größten Alkoholiker unter der Sonne von Vollmer. Er befahl standesgemäßes Bier trinken im Feuerwehrhaus und gab Aussicht auf mehr Aktivitäten am weiteren Abend. Aber meine Entscheidung stand schon felsenfest, ich würde mit Sabrina und Christian los ziehen und ich würde mein linkes Ei verwetten, das ich im Laufe des Abends noch die anderen Spezialisten treffen würden.

Zu Hause angekommen machte ich mir erstmal eine Kleinigkeit zu essen und überlegte mir wie ich am Besten zum Sporthaus kommen würde und zwar so, das ich voll wie eine Granate leicht angetrunken wieder nach Hause komme. Das Auto fiel somit schon mal komplett ins Wasser. Aber da war ja noch mein Fahrrad. Bisher durch äußerst schlechtes Wetter eher selten zum Einsatz gekommen sollte es mir an diesem Abend gute Dienste leisten. Die Entscheidung feierte ich erstmal mit zwei Bierchen zum Abendessen. Man muß sich auch mal selbst belohnen. Die Fahrt war äußerst kühl und sehr erfrischend, außerdem bekommt man genügend Durst, wenn man sich so sportlich betätigt. Über die Rückfahrt machte ich mir noch keine Gedanken. War ja auch noch weit weg.

Im Sporthaus angekommen waren alle noch fleißig beim Fußball spielen, außer dem Andre, der sich schon geduscht hatte, weil er nur Laufen war. Seine Frisur war unschlagbar. Aber so hatte ich wenigstens Gesellschaft beim Bier trinken und mußte mich nicht auf eine Bank setzen und mir den Arsch abfrieren. Kurze Zeit später kam dann der Rest der Bagaluden rein und die Stimmung wurde immer besser. Mit Ingo kasperte ich kurz den nächsten Tag ab. An diesem Abend war er mit ein paar anderen Freunden unterwegs, aber am Samstag wollten wir dann was machen. Es lohnt sich immer wenn man das Wochenende früh genug verplant hat. Es war also durchaus nicht ausgeschlossen, das man mal wieder im JT Keller landen würde. Doch bleiben wir vorerst beim Freitag. Nachdem dann also Christian sich gereinigt hatte trieb er mich schon wieder zur Eile an. Seine Freundin würde warten und ich würde hier sitzen und Bier trinken. Das sollte ihn eigentlich nicht überraschen, aber doch zeichnete es seltsame Züge in sein Gesicht. Da ich mir gerade ein neues Pils geöffnet hatte, kam ich nun in eine Bredouille. Aber Eile mit Weile und so erhöhte ich kurzzeitig die Durchflußmenge. Sabrina ist ja gar nicht so, ob nun fünf Minuten eher oder später ist ihr ziemlich egal, aber der Felkl macht immer so einen Druck. Wir fuhren auch gleich los, nachdem ich dann mein Fahrrad bei Felkls zwischen geparkt hatte. Die Reise ging ohne Umschweife in das MaxM.

Dort angekommen kam gleich die Inka angeschwebt und verlangte Getränkewünsche. Wenn ich Inka sehe, dann denke ich automatisch an den Checker, da sie damals dort schon bedient hatte und mich damals quer durch den ganzen Laden verstanden hat. Ein kurzer Blick, gepaart mit einer eindeutigen Handbewegung und schon hatte ich mein Hefe. Aus reiner Nostalgie bestellte ich wieder ein Hefe. Doch erst beim zweiten Anlauf, denn Felkl mußte erst noch die Karte studieren. Alles klar, aber mich zur Eile antreiben. Dabei wusste ich sofort was er nehmen würde. Waren doch doch die Mixgetränke zu günstigen Preisen zu haben. Und dann bekam ich auch endlich mein Hefe.

Wir unterhielten uns über dies und das und das Felkl ja gerade seine Diplom Arbeit schreiben würde. Sabrina auf der anderen Seite war schon fast fertig mit ihrer Bachelor Arbeit, man beachte den feinen Unterschied. Bevor ich die Frage stellte, wie viel Seiten denn Felkl schon geschrieben hatte, wusste ich schon die Antwort, aber ich wollte es aus seinem Mund hören. Ich hatte Recht, es war eine ganze Seite. Aber bald sollte es los gehen. Als ich damals so weit war hatte ich eine wahre Schreibwut und mußte dann zum Ende hin noch zwei ganze Kapitel streichen. Damals zeichnete sich also schon mein ausschweifendes Wesen ab. Sich kurz zu halten, gehört nicht gerade zu meinen Stärken. Während dieser ganzen Zeit floss die Hefe vollkommen außer Kontrolle rein. Sie schmeckten auch verdammt gut. Nebenbei hielten mich der Vollmer und der Schnitzel auf Informationsstand und teilten mir mit das sie gerade Bier im Halben Mond trinken würden. Das konnte mich nicht schocken, da ich ja Zugang zu Hefe hatte.

Kurze Zeit später kam dann die ganze Truppe ins MaxM marschiert. Trotz genügend freier Tische hielten sie Abstand. Aus welchen Gründen auch immer. Ach ja, der Abschluß stand bei ihnen schon fest, es sollte in die Werkstatt gehen, da dort wieder mal was los sei. Ich hatte vor dort nicht mehr hin zu gehen. Aber irgendwie stellte das ganze Hefe Weißbier schon wieder seltsame Sachen mit meinem Kopf an, die mich vermuten ließen, das meine fest gesetzte Entscheidung irgendwie wieder umgeworfen werden würde. Ich sollte aber stark bleiben. Doch was mußten meine Ohren da gerade vernehmen? Mein Mund bestellte wohl auf Befehl der Leber ein Mixgetränk. Ich kann mich noch daran erinnern mich bei der äußerst netten und auch hübschen Bedienung erkundigt zu haben ob Havana Club Cola auch nur 2,50 € kosten würde. Als sie das verneinte, bestellte ich dann also Bacardi Cola. Ein Blick auf die Uhr gab grünes Licht, die Marke von 2300 Uhr war schon überschritten worden. Wie man es sah ging es nun steil bergauf. Die Mischungen waren nicht gerade schlimm, aber auch hier gilt: Der stete Tropfen höhlt den Stein.

Ich kann nun die genau Summe nicht mehr beziffern, die ich löhnen mußte, aber es definitiv mehr als ein Hefe und mehr als eine Mischung. Und ich muß wohl abgemacht haben, das mich Sabrina und Christian noch in der Werkstatt raus lassen würden. Was war los? An welchem Punkt des Abends habe ich die Kontrolle verloren? Ich kann es nicht mehr sagen, aber ich war nicht gerade böse um die Entscheidung. Die andere Truppe war kurz vor uns los gezogen und gab lauthals zu bekennen, das wir uns eh bald sehen würden. Ich hasste die Tatsache, das sie Recht hatten. Aber nicht alle sollte ich dort wieder sehen. Zwei mußten vorher schon gehen. Der Eine war Keile-Günther. Dazu sage ich jetzt mal nichts, da dort bald geheiratet wird und man will ja kurz vorher nicht noch böses Blut verbreiten. Doch der Andere hat seit seinem bestandenen Lanz Führerschein stark abgebaut. War er doch früher immer ein treuer Begleiter auf jeglichen Werkstattmissionen, hat er sich nun vom Kriegsschauplatz zurück gezogen. Die Rede ist von Porno. Hinterher würde er wieder sagen das er am nächsten Tag ja arbeiten hätte müssen, aber wir alle wussten was der wahre Grund war. Lanz Führerschein Besitzer haben es schon nicht leicht. Aber lassen wir den Beiden den Spaß bei ihren abendlichen Gymnastikstunden. Der Rest hatte ja die Werkstatt.

Und die war sogar recht voll. Das erklärte sich aber kurze Zeit später als mit bekam, das Stufenfete war. Der Vorteil wenn man ein wenig später eintrifft ist, das von den Jungspunden nicht mehr so viele vorhanden sind. Sie sollen ja ihren Spaß haben und ich finde es ja gut, das sie zu pünktlichen Zeiten zu Hause sein müssen. Ich wünschte meine Eltern hätten damals auch so gehandelt. Aber ich war ja verantwortungsbewusst! Denn so findet man eine halbwegs belebte Werkstatt vor und wird trotzdem nicht tot getreten. Besonders schön war aber der Empfang. Zwei meiner Lieblingsmädels waren da. Zunächst die Kerstin und dann die unschlagbare Kathrin. Ja, ich weiß was ich da gerade geschrieben habe, aber zwischen mir und Kathrin läuft nichts. Wenn ja dann würde ich es hier bestimmt nicht niederschreiben, sondern gnadenlos leugnen. Bevor ich mich aber bei den Beiden niederlassen konnte, mußte ich erstmal klären wo sich der Rest der Westeröder versteckt hatte. Also begab ich mich auf Safari Tour. Im Raucherhof wurde ich dann teilweise fündig und mußte mir sagen lassen, das sie an der Theke sitzen würden. Klasse, da war ich ja gerade vorbei gerannt. Auf dem Rückweg fand ich sie dann auch sofort vor. Und Kathrin und Kerstin waren auch da, so mußte ich mich dann nicht zerreißen. Leider konnte ich noch keine Konversation mit Kathrin eingehen, da ich immer noch ohne Getränk da stand. Ich setzte also Prioritäten. Kathrin verstand das ein wenig falsch und tat ein wenig beleidigt. Ich wusste ja wie es gemeint war und zeigte ihr die kalte Schulter.

