Wicked days

Karneval! Eine Zeit in der das Lustig sein befohlen wird. Und wehe man hält sich nicht dran, dann wird man standrechtlich mit der Konfetti-Kanone erschossen. Hört sich jetzt so an als sei dies ein Eintrag über den Haß auf Karneval. Dabei bin ich selber im Elferrat und bin immer gut mit dabei. Am Ende der tollen Tage hat man wirklich das Gefühl, das einem die ganze Karnevalsscheiße am Arsch vorbei geht und man sofort in den kommenden Tagen aus dem Elferrat und dem Karnevalsverein austritt. Doch nach einer gewissen Zeit denkt man an die schlimmen Sachen nicht mehr, sondern erinnert sich nur noch an die schönen Sachen. Den Spaß, die lustigen Nächte und all den Blödsinn den man gemacht hat. Es ist wie mit der Bundeswehr. Man denkt nicht mehr an die 30 km Leistungsmärsche oder die 25 km Gefechtsmärsche oder den stundenlangen Dummfick, der meistens in einer Schlammschlacht gipfelte oder das Revier reinigen. Nein, man denkt an die schönen Sachen, die 30 km Leistungsmärsche oder die 25 km Gefechtsmärsche, den Spaß den man mit den Kameraden hatte, die Saufgelage auf den Stuben, das Gefechtsschießen und all die anderen tollen Sachen. Ich sage nur Handgranaten werfen mit Grobmotorikern. „OG (Name dem Schreiberling bekannt), Ziel vernichten auf zwei Uhr!“ Angesprochener OG wirft auf neun Uhr. Sensationell wie schnell sich der Leutnant bewegen kann. So ähnlich ergeht es einem auch mit Karneval. Ist erstmal Aschermittwoch, will man nichts mehr mit der Schieße zu tun haben, aber lassen wir erstmal ein paar Monate ins Land gehen!

Beginnen möchte ich wie gehabt mit der Uhlendisco, obwohl am Fetten Donnerstag auch schon getrunken wurde. Da ich aber am Freitag noch arbeiten mußte ging da nicht so viel rein. Allerhöchsten mehrere wenige Hefeweizen und mehrere fast gar kein Korn. Außerdem mußte ich im Schneesturm mit dem Rad nach Hause fahren. Kein Geschenk! Nun ja, der Freitag auf der Arbeit war auch nicht so toll und ich freute mich umso mehr auf den Abend. Nach der Arbeit wurde erstmal an der Mehrzweckhalle angehalten um beim Aufbauen für die Uhlendisco zu helfen. Da ich zur Thekenmannschaft gehöre, ist das ja meine Pflicht. Zum Glück waren genügend fleißige Hände am Werk und haben schon alles erledigt gehabt. So bleib mir nur noch ein Feierabendbier zu trinken und den Beginn eines der härtesten Wochenende einzuläuten.

Wir trafen uns dann gegen 1900 Uhr um noch restliche Sachen vorzubereiten und die ersten Gäste zu begrüßen. Die ließen aber auf sich warten und wir fingen dann doch schon mal an ein paar Pilz zu trinken. Alles in allem waren es ganze zwei Stück und dann lachte mich die Bacardi-Flasche die an der Wand hing so verführerisch an. Ich entschied mich für eine kurze Mischung. Im Anschluß würde ich ja wieder Bier trinken wollen. Schließlich will man ja nicht zu schnell auf den Mischungszug springen und ein wenig was von dem Abend haben. Aber die Mischung hat so verführerisch geschmeckt es war einfach unglaublich. Und der Dispenser machte es so einfach mit der Dosierung. Einmal drunter drücken, gute Mischung, man schmeckt zwar nicht so sehr den Schnaps, aber man hat eine Ahnung. Zweimal drunter drücken, das war für später. Im Endeffekt kam es ja eh immer darauf an, wie viel Cola man dem Bacardi hinzu fügte. Ich war aber artig und machte viel Cola rein. Jedenfalls bei den ersten beiden Mischungen. Dann geriet es ein wenig außer Kontrolle.

Die Gäste wollten einfach nicht erscheinen und somit waren nur große Teile des Elferrates anwesend. Die Kassenlumpis, die DJ’s und das Thekenpersonal, verstärkt durch den Prinzen und Diana, die vorläufig die Prinzessin vertrat. Die Leere auf dem Saal und die frei zugänglichen Spirituosen an der Wand und auf der Theke waren eine gefährliche Mischung. Die Schlagzahl wurde erhöht und die Mischungen liefen weiter den Schlund hinunter. Ich wusste das es ein großer Fehler war nicht wieder auf Bier zurück zu schenken, aber was sollte ich machen. Wenn man das Zeug erstmal an den Lippen hat, dann kann man nicht mehr aufhören. Mach noch einen voll! Außerdem fiel mir gerade in dem Moment auf, das meine Kamera immer noch in Reparatur war. Eine Uhlendisco ohne meine Kamera, das hat es schon seit langer Zeit nicht gegeben. Eine Karneval ohne Kamera hat es auch schon ewig nicht mehr gegeben. Ich hoffe die Erinnerungen kommen alle beim Schreiben wieder. Kai wollte es richtig wissen und schüttete erstmal eine Runde Tequila ein, denn Mixgetränke alleine würden wohl nicht ausreichen uns alle ins Land des Vergessens zu schicken. Ich muß ja hier mal fallen lassen, das ich so langsam wieder auf den Geschmack von Tequila komme. Wobei ich früher gerechtfertigte Abneigung gegen dieses Teufelszeug hatte, schmeckt er mir langsam wieder. Es gibt nicht viele Schnäpse von denen ich das behaupten kann. Vielleicht war es auch nur die Angst vor der Überdosis Löwentor, die mich erwartete. Der Teufelskreis war jedenfalls komplett. Ich trank Mischungen und Schnaps und es war gerade mal 2115 Uhr.

Kurz darauf erschienen die ersten Gäste. Ingo und Köppel fanden den Weg zur Mehrzweckhalle nach dem Training. Es war mir zugegebenermaßen ein wenig peinlich sie in einer leeren Halle zu begrüßen, aber es war halt erst 2130 Uhr und da ist wohl in keiner Disco wirklich was los. Die Jugendlichen gehen echt immer später los. Als Entschädigung spendierte ich ihnen erstmal ein Bier und wir redeten kurz. Während der Zeit kamen dann auch weitere Gäste an und es ging so langsam los mit der Bestellerei. Zurückblickend muß ich sagen, das ich zu der Zeit schon gut getankt hatte. Mehrere Mischungen und diverse Tequilas haben sich zu den bereits konsumierten gesellt.

