Breakfast at Tiffany’s Böning’s

Mittlerweile befinden wir uns in KW 3 und die Normalität hat sich langsam aber sicher wieder eingestellt. Nach dem letzwöchigen halben Wochenende habe ich auch wieder zu meiner alten Form zurück gefunden. Und ich habe nun vor diese Form entscheidend zu verbessern. Denn eine meiner Errungenschaften der letzten Woche soll mich in eine bessere körperliche Form bringen. Ich habe mir nämlich ein Fahrrad gekauft. Ja eins, welches mit Menschenkraft angetrieben wird. Damit fahre ich in Zukunft zur Arbeit. Wenn es nicht regnet. Wenn es windstill ist. Wenn die Sonne scheint. Nein, Scherz beiseite ich habe schon vor damit zur Arbeit zu fahren, wenn es das Wetter zu läßt. Doch nun zum Themenwechsel. Das Wochenende ist ja schon rum und fing so an.

Am Donnerstag erreichte mich eine mail von Friede, ob ich denn nicht Lust hätte am Freitag Abend mit zum Knobeln ins Angelhaus zu kommen. Als ich die Zeilen las lief vor meinem inneren Augen ein Kurzfilm ab, der in groben Zügen das letztmalige Knobelturnier beschrieb. Ich konnte mich noch an den Beginn erinnern und an mehrere Flaschen Euzenberger und dann war ich in der Werkstatt. Spontan sagte ich zu und malte mir eine ähnliche Konstellation der Ereignisse zusammen für den Freitag Abend. So traf ich mich dann mit dem Friedwart gegen 1930 Uhr bei Kellner und wir traten unseren Marsch zum Angelhaus an. Und bevor er überhaupt richtig angefangen hat war er auch wieder zu Ende. Kein Wunder denn der Weg war kurz.

Nachdem wir dann also im Angelhaus eingefallen sind und genügend Hände geschüttelt haben kamen wir zum wesentlichen des Abends, dem Bier trinken. Friede, vorsorglich wie kein Zweiter hatte die erste Runde organisiert. Und ich muß sagen, das es ein herrlicher Geschmack war, wie der erste Tropfen meine Lippen berührt hat. Irgendwie war die Woche so durcheinander das ich gar nicht richtig Zeit hatte mich auf das Wochenende zu freuen. Das Bier war eine wahre Wohltat als es den Weg in Richtung Magen auf nahm. Ich stellte nun mit Überraschung fest, das ich nun im Wochenende war und das sollte gut werden. Beim Bier lauschten wir noch den einen oder anderen Anglergeschichten und dann begaben wir uns mit der nächsten Runde in das Nebenzimmer wo das Knobelturnier statt finden sollte. Im Hauptraum wurde Skat gespielt. Ich muß an dieser Stelle zu geben, das ich kein Skat kann. Ich habe es nie gelernt und hatte auch nie so richtig Lust dazu. Ich weiß, das es eigentlich eine Schande ist, aber dafür kann ich Doppelkopf wie ein Großer. Das macht mir auch um Längen mehr Spaß als Skat. Allein schon das anscheißen von manchen Leuten schreckt mich davor ab. Was dann aber mehr an den Leuten liegt als an dem Spiel selber. Aber anscheißen geht beim Doppelkopf auch. Knobeln hingegen ist eine Tätigkeit, die man noch mit 5 bar auf dem Kessel durch führen kann. Würfelbecher in die Hand, Würfel rein, mehrmals schütteln, den Becher auf den Tisch knallen, so viele Augen zu halten bis man nur noch fünf Würfel sieht die richtigen Würfel raus nehmen und Prozedur wiederholen. Die einzige Schwierigkeit die auftreten könnte, wenn man zu viel Bier trinkt ist, das man vielleicht die Würfel nicht wieder alle in den Becher bekommt. Dann lacht man kurz über seinen eigenen strammen Zustand und weiter geht das Spiel. Meistens sind die anderen ja ähnlich voll.

