No brakes

Ich glaube meine Bremsen sind kaputt. Normalerweise sollte man doch nach dem Jahreswechsel und einer kleinen aber feinen Grippe einen Gang zurück schalten. Vielleicht sollte man mal einen Tag am Wochenende zu Hause bleiben und sich ein wenig schonen. Doch das kommt für mich nicht in Frage. Im Gegenteil. Die Bremsen sind ausgebaut worden und es wurde ein Gang nach oben geschaltet. Wer später bremst ist länger schnell!

Freitag Nachmittag, der Feierabend rückte näher und eigentlich sollte das ein Grund zur Freude sein. Doch seit dem Mittag plagten mich sehr gemeine Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase. Zu Hause machte ich dann noch den Fehler mir ein wenig Ruhe zu gönnen, so daß ich kurz vor 2000 Uhr die Augen geschlossen hatte. Zum Glück klingelte mein Telefon und Kai holte mich in das Hier und Jetzt zurück. Der Grund war etwas sehr belangloses, aber dennoch wollte er es mir mitteilen. Ich muß zu meiner Schande gestehen das ich drauf und dran war den Abend zu Hause zu verbringen. Doch dann packte mich irgendwas und sagte zu mir: „Schlafen kannst Du noch genug, nach dem Tod!“ Ich glaube es hatte Recht. Ich machte mich also auf und nahm mit folgendes vor“ Egal was ich heute Abend mache, ich werde keinesfalls in der Werkstatt enden. Ich werde mir ein paar Bierchen zu Gemüte führen und dann werde ich leicht angeheitert nach Hause gehen und am nächsten Tag schön ausschlafen. Ohne einen Kater zu haben!

So weit der Plan. Doch als ich die Tür zum Feuerwehrhaus öffnete war der erste Blick den ich erhaschte war der Vollmer. Naja, da wusste ich ja schon wieder das der Abend nicht ganz so früh enden würde wie ich erhofft hatte. Es gab aber kein zurück mehr und ich trat ein. Nach der Begrüßungsrunde ging ich dann erstmal in den Turm um mich mit kalten Getränken zu versorgen. Ich stand also im Turm und mein Kopf meldete leichte schmerzen auf der linken Gehirnhälfte. Ich ignorierte sie, denn ich wollte ja eh nicht so viel machen. Das erste Bier war ein Geschmackserlebnis sonder gleichen. Ich hatte nicht angenommen, das es mir dann doch so sehr munden wollte. Lag doch der letzte Rausch nur wenige Tage zurück. Ich ließ mich also überraschen was denn nach der ersten Runde noch so alles drin war. Neben dem Vollmer war auch noch der Böning anwesend. Bei solchen Aktionen die kurz nach dem Jahreswechsel statt finden weiß man ja immer nie, wem man schon alles Gute zum neuen Jahr gewünscht hat und wem noch nicht. Mir ist auch spontan bei dem Anblick von Vollmer und Böning eingefallen, das ich noch am Neujahrsmorgen, also ganz früh, mit Günner telefoniert hatte. Bin mir aber nicht mehr sicher, wen ich alles von den ganzen Kaputten am Telefon hatte. Was mich dann doch ein wenig beruhigte war, das es ihnen ganz neu war das Günner noch telefonieren konnte, aber ein kleines Fragezeichen in den Gesichter bestätigte mir, das sie es selber nicht mehr wussten, ob wir noch telefoniert hatten.

Die Bier gingen recht gut den Schlund hinunter und mein schmerzender Kopf gehörte recht fix der Vergangenheit an. Ich dachte einfach nicht mehr daran und schon waren die Schmerzen vergessen. Vielleicht hat auch die linke Hälfte meines Gehirns aufgehört zu arbeiten, was ich aber nicht mit Sicherheit bestätigen kann. Denn alle mir vertrauten Körperfunktonen liefen noch ohne Probleme. Ich erhöhte leicht die Schlagzahl und war erfreut das mein Körper nach mehr forderte. Als dann der Schnitzel irgendwann kam war mir irgendwie klar, das wir noch in der Werkstatt enden würden. Doch halt, etwas in meinem Kopf setzte zur Gegenwehr an. War da nicht ein Vorsatz, den ich wenige Stunden zuvor gefällt hatte? Mein Gehirn wollte den in Stein gemeißelten Befehlen wie ein Golem Folge leisten, doch mein Geist war stärker und zertrümmerte die Tafeln mit den geschriebenen Befehlen zu Feinstaub der nun in meinem Kopf umher irrt. Ich vermute mal in dem Teil wo kurz vorher noch meine linke Gehirnhälfte ihre Tätigkeit verrichtet hat.