Nun kam eine Zeit zu der ich nicht wirklich was sagen kann und das hat mehrere Gründe. Zunächst mal wuchs die Zahl der Gäste immens. Dann war da noch der nicht zu unterschätzende Faktor der Mixgetränke, die natürlich weiterhin den Weg in meinen Mund fanden. Ich will ja hier nichts runter spielen, aber ich glaube der Filmriß hat sich ganz dreist ausgedehnt. Ich kann auch gar nicht mehr genau sagen wann er begonnen hat. Teilweise weiß ich halt noch ein paar Dinge, aber der Großteil ist im Nirvana verschwunden. Aber die Dinge die ich noch weiß werde hier natürlich so gut es geht wieder geben.

Die Kathrin hat mir schon früh geschrieben und war sich unsicher ob sie noch kommen sollte. Daraufhin bestärkte ich sie in dieser Entscheidung und wenig später schlug sie dann auf. Leider hatte ich nur kurz Zeit sie zu begrüßen, weil ja die Gäste die Theke ein rannten. Sensationell auf ein paar Strammsäcke die keiner so richtig kannte. Aber sie ließen gut Geld da. Ich weiß zwar nicht für wen sie alles die Getränke bestellt haben, aber mir war es egal. Es war mir dann auch egal, das die Getränke herrenlos auf der Theke herum standen und die Besitzer anscheinend vergessen hatten, das sie sie bestellt hatten. Um ehrlich zu sein, kann man solchen Leuten nicht helfen. An Anfang wies ich sie noch drauf hin, das sie genau das eben bestellte an einer anderen Stelle der Theke noch stehen hatten, aber beim dritten Mal war es mir dann auch zu doof.

Des weiteren machte die Prinzessin wiederholt von ihrem Recht Gebrauch mit mir zu tanzen. Ich weiß gar nicht wann sie das festgelegt hatte. Ich glaube ich sollte da noch mal die Antrittsrede der Beiden genauer lesen. Oder aber ich überrede den Präsidenten eine solche Klausel dem Kodex für den Prinzen hinzuzufügen. Ich bin doch auch nur ein Mensch und nicht zum Tanzen geschaffen. Immer dieses hin und her und drehen. Das geht doch voll auf die Knochen. Jaja, ich hör ja auch schon auf zu meckern. Irgendwann später zog ich mich dann in die geheime Höhle der Verpflegungsstation zurück. Der Prinz und die Prinzessin sorgen ja immer vorbildlich für ihre Thekenmannschaft und hatten Verpflegung eingekauft. Eigentlich hatte das der Görtler mal eingeführt als der Schmierpopel Prinz war. Der hat ihm natürlich gleich geglaubt, daß das so Brauch ist. Jeder Brauch fängt irgendwann mal an. Als ich dann also so auf meiner Bank saß und mir ein Mettbrötchen anal oral einführte (Haha, ihr Perverslinge da draußen, dachtet wohl ich schreibe anal. Jaha, das wäre ein Lacher gewesen….), wurde mir langsam klar, das ich ganz schön hacke war und verdammt müde. Meine Beine taten weh und meine Füße fühlten sich an, als hätte jemand aus Versehen ein 5 t Gewicht darauf fallen lassen. Die Bank sah echt verlocken aus und wenn ich das Tablett mit den Brötchen mit der Folie abdecke, dann kann ich das bestimmt prima als Kopfkissen nehmen. Mett kann sich verdammt gut an den Kopf anschmiegen. Könnte ich mir zumindestens vorstellen! Doch dann stand etwas in mir auf und gab mir einen mentalen Arschtritt. Wäre es ein realer gewesen, dann hätte ich einen doppelten Axel gestanden. Der Arschtritt brachte mich wieder in das hier und jetzt zurück und ich raffte mich auf. Mit schnellen entschlossenen Schritten ging ich zurück zur Theke und kippte mir die nächste Mischung hinein. Und weil ich gerade so gut drauf war machte ich der ganzen Thekenbesatzung noch eine Runde Tequila fertig. Weiter ging es.

Erinnern kann ich mich nicht mehr wirklich was alles passiert ist, aber das habe ich ja weiter oben schon geschrieben. Es war sogar so schlimm, das ich nicht mal mehr mit Sicherheit sagen konnte wer denn die Verlosung gewonnen hatte. Um ehrlich zu sein, war ich sehr überrascht am nächsten Tag zu hören das wir eine Verlosung hatten. Tja, so schnell kann es gehen. Und es war eine Lehre für mich, nie wieder breche ich mit der Regel und fange vor 2300 Uhr mit Mixgetränken an. Das bricht mir nur das Genick. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

So ging es dann auch munter mit den Schnäpsen weiter. Und ich meine jetzt nicht die, die man mit Cola mixt, sondern die, die pur den Rachen hinunter gingen. Zu Beginn waren es ja nur Tequila. Doch dann fing irgendwann die Prinzessin an mit Sahnelikör, weil sei ihn ja so gerne trinkt. Anscheinend bin ich auch in dieser Angelegenheit ihr Lieblingsopfer. Gut, so war es dann ja nicht, ich habe mich ja auch bereitwillig als opfer angeboten, aber nur, weil meine Sinne schon so vernebelt waren. Also trank man nun Sahnelikör in rauhen Mengen. Ich malte mir nur aus wie der Zucker in meinem Körper wirken würde. Da befinden sich also schon mehrere Gläser Tequila in meinem Verdauungssystem und nun kommt der Zucker des Sahnelikörs hinzu. Der Alkohol schoß nur so in die Blutbahn. Das wäre so als würde sich der Coyote auf eine gigantische Schleuder schnallen und kurz bevor er sie abschießt noch eine Stinger-Missile zünden. Yippiyahe, Schweinebacke!

