Business as usual

Als ich Freitag von der ultraharten Arbeit nach Hause gekommen bin, war ich noch frohen Mutes. Endlich wieder ein normales Wochenende ohne Verkleidung und ohne Schmücken diverser Wagen. Naja, so ruhig vielleicht nicht, denn am Samstag stand die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr an, aber die war ja erst am Samstag. Während ich so meinen Plan für das Wochenende zurecht legte, schlich sich durch eine gut verrammelte Hintertür ein kleiner Gedanke ein und verbreitete seine Propaganda in meinem Hirn. Er fing an diverse Synapsen zu überreden, ob es vielleicht nicht besser wäre zu Hause zu bleiben und sich endlich mal auszuruhen. Und plopp hatte ich Kopfschmerzen bekommen, während ich an meinem Bericht des Jugendfeuerwehrwartes feilte. Ich telefonierte noch ein wenig mit dem Schnitzel und er sagte mir dann etwas später, das man sich um 2100 Uhr im Feuerwehrhaus trifft. Was dem verräterischen Gedanken zum Vorteil kam, war die Radtour. Aber das Wetter war gut und ein wenig Bewegung schadet ja nie, mir schon gar nicht. Ich schwang mich also um kurz vor 2100 Uhr auf mein Fahrrad und radele durch die kühle Abendluft zum Feuerwehrhaus. Das bewirkte Wunder, denn die Kopfschmerzen waren weg und ich hatte einen gesunden Durst entwickelt.

Am Feuerwehrhaus angekommen erwartete mich einzig und allein der Philip, der zitternd in seinem Auto saß. Mir dagegen war äußerlich auch kalt, doch innerlich machte sich eine wohlige Wärme breit. Dieses Wechselspiel ging dann im mollig warmen Feuerwehrhaus weiter und ich konnte dem Ganzen nur Abhilfe schaffen, in dem ich mir erstmal ein schönes kaltes Pils zu Gemüte führte. Nach einer kleinen Radtour schmeckt ein Bier doch ganz anders. Es schmeckt irgendwie verdient. Es schmeckt besser. Und es geht viel schneller in den Schlund. Also wird nicht lang gefackelt und die zweite Fuhre wird eingefahren. Zum Glück ist mittlerweile der Kim gekommen, so daß ich nicht von meiner idealen Sitzposition aufstehen mußte. Um sich die Wartezeit zu vertreiben lief das TV-Gerät nebenbei. Was soll ich sagen, das Freitagabend Programm lässt wirklich zu wünschen übrig. Kein Wunder das sich die halbe Nation betrinkt. Aber man sollte ja bei mangelndem Fernsehprogramm nicht gleich zur Schnapspulle greifen. Wie wäre es mal mit einem guten Buch oder einem Gesellschaftsspiel. Dabei kann man ja auch ein paar Pils vernichten und dann mit verschärften Regeln spielen. Zum Beispiel Monopoly. Anstatt den Betrag auf der Schloßallee zu bezahlen kann man auch alternativ den Betrag durch hundert teilen und die Zahl dann an Schnäpsen trinken. Das wird mal ein lustiges Monopoly. Oder man stelle sich die Möglichkeiten bei Risiko vor. Kämpfe werden nicht mehr ausgewürfelt, sondern aus getrunken. Ich sollte mich mit meinen Ideen mal an einen großen Spielehersteller wenden.

