Missing reel

30/01/2008

Es wurde mal wieder vollbracht. Das Wochenende ist härter abgelaufen, als ich es eigentlich geplant hatte. Lag vielleicht auch daran, das ich immer so überarbeitet bin. Ständig Meetings abhalten kann ganz schön schlauchen. Und daher dachte ich mir, das ich mich an diesem Wochenende so richtig schön betrinken werde. Naja, eigentlich wollte ich mich ausruhen, damit ich in der nächsten Woche wieder voll und ganz meine Arbeit schaffen kann. Aber dank einiger glücklicher Umstände kam ich doch dazu ein oder mehr Bier zu trinken.

Glücklicher Umstand am Freitag war die Geburtstagsreinfeier vom Langen. Der hatte nämlich am Samstag Geburtstag. Praktischerweise fiel es perfekt in meinen Terminplan und ich bereitete mich schon seelisch darauf vor mit dem Fahrrad nach Germershausen zu fahren. Sollte ja nicht so weit sein und außerdem trainierte es mich ja. Doch als ich dann beim Abendessen saß und mir ein gepflegtes Bierchen zu führte klingelte mein Telefon und der Doktor war dran. Er überredete mich, das ich doch mit dem Auto mit fahre. Schötti wollte fahren und würde mich abholen. Da kann man ja nicht nein sagen. Nachher verletze ich Schöttlers Gefühle und der ist beleidigt. Und ein Taxi können wir uns auch zurück teilen. Hoffte ich zumindestens. Taxi Schöttler fuhr also gegen 2040 Uhr bei mir vor und wir nahmen den Rübenschnellweg nach Germershausen. Als ortskundiger kennt man sich ja in der Gegend aus und wenn man nicht so schnell fährt, dann kriegt man auch alle Kurven mit. Wenige Zeit und ein paar Herzinfarkte später kamen wir wohlbehalten in Germershausen an und stießen zu der Party. Die wurde nämlich in einem privaten Partyraum der Bekannten von den Eltern des Langen gemacht. Hat das jetzt irgendwer verstanden? Egal, der Raum war Klasse, ausreichend beleuchtet und man konnte von draußen schon sehen wer denn alles da war.
Außerdem war er gut beheizt, doch bevor man ablegen konnte, wenn man wollte, ging es erstmal die Reihe rum und es wurden alle begrüßt. Ich liebe es ja. Ich versuche ja immer in die Runde ein großes Hallo zu rufen um so dem Händeschüttelmarathon zu entgehen, aber dann kommen immer die einen oder anderen auf einen zu und drücken einem die Hand oder umarmen einen gleich. Und dann steckt man ja in der Bredouille. Also macht man es sich einfach und schüttelt gleich mal jedem die Hand. Vielleicht gab es ja auch schon Bier? Ja, gab es und ich hoffte gleich mal eins in die Hand gedrückt zu bekommen. Aber der Lange war gerade am Machen, also mußte ich mich ein wenig gedulden. Als ich wieder zu mir kam, hatte ich drei Stühle zertrümmert Man kann auch mal ein wenig ohne Bier umher stehen. Allerdings werde ich da schnell nervös und weiß nicht so recht was ich mit meinen Händen machen soll. Und wenn man die ganze Zeit mit verschränkten Armen da steht, dann macht das auch nicht so einen guten Eindruck. Ich habe mal gehört das es eine abwehrende Haltung sein soll. Mag ja sein, aber bei mir bestimmt nicht. Daher behielt ich meine Jacke an und konnte die Hände super in den Taschen parken. Wer weiß vielleicht fand ich darin ja noch was praktisches. Leider nicht und dann hatte ich ja auch schon mein Pils in der Hand. Ich wurde dann auch sehr bald genötigt meine Jacke doch auszuziehen. Es war aber auch wat warm in der Bude. Derart dem Ausdörren nahe griff ich beherzt zum zweiten Bier, welches mir nun von Helena gebracht wurde. Die junge Dame hat echt ein gutes Timinggefühl, denn sie kam genau zur rechten Zeit.

Nun wurde es Zeit dem Smalltalk ein wenig zu frönen. Obwohl ich ja eigentlich den Begriff Smalltalk hasse. Das hört sich immer an als würde man im zweiten Satz schon auf das Wetter umschwenken. Aber es war ja mehr ein Informationsaustausch mit Leuten die man lange nicht mehr gesehen hat. So erfuhr man vieles Neues. Und der Conrady teilte mir erstmal mit das er schon wüsste was meine neue Anschaffung ist. Er hatte natürlich Recht. Und gab mir gleich mal ein paar Tips für das Tuning. Da ich aber eher der Nicht-Tunig-Typ bin stand ich der ganzen Sache ein wenig kritisch gegenüber. Aber ein paar Flügeltüren würden mir schon gefallen. Naja, reden wir davon, wenn es soweit ist. Der Schötti berichtete mir erstmal das er jetzt nur noch Saufen will. Halt nein, da war ja noch was anderes. Arbeiten will er dann doch noch ein wenig. Er macht ja so einen Telefondienst bei Siemens und das immer Nachts. Ich weiß a nicht ob mir das gefallen würde, wenn ich Nachts immer am Telefon rum hängen würde und darauf warten das irgendwelche DAUs bei mir anklingeln weil sie aus versehen den Bildschirm am Kabel durch das Büro geschleift haben. Und Schlafen kann er da auch nicht. Es gab da wohl mal einen Zwischenfall. Jeder wie er will.

In der gesamten Zwischenzeit liefen die Biere recht gut den Schlund runter. Ich habe ja immer ein wenig Bedenken wenn ich Faßbier trinke, das die Lust weiterhin Faßbier zu trinken nicht lange vorhält. Eine meiner Strategien besagt, das ich bis zu einer mir selbst gesetzten Uhrzeit Bier trinke und dann auf Mixgetränke umsteigen würde. Meistens komme ich eh über die Zeit heraus und halte dann länger durch. Außerdem bleibt die Lust auf das Bier bestehen. Ich hatte auch eine taktisch kluge Pinkelpause eingelegt, nämlich genau dann, wenn Nicole mit dem Schnapstablett umher gegangen ist. Auf diese Weise konnte ich dann doch zu Anfang Eskalationen verhindern. Die Uhr raste förmlich dahin und ich hatte mich oben genannter Strategie angenommen und wollte gegen 2300 Uhr auf Havana Club umsteigen. Conrady stieg noch ein wenig früher um. Und das war der Anfang vom Ende. Ich hatte mich an die Trinkgeschwindigkeit des Biers gewöhnt und setzte diese bei den hochprozentigen Mischungen fort. Das kann natürlich fatal enden. Die Mixgetränke kamen in recht kurzen Zeitintervallen und brachten mich weit nach vorne. Und zwar so weit das ich einem großen Fetttopf nicht mehr ausweichen konnte. Aber dafür bin ich ja eigentlich prädestiniert, das ich solche Töpfe von weitem sehe und genau drauf halte.