Doch bevor ich den ruf von Eberhardt folgen würde sollten noch ein paar weitere Bierchen den Weg in meinen Magen finden. Ich hoffte so genügend Willensstärke aufzubauen um später dann den Ausflug in die Werkstatt zu verneinen. Denn ich war mir fast sicher, das dort nichts los sein würde. Und doch war tief in mir ein kleines nagendes Gefühl , welches mich immer wieder meine Entscheidung umwerfen ließ. Um ehrlich zu sein, erleichterte jede weitere Runde Bier die Entscheidung. Nämlich doch in die Werkstatt zu gehen. Selbst Philip machte da kein Hehl daraus das er wohl sagte er wisse noch nicht ob er in die Werker gehen würde, es aber schon beim Sprechen verwarf nach Hause zu gehen. Er trieb das ganze Spiel auch noch auf die Spitze in dem er sagte, das er die Münze entscheiden lassen wollte. Um e s kurz zu machen, er hat dann einfach so oft geworfen, bis wir dann in die Werkstatt gingen. Es muß ja irgendwie klappen und Fortuna lässt sich auf diesem Wege leicht überlisten. Ich war sogar der Meinung eine seltsame Zeichnung mit Felder auf der Tafel gesehen zu haben. Erst dachte ich es sei ein Versuch mit einem Stück Kreide im Mund ein Selbstporträt zu malen, aber dann erkannte ich die wahre Identität der abstrakten Zeichnung. Egal, wir fuhren also in die Werkstatt. Mit Umwegen, da ja noch einige Leute Geld brauchten. Übrigens fuhren Vollmer und Böning nicht mit, da Vollmer unpassende Sachen an hatte. Wobei ich bezweifele das es unpassende Sachen für die Werkstatt gibt. Da kann man glaube ich auch hin kommen, wenn man 10 Minuten vorher eine halbsteinige Wand niedergerissen hat hinter der zu aller Überraschung mehrere Sack Mehl hervor gekommen sind und über dem Abreißenden zerplatzt sind.

Wir kamen also in der Werkstatt an und ich war nicht wirklich überrascht, denn es herrschte gähnende Leere. Man erwartet ja immer das man sich irrt, besser gesagt hofft man und schickt kurz vorher noch Stoßgebete zum Himmel. Und manchmal klappt das auch, obwohl ich bezweifele das es an den Gebeten liegt. Wenn sie erhört werden, dann wohl immer nur dann wenn die Werkstatt leer ist. Ich vermute mal das Gottes Weg mir zu zeigen, das ich einfach mal zu Hause bleiben soll. Aber ich sage ihm schon weiter oben Erwähntes: Ruhe gibt es genug nach dem Tod. Nun ja, kommen wir nicht vom Thema ab. Fakt war das wenig los war und die die da waren waren nun nicht gerade die Creme de la Creme. Uns eingeschlossen. Normalerweise sollte man nun aus Anstand ein zwei Runden trinken und dann den Heimweg antreten. Was rede ich da? Aus Anstand? Einfach um nur um abzuwarten ob nicht gleich die Partytruppe aus Jamaica eintrifft und jedem eine Sportzigarette überreicht. Doch seit wann sind Westeröder normal. Ich meine, wir behaupten von uns selber, das Löwentor unser Nationalgetränk ist. In anderen Orten wird es zum abbeizen von alten Holzmöbeln benutzt und wir schütten uns das literweise rein. Wobei ich mich hier ausnehmen möchte, da ich seit längerem die Aufnahme verweigere. Aus „Anstand“ bestellten wir dann erstmal zwei Falschen Wodka, weil wir ja auch mit sechs Mann da waren. Eine würde ja nicht reichen und dann können wir ja auch schon so früh nach Hause gehen. Ich schüttelte zwar innerlich mit dem Kopf, aber in Wahrheit war das Argument sehr ziehend. Egal wie rum wir das gemacht hätten. Wir hätten doch noch die zweite Falsche bestellt.
Doch als echte Alternative zu dem normalerweise gereichten Red Bull gab es diesmal O-Saft. Ich entschied mich für diese Alternative, da ich meinen Vitaminhaushalt auf Vordermann bringen wollte. Glaubt ja eh keiner, ich kann einfach keinen Red Bull mehr sehen. Dieses Zeug wird irgendwann noch mal mein früher Tod sein. Ich glaube es dreht meine Herzfrequenz von 80/min auf 240/min. Hab eich am Anfang etwas von fehlenden Bremsen erzählt kann man hier erste Anzeichen von einer Kurve erkennen. Ich fuhr mit Vollgas darauf zu. Die Mischungen wurden immer schlimmer und auch wenn andere Leute meinten, das der Wodka nach Zimt schmeckte, schmeckte ich gar nichts mehr. Ich redete mir ein, das der O-Saft meinem Körper gut tat und ich deswegen etwas mehr Alkohol trinken konnte. Das wäre so gewesen, wenn ich jede Mischung mit drei Litern O-Saft getrunkne hätte. Habe ich aber nicht, sondern eher mit 0,1 l.