Ein paar Pils später kam dann auch der Schnitzel endlich an und wir machten uns über die eigentliche Abendplanung Gedanken. Naja, Gedanken machen mußten wir nicht viel, denn wirkliche Alternative gab es nicht wirklich. Um es kurz zu machen, aus dem riesigen Freizeit- und Abendgestaltungsprogramm das man in Duderstadt geboten bekommt, haben wir uns spontan für die Werkstatt entschieden. Schließlich waren wir da schon seit längerem nicht mehr gewesen und wir wollen ja nicht das Eberhardt uns vergisst. Doch für die Werkstatt mußte noch einiges für den Alkoholpegel getan werden. Also wurde die Pilszufuhr erhöht. Es stieß dann noch der Tobi zu uns und wir wären eigentlich komplett gewesen. Doch halt, der Kai fehlte ja noch. Der hatte mal wieder Ausgang von zu Hause bekommen und war aber noch auf der Ortsratsitzung. Zeit für mehr Bier. Philip enttäuschte mich dagegen auf ganzer Linie. Erfaselte irgendwas von keinem Bock und Werkstatt wollte er nicht schon wieder. Er würde lieber nach Hause gehen. Ich glaubte ich hatte was am Ohr und fragte noch mal nach. Doch ich hatte mich nicht verhört, er wollte tatsächlich nach Hause. Gut, er kam schon mit seiner Lieblingstrinkerhose in das Feuerwehrhaus, aber das heißt meistens nichts. Also bleiben nur noch Tobi, Schnitzel und ich über. Und der Kai, der aber noch bei einer Sitzung war. So sagte er uns. Aber mit ziemlicher Sicherheit stand er schon wieder an der Theke und haute sich ein paar Pils in den Kopf. Ich kenne doch solche Veranstaltungen. Schnell, schnell vorbei und dann ab an die Theke, wo dann nach mehreren Pilsen und Hochprozentigen Sachen die Politik gemacht wird.

Wir sollten Recht behalten und da spielt der Schnitzel nicht mit. Er setzte Kai ein Ultimatum und Kai konterte mit einer seltsamen Uhrzeit. Sollten da schon genügend Hefekulturen sein Gehirn bevölkert haben. Vielleicht ist er auch durch die Dorfgehirnwäsche gegangen. Die Kutsche wurde jedenfalls rechtzeitig bestellt und Kai war nicht fertig. Also verschärften wir das Ultimatum. Auch das hielt er gerade so ein. Doch die Krönung war dann das er sich noch umziehen mußte. Wir beschlossen mit absoluter Mehrheit, das er nun das Taxi bezahlen mußte. Student oder nicht. Das stieß natürlich auf Protest seinerseits und ich unterstützte ihn mit einem Euro, soviel fehlte nämlich noch an der Summe. Manchmal ist es schon bitter, wofür bekommt er denn Bafög?

Ich brauchte gar nicht erst in die Werkstatt zu gucken um vorauszusagen, das nichts los sein wird. Die Leere, die einen förmlich an der Kasse erschlug, ließ sich einfach nicht verstecken. Ein kurzer Blick auf den überdimensionalen Veranstaltungsplan teilte mir mit, das es XXL-Ladies Night ist. Fragt sich nur wie das XXL zu verstehen ist. Sind die Ladies XXL oder sind die Aktionen für die Ladies XXL. Verhält sich das so wie mit dem Babyöl oder dem Schützenverein (Komm in den Schützenverein, treffe Freunde!)? Auch wenn ich ein wenig verwirrt war, war ich auch neugierig. Ende vom Lied, es war gar nichts XXL, es war einfach nur nicht voll. Wir wollen doch die ganze Geschichte mal von der Optimistenseite betrachten. Derart gar nicht überrascht führte uns der Weg direkt zur Theke wo die übliche Diskussion los ging. Flasche oder nicht? Herumgedruckse seitens des Musterstudenten und eine Entscheidung von Tobi später stand dann auch schon die Flasche Wodka vor uns. Mit Red Bull. Sollte ich es wagen? Mein Kopfkino präsentierte mir sofort einen Film vom Folgetag. Ich würde nach wenigen Stunden Schlaf aufstehen, da der Red Bull meinen Kreislauf auf 7500 U/min beschleunigte. Mein Magen verlangte nach Nahrung, die er gar nicht verkraften würde. Ich wäre bis zum frühen Nachmittag ein Wrack. Und schon war die Vorstellung auf schon wieder vorbei, denn mir wurde die erste Mischung kredenzt. Na dann, auf einen gelungenen Samstag!