Es war nämlich so das auch Helenas Schwestern da waren. Nicole kannte ich ja schon und dann hatte sie noch eine weiter Schwester dabei, die ich vorher noch nicht kannte und deren Namen ich auch schon wieder vergessen habe. Ich weiß, das ist schon ganz schön Schlimm, aber wenn ich Alkohol trinke und dann mir neue Namen zugetragen bekomme, dann klappt das mit der Abspeicherung der Daten nicht so ganz. Schließlich müssen die Grundfunktionen aufrecht erhalten werden. Aber das war noch lange nicht das Fettnäpfchen in das ich rein treten sollte. Es kam nun irgendwie zu der Frage des Alters und ich wurde dazu aufgefordert zu schätzen. Na toll, ich bin ja der Meister im Schätzen. Und gerade das Alter von Frauen kann ich gar nicht einschätzen. Bis zu einem Alter von 18 Jahren kriege ich das noch einigermaßen hin, aber alles was danach kommt entzieht sich vollkommen meines Horizonts. Fassen wir mal kurz zusammen, ich hatte zu dem Zeitpunkt schon einige Biere und seit einiger Zeit ordentlich Mischungen in mich hinein gekippt. Ich war also richtig gut drauf und lehnte mich weit aus dem Fenster. Und schätzte die gute Frau auf irgendwas Jenseits der 30. Weit Jenseits. Sie war 21. Man konnte nahezu hören wie ich mit beiden Beinen voraus in das Fettnäpfchen den Fettkübel sprang. Ich versuchte sogar eine Arschbombe. Man gut das der Alkohol meine Durchblutung schon längst durcheinander gebracht hat, denn sonst wäre mein Kopf auf eine Farbe gewechselt die ich locker an Ferrari hätte verkaufen können. Off the RAL-Skala, Baby. An ihre Reaktion kann ich mich nicht mehr ganz erinnern, aber ich glaube so schlimm war es nicht. Ich meine mich aber noch daran zu erinnern, das Nicole es ganz amüsant fand.

Der Tag wechselte und der Lange hatte Geburtstag. Es folgte das obligatorische Gesinge und die Gratulationen. Danach ging es im gleichen Takt weiter. Ich hielt es nicht für angebracht einen strategischen Wechsel zu machen und bleib an der Theke stehen. Dort stand ich dann mit Nicole ein wenig und wir unterhielten uns. Da wir ja in der gleichen Firma arbeiten fragte sich mich warum ich denn noch nicht vorstellig geworden bin. Da ich gar nicht weiß in welcher Abteilung sie arbeitet könnte das unter Umständen sehr schwer werden. Aber in der Abteilung wo sie arbeitet war ich eigentlich schon. Naja, dann muß man sich mal zu einer Kaffeepause treffen mal ein Meeting organisieren bei der ich dann die Möglichkeit habe mich und meine Position vorzustellen. Außerdem entdeckten wir unsere gemeinsame Leibe zur englischen Sprache und unterhielten uns ab nun nur noch auf englisch. Man frage mich aber nicht worum die Gespräche gingen, denn das weiß ich beim besten Willen nicht mehr. Wie so einiges mehr.

Ich muß zu meiner Schande gestehen, das ich seit Längerem mal wieder einen Filmriß hatte. Aber einen der es locker mit der Extendend Version von Herr der Ringe aufnehmen könnte. Ganze Stunden fehlen mir. Ich weiß auch gar nicht woran das liegen könnte. Und man gebe jetzt nicht dem Havana die Schuld, denn der Havana ist mein Freund und Freunde lassen einen nicht vergessen. Ich schreibe einfach das nieder an was ich mich noch erinnere. Sollte also schnell gehen. Wie ich erfahren habe hab eich ordentlich Schnaps getrunken. Ich wollte ja eigentlich gar keinen trinken, aber Nicole hat mich dann doch irgendwie dazu bekommen. Schöttler meinte nur, das er mich ständig mit einem Schnapsglas gesehen hätte. Erst voll, dann leer. Und dazu gab es die üblichen Mischungen. Jaha, da geht es rund auf dem Alkohol-Express.

Als nächstes weiß ich das wir irgendwann an einen Ecktisch verlegt haben und dort weiter über das Leben sinniert und kulturelle Probleme diskutiert haben. Natürlich nur auf höchster Ebene, so gut das eben mit 3,0 Promille geht. Dort ging der Schnapsexzess auch weiter und ich kann mich da keiner Schuld ergeben, denn ich war immer der Leidtragende. Ich saß nur rum und trank die mir ein geschütteten Gläser auch. Ich glaube Nicole war hier die Hauptdrahtzieherin. Ich werde also nie wieder Schnaps mit Frauen trinken. Das bekommt mir nicht gut. Schnaps ja eh nicht. Und Frauen trinken den dann auch literweise. Als nächstes weiß ich wieder das ich an der Musikanlage herum gespielt habe um der Party mal ein paar anständige Leider zu geben. Allerdings waren auch nicht mehr allzu viele Leute anwesend. Quasi der harte Kern hielt noch die Fahne in den Wind. Der Vater vom Langen war noch da und der war ein ehemaliger Lehrer von mir. Damals auf der Realschule, wo die Zeit noch gut war und man sich noch an einem Zelten mit Dosenbierhappening erfreuen konnte. Er erkannte mich zwar nicht mehr, aber das sei verzeihen, denn als Lehrer hat man ja tausend Gesichter schon gesehen. Meins wurde wohl aus Schock nicht abgespeichert. Aber er hat einen guten Musikgeschmack. Da der Lange und ich ganz gerne mal den Klängen von Black Sabbath lauschen habe ich ihm eine Art Best of Black Sabbath CD mitgebracht und die wurde nun erstmal ein geschmissen. Und lauthals mit gegröhlt. Ich konnte an dem ungläubigen Blick und dem offenen Mund von Mambo erkennen, das er es nicht fassen konnte das noch andere Leute Black Sabbath gut finden. Leute die ca. 30 Jahre jünger waren.