Nun konnte ich den Zustand der restlichen Westeröder einschätzen. Auf der Bank hatten sich die Promillekönige nieder gelassen. Vollmer und Böning. Vollmer hatte schon wieder seinen Schlafzimmerblick drauf und hatte mit Sicherheit Schwierigkeiten sich auf einen Punkt zu konzentrieren. Schnitzel hingegen war noch richtig gut drauf, was wohl daran lag, das keine Flasche vor ihm stand. Auf Nachfragen meinte er nur das sich eine Flasche nicht lohnen würde, da die Mischungen günstig waren. Warum zur Hölle trank ich dann Bier? Also wurde das Bier schnellstmöglich ausgetrunken. Dummerweise kam dann auch noch der Kai um die Ecke und der Abend war gelaufen. Kai war nämlich auch schon extrem gut drauf und kannte auch extrem seltsame Leute, die er uns auch vorstellte. Hätte er es man gelassen. Denn einer seiner Freunde war sehr zeigefreudig was seinen Schrittbereich an ging. Es gibt schon seltsame Leute. Was er dann noch alles machte, möchte ich hier nicht erwähnen. Das ist ein sauberes Logbuch. Teilweise jedenfalls, die Kassierer kann ich noch als Kunst durch drücken.

Kathrin war dann auch nicht mehr ganz so sauer auf mich und setzte sich dann neben mich und wir unterhielten uns ein wenig. Leider mußte sie dann schon früh weg, sie ist echt eine ganz liebe. Seltsamerweise mußten alle irgendwie früh weg. Vollmer und Böning strichen schon früh die Segel aus Gründen die ich ausnahmsweise mal nach voll ziehen konnte. War doch der Alkoholspiegel zumindest bei einem schon recht hoch. Sollte er der Maßstab für den Abend gewesen sein, dann folgte der Andere aber auch ganz knapp auf Platz Zwei. Also bleiben nur noch Schnitzel und ich über. Und der Philip, der aber eher durch die ganze Werkstatt torkelte und überall Leute traf. Er zählte also nicht sonderlich. Kai war auch schon früh gegangen, weil er am nächsten Morgen die Feuerwehrleute zur Truppmann Ausbildung nach Potzwenden fahren mußte. Sehr luschige Aktion! Schnitzel und ich tranken dann noch diverse Mischungen und setzten dann auch zur Heimreise an. Die Uhr zeigte ja auch schon 0300 Uhr. Ich erwähnte ja schon am Anfang das es ein ruhiges Wochenende werden würde. Was vielleicht auch ganz gut ist. Draußen vor der Werkstatt warteten wir dann auf ein Taxi und trafen dann noch zwei Westeröderinnen, die uns fragten ob wir denn schon nach Hause wollten, es wäre doch gar nicht unsere Zeit. Das sollte einem zu denken geben. Hat es uns aber nicht und wir sind zusammen nach Hause gefahren.

Doch zu Hause war ich noch lange nicht. Ich mußte ja noch von Westerode nach Esplingerode kommen. Also wurde der Drahtesel von den Felkls geholt und ab ging der wilde Ritt. Ich mußte erneut fest stellen, das Gott sich von mir abgewandt hat. Als ich auf meinem Sattel saß und ungefähr 30 Meter unfallfrei gefahren bin öffnete er die Schleusen und ließ es auf mich regnen. Ich fühlte mich wie Hiob, dem allerlei schreckliche Dinge widerfahren sind, da ihn Gott auf die Probe stellte. Ich kann nur sagen, das ich nicht ganz so viel Geduld haben werde. Leicht durchnäßt bin ich dann in Esplingerode angekommen und hängte meine Sachen erstmal zum Trockenen auf. Ich verzichtete auf weitere alkoholische Getränke, da ich am nächsten Tag früh aufstehen mußte.

1000 Uhr, mein Wecker klingelte und ich fiel aus dem Bett. 1000 Uhr war für einen Samstag schon sehr früh und es trat das unvermeidbare Phänomen auf. An jedem anderen Samstag wäre ich ohne Probleme aufgestanden und hätte meinen Kater genossen. Doch wenn man aufstehen muß, dann würde man am liebsten liegen bleiben. Es ging aber nicht, da ich noch zum Geburtstag meiner Tante mußte. Also säuberte ich mich und machte mich stadtfein. Der Geburtstag begann mit Mittagessen. Ob ich das so richtig genießen konnte war noch unklar. Zum Glück gab es nur leichte Kost. Es war sehr lecker, doch viel konnte ich nicht essen. Kuchen mußte ich dann nicht mehr essen, denn ich hatte ja noch eine Feuerwehrbesprechung. Ich bitte das hier jetzt nicht falsch zu verstehen. Der Geburtstag war Klasse, vor allem habe ich mal mal wieder alle meine Cousins und Cousinen wieder gesehen. Ich wäre auch gerne noch länger geblieben, aber da war ja noch die Versammlung. Wäre die nicht gewesen, dann hätte ich Mittags wieder mit Bier angefangen. Was so gesehen auch nicht das verkehrteste gewesen wäre. Das wäre bestimmt ein lustiger Geburtstag gewesen. So aber hielt ich mich an Wasser gütlich und fuhr gegen 1600 Uhr zur Besprechung. Dort erwartet mich dann auch ein kühles Pils. Und zwei Hefe Weizen. Eigentlich sollte mein Hirn in genau diesem Moment angesprungen sein und mich in äußerste Alarmbereitschaft gesetzt haben, aber dem war leider nicht so. Beim letzten Mal endete das ganze dann damit das wir einen Cocktailabend bei Kai im Keller machten und uns den Rest in der Werkstatt gaben. Eskalationen dieser Art sollten nicht mehr vorkommen. Es blieb dann auch bei den erwähnten Getränken. Im Feuerwehrhaus jedenfalls. Holger, Gojo und ich gingen dann noch zu Kai, der gerade am Holz abladen war. Dort gab es weitere zwei Pils. Göttinger Handgranaten, nicht wirklich ein Geschenk. Da wir dort nichts mehr abstauben konnten, lud mich Holger noch auf ein Krombacher zu sich in den Garten ein. Aber dann war ich auch schon zu Hause und konnte mich auf den Abend vorbereiten. Viel zum Vorbereiten gab es aber nicht. Ich telefonierte noch mit dem Ingo und verabredete mich mit ihm um 2130 Uhr. Was gehen sollte, wollten wir dann spontan entscheiden. Ich verlegte vorerst in das Feuerwehrhaus. In vertrauter Umgebung lässt es sich am besten Trinken.

Dort sollte mich kurze Zeit später der Porno besuchen. Er hat mir im Vorfeld geschrieben, das er schon stramm war, aber noch keinen Bock hätte nach Hause zu gehen. Dafür ist das Feuerwehrhaus ja immer gut, gibt es da ja genügend Biervorräte. Wir saßen also herum und tranken ein paar Pilse. Nebenbei gab er mir ein paar neue Sachen von seinem Handy zum hören, welche teilweise sehr grenzwertig sind. Aber jeder ja so wie er mag und ich will ja keinen hier wegen diversen Neigungen verurteilen. Auch wenn es nicht gerade die gemütlichsten Stühle sind, auf denen man im Feuerwehrhaus sitzt, wird man doch schnell müde. Schon sehr seltsam, was Bier so alles anrichten kann. Und vor allem wenn man schon um 1600 Uhr mit Trinken angefangen hat. Und in der Nacht nicht gerade viel Schlaf bekommen hat. Aber es dauerte nicht lange da kam dann der Ingo an. Ich würde jetzt gerne die Zahl der Biere niederschrieben, aber das kann ich nicht mehr wahrheitsgemäß wieder geben, also laß ich diese Information einfach wegfallen. Wir warteten dann noch auf den Tobi und entschlossen uns spontan in das MaxM zu fahren. Sollte es etwa zu einem Deja Vu Abend hinaus laufen. Ich war doch noch am Abend vorher so zuversichtlich, das es im JT Keller enden sollte. Aber meine Müdigkeit machte mir einen kleinen Stich durch die Rechnung. Aber im MaxM kann es auch recht nett werden.

Dort angekommen stand ich wieder vor der alten Frage. Was soll man trinken? Obwohl Inka wieder da war und uns bediente hatte ich kein Verlangen mehr auf Hefe Weizen. Dafür kam ich aber schnell zu dem Schluß das es durchaus möglich wäre gleich mit Mischungen anzufangen. Ein Blick auf die Uhr gab mir grünes Licht. Ab ging es mit Bacardi. Porno ging dann gleich in die Vollen und bestellte Cuba Libre, warum darf man mich bitte nicht fragen. Außerdem orderte er noch einen Schüssel mit Tortilla Chips. Aber jetzt halte man sich fest. Nicht wegen den Chips sondern wegen dem tollen Knoblauch Dip den es dazu gab. Die Getränke kamen und mir war es recht egal was sich der Porno so alles antat. Auf jeden Fall hat er nicht lange für die erste Schale benötigt. Und ohne Umschweife wurde die nächste Schale bestellt. Es waren ja auch noch so viele Chips da. Wobei die Chips ja nur als Träger für den Knoblauch Dip dienten. Beim nächsten Mal sollte er einfach einen Löffel zu dem Dip bestellen. Oder aber gleich einen Eimer und nicht so kleine niedliche Schalen. Drücken wir es mal so aus. Für einen Normalsterblichen hätte die Schale mit Knoblauch Dip für ca drei Tüten Chips gereicht. Nicht aber für Porno. Ich glaube statt Milch haut er sich auch Knoblauch Creme auf seine Cornflakes. Halt so was isst er ja gar nicht, denn da ist ja kein Fleisch drin und sie sind nicht ausreichend gewürzt. Aber wir wollen ja nicht über andere richten, auf das über uns nicht gerichtet wird. Tobi probierte nur einen kleinen Happen des Knoblauchs und das dürfte ausreichen um den Atem die nötige Frische zu geben. Mich wundert nur was denn so Hüfte zu dem Ausflug in das Knoblauchparadies sagen wird. Auf jeden Fall wird sie sehr überrascht sein.