Die Mischungen liefen besser rein als ich angenommen hatte. Auch wenn Tobi die ersten Gläser bis zum Rand voll mehrte. Er war definitiv zu lange in Obernfeld unterwegs gewesen. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren, sondern lieber mal gucken wer denn alles so anwesend war. Hmm, besser doch mehr trinken, war die erste Entscheidung. Ganz so vernichtend wollen wir dann mit Urteil aber doch nicht werden. Die eine oder andere der anwesenden Damen sahen ja gar nicht so verkehrt aus. Vielleicht improvisierten sie ihr ja Aussehen ja noch im Verlauf der Flasche Wodka. Man wollte es drauf ankommen lassen. Die Flasche wurde immer weniger und die Frauen sahen nicht wirklich attraktiver aus. Ich habe es bisher einmal mitbekommen, das eine Frau während des Konsums von Alkohol meinerseits hübscher wurde. Besser gesagt, meine Einstellung ihr gegenüber hat sich geändert. Und auch das kann ich nicht hundertprozentig auf den Alkohol zurückführen. Es war eher Attraktivität auf den zweiten Blick. Zu Beginn dachte ich das hier ja gar keine Schnitten herum standen. Und nach drei Glühweinen, fand ich sie doch recht hübsch. Allerdings hat sich diese Einstellung bis heute nicht geändert. Wenn ich ihr heute begegne dann finde ich sie immer noch recht hübsch. Daher komme ich zu dem Schluß, das mir ihre Vorzüge erst beim erneuten Hingucken aufgefallen sind. Frauen oder eben auch Männer schön trinken, gibt es nicht. Wenn man Jemand nicht attraktiv findet, dann ändern auch mehrere Liter Schnaps nicht daran. Wenn so was passiert, dann sind das meistens Kurzschlußreaktionen. Ob nun gute oder schlechte, stellt sich meistens erst später heraus.

Die Flasche ging so langsam dem Ende zu, als dann Porno die Tanzfläche betrat. Keine Angst er betrat sie nicht wirklich, das war nur eine Umschreibung dafür, das Porno in der Werkstatt angekommen ist. Er hat mir schon den ganzen Abend geschrieben und wollte halt wissen was denn los sei. In meiner abgrundtiefen Ehrlichkeit habe ich ihm gesagt, das in der Werkstatt der Bär steppt und es in wenigen Minuten freie Getränke für alle gibt. Ich habe die Wahrheit halt ein wenig gedehnt. Porno kam aber nicht alleine sondern brachte Hüfte und Käthe mit. Käthe war extrem gut drauf. Könnte auch daran gelegen haben, das sie sich auf der Geburtstagsparty, von der die drei gerade kamen, ordentlich einen reingeballert hat. Ihr Schatzi war schon zu Hause und sie wollte halt noch ein wenig auf die Piste gehen. Auf die Frage ob ich denn mit zum Tanzen kommen würde, mußte ich leider mit Nein antworten. Ich schob die Ausrede mit der Kriegsverletzung vor. Von Tanzen hatte ich erstmal genug. Die Prinzessin hat meinen Jahresbedarf an Tanzen schon aufgebraucht. Und es ist erst der Anfang des Jahres. Von den Veranstaltungen die da noch kommen, möchte ich gar nicht anfangen. Ich muß demnächst anfangen mir eine Liste mit Ausreden zusammen zu stellen, damit ich nicht immer die gleichen verwende, wenn ich ich zum Tanzen gezwungen aufgefordert werde. Außerdem hatte die Flasche Wodka gerade ihren letzten Atemzug getan. Wir wurden vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt. Die aber schnell beiseite geräumt wurde. Die nächste Flasche Wodka brauchte ja Platz auf der Theke.

So standen wir also in der Werkstatt, die zweite Flasche am Start und keiner konnte noch richtig geradeaus gucken. Außerdem hatte sich eine Favoritin herauskristallisiert, die anscheinend ebenso wenig gerne tanzte wie ich. Während ihre Freundinnen auf der Tanzfläche abzappelten, harrte sie am Tisch aus. Und sah um Längen besser aus als ihre Freundinnen. Ich zeigte mich von meiner besten Seite und trank wie ein Weltmeister und heuchelte Desinteresse. Eigentlich hätte ich rüber gehen sollen und ihr Gesellschaft leisten. So waren jedenfalls die klaren Befehle meines Willens. Da aber die Befehle in meinem Körper per Stille Post weiter gegeben werden, kam am Ende dabei raus, das ich wie festgemauert an der Theke stehen bleibe und mir eine Mixtur nach der anderen rein knalle. Von nichts kommt nichts. Vielleicht kommt sie ja auch mal rüber zu mir. Und wenn ich schon beim wünschen bin, dann hätte ich gerne eine Kiste Becks die niemals alle wird.