Wir waren zu acht. Also zwei nette Runden die am Anfang ausgelost wurden. Gespielt wurden drei Runden mit 30 Durchgängen. Bei der ersten Runde saß ich mit Gerd, Lutzi und Friede zusammen. Ich weiß nicht woran es an dem Abend gelegen hat, aber ich war recht gut. Vielleicht lässt sich darauf auch mein Pech in der Partnerfindung zurückführen, aber ich will hier mal keine wilden Hypotheken Hypothesen aufstellen. Aus der ersten Runde ging ich als Sieger hervor. Was immer recht lästig ist, ist das zusammen rechnen der Punkte. Man sitzt stupide vor dem Taschenrechner und hackt die Zahlen ein. Zum Glück brauchte ich das nur bei unserer Runde machen. Dachte ich zumindestens, denn als ich fertig war wurde ich an den Nachbartisch gerufen um dort das gleiche zu machen. Naja, dann bin ich halt der Rechenknecht. Die zweite Runde begann und die Gruppen wurden teilweise neu gemixt. Meine Partner waren diesmal Lutzi, Dieter (ich bin froh das ich den Namen noch behalten habe) und Matten. Ich hatte schon bedenken, denn der Matten ist ein Schwedhelm und die haben einfach ein unverschämtes Glück. Matten ist der Typ, der sagt, dann mache ich jetzt halt 42 / 18 und dann macht er das auch. Aber ich wollte mich gegen ihn beweisen. Mit Beginn der zweiten Runde ging dann auch schon das dritte Bier zur Neige und das vierte stand schon im Anschlag. So gesehen lief der Abend auch ganz gut und andere Sachen liefen auch ganz gut. Es war in Durchgang 6 als ein plötzlicher Harndrang mich unruhig auf dem Stuhl werden ließ. Doch ich hatte ja Körperbeherrschung und wollte durchhalten. Ganze 24 weitere Durchgänge. Trotz des besseren Wissens trank ich weiter Bier, es schmeckte einfach so gut. Was nun passiert ist ja klar. Weiter Flüssigkeit kommt oben drauf und drückt die schon vorhandene Flüssigkeit weiter in Richtung des einzigen Ausgangs. Meine Blase fühlte sich an wie eine überreife Melone. Das Schlimmste was man nun bei solchen Spielen machen kann ist zwischendurch auf die Toilette zu gehen. Es zerreißt den ganzen Ablauf. Aber der Lutzemann hat mir diese Bürde abgenommen. Er sprang bei Durchgang 17 auf und sagte er müsse dringend auf Toilette, sonst würde es hier schnell sehr hässlich werden. Verstehe ich nicht, ich war doch schon da und hässlicher geht es doch nicht mehr? Diese Unterbrechung nutze ich dann auch um den Naßbereich auf zu suchen. Es gibt nichts schöneres als das Gefühl nach dem Toilettengang. So konnte man dann auch in aller Ruhe weiter spielen. Diese Runde lief für mich nicht ganz so gut und ich hatte 6 Nullrunden. Also Durchgänge ohne Punkte. Matten aber auch und dennoch hatte er mich überholt. Doch es gab ja noch eine letzte Runde.

Die wurde in der gleichen Zusammensetzung gespielt. Das Los hat entschieden. Allerdings wurde der Bierumsatz drastisch in die Höhe getrieben. Hatte ich nach der letzten Runde erst mein drittes Bier in der Arbeit war ich nun schon beim achten. Und solche Bierumsätze trieben das alte Wasser lassen Spiel nach vorne und auch diesmal begann der Harndrang am Anfang der Runde. Und auch diesmal war der Lutzemann der mich rettete und zuerst auf die Toilette ging. In dieser Runde legte ich dann richtig los und machte gut Punkte. Der Matten aber auch und auch das wir weiterhin Bier tranken änderte nichts an seiner guten Leistung. Ich fragte mich eh wann es los gehen würde mit der obligatorischen Frage nach Beschleunigern. Ich hatte nicht dran gedacht, vielleicht hat das ja geholfen, aber nun konnte ich es nicht mehr verhindern. Die erste Runde Schnaps kam rein und ich wählte den Euzenberger. Alternative war der Löwentor und wir alle wissen was besser für mich ist. Schnaps rein, weiter würfeln und in einer vermeintlich unbemerkten Sekunde das Gesicht verzerren als würde ich mehr Muskeln im Gesicht als der durchschnittliche Mitteleuropäer haben. Das Bier brachte mir auch hier die versprochene Erlösung in dem es die Reste des festgesetzten Kräuterlikörs aus meinen Speiseröhre wusch.

