World of pain

25/02/2008

Freitags sollte man ja eigentlich nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommen und sich ruhen. Man sollte sich einen netten gemütlichen Fernsehabend machen oder ein gutes Buch zur Hand nehmen. Vielleicht macht man sich eine Flasche Bier auf oder genehmigt sich ein Gläschen Wein. Gut, das würde dann eh wieder ausarten und am Ende springt man voll trunken durch eine Disco und macht sich vor versammelter Mannschaft zum Horst. Nun ja, da Eskalationen dieser Art fast schon vorprogrammiert sind, nehme ich mir solche Aktivitäten für den Freitag Abend gar nicht erst vor. Ansonsten hat man nur ein schlechtes Gewissen, wenn der Abend wie oben beschreiben endet. Meine Freizeit verbringe ich dann doch lieber mit Bier zapfen. Also jetzt nicht zu Hause an meiner fest installierten Zapfanlage, neben dem Wasserhahn sondern an diesem Wochenende bei Andres Schwiegermutter. Die feierte nämlich ihren 60. Geburtstag und man hat mich gefragt ob ich denn so freundlich wäre und mein Können zur Verfügung stellen würde. Klar, Bier zapfen macht ja immer Spaß. Alles was mit Bier zu tun hat macht Spaß.

Andre holte mich gegen 1815 Uhr zu Hause ab und bereitet mich schon mal mental auf den Abend vor. Es sollten nicht so viele Gäste kommen und nur wenige würden Bier trinken. Hmm, so gesehen kann ein Abend auch lang werden, wenn man nicht so viel zu tun hat. Aber ich hatte ja uneingeschränkten Zugang zum Bier. Aber er versicherte mir, das ich nicht ganz unbeschäftigt bleiben würde. Sein Schwager Michael und er würden sich schon gut welche rein knallen. Auch wenn sie anfangs mit angezogener Handbremse fahren müßten, da es schon diverse Vorwarnungen von der besseren Hälfte gegeben hat. Was die bewirken konnte ich mir ja denken. Ich kenne doch Andre und kann mir vorstellen das sein Schwager vom gleichen Schlag ist. Die Zwei hatten ja auch schon die Zapfanlage aufgebaut, sich aber noch nicht getraut sie an zu zapfen. Vielleicht wollten sie mir auch nicht die Freude nehmen, aber ich bin da nicht so. Nach dem ich dann die Leitung erstmal sauber gezapft hatte, gab es die erste Runde welche den Test bestand. Allerdings lief die Zapfanlage suboptimal, wenn nicht sogar beschissen. Das Bier bleib einfach nicht in der Leitung, als ob da irgendeine Dichtung nicht ganz koscher wäre. Ich wollte nun aber nicht die gesamte Anlage auseinander bauen, da ich Angst hatte, einen Großteil der Gäste mit Bier voll zu mehren. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn man sich so den Unmut der Gäste aufhalst. Es ging zwar mit dem Zapfen, aber richtig lief es nicht.

Wie erwartet bleib der große Ansturm aus, denn es waren von den Anwesenden ca. 10 Gäste, die Bier tranken. Was macht man nun mit der ganzen überflüssigen Zeit, in der man umher steht und wartet das eine Großbestellung eingeht. Man könnte ja zum Beispiel ein kleines Pilschen trinken. Eins ist keins, wie es so schön heißt. Und ich muß ehrlich sagen, das ich nur ein Glas getrunken habe. Welches immer wieder voll gezapft wurde. So spart man sich außerdem das Abwaschen. Es ist echt eine immense Versuchung, wenn man die ganze Zeit am Zapfhahn steht und nichts zu tun hat. Man braucht einfach nur am Hahn zu drehen und schon bekommt man wunderbar schmeckendes Pils in ein Glas. Gerade in der Zeit wo dann die Gäste das Buffet stürmen, macht man da öfter den Hahn auf, als man eigentlich wollte. Aber ich mußte mich noch ein wenig zusammen reißen, denn ich konnte ja als Zapfmeister nicht der Strammste im ganzen Saal sein. Als dann die Gäste gegessen hatten, löste mich der Andre ab und ich konnte mir eine Kleinigkeit einwerfen. Das Essen war extrem lecker. Auch wenn ich nur etwas von der kalten Platte genommen hatte, hat es vorzüglich geschmeckt. Meine Ablöse war nicht so geduldig wie ich am Zapfhahn und es dauerte nicht lange, das man mit fünf Mann um die ganze Geschichte herum stand. Es passierte das was ich schon von Anfang an machen wollte. Der Keg wurde vom Faß genommen und untersucht. Dabei passierte auch das wovor ich Angst hatte. Gäste die in der gefährlichen Nähe des Faßes saßen bekamen ein bis fünfzehn Spritzer Bier ab. Als Mit-Gast ist das kein Problem, das passiert halt, aber als Zapfer und somit Fremder auf der Feier, zieht man sich schnell den Unmut zu und wird immer mit bösen Blicken bedacht. Der Keg wurde tüchtig durch gespült und da war des Pudels Kern. Irgendetwas hat den Durchfluß behindert und veranlasste, daß das Bier zu unzufrieden lief. Ich möchte gar nicht wissen was da drin gesteckt hat, vermutlich ein Hefepropf. Da nun aber alles wie geschmiert lief stand der Zapffreude nichts mehr im Wege.

Als ich dann den Andre wieder ablöste übergab er mir eine voll funktionstüchtige Zapfanlage. Außerdem war der DJ der Meinung Andre hätte das im Alleingang gemacht. Das gab ordentlich Plus-Punkte. Der DJ war auch ein Phänomen für sich. Er war 71 Jahre alt und hatte einen Koffer von den No Angels mit Orginalautogrammen. Ich war versucht ihn einfach so mit gehen zu lassen. Stand ich doch mal auf Vanessa von den No Angels. Ja, ich gebe zu, ich habe damals das Casting geguckt. Das war noch zu der Zeit als ich mit Felkl zusammen in Göttingen gewohnt hatte. Das Casting war ein Pflichttermin. Und Vanessa hatte sich schon früh zu meiner Favoritin entwickelt. Umso überraschter war ich das sie es in die Band geschafft hat. Aber kratzen wir nicht alte Wunden wieder auf. Wo waren wir? Ach ja, der 71jährige DJ. Er war halt 71 und spielte Schlager. Nicht gerade mein Traum von einem gelungenen Abend, aber ich war ja hier zum zapfen und nicht zum Musik hören. Doch dann kamen die Südtiroler Spitzlumpis Flachzangen Spitzbuam. Volksmusik sucks. Big time! Doch da mußte ich durch und nahm es wie ein Mann. Wenn die Bier aber sauer wurden, dann konnte ich da nichts zu.

Aufführungen gehören zu Geburtstagen, wie Bierbong saufen zu KCW-Feiern. Aber ich muß sagen, das diese Aufführungen sich nicht so in den Vordergrund gedrängt haben. Soll heißen es waren mal nette Sachen, gut vorgeführt. Es gibt ja immer diese Verwandtschaft, die dann alles perfekt machen will und dann wird es meistens eine Schuß in den Ofen. Mit der PAK. Die vorgetragenen Sachen waren alle schlicht und dezent und daher umso angenehmer. Hier sollten sich manche mal ein Beispiel nehmen. Ganz schlimm finde ich ja immer, wenn ohne zu fragen Liedzettel verteilt werden. Um das schöne Leid dann nicht kaputt zu machen singt man nicht mit und wird dann hinter noch angemacht, das man aber auch gar nichts mit macht. Stimmt ja gar nicht, man trägt zur Stimmung bei in dem man sich Hemmungslos betrinkt und hinter dann auffällt. Darüber spricht die Verwandtschaft noch Jahre später, ob man bei so einem Leid mit gebrummt hat weiß nach fünf Minuten keiner mehr. Aber das war eine andere Feier.

In der Zeit der Vorführungen hat man dann als Zapfer so seine Ruhezeit und kann sich auch mal hin setzen. Ich muß ehrlich sagen, das die ganze Zeit stehen fast anstrengender ist, als ein acht Stunden Tag. Ich möchte das nicht die ganze Zeit machen. Man hat dann aber schnell gesehen wer so seine besten Kunden waren. Ich entwickelte schnell einen Blick für fast geleerte Gläser und zapfte immer im richtigen Moment ein neues Gerstenkaltgetränk fertig. Da alles sehr überschaubar war konnte ich die Gläser dann auch selber an den Tisch bringen. Da wird man dann immer schnell in Gespräche verwickelt, weil einen die Leute, trotz das man in einem fremden Dorf ist doch irgendwie kennen. Entweder von der Feuerwehr oder anderer dem Trinken nicht abgeneigten Vereinen. Zurück an der Tankstelle Zapfanlage warteten meine zwei besten Kunden schon auf mich. Der Andre und der Michael. Der Blick zur Uhr sagte mir das Mitternacht, der Zeitpunkt zu dem sie wenigstens noch halbwegs nüchtern sein sollten, noch lange nicht da war. Aber sie waren schon gut drauf. Immer einen Blick zu ihren Frauen vernaschten sie das nächste Bier. Das wird bestimmt noch sehr spaßig.

Mitternacht kam dann und in der Zwischenzeit haben sich die Zwei versucht zusammen zu reißen. Ich muß aber zugeben, das ich es ihnen nicht immer einfach gemacht habe, denn mein Service war vorzüglich. Hatte das Glas nur noch einen Füllstand von einem Drittel, wurde schon das nächste Bier von mir vorbereitet. Das Gute ist, wenn man mit einem vollen Bier ankommt, dann wird schnell der Rest im Glas geleert, egal, ob man Durst hat oder nicht. So konnte ich den Bierkonsum ein wenig voran treiben. Nun ja, Mitternacht kam und die Gratulationen begannen. Auch ich reihte mich ein und gratulierte, wie es sich gehörte. Anschließend ging es sofort wieder zurück an die Zapfanlage. Wo ich dann den Sturm auf das Kuchenbuffet mit bekam. Pünktlich um 0000 Uhr wurden dann die Torten aufgefahren. Ich fragte mich, wann denn die zusätzlichen 50 Gäste ankamen, die die ganzen Torten weg putzen sollten. Auf Nachfrage wurde mir aber gesagt, das keiner mehr kommt und die Torten schon irgendwie alle werden würden. Na da war ich aber gespannt. Außerdem gab es wieder gesangliche Darbietungen vom Wanderverein. Ein Mitglied hat dann nicht mit gesungen und hatte eine perfekte Ausrede parat. Er habe seine Brille vergessen. Besser geht es echt nicht. Den Spruch werde ich mir echt merken. Brille vergessen und schon kann ich nichts mehr sehen. Sollte eventuell auch beim Tanzen helfen. ”Nee, ich habe meine Brille vergessen, da kann ich nicht tanzen gehen. Nachher renne ich noch irgendwen um.“ Eine Schwägerin vom Geburtstagskind schien sich echt Sorgen um mich zu machen, denn sie forderte mich mehrmals auf endlich ein Stück Kuchen zu essen oder zumindestens ein Mettwurstbrot. Ich muß wirklich schlecht ausgesehen haben. Dabei habe ich doch schon so viel Bier getrunken. Natürlich immer in kleinen Mengen, so daß es nicht so auffiel. Zu meinem Glück kam ich immer um die Schnaps Runden herum. Mehrfach wollte man mir den Löwentor andrehen, weil man ja aus Westerode kommt, da muß man sowas mögen. Wie falsch sie alle lagen. Löwentor geht ja nun mal gar nicht. Ich haue mir lieber eine Flasche Korn rein, als einen Löwentor zu trinken. Ich hatte aber die Zapfer-Joker-Karte und konnte so immer gut ablehnen. Andre hingegen hatte es nicht so gut, der mußte immer schön mit trinken. Immerhin hatte er und Michael sich gut über die magische Grenze gerettet. Nun konnten sie sich ja richtig einen rein ballern. Was sie dann auch taten. Aber da waren sie auch nicht die Einzigen. Ich kenne ja die Trinkgewohnheiten älterer Leute von diversen Seniorenweihnachtsfeiern der Feuerwehr. Da ist dann spätestens um 2300 Uhr Schicht im Schacht und alle anwesenden Senioren sind reisefertig. Hier hingegen mußte man ja bis um 0000 Uhr aushalten. Einigen sah man schon an der Augenstellung an, das sie am liebsten jetzt in ihrem Bett wären.

Schön waren auch diverse Vorstellungen der Schwiegersöhne. Dank meines Platzes an der Zapfanlage hatte ich einen wunderbaren Blick in die Küche wo ich dann ein leichtes Verwirrspiel von Michael mit bekam. Er hatte zwei Sektflaschen in der Hand wusste aber anschienen nicht mehr wo er damit hin wollte. Sensationelle Vorstellung. Andre hin gegen mußte dann ab und an mal das Tanzbein schwingen. Aber auch hier kam der Unsicherheitsfaktor des Bieres dazu. Ein herrliches Bild. Es waren aber nicht mehr ganz so viele Leute anwesend, eben nur noch der harte Kern und ich entschied mich dazu ein Bock Bier zu probieren. Eine Entscheidung die ich am nächsten bereuen würde. Andres Schwager hatte das mit gebracht und pries es an und es war auch recht lecker. Und es hatte 7%. Und beim ersten Schluck wusste ich noch nichts von der Welt der Schmerzen. Zum Abschluß haute ich mir also davon zwei Flaschen rein. Anders betrachtet habe ich noch einen Liter Wein zum Abschluß getrunken. Wein hat ja auch 7%. Das Bockbier schmeckte natürlich um Längen besser als diese Traubenmatsche. Andre holte mir dann noch ein Taxi und ich setzte den Heimweg an.

Samstag Morgen, ich öffne meine Augen und muß erkennen das es 0918 Uhr ist. Viel zu früh, für einen Samstag. Nanosekunden später befinde ich mich ein einer Hölle aus Schmerzen. Ich befühlte meinen Kopf ob Jemand zufällig einen 80er Nagel hinein geschlagen hätte. Doch ich fand nichts Vielleicht habe ich auch auf einem Meißel geschlafen, aber auch mein Kissen wies keine Spuren auf. Wo kamen denn die Schmerzen her. Ich konnte nicht mal den genauen Ort bestimmt wo sie entstanden. Sie waren überall. Nachdem ich geblinzelt hatte war es dann schon 1124 Uhr und ich entschied mich auf zu stehen. Das hilft meistens. Leider nicht in meinem Fall. Dabei hatte ich doch Nachmittags noch eine Festausschußsitzung von der Feuerwehr. Mit den Kopfschmerzen würde das gar nicht gehen. Doch sie gingen nicht weg. Ich trank bestimmt mehrere Liter Flüssigkeit, aber nichts half. Ich hatte einen ordentlichen Brummschädel und wusste auch gleich wo ich den Schuldigen suchen mußte. Das Bockbier wurde sofort an die Wand gestellt und standrechtlich erschossen. Nie wieder würde ich das Bier trinken. Naja, mal sehen was es dann bei Andres Geburtstag gibt. Man soll ja niemals nie sagen.

Mit einem Kopf der ungefähr so groß war wie zwei Rathäuser ging ich dann zur Sitzung. Dort gab es frisch gezapftes Bier. Ein Blick auf die Uhr verriet mir zwei Sachen. Es war 1600 Uhr und es war definitiv zu früh um schon Bier zu trinken. Doch die Einwände die mein Gewissen machte wurden schlicht ignoriert und ich zapfte mir ein Bier voll. Vielleicht stimmt es ja doch und davon würden die Kopfschmerzen weg gehen. Es gab ja noch Reste von der JHV und das Faß muß ja irgendwann alle werden. Die erste Geschmacksprobe war nicht so überzeugend, aber man soll ja die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen. Beim zweiten Pils ging es dann schon besser und die Kopfschmerzen waren weg. Ich weiß nicht woran es gelegen hat, aber sie waren fort. Ich dankte dem Erfinder des Bieres und fing an mich langsam aber sicher in einen guten Zustand zu trinken. Die Sitzung verlief recht unspektakulär. War aber doch ganz lustig, vor allem weil ich ordentlich Bier trank. Ich fragte mich gar nicht mehr was ich da machte, ich schüttete einfach nur rein. Der Rest des Abends würde sich schon ergeben. Vorher hatte ich ja noch mit dem Ingo telefoniert und er wollte noch fahren. Damit war für mich alles in Butter. Als dann die Sitzung vorbei war machte wir uns dann Gedanken um die wichtigen Sachen. Das war dann in dem Fall die Abendplanung. Irgendetwas sollte noch gehen und Kai machte den Vorschlag ein paar Cocktails zu machen. Seine Freundin würde die ganzen Zutaten schon organisieren. Einstimmig wurde die Idee angenommen und es wurde sich um 2100 Uhr verabredet. Ich trank mein Bier aus und machte mich auf den Heimweg.

Kurz nach 2100 Uhr traf ich zeitgleich mit Schnitzel und Tobi bei Kai ein. Die Zutaten waren im Keller schon bereit gelegt und ab ging die Post. Wiebke bereitet mir erstmal einen Tequila Sunrise. Dank des ganzen Bieres war es mit mittlerweile egal, was ich mir rein knallte. Hauptsache es macht doof im Kopf. Der erste Cocktail schmeckte recht gut. Ich brach vollkommen mit meiner üblichen Angewohnheit, den Abend mit Bier zu beginnen und später erst auf harten Alkohol umzusteigen. Auf der anderen Seite, habe ich ja schon seit 1600 Uhr Bier getrunken. So gesehen bin ich voll in meinem Zeitplan. Der Abend hat halt schon um 1600 Uhr angefangen. An dieser Stelle sollte man eigentlich davon ausgehen, das dieser Abend sehr böse enden sollte. Vor allem sollte er mit einem gewaltigen Filmriß enden. Aber warten wir mal ab.

Es wurde Zeit die Daumenschrauben anzulegen. So ein Luschen-Kram wie Tequila Sunrise kommt jetzt nicht mehr ins Glas. Ab dem Zeitpunkt wurden dann Eigenkreationen kredenzt. Kai und ich steigen jetzt groß ins Cocktail Geschäft ein. Abwechselnd mixten wir uns den Hammer im Glas. Eigentlich war es immer das gleiche, nur mit unterschiedlichen Säften verfeinert. Wir kippten alle Sorten Schnaps in den Shaker und addierten die Essenz aus Früchten. Als da wären: 8 cl Bacardi, 8 cl Wodka, 8 cl Tequila, ein Schuß Erdbeersirup (weil er gerade herum stand), ein Schuß Grenadine (weil sie gerade herum stand) und entweder Maracujasaft, Orangensaft oder Ananaßsaft. Das Ganze ordentlich durch gerüttelt und ab ging die Post. Direkt in die Mägen. Was dort mit den Inhaltsstoffen passierte liegt außerhalb meines Kontrollbereichs. Ich vermute mal das der Alk direkt und ohne Umwege in die Blutbahn geleitet wurde um dann im Gehirn lustige Sachen anzustellen. Von diesem Cocktail gingen dann ca. vier Stück rein. Zählen war zu dem Zeitpunkt nicht mehr von Nöten. Ich war zwar richtig gut drauf, aber das ich total hacke war konnte ich jetzt nicht behaupten. Ein gesunde Schwindeligkeit hilft ja immer am Samstag Abend.