Irgendwann gingen dann die Lichter an und die letzten Gäste gingen nach Hause. Der Schlüssel muß wohl Abmachungsgemäß in das Archiv gebracht worden sein, denn es gab keinen bösen Anruf am nächsten Tag. Doch halt, etwas wäre mir beinahe entfallen. Ich hatten ganz vergessen den König der Strammsäcke zu küren. Ich war ja selber ein guter Anwärter auf den Titel, aber ich war halt nur voll und habe nicht so viel Scheiße gemacht. Der absolute König aber war Holger H., langjährigen Lesern auch als nächtliche Getränkequelle bekannt. Ich weiß gar nicht was er alles genommen hat, aber er war verdammt gut drauf. Er hat es sogar fertig gebracht und drei Sprachen auf einmal zu sprechen. Eine war definitiv holländisch, dann noch Suaheli und die dritte wird wohl von einem ganz kleinen Bergvolk in den Anden noch gesprochen und ist kurz vorm Aussterben. Danke an Holger. Wie man mir mitgeteilt hat, ist er wohl auf leisen Füßen nach Hause gegangen und hat absolut gar keinen Krach gemacht als er sich leise ins Bett geschlichen hat. Vielleicht hat er nur ein paar Mal die Klingel gedrückt und ist dann in der Küche eingeschlafen, aber das ist ja halb so wild. Wie ich ins Bett gekommen bin, kann ich bei weitem nicht sagen.

Ich wurde allerdings unsanft am nächsten Morgen geweckt, als mein Telefon schellte. Zum zweiten Mal, wie mir die Anruferliste mitteilte. Beim ersten Mal war der Gaudo dran, dessen Anruf ich einfach nicht gehört hatte. Beim zweiten Mal war allerdings der Schnitzel dran, der fragte wo ich bleiben würde. Ich hatte das Wagen schmücken mit der Jugendfeuerwehr schon längst verdrängt, aber es mußte ja sein. Also wurde sich angezogen und ins Feuerwehrhaus gefahren. Dort wurden dann mit dem Feuerwehrbock diverse Einkäufe erledigt. Natürlicherweise kamen wir zu spät in das Feuerwehrhaus und mußten dann erstmal Geschichten zum Besten geben. Kurz gesagt ging es uns Beiden noch so scheiße, das wir keinesfalls sofort mit der Arbeit beginnen konnte. Aber nach einer halben Stunde ging es dann. Einen Wagen mit den Jugendfeuerwehrleuten aufzubauen, ist aber nicht gerade hilfreich um die Tagesform zu verbessern. Als das dann auch erledigt war, fuhren Schnitzel und ich noch zur Mehrzweckhalle um zu gucken wie es dem Rest des Elferrates so erging. Und sie waren verdammt fleißig beim Schmücken der Mehrzweckhalle. Es sah verdammt gut und verdammt nach Piratenschiff aus. Verdammte Axt, nochmal! Es schien ein vergnüglicher Abend zu werden. Dummerweise hatte ich mich schön für die erste Schicht eingetragen und mußte so früher da sein. Aber es war nicht der Schlüsseldienst. Was schon mal viel wert war. Zu Hause legte ich mich erneut hin um Ressourcen für den Abend zu sammeln. Großer Fehler, denn ich kam schlecht wieder hoch. Und mein Kostüm bestand aus Standardsachen plus einem Kopftuch für 2,50 €. Verdammt kreativ…..war ich noch nie. Ich versuche immer minimalen Aufwand mit einem minimalen Ergebnis zu erzielen. Immerhin ist der Prinzenball eh nur Saufen mit lustigen Klamotten an. Und wenn ich mir ein Kopftuch auf setzte dann bin ich schon mächtig viel verkleidet. Ich hätte zwar noch gerne einen Wellensittich auf die Schulter geklebt, aber der hätte bestimmt die ganze Zeit Theater gemacht und mir die Weste vollgekackt aber dazu hätte ich noch zu diversen Spielzeugläden in die Stadt fahren müssen und das war außerhalb des Möglichen. Nach dem Besuch in der Mehrzweckhalle.

Ich schlug also etwas zu spät auf und kam nicht umhin genau dann an der Kirche, wo gerade Samstagsabends Messe war vorbei zu kommen, als sie gerade aus war. Dafür habe ich ein Geschick. Oben in der Halle trat ich sogleich meinen Dienst an. Sobald ich mein Brötchen aufgegessen hatte. Und zu meiner positiven Überraschung wurde mir eine sehr sympatische als auch attraktive Bedienung zur Seite gestellt, die Ramona. Während ich also versuchte die Geheimnisse des Zapfhahns zu entschlüsseln, holte sie die Bestellungen ran. Das Problem mit der Zapfanlage war einfach, das sie Scheiße eingestellt war. Zapft man normal, also mit Schrägstellung des Glases und dann in zwei Zügen ein nahezu perfektes Bier zu bekommen, dann bekommt das Glas bis zur Kante voll. Nach einer Stunde hatte ich dann endlich den Dreh raus. Die Biere waren zwar nicht perfekt, aber besser ging es nicht. An meine Seite wurde mir Morchel gestellt, der Gläser spülte. Außerdem wurde wieder die Flasche Bacardi gefährlich nahe in meiner Reichweite positioniert. Ich hatte aber noch den Vorabend teilweise im Kopf und war Willensstark. Nicht das ich keine Lust hätte einen Bacardi zu trinken, aber ich wollte nicht so enden wie am Vorabend.

Gaudo, der auch ab und an hinter der Theke war, machte mich dann auf ein paar Vorzüge von Ramona, der Bedienung, aufmerksam. Ich Fachkreisen konnte man dazu auch Keksarsch sagen. Da ich aber solche Sachen nicht sage, schalt ich den Gaudo. Sie hatte aber auch wirklich einen knackigen Kecksarsch! Aber ich war nicht da um den Mädels auf den verlängerten Rücken zu gucken, sondern um zu arbeiten. Mitten in meiner Schicht kam dann auch das Prinzenpaar irgendwann an. Viel zu spät, aber als Prinz kann man das ja alles auf seine Prinzessin schieben kann man sich das ja erlauben. Natürlich 1A verkleidet. Das gehört irgendwie dazu. Im Allgemeinen waren die Kostüme alle recht gut. Nun gut, die Auswahl beim Themenabend „Pirates of the carribean“ ist recht klein, also kamen fast alle als Pirat. Ich glaube M7 war der einzige der nicht als Pirat da war, sondern als Totengräber. Sensationell auch der Schmierpopel. Er hatte sich ein Jack-Sparrow-Kostüm besorgt mit Bartextensions, die aber nicht die Bohne hielten. Meine Empfehlung sich die an den Sack zu kleben, fand er nicht so spaßig. Aber er sah auch so Scheiße genügend aus. Ich darf ja gar nicht meckern, da ich echt ein Kostümmuffel bin. Wie gesagt, Prinzenball ist für mich ballern mit lustigen Klamotten an. Wo wir auch gleich beim Thema sind. Geballert wurde auch hinter der Theke. Zum einen Bier und zum anderen wurde auch ab und an mal eine Runde Tequila eingefahren. Ich gab an meinem Zustand vom Vorabend nicht dem Tequila die Schuld. Nein, denn der schmeckte mir mittlerweile wieder.