Alle Durchgänge waren gespielt und es wurden noch ein paar Bier mehr getrunken. Auf meinem Deckel standen zwar 10 Striche, aber da jeder mal einen ausgegeben hat, hatte ich wohl bestimmt schon 12 Bier getrunken. Mindestens. Es schien aber was gebracht zu haben, denn ich erwürfelte den ersten Platz. Nennt mich nun den Knobelkönig und kniet nieder, die Häupter in Staub gebeugt. Ich kann mich nicht erinnern wann ich jemals den ersten Platz bei einem Turnier gemacht habe. Vom Meterpokal beim Bayern-Turnier mal abgesehen, aber das war auch eine Mannschaftsleistung. Und was gab es so als Preis? Keinen lumpigen Pokal, nein es gab Sachpreise, besser gesagt Naturpreise. Offiziell wurde bekannt gegeben, das es ein halbes Schwein auf Toast geben würde. Der Toast fehlte zwar und das halbe Schwein wurde in Teilen serviert, aber dennoch recht ordentlich. Ich entschied mich für einen ordentlichen Kotlettstrang und fragte mich wann ich den essen soll. Aber ich habe ja noch meine Eltern, mit denen ich das Ding dann gemeinsam genießen kann. Nun hieß es aber auch schnell den Heimweg antreten, bevor das Fleisch von alleine nach Hause gehen konnte und ich ihm noch einen Namen geben müsste. Vorher wurde aber noch der Rest des Abends offenbart. Aus verlässlichen Quellen wusste ich das Schnitzel noch in der Werkstatt war und dort solte mich mein Weg noch hin führen. Ich überredete noch den Matten, das er mich begleiten würde und dann ging es erstmal nach Hause um den Braten los zu werden.

Netterweise fuhr uns Franz zur Werkstatt was uns schon mal den Taxi sparte. Die Werkstatt war wirklich gut gefüllt, was wohl an einer dort stattfindenden Stufenfete lag. Außerdem war es ja erst kurz nach Mitternacht. Matten stürzte sich gleich ins Getümmel, während ich erstmal nach Schnitzel und den Westerödern Ausschau hielt. Matten hatte sie dann zuerst gefunden und ich organisierte die erste Runde Mixgetränke. Positiv sei hier erwähnt das 1 € Party war. Ich war also zufrieden. Weiterhin positiv war, das die Bedienung mich schon kannte und auch auf Handzeichen gut reagierte. Das Publikum war recht jung, also hieß es für Matten und mich sich schön abzuballern, wenn ich diesen Fachausdruck, von Thomas K. geprägt, benutzen darf. Die Mixgetränke flogen nur so über den Tresen und schmeckten hervorragend. Und dann klingelte mein Telefon. Nur vom Display wusste ich das es Helena war, denn als ich dran ging verstand ich ungefähr so viel wie die Ruderer von Odysseus als sie die Sirenen passierten. Im Außenbereich konnte ich dann ein wenig mehr verstehen und Helena teilte mir mit das sie gleich auch noch mit dem Langen und Jenny in die Werkstatt kommen würde. Klasse, der Abend wurde immer besser.

Kurze Zeit später waren die drei dann da. Es wurde sich kurz ausgetauscht und Jenny und Helena hatten schon wieder den Blick aufgesetzt als würden sie sofort auf die Tanzfläche stürmen. Zum Glück war es brechend voll, so daß ich im Hinweis auf diesen Umstand die Tanzaufforderung von Helena höflich aber bestimmt zurück wies. Und widmete mich wieder meiner Langzeitstudie den Havana Club und seine Einflüsse auf das soziale Umfeld dessen Trinker. Man soll ja nicht meinen das ich mir nur zum Spaß am Wochenende die Myrte so zu knalle das es kracht dem Alkohol widme. Das hat alles seinen wissenschaftlichen Hintergrund und ich werde spätestens dann lachen, wenn ich meinen Doktortitel verleihen bekomme. In welcher Fachrichtung suche ich mir noch aus. Das Gute ist, sobald man einer Sachen einen wissenschaftlichen Hintergrund gibt ist alles erlaubt. Ich fahre doch dieses PS-Monster nicht zum Spaß! Nein, ich untersuche die Abnutzung der Kolben bei großhubraumigen Fahrzeugen. Mein Zweitwagen ist ein Schaufelbagger mit 12 Zylindern.

Wir unterhielten uns über dies und das und die Uhr legte den Schnellgang ein. Zwischenzeitlich gab es noch den Beginn einer Schlägerei zu begutachten. Man sollte nicht meinen wie manche Leute abdrehen wenn sie zu viel getrunken haben. Wer mit Alkohol nicht umgehen kann, der sollte ihn lieber aus dem Balg lassen. Und wer sich im Suff prügelt sollte erstmal ein wenig auf Entzug gesetzt werden. Leute, sich betrinken soll Spaß machen und nicht Aggressionen herauf beschwören. Aber wie sagt man so schön, jeden Tag steht ein Idiot auf. Ehe man sich versah war es plötzlich 0523 Uhr und die Werkstatt schloß die Türen. Der Matten hatte mich schon etwas früher verlassen und so bleiben wie so oft nur die Westeröder über. Sollte man annehmen, doch draußen gab es eine immense Menschentraube. Durch einen hier nicht erwähnten Trick gelang es uns dann aber doch ein Taxi zu ergattern und den Heimweg anzutreten. 0538 Uhr ist ja eine ideale Zeit sich schon Mal Gedanken um das Frühstück zu machen.