Gegen 2300 Uhr klopfte dann der Ingo an das Fenster und verlangte Einlaß. Er hatte dann nicht mehr so richtig Lust etwas zu unternehmen, was ich durchaus verstehen konnte. Wir waren ja alle schon recht gut dabei. Außerdem mußte er ja früh am nächsten Tag nach Frankfurt fahren und seine Freundin vom Flieger ab holen. Er bleib dann aber noch ein wenig da und wir gaben ein paar lustige Geschichten zum Besten. Meistens betrafen sie mich und wie ich den armen, braven Ingo zum Alkohol trinken verführt habe. Alles Lüge und herbei gesponnen und nicht mal auf Ingos Mist gewachsen. Aber spaßig sind solche Geschichten ja immer. Ingo fragte noch ob er uns wo hin fahren sollte, aber wir lehnten dankend ab. Waren wir uns doch sicher, das die Reise nicht mehr weit gehen würde. Unser Zustand ließ sich am Besten mit dem Delirium nahe beschreiben. Wiebke hat sich mittlerweile auch nach oben verabschiedet und so saßen wir vier Strammsäcke im Keller und hauten uns Cocktails rein. Die anfängliche Stärke Kais und meiner Mixtur störte uns auch nicht mehr und wir pfiffen uns per Strohhalm den Alk in die Mägen.

Doch was macht man mit einem angebrochenen Abend. Man kommt auf dumme Ideen und irgendjemand macht dann den Vorschlag in die Werkstatt zu gehen. Anfänglich lehnt man noch ab und ist sich sicher das dort eh nichts los ist. Dann fängt man an sich die ganze Sache schön zu reden und bevor man sich versieht steht man vor der Tür und telefoniert mit einem Taxiunternehmen und will sofort abgeholt werden. Es ist schon schlimm wie schnell man unter Einfluß von Alkohol seine Meinung ändert und den Pfad der Tugend mit eilenden Schritten verlässt. Es wäre besser und vor allem schlauer gewesen sich nach Hause zu verdrücken. Das Bett zu wärmen und hoffen das der Kater am nächsten Tag nicht so schlimm werden würde. Aber wenn man das gemacht hätte, dann wäre der ganze Spaß ja schon vorbei. Vielleicht trifft man auch noch die schwedische Bikini-Volleyball-Mannschaft in der Werkstatt, die gerade auf der Suche nach ein paar Massagejungs sind, weil ihre Nacken immer so verspannt sind von den ganzen springen und schmettern. Vielleicht wollten sie uns auch ihre neuen Sportdresses zeigen und mit uns auf der holperigen Straße zum Strand fahren. Vielleicht würde man auch an genau diesem Abend seine zukünftige Frau treffen und ich würde mir das Fegen an meinem Geburtstag sparen, dafür aber eine sündhaft teure Hochzeit feiern. Man kann also nie wissen wie das Schicksal seine Karten ausspielen würde. Ich hatte zwar eine Vermutung das ich ein absolut beschissenes Blatt bekommen würde, aber wir fuhren dann trotzdem in die Werkstatt.
Allen Hoffnungen wurden mit einem Mal in einem gigantischen Feuersturm vernichtet, denn in der Werkstatt war nur das übliche Programm. Die Bude war nicht richtig voll, aber auch nicht wirklich leer. Da blieb nur eins. Schnell die Theke stürmen und sich mit Alkohol eindecken. Man hat ja noch nicht genug getrunken. Die Entscheidung fiel relativ schnell und ehe man sich versah stand vor uns eine Flasche Wodka mit Red Bull. Mir war es mittlerweile egal, wie es mir am nächsten Tag ging. Es hatte auch keinen Sinn sich darüber Gedanken zu machen. Es war mir klar das mein Körper sich auf irgendeine Art rächen würde. Dabei tat ich ihm doch nur Gutes. Mischung Nummer eins wurde von mir vorbereitet und war sehr human. Ich wollte das unumgängliche einfach nur ein wenig nach hinten schieben. Früher oder später kriegt man eine Mischung hingestellt, die einfach nur stark ist. Man haut sie sich rein, kommt auf der Promilleskala richtig weit nach oben und empfindliche Lücken werden in das Gedächtnis gerissen. Mache ich die Mischungen aber selber, dann habe ich das noch ein wenig unter Kontrolle. Ist schon alles nicht so einfach.

Nachdem nun die Grundversorgung mit alkoholischen Getränken sicher gestellt war, hatte man die Muße sich das Publikum etwas näher zu betrachten. Das bestand zu großen Teilen aus mir unbekannten Personen. Aber es gibt ja immer Lichtblicke. Zwei davon waren Kathrin und Kerstin. Die bogen ihre Körper gerade zur Musik auf der Tanzfläche. Da will man ja nicht unbedingt stören, außerdem war die tanzfläche Sperrgebiet für mich. Dafür war ich definitiv nicht stramm genug. Man beachte hier, das ich seit 1600 Uhr Alkohol konsumiere. Außerdem bemerkte ich noch eine junge Dame etwas weiter hinten an der Theke, die recht hübsch war. Noch bevor irgendwelche Gedanken sich in meiner Großhirnrinde festsetzen konnten, die etwas mit dem ansprechen eben jener jungen Dame zu tun hatten. Spülte ich eine weitere Ladung Wodka Red Bulll hinterher. Der Alkohol überholte die Gedanken im Eiltempo und gab ihnen einen kleinen Stoß beim vorbei brettern, so daß sie in einer tiefen Schlucht landeten. Das hätten wir also erledigt. Plötzlich haute mir Jemand auf den Hintern, was schon mal auf Suizidgedanken beruhen konnte. Ich vermutet ja zunächst den Schnitzel der mir so auf liebevolle Weise sagen wollte, das er sofort an die Wodkaflasche wollte. Doch als ich mich umdrehte sah ich etwas viel hübscheres als Schnitzel. Es war nämlich die Kathrin, die sich einfach so an geschlichen hatte. Nach einer kurzen Begrüßung gingen wir dann raus, da man sich da besser unterhalten konnte. Außerdem wollte Kathrin rauchen.

Erstmal vorweg genommen, zwischen mir und Kathrin läuft nichts. Sie ist auch nicht die der Leserschaft Unbekannte, die zur Zeit meine Favoritin ist. Wir sind einfach nur gute Freunde. Doch vielleicht sollte ich dem Schicksal mal eine e-mail schreiben und ihm mein weblog nahe legen. Denn es passierte das Unvermeidbare, wenn ich mal mit einer hübschen Frau alleine irgendwo in der Ecke sitze. Was ich da nun machen wollte tut ja hier nichts zu Sache. In Falle Kathrin war es halt nur reden. Wir saßen also für knappe zwei Minuten alleine dort als plötzlich der Florian um die Ecke kam und sich zu uns setzte. Ich will ihm ja nicht vorwerfen unsensibel zu sein, aber wenn ich einen guten Freund mit einer Frau zusammen sitzen sehe, dann sage ich kurz Hallo und warte bis er wieder verfügbar ist. Florian aber entschied sich, sich zu uns zu gesellen. War ja nicht schlimm, aber in einem anderen Fall, wäre ich extrem angepisst gewesen. Aber es sollte ja noch besser kommen. Anscheinend wollte das Schicksal auf Nummer Sicher gehen und schickte noch den Freund von Kerstin vorbei, der sich auch rauchend zu uns gesellte. Erst wollte ich aufstehen, meinen Blick gen Himmel richten und eine unverbindliche Anfrage stellen: ”Hallo, kann ich mich nicht mal mit einer guten Freundin alleine unterhalten. Was habe ich so Schlimmes verzapft, das mir nicht mal das gegönnt wird?“ Die Antwort wäre kurz und schmerzvoll gewesen, wenn der Blitz direkt durch meinen Körper gefahren wäre und nur zwei qualmende 10-Loch Dr. Martens mit Stahlkappe stehen gelassen hätte. Kurz darauf hätte ich mich mit Bon Scott, John Wayne und Charles Manson beim Doppelkopf an einem sehr warmen Ort wieder gefunden. Also ließ ich das mit dem in den Himmel schreien. Kommt eh nicht so gut, wenn einen dabei so viele Leute beobachten. Ach ja, der Tobi kam dann auch noch um die Ecke, der sich wahrscheinlich Sorgen machte, das man mir irgendwas antun würde. Ein kleiner Trost kam dann aber noch in der Form von Kerstin, die mich zur Begrüßung drückte. Das machte die ganze Sache nur noch halb so wild. Aber solche Sachen passieren halt immer wenn ich mich mit einer hübschen Frau unterhalte. Wenn ich mir nun vorstellen würde das ich mich nun mit meiner Favoritin unterhalten würde! Vorher muß ich unbedingt eine Lebensversicherung abschließen und bei der Unterhaltung nicht an einer viel befahrenen Straße stehen.

Wieder drinnen, habe ich nicht viel von der Flasche verpasst. Dafür aber hat sich die Tanzfläche gefüllt. Teilweise zum Nachteil, teilweise auch zum Vorteil. Die mir vorher ins Auge gefallene junge Dame versuchte sich nun in modernem Ausdruckstanz. Sah schon sehr rhythmisch aus, vor allem wie sie die Hüften kreisen ließ. Ich muß zugeben ein wenig hypnotisiert in ihre Richtung gestarrt zu haben. Die Geschichte mit dem Wortwechsel habe ich mir aber schnell aus dem Kopf geschlagen. Ich hatte zu große Angst um mein Leben. Man weiß ja nie was so alles unter der Werkstatt liegt. Vielleicht überlegt sich die vor 45 Jahren geschmissene 500 kg Bombe mit Aufschlagzünder in genau diesem Moment hoch zu gehen. Ich hatte auch ein Szenario mit einem durch die Mauer brechenden Bergewanne im Kopf, aber das hier wieder zu geben, würde den Jugendschutz gefährden. Auf der anderen Seite geht es ja gar nicht mehr schlimmer als die Kassierer. Aber sie sich aus der Ferne zu betrachten hatte auch was für sich. Ich mußte nicht auf die Tanzfläche.

In der Zwischenzeit nutze Tobi die Gelegenheit eine andere weibliche Person in unserer Nähe anzusprechen. Damit hatte er aber nicht so das Glück und heimste dafür aber unsere Freundenschreie ein. Nein, das ist nicht gemein. Kommen wir aber nun zu den ernsten Themen. Die Flasche war alle und wir strengten unsere großen männlichen Gehirne an, was nun zu machen wäre. Nachteil, die erste Flasche hatte den Großteil unserer Gehirne schon lahm gelegt. Schnitzel und ich waren dafür noch zwei Tabletts zu kaufen und dann noch ein drittes. Unserem Zustand zu Folge wäre es aber wohl nur bei einem geblieben. Doch Kai hatte sich in den Kopf gesetzt noch eine weitere Flasche zu trinken. Da er sonst wieder einen Weinkrampf kriegen würde haben wir dann eingewilligt, in dem Wissen, das wir sie eh nicht mehr austrinken würden. Und so war es dann auch. Die Flasche wurde noch zur Hälfte geleert und schon ging die Naselei los. Ich bestand trotzdem darauf sie zu leeren und nicht mit nach Hause zu nehmen. Da aber meine Begleitung sehr luschig drauf waren, wurde unter äußersten Vorsichtsmaßnahmen die Flasche unter einer Jacke versteckt und mich nach draußen genommen. Entgegen meinem Willen übrigens. Trotzdem fand ich dann draußen in meinem Ärmel eine Flasche Red Bull. Frechheit. Der Rückweg ging wie gewohnt über McDonalds. Ich kann mich aber beim besten Willen nicht daran erinnern, was ich mir bestellt habe. Ich schiebe es jetzt mal auf die frische Luft. Das käufliche erworbene Nahrungsmittelimitat verspeisten wir dann bei Kai im Keller. Dort machte ich mir dann auch noch eine Abschiedsmischung. Dummerweise hatte Tobi nicht alles aufgegessen und wollte sich einen Cheeseburger für zu Hause aufheben. Was ich wiederum gar nicht verstand, denn diese warmen Käsebrötchen werden doch steinhart. Damit kann man am nächsten Morgen eine grundsolide Mauer hoch ziehen. Nicht das mir mal eine oder zwei Burger am nächsten Morgen in meiner Jackentasche begegnet wären. Ich habe das mal irgendwo gelesen, doch die Quelle finde ich jetzt auf die Schnelle nicht. Egal, Kai bekam das jedenfalls mit und wollte die Käsebrötchen haben. Leider konnte sein Zustand schon fast mit komatös beschreiben werden. Die Sprache war schon in der Werkstatt verschwunden gewesen. Besser gesagt, man verstand ihn nicht mehr so richtig, da seine Lippen nicht ganz den gesprochenen Worten folgten. Es hörte sich an als hätte er eine Packung Wattepads gegessen und nicht geschluckt. Die Motorik hatte eine neue Stufe erreicht. Fachmänner sprechen hier von unkontrolliert bis gefährlich für sich und seine Umgebung. Knochenbrüche sehr wahrscheinlich. Nicht nur durch unkontrolliertes Hinfallen auch durch Schlenkerbewegungen der Extremitäten (das sind die Arme und Beine und nicht das was von einem guten Essen über bleibt, nachdem es die lange Reise durch unseren Körper genommen hat). Er wollte Tobi auf der Straße noch verfolgen hat es dann aber nicht mehr geschafft, was auch teilweise an der McDonalds-Tüte von Tobi in Kais Gesicht gelegen hat. Bevor ich dort noch in was rein gezogen wurde, machte ich mich auf den Heimweg. Schnitzel erzählte mir dann später das Kai wohl noch die Verfolgung per Fahrrad aufgenommen hat. Dabei hat er dann in seinem Suff die Haustür offen stehen gelassen. Hätte ich das früher gewusst, wäre ich noch eine viertel Stunde an der Nahten Brücke stehen geblieben und hätte mir den Einlauf, den Kai von Wolfgang gekriegt hat noch live mit an geguckt. Aber dann hätte ich mich wahrscheinlich wieder geärgert, das ich meine Kamera nicht dabei gehabt hätte.

Sonntag Morgen. Meine Augen öffneten sich und ich befand mich als einziger vor der Eintrittskasse in den neuen Freizeitpark ”World of pain“. Der Eintritt war extrem teuer und ich betrat gleich die Mit-der-Kanone-vor-die-Wand-geschossen-werden-Attraktion. Ich schaute erneut nach, doch konnte wieder keinen Nagel in meinem Kopf entdecken. Ich gab aber diesmal den Fruchtsäften schuld. Die haben ja auch so viel Fruchtzucker.

Ha, ihr dachtet jetzt bestimmt es ist vorbei. Ist es auch gleich. Ich möchte an dieser Stelle einen kleinen Veranstaltungstip fallen lassen. Huch, da liegt er ja schon. Am Donnerstag, den 28. Februar, veranstaltet das Rote Kreuz in der Astrid Lindgren Schule in Duderstadt wieder eine Blutspende-Termin. Mein Blutsbruder Ingo und ich werden da um 1800 Uhr aufschlagen. Dann lassen wir uns erstmal einen halben Liter Blut abzapfen und hauen uns danach den Bauch am Buffet voll. Es wäre nett wenn man sich da sieht. Außerdem hoffe ich das eine gewisse junge Dame da ist. Wegen ihr hat mich Ingo erst zum Blut spenden bekommen. Dummerweise habe ich sie da nie wieder gesehen. Sollte das nur ein fauler Trick von Ingo gewesen sein? Und da ich am Donnerstag so fein Blut geben werde, darf ich mich dann am Freitag wieder schön zu schütten. Da fahren wir nämlich von der Abteilung nach Göttingen zum Bier Seminar. Gemischte Gefühle erstürmen mich, wenn ich daran denke. Einmal Bierverkostung und dann mit den neuen Kollegen, die hoffentlich mein weblog noch nicht kennen! Jetzt darf sich jeder ausmalen, welche positiven und welche negativen Ursprungs sind.

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Back to the future

20/02/2008

Die Tücken der Technik. Kurz vor diesem Eintrag hatte ich schon einen Eintrag gemacht. Diesen wollte ich allerdings nicht in der normalen Kategorie haben, sondern in einer extra Kategorie. Doch so wie ich das wollte, wollte das die Homepage nicht. Daher auch die irreführende Benachrichtigung. Also habe ich eine Zusatzseite erstellt. Die wurde aber nicht als Benachrichtigung heraus geschickt. Da ich aber nicht möchte das dieser Eintrag übersehen wird, gibt es jetzt diesen Eintrag.

Einfach hier klicken und schon bekommt ihr ihn zu sehen. Ansonsten ist er links im Menu über ”Back to the future“ zu erreichen. Alles weitere steht dort. Aber es lohnt sich!
Viel Spaß!


Down in the basement

18/02/2008

So langsam kehrt ein wenig Normalität in meine Wochenenden ein. Wenn man in meinem Fall überhaupt von Normalität sprechen kann. Eigentlich nehme ich mir jedes Wochenende vor nicht so viel zu machen, doch dann kommen immer verlockende Angebote, die man einfach nicht ausschlagen kann. Manchmal komme ich mir vor als wäre ich Teil einer Reportage in einem großen reißerischen Boulevard-ZeitungBlatt, das sich für eine Zeitung hält. Freitag Vormittag, Felkl ruft an und fragt ob ich Bock hätte mit nach Göttingen, ein bisschen El Sol und danach in den JT-Keller, zu kommen und richtig einen zu trinken. Für kurze Zeit fange ich an in eine Traumwelt hinabzutauchen. Mein Gesichtsausdruck hat bestimmt Bände gesprochen, während ich auf einer großen JT-Keller-Party war bei der es alle Getränke kostenfrei gab und nur gute Musik gespielt wurde. Außerdem waren 90% Frauen anwesend, die allesamt sehr aufreizend gekleidet waren und eine Schwäche für brillentragende Biertrinker haben. Zum Glück war unser Büro gerade recht schwach besetzt, so daß niemand meinen kleinen Ausflug mit bekommen hat. Ich sagte schnell zu und hatte nun ein großes Endziel für den Tag. Stramm in Göttingen.