Es wurde nun Zeit die Party zu verlassen. Warum kann ich nicht mehr sagen, doch es fühlte sich richtig an. Also enterten wir draußen ein Taxi. Ich spielte erst mit dem Gedanken das ich ja auch nach Hause reiten könnte. Auf dem Hof war ein paar Pferdeboxen und so schwer konnte reiten ja nicht sein. Ich hätte natürlich die Methode ohne Sattel bevorzugt, da spürt man die Natur des Pferdes besser. Wahrscheinlich wäre ich keine drei Schritte gekommen, dann wäre ich vom Pferd gefallen und wäre mit dem linken Auge in einer Mistgabel gelandet. Ich kenne doch mein Glück. Und Taxi fahren wäre bestimmt bequemer. Außerdem hätte ich dann am nächsten Tag das Pferd wieder zurück bringen müssen. Wäre aber bestimmt gut gekommen wenn anstatt meines Volvos ein Zosse vor meinem Haus gestanden hätte. Ich fuhr bis Westerode mit und ging dann Rest zu Fuß nach Hause. Auch hier möchte ich erwähnen, das ich keinerlei Erinnerungen an den Weg habe. Das nächste was ich wusste war das ich die Augen aufschlug und in meinem Bett lag. Neben meinem Kopf lag eine kleine volle Kümmerlingflasche und meine Klamotten sahen aus als hätten sie die Detonation einer Panzermine so gut wie möglich abgeschirmt. Sie waren nicht zerfetzt, sondern lagen in allen Ecken des Zimmers. Und mir ging es megascheiße. Ich machte einen Schwur der schon zum Scheitern verurteilt war. Nie wieder Alkohol. Aber auf jeden Fall bin ich erstmal vom übermäßigem Schnapskonsum kuriert.

Der Tag verging recht fix, was nicht so in meinem Gusto lag. Aber eher an diversen Umständen lag, die nicht in der Hand hatte. Schnitzel teilte mir mit, das er später zur Elferratssitzung kommen würde. Eine Sitzung von der ich zu dem Zeitpunkt zum ersten Mal hörte. Ich war zwar letztes Mal anwesend aber wohl nicht aufnahmefähig. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken guckt eich einen Film, der absolute Schieße war. Wenn ich eine Zeitmaschine erfinden würde, dann würde ich mir eine Liste machen, mit Filmen die ich nicht gucken brauche. Die würde ich meinem jüngeren Ich im Jahre 1990 geben und hoffen so ordentlich Zeit gut zu machen. Wenn ich dann schon mal da wäre, dann würde ich mir noch ein paar mehr Tips geben. Zum Beispiel nicht so viel Schnaps zu trinken und nicht mit dem Toyota in den Graben zu fahren.

Abends hatte ich dann voll zu tun. Ich sollte nämlich bei Silkes 40ster Geburtstagsfeier zapfen. Mache ich doch gerne, da ich ja wusste welche Spezialisten da alles auftreten würden. Florian und Patrizia würden dann mit Tabletts durch die Gegend ziehen und ich hatte nur den Zapfhahn zu bedienen. Meine Lieblingsaufgabe. Man steht direkt an der Quelle und hat unendlichen Zugriff zu Pils. Gegen 1830 Uhr holten die Beiden mich dann ab und wir fanden uns am Schützenhaus ein. Glöckner wies uns kurz ein und ich machte mich daran die Maschine in Gang zu bringen. Kurze Zeit später kamen dann auch schon die ersten Gäste. Doch der Bierhahn war noch nicht in Schwulitäten. Das Schlimme ist ja, das gar nicht so viel Bier getrunken wird, sondern eher Biermixgetränke. So was kann ich ja nun gar nicht ab. Aber man beugt sich ja dem Kundenwunsch. Warten wir aber erstmal ab. Die ersten Bestellungen waren noch anständig. Bier in wenigen Mengen, aber immerhin Bier. Während Patrizia und Florian bedienenderweise ihre Runden drehten zapfte ich sporadisch flüssiges Gold aus dem Hahn. Naja, Gold ist vielleicht ein wenig übertrieben, es war ja Hasseröder. Ein Bier welches mir zumindestens am nächsten Tag einen wunderbaren Kopfschmerz in den Brägen zaubert. Ich war aber zum arbeiten da und nicht zum Saufen, daher gab es nichts für mich.

Der Vorsatz saß und ich hielt mich ungefähr 40 Minuten dran, was für mich schon mal eine ausgezeichnete Zeit ist. Dann schnappte ich mir ein optisch anderes Glas als die Gäste und zapfte es voll. Es schmeckte sehr gut, als die Gerstenflüssigkeit meine Lippen benetzte. Besser als ich erwartet hatte. Der Teufelskreis schloß sich und ich entschied im Bruchteil einer Sekunde, das ich doch etwas trinken würde am Abend. Ich bewunderte auf der anderen Seite den Vollmer, der nichts trinken würde, weil er fahren mußte. Patrizia konnte sich dagegen einen brettern. Dann wird es immer lustig. Ein weiterer Grund warum ich mich zum exessiven Bierkonsum entschieden habe, war das Bestellen von Biermixgetränken. Alster ist die Geisel des Zapfhahnbedieners. Ewig muß man widerliche Zitronenbrause in wunderbares Bier schütten. Wie kann man so was nur trinken. Wenn einem Bier zu herb ist dann soll man gefälligst Brause trinken, aber nicht das Bier verschandeln. So dachte ich und servierte mit einem Lächeln das Alster. In meinem Kopf fügte ich ein paar weitere Personen der Bierindexliste hinzu.

Das Essen wurde serviert, besser gesagt es wurde das Buffett frei gegeben und Glöckner war der erste an den warmen Platten. Buffet heißt immer wenig zu tun, aber dann geht es richtig los. Immer dann wird die Thekenmannschaft zur Nahrungsaufnahme genötigt. Doch vorher gab es noch die Runde Schnaps. Ich war froh das ich diesmal auf der richtigen Seite vom Tresen stand. Als dann Florian und Patrizia wieder da waren wurden wir von einem Jungen abgelöst, dem ich das Zapfen zu traute. Ich erklärte ihm kurz mein System und folgte ans Buffet. Das Essen war sehr lecker. Kann ich nur wiederholen. Aber wie immer gilt hier das Motto nur einmal los zugehen und so viel wie möglich vom Angebotenen abzudecken. Zurück an der Theke war ich dann bereit meine Aufgabe wieder zu übernehmen. Ich muß sagen der kleine Kühne hat seine Sache gut gemacht, doch etwas stimmte am Gesamtbild nicht. Nach kurzer Zeit stellte ich fest was es war. Das Tröppelbier fehlte. Das ist das Bierglas in welches die letzten Tropfen vom Zapfhahn rein fallen. Meistens steht es schon lange und ist halt nicht mehr so lecker. Ich vermute jetzt mal das es gleich zu Beginn über den Tisch gegangen ist. Zum Glück habe ich ja mein eigenes Glas.