Allen Vermutung zum Trotz sind wir dann aber nicht zu McDonalds gefahren sondern kehrten beim heimischen Bäcker ein. Dort deckte ich mich erstmal mit Brötchen ein und dutze mich ab jetzt mit der Bäckereifachverkäuferin. Haha, so schnell knüpft man Kontakte. Wer weiß wann ich darauf mal zurück greife. Vielleicht ereilt mich ja morgen schon der Brötchennotstand! Dummerweise hatte der Himmel in der Zwischenzeit seine Schleusen geöffnet und lies es regnen. Da war ich los und stapfte durch den Regen mir meiner Brötchentüte. Entgegen meiner Annahme das Brötchentüten so stabil sind das sie problemlos einer Splitterhandgranate oder wenigstens einer Bouncing Betty standhalten würde. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Der Regen reichte schon vollkommen aus, das die Tüte ein wenig aufweichte. Den Rest besorgte dann die Schwerkraft und eine niedriger Reißwiederstand bei feuchten Papiertüten. Es begann mit einem feinen Riß und endete damit das die Hälfte meiner Brötchentüte sich über den Asphalt verteilte. Da stand ich, mitten Regen und sagte laut: ”Das glaube ich jetzt ja nicht!“ Seltsam, das man in solchen Situationen seine Gedanken der Welt offenbart, obwohl man sicher sein kann das einem Niemand zuhört. Und bestimmt nicht das höhere Wesen welches für diesen Vorfall verantwortlich zu machen ist. Kennt Jemand Murphy’s Gesetzte? Murphy jedenfalls sagt, das wenn einem etwas runter fällt, das es sich im weitest möglichen oder unmöglichen Abstand auf dem Boden verteilt. Vornehmlich Diskettenboxen, falls die Jemand nicht kennt. Oder sollte ich hier CD-Spindeln erwähnen? Das gleiche kann ich auch für Brötchen bestätigen. Ich sammelte sie also auf und trug sie in meiner Armbeuge nach Hause. Ein wenig Straßendreck hat noch niemanden umgebracht.

Der Samstag Morgen war erfreulich schmerzfrei. Und ich konnte mich in aller Ruhe auf den bevorstehenden Büttenabend vorbereiten. Der hatte nämlich schon einen Großteil der Wochenabendgestaltung eingenommen. Bühne aufbauen, sich mit Elferratskollegen rumärgern, Bier trinken, Scheiße labern und schuften was das Zeug hält. Doch alles war am Samstag Abend vergessen. Am Nachmittag hatten wir noch einen Einsatz wegen einer Ölspur, von dem ich aber nichts mitbekommen habe, da mein Pieper auf der Ladestation stand und ich den ganzen Tag mit Gehörschutz umher gelaufen bin mich zum Zeitpunkt der Alarmierung in einem anderen Raum aufgehalten habe. Geschickt, oder. Doch ich versorgte die Einsatzkräfte mit Getränken. Ansonsten entspannte ich hervorragend um ausreichend ausgeruht für den Büttenabend zu sein. Aus Erfahrung weiß ich das es hart werden würde. Sehr hart!

Wenn ich nur gewusst hätte wie hart und vor allem grenzwertig es werden würde, dann hätte ich ich gleich ins Bett gelegt. Aber da ich keine hellseherischen Fähigkeiten besitze, stellte ich mich der Herausforderung und legte meine Elferratsrüstung Elferratsklamotten an und begab mich im stürmenden Regen zur Mehrzweckhalle. Unterwegs sammelte ich noch Böning, Kai und Schnitzel ein, in ziemlicher genau dieser Reihenfolge. Das schlechte Wetter ließ auch auf kein Bier unterwegs hoffen und ließ uns m schnellen Schritt dem kühlen Naß entgegen laufen. Oben angekommen ging es dann auch gut los. Leider gab es die erste Runde nicht wie erhofft umsonst sondern mußte erstmal von mir gelöhnt werden. Naja, dann bin ich die nächsten 20 Runden erstmal nicht dran.