Zu Hause wurde dann die nötige Vorbereitung getroffen. Und dann stand ich vor dem großen Problem. Wie komme ich jetzt nach Westerode, weil ich ja dem Christian gesagt hatte, das ich zum Training runter komme und wir dann von dort aus los fahren könnten. Ich und meine große Klappe. Mit dem Fahrrad zu fahren wäre zwar eine Möglichkeit, aber eine die sehr niedrig bewertet wurde, da ich ja dann am frühen Morgen zu nachtschlafender Zeit wieder durch die Kälte radeln müßte. Mit dem Auto zu fahren wäre außer Konkurrenz, da ich ja dann mein Auto in Westerode stehen gehabt hätte und wie hätte ich es dann wieder nach Hause bekommen. Also blieb nur noch eine Alternative über. Auf Schusters Rappen durch die Nacht. Mir war schon bewusst das es schweinekalt draußen war, aber dann schwitzt man beim Gehen wenigstens nicht so. Also machte ich mich auf den Weg, mp3-Player im Ohr und zwei Bierflaschen als Wegzehrung. Seien wir doch mal ehrlich, man muß doch seinen Flüssigkeitshaushalt aufrecht erhalten. Wer weiß wie viel Flüssigkeit ich beim Gehen verlieren würde. Nachher komme ich in einen tropischen Sturm und komme um vor Durst. Plus die Biere waren bei den derzeitigen Außentemperaturen hervorragend gekühlt und konnten so meinen erhitzten Körper herunter kühlen. Ich hoffe ich habe jetzt keine Bilder in manche Köpfe projiziert. Das wollte ich nicht.
Was ich nicht bedacht hatte, war das ich ja um die Bierflasche zu halten immer eine Hand draußen haben mußte. Ergo froren meine Finger fast an der Flasche fest. Da half dann nur ein häufiges Hand wechseln und ein schnelles Austrinken. Der Weg zog sich dann doch mehr als ich ursprünglich gedacht hatte. Wenn man voll wie eine Haubitze leicht angetrunken ist, dann merkt man das gar nicht so. Da kann man dann auch mit offener Jacke umher laufen und es ist einem immer noch warm. Da ich aber erst ein Bier intus hatte, merkte ich sowohl die Kälte als auch den weiten Weg. Zu allem Überfluß machte mein mp3-Player kurz vorm Ziel noch schlapp. Ich hasse Akkuanzeigen, die nichts taugen. Allerdings war mein Timing perfekt, denn als ich am Sporthaus angekommen war trafen auch kurze Zeit später die Trainingsteilnehmer ein, die diesmal Zirkeltraining in der Mehrzweckhalle gemacht hatten. Meine Bier waren auch alle und ich hatte somit einen übergangslosen Zugriff auf die in der Umkleide bereit gestellte Kiste Bier. Die Temperatur erinnerte zwar eher an Fleischbrühe, aber der Durst hat es rein getrieben.

Mit leichter Verspätung, die mir natürlich aufgedrückt wurde holten Christian und ich dann Sabrina ab. Während der Fahrt wurde dann noch schnell die Frage des Fahrers geklärt. Da hielt ich mich dezent zurück, da ja eh keiner an nahm, das ich fahren würde. Christian wollte dann was trinken und erinnerte sich dann aber an eine Wette, die er mit Sabrina in der Sylvesternacht abgemacht hat. Er wollte nicht mehr vollstramm sein und wenn er verlor, dann müßte er Achterbahn fahren. Zunächst müßte man mal vollstramm definieren und außerdem war diese Wette eh schon zum scheitern verurteilt. Ich kenne doch Felkl. Nach recht kurzer Parkplatzsuche sind wir dann im El Sol einmarschiert. Hier ist anzumerken, das es draußen wärmer war als im Auto, da Felkls verdammte Heizung kaputt war. Ich sag es ja immer wieder, man sollte keine Autos aus Frankreich kaufen. Da hat man nur Ärger mit. Aus Frankreich ist noch nie was Gutes gekommen, außer vielleicht Sophie Marceau. Die Wärme im El Sol war also willkommen und die Platzsuche war auch hier schnell hinter uns gebracht. Es war zwar ein Tisch in der hintersten Ecke, aber man ist ja zum Ballern hier. Die Nachbarschaft war allerdings sehr nett an zugucken.

Nun ging es an die Getränkeauswahl. Da ja gewisse Cocktails im El Sol zur Happy Hour günstiger sind, wurde sich vornehmlich darauf konzentriert. Felkl eröffnete den Reigen mit einem Long Island Ice Tea. Immer eine gute Wahl, da man mit ihm schnell nach vorne kommt. Eigentlich war es für mich ideal, denn alle meine Lieblingscocktails waren vergünstigt. Vorzugsweise die, die mit strong beschrieben sind. Zombie, Alabama Slammer und wie sie nicht alle hießen. Ich bin aber ein Freund der Vielfalt und probiere gerne mal etwas Neues. So entschied ich mich diesmal für den legendären White Russian. Warum legendär? Kennt Jemand nicht den Film „The big Lebowski“? Falls die letzte Frage mit Ja beantwortet wurde, dann ist das eine absolute Bildungslücke. Maßnahmen wären sich den Film zu kaufen, kostet eh nicht mehr viel und sofort auswendig lernen angucken. Der Dude ist einfach großartig. Und er trinkt, wo er geht und steht, einen White Russian. Das sollte es doch wert sein diese Getränk sich mal zu Gemüte zu führen. Er wird zwar mit Milch gemacht, aber ein paar Vitamine sollte man sich doch auch beim Saufen zuführen. Er schmeckte sehr Kokoslastig, wovon ich ja nun nicht so der Fan bin, aber man konnte ihn trinken. Gut, der Wodka hätte sich ein wenig zahlreicher versammeln können, aber wenn man ihn sich privat machen sollte, dann kann man ja an dieser Baustelle arbeiten. Weiter ging es im Anschluß mit einem Hurricane. Welches, wo wie mir Sabrina nach meiner Bestellung sagte, ein Frauen-Cocktail war. Herzlichen Dank, ich bin ja mehr nach der Beschreibung („strong“, es hätte auch „haut Dir die Falten aus dem Sack“ dort stehen können, ich hätte ihn trotzdem genommen) gegangen bei meiner Wahl. Nun betete ich das ich keinen stark verzierten Cocktail bekomme. Horrorvisionen von Kirschen, Melonenscheiben und eine Farbe die leicht ins grell-pinke abwanderte wurden vor meinem geistigen Auge abgespult. Aber zum Glück war dem nicht so. Eine nette gelbliche Farbe und ein penetranter Maracuja-Geschmack ergaben sich. Das könnte daran liegen, das ein Hauptbestandteil des Getränks Maracujasaft war. Im Anschluß reihte ich mich dann dem Ice Tea Reigen ein. Eine solide Sache zum Aufhören.

Aber wir haben ja nicht im Minutentakt uns die Cocktails eingefahren, wir haben uns auch unterhalten. Über dies und das und über vergangene Sachen. Spaßig sind ja solche Zusammentreffen, wenn Felkl und ich aus unserem riesigen Repertoire des bereits erlebten berichten können. Es hat gut getan mal wieder über alte Zeiten zu sprechen und über Zukunftspläne. Außerdem konnte man mal wieder richtig schön ab lästern. Was wir natürlich nur am Rande gemacht haben. Wie gesagt, die Cocktails kamen ja immer sehr zeitig und man hatte immer was zu trinken. Man meint gar nicht wie lange man an so einem Cocktail trinken kann. Die Fruchtsüße tut ja ihren Teil dazu. Wenn etwas zu süß ist, dann kann ich das nicht ganz so gut trinken. Vielleicht sollte ich immer solche Sachen trinken? Besser nicht.

Der Abend verflog gerade zu und wir harrten noch im El Sol aus, bis es sich lohnen würde in den JT Keller zu verlegen. Eine halbe Stunde nach Mitternacht war es dann soweit. Es hatte den Anschein, als würde sich bereits eine Menschentraube vor dem Keller versammeln und ich hatte Befürchtungen einen gewisse Zeit in der Kälte zu stehen. Wobei mir die Kälte egal war, das Fehlen eines alkoholischen Getränks in meiner Hand war viel besorgniserregender. Aber der Schein hat getrügt und wir sind ohne Anstehen rein gekommen. Der Grund dafür offenbarte sich schnell, es war nämlich leer. Und dennoch war es voller als in der Werkstatt. Der Erfahrungsschatz lehrte mich, das es nicht lange dauern würde, bis sich die Hallen füllen würden. Und es sei anzumerken, das bereits jetzt, im unterbesetzten JT Keller mehr hübsche Frauen anwesend als den letzten Monat in der Werkstatt. Eine Studentenstadt hat durchaus Vorteile. Doch bevor ich mich hier den Lobeshymnen zu Ehren des weiblichen Geschlechts hinreißen ließ, besorgte ich mir schnell etwas zu trinken. Wir wollen doch beim wesentlichen bleiben. Ich probierte vorerst wieder die Bierschiene, da ich befürchtete, das ich beim Mischungszug einfach davon gerissen werde. Welches zur Folge hätte, das sich ein paar empfindliche Lücken in mein Gedächtnis reißen würden. Bei den ganzen hübschen Frauen wäre das sehr ärgerlich. Felkl zog mich übrigens immer noch mit meinem Verlorene-Telefonnummer-Mißgeschick auf. Er bot mir an, falls ich sie wieder sehen würde oder eine neue Telefonnummer bekommen würde sie gleich ihm zu geben. Meistens sage ich dazu nichts mehr und lasse den Spot einfach über mich ergehen.
Da ich nun mit einem kühlen Getränk versorgt war konnte man sich mit der Umgebung vertraut machen. Wie schon erwähnt haben sich bereits einige hübsche Frauen eingefunden. Außerdem war an dem Abend auch Ragga und Dancehall Nacht, was so viel hieß wie wilde Rhythmen, zu denen ich mir sogar vorstellen könnte mich zu bewegen. Ich wollte es aber noch nicht heraus fordern. Erst dachte ich das ein Negerüberfall statt fand und ich hatte kein Tzaziki dabei. Was würde Kurt wohl sagen. Das Publikum war übrigens bunt gemischt und ich wunderte mich immer wieder wie abgefahren manche das Tanzbein schwangen. Solche Bewegungen kriege ich meistens nur mit 8 Promille hin und das sind dann nicht mal gewollte Bewegungen sondern nur der normale Versuch stehen zu bleiben oder zu gehen. Dann wusste ich ja was ich zu tun hatte. Bier Nummer Zwei fand den Weg in meine Kehle und etwas in mir weckte den Neid auf Felkls Bacardi Mischung. Wusste ich doch das es hier auch Havana Club gab.

Der Keller füllte sich langsam aber sicher und auch der Frauenanteil wuchs. Sogar in einem besseren Verhältnis als der Männeranteil. Das schöne am JT Keller ist auch, das die Spackendichte extrem klein ist. Es gibt so gut wie gar keine, die ganze Atmosphäre ist einfach sehr entspannt und keiner ist auf Streß aus. Solche Läden gefallen mir am Besten. So kann man in Ruhe das Wochenende einläuten und muß nicht aufpassen das man irgendwelche Leute auf die falsche Art und Weise an geguckt hat. Auch wenn man mal an gerempelt wird oder sich über seinen Nachbarn ein wenig lustig macht. So nett die ganze Ragga-Community ist, Afros gehen irgendwie gar nicht. Mit Afro meine ich die Frisur. Paul Breitner hatte es ja mal in den 70ern vorgemacht und hatte eine sensationelle Matte auf dem Kopf. Aber so richtig anfreunden könnte ich mich mit der Frisur jedenfalls nicht. Muß ich ja auch nicht, ich bin mit meinem Kurzhaarschnitt vollkommen zufrieden. Leider mache ich auch immer die Kommentare zu den unpassendsten Gelegenheiten. Meistens dann wenn einer der Afro-Vertretern neben mir steht. Gut, so konnte ich aber wenigstens zur Belustigung von Christian und Sabrina beitragen.

Während wir dann so herum standen tanzten sich ein oder zwei Mädels in mein Leben, die ich auf den ersten Blick sehr ansprechend fand. Nun bin ich mir aber nie so sicher, wenn sich Jemand an mir reibt ob sie dann mit mir tanzen will oder ob gerade kein anderer Platz frei war und sie einfach dort tanzte. Gerade im JT Keller ist es ja immer voll und da hat man nun mal nicht so viel Platz zum Tanzen. Naja, ich ließ sie weiter reiben und widmete mich meinem Pils. Vielleicht hat ihr auch meine Jacke so gut gefallen. Wenn die wüsste was die Jacke schon alles durch gemacht hat. Die Zeit wurde reif, das dritte Bier ist mittlerweile meine Kehle herunter gewandert und meine Geschmacksnerven protestierten schon ein wenig. Warum sollte es weiterhin Bier sein, wenn es auch Havana Club gab. Ich ließ mich auf den Deal ein und bestellte eine Mischung. Der Preis haute mich zunächst um, aber die Menge machte es wieder weg. Die Mixtur war allerdings eher was für den Anfang. Da ich aber schon durch Cocktails und Bier weiter nach oben auf der Promille-Skala gerutscht bin, wollte ich bei der nächsten Mischung entscheidende Hinweise geben. Der Hinweis sah dann ungefähr so aus, das er nicht so viel Cola in die Mischung rein machen sollte. Er hat den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und machte mehr Havana und weniger Cola rein. Ein kurzer Test und es gab den Daumen nach oben von mir. Natürlich erst als ich mir die Tränen weggewischt habe. Diese Mischung hatte es in sich. Ich wollte ja immer mal mit dem Satz „Und laß beim Havana ordentlich die Peitsche knallen…“ bestellen, aber so locker war ich noch nicht drauf. Doch eines Tages mache ich das mal.

Von ca. 100 anwesenden Frauen hätte ich 80 sofort heiraten können. Es ist echt unglaublich wie sich so viele schöne Frauen an einem Ort versammeln können. Und ich war mitten drin und hatte eine extrem gute Mischung in der Hand. Eigentlich hätte ich erwartet das stehenden Fußes ein Blitz in den JT Keller einschlägt und mich aus dem Leben reißt. Irgendwie muß meine Glücksträhne ja aufgewowgen werden. Aber nichts passierte. Hätte ich eine Telefonnummer bekommen oder jemanden erfolgreich angesprochen, dann sah ich schon ein schlimmes Unglück auf mich zu kommen. Deshalb wollte ich nichts über strapazieren und war glücklich mit dem was ich hatte. Bewunderung aus der Ferne hat bisher immer gut geklappt. Außerdem hatte ich ja eine extrem gute Mischung Havana Club.

Die Zeit raste und wir bliesen langsam zum Rückzug. Ich war zwar noch nicht müde und wäre noch gerne da geblieben, aber gerade wenn es am schönsten ist soll man ja aufhören. So gingen wir also in die Kälte und setzten uns in das kalte Auto. Eigentlich sollte ja nun nach wenigen Minuten die Heizung auf Hochtouren laufen. Doch halt, wir waren ja im Franzosenauto und da ging die Heizung nicht. Wir konnte auch von Glück sagen, das es nicht regnete, denn der Scheibenwischer funktionierte auch nicht. Zum Aufwärmen fuhren wir dann noch beim Burger King vorbei und füllten unsere Mägen mit einer warmen Mahlzeit. Wenn man gut getrunken hat, dann ist Fast Food einfach das Beste. Nach einer kurzen Fahrt heimwärts war ich auch schon wieder zu Hause. Doch müde war ich noch nicht und gönnte mir noch ein Bierchen. Burger machen verdammt durstig. Die Bettschwere stellte sich schon von alleine ein.

Die Sonne schien verdammt hell in mein Schlafzimmer und ich wurde wach. Verdammte Hacke, warum ist das denn so hell und warum bin ich immer noch müde? Warum konnte ich nicht wieder einschlafen und warum mußte ich so nötig auf Toilette? Fragen die sich nicht von alleine klärten. Das Aufstehen half nur wenig, aber im Laufe des Tages sollte die Lösung kommen. Doch die Müdigkeit kam zum ungünstigsten Zeitpunkt. Nämlich Abends wo es schon zur nächsten Party gehen sollte. Ich entschied mich dann aber gegen ein weiteres hin legen, denn dann wäre ich gar nicht mehr hoch gekommen. Nachmittags war ich noch bei Andre und Nadine. Der Andre trinkt ja gerne mal ein Pils und da kann man ja nicht einfach Nein sagen. Also trank ich eins mit und guckte Fußball mit ihm. Da ich aber noch fahren mußte, blieb es bei dem Einen, doch bei Andre sind dann wohl drei Stück rein gewandert. Ich helfe ja immer gern in Notsituationen.
Schnitzel holte mich dann Abends ab und wir fuhren nach Tiftlingerode, dort feierte Wiebke, Kais Freundin, ihren Geburtstag. Vorher luden wir noch den Tobi ein. Da Schnitzel wohl irgendwie Angst um sein Auto hatte, stellte er es im Ort ab und wir mußten den Weg zum Tennishaus zu Fuß zurück legen. Draußen waren es gefühlte -80°C und ich war müde, was so viel bedeutete, das ich doppelt fror. Kein Grund die Jacke zu schließen. Am Tennishaus schlichen wir erstmal drum herum, da wir den Eingang nicht fanden. Es waren zwar große Panorama-Fensterscheiben vorhanden, durch die man die anwesende Gästeschar schon erblicken konnte, aber zum Durchgehen luden sie nicht gerade ein. Es mußte doch irgendwo eine Tür sein. Die gab es auch, aber die war verschlossen. Also machten wir uns mit wilden Klopfgeräuschen bemerkbar und wurden dann doch durch die Panorama-Fenster eingelassen. Nach kurzer Begrüßung und nachträglichen Glückwünschen fanden wir uns recht fix an der Theke ein. Der Vorteil, wenn man nicht so viele Leutchen kennt ist, das man sich das übliche Hände schütteln spart. Ein kurzes Hallo in die Runde und man hat sich ausreichend vorgestellt. Alles andere kommt ja eh späte, wenn man an der Theke in tiefsinnige Diskussionen vertieft ist. Kai hatte dann endlich Erbarmen mit uns und drückte jedem erstmal eine Kanne Bier in die Hand. Genau das Richtige um richtig wach zu werden. Ein Blich auf meine Uhr verriet mir das es schon nach 2100 Uhr war. Das bedeute Plan „Später Vollrausch“ tritt ab sofort in Kraft. Ich blieb also erstmal beim Bier und würde dann eine Stunde vorm Tageswechsel auf Mixgetränke umsteigen. Damit fahre ich eigentlich immer ganz gut. Außerdem ist die Vorfreude auf die entsprechende Stunde umso größer. So langsam hat sich meine Brille auch den Raumtemperaturen angepasst. Ein weiterer Vorteil wenn man auf eine Party kommt. Die Brille beschlägt und ich bin sofort blind. Nun ist es egal, ob ich sie auf behalte oder sie absetzte. Ich sehe eh nichts. Also kann ich auch durchaus ein paar Leutchen übersehen. Das kann einem ja keiner böse nehmen. Nun sah ich also wieder was und stellte fest, das ich doch nicht so viele Leute kenne. Und ich war noch nicht mal Stubenältester. Zumindestens einer war noch älter als ich.