Nach dem Essen wurden dann diverse Sachen vorgeführt. Texte wurden vorgetragen und Silke durfte sich zum Ei machen. Eigentlich ist das ja auch fies gewesen. Sonst kriegt man immer was vorgeführt worin sich andere zum Ei machen und Silke darf selber ran. Sportliche Aktivitäten standen im Vordergrund. Und ich war beeindruckt, wie fit doch die Silke ist. Liegestütze, Situps alles kein Problem. Doch richtig überzeugt hat sie mich bei der Darstellung des Schwanensees. Tänzerische Ausführung war vom aller feinsten und ihre Freunde aus dem Puttfeld schienen sie richtig gern zu haben, denn sie spielten die lange Version. Gott habe ich Angst vor meinem nächsten Geburtstag!

Da nun die kulinarischen und darbieterischen Aktionen ziemlich gelaufen waren konnte man gemütlich zum eigentlich Teil des Abends übergehen. Das grenzenlose Zuballern an der Theke. Nach und nach rückten die üblichen Verdächtigen an und ich konnte mir ausmalen, das es nun hoch her gehen würde an der Theke. Ich weiß gar nicht wer als erstes da war, aber manche Gesichter vergisst man einfach nicht. Zum Beispiel der Schmierpopel, der sich ja gerne mal Pils reinkanllt. Auch gerne gesehen sind Friede und Leiche, die früher ja schon üble Züge in der Gemeinde gemacht haben. Da es nun schon die ersten Schnaps angefixten gab, wurden die Spirituosenflaschen immer öfter gezogen. Verdächtig oft war die Ouzo-Flasche unterwegs und ich wusste wohin sie dort um die Ecke ging. Nämlich zu Böning und Günner. Sie hatten sich wohl zur Aufgabe gemacht recht früh in das Land der Strammsäcke einzutreten. Und sie leisteten ganze Arbeit. Ich war fast der Versuchung erlegen ihnen frühzeitig den Titel zu verleihen, doch aus Erfahrung wusste ich das es an diesem Abend noch besser werden würde. Gewisse Konstellationen bei den Gästen lassen auf einen heiteren Ausgang schließen. Ich sollte Recht behalten.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, das Günner und Böning schon relativ früh einen im Sack hatten. Man merkte es an der leicht entgleitenden Zunge beim Sprechen und dem netten Lächeln was sie aufgesetzt haben. Richtig sicher war man sich aber erst, als sich dann der Günner an die Musikanlage gesetzt hat und seine berühmt berüchtigten Discoansage gemacht hat. Man kennt das ja wenn in den Discos die DJ mitten im Lied die Lautstärke runter drehen und dämliche Ansagen machen. Günner hat es perfektioniert. Aber ich muß sagen, das er es recht gut kann. Und seine Frau nahm es alles mit einem Lächeln auf. Macht auch nicht Jede. Kotzo ist aber ein echt fürchterliches Zeug und stellt gar seltsame Sachen mit dem Hirn an. Ich spreche da aus Erfahrung. Doch für Günner wurde es dann wenig später Zeit die Segel zu streichen, da der Kotzo seinen Tribut zollte. Die Besten gehen immer zu erst. Wie Florian berichtete hat er ihn nach Hause gefahren und mußte noch 10 Minuten warten, bis Günner dann endlich den Weg in seine Wohnung gefunden hat. Reife Leistung und hat ihm gut Punkte auf der Strammsackskala gebracht. Sollten sie zum Sieg reichen?

Bleiben wir aber in den gewohnten Gefilden des Schützenhauses. Dort konnte ich seit langer Zeit mal wieder einen Blick auf den Friede werfen. Er hat sich gleich nach seiner Ankunft in eine Ecke verkrümelt und sich immer fein das Bier vor den Arsch tragen lassen. Nun sah ich das Ergebnis und es sah noch recht gut aus. Der Gang war zwar nicht mehr so sicher, aber die Sprache war noch klar. Obwohl ich vor der Tür schon den Chief Heavy-Tongue Streife laufen sehen habe.

Der Abend wurde später und es wurde des öfteren das Tanzbein geschwungen. Ein weiterer Vorteil wenn man hinter der Theke arbeitet. Es kommt gar keiner auf die Idee einen aufzufordern. Man wird gleich von vornherein gar nicht erst gefragt, ob man denn Lust zum Tanzen hätte. Aber der Rest drehte dafür kräftig auf. Es schien früher kräftig in Mode gewesen zu sein Partnertanz zu machen. Was rede ich da, es ist ja heute noch ordentlich in Mode. Wenn ich aber 10 Jahre älter wäre dann würde ich trotzdem nicht so gerne Partnertanz machen. Ich glaube ich wäre früher schon der Typ gewesen, der sich im Checker eher an der Theke aufgehalten hätte, als die Mädels bei den neuesten Italo-Krachern über die Tanzfläche zu schleudern. Warum sollte ich auch anders sein, 10 Jahre früher.

Die Gästeschar lichtet sich, ließ aber dennoch einen harten Kern zurück. Ein ziemlich großen harten Kern erfreulicherweise. Nichts ist schlimmer als ein kleiner harter Kern. Je mehr Leute da sind, desto besser wird die Party meistens. Aber Silke hat ja die richtigen Leute eingeladen. Allein die Puttfelder machen schon gut Party. So wurde schon früh genug mit Mixgetränken angefangen. David, der zwar kein Puttfelder ist, kam zuerst an, ob denn auch Asbach da wäre. Und ich konnte seinen Wunsch erfüllen. Derart aufgestachelt kamen gleich der Olli und ein weiterer Puttfelder an, von dem ich leider nur den Nachnamen weiß. Aber er wusste eine gute Mischung zu schätzen. Er war eh nach meinem Geschmack, da er schon früh die Cola-Zufuhr stoppte. O-Ton: ”Sonst verwässert der Asbach so!“. Wir verstanden uns schon. So hatte ich dann also meine drei Asbach-Kunden und wurde in Versuchung geführt. Der Asbach stand greifbar nah und das Bier hat meine Hemmschwelle schon genügend herunter gesetzt. Zweimal widersagte ich dem Asbach, doch beim dritten Mal wurde ich schwach. Jesus hatte große Hoffnungen in mich gesetzt ob ich denn seinem Beispiel aus der Wüste folgen würde, doch meine Dämonen waren stärker als mein Wille. So tappte ich in die Asbachfalle. Früher wurde mir beim Gedanken an Asbach schon schlecht, heute kann ich ihn ganz passable trinken. Nicht das ich ihn einem Havana vorziehen würde, aber bevor ich gar nichts trinke. Er mundete recht gut.