Die Mixgetränke liefen recht gut. Was nun negativ zu bewerten ist, ist die Tatsache, das die Gläser eindeutig zu klein waren. Ich bin ja für günstige Mischungen in großen Gläsern. Die halten viel länger vor und man muß nicht ständig die Bedienung bemühen. Man sollte die Größe ”Eimer“ einführen. Und dann kommt ja der Moment in dem man seine Blase mal entleeren muß. Seltsamerweise muß man immer sehr dringend und wenn man dann aufsteht, merkt man quasi wie die drückenden Flüssigkeiten sich wieder in die hinteren Bereiche der Blase zurück ziehen. Ich weiß nicht woran es liegt. An der Beobachtung der anderen Gäste? An der Konzentration sich nicht auf die Fresse zu legen, wenn man auf dem Weg zur Toilette ist? Oder aber weil man den Blick schweifen lässt um irgendwo hübsche Frauen zu erblicken? Auf der Toilette stellt man sich dann grundsätzlich an das Pinkelbecken an welchem ”Defekt“ steht. Man merkt es aber erst dann wenn man die Hose schon geöffnet hat. Genug von diesen sehr grenzwertigen Einblicken in die Psyche. War man aber erstmal dann ist es einem eh egal. Man hat abgecheckt, das einen eh schon alle in der Bude kennen und auf eventuelle Strukelattaken achtet man auch nicht mehr. Man muß halt nur genügend Alk getrunken haben. Da sich so langsam die ganze Bude leerte beschlossen wir auch weiter zu ziehen. Eins stand fest, es sollte nicht in die Werkstatt gehen. Wir wollten aber einen Blick in das Ambiente werfen.

Eigentlich erwartet man, das dort nicht viel los sein wird, weil es seit dem Wechsel des Besitzers nicht wirklich von sich Reden gemacht hat. Doch unser Eintreten bescherte uns einen teilweise anderen Eindruck. Es war zwar nicht übervoll, aber leer war auch was anderes. Also suchten wir uns einen Tisch und gaben Bestellungen auf. Diesmal war sogar der Havana Club in einem preislichen Rahmen, den ich mir auch leisten konnte. Ich war also zufrieden. Das anwesende Klientel war teilweise bekannt und größtenteils unbekannt. Frauen die ich auf Anhieb als Favoritin eingestellt hätte waren auch nicht anwesend. Also stand dem hemmungslosen Betrinken nichts mehr im Wege. Und vor allem ist meine Müdigkeit verschwunden. Ich bereitete mich vor dem Ambientebesuch durchaus auf einen frühen Feierabend vor. Aber dann kommt der Zeitpunkt an dem man über die Müdigkeit weg ist und bis in die frühen Morgenstunden weiter feiern kann. Ich glaube diesen Punkt hatte ich zu genau diesem Zeitpunkt überschritten. Getränke waren da und mein Blick fiel auf einen alten Bekannten. Und zwar der Heiko K. schlich durch die Gegend. Ein alter Bekannter von der Feuerwehr, den ich am nun kommenden Samstag wieder treffen werde, da wir Beide bei der Truppmann Ausbildung mit wirken. Nun weiß ich nicht ob ich dieses Zusammentreffen gut oder schlecht einstufen sollte. Er hatte mich ja noch nicht gesehen, also würde sich die Konsequenz noch ergeben. Doch wo Heiko war da konnte Akki nicht weit sein. Akki und ich haben immer eine Gruppe zusammen und der Ausbildungleiter meinte wir würden irgendwie gut zusammen passen. Dabei weiß ich nun auch nicht ob er das gesagt hat, weil sonst keiner mit Akki zusammen eine Gruppe machen wollte oder ob damit auf meinen sehr hohen immens hohen gemäßigten Alkoholkonsum anspielte und meinte das Akki ähnlich gut drauf ist. Ist ja auch egal, ich arbeite gerne mit Akki zusammen. Und noch viel lieber trinke ich mit ihm zusammen. I

ch sollte recht behalten, Akki war auch da und kam auch noch in unsere Richtung. Mein Adlerauge mit 6,5 Dioptrin erkannte gleich an der Pupillenreaktion das er schon stark angetrunken war und somit sah er mich nicht sofort. Ein kerniges Anrufen mit seinem Nachnamen zeigte gleich einen schuldigen Gesichtsausdruck, der sich aber gleich änderte als er mich sah. Nach kurzer Begrüßung teilte er mir mit das es eine kleine Änderung im Ausbildungsplan gab und ich am Samstag den alten Bock fahren sollte. Ich glaube der fährt noch mit Zwischengas! Ich wies ihn freundlich darauf hin das ich mit Vorliebe Bremsentest machen würde, welches ich ihm schon mehrfach bewiesen habe. Er wiederum versicherte mir das die Bremsen des Bocks sehr gut sein. Ich wusste das und freue mich schon jetzt auf den Samstag. Das Schönste ist, das es im Fahrgastraum keine Gurte gibt, aber die frischen Feuerwehrleute haben ja Helme auf. Während dann Akki mit mir sprach machte Porno eine kleine Metamorphose durch. Er bestellte wie gehabt einen Cuba Libre, der ihm diesmal mit Knicklicht serviert wurde. Leuchtende Sachen zogen ihn natürlich an und somit lutschte er das Licht ab und steckte es sich hinter das Ohr. Nun sah er schön Scheiße aus, was nun aber nicht unbedingt am Knicklicht lag. Seine Augen waren leicht geschwollen und standen fünf Zentimeter vor dem Kopf. Sein Zustand änderte sich von stramm zu mega stramm, ich sah schon das er nicht mehr lange aushalten würde. Das Knicklicht beschäftigte ihn aber doch eine Weile. Es wanderte vom Ohr auf den Tisch und von dort aus auf den Boden. Mehrmals. Porno hob es aber immer brav auf, bis er dann feststellte das es nicht komplett leuchtete. Er nahm an, das sich die Flüssigkeiten nicht ganz vermischt hatten und fing an zu schütteln. Was er nicht wusste war, das es Luftblasen waren. Durch das Schütteln wanderten die Luftblasen in den Teil des Lichtes der sich in seiner Hand befand. Ein freudestrahlendes Lächeln war das Ergebnis. Als er nun das Knicklicht wieder hin legte bemerkte er die Luftblasen erneut und das Lächeln verschwand. Dafür ging dann das Schütteln wieder los. Das Ganze wiederholte sich zwei Mal, dann schlief er ein. Mit sensationellen Bewegungen seiner Nackenmuskulatur inklusive leicht schuldigen Blick teilte sein Körper ihm mit das es nun Zeit wäre zu Bett zu gehen. Da Ingo mit dem Auto da war fuhr er ihn schnell nach Hause. Besser gesagt zu Hüfte, die wohl ihr blaues Knoblauch-Wunder erleben würde. Wie ich aus einem Gespräch mit ihr erfahren habe ist sie wohl durch auffälligen Verwesungsgeruch aufgewacht und fand Pornos Mund geöffnet vor ihrem Gesicht wieder und Porno atmete gerade kräftig aus. Hier ist wahre Körperbeherrschung gefragt.

Zwischenzeitlich kam auch die Katja an. Sie war auch mal wieder in Duderstadt unterwegs und auch nicht gerade angetan von der Menge an Leuten die sich im Ambiente auf hielten. Aber was soll man machen. Sie kam an unseren Tisch und wir unterhielten uns kurz. Da teilte sie mir erstmal mit, das sei neulich für einen Bekannten ihre alten Tanzschulfotos heraus gekramt hat und nun fragte sie sich, ob wir nicht zusammen Tanzkurz gemacht haben. Also nicht zusammen getanzt, sondern ob wir in der gleichen Gruppe waren. Sei meinte mich auf dem Foto wieder erkannt zu haben. Zunächst leugnete ich alles im Glauben hier einem hinterlistigen Manöver zu erliegen und das ich dann das nächste Mal zum Tanzen gezwungen werde. Aber als ich ihre guten Absichten erkannte bejahte ich die Frage. Man muß auch zu seinen Fehlern stehen. Außerdem konnte ich ja überprüfen ob es denn der Wahrheit entsprach, hatte ich doch damals auch diese Fotos aufgezwungen bekommen. Stellt sich jetzt nur die Frage ob ich mich wirklich mit dieser fiesen Frisur damals wieder sehen wollte.

Während Ingo Porno nach Hause fuhr gesellte sich Dirk R. an unseren Tisch. Dirk ist ein alter Schulkollege mit dem man jede Menge Spaß haben kann. Er ist ein wahrer Virtuose im Scheiße labern. Er war mit einem Kumpel dort und saß erst an einem anderen Tisch. Ingo hatte schon im Vorfeld mit ihm Kontakt aufgenommen und nun würden wir alle zusammen in die Werkstatt fahren. Als wäre es im Vorfeld nicht klar gewesen. Ich hatte zwar im Hinterkopf, das es sich absolut nicht lohnen würde, aber was soll es denn. Man wird ja nicht jünger. Dirk und sein Kumpel kamen also an unseren Tisch und wir warteten auf den Ingo. In der Zwischenzeit laberten wir einen großen Haufen Scheiße. Manchmal weiß ich nicht ob Dirk es ernst meint oder nicht, aber das Spiel kann ich auch. Am Ende waren wir wohl beide sehr verwirrt.