Das Bier lief besser als ich gedacht habe und ich habe auch meinen Platz an der Theke manifestiert. Ein Hocker ist hier sehr von Vorteil. Dummerweise ist man dann immer im Dunstkreis von diversen Leuten die gerne mal die Beschleuniger früh am Abend ansetzen, damit man auch später schön stramm durch die Gegend läuft. Irgendwie bin ich da so gar nicht der Fan von. Aber man trinkt dann mit. Getränk war „Saurer Paul“. Es war grün und ich kann nicht sagen, was drin war. Ich will es auch gar nicht wissen, da es definitiv nicht mein Geschmack war. Schnell versteckte ich mein Schnapsglas. Ach ja der Initiator dieser tollen Schnapsrunde war ja der Kai, der dann gleich noch eine weitere Runde trinken wollte. Ich fand das gar nicht gut und lehnte dankend ab. Tobi und Schnitzel übrigens auch. Wenige Minuten später wurde mir dann Wick Blau Korn angedreht. Ich wage es ja kaum zu sagen, aber ich habe mit dem Dreckzeug mal angefangen. Man nehme eine Flasche Wodka oder Korn, egal, man schmeckt nachher eh nur noch Wick Blau, und löse dort drin eine Packung Wick Blau Hustenbonbon auf. Wärme hilft hier sehr. Im Anschluß wieder ins Eisfach, denn das ist echt nur kalt zu genießen. Nun haben die jüngeren Walter Brüder das nachgemacht. Allerdings haben sie zwei Packungen Wick Blau in eine Flasche Korn geschmissen. Ich verdamme den Tag, als ich das angebracht habe. Was habe ich mir damals nur gedacht. Wenn man jung ist macht man schon viel Dönekens. Aber nur weil ich damals mal angebracht habe muß ich das doch nicht automatisch mögen? Kai machte keine Ausnahme, ich mußte trinken. Seltsamerweise konnten die anderen durch einfaches Ablehnen diesen Kelch an sich vorüber gehen lassen. Mein Ruf schadet mir langsam sehr.

Schnitzel und Tobi sind mittlerweile auf Mixgetränke umgestiegen. War aber Wodka Red Bull, daher tangierte das mich nicht so sehr. Obwohl der Bacardi ja schon sehr verführerisch herum stand. Diese ganze Konstellation machte auf mich einen Eindruck, als würde man heute Abend wieder ein hartes Rennen um den Strammsack des Abends mit bekommen. Ich war schon sehr gespannt. Kai teilte mir auch mit, das er den Holger auch eingeladen hat, er aber auf der JHV der Werksfeuerwehr ist. Ich habe ihm dann dennoch ein paar SMS geschrieben um ihn noch nach Tiftlingerode zu lotsen. Wenige Minuten später kam dann auch sein Anruf und ich brachte ihn sicher in den Hafen. Es wimmelte quasi nur von Special guests. Als Holger dann eintrat ging es ihm nicht anders als uns. Erst irrte ein wenig wirr umher, da auch er den Eingang nicht fand. Wir machten uns ein wenig lustig über Verwirrung im Alter und dann ließen wir in ein. Sein Gang war schnurstracks zur Theke, wo er auch gleich mit einem Pils versorgt wurde. Kai, Holger Und dich hielten dann ein kleine Kommandositzung in der wir über diverse Feuerwehrthemen sprachen. Gut, davon waren ca 2% ernst gemeint, der Rest war einfach Schwachsinn, der in feuerwehrtechnische Sachen verpackt wurde. Muß auch mal sein.

So langsam nährte sich die Uhr meiner bevorzugten Stunde. Das bedeute das ich demnächst auf Mischungen umsteigen würde. Zum Glück reichte mein Pils noch ein wenig und ich mußte mir um dehydrierung keine Gedanken machen. Die erste Mischung schmeckte verdammt gut. Es war zwar Bacardi, aber nach Havana meine Lieblingsspirituose zum mixen. Das Verhältnis war auch sehr ausgeglichen. Ich wollte ja nicht zu schnell dem Abgrund nahe kommen. Wer weiß wer noch alles ein weblog schreibt und ich finde mich dann auf irgendeiner Seite wieder. Außerdem hatte der Timo wieder mal seinen Fotoapparat dabei. Und wenn Timo Fotos macht, dann landen die früher oder später auf seiner Homepage. Normalerweise bin ich ja immer auf der richtigen Seite von Fotoapparaten, leider hatte ich meinen aber zu Hause gelassen. Und Timo macht immer so Hüftschüsse. Ganz gefährlich. Meistens ducke ich mich sofort weg, wenn ich irgendwo einen Blitz sehe. Wer weiß wer schon wieder sauer auf mich ist. Und beim Bund hat man mir beigebracht, das man sich ab ducken soll, wenn man einen Blitz sieht. Dann ist es eh schon zu spät, aber man ist erstmal schön in den Schlamm gesprungen. Hoffen wir einfach mal das Timos Kamera noch funktioniert.

In der Zwischenzeit ist dann der Holger auch auf Mischungen umgestiegen. Er war neugierig was ich mir da so gerne in den Kopf kippe und wollte dann auch gleich was haben. Ach ja und die zwei dreifachen Runden Wick Blau Korn will ich mal nicht unter den Tisch fallen lassen. Kai schien das Zeug echt zu mögen und nötigte Holger und mich mit zutrinken. Dummerweise waren die Schnapsgläser ausgegangen und man mußte aus Plastikbechern trinken. Da Kai nun nicht mehr der sicherste war was das Augenmaß anging wurden dann die Becher voller. Im Hinterkopf muß man behalten, das man hier Doppelkorn trinkt, auch wenn es schmeckt wie Odol Mundwasser. Der Zucker in den Bolchen treibt dann die wichtigen Zusatzstoffe direkt in die Blutbahn und somit in das Hirn. Scheute ich mir so manche Leute auf der Party an, hat es schon gut gewirkt. Die haben zwar andere Sachen getrunken, aber Alkohol in der Blutbahn ist Alkohol in der Blutbahn.

Sensationell auch der Jense, der sich gut einen rein half. Mit dem Hinweis, das seine Freundin ja noch noch da sei hat er sich dann die nächste Mischung gemacht. Und was für eine. Aber Jense war noch harmlos. Kommen wir nun zu den etwas gewagteren Vertretern. In persona Matze D. Matze hat sich so dermaßen einen rein geschossen, das er schon vor Mitternacht seine Augen nicht mehr unter Kontrolle hatte. Es war nun nicht so das er unkontrolliert den anwesenden Damen in den Ausschnitt geguckt hat, es war eher die Kontrolle. Ein Auge sah aus als würde es den Befehlen die vom Körper kommen anstandslos gehorchen, während das andere irgendwie in der Gegend herum blickte. Vielleicht hat sein Körper auch die Befehle interpoliert. Soll heißen Matze wollte eigentlich geradeaus gucken, da sein Zustand ihm das aber nicht erlaubte machte sein Gehirn das Beste aus dem was es bekam. Auch überzeugend waren seine Mischungskünste. Eine Mischung bei ihm sah so aus, das er erst am die Hälfte des Bechers mit Wodka voll kippte. Der Befehl zum stoppen kam bestimmt schon vorher, aber dank der lahmlegten Nervenbahnen stoppte er zu spät. Dann schaute er ein wenig teilnahmslos in der Gegend herum und kippte dann Red Bull drauf. Bei den Mischungen die er für Schnitzel gemacht hat vergaß er dann komplett den Red Bull. Außerdem kippt er sie Schnitzel über die Hose, da Schnitzel noch nicht zugefasst hat. Kurz nach Mitternacht hat dann Matze den Großteil des Abends draußen verbracht. Entweder mochte er die frische Morgenluft so sehr oder aber die ganzen Getränke wollten nach gucken wer denn da so fiese Mischungen macht. Eindeutige Geräusche von hinter dem Haus und aus diversen Büschen lässt sehr auf den Getränkeumstand schließen.
Mitternacht, ein gutes Stichwort, denn der Philip hatte Geburtstag. Im Vorfeld haben wir ihm scherzhaft schon Angst gemacht, das dieser Geburtstag etwas besonderes werden würde. Eine meiner Lieblingskonstealltionen war ein großer Geburtstagskuchen aus dem dann seine Ex-Freundinnen heraus springen würden. Das müsste dann nur eine besonders große Torte werden. Wir wollten dann dem Tieflader den Weg weisen und auf den Tennisplätzen wäre ja genügend Platz für solch eine Torte. Ab und an war sich Philip nicht sicher, ob es nicht doch ernst wäre. Leider nicht, dafür wurden aber sehr exotische Lieder (Achtung! Definitiv nicht jugendfrei! Eltern aufgepasst!) gesungen. Ich bin der Meinung eins war sogar von den Kassierern. Nach dieser sehr diffizilen Darbietung deutschen Liedgutes ging es dann zum Standardprogramm über. Ballern bis die Schwarte kracht.

Der Zustand einiger meiner Begleiter hat sich auch sehr in den Promillehimmel verwandelt. Schnitzel, der ja in der glücklichen Lage war Mischungen von Mischungs-Matze zu bekommen, war auf der Skala schon weit oben. Tobi auf der anderen Seite hatte ich ein wenig zurück gezogen und machte der Damenwelt eindeutige Komplimente. Ach ja und gegen 0100 Uhr verschwand er dann in die Werkstatt. Das er am nächsten Tag zum Sprechfunkerlehrgang mußte störte ihn sehr wenig. Aber auch er wird merken, das gerade der Sprechfunkerlehrgang nur mit ausreichend Schlaf zu überstehen ist. Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich habe damals auch so gehandelt wie der Tobi. Ein sehr harter Sonntag und eine unglaublich langatmige Prüfung. Das die Prüfer nicht umgefallen sind, war ein wahres Wunder. Der Holger stand aber noch aufrecht. Hatte er sich auch stetig an den von mir kredenzten Mischungen gehalten. Die waren zugegebenermaßen ein wenig hart, aber verträglich. Ich mag luschige Mischung nicht, man muß ein wenig was vom Alk schmecken. Aber zu hart sollten sie auch nicht sein. Trinken soll Spaß machen nicht zu einem perversen Wettkampf entarten.

Das Jungvolk hat sich dann seinen überschüssigen Energien auf der Tanzfläche abgearbeitet. Vielleicht ist das ja auch eine Möglichkeit. Man haut sich richtig die Hucke zu und dann geht man Tanzen, um nichts mehr trinken zu müssen. Aber definitiv nichts für mich. Mein Platz war nun hinter der Theke, dort leistete ich dem Kai Gesellschaft. Schnitzel ist dann irgendwann für kurze Zeit sitzend auf ein paar Cola-Kisten ins Reich der Träume entschlummert. Sensationell sein Mischungshandling. Es stand immer auf der Kippe, wurde von ihm aber im Schlaf noch ausbalanciert. In vergangenen Zeiten habe ich das mal im Glashaus praktiziert. Mein Getränk war aber eine ultraharte Jim Beam Mischung von Elmar zubereitet und mein Schlafplatz war ein Hocker. Man wollte mir zwar das Glas aus der Hand nehmen, aber ich ließ nicht los. Wer weiß was man dann bekommen hätte. Entweder eine noch stärkere Mischung oder Wasser. Ich wollte mich ja nicht waschen. Holger hatte aber Erbarmen mit ihm und nahm ihn mit nach Hause. Von der ganzen Aktion habe ich aber nichts mit bekommen und stand dann alleine mit Kai hinter der Theke. Ja, das was Kai da gemacht hat ist stehen gewesen. Auch wenn er mehrmals eingeschlafen ist und seltsame Zuckungen von sich gegeben hat. Ich entschied nun für mich, das ich den Heimweg antreten sollte. Die Müdigkeit vom Beginn des Abends kam langsam wieder zurück. Als machte ich mich noch einen Scheidebecher und rief mir ein Taxi. Draußen war es immer noch kalt, aber das Taxi war schön mollig warm. Die frische Luft hat mich dann kurzzeitig wieder wach gemacht und ich dachte das es vielleicht noch ein wenig was zu trinken in der Werkstatt geben würde. Der Gedanke war noch in meinen Synapsen vorhanden, da hatte ich auch schon das Telefon in der Hand und versuchte Porno zu erreichen, von dem ich wusste, das er mit Görtler unterwegs war. Ein kleiner Teil meines Selbst machte mich darauf aufmerksam, das ich dabei war einen großen Fehler zu begehen. Andere Teile meines Bewusstseins machten einfach die Tür zu und brachten diese unbeliebten Teil so zum Schweigen. Porno ging nicht mehr ans Telefon, als versuchte ich mein Glück bei Görtler. Nach einer kurzen Konversation, bei der sich herausstellte, das Porno eine verweichlichte Lusche ist und schon zu Hause wäre, war klar, das es nur den Weg nach Hause gibt. Görtler wurde gerade von seiner Freundin abgeholt und teilte mir mit, das keine Westeröder mehr da waren. Es war besser so, ich fuhr nach Hause.

Dort fiel ich nur in mein Bett und öffnete erst gegen Mittag meine Augen wieder. Erholt war ich trotzdem nicht. Aber es gibt ja den Sonntag an dem man ruhen soll. Genau das war mein Plan. Harte Wochenende werfen nämlich ihre Schatten voraus. Und bald geht die Grundausbildung Truppmann-Ausbildung wieder los. Samstag Morgen ist so gar nicht meine Uhrzeit!


Business as usual

13/02/2008

Als ich Freitag von der ultraharten Arbeit nach Hause gekommen bin, war ich noch frohen Mutes. Endlich wieder ein normales Wochenende ohne Verkleidung und ohne Schmücken diverser Wagen. Naja, so ruhig vielleicht nicht, denn am Samstag stand die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr an, aber die war ja erst am Samstag. Während ich so meinen Plan für das Wochenende zurecht legte, schlich sich durch eine gut verrammelte Hintertür ein kleiner Gedanke ein und verbreitete seine Propaganda in meinem Hirn. Er fing an diverse Synapsen zu überreden, ob es vielleicht nicht besser wäre zu Hause zu bleiben und sich endlich mal auszuruhen. Und plopp hatte ich Kopfschmerzen bekommen, während ich an meinem Bericht des Jugendfeuerwehrwartes feilte. Ich telefonierte noch ein wenig mit dem Schnitzel und er sagte mir dann etwas später, das man sich um 2100 Uhr im Feuerwehrhaus trifft. Was dem verräterischen Gedanken zum Vorteil kam, war die Radtour. Aber das Wetter war gut und ein wenig Bewegung schadet ja nie, mir schon gar nicht. Ich schwang mich also um kurz vor 2100 Uhr auf mein Fahrrad und radele durch die kühle Abendluft zum Feuerwehrhaus. Das bewirkte Wunder, denn die Kopfschmerzen waren weg und ich hatte einen gesunden Durst entwickelt.

Am Feuerwehrhaus angekommen erwartete mich einzig und allein der Philip, der zitternd in seinem Auto saß. Mir dagegen war äußerlich auch kalt, doch innerlich machte sich eine wohlige Wärme breit. Dieses Wechselspiel ging dann im mollig warmen Feuerwehrhaus weiter und ich konnte dem Ganzen nur Abhilfe schaffen, in dem ich mir erstmal ein schönes kaltes Pils zu Gemüte führte. Nach einer kleinen Radtour schmeckt ein Bier doch ganz anders. Es schmeckt irgendwie verdient. Es schmeckt besser. Und es geht viel schneller in den Schlund. Also wird nicht lang gefackelt und die zweite Fuhre wird eingefahren. Zum Glück ist mittlerweile der Kim gekommen, so daß ich nicht von meiner idealen Sitzposition aufstehen mußte. Um sich die Wartezeit zu vertreiben lief das TV-Gerät nebenbei. Was soll ich sagen, das Freitagabend Programm lässt wirklich zu wünschen übrig. Kein Wunder das sich die halbe Nation betrinkt. Aber man sollte ja bei mangelndem Fernsehprogramm nicht gleich zur Schnapspulle greifen. Wie wäre es mal mit einem guten Buch oder einem Gesellschaftsspiel. Dabei kann man ja auch ein paar Pils vernichten und dann mit verschärften Regeln spielen. Zum Beispiel Monopoly. Anstatt den Betrag auf der Schloßallee zu bezahlen kann man auch alternativ den Betrag durch hundert teilen und die Zahl dann an Schnäpsen trinken. Das wird mal ein lustiges Monopoly. Oder man stelle sich die Möglichkeiten bei Risiko vor. Kämpfe werden nicht mehr ausgewürfelt, sondern aus getrunken. Ich sollte mich mit meinen Ideen mal an einen großen Spielehersteller wenden.

Ein paar Pils später kam dann auch der Schnitzel endlich an und wir machten uns über die eigentliche Abendplanung Gedanken. Naja, Gedanken machen mußten wir nicht viel, denn wirkliche Alternative gab es nicht wirklich. Um es kurz zu machen, aus dem riesigen Freizeit- und Abendgestaltungsprogramm das man in Duderstadt geboten bekommt, haben wir uns spontan für die Werkstatt entschieden. Schließlich waren wir da schon seit längerem nicht mehr gewesen und wir wollen ja nicht das Eberhardt uns vergisst. Doch für die Werkstatt mußte noch einiges für den Alkoholpegel getan werden. Also wurde die Pilszufuhr erhöht. Es stieß dann noch der Tobi zu uns und wir wären eigentlich komplett gewesen. Doch halt, der Kai fehlte ja noch. Der hatte mal wieder Ausgang von zu Hause bekommen und war aber noch auf der Ortsratsitzung. Zeit für mehr Bier. Philip enttäuschte mich dagegen auf ganzer Linie. Erfaselte irgendwas von keinem Bock und Werkstatt wollte er nicht schon wieder. Er würde lieber nach Hause gehen. Ich glaubte ich hatte was am Ohr und fragte noch mal nach. Doch ich hatte mich nicht verhört, er wollte tatsächlich nach Hause. Gut, er kam schon mit seiner Lieblingstrinkerhose in das Feuerwehrhaus, aber das heißt meistens nichts. Also bleiben nur noch Tobi, Schnitzel und ich über. Und der Kai, der aber noch bei einer Sitzung war. So sagte er uns. Aber mit ziemlicher Sicherheit stand er schon wieder an der Theke und haute sich ein paar Pils in den Kopf. Ich kenne doch solche Veranstaltungen. Schnell, schnell vorbei und dann ab an die Theke, wo dann nach mehreren Pilsen und Hochprozentigen Sachen die Politik gemacht wird.

Wir sollten Recht behalten und da spielt der Schnitzel nicht mit. Er setzte Kai ein Ultimatum und Kai konterte mit einer seltsamen Uhrzeit. Sollten da schon genügend Hefekulturen sein Gehirn bevölkert haben. Vielleicht ist er auch durch die Dorfgehirnwäsche gegangen. Die Kutsche wurde jedenfalls rechtzeitig bestellt und Kai war nicht fertig. Also verschärften wir das Ultimatum. Auch das hielt er gerade so ein. Doch die Krönung war dann das er sich noch umziehen mußte. Wir beschlossen mit absoluter Mehrheit, das er nun das Taxi bezahlen mußte. Student oder nicht. Das stieß natürlich auf Protest seinerseits und ich unterstützte ihn mit einem Euro, soviel fehlte nämlich noch an der Summe. Manchmal ist es schon bitter, wofür bekommt er denn Bafög?