Früher oder später wird es dann auch ekelig. Meistens dann wenn der Schmierpopel auf den Plan tritt. Er kam an die Theke und hatte schon eine gute Fackel nach Kotzo und Bier und fragte auf seine ihm eigene und sehr charmante Art und Weise was es denn für Mixgetränke gab. Ich antwortet kurz und knapp das Wodka und Asbach im Angebot sei. Eigentlich war die Information kurz und knapp verpackt so daß keine Rückfragen kommen sollten. Doch ich redete mit Schmierpopel und der hat seine eigene Art der Auffassungsgabe. Nun folgte eine Fragestunde nach Mixgetränken die nicht vorhanden waren. Von Havana bis Whisky hatten wir alles durch und ich konnte ihm dann einen Wodka-O reichen. Beschwerden über die kleine Auswahl waren natürlich inbegriffen. Natürlich wurden keine Abstriche in Sachen Schnaps gemacht. Zwischenzeitlich wurde dann noch ”Die Reise nach Jerusalem“ gespielt. Ich schätzte kurz die Anwesenden und deren Alkoholpegel ab und gab den Stehtischen an der Theke eine Überlebenschance von drei Runden, da die Stuhlreihen recht lang war. Jeder der Ausschied mußte einen Schnaps trinken. Ich nahm das zum Anlaß mir den einen oder anderen Korn einzuflößen. Ja man hat richtig gelesen, ich trank freiwillig Schnaps. Wenn man nicht dazu gezwungen wird, dann schmeckt der auch recht gut.

Das Spiel war vorbei und Ellen hatte gewonnen. Und weiter ging die lustige Reise ins Land der reitenden Alkoholleichen. Im Rennen um den König der Strammsäcke waren nun noch Schmieri und Leiche. Böning hatte zwar gut losgelegt, aber heilt seinen Pegel. Die anderen Beiden schütteten nur noch drauf. Ab und an wurden wir auch hinter der Theke besucht von den Anwärtern. Ich weiß nicht ob sie sich so mehr Chancen versprachen. Wir unterhielten uns ganz nett. Schmieri ist ja gar nicht so verkehrt und drückte seine Zuneigung gerne aus in dem er einen drückt. Meistens so fest das man meint man sei in einer ”Eisernen Jungfrau“ gefangen. Und Leiche hat sich zu uns gesellt um sich erstmal gehörig auszuschlafen. Er hat dafür ja ein Talent. Egal ob auf Bierkisten oder auf Bierfässern, Leiche kann überall schlafen. So auch auf Cola-Kisten hinter der Theke. Und er nahm uns unsere Sitzplätze weg, meine Füße taten unglaublich weh. Ich schiebe es jetzt einfach mal auf meinen nächtlichen Fußmarsch nach Esplingerode am frühen Samstag Morgen.

Die Uhr rückte in genau diese Richtung vor. In die frühen Morgenstunden. Patrizia und Florian sind gegen 0300 Uhr verschwunden und ich schmiß die Theke alleine. Besser gesagt, gegen 0430 Uhr endete mein Dienst und ich gesellte mich noch ein wenig zu den übrig gebliebenen Gästen, die nun wirklich zu einer kleinen Gruppe zusammen geschrumpft waren. Bei ein bis zwei Käsebrötchen, weil nichts anderes mehr da war, genoß ich noch die letzten Mischungen und unterhielt mich mit Naja ein wenig. David und ich sind dann um 0500 Uhr aufgebrochen. Meine Füße taten unglaublich weh und ich wollte mich einfach nur noch ins Bett legen. Eine wahre Wohltat.

Als ich gegen Mittag aus dem Koma erwacht taten meine ganzen unteren Extremitäten (man merkt das ich jetzt für ein Orthopädieunternehmen arbeite) weh. Viel ging nicht. Jedenfalls nichts was mit körperlicher Bewegung zu tun hatte. Weblog schreiben und fernsehgucken war gerade noch so drin. Und eigentlich war dieses Wochenende eine wunderbare Generalprobe für das kommende Wochenende. Denn da ist Karneval. Ich habe ein wenig Angst!


Breakfast at Tiffany’s Böning’s

25/01/2008

Mittlerweile befinden wir uns in KW 3 und die Normalität hat sich langsam aber sicher wieder eingestellt. Nach dem letzwöchigen halben Wochenende habe ich auch wieder zu meiner alten Form zurück gefunden. Und ich habe nun vor diese Form entscheidend zu verbessern. Denn eine meiner Errungenschaften der letzten Woche soll mich in eine bessere körperliche Form bringen. Ich habe mir nämlich ein Fahrrad gekauft. Ja eins, welches mit Menschenkraft angetrieben wird. Damit fahre ich in Zukunft zur Arbeit. Wenn es nicht regnet. Wenn es windstill ist. Wenn die Sonne scheint. Nein, Scherz beiseite ich habe schon vor damit zur Arbeit zu fahren, wenn es das Wetter zu läßt. Doch nun zum Themenwechsel. Das Wochenende ist ja schon rum und fing so an.

Am Donnerstag erreichte mich eine mail von Friede, ob ich denn nicht Lust hätte am Freitag Abend mit zum Knobeln ins Angelhaus zu kommen. Als ich die Zeilen las lief vor meinem inneren Augen ein Kurzfilm ab, der in groben Zügen das letztmalige Knobelturnier beschrieb. Ich konnte mich noch an den Beginn erinnern und an mehrere Flaschen Euzenberger und dann war ich in der Werkstatt. Spontan sagte ich zu und malte mir eine ähnliche Konstellation der Ereignisse zusammen für den Freitag Abend. So traf ich mich dann mit dem Friedwart gegen 1930 Uhr bei Kellner und wir traten unseren Marsch zum Angelhaus an. Und bevor er überhaupt richtig angefangen hat war er auch wieder zu Ende. Kein Wunder denn der Weg war kurz.