Käthe kam ab und an von der Tanzfläche und wir erfanden einen brandneuen Hockertanz. Käthe stand tanzend hinter mir und ich gab mein Bestes auf dem Hocker. Sah jetzt für den Außenstehenden sehr abstrakt aus, aber Hauptsache Käthe und ich wissen was wir da gemacht haben. Leider sind sie dann kurz darauf abgehauen. Vielleicht ist ihnen ja bei meinem Tanzstil schlecht geworden, ich kann es nicht mit Gewissheit sagen. Nur eins stand in Fels gemeißelt. Die Flasche Wodka, die noch geleert werden wollte. Für Kai, Schnitzel, Tobi und mich absolut kein Problem. Die Flasche neigte sich dem Ende und meine Favoritin hat mittlerweile auch den Saal verlassen. Ich rede mir ja gerne Sachen ein und vermute jetzt mal, das sie mich des öfteren erwischt hat, wie ich mit offenen Mund und sabbernd scheinbar geistesabwesend in ihr Richtung geblickt habe. Und ich meine gesehen zu haben, das sie beim Verlassen ein kurzes Lächeln in meine Richtung geschickt hat. Vielleicht fand sie es auch nur witzig, wie Kai versuchte auf einem Hocker zu sitzen. Ich werde es nie erfahren. In dem Moment als sie mich passierte, wollte ich eigentlich aufstehen, mich vorstellen und sie in ein Gespräch verwickeln. Als aber der Stille Post Befehl durch die hart umkämpfte Leberregion durch gekommen war, hat sie bestimmt schon eine halbe Stunde in ihrem Bett geschlummert. Und wieder ein Strich auf der verpassten Chancen Liste. Ich sollte mir schnellsten eine A0-Rolle besorgen.
Auf dem Heimweg packte uns der akute Hunger und wir befahlen der Kutschfahrerin einen Zwischenstop bei Fast Food Riesen zu machen. Wir würden auch rein gehen, da die simultane Abarbeitung unserer Bestellung bestimmt schneller ging. Leider wird Fast Food bei McD in Schriftgröße 1,3 geschrieben, dafür bekamen wir unsere Burger frisch zubereitet. Schön war auch zu sehen, wie Schnitzel ein wenig Konversation betreiben wollte. Dabei aber von Kai in die Parade gefahren wurde, der wieder mal zu stänkern anfing. Tobi und ich standen abseits und versuchten die Löcher in der Decke zu zählen. Schnitzel war sehr geduldig und brach seine angefangene Konversation ab und beobachtet Kai beim meckern. Wir wissen schon wie man neue Freunde gewinnt. Nachdem dann alle mit Fresspaketen versorgt waren setzten wir den Weg heimwärts fort. Für die anderen endete der Weg in Westerode, ich allerdings mußte mein Drahtesel noch bis nach Esplingerode bringen. Kühle Nachluft hält einen wirklich wach. Und nach einem kurzen Ritt war ich dann zu Hause. Ich verzichtet dann aber auf ein Bier, da die frische Nachtluft und die kräftezehrende Radtour meinen Kreislauf ein wenig zusetzten. Mir war ein wenig schwindelig. Am Wodka kann es nicht gelegen haben.
Der Samstagmorgen war gar nicht so wie er mir in der Vorschau gezeigt wurde. Ich war zwar früh wach, was an meinem Herzen lag, das dank Doping mit dreifacher Geschwindigkeit lief, aber die erwartete Übelkeit bleib aus. Was war anders als sonst? Die Radtour, da muß es gewesen sein. Oder aber, mein Körper hat nun das Karnevalswochenende als neue Referenz eingespeichert. Dagegen war der Freitagabend ein Kindergartenausflug in die Molkerei gewesen. Ich freute mich aber über meine wunderte Kondition und freute mich noch mehr auf die Probefahrt mit dem neuen Auto meines Bruders. Die Autobahn bei Heiligenstadt ist fantastisch um ein Auto mal auszufahren. Vorher mußte ich allerdings in der Mehrzweckhalle antanzen, denn da wollte die Jahreshauptversammlung vorbereitet werden. Hieß so viel wie Tische schleppen und den Ortsbrandmeister fertig machen. Ich war außerdem froh, das ich meinen Bericht schon fertig hatte und somit den Nachmittag frei.