Ich brauchte gar nicht erst in die Werkstatt zu gucken um vorauszusagen, das nichts los sein wird. Die Leere, die einen förmlich an der Kasse erschlug, ließ sich einfach nicht verstecken. Ein kurzer Blick auf den überdimensionalen Veranstaltungsplan teilte mir mit, das es XXL-Ladies Night ist. Fragt sich nur wie das XXL zu verstehen ist. Sind die Ladies XXL oder sind die Aktionen für die Ladies XXL. Verhält sich das so wie mit dem Babyöl oder dem Schützenverein (Komm in den Schützenverein, treffe Freunde!)? Auch wenn ich ein wenig verwirrt war, war ich auch neugierig. Ende vom Lied, es war gar nichts XXL, es war einfach nur nicht voll. Wir wollen doch die ganze Geschichte mal von der Optimistenseite betrachten. Derart gar nicht überrascht führte uns der Weg direkt zur Theke wo die übliche Diskussion los ging. Flasche oder nicht? Herumgedruckse seitens des Musterstudenten und eine Entscheidung von Tobi später stand dann auch schon die Flasche Wodka vor uns. Mit Red Bull. Sollte ich es wagen? Mein Kopfkino präsentierte mir sofort einen Film vom Folgetag. Ich würde nach wenigen Stunden Schlaf aufstehen, da der Red Bull meinen Kreislauf auf 7500 U/min beschleunigte. Mein Magen verlangte nach Nahrung, die er gar nicht verkraften würde. Ich wäre bis zum frühen Nachmittag ein Wrack. Und schon war die Vorstellung auf schon wieder vorbei, denn mir wurde die erste Mischung kredenzt. Na dann, auf einen gelungenen Samstag!

Die Mischungen liefen besser rein als ich angenommen hatte. Auch wenn Tobi die ersten Gläser bis zum Rand voll mehrte. Er war definitiv zu lange in Obernfeld unterwegs gewesen. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren, sondern lieber mal gucken wer denn alles so anwesend war. Hmm, besser doch mehr trinken, war die erste Entscheidung. Ganz so vernichtend wollen wir dann mit Urteil aber doch nicht werden. Die eine oder andere der anwesenden Damen sahen ja gar nicht so verkehrt aus. Vielleicht improvisierten sie ihr ja Aussehen ja noch im Verlauf der Flasche Wodka. Man wollte es drauf ankommen lassen. Die Flasche wurde immer weniger und die Frauen sahen nicht wirklich attraktiver aus. Ich habe es bisher einmal mitbekommen, das eine Frau während des Konsums von Alkohol meinerseits hübscher wurde. Besser gesagt, meine Einstellung ihr gegenüber hat sich geändert. Und auch das kann ich nicht hundertprozentig auf den Alkohol zurückführen. Es war eher Attraktivität auf den zweiten Blick. Zu Beginn dachte ich das hier ja gar keine Schnitten herum standen. Und nach drei Glühweinen, fand ich sie doch recht hübsch. Allerdings hat sich diese Einstellung bis heute nicht geändert. Wenn ich ihr heute begegne dann finde ich sie immer noch recht hübsch. Daher komme ich zu dem Schluß, das mir ihre Vorzüge erst beim erneuten Hingucken aufgefallen sind. Frauen oder eben auch Männer schön trinken, gibt es nicht. Wenn man Jemand nicht attraktiv findet, dann ändern auch mehrere Liter Schnaps nicht daran. Wenn so was passiert, dann sind das meistens Kurzschlußreaktionen. Ob nun gute oder schlechte, stellt sich meistens erst später heraus.

Die Flasche ging so langsam dem Ende zu, als dann Porno die Tanzfläche betrat. Keine Angst er betrat sie nicht wirklich, das war nur eine Umschreibung dafür, das Porno in der Werkstatt angekommen ist. Er hat mir schon den ganzen Abend geschrieben und wollte halt wissen was denn los sei. In meiner abgrundtiefen Ehrlichkeit habe ich ihm gesagt, das in der Werkstatt der Bär steppt und es in wenigen Minuten freie Getränke für alle gibt. Ich habe die Wahrheit halt ein wenig gedehnt. Porno kam aber nicht alleine sondern brachte Hüfte und Käthe mit. Käthe war extrem gut drauf. Könnte auch daran gelegen haben, das sie sich auf der Geburtstagsparty, von der die drei gerade kamen, ordentlich einen reingeballert hat. Ihr Schatzi war schon zu Hause und sie wollte halt noch ein wenig auf die Piste gehen. Auf die Frage ob ich denn mit zum Tanzen kommen würde, mußte ich leider mit Nein antworten. Ich schob die Ausrede mit der Kriegsverletzung vor. Von Tanzen hatte ich erstmal genug. Die Prinzessin hat meinen Jahresbedarf an Tanzen schon aufgebraucht. Und es ist erst der Anfang des Jahres. Von den Veranstaltungen die da noch kommen, möchte ich gar nicht anfangen. Ich muß demnächst anfangen mir eine Liste mit Ausreden zusammen zu stellen, damit ich nicht immer die gleichen verwende, wenn ich ich zum Tanzen gezwungen aufgefordert werde. Außerdem hatte die Flasche Wodka gerade ihren letzten Atemzug getan. Wir wurden vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt. Die aber schnell beiseite geräumt wurde. Die nächste Flasche Wodka brauchte ja Platz auf der Theke.

So standen wir also in der Werkstatt, die zweite Flasche am Start und keiner konnte noch richtig geradeaus gucken. Außerdem hatte sich eine Favoritin herauskristallisiert, die anscheinend ebenso wenig gerne tanzte wie ich. Während ihre Freundinnen auf der Tanzfläche abzappelten, harrte sie am Tisch aus. Und sah um Längen besser aus als ihre Freundinnen. Ich zeigte mich von meiner besten Seite und trank wie ein Weltmeister und heuchelte Desinteresse. Eigentlich hätte ich rüber gehen sollen und ihr Gesellschaft leisten. So waren jedenfalls die klaren Befehle meines Willens. Da aber die Befehle in meinem Körper per Stille Post weiter gegeben werden, kam am Ende dabei raus, das ich wie festgemauert an der Theke stehen bleibe und mir eine Mixtur nach der anderen rein knalle. Von nichts kommt nichts. Vielleicht kommt sie ja auch mal rüber zu mir. Und wenn ich schon beim wünschen bin, dann hätte ich gerne eine Kiste Becks die niemals alle wird.

Käthe kam ab und an von der Tanzfläche und wir erfanden einen brandneuen Hockertanz. Käthe stand tanzend hinter mir und ich gab mein Bestes auf dem Hocker. Sah jetzt für den Außenstehenden sehr abstrakt aus, aber Hauptsache Käthe und ich wissen was wir da gemacht haben. Leider sind sie dann kurz darauf abgehauen. Vielleicht ist ihnen ja bei meinem Tanzstil schlecht geworden, ich kann es nicht mit Gewissheit sagen. Nur eins stand in Fels gemeißelt. Die Flasche Wodka, die noch geleert werden wollte. Für Kai, Schnitzel, Tobi und mich absolut kein Problem. Die Flasche neigte sich dem Ende und meine Favoritin hat mittlerweile auch den Saal verlassen. Ich rede mir ja gerne Sachen ein und vermute jetzt mal, das sie mich des öfteren erwischt hat, wie ich mit offenen Mund und sabbernd scheinbar geistesabwesend in ihr Richtung geblickt habe. Und ich meine gesehen zu haben, das sie beim Verlassen ein kurzes Lächeln in meine Richtung geschickt hat. Vielleicht fand sie es auch nur witzig, wie Kai versuchte auf einem Hocker zu sitzen. Ich werde es nie erfahren. In dem Moment als sie mich passierte, wollte ich eigentlich aufstehen, mich vorstellen und sie in ein Gespräch verwickeln. Als aber der Stille Post Befehl durch die hart umkämpfte Leberregion durch gekommen war, hat sie bestimmt schon eine halbe Stunde in ihrem Bett geschlummert. Und wieder ein Strich auf der verpassten Chancen Liste. Ich sollte mir schnellsten eine A0-Rolle besorgen.
Auf dem Heimweg packte uns der akute Hunger und wir befahlen der Kutschfahrerin einen Zwischenstop bei Fast Food Riesen zu machen. Wir würden auch rein gehen, da die simultane Abarbeitung unserer Bestellung bestimmt schneller ging. Leider wird Fast Food bei McD in Schriftgröße 1,3 geschrieben, dafür bekamen wir unsere Burger frisch zubereitet. Schön war auch zu sehen, wie Schnitzel ein wenig Konversation betreiben wollte. Dabei aber von Kai in die Parade gefahren wurde, der wieder mal zu stänkern anfing. Tobi und ich standen abseits und versuchten die Löcher in der Decke zu zählen. Schnitzel war sehr geduldig und brach seine angefangene Konversation ab und beobachtet Kai beim meckern. Wir wissen schon wie man neue Freunde gewinnt. Nachdem dann alle mit Fresspaketen versorgt waren setzten wir den Weg heimwärts fort. Für die anderen endete der Weg in Westerode, ich allerdings mußte mein Drahtesel noch bis nach Esplingerode bringen. Kühle Nachluft hält einen wirklich wach. Und nach einem kurzen Ritt war ich dann zu Hause. Ich verzichtet dann aber auf ein Bier, da die frische Nachtluft und die kräftezehrende Radtour meinen Kreislauf ein wenig zusetzten. Mir war ein wenig schwindelig. Am Wodka kann es nicht gelegen haben.
Der Samstagmorgen war gar nicht so wie er mir in der Vorschau gezeigt wurde. Ich war zwar früh wach, was an meinem Herzen lag, das dank Doping mit dreifacher Geschwindigkeit lief, aber die erwartete Übelkeit bleib aus. Was war anders als sonst? Die Radtour, da muß es gewesen sein. Oder aber, mein Körper hat nun das Karnevalswochenende als neue Referenz eingespeichert. Dagegen war der Freitagabend ein Kindergartenausflug in die Molkerei gewesen. Ich freute mich aber über meine wunderte Kondition und freute mich noch mehr auf die Probefahrt mit dem neuen Auto meines Bruders. Die Autobahn bei Heiligenstadt ist fantastisch um ein Auto mal auszufahren. Vorher mußte ich allerdings in der Mehrzweckhalle antanzen, denn da wollte die Jahreshauptversammlung vorbereitet werden. Hieß so viel wie Tische schleppen und den Ortsbrandmeister fertig machen. Ich war außerdem froh, das ich meinen Bericht schon fertig hatte und somit den Nachmittag frei.

Wie schon erwähnt ging es abends zur JHV. Eigentlich immer eine recht spaßige Angelegenheit, wenn da nicht ein Punkt auf der Tagesordnung wäre, der sich ”Bericht des Jugendfeuerwehrwartes über das Jahr 2007″ schimpft. Schreiben kann ich gut, aber reden vor vielen Leuten geht nicht so gut. Oder aber ich knall mit ordentlich einen rein, das es mir egal ist. Das bringt nämlich auch mit sich, das die Menge zu der ich spreche auch schon einen im Kahn hat. Und mir ist es egal. So aber, mußte ich mich zurückhalten, damit ich gewisse Wörter die über 10 Buchstaben und eine zufällige Folge der Buchstaben i, n, s, t, noch ein paar i, ab und an ein o und p haben, fehler- und vor allem nuschelfrei aussprechen kann. Aber noch war es nicht so weit. Ich betrat die Mehrzweckhalle und begrüßte die wenigen dort Anwesenden. Der gute Timo hat mich gleich erstmal mit Pils versorgt. Mein Kuss-Cousin und Firmkind. Er weiß was mit gut tut. Doch eine kleine ermahnende Stimme in meinem Kopf ließ verlauten, das ich ja noch einen Bericht vorzutragen hätte. Ich sagte der Bier-bestell-Stimme Bescheid, das sie mal für Ruhe sorgen sollte. Aber sie hatte ja Recht. Ich fuhr also mein Getränkekonsum unmerklich zurück.

Wir begannen wie immer mit dem Essen und dank der schon aufkochenden Nervosität hatte ich keinen richtigen Appetit. Ich hielt mich also bei dem Gemüse und den Kartoffeln dezent zurück und damit ich wenigstens mein Schnitzel genießen konnte. Dann ging es auch schon los und die Uhr tickte immer schneller. Die Reden der Anderen waren viel zu kurz. Mein Bericht ist denke ich ganz gut. Ich gebe mir immer Mühe und versuche mich so knapp wie möglich zu halten. Der regelmäßige Leser weiß, das ich es nicht immer hinbekomme. Das Schlimme wenn man dann so einen Bericht schreibt, ist, das ich mich gerne mal zu weblog-Äußerungen hinreißen lasse. Dann tauchen da so Sätze auf wie ”Eine Horde Schimpansen hätte das besser hin bekommen“ oder ”Haben die Wertungsrichter vorher illegale Substanzen geraucht?“. Wenn man dann vor den Kameraden steht muß man dann hier schnell improvisieren. Außerdem neige ich dazu schnell zu reden, was vieles unverständlich macht. Wenn ich aber langsamer spreche, dann gerate ich zu schnell in den Vorlesetrott. Es soll ja nicht Peter’s Märchenstunde werden. Aber ich denke die Rede kam ganz gut an. Schließlich verheimliche ich nichts und bringe die eine oder andere Anekdote an. David meinte mal zu mir, das es fast wie ein weblog-Eintrag war. Als ich dann meine zitternden Hände wieder beruhigt hatte, war ich auch problemlos in der Lage normal Bier zu trinken, welches freundlicherweise schon für mich bereit stand.

Die Versammlung ging normal weiter und es gab ein paar Ehrungen und Beförderungen, bei welchen ich dann Fotos machen durfte. Haha, mein Fotoapparat war wieder da. Ich freute mich wie doof. Beim Rest der Versammlung hört man dann ja nicht mehr so angespannt zu, außer man wird mit Namen angesprochen. Ansonsten konnte ich mich sehr gut auf das Bier trinken konzentrieren. Ist ja manchmal auch schwer genug. Nachdem dann die Versammlung beendet war zerstreute sich die Sitzordnung recht fix und man konnte mal durch die Gegend streifen. Mich zog es natürlich vorerst an den Tisch von Sense und David. Weil ich eben vorgesorgt hatte und am Nachmittag noch schnell Brausepulver organisiert hatte. Sense und ich hauen uns davon gerne mal ein paar Tüten bei der Jahreshauptversammlung rein. Besser gesagt im Anschluß. Wir haben damit irgendwann einmal angefangen und nun machen wir es halt jährlich. Schmeckt aber auch verdammt gut. Auch wenn ich weiß, das der Zucker in dem Brausepulver den Alkohol mit Beschleunigung in die Blutbahn pumpt. Mich konnte aber kein Wässerchen trüben, da ich ja vom Karneval noch genügend Training hatte. So meinte ich zumindest.

Ich glaube es war ein kleiner Fehler, daß ich mich an diesen Tisch gesetzt habe, denn dort hatte sich ein Großteil der Trinker und Scheißelaberer versammelt. Der Spruch des Tages kam meiner Meinung nach von Docschen. Er meinte das Sense mittlerweile die erste Schlucht voll hat und nicht mehr weiß wo er mit dem ganzen Geld hin soll. Sensationell und das Beste ist ja das Sense da gegen keine Widerworte gab. Also irgendetwas muß da ja dran sein. Ich wundere mich eh schon die ganze Zeit warum man die Tonkuhle in Westerode wieder zu schüttet. Ich denke ich werde da mal graben gehen. Zu uns Brausepulver-Bismark-Trinkern gesellte sich noch der Strackse. Mit ihm habe ich auch so manche 10er-Packung beim Büttenabend vernichtet, als er noch im Elferrat war. Das Schlimmste an dem Brausepulver war ja der Zucker. Irgendwie gelangt er immer bei mir zwischen Kiefer und Wange und ribbelt da die Haut auf. Dann kann ich mir am nächsten Tag da schön die Hautfetzen abziehen. OK, ich höre ja schon auf, bevor noch mehr Leuten hier schlecht wird.

Bei einem zwischenzeitlichen Toilettengang bemerkte ich, daß das Brausepulver so langsam seine Wirkung zeigte. Denn ich schwankte ein wenig. Es könnte aber auch gerade ein temporäres Erdbeben gewesen sein. Das wäre dann auch noch örtlich beschränkt gewesen, nämlich genau auf dem Punkt wo ich gerade lang ging. Soll es geben. Als das Brausepulver dann alle war, ging der Bismarck halt ohne rein. Auch wenn mein Körper und meine Gesichtsmuskeln nicht so gut fanden, aber ich war immer noch der Boss. Außerdem hat David immer fleißig bestellt. Man kann ja den ganzen Bismarck nicht warm werden lassen. So ging es dann munter weiter. Nicht zu vergessen waren die ganzen Biere. Irgendwo in meinem Hinterkopf schwirrte noch die Information herum, das ich ja nach Beendigung der JHV den Ingo kontaktieren sollte, um die Fahrt ins Glashaus zu bestätigen. Doch eine weitere Information ließ mich das noch ein wenig nach hinten schieben. Der Sense hatte nämlich um Mitternacht Geburtstag. Nachdem das dann auch abgehakt war und wir schön für ihn gesungen haben. Konnte ich den Ingo gefahrlos anrufen. Der Tobi wollte sich uns auch noch anschließen. Ingo, der ja Strohwitwer war wollte sogar fahren. Jaja, die Lernerei macht ihm langsam aber sicher die Buchse klamm. Abendstudium ist nicht so einfach. Ich bin echt froh, das ich auf normalem Wege studieren konnte.

Ingo kam recht pünktlich und wir mußten noch mal kurz nach Hause verlegen, da ich mich noch umziehen wollte. Mit meiner Feuerwehruniform wollte ich dann doch nicht so gerne ins Glashaus. Obwohl mein Kleiderschrank eh nicht mehr hergab. So ging es dann umgezogen auf in das gelobte Land. Das Glashaus verspricht ja immer einen Unmenge an hübschen Frauen. Nach einer relativ kurzen Fahrt, bei der ich schon überlegte warum die Tankstellen immer so früh zu machten, da ich einen unglaublichen Durst hatte, waren wir auch schon in Worbis. Und der Parkplatz versprach ein gefülltes Haus. Ich merkte, das der ganze Schnaps mich recht locker in der Zungengegend gemacht hat. Aber ansonsten war ich noch ziemlich klar im Kopf. Eine sehr gefährliche Zusammstellung. Lassen wir uns überraschen was der Abend denn so bringt.

Nachdem am Eintritt die Karte kassiert wurde ging es auch schon in den Club Havana. Während die anderen zunächst gen Tanzfläche stürmten um einen guten Platz zu sichern, nahm ich die erste Abfahrt rechts ab um mich mit dem kühlen Naß zu versorgen. Ein Blick auf die Uhr und mein Zustand überzeugten mich davon, das ich es durchaus verdient hatte auf Mixgetränke umzusteigen. Schließlich ist man ja nicht zum Spaß hier und vielleicht wird man ja auf einen Schlag nüchtern. Und wenn ich Glück hatte würde ich meine Lieblingsbedienung wieder treffen. Das Glück war mir hold, denn von weitem sah ich sie schon, doch war die Theke dicht bedrängt. Aber als sie mich dann sah hat sie gleich ein Lächeln für mich über gehabt und eine doppelte Mischung, so wie ich es mag. Schön wenn man sich ohne Worte verständigen kann. Ich frage mich ob sie noch Single ist? Und ich habe den Nolte getroffen, der sich rein zufällig in der gleichen Ecke aufhielt. Ich hatte ja eigentlich vor schnell weg zu rennen, aber leider schaffte ich es nicht ganz, da hatte er mich schon erspäht. Aber Noltek ist ja ein angenehmer Zeitgenosse, mit dem man gerne mal einen hebt. Das kann ab und an aber auch mal ins Auge gehen. Ich erinnere mich da ganz gut an diverse Klassenzelten. Und wir haben ja noch unsere Tour nach Münster zu Simone vor. Das kann was geben.