Thekendienst war vorbei und ich wies den Böning kurz in die Kunst des Zapfens ein. Bei dem speziellen Zapfhahn kein leichtes Unterfangen. Aber ich hatte volles Vertrauen in ihn. Dafür nahm ich dann den Platz in der Trinkerrunde von Böning und Schnitzel ein. Und ich wusste das eine ganz schlechte Idee sein würde. Aber zumindestens war ich hier sicher vor diversen Tanzspielen. Nun muß man wissen das sich alle anderen in der Runde einen Säbel zu ihrem Kostüm zugelegt haben. Gehört ja eigentlich auch zum Piraten, wie Derrick zum Seniorenheim. Ich hatte natürlich keinen, was mir nicht so viel ausmachte, denn als Kapitän lässt man ja kämpfen und greif nicht selber zum Säbel. Meine Anführer-Gene haben sich mal wieder durchgesetzt. Die Säbel wurden nun jedes Mal gezogen wenn eine Runde Schnaps getrunken wurde. Beim ersten Mal schaute ich noch ganz ungläubig und machte ein verstörtes Gesicht. Ungefähr so, als würde man plötzlich in die Wandergruppe der Klapse geraten und war noch vor wenigen Minuten mit seinen Kumpels bei der Vatertagstour. Aber ich mache ja jeden Scheiß mit und trank also auch die Schnäpse mit. Das Säbelrasseln ließ ich dann bleiben. Als Getränk konnte ich mich wiederum beim Tequila durchsetzen. Ob das nun so eine gute Wahl war laß ich jetzt mal so dahin gestellt. Auf jeden Fall wurde die Schlagzahl drastisch erhöht.

Wie es nicht anders hätte sein können, hat mich mal wieder die Prinzessin erspäht und zwang mich zu tanzen. Das alte Spiel mit den Wünschen der Prinzessin begann erneut. Und es wurden natürlich auch ordentlich Fotos gemacht. Ich weiß gar nicht warum und zu welchem Anlaß die mal wieder raus geholt werden würden. Ich habe da zwar so eine Befürchtung, aber die will ich hier nicht niederschreiben. Man soll ja keine schlafenden Hunde wecken. Und erneut ärgerte ich mich das meine Kamera in der Reparatur war. Nach dem Tanzen durfte ich gnädigerweise auf meinem Platz zurück kehren um meine verlorenen Kraft an einer Runde Tequila (ohne Säbelrasseln) und diversen Bieren, die sich auf dem Tisch angehäuft haben zurück erlangen. Doch nicht für lange, denn dann startete eine Polonaise. Dinge die ich absolut gar nicht mag, sind Polonaise. Ich machte ihr auch bereitwillig Platz, denn Polonaise haben immer die Angewohnheit durch die engsten Lücken zu wollen. Dann werden arglose Gäste, die sich nur gemütlich in das Delirium ballern wollen am Genick gepackt und einfach mitgeschleift, egal ob man will oder nicht. Bevor ich aber mit meinem „Kostüm“ den Boden der Mehrzweckhalle wischte ging ich mit. Für kurze Zeit, denn dann schafft eich das fast unmögliche. Ich brach aus der Polonaise aus und zwar so geschickt, das ich an der Theke landete. Das nenne ich mal Glück im Unglück.

Die Idiotenschlange war vorbei und ich konnte gefahrlos an den Platz zurück kehren. Dort saß ich dann plötzlich neben dem Vollmer, der schon gut stramm war. Man kann es recht einfach sehen, an den hängenden Augenlidern. Außerdem hat er einen sehr entschlossenen Blick drauf. Gefährlich wurde es nur für die Bedienung. Die gute (und auch hübsche) Ramona versuchte ihr bestes unsere Getränke ran zu schaffen und Vollmer gab ihr erstmal mit der Breitseite seines Säbels eine auf ihren Kekshintern. Der Blick von ihr war fantastisch. Florians übrigens auch, wie er da mit seinem erhobenen Säbel saß und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Wären die Ohren nicht gewesen, hätte er im Kreis gegrinst. Versucht mal da nicht zu lachen. Aber Ramona hat es mit Humor genommen. Man gut, denn sonst hätte sie uns eventuell kein Pils mehr gebracht.

Es wurde nun Zeit sich ein wenig an die Theke zu gesellen. Dort konnte man auch gut beobachten, wie M7 und ein Arbeitskollege von ihm zu „Smoke on the water“ abgingen. Ich wünschte mir auf der Stelle lange Haare zurück. Statt dessen wurde mir von Daniela mein Kopftuch geklaut. Meine zerstörte 5 mm Frisur wurde der Öffentlichkeit kund getan. War nicht so schlimm, denn die paar Haare die verkehrt lagen sah bestimmt keiner. Ich bekam es irgendwann wieder, war unfähig mir so ein Ding selber zu binden, also steckte ich es in meine Tasche. Da blieb es dann aber auch nicht lange und verschwand dann in Jennifers Tasche. Wo es dann auch bleib. Ich weiß gar nicht warum ich immer der leidtragende bin, dem die Sachen gemopst werden. Vielleicht weil mir das verdammte Tuch furzegal war. Während dieser immensen Verwirrung meinerseits trat dann der Stefan auf mich zu und bat mich doch eventuell den Schlußdienst für Kai zu übernehmen, weil der schon weg wäre. Na klar, Schlußdienste übernehme ich doch immer gerne. Moment, hatte ich da wirklich zugestimmt? Naja, ich werde wohl eh der letzte sein, der noch da ist, da kann ich das auch machen. Verdammter Alkohol, der lässt einen immer Sachen machen, die man gar nicht will. Wie halt Schlüsseldienste übernehmen oder in den Elferrat eintreten. Wie ich aber später erfahren habe hat Kai den Dienst nicht angetreten, da er ja schon zwei Schlußdienste gemacht hat. Nämlich beim Auftakt und bei der Disco. Das ist ja einfach. Wenn ich mich recht erinnere habe ich die zwei Dienste mit Kai zusammen gemacht. Also irgendwie scheine ich da was nicht mitbekommen zu haben. Praktischerweise habe ich am Sonntag schon wieder Schlüsseldienst. Man soll ja nicht aus der Übung kommen.