So weit so gut. Man war in der Mehrzweckhalle und wartet drauf vom Präsidenten eingesetzt zu werden um noch diverse Last Minute Arbeiten zu erledigen. Glücklicherweise übersah er mich jedes Mal. Muß wohl an meinem schlanken Äußeren gelegen haben oder aber der Elferratsanzug gibt eine perfekte Tarnung an. Vielleicht wollte er mich auch nicht bei meinem ach so seltenen Bierkonsum stören. Man weiß es einfach nicht. Alles war am wuseln und ich stand dort und trank mein Bier. Versteht mich nicht falsch, ich habe mich nicht gerade versteckt, sondern stand sehr sichtbar an der Theke. Dort wurden dann ab und an Runden geschmissen, an denen ich mich gerne beteiligte. Jedenfalls beim vernichten der Runde. Schließlich hatte ich ich ja angefangen Runden zu schmeißen.

Das Gewusele wurde schnell immer weniger und die ersten Gäste trafen ein. Das stört den Elferrat natürlich nicht weiterhin an der Theke zu stehen und sich literweise das Bier in den Schero zu knallen. Auch wenn Stefan ab und an mal ein wenig kritisch geguckt hat lief das gelbe Gold weiterhin die Kehlen hinunter. Manchmal kam dann schon die Frage auf, warum man denn vorher schon so viel trinken mußte. Darauf blieb aber nur eine Antwort. Warum denn nicht. Wozu ist denn der Büttenabend sonst da, wenn nicht um sich hemmungslos zu betrinken und sich irgendwann am Abend zum Ei zu machen. Also ich könnte einen Büttenabend nicht nüchtern ertragen. Warum gibt es denn wohl Bier bei einer solchen Veranstaltung. Dann könnte man ihn auch an einem normalen Wochentag am Abend machen. Die Zeit bis zum Einmarsch wurde also mit Bier trinken und Scheiße labern verbracht. Selbst als man schon zur Eile aufgerufen wurde wurde von Morchel noch eine Runde Pils bestellt, die dann halt auf Ex rein mußte. Gut, ich gebe zu, ab hier wurde es auch für mich ein wenig sehr hart, aber ich habe es dennoch geschafft. Ex Trinken war nie meine Stärke. Ausdauernd, ja das kann ich mir auf meine Fahne schreiben. Das Bier war weg und nun konnte einmarschiert werden. Nicht in Polen In die Halle, mit Kai vorweg und ordentlichem Gebrüll. Soll heißen man schreit in der Gegend rum und gibt im allgemeinen bekannt das man ein Idiot ist, wie man an der Kopfbedeckung erkennen kann zur närrischen Führungsriege gehört und ab jetzt der Spaß los geht. Klar, wir sind ja auch auch schon alle gut dabei und werden auf der Bühne bestimmt kein Wasser trinken. Den Arm zum karnevalistischen Gruß erhoben fiel mir plötzlich ein, das ich Brausepulver vergessen hatte. Verdammt! Aber auch nicht ganz so schlimm, da Spaßbremsen das Schnaps trinken auf der Bühne während des Büttenabends verboten haben. Auf Hinweis der ach so lustigen älteren ehemaligen Elferratsmitgliedern. Klar, weil das ja früher alles Engel waren und keinen Tropfen Alkohol angerührt hatten. Karneval ist eine todernste Sache. Und mir fliegen Schweine aus dem Hintern. Naja, mir war es egal, ich kann mich auch mit erlaubten Alkoholikas auf der Bühne betrinken und wenn das auch noch verboten werden sollte, dann bin ich schneller aus dem Elferrat als der Papst von einer Bar Mitzwa.