Zurück bei den Ingo und Tobi mußte ich feststellen, das es ein absoluter Scheißplatz war, an dem wir uns niederließen. Zum Glück dachten die Beiden ähnlich und wir verlegten schnell mal in die Arena, wo sich die Schnittendichte drastisch erhöhte. Leider auch die Dichte der Spacken. Die Arena ist echt eine Bude, wo sich hübsche Frauen und Spacken gleichermaßen sammeln. Leider ist es dann auch so, das die hübschen Frauen auch auf solche Spacken rein fallen. Und man selber steht in der Gegend rum mit einem leckeren Getränk in der Hand und fragt sich warum Frauen auf Spacken stehen. Vielleicht liegt es daran, das sie zu hundert Prozent mehr Frauen ansprechen als man selber. Aber 100% von 0 sind immer noch 0. Aber immerhin hatte man gut was zu gucken. Und wenn man ein freundliches Gesicht aufsetzte, dann bekam man auch das eine oder andere Lächeln zurück geschickt. Sollte es so einfach sein? Das sollte man echt mal näher untersuchen. Ah, da kommt die nächste Runde. Besser mehr Alkohol zuführen, als das man noch irgendeine Dummheit begeht.

Wir setzten unsere Tour fort und guckten in eine neue Mini-Disco im Glashaus und guckten gleich wieder raus, da dort finsterste Elektro-Beats gespielt wurden. Im Tempel war es nicht viel besser und dafür hatte ich einfach zu wenig Alkohol getrunken, auch wenn mein Gang nicht mehr der sicherste war. Das Seltsame ist ja, das ich dabei noch recht klar im Kopf war. Um dem Abhilfe zu schaffen, begab mich ohne Umwege zu meiner Lieblingsbedienung, die mich sofort erkannte und ohne ein weiters Wort zu verlieren, aber mit einem Lächeln auf den Lippen eine Mischung zubereitete. Ich weiß ja nicht, ob sie dieses Lächeln jedem schenkt, aber es freut mich das ich zu den gehöre, die eins abbekommen. Auch wenn sie bei dem hübschen Gesicht bestimmt Millionen von den Lächeln auf Lager hat. Bei unserem alten, leicht verbesserten Standort traf ich dann erstmal auf Kathrin. Wir haben uns schon den ganzen Abend geschrieben und uns immer knapp im Glashaus verpasst. Aber nun war sie ja da. Ich habe zwar nicht viel mit ihr gesprochen, aber es ist ja immer eine Freunde sie zu treffen. Außerdem konnte ich so der lieben Kerstin noch nachträglich zum Geburtstag gratulieren. Bei Kerstin immer ein Freude, Gaudo weiß wovon ich rede. Allerdings bleiben die jungen Damen nicht allzu lange bei uns sondern sind weiter gezogen. Dafür hatten wir dann ungehinderte Aussicht auf die Tanzfläche. Nicht das die Mädels gestört hätten, aber es kommt ja nicht immer gut, wenn man mitten im Gespräch einfach den Kopf weg dreht, weil man eine verdammt hübsche Frau auf der Tanzfläche gesehen hat. In diesem Zeitraum waren es ca. drei hübsche Frauen, die mir ohne weiters den Atem rauben konnte. Dabei ist meine Lieblingsbedienung noch gar nicht dazu gerechnet. So geschah es kurze Zeit später, das zwei Mädels auf der Tanzfläche tanzten, wobei ich eine vom Fleck weg heiraten würde. Wenn man jetzt nur nach dem Aussehen gehen würde. Dummerweise habe ich nicht aufgepasst und konnte nicht verfolgen in welche Richtung sie das Havana verlassen haben. Aber wir wollten ja eh unseren Standort nochmals verlegen. Zurück ging es in die Arena.

Nachdem wir ein wenig verloren einen Platz suchten bahnte ich mir einen Weg durch Spackenverseuchtes Gelände und wir gelangten zu einem Stehtisch, der ganz verlassen war, obwohl er mitten im Getümmel stand. Sollte man hier auf komische Gedanken kommen. Eher nicht. Von hier aus hatte man nämlich einen recht passablen Überblick. Und ich verliebte mich stehenden Fußes in eine der Gogo-Tänzerinnen. Halt, so schnell ging es ja auch nicht. Es war mal wieder auf den zweiten Blick. Die Gogo-Mädels sind ja immer sehr hübsch anzugucken. Ich guckte mir zunächst die links von mir tanzende Frau an und im Anschluß ging mein Blick zur rechten. Die Rechte war blond und hatte lange Haare. Sehr hübsch! Doch als mein Blick zurück zur ersten Frau ging fielen mir auf der Stelle gewisse Gesichtszüge ins Auge, welche sie für mich um Längen attraktiver machten. Warum, kann ich einfach nicht sagen. Ich weiß nur, das sie mich ab dem zweiten Blick verzaubert hatte. Sie fiel auch in das Schema, von dem ich denke, das ich darauf stehe. Besser gesagt, fühlte ich mich zu dem Typ Frau immer hingezogen. Sie hatte braune, kinn- bis schulterlange Haare und einfach das gewisse Etwas. Ich fühle mich zu Frauen mit dunklen Haaren einfach hingezogen. Besser noch kastinenbraun, dann bin ich gleich hin und weg. Das ist das gewisse Etwas. Das hübsche Gesicht natürlich nicht zu vergessen.

Aber da man sich niemals in Gogo-Tänzerinnen vergucken sollte, sorgte ich mich mehr um meine Getränke und begab mich zwischenzeitlich zu meiner Lieblingsbedienung zurück um mich mit flüssigem Naß zu versorgen. Ihr Lächeln war immer noch da, trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit. Ich bin einfach gerne bei ihr, denn sie weiß genau wie ich meinen Havana am liebsten mag. Vielleicht ist sie wirklich noch Single und ich sollte sie mal fragen, ob sie mir den Havana auch zu Hause servieren würde.

So langsam wurde es auch Zeit die Segel zu streichen, denn entgegen aller Vermutungen leerte sich das Glashaus nach und nach. Dabei war es erst 0400 Uhr, sehr ungewohnt für das anwesende Klientel. Vielleicht sitzt bei allen noch der Karneval in den Knochen. Es können nicht alle so harte Partyleute sein, wie die Westeröder. Aber ich hatte auch genug, denn der wenige Schlaf von der letzten Acht machte sich langsam bemerkbar. Red Bull hält nur bis zum Nachmittag an und dann ist es einfach zu spät sich hinzu legen. Dafür konnte man in Ingos Auto auf der Rückfahrt vorzüglich schlafen. Auch wenn ich versuchte wach zu bleiben, nickte mein Kopf mehrere Male nach vorne. Mein Bett war warm und hieß mich willkommen. Bei süßen Träumen von meiner Lieblingsbedienung servierten Havana Club entschlummerte ich. Und begrüßte den Sonntag.

Der verlief wieder erwarten ohne Probleme. Keine Kopfschmerzen, keine Magenkrämpfe, nur ein wenig Müdigkeit. Ich glaube Karneval ist die neue Referenz. Daran ist das Prinzenpaar nicht ganz unschuldig. Aber mir gefällt es.


Wicked days

07/02/2008

Karneval! Eine Zeit in der das Lustig sein befohlen wird. Und wehe man hält sich nicht dran, dann wird man standrechtlich mit der Konfetti-Kanone erschossen. Hört sich jetzt so an als sei dies ein Eintrag über den Haß auf Karneval. Dabei bin ich selber im Elferrat und bin immer gut mit dabei. Am Ende der tollen Tage hat man wirklich das Gefühl, das einem die ganze Karnevalsscheiße am Arsch vorbei geht und man sofort in den kommenden Tagen aus dem Elferrat und dem Karnevalsverein austritt. Doch nach einer gewissen Zeit denkt man an die schlimmen Sachen nicht mehr, sondern erinnert sich nur noch an die schönen Sachen. Den Spaß, die lustigen Nächte und all den Blödsinn den man gemacht hat. Es ist wie mit der Bundeswehr. Man denkt nicht mehr an die 30 km Leistungsmärsche oder die 25 km Gefechtsmärsche oder den stundenlangen Dummfick, der meistens in einer Schlammschlacht gipfelte oder das Revier reinigen. Nein, man denkt an die schönen Sachen, die 30 km Leistungsmärsche oder die 25 km Gefechtsmärsche, den Spaß den man mit den Kameraden hatte, die Saufgelage auf den Stuben, das Gefechtsschießen und all die anderen tollen Sachen. Ich sage nur Handgranaten werfen mit Grobmotorikern. „OG (Name dem Schreiberling bekannt), Ziel vernichten auf zwei Uhr!“ Angesprochener OG wirft auf neun Uhr. Sensationell wie schnell sich der Leutnant bewegen kann. So ähnlich ergeht es einem auch mit Karneval. Ist erstmal Aschermittwoch, will man nichts mehr mit der Schieße zu tun haben, aber lassen wir erstmal ein paar Monate ins Land gehen!

Beginnen möchte ich wie gehabt mit der Uhlendisco, obwohl am Fetten Donnerstag auch schon getrunken wurde. Da ich aber am Freitag noch arbeiten mußte ging da nicht so viel rein. Allerhöchsten mehrere wenige Hefeweizen und mehrere fast gar kein Korn. Außerdem mußte ich im Schneesturm mit dem Rad nach Hause fahren. Kein Geschenk! Nun ja, der Freitag auf der Arbeit war auch nicht so toll und ich freute mich umso mehr auf den Abend. Nach der Arbeit wurde erstmal an der Mehrzweckhalle angehalten um beim Aufbauen für die Uhlendisco zu helfen. Da ich zur Thekenmannschaft gehöre, ist das ja meine Pflicht. Zum Glück waren genügend fleißige Hände am Werk und haben schon alles erledigt gehabt. So bleib mir nur noch ein Feierabendbier zu trinken und den Beginn eines der härtesten Wochenende einzuläuten.

Wir trafen uns dann gegen 1900 Uhr um noch restliche Sachen vorzubereiten und die ersten Gäste zu begrüßen. Die ließen aber auf sich warten und wir fingen dann doch schon mal an ein paar Pilz zu trinken. Alles in allem waren es ganze zwei Stück und dann lachte mich die Bacardi-Flasche die an der Wand hing so verführerisch an. Ich entschied mich für eine kurze Mischung. Im Anschluß würde ich ja wieder Bier trinken wollen. Schließlich will man ja nicht zu schnell auf den Mischungszug springen und ein wenig was von dem Abend haben. Aber die Mischung hat so verführerisch geschmeckt es war einfach unglaublich. Und der Dispenser machte es so einfach mit der Dosierung. Einmal drunter drücken, gute Mischung, man schmeckt zwar nicht so sehr den Schnaps, aber man hat eine Ahnung. Zweimal drunter drücken, das war für später. Im Endeffekt kam es ja eh immer darauf an, wie viel Cola man dem Bacardi hinzu fügte. Ich war aber artig und machte viel Cola rein. Jedenfalls bei den ersten beiden Mischungen. Dann geriet es ein wenig außer Kontrolle.

Die Gäste wollten einfach nicht erscheinen und somit waren nur große Teile des Elferrates anwesend. Die Kassenlumpis, die DJ’s und das Thekenpersonal, verstärkt durch den Prinzen und Diana, die vorläufig die Prinzessin vertrat. Die Leere auf dem Saal und die frei zugänglichen Spirituosen an der Wand und auf der Theke waren eine gefährliche Mischung. Die Schlagzahl wurde erhöht und die Mischungen liefen weiter den Schlund hinunter. Ich wusste das es ein großer Fehler war nicht wieder auf Bier zurück zu schenken, aber was sollte ich machen. Wenn man das Zeug erstmal an den Lippen hat, dann kann man nicht mehr aufhören. Mach noch einen voll! Außerdem fiel mir gerade in dem Moment auf, das meine Kamera immer noch in Reparatur war. Eine Uhlendisco ohne meine Kamera, das hat es schon seit langer Zeit nicht gegeben. Eine Karneval ohne Kamera hat es auch schon ewig nicht mehr gegeben. Ich hoffe die Erinnerungen kommen alle beim Schreiben wieder. Kai wollte es richtig wissen und schüttete erstmal eine Runde Tequila ein, denn Mixgetränke alleine würden wohl nicht ausreichen uns alle ins Land des Vergessens zu schicken. Ich muß ja hier mal fallen lassen, das ich so langsam wieder auf den Geschmack von Tequila komme. Wobei ich früher gerechtfertigte Abneigung gegen dieses Teufelszeug hatte, schmeckt er mir langsam wieder. Es gibt nicht viele Schnäpse von denen ich das behaupten kann. Vielleicht war es auch nur die Angst vor der Überdosis Löwentor, die mich erwartete. Der Teufelskreis war jedenfalls komplett. Ich trank Mischungen und Schnaps und es war gerade mal 2115 Uhr.

Kurz darauf erschienen die ersten Gäste. Ingo und Köppel fanden den Weg zur Mehrzweckhalle nach dem Training. Es war mir zugegebenermaßen ein wenig peinlich sie in einer leeren Halle zu begrüßen, aber es war halt erst 2130 Uhr und da ist wohl in keiner Disco wirklich was los. Die Jugendlichen gehen echt immer später los. Als Entschädigung spendierte ich ihnen erstmal ein Bier und wir redeten kurz. Während der Zeit kamen dann auch weitere Gäste an und es ging so langsam los mit der Bestellerei. Zurückblickend muß ich sagen, das ich zu der Zeit schon gut getankt hatte. Mehrere Mischungen und diverse Tequilas haben sich zu den bereits konsumierten gesellt.

Nun kam eine Zeit zu der ich nicht wirklich was sagen kann und das hat mehrere Gründe. Zunächst mal wuchs die Zahl der Gäste immens. Dann war da noch der nicht zu unterschätzende Faktor der Mixgetränke, die natürlich weiterhin den Weg in meinen Mund fanden. Ich will ja hier nichts runter spielen, aber ich glaube der Filmriß hat sich ganz dreist ausgedehnt. Ich kann auch gar nicht mehr genau sagen wann er begonnen hat. Teilweise weiß ich halt noch ein paar Dinge, aber der Großteil ist im Nirvana verschwunden. Aber die Dinge die ich noch weiß werde hier natürlich so gut es geht wieder geben.

Die Kathrin hat mir schon früh geschrieben und war sich unsicher ob sie noch kommen sollte. Daraufhin bestärkte ich sie in dieser Entscheidung und wenig später schlug sie dann auf. Leider hatte ich nur kurz Zeit sie zu begrüßen, weil ja die Gäste die Theke ein rannten. Sensationell auf ein paar Strammsäcke die keiner so richtig kannte. Aber sie ließen gut Geld da. Ich weiß zwar nicht für wen sie alles die Getränke bestellt haben, aber mir war es egal. Es war mir dann auch egal, das die Getränke herrenlos auf der Theke herum standen und die Besitzer anscheinend vergessen hatten, das sie sie bestellt hatten. Um ehrlich zu sein, kann man solchen Leuten nicht helfen. An Anfang wies ich sie noch drauf hin, das sie genau das eben bestellte an einer anderen Stelle der Theke noch stehen hatten, aber beim dritten Mal war es mir dann auch zu doof.

Des weiteren machte die Prinzessin wiederholt von ihrem Recht Gebrauch mit mir zu tanzen. Ich weiß gar nicht wann sie das festgelegt hatte. Ich glaube ich sollte da noch mal die Antrittsrede der Beiden genauer lesen. Oder aber ich überrede den Präsidenten eine solche Klausel dem Kodex für den Prinzen hinzuzufügen. Ich bin doch auch nur ein Mensch und nicht zum Tanzen geschaffen. Immer dieses hin und her und drehen. Das geht doch voll auf die Knochen. Jaja, ich hör ja auch schon auf zu meckern. Irgendwann später zog ich mich dann in die geheime Höhle der Verpflegungsstation zurück. Der Prinz und die Prinzessin sorgen ja immer vorbildlich für ihre Thekenmannschaft und hatten Verpflegung eingekauft. Eigentlich hatte das der Görtler mal eingeführt als der Schmierpopel Prinz war. Der hat ihm natürlich gleich geglaubt, daß das so Brauch ist. Jeder Brauch fängt irgendwann mal an. Als ich dann also so auf meiner Bank saß und mir ein Mettbrötchen anal oral einführte (Haha, ihr Perverslinge da draußen, dachtet wohl ich schreibe anal. Jaha, das wäre ein Lacher gewesen….), wurde mir langsam klar, das ich ganz schön hacke war und verdammt müde. Meine Beine taten weh und meine Füße fühlten sich an, als hätte jemand aus Versehen ein 5 t Gewicht darauf fallen lassen. Die Bank sah echt verlocken aus und wenn ich das Tablett mit den Brötchen mit der Folie abdecke, dann kann ich das bestimmt prima als Kopfkissen nehmen. Mett kann sich verdammt gut an den Kopf anschmiegen. Könnte ich mir zumindestens vorstellen! Doch dann stand etwas in mir auf und gab mir einen mentalen Arschtritt. Wäre es ein realer gewesen, dann hätte ich einen doppelten Axel gestanden. Der Arschtritt brachte mich wieder in das hier und jetzt zurück und ich raffte mich auf. Mit schnellen entschlossenen Schritten ging ich zurück zur Theke und kippte mir die nächste Mischung hinein. Und weil ich gerade so gut drauf war machte ich der ganzen Thekenbesatzung noch eine Runde Tequila fertig. Weiter ging es.

Erinnern kann ich mich nicht mehr wirklich was alles passiert ist, aber das habe ich ja weiter oben schon geschrieben. Es war sogar so schlimm, das ich nicht mal mehr mit Sicherheit sagen konnte wer denn die Verlosung gewonnen hatte. Um ehrlich zu sein, war ich sehr überrascht am nächsten Tag zu hören das wir eine Verlosung hatten. Tja, so schnell kann es gehen. Und es war eine Lehre für mich, nie wieder breche ich mit der Regel und fange vor 2300 Uhr mit Mixgetränken an. Das bricht mir nur das Genick. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

So ging es dann auch munter mit den Schnäpsen weiter. Und ich meine jetzt nicht die, die man mit Cola mixt, sondern die, die pur den Rachen hinunter gingen. Zu Beginn waren es ja nur Tequila. Doch dann fing irgendwann die Prinzessin an mit Sahnelikör, weil sei ihn ja so gerne trinkt. Anscheinend bin ich auch in dieser Angelegenheit ihr Lieblingsopfer. Gut, so war es dann ja nicht, ich habe mich ja auch bereitwillig als opfer angeboten, aber nur, weil meine Sinne schon so vernebelt waren. Also trank man nun Sahnelikör in rauhen Mengen. Ich malte mir nur aus wie der Zucker in meinem Körper wirken würde. Da befinden sich also schon mehrere Gläser Tequila in meinem Verdauungssystem und nun kommt der Zucker des Sahnelikörs hinzu. Der Alkohol schoß nur so in die Blutbahn. Das wäre so als würde sich der Coyote auf eine gigantische Schleuder schnallen und kurz bevor er sie abschießt noch eine Stinger-Missile zünden. Yippiyahe, Schweinebacke!