Nachdem wir dann also im Angelhaus eingefallen sind und genügend Hände geschüttelt haben kamen wir zum wesentlichen des Abends, dem Bier trinken. Friede, vorsorglich wie kein Zweiter hatte die erste Runde organisiert. Und ich muß sagen, das es ein herrlicher Geschmack war, wie der erste Tropfen meine Lippen berührt hat. Irgendwie war die Woche so durcheinander das ich gar nicht richtig Zeit hatte mich auf das Wochenende zu freuen. Das Bier war eine wahre Wohltat als es den Weg in Richtung Magen auf nahm. Ich stellte nun mit Überraschung fest, das ich nun im Wochenende war und das sollte gut werden. Beim Bier lauschten wir noch den einen oder anderen Anglergeschichten und dann begaben wir uns mit der nächsten Runde in das Nebenzimmer wo das Knobelturnier statt finden sollte. Im Hauptraum wurde Skat gespielt. Ich muß an dieser Stelle zu geben, das ich kein Skat kann. Ich habe es nie gelernt und hatte auch nie so richtig Lust dazu. Ich weiß, das es eigentlich eine Schande ist, aber dafür kann ich Doppelkopf wie ein Großer. Das macht mir auch um Längen mehr Spaß als Skat. Allein schon das anscheißen von manchen Leuten schreckt mich davor ab. Was dann aber mehr an den Leuten liegt als an dem Spiel selber. Aber anscheißen geht beim Doppelkopf auch. Knobeln hingegen ist eine Tätigkeit, die man noch mit 5 bar auf dem Kessel durch führen kann. Würfelbecher in die Hand, Würfel rein, mehrmals schütteln, den Becher auf den Tisch knallen, so viele Augen zu halten bis man nur noch fünf Würfel sieht die richtigen Würfel raus nehmen und Prozedur wiederholen. Die einzige Schwierigkeit die auftreten könnte, wenn man zu viel Bier trinkt ist, das man vielleicht die Würfel nicht wieder alle in den Becher bekommt. Dann lacht man kurz über seinen eigenen strammen Zustand und weiter geht das Spiel. Meistens sind die anderen ja ähnlich voll.

Wir waren zu acht. Also zwei nette Runden die am Anfang ausgelost wurden. Gespielt wurden drei Runden mit 30 Durchgängen. Bei der ersten Runde saß ich mit Gerd, Lutzi und Friede zusammen. Ich weiß nicht woran es an dem Abend gelegen hat, aber ich war recht gut. Vielleicht lässt sich darauf auch mein Pech in der Partnerfindung zurückführen, aber ich will hier mal keine wilden Hypotheken Hypothesen aufstellen. Aus der ersten Runde ging ich als Sieger hervor. Was immer recht lästig ist, ist das zusammen rechnen der Punkte. Man sitzt stupide vor dem Taschenrechner und hackt die Zahlen ein. Zum Glück brauchte ich das nur bei unserer Runde machen. Dachte ich zumindestens, denn als ich fertig war wurde ich an den Nachbartisch gerufen um dort das gleiche zu machen. Naja, dann bin ich halt der Rechenknecht. Die zweite Runde begann und die Gruppen wurden teilweise neu gemixt. Meine Partner waren diesmal Lutzi, Dieter (ich bin froh das ich den Namen noch behalten habe) und Matten. Ich hatte schon bedenken, denn der Matten ist ein Schwedhelm und die haben einfach ein unverschämtes Glück. Matten ist der Typ, der sagt, dann mache ich jetzt halt 42 / 18 und dann macht er das auch. Aber ich wollte mich gegen ihn beweisen. Mit Beginn der zweiten Runde ging dann auch schon das dritte Bier zur Neige und das vierte stand schon im Anschlag. So gesehen lief der Abend auch ganz gut und andere Sachen liefen auch ganz gut. Es war in Durchgang 6 als ein plötzlicher Harndrang mich unruhig auf dem Stuhl werden ließ. Doch ich hatte ja Körperbeherrschung und wollte durchhalten. Ganze 24 weitere Durchgänge. Trotz des besseren Wissens trank ich weiter Bier, es schmeckte einfach so gut. Was nun passiert ist ja klar. Weiter Flüssigkeit kommt oben drauf und drückt die schon vorhandene Flüssigkeit weiter in Richtung des einzigen Ausgangs. Meine Blase fühlte sich an wie eine überreife Melone. Das Schlimmste was man nun bei solchen Spielen machen kann ist zwischendurch auf die Toilette zu gehen. Es zerreißt den ganzen Ablauf. Aber der Lutzemann hat mir diese Bürde abgenommen. Er sprang bei Durchgang 17 auf und sagte er müsse dringend auf Toilette, sonst würde es hier schnell sehr hässlich werden. Verstehe ich nicht, ich war doch schon da und hässlicher geht es doch nicht mehr? Diese Unterbrechung nutze ich dann auch um den Naßbereich auf zu suchen. Es gibt nichts schöneres als das Gefühl nach dem Toilettengang. So konnte man dann auch in aller Ruhe weiter spielen. Diese Runde lief für mich nicht ganz so gut und ich hatte 6 Nullrunden. Also Durchgänge ohne Punkte. Matten aber auch und dennoch hatte er mich überholt. Doch es gab ja noch eine letzte Runde.

Die wurde in der gleichen Zusammensetzung gespielt. Das Los hat entschieden. Allerdings wurde der Bierumsatz drastisch in die Höhe getrieben. Hatte ich nach der letzten Runde erst mein drittes Bier in der Arbeit war ich nun schon beim achten. Und solche Bierumsätze trieben das alte Wasser lassen Spiel nach vorne und auch diesmal begann der Harndrang am Anfang der Runde. Und auch diesmal war der Lutzemann der mich rettete und zuerst auf die Toilette ging. In dieser Runde legte ich dann richtig los und machte gut Punkte. Der Matten aber auch und auch das wir weiterhin Bier tranken änderte nichts an seiner guten Leistung. Ich fragte mich eh wann es los gehen würde mit der obligatorischen Frage nach Beschleunigern. Ich hatte nicht dran gedacht, vielleicht hat das ja geholfen, aber nun konnte ich es nicht mehr verhindern. Die erste Runde Schnaps kam rein und ich wählte den Euzenberger. Alternative war der Löwentor und wir alle wissen was besser für mich ist. Schnaps rein, weiter würfeln und in einer vermeintlich unbemerkten Sekunde das Gesicht verzerren als würde ich mehr Muskeln im Gesicht als der durchschnittliche Mitteleuropäer haben. Das Bier brachte mir auch hier die versprochene Erlösung in dem es die Reste des festgesetzten Kräuterlikörs aus meinen Speiseröhre wusch.