Wir schon erwähnt war rein gar nichts los und das änderte sich auch nicht, als wir mehr Wodka tranken. Trotzdem wurde angedacht, eine dritte Flasche zu holen, was aber wieder verworfen wurde. Dafür wurde aber beschlossen auf dem Rückweg bei McDonalds anzuhalten. Klasse, wenn wir unsere Leber nicht mit dem Wodka zerstören, dann können wir wenigstens etwas FastFood der ungesunden Ernährung hinzu addieren. Auch hier versagte mein Menschenverstand und ich reihte mich in die Schlange vor dem Tresen ein. Das wir dorthin mit dem Taxi gekommen sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Schließlich hätte man auf dem langen Weg dorthin erfrieren können. Sobald man also Platz genommen hatte wurden die liebevoll zusammengestellten Burger auseinander gepflückt. Wer macht denn bitte auch eingelegte Gurken auf einen Cheeseburger. Das schmeckt doch wie ein Schlag ins Gesicht. Was macht man aber nun mit der Gurke? Richtig, man klatscht sie an eine Tischangrenzende Wand und freut sich des Leben. Und wenn ich Jemand mal damit angefangen hat, dann machen es gleich alle nach. Außerdem wurden dann noch diverse Freilose gewonnen. Alleesamt Eisbecher, die gleich eingelöst wurden. Schmeckt ja auch lecker so ein Eis, wenn man stramm ist und soeben diverse Burger gegessen hat. Als besonderes Highlight wurden dann noch diverse Burger in das Eis eingetaucht. Diesmal wasche ich aber meine Hände in Unschuld, denn mit solchen Sachen habe ich nichts zu tun.

Nachdem wir also wieder mal unangenehm aufgefallen sind, ging es weiter nach Hause. Doch nicht ohne den neuesten skandalträchtigen Auftritt von unserem lieben Philip. Er hatte mal wieder einen kleinen Geschwisterzwist mit seinem anwesenden Bruder Kai und beschimpfte ihn als kleines Mädchen. In Verbindung dazu scheute er sich auch nicht seinen Itimbereich frei zu legen und sein Gemacht nach hinten weg zu klemmen. Wohlgemerkt alles um 0400 Uhr Morgens auf dem Parkplatz von McDonalds. Ich fasste es nicht. Manchmal frage ich mich was ihn reitet wenn er solche Aktionen durch zieht. Wahrscheinlich hat ihn seine linke Gehirnhälfte auch verlassen. Man muß ihm allerdings eine gewisse Schnelligkeit zugestehen, denn beim kleinsten Anzeichen von Fremden hatte er die Hose schneller wieder oben als manchen Damen lieb gewesen wäre.