Irgendwann gingen dann die Lichter an und die letzten Gäste gingen nach Hause. Der Schlüssel muß wohl Abmachungsgemäß in das Archiv gebracht worden sein, denn es gab keinen bösen Anruf am nächsten Tag. Doch halt, etwas wäre mir beinahe entfallen. Ich hatten ganz vergessen den König der Strammsäcke zu küren. Ich war ja selber ein guter Anwärter auf den Titel, aber ich war halt nur voll und habe nicht so viel Scheiße gemacht. Der absolute König aber war Holger H., langjährigen Lesern auch als nächtliche Getränkequelle bekannt. Ich weiß gar nicht was er alles genommen hat, aber er war verdammt gut drauf. Er hat es sogar fertig gebracht und drei Sprachen auf einmal zu sprechen. Eine war definitiv holländisch, dann noch Suaheli und die dritte wird wohl von einem ganz kleinen Bergvolk in den Anden noch gesprochen und ist kurz vorm Aussterben. Danke an Holger. Wie man mir mitgeteilt hat, ist er wohl auf leisen Füßen nach Hause gegangen und hat absolut gar keinen Krach gemacht als er sich leise ins Bett geschlichen hat. Vielleicht hat er nur ein paar Mal die Klingel gedrückt und ist dann in der Küche eingeschlafen, aber das ist ja halb so wild. Wie ich ins Bett gekommen bin, kann ich bei weitem nicht sagen.

Ich wurde allerdings unsanft am nächsten Morgen geweckt, als mein Telefon schellte. Zum zweiten Mal, wie mir die Anruferliste mitteilte. Beim ersten Mal war der Gaudo dran, dessen Anruf ich einfach nicht gehört hatte. Beim zweiten Mal war allerdings der Schnitzel dran, der fragte wo ich bleiben würde. Ich hatte das Wagen schmücken mit der Jugendfeuerwehr schon längst verdrängt, aber es mußte ja sein. Also wurde sich angezogen und ins Feuerwehrhaus gefahren. Dort wurden dann mit dem Feuerwehrbock diverse Einkäufe erledigt. Natürlicherweise kamen wir zu spät in das Feuerwehrhaus und mußten dann erstmal Geschichten zum Besten geben. Kurz gesagt ging es uns Beiden noch so scheiße, das wir keinesfalls sofort mit der Arbeit beginnen konnte. Aber nach einer halben Stunde ging es dann. Einen Wagen mit den Jugendfeuerwehrleuten aufzubauen, ist aber nicht gerade hilfreich um die Tagesform zu verbessern. Als das dann auch erledigt war, fuhren Schnitzel und ich noch zur Mehrzweckhalle um zu gucken wie es dem Rest des Elferrates so erging. Und sie waren verdammt fleißig beim Schmücken der Mehrzweckhalle. Es sah verdammt gut und verdammt nach Piratenschiff aus. Verdammte Axt, nochmal! Es schien ein vergnüglicher Abend zu werden. Dummerweise hatte ich mich schön für die erste Schicht eingetragen und mußte so früher da sein. Aber es war nicht der Schlüsseldienst. Was schon mal viel wert war. Zu Hause legte ich mich erneut hin um Ressourcen für den Abend zu sammeln. Großer Fehler, denn ich kam schlecht wieder hoch. Und mein Kostüm bestand aus Standardsachen plus einem Kopftuch für 2,50 €. Verdammt kreativ…..war ich noch nie. Ich versuche immer minimalen Aufwand mit einem minimalen Ergebnis zu erzielen. Immerhin ist der Prinzenball eh nur Saufen mit lustigen Klamotten an. Und wenn ich mir ein Kopftuch auf setzte dann bin ich schon mächtig viel verkleidet. Ich hätte zwar noch gerne einen Wellensittich auf die Schulter geklebt, aber der hätte bestimmt die ganze Zeit Theater gemacht und mir die Weste vollgekackt aber dazu hätte ich noch zu diversen Spielzeugläden in die Stadt fahren müssen und das war außerhalb des Möglichen. Nach dem Besuch in der Mehrzweckhalle.

Ich schlug also etwas zu spät auf und kam nicht umhin genau dann an der Kirche, wo gerade Samstagsabends Messe war vorbei zu kommen, als sie gerade aus war. Dafür habe ich ein Geschick. Oben in der Halle trat ich sogleich meinen Dienst an. Sobald ich mein Brötchen aufgegessen hatte. Und zu meiner positiven Überraschung wurde mir eine sehr sympatische als auch attraktive Bedienung zur Seite gestellt, die Ramona. Während ich also versuchte die Geheimnisse des Zapfhahns zu entschlüsseln, holte sie die Bestellungen ran. Das Problem mit der Zapfanlage war einfach, das sie Scheiße eingestellt war. Zapft man normal, also mit Schrägstellung des Glases und dann in zwei Zügen ein nahezu perfektes Bier zu bekommen, dann bekommt das Glas bis zur Kante voll. Nach einer Stunde hatte ich dann endlich den Dreh raus. Die Biere waren zwar nicht perfekt, aber besser ging es nicht. An meine Seite wurde mir Morchel gestellt, der Gläser spülte. Außerdem wurde wieder die Flasche Bacardi gefährlich nahe in meiner Reichweite positioniert. Ich hatte aber noch den Vorabend teilweise im Kopf und war Willensstark. Nicht das ich keine Lust hätte einen Bacardi zu trinken, aber ich wollte nicht so enden wie am Vorabend.

Gaudo, der auch ab und an hinter der Theke war, machte mich dann auf ein paar Vorzüge von Ramona, der Bedienung, aufmerksam. Ich Fachkreisen konnte man dazu auch Keksarsch sagen. Da ich aber solche Sachen nicht sage, schalt ich den Gaudo. Sie hatte aber auch wirklich einen knackigen Kecksarsch! Aber ich war nicht da um den Mädels auf den verlängerten Rücken zu gucken, sondern um zu arbeiten. Mitten in meiner Schicht kam dann auch das Prinzenpaar irgendwann an. Viel zu spät, aber als Prinz kann man das ja alles auf seine Prinzessin schieben kann man sich das ja erlauben. Natürlich 1A verkleidet. Das gehört irgendwie dazu. Im Allgemeinen waren die Kostüme alle recht gut. Nun gut, die Auswahl beim Themenabend „Pirates of the carribean“ ist recht klein, also kamen fast alle als Pirat. Ich glaube M7 war der einzige der nicht als Pirat da war, sondern als Totengräber. Sensationell auch der Schmierpopel. Er hatte sich ein Jack-Sparrow-Kostüm besorgt mit Bartextensions, die aber nicht die Bohne hielten. Meine Empfehlung sich die an den Sack zu kleben, fand er nicht so spaßig. Aber er sah auch so Scheiße genügend aus. Ich darf ja gar nicht meckern, da ich echt ein Kostümmuffel bin. Wie gesagt, Prinzenball ist für mich ballern mit lustigen Klamotten an. Wo wir auch gleich beim Thema sind. Geballert wurde auch hinter der Theke. Zum einen Bier und zum anderen wurde auch ab und an mal eine Runde Tequila eingefahren. Ich gab an meinem Zustand vom Vorabend nicht dem Tequila die Schuld. Nein, denn der schmeckte mir mittlerweile wieder.

Thekendienst war vorbei und ich wies den Böning kurz in die Kunst des Zapfens ein. Bei dem speziellen Zapfhahn kein leichtes Unterfangen. Aber ich hatte volles Vertrauen in ihn. Dafür nahm ich dann den Platz in der Trinkerrunde von Böning und Schnitzel ein. Und ich wusste das eine ganz schlechte Idee sein würde. Aber zumindestens war ich hier sicher vor diversen Tanzspielen. Nun muß man wissen das sich alle anderen in der Runde einen Säbel zu ihrem Kostüm zugelegt haben. Gehört ja eigentlich auch zum Piraten, wie Derrick zum Seniorenheim. Ich hatte natürlich keinen, was mir nicht so viel ausmachte, denn als Kapitän lässt man ja kämpfen und greif nicht selber zum Säbel. Meine Anführer-Gene haben sich mal wieder durchgesetzt. Die Säbel wurden nun jedes Mal gezogen wenn eine Runde Schnaps getrunken wurde. Beim ersten Mal schaute ich noch ganz ungläubig und machte ein verstörtes Gesicht. Ungefähr so, als würde man plötzlich in die Wandergruppe der Klapse geraten und war noch vor wenigen Minuten mit seinen Kumpels bei der Vatertagstour. Aber ich mache ja jeden Scheiß mit und trank also auch die Schnäpse mit. Das Säbelrasseln ließ ich dann bleiben. Als Getränk konnte ich mich wiederum beim Tequila durchsetzen. Ob das nun so eine gute Wahl war laß ich jetzt mal so dahin gestellt. Auf jeden Fall wurde die Schlagzahl drastisch erhöht.

Wie es nicht anders hätte sein können, hat mich mal wieder die Prinzessin erspäht und zwang mich zu tanzen. Das alte Spiel mit den Wünschen der Prinzessin begann erneut. Und es wurden natürlich auch ordentlich Fotos gemacht. Ich weiß gar nicht warum und zu welchem Anlaß die mal wieder raus geholt werden würden. Ich habe da zwar so eine Befürchtung, aber die will ich hier nicht niederschreiben. Man soll ja keine schlafenden Hunde wecken. Und erneut ärgerte ich mich das meine Kamera in der Reparatur war. Nach dem Tanzen durfte ich gnädigerweise auf meinem Platz zurück kehren um meine verlorenen Kraft an einer Runde Tequila (ohne Säbelrasseln) und diversen Bieren, die sich auf dem Tisch angehäuft haben zurück erlangen. Doch nicht für lange, denn dann startete eine Polonaise. Dinge die ich absolut gar nicht mag, sind Polonaise. Ich machte ihr auch bereitwillig Platz, denn Polonaise haben immer die Angewohnheit durch die engsten Lücken zu wollen. Dann werden arglose Gäste, die sich nur gemütlich in das Delirium ballern wollen am Genick gepackt und einfach mitgeschleift, egal ob man will oder nicht. Bevor ich aber mit meinem „Kostüm“ den Boden der Mehrzweckhalle wischte ging ich mit. Für kurze Zeit, denn dann schafft eich das fast unmögliche. Ich brach aus der Polonaise aus und zwar so geschickt, das ich an der Theke landete. Das nenne ich mal Glück im Unglück.

Die Idiotenschlange war vorbei und ich konnte gefahrlos an den Platz zurück kehren. Dort saß ich dann plötzlich neben dem Vollmer, der schon gut stramm war. Man kann es recht einfach sehen, an den hängenden Augenlidern. Außerdem hat er einen sehr entschlossenen Blick drauf. Gefährlich wurde es nur für die Bedienung. Die gute (und auch hübsche) Ramona versuchte ihr bestes unsere Getränke ran zu schaffen und Vollmer gab ihr erstmal mit der Breitseite seines Säbels eine auf ihren Kekshintern. Der Blick von ihr war fantastisch. Florians übrigens auch, wie er da mit seinem erhobenen Säbel saß und grinste wie ein Honigkuchenpferd. Wären die Ohren nicht gewesen, hätte er im Kreis gegrinst. Versucht mal da nicht zu lachen. Aber Ramona hat es mit Humor genommen. Man gut, denn sonst hätte sie uns eventuell kein Pils mehr gebracht.

Es wurde nun Zeit sich ein wenig an die Theke zu gesellen. Dort konnte man auch gut beobachten, wie M7 und ein Arbeitskollege von ihm zu „Smoke on the water“ abgingen. Ich wünschte mir auf der Stelle lange Haare zurück. Statt dessen wurde mir von Daniela mein Kopftuch geklaut. Meine zerstörte 5 mm Frisur wurde der Öffentlichkeit kund getan. War nicht so schlimm, denn die paar Haare die verkehrt lagen sah bestimmt keiner. Ich bekam es irgendwann wieder, war unfähig mir so ein Ding selber zu binden, also steckte ich es in meine Tasche. Da blieb es dann aber auch nicht lange und verschwand dann in Jennifers Tasche. Wo es dann auch bleib. Ich weiß gar nicht warum ich immer der leidtragende bin, dem die Sachen gemopst werden. Vielleicht weil mir das verdammte Tuch furzegal war. Während dieser immensen Verwirrung meinerseits trat dann der Stefan auf mich zu und bat mich doch eventuell den Schlußdienst für Kai zu übernehmen, weil der schon weg wäre. Na klar, Schlußdienste übernehme ich doch immer gerne. Moment, hatte ich da wirklich zugestimmt? Naja, ich werde wohl eh der letzte sein, der noch da ist, da kann ich das auch machen. Verdammter Alkohol, der lässt einen immer Sachen machen, die man gar nicht will. Wie halt Schlüsseldienste übernehmen oder in den Elferrat eintreten. Wie ich aber später erfahren habe hat Kai den Dienst nicht angetreten, da er ja schon zwei Schlußdienste gemacht hat. Nämlich beim Auftakt und bei der Disco. Das ist ja einfach. Wenn ich mich recht erinnere habe ich die zwei Dienste mit Kai zusammen gemacht. Also irgendwie scheine ich da was nicht mitbekommen zu haben. Praktischerweise habe ich am Sonntag schon wieder Schlüsseldienst. Man soll ja nicht aus der Übung kommen.

Aus reiner Nächstenliebe machte ich es dann aber doch und war dann ein wenig erfreut, das Ramona immer noch Dienst schob. Leider nicht für lange, denn dann sah ich sie noch mit wehendem Haar aus der Mehrzweckhalle verschwinden. Na Klasse, da blieb mir ja nur noch eine Möglichkeit. Hallo Bacardi-Flasche, wie geht es Dir denn. Du siehst so unbenutzt aus. Wenn ich schon Thekendienst machen muß, dann will ich auch was leckeres trinken. So verkehrt ist Schlußdienst eigentlich gar nicht. Man kann sich dann relativ einfach die Mixgetränke in den Schero knallen. Außerdem ist man so vor dem Tanzen gefeit. Ab und an wurde ich dann auch von diversen Leuten hinter der Theke besucht, die sich einfach mal ausruhen wollten. Natürlich gingen an solchen Stellen bei passender Gelegenheit diverse Schnäpse in den Kopf. Ich wurde sogar genötigt Löwentor zu trinken. Dieses Zeug ist irgendwann einmal mein Tod. Wie gesagt, die nahe Verwandtschaft zum Abbeizmittel lässt sich nicht leugnen.

Vor der Theke spielten sich gar grausige Szenen ab. Kalle S. hat im Wahn der Lust sein T-Shirt zerrissen. Vielleicht wurde es ihm auch von Böning zerschnitten, das kann ich nicht genau sagen. Aber er lief jetzt mit freigelegten Oberkörper herum. Dabei nahm er noch die an-der-Überdachung-der-Theke-hängen-Haltung ein und bot das perfekte Bild eines blinden Passagiers. Schön ist was anderes. Doch der Schuldige an seinem Zustand muß wohl Böning gewesen sein, denn der lief kurze Zeit später auch mit einem zerrissenen Hemd rum. Warum sich manche Leute nur so abschießen müssen, fragte ich mich und bereitet mir eine neue Mischung. Und einen weiteren Schnaps. Anders konnte ich diese schrecklichen Szenen nicht aus meinem Kopf verbannen. Wie man sieht hat es rein gar nicht geklappt. Ich muß wohl die Dosiervorrichtung an der Bacardiflasche auf bohren.

Fast zum Schluß scheuten Steini und Jens nochmal rein, die gerade vom Essen von Jens Eltern kamen. Die waren natürlich begeistert, das Steinis Vater mir freiem Oberkörper herum lief. Jens jedenfalls fand es Klasse. Wir redeten kurz über die neusten Neuigkeiten und machten uns über die größten Strammsäcke lustig. Und das waren ein paar.

Netterweise kam auch der Nollo mal vorbei, der mir etwas früher am Abend erzählt hat, das die zauberhafte Ramona in einem Supermarkt in seiner Nähe arbeitet. Mit solchen Informationen rückt der Lump natürlich erst so spät raus. Ich wusste zwar das er sich kannte, aber woher hat er immer verheimlicht. Aber er wollte mir ja nur mitteilen, das man sich ab jetzt bei ihm zum frühstücken trifft. Da ich aber noch ein wenig Thekendienst hatte sagte ich das ich nachkommen würde. Ich hoffte nur nicht zu spät. War es dann auch nicht. Ich pfiff mir nur noch gefühlte drei Mischungen rein und dann nahm ich mir noch eine auf den Weg und begab mich zum Wendehammer in den Natheplan. Dort erwartet mich schon eine große Gruppe, die sich allesamt um den riesigen Tisch bei Nollo in der Küche versammelt hatten. Die Mischung war eine gute Idee, denn es gab Bier und darauf hatte ich nicht wirklich Lust. Trotzdem wurde mir eins aufgemacht. Das ich das getrunken habe war ja Ehrensache, aber als dann Nollo mir Bacardi um die Ecke kam, konnte ich die Freudentränen in meinen Augen nicht mehr verstecken. Man möge bedenken, das es zu dem Zeitpunkt schon 0400 Uhr war.

So saß ich also früh Morgens mit einem Haufen Leuten in lustigen Klamotten in Nollo Küche, aß Rühreier und Mettbrötchen und trank Bacardi. Dazu reichte Nollo mir noch einen unter fragwürdigen Umständen hergestellten Obstler, der mich beinahe meine Speiseröhre kostete. Das Leben konnte so schön sein. Nebenbei wurde dann noch allerhand Mist erzählt und nach und nach gingen die Leute. Seltsamerweise schaffe ich nie den Absprung bei solchen Aktionen und fand mich dann wieder mal als letzter anwesender Gast dort. Ich sagte noch etwas über austrinken der letzten Mischung und wollte dann gehen. Biggi, Nollo und ich hatten aber ein sehr interessantes Thema drauf, welches mich nochmal von der Eingangstür (denn da war ich schon) zurückholte und mich eine weiter Mischung machen ließ. Und wir redeten noch bis 0600 Uhr. Das Thema ist aber zu privat, als das ich es hier breit treten will. Aber ich denke wir sind uns einig geworden. 0612 Uhr ich lag endlich im Bett und war froh das ich den Schlußdienst gemacht habe, so konnte ich eine Stunde länger schlafen.