Alle Durchgänge waren gespielt und es wurden noch ein paar Bier mehr getrunken. Auf meinem Deckel standen zwar 10 Striche, aber da jeder mal einen ausgegeben hat, hatte ich wohl bestimmt schon 12 Bier getrunken. Mindestens. Es schien aber was gebracht zu haben, denn ich erwürfelte den ersten Platz. Nennt mich nun den Knobelkönig und kniet nieder, die Häupter in Staub gebeugt. Ich kann mich nicht erinnern wann ich jemals den ersten Platz bei einem Turnier gemacht habe. Vom Meterpokal beim Bayern-Turnier mal abgesehen, aber das war auch eine Mannschaftsleistung. Und was gab es so als Preis? Keinen lumpigen Pokal, nein es gab Sachpreise, besser gesagt Naturpreise. Offiziell wurde bekannt gegeben, das es ein halbes Schwein auf Toast geben würde. Der Toast fehlte zwar und das halbe Schwein wurde in Teilen serviert, aber dennoch recht ordentlich. Ich entschied mich für einen ordentlichen Kotlettstrang und fragte mich wann ich den essen soll. Aber ich habe ja noch meine Eltern, mit denen ich das Ding dann gemeinsam genießen kann. Nun hieß es aber auch schnell den Heimweg antreten, bevor das Fleisch von alleine nach Hause gehen konnte und ich ihm noch einen Namen geben müsste. Vorher wurde aber noch der Rest des Abends offenbart. Aus verlässlichen Quellen wusste ich das Schnitzel noch in der Werkstatt war und dort solte mich mein Weg noch hin führen. Ich überredete noch den Matten, das er mich begleiten würde und dann ging es erstmal nach Hause um den Braten los zu werden.

Netterweise fuhr uns Franz zur Werkstatt was uns schon mal den Taxi sparte. Die Werkstatt war wirklich gut gefüllt, was wohl an einer dort stattfindenden Stufenfete lag. Außerdem war es ja erst kurz nach Mitternacht. Matten stürzte sich gleich ins Getümmel, während ich erstmal nach Schnitzel und den Westerödern Ausschau hielt. Matten hatte sie dann zuerst gefunden und ich organisierte die erste Runde Mixgetränke. Positiv sei hier erwähnt das 1 € Party war. Ich war also zufrieden. Weiterhin positiv war, das die Bedienung mich schon kannte und auch auf Handzeichen gut reagierte. Das Publikum war recht jung, also hieß es für Matten und mich sich schön abzuballern, wenn ich diesen Fachausdruck, von Thomas K. geprägt, benutzen darf. Die Mixgetränke flogen nur so über den Tresen und schmeckten hervorragend. Und dann klingelte mein Telefon. Nur vom Display wusste ich das es Helena war, denn als ich dran ging verstand ich ungefähr so viel wie die Ruderer von Odysseus als sie die Sirenen passierten. Im Außenbereich konnte ich dann ein wenig mehr verstehen und Helena teilte mir mit das sie gleich auch noch mit dem Langen und Jenny in die Werkstatt kommen würde. Klasse, der Abend wurde immer besser.

Kurze Zeit später waren die drei dann da. Es wurde sich kurz ausgetauscht und Jenny und Helena hatten schon wieder den Blick aufgesetzt als würden sie sofort auf die Tanzfläche stürmen. Zum Glück war es brechend voll, so daß ich im Hinweis auf diesen Umstand die Tanzaufforderung von Helena höflich aber bestimmt zurück wies. Und widmete mich wieder meiner Langzeitstudie den Havana Club und seine Einflüsse auf das soziale Umfeld dessen Trinker. Man soll ja nicht meinen das ich mir nur zum Spaß am Wochenende die Myrte so zu knalle das es kracht dem Alkohol widme. Das hat alles seinen wissenschaftlichen Hintergrund und ich werde spätestens dann lachen, wenn ich meinen Doktortitel verleihen bekomme. In welcher Fachrichtung suche ich mir noch aus. Das Gute ist, sobald man einer Sachen einen wissenschaftlichen Hintergrund gibt ist alles erlaubt. Ich fahre doch dieses PS-Monster nicht zum Spaß! Nein, ich untersuche die Abnutzung der Kolben bei großhubraumigen Fahrzeugen. Mein Zweitwagen ist ein Schaufelbagger mit 12 Zylindern.

Wir unterhielten uns über dies und das und die Uhr legte den Schnellgang ein. Zwischenzeitlich gab es noch den Beginn einer Schlägerei zu begutachten. Man sollte nicht meinen wie manche Leute abdrehen wenn sie zu viel getrunken haben. Wer mit Alkohol nicht umgehen kann, der sollte ihn lieber aus dem Balg lassen. Und wer sich im Suff prügelt sollte erstmal ein wenig auf Entzug gesetzt werden. Leute, sich betrinken soll Spaß machen und nicht Aggressionen herauf beschwören. Aber wie sagt man so schön, jeden Tag steht ein Idiot auf. Ehe man sich versah war es plötzlich 0523 Uhr und die Werkstatt schloß die Türen. Der Matten hatte mich schon etwas früher verlassen und so bleiben wie so oft nur die Westeröder über. Sollte man annehmen, doch draußen gab es eine immense Menschentraube. Durch einen hier nicht erwähnten Trick gelang es uns dann aber doch ein Taxi zu ergattern und den Heimweg anzutreten. 0538 Uhr ist ja eine ideale Zeit sich schon Mal Gedanken um das Frühstück zu machen.

Allen Vermutung zum Trotz sind wir dann aber nicht zu McDonalds gefahren sondern kehrten beim heimischen Bäcker ein. Dort deckte ich mich erstmal mit Brötchen ein und dutze mich ab jetzt mit der Bäckereifachverkäuferin. Haha, so schnell knüpft man Kontakte. Wer weiß wann ich darauf mal zurück greife. Vielleicht ereilt mich ja morgen schon der Brötchennotstand! Dummerweise hatte der Himmel in der Zwischenzeit seine Schleusen geöffnet und lies es regnen. Da war ich los und stapfte durch den Regen mir meiner Brötchentüte. Entgegen meiner Annahme das Brötchentüten so stabil sind das sie problemlos einer Splitterhandgranate oder wenigstens einer Bouncing Betty standhalten würde. Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Der Regen reichte schon vollkommen aus, das die Tüte ein wenig aufweichte. Den Rest besorgte dann die Schwerkraft und eine niedriger Reißwiederstand bei feuchten Papiertüten. Es begann mit einem feinen Riß und endete damit das die Hälfte meiner Brötchentüte sich über den Asphalt verteilte. Da stand ich, mitten Regen und sagte laut: ”Das glaube ich jetzt ja nicht!“ Seltsam, das man in solchen Situationen seine Gedanken der Welt offenbart, obwohl man sicher sein kann das einem Niemand zuhört. Und bestimmt nicht das höhere Wesen welches für diesen Vorfall verantwortlich zu machen ist. Kennt Jemand Murphy’s Gesetzte? Murphy jedenfalls sagt, das wenn einem etwas runter fällt, das es sich im weitest möglichen oder unmöglichen Abstand auf dem Boden verteilt. Vornehmlich Diskettenboxen, falls die Jemand nicht kennt. Oder sollte ich hier CD-Spindeln erwähnen? Das gleiche kann ich auch für Brötchen bestätigen. Ich sammelte sie also auf und trug sie in meiner Armbeuge nach Hause. Ein wenig Straßendreck hat noch niemanden umgebracht.