Aus reiner Nächstenliebe machte ich es dann aber doch und war dann ein wenig erfreut, das Ramona immer noch Dienst schob. Leider nicht für lange, denn dann sah ich sie noch mit wehendem Haar aus der Mehrzweckhalle verschwinden. Na Klasse, da blieb mir ja nur noch eine Möglichkeit. Hallo Bacardi-Flasche, wie geht es Dir denn. Du siehst so unbenutzt aus. Wenn ich schon Thekendienst machen muß, dann will ich auch was leckeres trinken. So verkehrt ist Schlußdienst eigentlich gar nicht. Man kann sich dann relativ einfach die Mixgetränke in den Schero knallen. Außerdem ist man so vor dem Tanzen gefeit. Ab und an wurde ich dann auch von diversen Leuten hinter der Theke besucht, die sich einfach mal ausruhen wollten. Natürlich gingen an solchen Stellen bei passender Gelegenheit diverse Schnäpse in den Kopf. Ich wurde sogar genötigt Löwentor zu trinken. Dieses Zeug ist irgendwann einmal mein Tod. Wie gesagt, die nahe Verwandtschaft zum Abbeizmittel lässt sich nicht leugnen.

Vor der Theke spielten sich gar grausige Szenen ab. Kalle S. hat im Wahn der Lust sein T-Shirt zerrissen. Vielleicht wurde es ihm auch von Böning zerschnitten, das kann ich nicht genau sagen. Aber er lief jetzt mit freigelegten Oberkörper herum. Dabei nahm er noch die an-der-Überdachung-der-Theke-hängen-Haltung ein und bot das perfekte Bild eines blinden Passagiers. Schön ist was anderes. Doch der Schuldige an seinem Zustand muß wohl Böning gewesen sein, denn der lief kurze Zeit später auch mit einem zerrissenen Hemd rum. Warum sich manche Leute nur so abschießen müssen, fragte ich mich und bereitet mir eine neue Mischung. Und einen weiteren Schnaps. Anders konnte ich diese schrecklichen Szenen nicht aus meinem Kopf verbannen. Wie man sieht hat es rein gar nicht geklappt. Ich muß wohl die Dosiervorrichtung an der Bacardiflasche auf bohren.

Fast zum Schluß scheuten Steini und Jens nochmal rein, die gerade vom Essen von Jens Eltern kamen. Die waren natürlich begeistert, das Steinis Vater mir freiem Oberkörper herum lief. Jens jedenfalls fand es Klasse. Wir redeten kurz über die neusten Neuigkeiten und machten uns über die größten Strammsäcke lustig. Und das waren ein paar.

Netterweise kam auch der Nollo mal vorbei, der mir etwas früher am Abend erzählt hat, das die zauberhafte Ramona in einem Supermarkt in seiner Nähe arbeitet. Mit solchen Informationen rückt der Lump natürlich erst so spät raus. Ich wusste zwar das er sich kannte, aber woher hat er immer verheimlicht. Aber er wollte mir ja nur mitteilen, das man sich ab jetzt bei ihm zum frühstücken trifft. Da ich aber noch ein wenig Thekendienst hatte sagte ich das ich nachkommen würde. Ich hoffte nur nicht zu spät. War es dann auch nicht. Ich pfiff mir nur noch gefühlte drei Mischungen rein und dann nahm ich mir noch eine auf den Weg und begab mich zum Wendehammer in den Natheplan. Dort erwartet mich schon eine große Gruppe, die sich allesamt um den riesigen Tisch bei Nollo in der Küche versammelt hatten. Die Mischung war eine gute Idee, denn es gab Bier und darauf hatte ich nicht wirklich Lust. Trotzdem wurde mir eins aufgemacht. Das ich das getrunken habe war ja Ehrensache, aber als dann Nollo mir Bacardi um die Ecke kam, konnte ich die Freudentränen in meinen Augen nicht mehr verstecken. Man möge bedenken, das es zu dem Zeitpunkt schon 0400 Uhr war.

So saß ich also früh Morgens mit einem Haufen Leuten in lustigen Klamotten in Nollo Küche, aß Rühreier und Mettbrötchen und trank Bacardi. Dazu reichte Nollo mir noch einen unter fragwürdigen Umständen hergestellten Obstler, der mich beinahe meine Speiseröhre kostete. Das Leben konnte so schön sein. Nebenbei wurde dann noch allerhand Mist erzählt und nach und nach gingen die Leute. Seltsamerweise schaffe ich nie den Absprung bei solchen Aktionen und fand mich dann wieder mal als letzter anwesender Gast dort. Ich sagte noch etwas über austrinken der letzten Mischung und wollte dann gehen. Biggi, Nollo und ich hatten aber ein sehr interessantes Thema drauf, welches mich nochmal von der Eingangstür (denn da war ich schon) zurückholte und mich eine weiter Mischung machen ließ. Und wir redeten noch bis 0600 Uhr. Das Thema ist aber zu privat, als das ich es hier breit treten will. Aber ich denke wir sind uns einig geworden. 0612 Uhr ich lag endlich im Bett und war froh das ich den Schlußdienst gemacht habe, so konnte ich eine Stunde länger schlafen.