Wie schon erwähnt ging es abends zur JHV. Eigentlich immer eine recht spaßige Angelegenheit, wenn da nicht ein Punkt auf der Tagesordnung wäre, der sich ”Bericht des Jugendfeuerwehrwartes über das Jahr 2007″ schimpft. Schreiben kann ich gut, aber reden vor vielen Leuten geht nicht so gut. Oder aber ich knall mit ordentlich einen rein, das es mir egal ist. Das bringt nämlich auch mit sich, das die Menge zu der ich spreche auch schon einen im Kahn hat. Und mir ist es egal. So aber, mußte ich mich zurückhalten, damit ich gewisse Wörter die über 10 Buchstaben und eine zufällige Folge der Buchstaben i, n, s, t, noch ein paar i, ab und an ein o und p haben, fehler- und vor allem nuschelfrei aussprechen kann. Aber noch war es nicht so weit. Ich betrat die Mehrzweckhalle und begrüßte die wenigen dort Anwesenden. Der gute Timo hat mich gleich erstmal mit Pils versorgt. Mein Kuss-Cousin und Firmkind. Er weiß was mit gut tut. Doch eine kleine ermahnende Stimme in meinem Kopf ließ verlauten, das ich ja noch einen Bericht vorzutragen hätte. Ich sagte der Bier-bestell-Stimme Bescheid, das sie mal für Ruhe sorgen sollte. Aber sie hatte ja Recht. Ich fuhr also mein Getränkekonsum unmerklich zurück.

Wir begannen wie immer mit dem Essen und dank der schon aufkochenden Nervosität hatte ich keinen richtigen Appetit. Ich hielt mich also bei dem Gemüse und den Kartoffeln dezent zurück und damit ich wenigstens mein Schnitzel genießen konnte. Dann ging es auch schon los und die Uhr tickte immer schneller. Die Reden der Anderen waren viel zu kurz. Mein Bericht ist denke ich ganz gut. Ich gebe mir immer Mühe und versuche mich so knapp wie möglich zu halten. Der regelmäßige Leser weiß, das ich es nicht immer hinbekomme. Das Schlimme wenn man dann so einen Bericht schreibt, ist, das ich mich gerne mal zu weblog-Äußerungen hinreißen lasse. Dann tauchen da so Sätze auf wie ”Eine Horde Schimpansen hätte das besser hin bekommen“ oder ”Haben die Wertungsrichter vorher illegale Substanzen geraucht?“. Wenn man dann vor den Kameraden steht muß man dann hier schnell improvisieren. Außerdem neige ich dazu schnell zu reden, was vieles unverständlich macht. Wenn ich aber langsamer spreche, dann gerate ich zu schnell in den Vorlesetrott. Es soll ja nicht Peter’s Märchenstunde werden. Aber ich denke die Rede kam ganz gut an. Schließlich verheimliche ich nichts und bringe die eine oder andere Anekdote an. David meinte mal zu mir, das es fast wie ein weblog-Eintrag war. Als ich dann meine zitternden Hände wieder beruhigt hatte, war ich auch problemlos in der Lage normal Bier zu trinken, welches freundlicherweise schon für mich bereit stand.

Die Versammlung ging normal weiter und es gab ein paar Ehrungen und Beförderungen, bei welchen ich dann Fotos machen durfte. Haha, mein Fotoapparat war wieder da. Ich freute mich wie doof. Beim Rest der Versammlung hört man dann ja nicht mehr so angespannt zu, außer man wird mit Namen angesprochen. Ansonsten konnte ich mich sehr gut auf das Bier trinken konzentrieren. Ist ja manchmal auch schwer genug. Nachdem dann die Versammlung beendet war zerstreute sich die Sitzordnung recht fix und man konnte mal durch die Gegend streifen. Mich zog es natürlich vorerst an den Tisch von Sense und David. Weil ich eben vorgesorgt hatte und am Nachmittag noch schnell Brausepulver organisiert hatte. Sense und ich hauen uns davon gerne mal ein paar Tüten bei der Jahreshauptversammlung rein. Besser gesagt im Anschluß. Wir haben damit irgendwann einmal angefangen und nun machen wir es halt jährlich. Schmeckt aber auch verdammt gut. Auch wenn ich weiß, das der Zucker in dem Brausepulver den Alkohol mit Beschleunigung in die Blutbahn pumpt. Mich konnte aber kein Wässerchen trüben, da ich ja vom Karneval noch genügend Training hatte. So meinte ich zumindest.