Zurück in Westerode kann man ja nicht einfach nach Hause gehen. Da muß man nochmal ins Feuerwehrhaus gehen, weil man da noch Bier trinken kann. Eigentlich hätte man das auch gleich so in den Ausguß kippen können, da es nichts mehr gebracht hat. Doch halt, Kai hat noch versucht seinen kleinen Cousin zu verprügeln, es aber auf Grund diverser durch alkoholgenuß hervorgerufenen grobmotorischer Störung nicht mehr hin bekomme. Dafür haben sie aber schön die Tische verrückt. Außerdem hat er das von ihm vor Monaten abgebrochenen Thermostat immer noch nicht wieder an die Heizung angebracht. Das hielten wir ihm auch noch mal vor, was ihn dann ziemlich ausfallend werden ließ. Ich hoffe das treibt ihn an, das Thermostat etwas schneller wieder anzubauen.

Samstag Morgen, ich war fertig, aber die Kopfschmerzen waren weg. Oder eben noch nicht anwesend. Ich hoffte sie waren auf einer längeren Urlaubsreise und würden keine Ansichtskarte schreiben. Dafür mußte ich aber trotzdem aufstehen, da ich zugesagt hatte, beim Aufbauen für die bevorstehende Neujahrswanderung zu helfen. Ich Arsch! Aber versprochen ist versprochen. Wenn man nun aufmerksam gelesen hat, kann man auch schon im entferntesten erahnen womit ich den Samstag verbracht hatte. Wie jedes Jahr stand die Neujahrswanderung vom KCW an. Mit anderen Worten, es wurde ein Grund gesucht schon Mittags mit Bier trinken anzufangen. Und so war es dann auch. Das Aufbauen bestand eigentlich aus herumstehen und Müll labern. Dafür haben wir aus erster Hand erfahren, das Kai von der Polizei angehalten wurde, nicht im Besitz seiner Fahrerlaubnis als auch Fahrzeugpapiere war, weiterhin geblitzt wurde und nicht angeschnallt war. Ein 6er im Lotto ist wohl wahrscheinlicher. Außerdem durfte er nochmal zur Wache fahren um seine fahrlässig vergessenen Papiere vorzuzeigen. Es wurden schon Wetten abgeschlossen ob man seine Fackel riechen würde und er noch pusten durfte. Mußte er dann aber leider nicht.

1315 Uhr ein leises Ploppen läutete die Wanderung ein. Zunächst erstmal das Bier trinken, los gehen wollten wir ja erst gegen 1400 Uhr. Ich wolle mit dem trinken anfangen, bevor sich die Kopfschmerzen dazu entschlossen etwas früher aus dem Urlaub zurück zu kommen. Und ich tat gut daran. Das Bier schmeckte schon wieder. Besser jedenfalls als der in der Küche zusammengebraute Glühwein. Bitte nicht falsch verstehen, ich mag Glühwein, allerdings reicht mir eine oder zwei Kuren pro Winter, dann kann ich gerne drauf verzichten. Was mich besonders gefreut hat, war Vokkes Anwesenheit, denn er hat durch Schichtarbeit immer wenig Zeit. Außerdem ist er immer der Erste der stramm ist und sieht dabei immer am lustigsten aus. Doch bevor wir überhaupt von einem strammen Zustand sprechen können hat der KCW die Wanderung gelegt. Ich war zuerst schockiert las ich hörte wir wollten auf den Euzenberg rauf, denn dazu hatte ich wenig Lust. Was ich hier aber mal getrost nicht auf die Faulheit schieben möchte, sondern auf meinen geschwächten Zustand. Ha Ha, das glaubt mir jeder!