Ingo kam dann irgendwann wieder und wir begaben uns in Richtung der Werkstatt. Vorher hatte ich noch Katja signalisiert, das wir doch noch in die Werkstatt verlegen würden, entgegen meiner vorher gegangen Information. Sie schien es zu begrüßen. Schon als wir auf den Parkplatz fuhren wusste ich das es ein großer Fehler sein würde in die Werkstatt zu gehen. Es würde nichts los sein und wir würden uns zu Tode langweilen, doch es wollte keiner auf mich hören. Ich sollte Recht behalten. Die Werkstatt war tot und dennoch suchten wir uns einen Platz an der Theke. Da ich nun eh schon angefixt war blieb ich vorerst beim Havana. Was nun komisch war, war das mit die Mischung nicht schmeckte. Ehrlich gesagt war sie mir zu süß. Ich wollte nicht gleich aufgeben und trank noch zwei weitere und schwenkte dann wieder um auf Pils. War vielleicht auch besser so. Dirk war mit ziemlicher Sicherheit früher auch ein begeisterter Werkstattgänger und somit muß der Kulturschock für ihn umso größer sein. Früher war die Werkstatt noch ein Treffpunkt für Freunde der handgemachten Musik. Black Musik oder Techno waren vollkommene Unbekannte für die Besucher der Werkstatt. Aber damals gab es auch noch den Checker und der lief. Da sich nun aber die Zeiten geändert haben, zeigte sich die Werkstatt von ihrer besten Seite. Nach einem sensationellen Übergang von Disco Klassikern zu den Ballermann Hits verließ Dirk und seinen Kumpel die Hoffnung an eine bessere Welt. In der Werkstatt war sie jedenfalls nicht. Wir verlegten nun auf einen höheren Aussichtsplatz und ließen die erbärmliche Musik über uns ergehen. Wir hatten ja noch einen kleinen Vorteil, da wir alle nicht mehr nüchtern waren, aber Ingo tat mir wirklich leid. Er mußte nüchtern bleiben und trank alkoholfreies Bier. Selbst wenn ich fahren müßte würde ich mir kein alkoholfreies Bier antun. Allein der Name ist schon ein Paradoxon, wenn nicht eine Frechheit.

Dirk und seinem Kumpel wurde es einfach zu bunt und sie zogen sich zurück. ”Das rote Pferd“ und der ”Döner-Song“ waren einfach zu viel. Ich gab ihnen Recht und verfluchte mein dickes Fell. Ich bin einfach schon zu lange unterwegs und habe schon zu viel gesehen als das mich so etwas schocken könnte. Wenn man sich aber so die anwesenden Personen anguckte, dann wurde es auch für uns Zeit den Rückzug anzutreten. Nur der Tobi wollte noch bleiben, da sich wohl noch Damenbesuch angekündigt hatten. Uns aber reichte es. Ich verabschiedete mich noch von Katja, die es gar nicht fassen konnte, das ich schon abhaute. Vielleicht lag es auch daran, das sie gerade von einem Kerl vollgelabert wurde. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber manchmal übersehe ich das Flehen in Augen. Ich sollte einfach viel aufmerksamer sein.

Zu Hause angekommen, zeigte mir die Uhr eine Zeit an, zu der ich sonst gerade erst richtig aufdrehe. Aber mein Körper war mir dankbar und ließ mich auf der Stelle einschlafen. Dennoch war der Sonntag nicht gerade erquicklich. Wie soll das erst die nächsten Wochenenden werden, wenn ich Samstags noch zur Truppmann Ausbildung muß. In den ganz frühen Morgenstunden. Vielleicht sollte ich einfach nichts trinken.


Delta-Six, this is One-Six! We’ve lost radio contact!

04/03/2008

Es muß am Blutverlust gelegen haben. Vielleicht war es eine nicht ganz so gute Idee Donnerstags einen halben Liter Blut zu spenden und dann am Freitag auf ein Bier Seminar zu gehen. Aber ich hatte mich entschieden und das es nun mal so unglücklich aufeinander treffen würde, hatte ich nun wirklich nicht in der Hand.

Das Bier Seminar hatte ein Arbeitskollege organisiert. Es sollte zunächst im Paulaner in Göttingen statt finden. Wurde dann aber auf Grund des Umstandes das dunkele Bier verkostet wurden in das Irish Pub verlegt. Als ich dann hörte das wir Ales und Stouts verkosten würden, wollte ich auf die Knie fallen und Gott danken das ich Bier so gerne trinke. Gerade Stouts haben es mir angetan. In Guinness könnte ich mich wirklich rein setzten. Derart voller Vorfreude war mein Freitag erfüllt. Sogar die Mitfahrgelegenheit war organisiert. Der Sohn eines Kollegen fuhr uns rüber und die Frau eines anderen Kollegen holte uns wieder ab. So lässt es sich wirklich unbeschwert in das Wochenende starten. Gut im Auto auf der hinfahrt war es ein wenig eng, aber es war ja nur eine kurze Fahr bis nach Göttingen. Wir waren sogar überpünktlich und nahmen es dann hin, das wir eine viertel Stunde ohne Getränke rum saßen. Aber wir sollten ja nicht verdursten. Ich muß auch zugeben, das ich richtig Durst hatte und mich schon auf das erste Bier freute. Gut das mache ich ja eigentlich jedes Wochenende, aber nun hatte ich wirklich Durst.

Nach und nach trudelten dann alle Teilnehmer ein und es konnte los gehen. Unser Seminarleiter wunderte sich zwar das so früh am Tag Leute schon bereit seien sich 6 halbe Liter Bier in den Kopf zu knallen, aber es war ja sein Seminar und er hatte es ja in der Hand. Es sollte auch nicht nur ein Seminar werden wo erste erzählt wird und dann sich sinnlos die Bier n den Kopf geprügelt werden. Nein, es sollte eine Blindverkostung werden. Soll heißen, wir bekommen etwas erzählt und dazu kriegen wir Biere gereicht, die wir dann den richtigen Namen zuordnen würden. Die Regeln waren erstmal einfach, doch als Jemand der eher selten bis gar nicht englisches Bier trinkt eine Ding der Unmöglichkeit. Hier war dann nur das Rateglück gefragt. Ich konnte mir also schon vorher ausmalen, das ich nicht gewinnen werde. Aber ich war ja auch zum Bier trinken dahin gegangen und nicht zum Bier raten. Ach ja, die Spielregeln für den Abend waren folgendermaßen. Man mußte 20 € Teilnahmegebühr bezahlen. Dann konnte man den Worten des Leiters lauschen und dabei das Bier verkosten. Im Anschluß konnte man sich dann so viel Bier rein schütten wie man trinken konnte. Ich kann ja bekanntlich eine Menge trinken und war mir nicht so sicher, ob die vorher kontrolliert haben wer alles so zu ihrem Seminar kommt. Doch nun war ich drin. Die Blindverkostung war nicht ganz so mein Fall, da ich dann doch lieber was erzählt bekomme und dazu dann das entsprechende Bier trinke. Obwohl es ja eigentlich egal ist, denn nach vier Runden hört man eh nicht so gut zu und sieht zu das man sein Humpen alle bekommt. Zur Verkostung standen folgende Bier bereit: Guinness, Murphy’s, Beamish, Murphy’s red, Newcastle brown ale und Kilkenny. Da ich mehr auf Stouts stehe, als auf Ale, fingen wir natürlich mit den Ales an.

Ales sehen so aus als würde man sie abstehen lassen. Es ist quasi kein Schaum vorhanden. In einer normalen deutschen Kneipe würde man das Bier zurück gehen lassen und fragen ob der Wirt noch die Pfanne heiß hat. Aber in England trinkt man sein Bier halt so. Nun sollte man auf einem Zettel Farbe, Geschmack, Geruch und ähnliches fest halten. Da sind sie natürlich bei mir an genau den Richtigen geraten. Ich wusste absolut gar nicht was ich drauf schreiben sollte. Geschmack? Schmeckt halt nach Bier. Geruch? Riecht halt nach Bier. Farbe? In dem etwas dunklen Ambiente des Irish Pubs sahen vor der Kerzenflamme alle gleich rötlich aus. Nur die Helligkeit variierte von Ale zu Ale. Da wir ja noch raten sollten welches Ale nun verkostet wurde ging es munter los. Bevor noch die erste Runde ausgetrunken werden konnte wurde bereits das nächste Bier gereicht. Halt, es waren ja Ales. Also wurde da nächste Ale gereicht. Das schmeckte mir dann ein wenig besser, da es einen ordentlichen Nachgeschmack hatte. Das davor war irgendwie luschig. Meinen Kollegen schmeckte natürlich das erste Ale besser. Und ich hatte mein erstes Ale noch gar nicht ausgetrunken. Und wenn ich noch nicht ausgetrunken hatte, hatten die anderen noch lange nicht ausgetrunken. Aber ich war kräftig am schuften, das ich nicht in den Rückstand gerate.