Nachdem nun die Parolen für den Abend vom Prinzen und vom Präsidenten ausgegeben wurden konnte man nun zum gemütlichen Teil übergehen. Auf der Bühne sitzen und sich Mütze zu knallen. Ach ja, und dem Programm des Büttenabends folgen. Welches in der zweiten Reihe allerdings nur erraten werden konnte, da die Programm nur in der ersten Reihe verfügbar waren. Dafür gab es aber Bier. Und ich saß neben Leiche, da konnte der Abend ja nur spaßig werden. Zum Programm selber lässt sich sagen, das es recht gut war. Man muß aber ehrlicherweise sagen, das es schon mal besser war und vor allem mit mehr Akteuren. Ich selber darf mich dabei ja nicht ausschließen, denn ich war früher selber mal aktiv und habe was vorgeführt. Zwar immer in einer Gruppe, aber immerhin. Nun gehöre ich auch zu den Passiven, die lieber gucken als was zu machen. Ist zwar nicht richtig, aber die Zeit fehlt mir einfach dazu. Außerdem habe ich keine Kraft mehr dazu mich um so was auch noch zu kümmern. Doch bevor ich hier gar nichts vom Programm erzähle möchte ich das absolute Highlight des Abends kurz erwähnen. Es war ein Auftritt der Natheplantruppe. Sie führten das Märchen von Aschenputtel auf in einer Version die man sonst nur bei Hochzeiten sieht. Es wird eine Sichtbarrikade aufgestellt und dahinter verbergen sich die Akteure und stehen nur dann auf und sind somit für das Publikum sichtbar, wenn sie was zu sagen haben. Dabei haben sie meistens alberne Kostüme an und sprechen in einer Tonart die sonst nur in der Blue Oyster Bar gut ankommt. Um dem ganzen noch ein Sahnehäubchen zu verpassen werden die Frauenrollen von Männern gespielt und die Männerrollen von Frauen. In diesem speziellen Fall, brauchte man eine Frau, die den Prinzen gespielt hat, das war die Melanie. Ich selber habe in so einer Produktion auch mal mitgewirkt, bei Andres Hochzeit. Da ich ja prädestiniert für peinliche Rollen bin, wurde mir die Rolle als gute Fee übertragen. Und ich war gut. Doch an diesem Abend wurde ich von meinem Thron gestoßen. Schmieri übernahm die gute Fee und war einfach perfekt. Er hatte ein rosa Kleid, langes wallendes Haar, einen Zauberstab mit Musik und er sah Scheiße aus. Scheiße sieht er ja immer aus, aber als er dann an fing zu sprechen war es vorbei. Der Saal tobte. Ich mußte ja schon laut auflachen, als er sich kriechend hinter den Sichtschutz begab. Da er einen verdammt spitzen Hut hatte, konnte er auch nur auf dem Boden sitzen. Herrlich. Und er war der Brüller bei der Aufführung und hätte mit Sicherheit den ersten Platz bekommen, wenn wir so was verteilt hätten.

Der Büttenabend endete mit dem Einmarsch aller Beteiligten und meine Hände taten langsam weh vom vielen Klatschen. Außerdem war das Bier nur sehr sporadisch gebracht worden, was aber an der Masse an Leuten vor der Bühne gelegen hat, das die Bedienung nur selten den Weg zu uns fand. Es gab aber zum Glück genügend Pausen in denen ich mir dann im Eilverfahren die Biere in den Kopf schoß. Außerdem konnte ich so auch mal mit Ingo und Köppel mal reden. Nicht zu vergessen Näppchen und Anne, die ja Köppel und Ingo begleiteten. Leiche entdeckte dann auch zwischen den Pausen eine Kiste mit Kaubonbons für die Prinzengarden, die wir dann wegschroteten, da die Prinzengarden gar nicht auf der Bühne waren. Ha, selber Schuld. Der Büttenabend war also überstanden und man konnte nun zum gemütlichen Teil übergehen. Dem hemmungslosen Betrinken direkt an der Theke. Zwischendurch mußte man nochmal auf der Theke antreten um sich den obligatorischen Löwentor rein zu jagen. Ich hoffte so sehr das es der letzte sein würde. Warum konnte ich keinen Korn trinken. Den sieht die Leber wenigstens nicht.

Was mich angeht, ist es eigentlich schon genügend Spaß wenn man an der Theke steht und die verschiedensten Leute trifft. Man hat immer schnellen Zugriff auf das Bier und braucht sich nur um zu drehen und schon hat man den nächsten Gesprächspartner. Doch der liebe Gott hat nicht nur das Bier erschaffen um bei Parties richtig viel Spaß zu haben, sondern auch die Tanzmusik. Mir sollte es recht sein. Wem es nicht reichte sich mit Bier schwindlig zu trinken der kann gerne mit ein paar Runden auf der Tanzfläche nach helfen. Doch warum werde dazu immer ich heran gezogen. Ich glaube ich habe da selber Schuld dran. Seit ich einmal geschrieben habe, das die Prinzessin mich aus erkoren hat zum Tanzen und ich da einmal ein wenig in der Wortwahl ausgerutscht bin hat sie nun eine debile Freude dran mich zum Tanzen zu zwingen. Da sie ja Prinzessin ist, kann sie ja machen was sie will. Also kam sie wieder lächelnd auf mich zu und verlangte von mir mein Bier an die Seite zu stellen. Als ich mich anfangs weigerte verzog sich das Lächeln ganz schnell und der Griff um mein Handgelenk zog sich zu wie eine Schraubzwinge. Mir bleib nichts anderes als mich zu fügen. Schließlich ist sie die Prinzessin. Und so tanzte ich erneut und viele andere sahen es. Ich wusste genau was nun bald folgen würde. Ich durfte mit mehreren Frauen tanzen. Die Wahl lag da ganz bei den Frauen. Ich konnte ja nicht mal Nein sagen, da es sonst wieder heißen würde das ich ja mit der getanzt hätte und mir ihr dann ja nicht. Manchmal hasse ich mein Harmoniebedürfnis.