Es solle sich bewahrheiten, die Wanderung Richtung Euzenberg gehen. Zwar nicht bis zur Erklimmung des Gipfels ganz oben hin, aber immerhin bis zum Wasserhäuschen. Das liegt ja ungefähr auf halber Strecke, geht aber gut den Berg rauf. Und wir hatten keinen Bollerwagen dabei. Panik machte sich auf der Stelle bei mir breit, denn wer sollte das ganze Bier tragen? Niemand, denn wir hatten Verpflegungsstationen unterwegs. Aber ohne mich, ich organisierte mir und Vokke erstmal einen Vorrat, der uns über die Runden bringen sollte. Desweitern sollten sich mal alle die Taschen mit Schnaps voll stecken. Da ich eh keinen Trinken wollte, konnte ich das Kapitel überspringen. Dachte ich zumindestens. Ich muß wohl dummerweise in einer vorläufigen Versammlung bekannt gegeben haben, das man auch mal Euzenberger kaufen soll, den würde ich dann auch trinken. Ja ja, damals war ich noch jung und dumm und nun hatte ich vor mir einen Würfel Euzenberger stehen und sollte mir damit die Taschen voll stopfen. Unter Beobachtung. Nun muß man dazu sagen, das Euzenberger ein paar Umdrehungen mehr hat als Löwentor, dafür aber besser im Abgang ist. Sprich, man hat nach dem Runterschlucken nicht das Gefühl als hätte man gerade ein Stück Stacheldraht geschluckt. Naja, dann stecke ich mir mal ein zwei vier zwölf Flaschen in die Jacke. Müssen ja nicht alle werden.

Die Wanderung war nun gar nicht so schlimm, wie man sich das vorgestellt hat. Gut, durch den anfänglichen Regen sahen die Feldwege aus, wie der Standortübungsplatz in Osterode bei der Bundeswehr, aber das kannte ich ja schon. Die erste Station war auch schnell erreicht und dort gab es dann auch wieder Glühwein. Ich war fast in Versuchung eine Tasse zu nehmen, da es dort oben recht schattig und zugig war, blieb aber dennoch hart und trank mein nun auch wohl temperiertes Bier. Weiter ging es dann vom Wasserhäuschen in den Breiten Anger, wo sich dann der nächste Zwischenstop befand. Die Stationen wurden übrigens von Jense durchgeführt, der die ganze Zeit mit seinem Auto die alkoholischen Getränke umher kutschierte. Auf dem Weg in den breiten Anger wurde ich dann von Julia und Maren über eine paar Besonderheiten bei meinem neuen Arbeitgeber aufgeklärt. Immer gut zu wissen, was so abgeht, von zwei erfahrenen Mitarbeiterinnen. Am Breiten Anger angekommen mußte dann mal wieder ein Schnaps rein. Es war nun mittlerweile der vierte der Sorte und mein Hals hat sich so langsam an den folgenden Schmerz gewöhnt. Wir wollen mal nicht so fies sein, denn es hätte schlimmer kommen können. Ich hätte ja auch zum Beispiel dazu gezwungen werden können, Löwentor in mich hinein zu kippen. Und Vokke trank immer kräftig mit.

Vom Breiten Anger ging es dann für einige auf dem schnellsten Wege zurück. Manch andere wollten ja unbedingt über den Wall gehen und ich hatte schon die Befürchtung, das Kai von Philip den Wall hinunter geschubst wird. Auf jeden Fall wäre es eine gelungene Stunteinalge zum Abschluß der Wanderung geworden. Durchgefroren sind wir dann in die Mehrzweckhalle eingerückt. Dort war es zwar recht warm, aber wenn man erstmal durchgefroren ist, da wärmt einen nichts so richtig schnell auf. Außer ein paar Schnaps. Da ich niemals früh das Pferd wechsele, blieb ich also beim Euzenberger und ich muß sagen, das er mir noch ganz gut tat. Vokke, trank gut mit und seine Brille war schon auf dem Weg die Nase herunter. An dem Stand von Vokkes Brille kann man meistens seinen Alkoholpegel erkennen. Auch wenn man meinte, so wie er in manchen Situationen die Brille auf hat, kann man gar nichts erkennen, glaube ich, das er die Brille immer so aufsetzt das er in jeder Situation und eben Promillezustand perfekt sehen kann. Für den normalen Außenstehenden mag das zwar aussehen, als sei er hackenvoll, was er auch ist, aber seine Sehkraft bleibt nach wie vor gleich.