Doch was mußte ich sehen, da wurde bei manchen einfach das fast volle Glas stehen gelassen und sich einfach an dem neuen bedient. Ging das überhaupt? War das legal? Warum wollte man das überhaupt? Nun ja, ich trank also fleißig aus. Ein Kollege brauchte gar nicht austrinken, denn der war eh schon gut drauf. Er vertrug halt einfach nicht so viel Alkohol. Ich hatte von so was zwar schon gehört, aber dachte nie, das man nach 0,7 l Bier schon so gut drauf sein konnte. Nüchtern war ich auch nicht mehr, aber es ging noch. Schließlich war ich das erste Mal mit meinen neuen Kollegen unterwegs und da wollte ich nicht gleich so aus dem Rahmen fallen.

Nach der dritten Ale-Runde, bei der sich mal wieder die fantasievollsten Sachen aus den Fingern gezogen wurden, wie denn das Bier schmeckte gab es eine kurze Besichtungstour in den Bierkeller. Sehr interessant, was da unten alles für verschiedene Biersorten lagerten. Und vor allem wie viele. Dieser Keller war ein Traum für jeden Bier Liebhaber. Beide Räume standen komplett voll mit Bier Fässern und die Leitungen die zur Zapfanlage führten benötigten die ganze Wand. Ich wollte einfach da unten bleiben, obwohl es schweinekalt war. Aber oben gab es ja auch mehr als genügend Bier. So gingen wir denn wieder hoch und man mußte feststellen, das solche Temperaturschwankungen nicht gerade gut sind für den durchschnittlichen Biertrinker. Nachdem nun eine kleine Pause gemacht wurde ging es mit den Stouts weiter. Stouts sind ja meine Lieblingsbiere aus dem Vereinigten Königreich. Allen voran das Guinness. Der Schaum und das dunkele Bier dazu sind für mich eine wahre Wohltat. Zumal man ja Guinness nicht in jeder Kneipe bekommt. Leider, wie ich so sagen muß, denn es ist echt lecker. Auch hier wieder der gewohnte Vorgang der Blindverkostung. Das erste Stout schmeckte ein wenig nach Guinness, aber eben wie die light Variante. Das Zweite war dann tatsächlich Guinness, schmeckte aber irgendwie total anders. Was vielleicht an den verschiedenen Sorten lag, die schon probiert wurden. Irgendwann geben die Geschmacksknospen halt auf. Ich war eigentlich der Meinung ein Guinness heraus schmecken zu können, aber dem war leider nicht so. Irgendwie ist mir der Geschmack dann beim vierten Pint abhanden gekommen. Ich habe ihn dann auch nicht mehr wieder gefunden. Übrigens war ich an unserem Tisch der Einzige der immer brav seine Gläser leerte. Als Eichsfelder tut man das nun mal und lässt keine Gläser halb voll wieder zurück gehen. Es gibt nichts Schlimmeres als Bier in den Ausgu0 zu kippen. Jedes Mal wenn ich zapfen muß und solche halb vollen Gläser zurück kommen, tut mir mein Herz weh, wenn ich das goldene Getränk in den Ausguss kippe. Also trank ich weiterhin brav aus. Ich schob das natürlich auf die Fülle des Tisches. Wenn ich meine Gläser da auch noch gebunkert hätte, dann wäre der Tisch wohl zusammen gebrochen.

Nun ja, als dann die drei Stouts auch durch waren mußten dann die Zettel abgeben werden, damit man den Gewinner fest stellen konnte. Um es kurz zu machen, ich hatte drei Sorten richtig, aber alle durch Zufall geraten. Guinness hatte ich sogar falsch und schämte mich ein wenig. Dafür war ich aber schon extrem gut drauf. Und hielt mir immer heimlich ein Auge zu um zu gucken, ob ich denn wirklich nur ein Glas vor mir stehen hatte. Meinen Kollegen reichte die Biere die es bei der Verkostung gab schon vollkommen aus, aber ich machte von dem Recht gebrauch mich weiter hin voll laufen zu lassen, schließlich lautete das Angebot ja das man so viel Bier trinken kann wie man mag. Guinness war das Getränk meiner Wahl. Obwohl ich es nicht richtig heraus gefunden hatte, blieb es doch mein Lieblingsbier im Irish Pub. Wo sonst kriege ich denn die Gelegenheit mal ausgiebig Guinness zu trinken. Außerdem sei hier mal erwähnt das ich schon recht gut dabei war. Doch so langsam regten sich die ersten und wollten nach Hause. Mein einer Kollege war extrem gut drauf und wollte die ganze Zeit Man-O-War hören und forderte mich sogar dazu auf mit ihm zu singen. Gut, ich kenne Man-O-War (obiger Link spricht denke ich für sich, wem das nicht reichen sollte, der klicke bitte hier), aber werde bestimmt nicht in aller Öffentlichkeit mich dazu bekennen und deren Lieder singen. Davon mal abgesehen, wäre die Bude in kürzester Zeit geräumt und ein SEK würde vor der Tür stehen. Wenige Minuten später ist der Kollege dann auch am Tisch eingeschlafen. Dabei hatte er nicht alle Bier ausgetrunken so wie ich. Ich war übrigens schon beim dritten zusätzlichen Guinness und die Bedienung gefiel mir auch immer besser. Das lag jetzt aber nicht am Alkohol, sondern daran, daß sie von Natur aus schon recht hübsch war. Aber wie schon erwähnt wollte der Teil der nach Duderstadt zurück fuhr so langsam aufbrechen. Die Frau des Kollegen der eingeschlafen war wollte uns dann abholen. Also bleib noch ein wenig Zeit.
Doch vorher gab es noch eine Runde Whiskey. Die hatte die Frau eines Arbeitskollegen gewonnen. Und es wäre wohl Tradition die gleich in der Runde zu vernichten. Da kam also ein Schwenker mit Whiskey an und ich wusste nicht ob das jetzt eine so gute Idee wäre. Man muß hier wissen, das Whiskey und ich nie gute Freunde waren. Damals im Glashaus nicht, als ich das Zeug getrunken habe und ganz seltsam drauf war. Außerdem war das damals auch die Zeit wo man das Zeug auch mal pur getrunkne hat. Wer schon mal Jim Beam pur getrunkne hat, weiß was das für Schmerzen sind. Ich stelle mir vor das Rohrreiniger zu trinke nicht viel schlimmer sein könnte. Da es aber eine ausgegeben Runde war konnte man ja nicht zurückstecken. Augen zu und durch. Aber was mich dann erwartete übertraf alles. Der erste Schluck ging hinunter wie Balsam. Das brennende Gefühl in Kehle stellte sich nicht ein. Dies war also Whiskey. Mit Supermarkt-Konsorten nicht zu vergleichen. Jim Beam, Jack Daniels und wie sie alle heißen, dürfen sich einfach nicht Whisky nennen. Das war purer Whiskey und der schmeckte auch. Endlich mal ein Beweis, das Qualität ihren Preis hat. Doch wir wollten ja aufbrechen.

Ich wusste das ein paar meiner Freude aus Westerode noch in Göttingen unterwegs waren und ein Blick auf meine Uhr zeigte mir das es erst 2230 Uhr war, das war definitiv zu früh um schon nach Hause zu gehen. In meinem angetrunkenen Zustand hätte ich vielleicht noch schlimme Dinge angestellt. Also hielt ich Kontakt mit David, der mich dann aufmunterte noch ins El Sol zu kommen, da man dort saß. El Sol? Da gingen gleich mal ein paar Glocken auf und verkündeten, das es dort bestimmt noch Cocktails zu günstigen Preisen gab. Sollte ich es wagen und nach diesem Bier-Exzess noch ein paar Cocktails der Suppe in meinem Magen zuführen. Ich wollte es drauf ankommen lassen und ging im strömenden Regen durch Göttingen. Regen machte mir nichts mehr aus, denn ich war stramm. Es war so ein Dämmerzustand, bei dem man zwar richtig gut drauf war und alles durch einen Gute-Laune-Brille sah, aber so wirklich voll wie ein Eimer war man noch nicht. Man schwankte ein wenig und gab sich Mühe nicht allzu sehr aufzufallen. Klappte meistens überhaupt nicht, aber es war einem relativ egal. Und ehe ich mich versah war ich naß und stand vor dem El Sol.

Als ich dann eintrat stand ich erstmal im Nebel. Man stelle sich vor das es draußen naß und kalt ist. Punkt 1, meine Brille war voller tropfen. Punkt 2 der Wärmeunterschied zwischen drinnen und draußen ließ meine Brille innerhalb eine Nanosekunde beschlagen. Ich fühlte mich wie in einer türkischen Dampfsauna, nur das ich alleine nichts sah und alle anderen ein klares Bild hatten. Ich versuchte zwar die Brille zu reinigen, doch während dieser viertel Stunde wenigen Minuten sah ich weniger als die Nonnen im Afri-Cola Spot. Da meine Sicht dank des ganzen Guinness eh nicht mehr so klar war war der Reinigungszustand meiner Brille mir in dem Moment egal. Ich vermutet schon das ich seltsam angeguckt werde, wenn ich wieder die Brille aufsetzte und meine Umwelt näher betrachten konnte. Aber ich muß mich wohl sehr zusammen gerissen haben. Nun ging es vorerst auf Suche nach bekannten Gesichtern. David hatte mir zwar geschrieben, das sie sich oben hin gesetzt hatten, aber das war mir in dem Augenblick schon wieder entfallen. Nachdem ich dann also unten ein wenig durch die Gegend getorkelt bin, kam ich auf die Idee den Blick in die erste Etage zu wagen. Dort traf ich dann auch auf die anderen und gesellte mich zu ihnen an den Tisch. Kurze Zeit später besiegelte ich den Ausgang des Abends. Halten wir mal kurz fest. Ich kam gerade vom Bierseminar, war schon reichlich abgefüllt und saß nun im El Sol mit einer Cocktail Happy Hour. Der Satz den ich zur Bedienung sagte, formte sich automatisch in meinem Kopf. Ohne das ich es auch nur steuern konnte bestellte ich einen Long Island Ice Tea. Ja, ich weiß, das Geld hätte ich auch bedürftigen Organisationen spenden können, aber ich habe ja schon Blut gegeben.