Sonntag Morgen, der Tag des Umzuges. Man hatte ich eine Lust aufzustehen. Aber es mußte sein. Zum Glück war ein Großteil schon erledigt, als ich in die Mehrzweckhalle kam und ich konnte recht fix wieder zu Hause sein. Mit Hinlegen hatte es sich aber nicht, da ich ja nach dem Mittag schon wieder die Jugendfeuerwehr betreuen mußte. Einen Wagen mit der Jugendfeuerwehr zu machen ist immer ein Abenteuer. Vor allem wenn man gewisse Spezialkräfte dabei hat. Nachdem ich dann alle mit dicken Jacken ausgestattet habe ging es zu Schnitzel auf den Hof, wo ja der Wagen stand. Und ab ging es zur Aufstellung. Ein weiterer Vorteil beim Umzug mit zu gehen, ist das man sich keine Elferratsuniform anziehen muß. So sehr der Anzug seine Vorteile zu anderen Vereinsuniformen hat, bin ich doch froh, wenn ich kein Hemd und Fliege anziehen muß. Nachdem ich dann eine Runde bei den übrigen Verdächtigen abgeschlossen hatte. Hatte ich zwei Bier intus und ein rotes Pferd am Rever meiner Feuerwehrjacke. Das rote Pferd deswegen, weil unser Prinz den Spitznamen am Büttenabend bekommen hat. Er mag das Lied einfach und mit seiner Pferdedecke seinem Umhang ergab sich diese Assoziation von ganz alleine. Weiterhin kann man aus diesem Hinweis schließen, daß das gleichnamige Lied rauf unter runter lief an Karneval. Ich konnte es jedenfalls nicht mehr hören.

Der Umzug ging los und wir drehten unsere Runde durch das Dorf. Zum Glück dachte ich mit und rüstet mich mit mehreren Bieren aus, ich mußte ja an meinem Zustand für den Nachmittag arbeiten. Ich ärgerte mich auf der Stelle, das ich erst so spät angefangen habe, denn so richtig aus der Haut gehen wenn ich auf einem Wagen stehe, kann ich nicht wirklich. Es war aber lustig. Aber ich war auch froh, als es wieder vorbei war, denn es war verdammt kalt auf dem Wagen und eine Hand hatte ich ja immer an der Bierflasche, was nicht wirklich ein Geschenk war. Das Abschmücken ging im Schnellverfahren und wir beschlossen von den Aufbauten mal einen Löscheinsatz zu machen. Und weiter ging es mit einem kurzen Zwischenstop in Schnitzels Küche in die Mehrzweckhalle. Dort oben ging es schon wieder gut los. Bier in rauhen Mengen und ich kam noch nicht mal dazu mir selbst eines zu kaufen, denn ständig drückte mir Jemand was in die Hand. Ich stand zu Beginn bei Köppel, Näppchen, Steini und Jens. Ab und an stellte sich dann noch weitere Leute dazu. Unter anderem auch der feine Her Bauingenieur Bömeke. Jedes mal wenn ich den Sense sehe, dann muß ich an ein Foto denken, welches er mir mal zugeschickt hat, welches ihn bei der harten Arbeit zeigt. Füße auf den Tisch und eine Bildzeitung lesend. Sensationell, das er sich dafür noch nicht mal schämt.

So ging dann der Trinkreigen herum und irgendwann landete ich mal draußen mal drinnen und mal an der Theke, wo man gar nicht so einfach wegkommt. Auch der Grill ist eine Station bei der man gerne mal stehen bleibt. Ich wurde natürlich gleich verpflichtet Würstchen ran zu holen, welches ich mir aber mit Freigetränken und Freiwürsten gut entlohnen ließ. Gewusst wie. Da es draußen aber doch verdammt kalt war ging ich dann doch mal in den Jugendraum um mich aufzuwärmen. Dort nahm ich Platz neben der Diana. Das Sofa war wie für uns gemacht, denn wir passten perfekt rein. Über das wieder raus kommen, machte ich mir noch keine Gedanken. Nun wurde im großen Stil Schieße gelabert. Ich war richtig gut drauf und frage mich manchmal, was mich zu diversen Sprüchen bewegt. Das Schlimme ist ja nun, das ich mich an sie überhaupt nicht mehr erinnern kann. Plötzlich kam der Schnitzmeister rein und sagte mir das ich jetzt Dienst hätte. Ich war völlig perplex, da ich an nahm, der Angelverein würde noch ein wenig weiter machen. Dem war aber nicht so und ich mußte meinen Schlüsseldienst antreten. Von 1800 – Schluß. Herzlichen Dank. Das ist glaube ich der beschissenste Dienst den man machen kann. Und ich habe mich dafür freiwillig gemeldet. Doch mir wurde ja ein fleißiger Partner zur Seite gestellt. Keile-Günther. Wo war er nur. Ach ja, zu Letzt habe ich ihn im Jugendraum gesehen. Vollstramm und auf einem Sofa schlafend. Es war glaube ich zwei Stunden vorher, als ich ihn an der Theke gesehen habe. Vollstramm, wie er rückwärts torkelnd ein kleines Mädchen zur Seite schubste. Um ehrlich zu sein rechnete ich nicht mehr mit ihm. Doch er stand dann auf einmal vor mir und ich schickte ihn wieder fort. Besser gesagt Jotte schickt ihn fort und übernahm vorläufig für ihn den Dienst. Man könnte fast annehmen, das Keile nun den Pokal für den Strammsack des Abends überreicht bekommen hat. Aber das war Jemand anderem vorbehalten.

Hinter der Theke ging es zu Beginn recht stressig ab. Und ich wünschte mir die Ramona her, damit es nicht ganz so trostlos ist. Aber wir waren ja nicht beim Wunschkonzert und ich bekam Jotte und den Schmierpopel. So wird man hier belohnt. Jotte zapfte und ich spülte Gläser wie ein Geisteskranker. Ich weiß gar nicht wo die alle hergekommen sind? Aber auch das Spülen war mal vorbei und ich konnte mich meiner Gewohnheit dem Bacardi-Trinken widmen. Das scheint ein Reflex zu sein, sobald ich den Schlußdienst antrete. Zwischenzeitlich besuchte mich mal die Ramona, diesmal Pornos Schwester, also nicht die Bedienung, und band mir ein Freundschaftsarmband um. In pink! Was soll man da nur machen? Pink ist nun nicht wirklich meine Farbe. Aber weil Ramona eine ganz liebe ist, habe ich es natürlich dran gelassen. Was man hübschen Frauen nicht alles durchgehen lässt. Ich wies sie aber darauf hin, das wir uns da schnellsten ein andere Farbe aussuchen sollten. Ich bin ja für schwarz.

Da die ganze Arbeit tierisch hungrig macht hat der Schmierpopel eine fantastische Idee gehabt. ER hat für alle hinter der Theke einen Döner ausgegeben. Wie schon des öfteren erwähnt eröffnet er manchmal menschliche Abgründe, wenn er Gesichter ißt oder rülpst, das in den Alpen eine Lawine nieder geht. Aber eigentlich ist er ein verdammt guter Kumpel. Seine Frau gesellte sich auch dazu und biß überall mal ab. Bei meinem verlor sie gleich eine Ladung Fleisch, die sich der Schmierpopel rein drückte. Ich wollte sie ja eh nicht. Richtig, nachdem Schmieri sie im Mund hatte bestimmt nicht mehr.

Nun aber aufgepasst, wir kommen nun zur Preisverleihung Strammsack des Abends auf dem Saal. Dieser Preis geht ohne große Konkurrenz an Morchel. Der war so stramm, das es für zwei Karnevalsfeiern gereicht hätte. Ich bewundere ja immer wieder wie er es hin bekommt. Es wurde nicht nur unkontrolliert die Frauen angepackt, sondern dazu wurde auch noch mit Bier gespuckt, eine Sache die ja nun gar nicht geht. Aber Morchel kriegt es hin. Nach ein paar Worten von der Thekenmannschaft ging es dann zum Tanzen. Stilecht mit Jutesack auf dem Kopf. Die Kappe war auch schon verschollen. Schnitzel wunderte sich nur warum er denn den Sack auf dem Kopf hatte. Waren die Säcke doch von ihm und Schnitzel wusste genau um den Reinheitsgrad. Morchel war alles egal und der Höhepunkt war der Sturz auf der Tanzfläche beim Dönerlied. Um wieder auf die Beine zu kommen wurde ihm Bier eingeflößt. Fantastisch was ein menschlicher Körper alles kann. Nachdem er sich dann auf einen Stuhl zum Schlafen niedergelassen hat wurde er kurze Zeit später vom Bürgermeister unsanft geweckt. Danach ging es dann nach Hause. Er hat den Preis redlich verdient.

Doch wäre der Florian noch in die Mehrzweckhalle gekommen, dann wäre er eine scharfe Konkurrenz geworden. Wie man so seinem Begleiter glauben darf ist er bei der Runde mit dem goldenen Buch gerade bis zur Hälfte gekommen und dann mußte er nach Hause gebracht werden. Dabei verlor er kürzlich konsumierte Getränke wieder auf dem Weg, auf dem sie seinen Körper betreten haben. Die andere Truppe mit Schocker und Kalle hat ihre Runde allerdings geschafft. Auch wenn sie nicht mehr so frisch aussahen. Sensationell waren auch Görtler und Leiche. Die hatten nämlich Grilldienst und sind mit ihren Klamotten gleich mal zum Schweineball gefahren. Geht man halt als Schlachter, wenn man solche Klamotten schon mal an hat. Eintritt haben sie da übrigens auch nicht bezahlt, denn sie gehörten ja zur Bedientruppe. Man muß einfach nur dreist sein, dann klappt das schon.

Die Zeit in der Mehrzweckhalle verflog im Flug und es nährte sich auch dieser Abend dem Ende. Ich war froh, denn meine Füße fühlten sich an als wäre ich drei Stunden mit vollem Marschgepäck über Kopfsteinpflaster gelaufen. Außerdem folgte der Rosenmontag, ein Tag der schon fies anfängt. Mit Müh und Not schaffte ich es die Mehrzweckhalle abzuschließen und den Schlüssel zu verstauen und begab mich mit meiner Mischung auf den Heimweg. Ich hatte ein wenig Angst vor dem nächsten Tag.

Montag Morgen. Rosenmontag Morgen. Mein Toilettengang hat meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet. Mein Darm war nur noch ein gerades Rohr, welches sämtliche Nahrung vernichtet. Ich behaupte jetzt mal der ganze Schnaps hat all das verursacht. Dieser Tag war eine große Probe an meine Körperbeherrschung und fing mit dem Frühstück an. Ausgegeben vom letztjährigen Prinzenpaar schmeckte es recht lecker. Auch wenn die Brötchen nur mit halber Kraft in den Magen wollten. Dafür gingen die Bier umso besser rein. Auch der obligatorische Löwentor ging nach einigen Krämpfen hinunter. Warum muß man das zum Frühstück trinken?

Nach einigen Vorbereitungen ging es dann in den Kindergarten. Als wir los gingen wusste ich nicht, das uns einer der lustigsten Besuche aller Zeiten erwartete. Es ging ja schon los beim Einmarsch, als Görtler seine Vorliebe für den Gong entdeckte. Mich wunderte nur das keine Beule im Gong zurück blieb. Drinnen gab es dann da übliche Gedränge in den hinteren Reihen. Und los ging es mit der Show. Die Kinder üben für uns ja immer ein tolles Lied ein. Diesmal waren es zwei tolle Leider. Kombiniert mit dem Alkoholpegel des Elferrates konnte es ja nur ausarten. Leiche hat eine so ansteckende Lache, das man gar nicht anders konnte. Er und Gaudo duckten sich schon weg um den strafenden Blicken von Stefan zu entgehen. Den Text möchte ich hier nicht wieder geben, denn es sind zwei echt harmlose Kinderlieder, die nur durch den Elferrat durch den Dreck gezogen wurden. Und eins wurde dann auch noch auf Schocker bezogen. Leck mich am Arsch, was haben wir gelacht! Sogar die Kindergärtnerin merkte das da eine gewisse Unruhe im Elferrat steckte und ermahnte und zur Ordnung. Sonst würden wir sofort zum Nachmittagsschläfchen hoch geschickt. Auf dem Weg nach draußen schlug Görtler noch mal den Gong. Praktischerweise gleich neben Kais Ohr, der sich so erschrak, das er beinahe die Prinzessin mit der Standarte aufspießte. Da wäre ich ja mal auf die Strafe beim Hohen Gericht gespannt gewesen!

Weiter ging die Tour in die Stadt, wo wir das Rathaus stürmten. Treffpunkt war nach wie vor der Parkplatz von Seyffart, wo man sich dann erstmal mit den anderen Elferräten austauschte. Man traf alte Bekannte und mußte zufrieden feststellen, das sie genau so Scheiße aussahen wie man selber. Das war ein kleiner Trost, denn so konnte man feststellen, das es woanders nicht viel besser ist. So zog man dann vereinsmäßig zum Rathaus. Unterwegs wurden dann noch noch diverse Löwentore vernichtet. Ich war froh das ich nicht jeden mit trinken mußte. Besser gesagt, schaffte ich es immer zur richtigen Zeit zu verschwinden.

Die Rede im Rathaus war wie immer sehr spannend. Ich hoffe das klingt überzeugend genug. Aber wir haben gezeigt, das bei uns der Bär steppt. Gut, man muß hier erwähnen das uns Stadtdirektor Nolte auch die nötige Steilvorlage gegeben hat. Unter großem Hallo und einigen mehr Bier intus ging es dann zur Volksbank. Als besondere Überraschung hatte der Prinz befohlen, das Schmierpopel auf dem roten Pferd reiten mußte, welches von M7 für den Prinzenwagen angefertigt wurde. M7 wollte sich den Spaß nicht nehmen lassen und steig gleich mit auf. Bei den Schaukeleinlagen der Beiden hatte ich Angst um die Anhängerkupplung. Der TÜV sollte neu die Elferratsprüfung für Anhägekupplungen in ihr Programm aufnehmen. Schein ein neuer Killertest zu werden. Bei der Volksbank angekommen bekam ich ehrlich gesagt nicht so viel mit von den ganzen Reden, da ich mich mit Keile-Günther etwas in den Hintergrund verzogen habe um dort bei einem Bierchen das Scheiße labern anzugehen. Zu uns gesellte sich dann der Porno und machte kräftig mit. Bis dann Hüfte zum Abmarsch blies und Porno folgte bei Fuß. Schlimm wenn man so einen Lanz Bulldog Führerschein macht. Dabei hätte ich das von dem Dream Team Porno und Hüfte nie gedacht. Aber es bestätigt wieder mal das Sprichwort.

Nach der Volksbank ging es per Auto zurück zur Mehrzweckhalle wo dann warme Speisen in Form von Schnitzeln gereicht wurden. Allerdings meinte der Morchel sich aus dem Schiebedach von Petras Auto zu zeigen. Das seine Kappe nicht weg war ist alles. Aber lustig war es schon. Nach dem Essen gab es einen kleinen Einbruch bei einigen Elferratsmitgliedern, was sehr schade war. Denn sie verabschiedeten sich in den Jugendraum zum Schlafen. Während dieser Ruhezeit missachteten sie dann diverse Befehle des Prinzen und wurden dafür von ihm aufgeschrieben. Was sie aber nicht weiter störte. So langsam begann sich zu zeigen, das die Luft langsam raus ging oder das ein Tiefpunkt erreicht wurde. Bei mir ja eh, da ich ja am nächsten Tag arbeiten mußte. Irgendwie setzte sich die Vernunft durch und ließ mich den Bierkonsum langsam aber sicher zurück fahren. Außerdem sollte der Kinderkarneval bald beginnen und da soll man ja nicht so auffallen. Normalerweise wäre es mir egal gewesen und ich hätte mich weiter betrunken, aber der Arbeitstag brachte mich dann doch zur Vernunft.

Ich hielt dann aber doch noch bis um 1800 Uhr durch und verabschiedete mich dann leise. Ein klein Wehmut muß ich ja zugeben, denn ich hatte echt Bock noch ein wenig weiter Party zu machen. Vor allem weil die Stimmung langsam aber sicher wieder nach oben ging. Aber es half nicht, der Job ist ja wichtiger. Und ein wenig war ich froh das ich endlich mein Sofa erreicht habe. Eine weitere Runde „Rotes Pferd“ hätte ich nicht mehr ausgehalten.

Der Dienstag war wahrlich kein Geschenk, denn mir ging es richtig schön Scheiße. Der fehlende Alkohol am späten Abend hat mich zu einem Wrack gemacht. Mein Kopf drohte zu platzen, aber mein Pflichtbewusstsein prügelte mich zur Arbeit und ein wenig produktiv war ich dann doch. Zum Glück ging es dann nur bis Mittags, denn es folgte ja noch das Prinzenessen mit anschließender Gerichtsverhandlung. Das Essen war lecker und half meinem geschwächten Körper wieder auf die Beine. Die Gerichtsverhandlung war sehr ernüchternd, denn harte Strafen gab es nicht wirklich. Obwohl böse Freveltaten vollbracht wurden. Leider sind ja keine Fotobeweise zulässig, denn sonst wären unsere beiden Studenten nie wieder froh geworden. Besser gesagt hätten sie neben ihrem Kredit für das Studium noch einen für ihre Freveltaten aufnehmen müssen. Da es nun aber gegessen ist, kann ich hier ja jetzt die Karten auf den Tisch legen. Die Fotos sind übrigens nicht von mir, sondern von Nollo. Ich würde ja solche Fotos nie machen.

Beweisfoto Nr. 1: Hier sieht man die Vorbereitung zur Freveltat. Ich möchte darauf hinweisen, das ein solcher Umgang mit dem Zepter schon sträflich genug ist.

Beweisfoto Nr. 2: Hierzu ist eigentlich nichts mehr zu sagen. Eindeutige Körperhaltung. Man beachte das Gesicht von Kai, im Bild links. Ich würde sogar meinen Arsch verwetten, das Vollmer ein ähnliches Gesicht macht. Der Prinz im Hintergrund dreht übrigens mit angewidertem Gesichtsausdruck weg. Nicht der rechts, das ist Görtler!

Nutzen wir die überflüssige Zeit für ein kleines Resume. Karneval ist schon eine geile Zeit. Vor allem das Prinzenpaar hat es dieses Jahr echt Klasse gemacht. Auch wenn die Prinzessin ihr Recht des Tanzens ein wenig oft genutzt hat. Da waren die anderen jungen Damen ein wenig gnädiger mit mir. Ich hoffe das bürgert sich jetzt nicht so ein. Allerdings kann ich nun keine Karnevalslieder mehr hören. Noch einmal das „Rote Pferd“ oder „Sie liebt den DJ“ oder „Ein Stern“ und ich mich mich übergeben. Ernsthaft jetzt. Sowas geht nur mit einer Flasche Bacardi pur in den Kopf. Es geht einfach nicht mehr. Sollte ich in nächster Zeit solche Lieder hören, dann kann ich für nichts mehr garantieren. Ich möchte nur den Tip geben, nicht das demnächst auf dem Penny-Markt-Parkplatz eine Auto in die Luft fliegt, weil der Fahrer mit unmenschlicher Lautstärke „Sie liebt den DJ“ hört. Es könnte natürlich auch sein, das ich dann spontan in die Fremdenlegion eintrete. Auch wenn diese in Frankreich ist! Und das soll schon was heißen!


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