Das Essen war grundsolide und gut. Es gab eine Suppe von Wolle und belegte Brötchen. Nichts außergewöhnliches, aber es hat vollkommen ausgereicht. Um ehrlich zu sein, ist mir manchmal so ein kalt warmes Buffet im kleinen Stil lieber als groß aufgefahrene Sachen. Nachdem dann also eine Grundlage im Mageninnern geschaffen wurde, wenn man mal von den diversen Bieren und Schnäpsen unterwegs absieht, konnte nun im großen Stil getrunken werden. Bier, Schnaps und wieder Bier und noch ein paar Schnäpse. Zwischendurch wurde öfter mal der Platz gewechselt und man hat die Gesprächspartner durch getauscht. Neben wem ich alles saß, kann ich gar nicht mehr mit Gewissheit sagen, was aber nicht auf übermäßigen Alkoholkonsum zurück zu führen ist, sondern einfach auf die vielen Leute. Ha Ha, das glauben die mir schon wieder! Ich kann mich aber noch rege an ein Würfelspiel erinnern welches der Günner eingeführt hat. ER ist ja gerade beim Bund und da sucht man ja ganz gerne mal Spiele bei denen man sich richtig aus dem Leben schießen kann. Also werden Würfel genommen,total stupide Regeln erfunden und los geht es mit der hemmungslosen Ballerei. Vorzugsweise wird Schnaps genommen, gerne aber auch frisch gezapftes Bier aus 0,2 l Gläsern. Ich hielt mich bei dem Spiel zurück und trank mit Vokke lieber Euzenberger wenn es uns gepasst hat. Man gut das Vokke schon gut getankt hat, denn ansonsten würde ich auch schnell so aussehen, wie der Rest der Anwesenden. Vokke allerdings schoß den Vogel ab und lag um 2045 Uhr schon mit dem Kopf auf dem Tisch. Sensationell welches Durchhaltevermögen er immer hat. Aber das ist mein voller Ernst, denn noch ist er nicht zu Hause und der Abend ist noch lange nicht vorbei. Zu dem Zeitpunkt war Günner jedenfalls schon auf dem Heimweg, welcher bestimmt auch wieder länger ausgefallen ist, als geplant. Aber er hatte ja seine Frau dabei, die ihm liebevoll den Weg gewiesen hat. Während dieser ganzen Zeit saß ich gerade neben Julia, die gerade Schwimmen spielte. Wir tranken Schnaps und tüftelten die Zukunft eines gemeinsamen Bekannten aus. Vanessa half auch kräftig mit, wie mir gerade einfällt. Auf jeden Fall sollten unsere Pläne aufgehen.

Der Abend war noch sehr jung und ein paar einschlägig bekannte Dorftrinker hatten Bedenken, was man denn nun noch machen sollte. Ich gesellte mich zu ihnen, da ich auch noch keinen Bock hatte nach Hause zu gehen. Aus irgendeiner Ecke hatte man erfahren, das Birgit, Nollos Lebensgefährtin, ihren Geburtstag feiern würde. Es war eine gefährliche Zeit. Der Alkohol floß in Strömen und die Hemmschwelle war auf einem Niveau, welches sich 3 m unter dem Meeresspiegel befand. Der Entschluß stand fest, das wir da einfach so rein platzen wollten. Doch ich zückte vorher mein Telefon und wollte mich bei Schmierpopel erkundigen was denn dort noch ging. Ich weiß, das es vielleicht ein großer Fehler war beim Schmierigen anzurufen, aber ich bin halt mutig. Doch Schmieri ging nicht dran. Rief aber wenige Minuten zurück und beschimpfte mich erstmal auf das übelste am Telefon. Ich war ja eh nichts anderes von ihm gewohnt. Nach einer kurzen, sagen wir mal Konversation, war klar, das er und Anja nicht bei Birgit auf dem Geburtstag waren, aber er machte den Vorschlag, das wir doch bei ihm vorbei kommen sollten. Mir war es egal ob er es ernst gemeint hat und schon waren wir auf dem Weg. Böning, Schnitzel, Görtler, Vokke, der wieder wach geworden ist) und ich. Schmieri hatte ja keine Ahnung auf was er sich da eingeladen hat.

Ohne zu murren wurde auch die Tür geöffnet und wir traten ein , polterten auf das heftigste rum und wurden erstmal von Anja zusammen geschissen, weil ja die Kinder schliefen und waren leise wie Katzen auf Samtpfoten. Fast sofort wurden uns gekühlte Mixgetränke gereicht. Schmieri lebt ja nicht wie ein Bettler , auch wenn er so aussieht. Es dauerte auch nicht lange, da war die zweite Mischung am Start und Schnitzel machte den Vorschlag doch mal SingStar rein zuschmeißen. Anders gesagt der Beginn eines lustigen Abends.