Sonntag Morgen, der Tag des Umzuges. Man hatte ich eine Lust aufzustehen. Aber es mußte sein. Zum Glück war ein Großteil schon erledigt, als ich in die Mehrzweckhalle kam und ich konnte recht fix wieder zu Hause sein. Mit Hinlegen hatte es sich aber nicht, da ich ja nach dem Mittag schon wieder die Jugendfeuerwehr betreuen mußte. Einen Wagen mit der Jugendfeuerwehr zu machen ist immer ein Abenteuer. Vor allem wenn man gewisse Spezialkräfte dabei hat. Nachdem ich dann alle mit dicken Jacken ausgestattet habe ging es zu Schnitzel auf den Hof, wo ja der Wagen stand. Und ab ging es zur Aufstellung. Ein weiterer Vorteil beim Umzug mit zu gehen, ist das man sich keine Elferratsuniform anziehen muß. So sehr der Anzug seine Vorteile zu anderen Vereinsuniformen hat, bin ich doch froh, wenn ich kein Hemd und Fliege anziehen muß. Nachdem ich dann eine Runde bei den übrigen Verdächtigen abgeschlossen hatte. Hatte ich zwei Bier intus und ein rotes Pferd am Rever meiner Feuerwehrjacke. Das rote Pferd deswegen, weil unser Prinz den Spitznamen am Büttenabend bekommen hat. Er mag das Lied einfach und mit seiner Pferdedecke seinem Umhang ergab sich diese Assoziation von ganz alleine. Weiterhin kann man aus diesem Hinweis schließen, daß das gleichnamige Lied rauf unter runter lief an Karneval. Ich konnte es jedenfalls nicht mehr hören.

Der Umzug ging los und wir drehten unsere Runde durch das Dorf. Zum Glück dachte ich mit und rüstet mich mit mehreren Bieren aus, ich mußte ja an meinem Zustand für den Nachmittag arbeiten. Ich ärgerte mich auf der Stelle, das ich erst so spät angefangen habe, denn so richtig aus der Haut gehen wenn ich auf einem Wagen stehe, kann ich nicht wirklich. Es war aber lustig. Aber ich war auch froh, als es wieder vorbei war, denn es war verdammt kalt auf dem Wagen und eine Hand hatte ich ja immer an der Bierflasche, was nicht wirklich ein Geschenk war. Das Abschmücken ging im Schnellverfahren und wir beschlossen von den Aufbauten mal einen Löscheinsatz zu machen. Und weiter ging es mit einem kurzen Zwischenstop in Schnitzels Küche in die Mehrzweckhalle. Dort oben ging es schon wieder gut los. Bier in rauhen Mengen und ich kam noch nicht mal dazu mir selbst eines zu kaufen, denn ständig drückte mir Jemand was in die Hand. Ich stand zu Beginn bei Köppel, Näppchen, Steini und Jens. Ab und an stellte sich dann noch weitere Leute dazu. Unter anderem auch der feine Her Bauingenieur Bömeke. Jedes mal wenn ich den Sense sehe, dann muß ich an ein Foto denken, welches er mir mal zugeschickt hat, welches ihn bei der harten Arbeit zeigt. Füße auf den Tisch und eine Bildzeitung lesend. Sensationell, das er sich dafür noch nicht mal schämt.

So ging dann der Trinkreigen herum und irgendwann landete ich mal draußen mal drinnen und mal an der Theke, wo man gar nicht so einfach wegkommt. Auch der Grill ist eine Station bei der man gerne mal stehen bleibt. Ich wurde natürlich gleich verpflichtet Würstchen ran zu holen, welches ich mir aber mit Freigetränken und Freiwürsten gut entlohnen ließ. Gewusst wie. Da es draußen aber doch verdammt kalt war ging ich dann doch mal in den Jugendraum um mich aufzuwärmen. Dort nahm ich Platz neben der Diana. Das Sofa war wie für uns gemacht, denn wir passten perfekt rein. Über das wieder raus kommen, machte ich mir noch keine Gedanken. Nun wurde im großen Stil Schieße gelabert. Ich war richtig gut drauf und frage mich manchmal, was mich zu diversen Sprüchen bewegt. Das Schlimme ist ja nun, das ich mich an sie überhaupt nicht mehr erinnern kann. Plötzlich kam der Schnitzmeister rein und sagte mir das ich jetzt Dienst hätte. Ich war völlig perplex, da ich an nahm, der Angelverein würde noch ein wenig weiter machen. Dem war aber nicht so und ich mußte meinen Schlüsseldienst antreten. Von 1800 – Schluß. Herzlichen Dank. Das ist glaube ich der beschissenste Dienst den man machen kann. Und ich habe mich dafür freiwillig gemeldet. Doch mir wurde ja ein fleißiger Partner zur Seite gestellt. Keile-Günther. Wo war er nur. Ach ja, zu Letzt habe ich ihn im Jugendraum gesehen. Vollstramm und auf einem Sofa schlafend. Es war glaube ich zwei Stunden vorher, als ich ihn an der Theke gesehen habe. Vollstramm, wie er rückwärts torkelnd ein kleines Mädchen zur Seite schubste. Um ehrlich zu sein rechnete ich nicht mehr mit ihm. Doch er stand dann auf einmal vor mir und ich schickte ihn wieder fort. Besser gesagt Jotte schickt ihn fort und übernahm vorläufig für ihn den Dienst. Man könnte fast annehmen, das Keile nun den Pokal für den Strammsack des Abends überreicht bekommen hat. Aber das war Jemand anderem vorbehalten.

Hinter der Theke ging es zu Beginn recht stressig ab. Und ich wünschte mir die Ramona her, damit es nicht ganz so trostlos ist. Aber wir waren ja nicht beim Wunschkonzert und ich bekam Jotte und den Schmierpopel. So wird man hier belohnt. Jotte zapfte und ich spülte Gläser wie ein Geisteskranker. Ich weiß gar nicht wo die alle hergekommen sind? Aber auch das Spülen war mal vorbei und ich konnte mich meiner Gewohnheit dem Bacardi-Trinken widmen. Das scheint ein Reflex zu sein, sobald ich den Schlußdienst antrete. Zwischenzeitlich besuchte mich mal die Ramona, diesmal Pornos Schwester, also nicht die Bedienung, und band mir ein Freundschaftsarmband um. In pink! Was soll man da nur machen? Pink ist nun nicht wirklich meine Farbe. Aber weil Ramona eine ganz liebe ist, habe ich es natürlich dran gelassen. Was man hübschen Frauen nicht alles durchgehen lässt. Ich wies sie aber darauf hin, das wir uns da schnellsten ein andere Farbe aussuchen sollten. Ich bin ja für schwarz.

Da die ganze Arbeit tierisch hungrig macht hat der Schmierpopel eine fantastische Idee gehabt. ER hat für alle hinter der Theke einen Döner ausgegeben. Wie schon des öfteren erwähnt eröffnet er manchmal menschliche Abgründe, wenn er Gesichter ißt oder rülpst, das in den Alpen eine Lawine nieder geht. Aber eigentlich ist er ein verdammt guter Kumpel. Seine Frau gesellte sich auch dazu und biß überall mal ab. Bei meinem verlor sie gleich eine Ladung Fleisch, die sich der Schmierpopel rein drückte. Ich wollte sie ja eh nicht. Richtig, nachdem Schmieri sie im Mund hatte bestimmt nicht mehr.