Ich glaube es war ein kleiner Fehler, daß ich mich an diesen Tisch gesetzt habe, denn dort hatte sich ein Großteil der Trinker und Scheißelaberer versammelt. Der Spruch des Tages kam meiner Meinung nach von Docschen. Er meinte das Sense mittlerweile die erste Schlucht voll hat und nicht mehr weiß wo er mit dem ganzen Geld hin soll. Sensationell und das Beste ist ja das Sense da gegen keine Widerworte gab. Also irgendetwas muß da ja dran sein. Ich wundere mich eh schon die ganze Zeit warum man die Tonkuhle in Westerode wieder zu schüttet. Ich denke ich werde da mal graben gehen. Zu uns Brausepulver-Bismark-Trinkern gesellte sich noch der Strackse. Mit ihm habe ich auch so manche 10er-Packung beim Büttenabend vernichtet, als er noch im Elferrat war. Das Schlimmste an dem Brausepulver war ja der Zucker. Irgendwie gelangt er immer bei mir zwischen Kiefer und Wange und ribbelt da die Haut auf. Dann kann ich mir am nächsten Tag da schön die Hautfetzen abziehen. OK, ich höre ja schon auf, bevor noch mehr Leuten hier schlecht wird.

Bei einem zwischenzeitlichen Toilettengang bemerkte ich, daß das Brausepulver so langsam seine Wirkung zeigte. Denn ich schwankte ein wenig. Es könnte aber auch gerade ein temporäres Erdbeben gewesen sein. Das wäre dann auch noch örtlich beschränkt gewesen, nämlich genau auf dem Punkt wo ich gerade lang ging. Soll es geben. Als das Brausepulver dann alle war, ging der Bismarck halt ohne rein. Auch wenn mein Körper und meine Gesichtsmuskeln nicht so gut fanden, aber ich war immer noch der Boss. Außerdem hat David immer fleißig bestellt. Man kann ja den ganzen Bismarck nicht warm werden lassen. So ging es dann munter weiter. Nicht zu vergessen waren die ganzen Biere. Irgendwo in meinem Hinterkopf schwirrte noch die Information herum, das ich ja nach Beendigung der JHV den Ingo kontaktieren sollte, um die Fahrt ins Glashaus zu bestätigen. Doch eine weitere Information ließ mich das noch ein wenig nach hinten schieben. Der Sense hatte nämlich um Mitternacht Geburtstag. Nachdem das dann auch abgehakt war und wir schön für ihn gesungen haben. Konnte ich den Ingo gefahrlos anrufen. Der Tobi wollte sich uns auch noch anschließen. Ingo, der ja Strohwitwer war wollte sogar fahren. Jaja, die Lernerei macht ihm langsam aber sicher die Buchse klamm. Abendstudium ist nicht so einfach. Ich bin echt froh, das ich auf normalem Wege studieren konnte.

Ingo kam recht pünktlich und wir mußten noch mal kurz nach Hause verlegen, da ich mich noch umziehen wollte. Mit meiner Feuerwehruniform wollte ich dann doch nicht so gerne ins Glashaus. Obwohl mein Kleiderschrank eh nicht mehr hergab. So ging es dann umgezogen auf in das gelobte Land. Das Glashaus verspricht ja immer einen Unmenge an hübschen Frauen. Nach einer relativ kurzen Fahrt, bei der ich schon überlegte warum die Tankstellen immer so früh zu machten, da ich einen unglaublichen Durst hatte, waren wir auch schon in Worbis. Und der Parkplatz versprach ein gefülltes Haus. Ich merkte, das der ganze Schnaps mich recht locker in der Zungengegend gemacht hat. Aber ansonsten war ich noch ziemlich klar im Kopf. Eine sehr gefährliche Zusammstellung. Lassen wir uns überraschen was der Abend denn so bringt.