Wir spielten also SingStar. Jeder mal ein bisschen, außer Vokke, der mehr oder weniger in seiner Sofaecke einem Wachkoma erlag. Doch Schmieri und ich waren am meisten am Mikrophon. Der erfahrene Leser merkt an dieser Stelle, das ich ganz schön granatenstramm war, denn sonst würde ich ein Spiel wie SingStar in der Ecke liegen lassen. Aber es machte unglaublichen Spaß und Schmierpopel und ich sangen immer gegeneinander, was die Sache umso lustiger machte. Was sehr auffällig war, war das er immer die deutschen Lieder gewann und ich die englischen. Zum Glück hatte er die 80er da, da war ich natürlich unschlagbar. Nicht nur das ich sie mitfurzen alle auswendig konnte, weil ich SingStar kannte. Nein ich kannte sie weil ich sie früher schon gehört, ach was schreibe ich inhaliert habe. Ich bin ein Kind der 80er, auch wenn ich dafür zu jung bin. Aber dank meiner älteren Geschwister, vor allem mein Bruder, habe ich diese sensationelle musikalische Periode verspätet mit gemacht. Mein Bruder hat alle Hits auf Kassette aufgenommen und eine immense Sammlung. Die habe ich nach und nach gehört und mich in die Lieder verliebt. Ich glaube ich mache bald mal einen Eintrag mit ein paar 80er Klassikern. Youtube ist da eine herrliche Bibliothek!

Zu meiner Schande muß ich gestehen, das ich auch ein paar ultrafiese deutsche Schlager mitgesungen habe. Wahrscheinlich hat Schmieri da nur gewonnen, weil mir beim Singen schlecht geworden ist. Aber nur vom Singen kann man ja nicht leben und außerdem hatten wir die DVDs schon alle durch gesungen. Schätze ich mal. Was macht man also nun, nachdem man auch noch den Schnapsvorrat vom Popel nahezu vernichtet hat? Genau man geht noch in die Werkstatt. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und auf meine kaputten Bremsen hinweisen. Ich befand mich in genau diesem Moment auf einer Talfahrt, hatte Rückenwind und raste mit gefühlten 320 km/h auf eine Haarnadelkurve zu. Wer später bremst ist länger schnell.

Das Taxi stand schon vor der Tür und die letzte Mischung wurde rein gekippt. Vokke allerdings erwachte aus seinem Koma und ging nach Hause. War vielleicht auch besser so. Wir wollten zwar den Schmierpopel noch überreden mitzukommen, aber der ließ sich noch aus dem Haus zerren. Er faselte irgendwas von Kindern und Haue auf den Kopf von Anja. An der Werkstatt angekommen, waren wir noch in guter Erinnerung und durften umsonst eintreten. So gefiel das und es mache dann auch nichts mehr aus, das nicht wirklich was los war. Man gewöhnt sich ja langsam dran. Nach einer obligatorischen Runde ging es dann an die Theke und zu meiner großen Überraschung und Freude wurde mal kein Wodka geordert, sondern Havana Club. Ich mußte mich umdrehen, damit niemand die Tränen in meinen Augen sieht. Die Mischgetränke waren einfach eine Wucht. Ich glaube ich sollte nun wieder öfter Havana trinken. Und ich glaube auch das Havana Halluzinationen aufruft, denn plötzlich erblickten meine Augen, den Schmierpopel und Anja. Sie hatten es sich doch noch überlegt und sind in die Werkstatt gekommen. Sensationell, stellt sich nun noch die Frage ob es noch mehr los gehen konnte.