Nun aber aufgepasst, wir kommen nun zur Preisverleihung Strammsack des Abends auf dem Saal. Dieser Preis geht ohne große Konkurrenz an Morchel. Der war so stramm, das es für zwei Karnevalsfeiern gereicht hätte. Ich bewundere ja immer wieder wie er es hin bekommt. Es wurde nicht nur unkontrolliert die Frauen angepackt, sondern dazu wurde auch noch mit Bier gespuckt, eine Sache die ja nun gar nicht geht. Aber Morchel kriegt es hin. Nach ein paar Worten von der Thekenmannschaft ging es dann zum Tanzen. Stilecht mit Jutesack auf dem Kopf. Die Kappe war auch schon verschollen. Schnitzel wunderte sich nur warum er denn den Sack auf dem Kopf hatte. Waren die Säcke doch von ihm und Schnitzel wusste genau um den Reinheitsgrad. Morchel war alles egal und der Höhepunkt war der Sturz auf der Tanzfläche beim Dönerlied. Um wieder auf die Beine zu kommen wurde ihm Bier eingeflößt. Fantastisch was ein menschlicher Körper alles kann. Nachdem er sich dann auf einen Stuhl zum Schlafen niedergelassen hat wurde er kurze Zeit später vom Bürgermeister unsanft geweckt. Danach ging es dann nach Hause. Er hat den Preis redlich verdient.

Doch wäre der Florian noch in die Mehrzweckhalle gekommen, dann wäre er eine scharfe Konkurrenz geworden. Wie man so seinem Begleiter glauben darf ist er bei der Runde mit dem goldenen Buch gerade bis zur Hälfte gekommen und dann mußte er nach Hause gebracht werden. Dabei verlor er kürzlich konsumierte Getränke wieder auf dem Weg, auf dem sie seinen Körper betreten haben. Die andere Truppe mit Schocker und Kalle hat ihre Runde allerdings geschafft. Auch wenn sie nicht mehr so frisch aussahen. Sensationell waren auch Görtler und Leiche. Die hatten nämlich Grilldienst und sind mit ihren Klamotten gleich mal zum Schweineball gefahren. Geht man halt als Schlachter, wenn man solche Klamotten schon mal an hat. Eintritt haben sie da übrigens auch nicht bezahlt, denn sie gehörten ja zur Bedientruppe. Man muß einfach nur dreist sein, dann klappt das schon.

Die Zeit in der Mehrzweckhalle verflog im Flug und es nährte sich auch dieser Abend dem Ende. Ich war froh, denn meine Füße fühlten sich an als wäre ich drei Stunden mit vollem Marschgepäck über Kopfsteinpflaster gelaufen. Außerdem folgte der Rosenmontag, ein Tag der schon fies anfängt. Mit Müh und Not schaffte ich es die Mehrzweckhalle abzuschließen und den Schlüssel zu verstauen und begab mich mit meiner Mischung auf den Heimweg. Ich hatte ein wenig Angst vor dem nächsten Tag.

Montag Morgen. Rosenmontag Morgen. Mein Toilettengang hat meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet. Mein Darm war nur noch ein gerades Rohr, welches sämtliche Nahrung vernichtet. Ich behaupte jetzt mal der ganze Schnaps hat all das verursacht. Dieser Tag war eine große Probe an meine Körperbeherrschung und fing mit dem Frühstück an. Ausgegeben vom letztjährigen Prinzenpaar schmeckte es recht lecker. Auch wenn die Brötchen nur mit halber Kraft in den Magen wollten. Dafür gingen die Bier umso besser rein. Auch der obligatorische Löwentor ging nach einigen Krämpfen hinunter. Warum muß man das zum Frühstück trinken?

Nach einigen Vorbereitungen ging es dann in den Kindergarten. Als wir los gingen wusste ich nicht, das uns einer der lustigsten Besuche aller Zeiten erwartete. Es ging ja schon los beim Einmarsch, als Görtler seine Vorliebe für den Gong entdeckte. Mich wunderte nur das keine Beule im Gong zurück blieb. Drinnen gab es dann da übliche Gedränge in den hinteren Reihen. Und los ging es mit der Show. Die Kinder üben für uns ja immer ein tolles Lied ein. Diesmal waren es zwei tolle Leider. Kombiniert mit dem Alkoholpegel des Elferrates konnte es ja nur ausarten. Leiche hat eine so ansteckende Lache, das man gar nicht anders konnte. Er und Gaudo duckten sich schon weg um den strafenden Blicken von Stefan zu entgehen. Den Text möchte ich hier nicht wieder geben, denn es sind zwei echt harmlose Kinderlieder, die nur durch den Elferrat durch den Dreck gezogen wurden. Und eins wurde dann auch noch auf Schocker bezogen. Leck mich am Arsch, was haben wir gelacht! Sogar die Kindergärtnerin merkte das da eine gewisse Unruhe im Elferrat steckte und ermahnte und zur Ordnung. Sonst würden wir sofort zum Nachmittagsschläfchen hoch geschickt. Auf dem Weg nach draußen schlug Görtler noch mal den Gong. Praktischerweise gleich neben Kais Ohr, der sich so erschrak, das er beinahe die Prinzessin mit der Standarte aufspießte. Da wäre ich ja mal auf die Strafe beim Hohen Gericht gespannt gewesen!

Weiter ging die Tour in die Stadt, wo wir das Rathaus stürmten. Treffpunkt war nach wie vor der Parkplatz von Seyffart, wo man sich dann erstmal mit den anderen Elferräten austauschte. Man traf alte Bekannte und mußte zufrieden feststellen, das sie genau so Scheiße aussahen wie man selber. Das war ein kleiner Trost, denn so konnte man feststellen, das es woanders nicht viel besser ist. So zog man dann vereinsmäßig zum Rathaus. Unterwegs wurden dann noch noch diverse Löwentore vernichtet. Ich war froh das ich nicht jeden mit trinken mußte. Besser gesagt, schaffte ich es immer zur richtigen Zeit zu verschwinden.