Nachdem am Eintritt die Karte kassiert wurde ging es auch schon in den Club Havana. Während die anderen zunächst gen Tanzfläche stürmten um einen guten Platz zu sichern, nahm ich die erste Abfahrt rechts ab um mich mit dem kühlen Naß zu versorgen. Ein Blick auf die Uhr und mein Zustand überzeugten mich davon, das ich es durchaus verdient hatte auf Mixgetränke umzusteigen. Schließlich ist man ja nicht zum Spaß hier und vielleicht wird man ja auf einen Schlag nüchtern. Und wenn ich Glück hatte würde ich meine Lieblingsbedienung wieder treffen. Das Glück war mir hold, denn von weitem sah ich sie schon, doch war die Theke dicht bedrängt. Aber als sie mich dann sah hat sie gleich ein Lächeln für mich über gehabt und eine doppelte Mischung, so wie ich es mag. Schön wenn man sich ohne Worte verständigen kann. Ich frage mich ob sie noch Single ist? Und ich habe den Nolte getroffen, der sich rein zufällig in der gleichen Ecke aufhielt. Ich hatte ja eigentlich vor schnell weg zu rennen, aber leider schaffte ich es nicht ganz, da hatte er mich schon erspäht. Aber Noltek ist ja ein angenehmer Zeitgenosse, mit dem man gerne mal einen hebt. Das kann ab und an aber auch mal ins Auge gehen. Ich erinnere mich da ganz gut an diverse Klassenzelten. Und wir haben ja noch unsere Tour nach Münster zu Simone vor. Das kann was geben.

Zurück bei den Ingo und Tobi mußte ich feststellen, das es ein absoluter Scheißplatz war, an dem wir uns niederließen. Zum Glück dachten die Beiden ähnlich und wir verlegten schnell mal in die Arena, wo sich die Schnittendichte drastisch erhöhte. Leider auch die Dichte der Spacken. Die Arena ist echt eine Bude, wo sich hübsche Frauen und Spacken gleichermaßen sammeln. Leider ist es dann auch so, das die hübschen Frauen auch auf solche Spacken rein fallen. Und man selber steht in der Gegend rum mit einem leckeren Getränk in der Hand und fragt sich warum Frauen auf Spacken stehen. Vielleicht liegt es daran, das sie zu hundert Prozent mehr Frauen ansprechen als man selber. Aber 100% von 0 sind immer noch 0. Aber immerhin hatte man gut was zu gucken. Und wenn man ein freundliches Gesicht aufsetzte, dann bekam man auch das eine oder andere Lächeln zurück geschickt. Sollte es so einfach sein? Das sollte man echt mal näher untersuchen. Ah, da kommt die nächste Runde. Besser mehr Alkohol zuführen, als das man noch irgendeine Dummheit begeht.

Wir setzten unsere Tour fort und guckten in eine neue Mini-Disco im Glashaus und guckten gleich wieder raus, da dort finsterste Elektro-Beats gespielt wurden. Im Tempel war es nicht viel besser und dafür hatte ich einfach zu wenig Alkohol getrunken, auch wenn mein Gang nicht mehr der sicherste war. Das Seltsame ist ja, das ich dabei noch recht klar im Kopf war. Um dem Abhilfe zu schaffen, begab mich ohne Umwege zu meiner Lieblingsbedienung, die mich sofort erkannte und ohne ein weiters Wort zu verlieren, aber mit einem Lächeln auf den Lippen eine Mischung zubereitete. Ich weiß ja nicht, ob sie dieses Lächeln jedem schenkt, aber es freut mich das ich zu den gehöre, die eins abbekommen. Auch wenn sie bei dem hübschen Gesicht bestimmt Millionen von den Lächeln auf Lager hat. Bei unserem alten, leicht verbesserten Standort traf ich dann erstmal auf Kathrin. Wir haben uns schon den ganzen Abend geschrieben und uns immer knapp im Glashaus verpasst. Aber nun war sie ja da. Ich habe zwar nicht viel mit ihr gesprochen, aber es ist ja immer eine Freunde sie zu treffen. Außerdem konnte ich so der lieben Kerstin noch nachträglich zum Geburtstag gratulieren. Bei Kerstin immer ein Freude, Gaudo weiß wovon ich rede. Allerdings bleiben die jungen Damen nicht allzu lange bei uns sondern sind weiter gezogen. Dafür hatten wir dann ungehinderte Aussicht auf die Tanzfläche. Nicht das die Mädels gestört hätten, aber es kommt ja nicht immer gut, wenn man mitten im Gespräch einfach den Kopf weg dreht, weil man eine verdammt hübsche Frau auf der Tanzfläche gesehen hat. In diesem Zeitraum waren es ca. drei hübsche Frauen, die mir ohne weiters den Atem rauben konnte. Dabei ist meine Lieblingsbedienung noch gar nicht dazu gerechnet. So geschah es kurze Zeit später, das zwei Mädels auf der Tanzfläche tanzten, wobei ich eine vom Fleck weg heiraten würde. Wenn man jetzt nur nach dem Aussehen gehen würde. Dummerweise habe ich nicht aufgepasst und konnte nicht verfolgen in welche Richtung sie das Havana verlassen haben. Aber wir wollten ja eh unseren Standort nochmals verlegen. Zurück ging es in die Arena.