Der erste Schluck machte Lust auf mehr und vor allem hatte ich einen recht guten Platz. Mir gegenüber saß Christian H. und neben mir saß der Felkl. Heißt so viel wie wir haben ordentlich Scheiße gelabert. Leider kann ich nun in keinem Fall mehr wieder geben worum es dabei ging. Aber wir haben sicherlich ein paar alte Geschichten aufgewärmt und köstlich amüsiert und kräftig weiter getrunken. Und ehe ich mich versah, war mein Cocktail geleert. Aber ich hatte noch Durst. Da sprang dann der Felkl mir einem Vorschlag heran. Warum nicht das praktische mit dem nützlichen verbinden und gleich eine Pitcher bestellen. Auch hier stellte ich auf Automatik und wir hatten wenige Minuten später einen ganzen Pitcher mit Long Island Ice Tea vor uns stehen. So schnell kann es gehen und man ist in dem Sog der nichts vergibt. Aber er war verdammt lecker und ich schmeckte den Alkohol gar nicht mehr. Obwohl Ellen meinte er wäre dann doch sehr stark. Da ich dank meines Zustandes nicht mehr ganz so sicher mit der Hand war kleckerte ich den Felkl auch noch ein wenig Ice Tea auf die Hose. Warum muß ich auch immer die schweren Sachen heben? Nun ja, auch der Pitcher, so groß er auch sein mag neigte sich dem Ende. Doch genug hatte man noch nicht und da mußte ein weiterer Ice Tea rein. Wie schon erwähnt hatte ich keine Kontrolle mehr über meinen Körper. Ich vermute mal die Leber hat übernommen und gab Kommandos die ihr zu Gute kamen. Ich bin sogar der Meinung das wir über einen weiteren Pitcher diskutiert hätten, aber das will ich hier mal nicht so breit treten, denn nachher stimmt das noch. Irgendwie hat meine Geschwindigkeit nach gelassen und alle Augen warteten nun auf mich, das ich endlich meinen Long Island fertig machte. Gesagt getan. Wir verließen das El Sol und da ich ja im Automatik Modus war steuerte ich gleich mal den JT Keller an. Allerdings war der allgemeine Tenor, das wir den Heimweg antraten. Es war auch besser so.

Ein weiteres Problem war die Passagierzahl. Das Auto war ungefähr so voll wie ich, das wusste ich aber schon vorher und habe auch den David im Vorfeld gefragt ob er denn das Risiko aufnehmen würde mich im Kofferraum mit zu nehmen. So kulant war er dann und ich begab mich in den sehr geräumigen Kofferraum. Auf jeden Fall war nun die Hinterachse genügend belastet. Was von Vorteil war, das ich innerhalb kürzester Zeit in das Land der Träume wechselte. Herrlich, ich wachte auf und war zu Hause. So macht Autofahren Spaß. Es war also gegen 0200 Uhr als ich eine letzte SMS verschickte und meine Augen für den Tag schloß. Gefühlte 10 Minuten später öffnete ich die Augen erneut und mußte feststellen, das es bereits 0800 Uhr war. Eine kurzer interner Check teilte mir mit, das es nicht möglich wäre aufzustehen. Wohl aber wurde festgelegt, das noch vor den Mittagsglocken die senkrechte Position eingenommen werden sollte. Der Plan klappte, aber der Tag war voll im Eimer. Ich behaupte jetzt einfach mal das es nicht die beste Idee war nach dem Blut spenden zu einem Biersemniar zu gehen und das 8fache der gespendeten Menge an Ale und Stouts zu trinken. Aber das Gefühl war den Tag allemal wert. Ich verbrachte den restlichen Tag mit Regeneration, da Abends geplant war nach Göttingen zu fahren. Im JT Keller war La Boum Party. Eigentlich ein Pflichttermin.

Über den Tag verteilte wurden diverse Organisationstelefonarufe getätigt und gegen 1830 Uhr fuhr uns dann der Schnitzel nach Göttingen. Uns, das war der Doktor und ich. Der Rest des Stadtberges war schon in Göttingen, da sie noch beim Handball gucken wollten. Sportliche Veranstaltungen locken mich nur, wenn es sich dabei um Eis, Schläger und eine kleine Hartgummischeibe dreht. Ansonsten gehe ich da nur hin um Bier zu trinken. Was ich natürlich beim Eishockey auch mache. Nun ja, da der Doktor und ich definitiv keine Lust hatten beim Handball zu zugucken und dort Bier zu trinken entschlossen wir, das wir vorher in das Thanner’s gehen und dort schon mal prüfen ob die Hefe Weizen immer noch so lecker schmecken. Nach einer kurzen Überraschung fanden wir dann aber auch gleich unseren Platz an der Theke. Die Überraschung war, das im Thanner’s absolut gar nichts los war. Sehr ungewohnt, aber wenn man die Uhrzeit betrachtet, dann relativierte sich das Ganze wieder. Uns hinderte das allerdings nicht daran Weizen zu bestellen. Der Doktor blieb beim Kristall und ich entschied mich für das Hefe. Obwohl mir klar sein sollte, das Schwebstoffe im Bier nie gut sind. Aber es ist verdammt lecker. Ich weiß nicht woran es liegt, aber Hefe-Weizen im Thanner’s sind immer eine Wucht. Es ist wohl das ganze Ambiente und die Erinnerungen die man an den Ort hat. Wir wollen aber hier nicht abschweifen sondern die harten Tatsachen auf den Tisch werfen. Und die waren einfach. Wir tranken Bier und unterhielten uns über dies und das. Hauptgesprächsthema war die Anschaffung des Spiels „Guitar Hero 3“ von Markus. Er war begeistert und ich werde es auch sein. Ich habe nur Angst es bei ihm auszuprobieren. Denn dann werde ich wohl auch den Virus anheim fallen. Die Zeit verflog fast und als dann Markus die SMS bekommen hat, das wir uns dann um 2200 Uhr im Mr Jones treffen, waren auf magische Weise vier Hefe in meinen Magen gewandert. Ich frage mich auch wie das immer passiert.
Der Doktor und ich machten uns dann also auf den Weg und trafen die Stadtberger einen kurzen Fußmarsch später im Mr Jones. Conrady hatte schon mitgedacht und einen Pitcher Long Island Ice Tea bestellt. Irgendwie hatte ich ein Deja Vu, doch das war nur für einen kurzen Moment. Das Zeug verfolgt mich echt. Ansonsten begrüßten wir noch den Rest der Anwesenden. Als da wären Jenny und Fabian, Bemi und Conrady. Die Bedienung ließ sich ein wenig Zeit, was dann von mir mit einem ausgiebigen Toilettengang genutzt wurde. Das Schlimme ist, wenn man erstmal seine Blase entleert hat, dann kommt sie auf den Geschmack und kann nicht mehr so viel Inhalt bei sich behalten. Zum Glück gibt es ja überall sanitäre Einrichtungen. Als dann endlich der Pitcher auf den Tisch stand hatte ich ein wenig Angst den ersten Schluck zu nehmen. Schließlich sollte ich eigentlich noch auf dem Bierzug sein und nicht schon auf den viel schnelleren Cocktailzug aufspringen. Solche Aktionen können ganz schnell in die Hose gehen. Auf der anderen Seite hatte ich ja schon am Vorabend genügend Alkohol konsumiert, da dürfte mein Körper über solche Aktivitäten herzlich lachen. Die Mischung hatte es in sich. Der Barkeeper meinte es richtig gut mit uns. Und ich wage jetzt mal zu behaupten, das die Mischung um Längen besser ist als die im El Sol. Schön stark und der Cocktail selber hatte nur eine leichte Colafärbung, was auf einen hohen Spirituoseninhalt hin wies. Sie war um es kurz zu machen einfach lecker. Der erste Pitcher hielt dann auch nicht lange vor. Besser gesagt, die Trinkgeschwindigkeit war normal, aber wenn man mit drei Leuten an solche einem Pitcher nuckelt, dann ist der schnell mal alle. Da es aber noch zu früh war um in den JT Keller aufzubrechen, bestellten wir kurzer Hand noch einen weiteren. Der eben so lecker war. Nebenbei wurde ordentlich Schieße gelabert. Ich weiß gar nicht wie mein Gehirn ab und an mal auf solche Sache kommt. Aber es passiert. Wir hatten jedenfalls jede Menge Spaß, auch wenn die jungen Mädels am Nebentisch das nicht so sahen. Aber man kann es ja nicht jedem Recht machen. Nachdem dann der zweite Pitcher geleert wurde, wurde es Zeit in den JT Keller zu verlegen. Endlich, darauf freute ich mich schon den ganzen Abend. Zunächst mußte allerdings die Treppe gemeistert werden. Im Mr Jones ist die recht schmal und auch recht lang. Aber ohne größere Probleme bin ich unten angekommen, wobei ich froh war das es Geländer an beiden Seiten der Treppe gab.