Die Rede im Rathaus war wie immer sehr spannend. Ich hoffe das klingt überzeugend genug. Aber wir haben gezeigt, das bei uns der Bär steppt. Gut, man muß hier erwähnen das uns Stadtdirektor Nolte auch die nötige Steilvorlage gegeben hat. Unter großem Hallo und einigen mehr Bier intus ging es dann zur Volksbank. Als besondere Überraschung hatte der Prinz befohlen, das Schmierpopel auf dem roten Pferd reiten mußte, welches von M7 für den Prinzenwagen angefertigt wurde. M7 wollte sich den Spaß nicht nehmen lassen und steig gleich mit auf. Bei den Schaukeleinlagen der Beiden hatte ich Angst um die Anhängerkupplung. Der TÜV sollte neu die Elferratsprüfung für Anhägekupplungen in ihr Programm aufnehmen. Schein ein neuer Killertest zu werden. Bei der Volksbank angekommen bekam ich ehrlich gesagt nicht so viel mit von den ganzen Reden, da ich mich mit Keile-Günther etwas in den Hintergrund verzogen habe um dort bei einem Bierchen das Scheiße labern anzugehen. Zu uns gesellte sich dann der Porno und machte kräftig mit. Bis dann Hüfte zum Abmarsch blies und Porno folgte bei Fuß. Schlimm wenn man so einen Lanz Bulldog Führerschein macht. Dabei hätte ich das von dem Dream Team Porno und Hüfte nie gedacht. Aber es bestätigt wieder mal das Sprichwort.

Nach der Volksbank ging es per Auto zurück zur Mehrzweckhalle wo dann warme Speisen in Form von Schnitzeln gereicht wurden. Allerdings meinte der Morchel sich aus dem Schiebedach von Petras Auto zu zeigen. Das seine Kappe nicht weg war ist alles. Aber lustig war es schon. Nach dem Essen gab es einen kleinen Einbruch bei einigen Elferratsmitgliedern, was sehr schade war. Denn sie verabschiedeten sich in den Jugendraum zum Schlafen. Während dieser Ruhezeit missachteten sie dann diverse Befehle des Prinzen und wurden dafür von ihm aufgeschrieben. Was sie aber nicht weiter störte. So langsam begann sich zu zeigen, das die Luft langsam raus ging oder das ein Tiefpunkt erreicht wurde. Bei mir ja eh, da ich ja am nächsten Tag arbeiten mußte. Irgendwie setzte sich die Vernunft durch und ließ mich den Bierkonsum langsam aber sicher zurück fahren. Außerdem sollte der Kinderkarneval bald beginnen und da soll man ja nicht so auffallen. Normalerweise wäre es mir egal gewesen und ich hätte mich weiter betrunken, aber der Arbeitstag brachte mich dann doch zur Vernunft.

Ich hielt dann aber doch noch bis um 1800 Uhr durch und verabschiedete mich dann leise. Ein klein Wehmut muß ich ja zugeben, denn ich hatte echt Bock noch ein wenig weiter Party zu machen. Vor allem weil die Stimmung langsam aber sicher wieder nach oben ging. Aber es half nicht, der Job ist ja wichtiger. Und ein wenig war ich froh das ich endlich mein Sofa erreicht habe. Eine weitere Runde „Rotes Pferd“ hätte ich nicht mehr ausgehalten.

Der Dienstag war wahrlich kein Geschenk, denn mir ging es richtig schön Scheiße. Der fehlende Alkohol am späten Abend hat mich zu einem Wrack gemacht. Mein Kopf drohte zu platzen, aber mein Pflichtbewusstsein prügelte mich zur Arbeit und ein wenig produktiv war ich dann doch. Zum Glück ging es dann nur bis Mittags, denn es folgte ja noch das Prinzenessen mit anschließender Gerichtsverhandlung. Das Essen war lecker und half meinem geschwächten Körper wieder auf die Beine. Die Gerichtsverhandlung war sehr ernüchternd, denn harte Strafen gab es nicht wirklich. Obwohl böse Freveltaten vollbracht wurden. Leider sind ja keine Fotobeweise zulässig, denn sonst wären unsere beiden Studenten nie wieder froh geworden. Besser gesagt hätten sie neben ihrem Kredit für das Studium noch einen für ihre Freveltaten aufnehmen müssen. Da es nun aber gegessen ist, kann ich hier ja jetzt die Karten auf den Tisch legen. Die Fotos sind übrigens nicht von mir, sondern von Nollo. Ich würde ja solche Fotos nie machen.

Beweisfoto Nr. 1: Hier sieht man die Vorbereitung zur Freveltat. Ich möchte darauf hinweisen, das ein solcher Umgang mit dem Zepter schon sträflich genug ist.

Beweisfoto Nr. 2: Hierzu ist eigentlich nichts mehr zu sagen. Eindeutige Körperhaltung. Man beachte das Gesicht von Kai, im Bild links. Ich würde sogar meinen Arsch verwetten, das Vollmer ein ähnliches Gesicht macht. Der Prinz im Hintergrund dreht übrigens mit angewidertem Gesichtsausdruck weg. Nicht der rechts, das ist Görtler!

Nutzen wir die überflüssige Zeit für ein kleines Resume. Karneval ist schon eine geile Zeit. Vor allem das Prinzenpaar hat es dieses Jahr echt Klasse gemacht. Auch wenn die Prinzessin ihr Recht des Tanzens ein wenig oft genutzt hat. Da waren die anderen jungen Damen ein wenig gnädiger mit mir. Ich hoffe das bürgert sich jetzt nicht so ein. Allerdings kann ich nun keine Karnevalslieder mehr hören. Noch einmal das „Rote Pferd“ oder „Sie liebt den DJ“ oder „Ein Stern“ und ich mich mich übergeben. Ernsthaft jetzt. Sowas geht nur mit einer Flasche Bacardi pur in den Kopf. Es geht einfach nicht mehr. Sollte ich in nächster Zeit solche Lieder hören, dann kann ich für nichts mehr garantieren. Ich möchte nur den Tip geben, nicht das demnächst auf dem Penny-Markt-Parkplatz eine Auto in die Luft fliegt, weil der Fahrer mit unmenschlicher Lautstärke „Sie liebt den DJ“ hört. Es könnte natürlich auch sein, das ich dann spontan in die Fremdenlegion eintrete. Auch wenn diese in Frankreich ist! Und das soll schon was heißen!

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