Nachdem wir ein wenig verloren einen Platz suchten bahnte ich mir einen Weg durch Spackenverseuchtes Gelände und wir gelangten zu einem Stehtisch, der ganz verlassen war, obwohl er mitten im Getümmel stand. Sollte man hier auf komische Gedanken kommen. Eher nicht. Von hier aus hatte man nämlich einen recht passablen Überblick. Und ich verliebte mich stehenden Fußes in eine der Gogo-Tänzerinnen. Halt, so schnell ging es ja auch nicht. Es war mal wieder auf den zweiten Blick. Die Gogo-Mädels sind ja immer sehr hübsch anzugucken. Ich guckte mir zunächst die links von mir tanzende Frau an und im Anschluß ging mein Blick zur rechten. Die Rechte war blond und hatte lange Haare. Sehr hübsch! Doch als mein Blick zurück zur ersten Frau ging fielen mir auf der Stelle gewisse Gesichtszüge ins Auge, welche sie für mich um Längen attraktiver machten. Warum, kann ich einfach nicht sagen. Ich weiß nur, das sie mich ab dem zweiten Blick verzaubert hatte. Sie fiel auch in das Schema, von dem ich denke, das ich darauf stehe. Besser gesagt, fühlte ich mich zu dem Typ Frau immer hingezogen. Sie hatte braune, kinn- bis schulterlange Haare und einfach das gewisse Etwas. Ich fühle mich zu Frauen mit dunklen Haaren einfach hingezogen. Besser noch kastinenbraun, dann bin ich gleich hin und weg. Das ist das gewisse Etwas. Das hübsche Gesicht natürlich nicht zu vergessen.

Aber da man sich niemals in Gogo-Tänzerinnen vergucken sollte, sorgte ich mich mehr um meine Getränke und begab mich zwischenzeitlich zu meiner Lieblingsbedienung zurück um mich mit flüssigem Naß zu versorgen. Ihr Lächeln war immer noch da, trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit. Ich bin einfach gerne bei ihr, denn sie weiß genau wie ich meinen Havana am liebsten mag. Vielleicht ist sie wirklich noch Single und ich sollte sie mal fragen, ob sie mir den Havana auch zu Hause servieren würde.

So langsam wurde es auch Zeit die Segel zu streichen, denn entgegen aller Vermutungen leerte sich das Glashaus nach und nach. Dabei war es erst 0400 Uhr, sehr ungewohnt für das anwesende Klientel. Vielleicht sitzt bei allen noch der Karneval in den Knochen. Es können nicht alle so harte Partyleute sein, wie die Westeröder. Aber ich hatte auch genug, denn der wenige Schlaf von der letzten Acht machte sich langsam bemerkbar. Red Bull hält nur bis zum Nachmittag an und dann ist es einfach zu spät sich hinzu legen. Dafür konnte man in Ingos Auto auf der Rückfahrt vorzüglich schlafen. Auch wenn ich versuchte wach zu bleiben, nickte mein Kopf mehrere Male nach vorne. Mein Bett war warm und hieß mich willkommen. Bei süßen Träumen von meiner Lieblingsbedienung servierten Havana Club entschlummerte ich. Und begrüßte den Sonntag.

Der verlief wieder erwarten ohne Probleme. Keine Kopfschmerzen, keine Magenkrämpfe, nur ein wenig Müdigkeit. Ich glaube Karneval ist die neue Referenz. Daran ist das Prinzenpaar nicht ganz unschuldig. Aber mir gefällt es.

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