Als wir dann nach einem kurzen Fußmarsch durch die Stadt am JT Keller angekommen waren, war ich erst der Meinung das ich schon zu viel getrunkne hätte, denn die Schlange war unglaublich lang. Es konnte also nur so sein, das ich alles doppelt sah. Und auch dann wäre sie noch zu lang gewesen. Leider sah ich nicht doppelt. Auf der einen Seite war das gut, denn so wusste ich das noch eine Menge rein ging, auf der anderen Seite war die Schlange wirklich so lang. Sie reichte fast über den ganzen Marktplatz. Schöne Scheiße. Wir machten den verzweifelten Versuch uns anzustellen, doch nach wenigen Minuten merkten wir das es so gar nicht vorwärts ging. Dann telefonierte ich noch mit Schnitzel, der zufälligerweise gleich gegenüber im El Sol saß und der mir mitteilte, das die Schlange schon seit zwei Stunden so lang sei. Na da kam aber Freude auf. Wir entschlossen dann im kurzen Abstimmungsverfahren, das wir nicht weiter anstanden, sondern gleich in eine andere Lokalität verlegen würden. Mein Herz weinte ein wenig, denn ich freute mich sehr auf den Abend im JT Keller. Nicht nur allein wegen der tollen Getränke, sondern auch wegen den ganzen hübschen Frauen. Aber die sollte es ja woanders auch geben. Unterwegs wurden dann die ersten Stimmen laut, das wir doch in das Savoy gehen könnten. Meine Stimmung sank auf dem Punkt. Im direkten Vergleich zum JT Keller versagt das Savoy auf ganzer Linie. Die Musik ist definitiv nicht mein Geschmack und das Klientel auch nicht unbedingt. Die Frauen dort sind zwar meisten auch recht hübsch, aber haben meistens auch einen an der Klatsche, was mich zu der nächsten Feststellung führt: Warum haben die meisten hübschen Frauen einen Vollpfosten zum Freund. Wer im StudiVZ angemeldet ist, kann dort auch in die entsprechende Gruppe eintreten. Aber bis zum Savoy war noch ein langer Weg und der führte am 6 Millionen Dollar Club vorbei.
Immer eine gute Adresse. Ein kleiner Winzclub, aber meistens ist die Stimmung gut und es gibt günstige Getränke. Der Long Island entwickelte sich mehr und mehr zu meinem Alternativgetränk zum Havana Club. Allerdings liegt die Betonung auf Alternativ, denn an Havana kommt so schnell keiner ran. Im Inneren des Clubs gab es dann Reggae und jede Menge dunkele Männer. Was aber dem Genuß von Long Islands nicht im Wege stand. Auf jeden Fall besser als Savoy. Dem ersten Long Island folgte dann och ein weiterer und ich konnte die Truppe nicht aufhalten. Wobei ja die Unterhaltung im Club sehr gut war. Es gab zum Beispiel einen Frodo Beutlin Kollegen, der lustig zu den Reggae Rhythmen durch die Bude sprang und dabei auf einer Blockflöte blies. Da er die Fingerfertigkeit wohl nie gelernt hatte kam auch nur ein Ton raus, der aber erstaunlich gut zu der Musik passte. Vielleicht lag es auch an der unglaublichen Menge an Alkohol die ich bereits vertilgt hatte, das mir gewisse Ungereimtheiten in der Melodie nicht mehr auffielen.

Das Schicksal war besiegelt und wir setzten unsere Reise durch die Nacht in das Savoy fort. Meine Stimmung ging gerade bergab. Da es anscheinend auch im Savoy voll war, sah es erst so aus, als ob es voll war. Doch da wir ja eine hübsche Frau, namentlich Jenny, dabei hatten kamen wir bevorzugt rein. Es stimmt schon, Jenny ist eine Hübsche, aber spricht es eigentlich nicht gegen den Laden, das wir nur rein gekommen sind, weil wir Jenny dabei hatten? Ich weiß nicht, wenn ein Laden schon so eine Politik an den Tag legt, dann kann man auch gleich Gesichtskontrolle zu der ganzen Geschichte sagen. Und man ist den Türstehern gnadenlos ausgeliefert. Sorry, aber auf so einen Streß am frühen Morgen habe ich keinen Bock. Aber wir waren ja drinnen und stürzten uns in das Getümmel. Da wir oben irgendwie nicht so lange stehen bleiben wollten, aus welchen Gründen auch immer ging es gleich runter in die Hardcorezappelhölle. Hier wurde dann Techno der extra klasse gespielt. Ich hatte gleichzeitig das Gefühl, das ich ganz schnell mehrer Liter hochprozentigen Alkohol in mich rein kippen müsste, damit ich die geballte Power an Coolness aushalten konnte. Doch woher nehmen wenn nicht hinter der Theke wegstehlen. Außerdem ballt sich immer da die Coolnesspower oder wie ich sie liebevoll nenne, Spackenpower, dort wo es am Engsten ist. Zwischen Theke und Tanzfläche. Man schiebt sich also an Pseudomuskelprotzen, die ihre Aufgepumptheit gewissen eiweißhaltigen Getränken und einem vielleicht nicht immer legalen Stoff namens Anabolika zu verdanken haben. Seltsamerweise ergatterten wir eine Sitzecke und ich konnte mir das ganze Schicksal sitzend angucken. Da aber der Rest der anwesenden Gäste stand, sah ich eine Menge Ärsche. Wenn es nun weibliche Ärsche gewesen wären, wäre das auch nicht weiter schlimm gewesen, aber es waren allesamt Kerle. Naja, zum Glück hatte ich Bier.
Nach ein wenig Lästerei mit dem Bemi zusammen und zwei weitern Bieren wollten Fabian und Jenny und Bemi dann plötzlich los. Ein kurzer Blickwechsel mit Conrady und dem Doktor verreit mir aber das wir noch lange nicht los wollten. Also verabschiedeten wir die drei kurz und verlegten unseren Standort eine Etage höher. Da ist die Musik für kurze Zeit mal nicht Scheiße und man sieht nicht ganz so coole Leute. Aber mich überzeugte die ganze Geschichte nicht wirklich. Wir standen auf einem Art Balkon und hatten so die übersicht über die Masse an Menschen. Ein Blick in die anderen Gesichter verriet mir aber, das es Zeit wurde für einen zweiten Versuch in den JT Keller einzudringen. Also macht eich den Vorschlag und erntete gleich zustimmende Meinungen. Die Uhr zeigte mittlerweile 0230 Uhr und eventuell hat man Glück. Nach der Bezahlung an der Kasse entschieden wir uns dann aber kurzfristig, das es besser wäre einen Döner einzuwerfen. Schließlich macht das ja einen ganz fantastischen Atem. Wenn wir aber ehrlich sind, dann war an Frauen ansprechen gar nicht mehr zu denken, denn man hatte ja nun schon etliche Liter Alkohol in sich vergraben. Verglichen mit den Toilettengängen war die Menge die man wieder frei gelassen hatte verschwindend gering. Und der Alkohol entfaltet schon vollends seine Wirkung. Keiner von uns konnte noch fehlerfrei einen deutschen Satz bilden und der Gleichgewichtssinn war auch schon leicht gestört. Aber wir waren ja unter uns und konnten uns so viel Döner reinkloppen wie wir wollen. Außerdem war es nicht mehr sicher, ob wir überhaupt nun Einlass im JT Keller gewährt bekommen. Dieser kleine Imbiß hat auf jeden Fall genügend Glückshormone ausgeschüttet, so daß wir frohen Mutes Richtung Keller gehen konnten. Und dort war uns das Glück weiter hold, wir kamen ohne eine Minute anzustehen rein. Es war geschafft, das Ziel einer langen Reise.

Ich wollte am liebsten gleich auf die Knie sinken und Gott danken, aber dann lockte schon die Theke mit ihren gekühlten Getränken. Nach einer kurzen Desorientierung durch das alte Brillenproblem schlug ich instinktiv den Weg zur Tränke ein. Allein auf dem Weg dorthin wurde mein Gehirn mit Sinnesüberreizungen überflutet. So viele hübsche Frauen auf einem Fleck bot nur der JT Keller. Als studierter Mensch könnte ich anfangen eine Theorie über Schnitten-Dichte und Wahrscheinlichkeiten aufzustellen, aber das würde dem ganzen Erlebnis „JT Keller bei der La Boum Party“ nicht gerecht werden. Der JT Keller lohnt sich eigentlich immer und er bietet alles. Gekühlte Getränke, hübsche Frauen und eine angenehme Atmosphäre. Man beachte bitte die Reihenfolge. Doch folgen wir dem Instinkt und begeben uns an die Theke, der Ort der immer überfüllt ist. Doch als gewiefter Biertrinker kommt man schon irgendwie an die Reihe. Die Grundversorgung ist also sicher gestellt. Der Doktor fackelte nicht lange und ging gleich in den Nahkampf über. Besser gesagt er wollte sich irgendwo anlehnen und da bietet sich einfach einer der großen Bögen an die die Decke abstützen, Stichwort Gewölbekeller. Leider stand da schon wer. Anders ausgedrückt, um einen Platz im JT Keller zu finden an dem noch keiner steht, muß man schon um 1500 Uhr da hin gehen und sich dann nicht mehr vom Fleck rühren. Conrady und ich beobachteten die Szene mit großem Interesse wussten wir doch um den Zustand vom Doktor. Und der war immens alkoholisch. Woher wir das wussten? Ganz einfach wir addierten unseren Zustand, nahmen die Quersumme und kamen dann irgendwie auf den Schluß, das der Doktor in einem ähnlichen Zustand sein würde. Seine Gesprächspartnerin war allerdings an einem ähnlichen Ort in der wunderbaren Welt des Alkohols. Wenn sich da mal nicht zwei Seelen getroffen haben. Doch wie sollte es anders sein, kam der Doktor nach einer geschätzten halben Stunde zurück und meinte das die junge Dame total stramm wäre. Was für eine Überraschung. Nüchtern war er zwar auch nicht mehr, aber das mußte er sich dann auch nicht antun. Wie er meint.