Es dauerte nicht lange da kam dann auch die Hüfte an und wollte über das Parkett geschoben werden tanzen. Und Ramona ist auch so eine Kanditatin bei der ich nicht Nein sagen kann. Zwischendurch kam ich dann doch noch dazu ein oder zwanzig Bier zu trinken. Aber ich lerne ja immer neue Frauen kennen und so wies mich dann Birgit auch in das Tanzen ein. Leider bei einem Leid, welches kein Discofox war. Hmm, egal ich schieb es einfach auf mein Strammsackzustand. Ich kann ja tanzen, das habe ich von höchster Stelle bestätigt bekommen, ich mache es nur nicht gerne.

Der Abend wurde später und auch extremer. Die Gästeschar lichtet sich nach und nach und wie es nun mal so ist macht sich da schnell mal der Magen bemerkbar. Leider waren alle Schnitzel aus der Küche auf mysteriöse Weise verschwunden. Es waren nur noch mehrere Töpfe vorhanden, die Gulaschsupe, Jägersoße und Würstchen enthielten. Als ich die Küche betrat legte sich folgende Szene vor mir danieder. Am Würstchentopf hat sich Ingo eingefunden. Am Gulaschtopf war Böning zu Gange und den Jägersoßentopf wurde von Morchel in Beschlag genommen. Er war fest der Meinung das sich auf dem Grund die Schnitzel befanden. Also löffelte er mit einem kleinen Löffel die Soße weg. Er hatte ja nur noch 15 Liter bis er zum Topfboden vorgestoßen war. Ich wollte dann von Ingo eine Wurst haben, woraufhin er mir nur eine halbe gab. Vielleicht war das ein versteckter Hinweis, das ich eine Diät in Betracht ziehen sollte. Oder aber er hatte so einen Hunger das er bei meinem Würstchen nochmal abbeißen mußte. Ähhhh, ihr wisst schon was ich meine.

Zurück in der Mehrzweckhalle waren nicht mehr viel Gäste anwesend. Aber es gab Phil Collins und Bier. Morchel nutzte die Gelegenheit, nahm sich einen Stuhl, setzte sich auf die Bühne und schlief ein. Ich nahm ja eigentlich an, das er nun eine Pille-Kopp-Karaokeshow hinlegen wollte, aber dem war nicht so. Also stürmte ich auch die Tanzfläche. Ja, ich gebe es zu, ich bin freiwillig auf die Tanzfläche gegangen und so richtig zu Phil Collins abgespackt. Aber ich war voll und kann es mir erlauben, da ich einen Großteil der Leider eh auswendig kenne. Wisst ihr eigentlich was das Schlimmste ist was man auf der Tanzfläche machen kann. Die Lieder mit singen. Ich hasse es und habe lauthals mitgegröhlt. Man sagt es sich immer wieder und dennoch erwischt man sich dabei Lippensynchron mit zu singen. Ich lerne es wohl nie.

Es scherte sich zu solchen späten Alkoholexessen späten Stunden auch keiner mehr um diverse Regeln die später einmal für das hohe Gericht interessant werden könnten. Die Kappen wurden munter getauscht, es wurden Fotos von aufgesetzten Kappen gemacht und vieles mehr. Selbst die Kappe quer aufzusetzen stört keinen Schwanz mehr. Früher wurde man dafür an den Testikeln vom Kirchturm gebaumelt, heute gehört es schon zum guten Ton. Ich beteiligte mich aber dennoch nicht an dem Frevel und blieb brav. Ich nenne auch extra an dieser Stelle keine Namen, da ich keinen ans Messer liefere. Aber ich freue mich schon auf das hohe Gericht.

Die Luft war raus und der Aufbruch nahte. Vorher erzählte mir Nollo noch diverse Sachen von denen ich nur noch die Hälfte weiß. Irgendwie hatte es was mit Intelligenz zu tun und mit eine der Bedienung und mit ”Licht unter den Scheffel stellen“. Ich bin fest der Meinung das es sich dabei nicht um mich drehen könnte. Allein schon wegen dem ersten Begriff. Nun ja, unsere tiefsinnige Diskussion war jedenfalls vorbei, als wir aufbrachen. Doch nach Hause konnte wir noch nicht. Wir mußten noch zu Böning und dort frühstücken. Wenn ich Böning sage, meine ich Julia und Patrick. Böning erzählte irgendwas von Rühreiern und Kai wollte sie zubereiten. Mir war es recht, er erwähnte sogar noch was von Bier. Damit hatte er eh mein Herz gewonnen. So zogen wir durchs Dorf. Schmieri und Anja, Nollo und Biggi, Kai, Schnitzel, Böning und Julia und ich. Ich war sogar sehr hilfsbereit und half dem Schmierigen dabei die Marken zu tragen. Die ließ ich dann aber in Bönings Haus erstmal vom Ofen auf den Boden fallen. Ich bin ja immer noch der Meinung das es ein plötzliches Erdbeben, bestehend nur aus einem Stoß, war und die Markenkiste vom Ofen geworfen hat. Das Gelächter beim Aufheben härte ich gar nicht mehr. Man soll auch gar nicht glauben wie viele Leute in eine kleine Küche passen. Auf jeden Fall alle.