Ja, es konnte, denn ein paar halbe Stunden später machte mich der Schnitzel auf Jemanden auf der anderen Seite der Theke aufmerksam. Ich fasste es nicht, der Akki hatte den Weg in die Werkstatt gefunden. Ich ging gleich los und begrüßte ihn. Toll, er war schon stramm, dann konnte dem gepflegten Scheiße labern nichts mehr im Wege stehen. Wir ging zu den anderen und er begrüßte erstmal den Schmierpopel. Auf die Frage ob die Zwei sich kennen würden, bekam ich erstmal von beiden Seiten blöde Sprüche und Beleidigungen an den Kopf geworfen. Es war unglaublich, die zwei häßlichsten Menschen, die ich auf der ganzen Welt kenne, kennen sich untereinander. Im Nachhinein betrachtet ist das eigentlich keine so große Überraschung. Nun ging aber die Trinkerei richtig ab. Wir hatten eine Flasche und Akki bestellte dazu noch weitere Mischungen für mich und ihn und alle anderen. Ich weiß gar nicht mehr ob ich nur mit zwei Gläsern da stand oder ob sie sich langsam aber sicher auf der Theke summiert hatten.

Immer wenn es am Schönsten ist, dann vergeht die Zeit wie im Flug. Da ansonsten nicht sehr viel los war zogen Anja und Popel von dannen. Natürlich wurde vorher die Flasche geleert und die Uhr zeigte meiner Meinung nach 03irgendwas Uhr. Zeit für uns Übrigen noch eine Runde zu bestellen und zu trinken, da man ja ernsthaft noch überlegt hat noch eine weitere Flasche zu ordern. Und dann ging es auch in Richtung Heimat. Per motorisierten Gefährt versteht und einem weiteren Zwischenstop bei McD. Sehr schlimm. Ich weiß. Doch in Westerode angekommen konnte ich noch lange nicht nach Hause, denn der Böning wollte noch einen ausgeben, bei sich zu Hause. Auf ein schnelles Pils kommt man ja immer gerne mit. Folgende Sachen spielten sich ab: Böning öffnet die Tür und gibt lautstark bekannt das er zu Hause sei und mich mit gebracht hat. Daraufhin stürmt er in das Schlafzimmer und weckt Julia mit lauten Rufen. Die wiederum fragt ihn in einer ähnlichen Lautstärke ob er noch alle Tassen im Schrank hat und schmeißt ihn sofort aus dem Schlafzimmer. Währenddessen erkenne ich den Ernst, aber auch die Komik, der Situation und schleicht mich zur Haustür. Böning kommt aus dem Schlafzimmer gewankt und verlangt, das ich sofort in die Küche gehe während er Bier holt. Kurze Zeit später sitze ich in der Küche und Böning kommt mit zwei Flaschen rein. Bier war es nicht, aber ich wollte ihn nicht enttäuschen und trank trotzdem das Biermixgetränk. Um ehrlich zu sein hätte ich kein Bier mehr trinken können. Sekunden später liegt Böning mit dem Kopf auf dem Tisch und schnarcht. Ich stürze mein Bier runter und verabschiede mich und schleiche aus dem Haus. War auf jeden Fall einen Besuch wert.

Sonntag, mir ging es ein wenig Bescheiden. Ich machte eine komplizierte Überschlagsrechnung und kam auf 15 Stunden betrinken. Sagen wir mal so ich habe die Haarnadelkurve zwar geschafft, bin aber mit Sicherheit zweimal gegen die Leitplanke geknallt, habe drei Waschbären über den Haufen genagelt und konnte dem Elch nur knapp ausweichen. Meine Bremsen sind definitiv abgebaut worden. Abends bekam ich dann die Rechnung für das exzessive Wochenende. Mein Kopf verwandelte sich in ein Kabinett der Schmerzen. Sollte es irgendwo ein Epizentrum von gemeinen Kopfschmerzen geben hat es sich am Sonntag Abend in meinem Kopf eingenistet und strahlte in alle Richtungen. Zu Recht höre ich den Großteil sagen: „Selber Schuld!“ Ich solle unbedingt zu einer guten Werkstatt gehen und neue Bremsen einbauen lassen!

Zum Abschluß noch ein kleiner Hinweis an einen nicht näher genannte(n), weil unbekannte(n) Leser/in. Ich habe ein kleines Kommentar zu einem meiner Einträge bekommen. Leider ohne e-mail-Adresse. Ich würde gerne antworten, aber ich werde das nicht im weblog machen, sondern per e-mail. Eine mail an mich geht auch über das weblog. Und zwar in dem man hier klickt. Hier kann man dann auch die e-mail-Adresse gefahrlos angeben.

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