Während dieser ganzen Aktion trafen wir dann auch noch auf Tallau und Topper, die sich auch sehr früh in den JT Keller verirrt hatten. Sie waren wohl einige von den Glücklichen die schon frühzeitig da waren und nicht anstehen mußten. Nun ja, Topper sah definitiv so aus. Aber hielt noch kräftig mit. Wie schon erwähnt ist der Platz den man zur freien Verfügung hat im JT Keller arg beschränkt. Ich vermute mal es sind pro Besucher wenige cm². An sich ja nicht schlimm, denn so ist man ständig in Bewegung, man muß nur aufpassen, das man nicht in einen Strom gerät oder sich plötzlich auf der Tanzfläche wieder findet. Durch die ganze Eigenbewegung der Masse findet man sich auch schnell dabei seine Hüften rhythmisch im Takt zu schwingen. Passt man hier nicht auf, ist man ruck zuck um Tanzrausch und schwitzt das teuer erstanden Bier in seine Klamotten auf der Tanzfläche. So stand auch ich in der Nähe der Theke, eigentlich einem Platz an dem man vor Tanzattacken sicher sein sollte. In einer Unterhaltung vertieft wurde ich also von hinten ein wenig angeschubst. Für mich ein Zeichen ein wenig Platz zu machen, da ich vermutete, das hinter mir Jemand lang gehen wollte. Automatisch geht man dann kurze Zeit später den kleinen Schritt wieder zurück um den Privatbereich seiner Mitmenschen nicht zu sehr zu beschneiden. Da war dann schon wieder dieser sanfte Rempler und auch nach dem kleinen Schritt war er wieder da. Das ganze Spiel wieder holte sich noch ca. fünf Mal, bis ich mich dann umdrehte und wissen wollte warum man nicht einfach vorbei gehen würde. Als ich dann merkte das mich zwei hübsche Augen aus einem ebenfalls hübschen Gesicht anblickten. Ich wurde angetanzt und gleichzeitig angelächelt. Da ich aber schon seit etlichen Stunden auf dem Schnellexpress in das Vollrauschland unterwegs war arbeiteten meine Synapsen dementsprechend langsam. Es war also würden sie die ganze Zeit im ersten Gang einen Berg mit 80% Steigung hoch fahren und hatten vergessen das sie noch die Handbremse angezogen hatten, da sie vorhin ja anfahren am Berg geübt hatten. Kurz gesagt, ich machte ihr ein wenig mehr Platz, erwiderte aber das Lächeln. Anscheinend hatte ich einen Magneten in meiner Gesäßtasche, denn wenige Minuten später wurde ich wieder leicht angeschubst. Diesmal dauerte das Umdrehen nicht ganz so lange und ich bemerkte das die blonde, kurzhaarige und äußerst hübsche junge Dame wieder hinter mir stand. Nun wäre eigentlich die Zeit vielleicht ein paar Worte zu wechseln. Doch ich war ja im Schnellzug unterwegs und war auch noch dran die nächste Runde zu holen. Im Anschluß wollte ich dann noch schnell meine Blase entleeren und suchte die sanitären Einrichtungen auf. Dort wurde mir dann auf sehr abstrakte Weise klar, das sie mich vielleicht antanzte, weil sie mich kennen lernen wollte. Wäre ich jetzt in einem schlechten Teenie-Film gewesen, dann hätte man nun eine Kameraeinstellung der Tanzfläche gesehen und seinen sehr lauten „Ich bin so blöd“-Aufschrei gehört. Aber ich dachte mir das alles nur. Doch leider tanzte sie nicht mehr so ganz in unserer Nähe, als ich mich dann endlich wieder durch die Mengen gekämpft hatte. Wir hatten aber noch ein paar Mal Blickkontakt, was mich ein wenig hoffen ließ.

Zwischenzeitlich bin ich dann auch auf Mischungen umgestiegen, in dem Wissen, das sie teurer sind als Bier. Aber dafür bekam man auch ein ordentliches Glas. Das erste Glas ließ ich noch normal, doch eine kurze Geschmacksprobe verriet mir, das für meinen Geschmack zu wenig Havana Club (Hat jemand was anderes erwartet?) in dem Glas vorhanden war. Also gab ich entsprechende Hinweise bei meiner nächsten Bestellung und der Barkeeper verstand mein winken mit dem Zaunpfahl und gab mir etwas zu trinken, das nicht nur meine Geschmacksknospen zum jubilieren brachte sondern auch eine sofortige Ausschüttung an Glückshormonen brachte. Ich setzte nun ein verträumtes Lächeln auf und hoffte, das die kleine Blonde mich noch mal antanzen würde. Konsequenzen waren mir zu dem Zeitpunkt egal. Der ersten Mischung folgten noch ein zwei weitere und die Uhr ging so langsam auf die frühen Morgenstunden zu. Conrady verließ uns so gegen 0430 Uhr und der Doktor und ich hielten noch ein wenig länger aus. Gegen 0500 Uhr verließen wir dann die Lokalität. Die kleine Blonde und ich hatten zwar noch ein paar Blickkontakt und ich las aus ihren Blicken, das ich doch mal auf die Tanzfläche kommen sollte, aber mein Zeitfenster war schon vorüber. Es war eigentlich im Thanner’s schon vorüber. Da sie kurz vor uns den Keller verließ gab es auch nichts mehr was mich noch dort hielt. Obwohl man sagen muß das immer noch gut was los war. Doch für uns sollte der Abend nicht vorbei sein. Der Doktor wollte nun noch unbedingt in das Exil, also gingen wir dort hin. Man soll aber nicht annehmen, das in jedem Laden in Göttingen so viel los ist, wie im JT Keller. Im Exil wischten sie sogar schon den Boden, was den Doktor nicht davon abhielt trotzdem an der Theke nach Getränke zu fragen. Die gab es aber nicht. Dafür war noch ein Pärchen anwesend, die dann vom Doktor erstmal belagert wurden. Das Mädel hatte noch Kekse dabei und wurde vom Doktor mit Janina bezeichnet. Ich wollte gar nicht wissen, warum er sie so nannte, aber er bekam einen Keks von ihr. Vollkorn mit 52 Zähnen. Sein Gesicht sprach Bände und seine Aussage bestätigten diese Bibliothek. Unser Plan war es also weiter zu ziehen um den traditionellen Abschluß bei Wölfis anzutreten. Janina, deren wirklichen Namen wir wohl nie erfahren werden, und ihr Begleiter setzten ihren Weg in eine andere Richtung fort, wofür ich vollstes Verständnis hatte. Unser Zustand war nun definitiv so weit, das wir sofort und ohne Umwege den Heimweg hätten antreten können. Doch da war ja noch die Sache mit Wölfis.

Das Taxi hielt wenige Minuten später bei Wölfis. Wölfis ist die klassische Lokalität in Göttingen, wenn man morgens früh um 0540 Uhr noch Hunger auf ein Schnitzel hat. Also trafen wir dort auch Tallau und führten uns noch ein Schnitzel zu Gemüte. Man sollte kaum glauben, was dort in den frühen Morgenstunden noch so alles los ist. Vor allem wen man da noch alles trifft. Es ist ein Jammer, das der Laden am Ende des Monats die Pforten schließt. Wer also noch mal ein gutes Schnitzel genießen möchte, der lenkt seine Schritte zu Wölfis. Das schlägt McDonalds und Burger King jedenfalls um Längen! Es folgte nun eine wilde Telefoniererei, bei der wir versuchten ein Taxi zu bekommen. Sagen wir mal so, der Doktor und ich aßen Schnitzel und Tallau telefonierte durch die Gegend. Gefahren hat uns dann ein gerade anwesender Taxifahrer für eine einigermaßen anständige Summe. Gegen 0715 Uhr stieg ich dann in Westerode aus und ging die letzten paar Meter nach Hause und direkt ins Bett. Als der Regen so in mein Gesicht regnete, wurden mir ein paar Dinge klar. An diesem vergangenen Abend habe ich mal wieder eine Chance versiebt. Ich muß daran arbeiten, solche Dinge früher zu erkennen und dann auch entsprechend zu handeln. Außerdem wird man vom Regen naß und meine Schuhe haben ein Loch. Weiterhin wurde mir klar, das der schon angebrochene Sonntag kein Zuckerschlecken wird. Ich entschied so lange zu schlafen, wie es mein Körper zu ließ. Erfahrungsgemäß sollten das drei Stunden sein, dann würden die Magenkrämpfe anfangen.

Ich hatte Recht, doch um meinem Körper zu zeigen wer hier der Chef ist, bleib ich trotzdem liegen. Nun muß ich noch die Sache mit meinem Gehirn auf die Reihe kriegen, dann sollte das mit der Hochzeit vor meinem 30sten Geburtstag noch problemlos klappen. Wie war noch mal die Adresse mit den osteuropäischen Katalogbräuten?


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