Nun muß ich hier leider die nackte, harte Wahrheit sprechen. Das Gebot meines Logbuch bindet mich daran. Schmierpopel ist einer der fiesesten Typen die ich jemals kennen gelernt habe und ich kenne schon fiese Typen. Ich mag den Vogel echt gerne, aber manchmal schafft er es immer noch mich zu schocken. Es war nämlich so, das Bönings noch Weihnachtskekse hatten, die ich erstmal auf den Tisch stellte. Nun kennt ja jeder Spritzgebäck. Das ist lang und wird auf einer Hälfte mit Schokolade bestrichen. Wegen dem Geschmack. Hier kommt der Schmierpopel ins Spiel er greift also in die Keksdose und nimmt sich so ein Spritzgebäck, beißt die Hälfte mit der Schokolade ab und wirft den Rest wieder in die Keksdose. Ich fasste es nicht und war der Meinung eine Halluzination zu haben. Wäre ja nicht meine erste. Doch ich sah ihn das eben erwähnte wiederholen. Völlig ungläubig fragte ich ihn was er denn da mache und ob er denn noch ganz glatt wäre. An dieser Stelle möchte ich den folgenden Prolog gerne wörtlich wieder geben:

Schmierpopel: „Bist Du total blöd, ich ess doch nicht die Seite wo keine Schokolade drauf ist!“
Ich: „Da mußt du doch aber den Rest nicht wieder in die Keksdose zurück werfen!“
Anja: „Das macht er zu Hause auch immer…“
Schmierpopel grinst und rülpst
Ich: „Du bist einer der ekeligsten Menschen die ich jemals kennen gelernt habe!“

Mittlerweile hatte Kai dann auch das Rührei fertig und servierte jedem eine Portion. Dazu gab es frisch aufgebackene Brötchen. Das nenne ich mal ein fürstliches Frühstück. Bei Bönings esse ich immer gerne. Vor allem gab es noch Bier. Von meinem Rührei bekam ich allerdings nicht viel, da Anja meins zur Hälfte auch noch auf aß. Hunger hatte ich eh keinen mehr. Erstens saß mir die Keksgeschichte noch schwer im Magen und ich mußte mir merken, das ich nie wieder bei Schmierpopel Kekse essen würde. Ich stelle mir lieber nicht vor wo bei ihm die ganzen Haselnüsse herkommen. Nachher ißt er so gerne Ferrero Rocher und mag die Nuß nicht! Zweitens mußte ich mit ansehen wie Schmieri auf dem Tisch ein schlief und anfing zu schnarchen. Nachdem mir dann auch zwei Mal die Augen zu gefallen sind, entschied ich mich für den Heimweg. Schmieri und Anja schloßen sich mir an. Zum Glück regnete es und ich wurde nochmal richtig naß. Tolle Wurst!

Sonntag Morgen. Mein Wecker klingelte und ich mußte zum Aufräumen. Welches recht fix ging, denn es wollten wohl alle noch mal auf das Sofa, bevor man sich in die Nachmittagsvorstellung schmiß. Das klappte bei mir nicht ganz und ich ging sehr müde zur Vorstellung. Welche die gleiche Qualität hatte wie am Vorabend. Doch was soll ich sagen, ohne Alkohol ist ein Büttenabend sehr schwer zu überstehen. Noch schwerer wird es wenn man das alles schon mal gesehen hat. Ich wollte aber nüchtern bleiben, da ich ja am nächsten Tag arbeiten mußte. Das ging auch ganz gut, bis ich in der Mehrzweckhalle war und mir von der Bedienung ein Bier zum Testen angeboten wurde. Warum kommen die damit immer auf mich zu? Projekt alkoholfreier Sonntag war gestorben. Aber sonst war ich brav.

Gegen 1800 Uhr war es dann auch geschafft und ich gleich dazu. Ich wollte nur noch nach Hause und eventuell noch ein wenig verdiente Ruhe vor der stressigen Woche zu bekommen. Hört bitte auf zu Lachen…..

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