Der Samstag Morgen war erfreulich schmerzfrei. Und ich konnte mich in aller Ruhe auf den bevorstehenden Büttenabend vorbereiten. Der hatte nämlich schon einen Großteil der Wochenabendgestaltung eingenommen. Bühne aufbauen, sich mit Elferratskollegen rumärgern, Bier trinken, Scheiße labern und schuften was das Zeug hält. Doch alles war am Samstag Abend vergessen. Am Nachmittag hatten wir noch einen Einsatz wegen einer Ölspur, von dem ich aber nichts mitbekommen habe, da mein Pieper auf der Ladestation stand und ich den ganzen Tag mit Gehörschutz umher gelaufen bin mich zum Zeitpunkt der Alarmierung in einem anderen Raum aufgehalten habe. Geschickt, oder. Doch ich versorgte die Einsatzkräfte mit Getränken. Ansonsten entspannte ich hervorragend um ausreichend ausgeruht für den Büttenabend zu sein. Aus Erfahrung weiß ich das es hart werden würde. Sehr hart!

Wenn ich nur gewusst hätte wie hart und vor allem grenzwertig es werden würde, dann hätte ich ich gleich ins Bett gelegt. Aber da ich keine hellseherischen Fähigkeiten besitze, stellte ich mich der Herausforderung und legte meine Elferratsrüstung Elferratsklamotten an und begab mich im stürmenden Regen zur Mehrzweckhalle. Unterwegs sammelte ich noch Böning, Kai und Schnitzel ein, in ziemlicher genau dieser Reihenfolge. Das schlechte Wetter ließ auch auf kein Bier unterwegs hoffen und ließ uns m schnellen Schritt dem kühlen Naß entgegen laufen. Oben angekommen ging es dann auch gut los. Leider gab es die erste Runde nicht wie erhofft umsonst sondern mußte erstmal von mir gelöhnt werden. Naja, dann bin ich die nächsten 20 Runden erstmal nicht dran.

So weit so gut. Man war in der Mehrzweckhalle und wartet drauf vom Präsidenten eingesetzt zu werden um noch diverse Last Minute Arbeiten zu erledigen. Glücklicherweise übersah er mich jedes Mal. Muß wohl an meinem schlanken Äußeren gelegen haben oder aber der Elferratsanzug gibt eine perfekte Tarnung an. Vielleicht wollte er mich auch nicht bei meinem ach so seltenen Bierkonsum stören. Man weiß es einfach nicht. Alles war am wuseln und ich stand dort und trank mein Bier. Versteht mich nicht falsch, ich habe mich nicht gerade versteckt, sondern stand sehr sichtbar an der Theke. Dort wurden dann ab und an Runden geschmissen, an denen ich mich gerne beteiligte. Jedenfalls beim vernichten der Runde. Schließlich hatte ich ich ja angefangen Runden zu schmeißen.

Das Gewusele wurde schnell immer weniger und die ersten Gäste trafen ein. Das stört den Elferrat natürlich nicht weiterhin an der Theke zu stehen und sich literweise das Bier in den Schero zu knallen. Auch wenn Stefan ab und an mal ein wenig kritisch geguckt hat lief das gelbe Gold weiterhin die Kehlen hinunter. Manchmal kam dann schon die Frage auf, warum man denn vorher schon so viel trinken mußte. Darauf blieb aber nur eine Antwort. Warum denn nicht. Wozu ist denn der Büttenabend sonst da, wenn nicht um sich hemmungslos zu betrinken und sich irgendwann am Abend zum Ei zu machen. Also ich könnte einen Büttenabend nicht nüchtern ertragen. Warum gibt es denn wohl Bier bei einer solchen Veranstaltung. Dann könnte man ihn auch an einem normalen Wochentag am Abend machen. Die Zeit bis zum Einmarsch wurde also mit Bier trinken und Scheiße labern verbracht. Selbst als man schon zur Eile aufgerufen wurde wurde von Morchel noch eine Runde Pils bestellt, die dann halt auf Ex rein mußte. Gut, ich gebe zu, ab hier wurde es auch für mich ein wenig sehr hart, aber ich habe es dennoch geschafft. Ex Trinken war nie meine Stärke. Ausdauernd, ja das kann ich mir auf meine Fahne schreiben. Das Bier war weg und nun konnte einmarschiert werden. Nicht in Polen In die Halle, mit Kai vorweg und ordentlichem Gebrüll. Soll heißen man schreit in der Gegend rum und gibt im allgemeinen bekannt das man ein Idiot ist, wie man an der Kopfbedeckung erkennen kann zur närrischen Führungsriege gehört und ab jetzt der Spaß los geht. Klar, wir sind ja auch auch schon alle gut dabei und werden auf der Bühne bestimmt kein Wasser trinken. Den Arm zum karnevalistischen Gruß erhoben fiel mir plötzlich ein, das ich Brausepulver vergessen hatte. Verdammt! Aber auch nicht ganz so schlimm, da Spaßbremsen das Schnaps trinken auf der Bühne während des Büttenabends verboten haben. Auf Hinweis der ach so lustigen älteren ehemaligen Elferratsmitgliedern. Klar, weil das ja früher alles Engel waren und keinen Tropfen Alkohol angerührt hatten. Karneval ist eine todernste Sache. Und mir fliegen Schweine aus dem Hintern. Naja, mir war es egal, ich kann mich auch mit erlaubten Alkoholikas auf der Bühne betrinken und wenn das auch noch verboten werden sollte, dann bin ich schneller aus dem Elferrat als der Papst von einer Bar Mitzwa.

Nachdem nun die Parolen für den Abend vom Prinzen und vom Präsidenten ausgegeben wurden konnte man nun zum gemütlichen Teil übergehen. Auf der Bühne sitzen und sich Mütze zu knallen. Ach ja, und dem Programm des Büttenabends folgen. Welches in der zweiten Reihe allerdings nur erraten werden konnte, da die Programm nur in der ersten Reihe verfügbar waren. Dafür gab es aber Bier. Und ich saß neben Leiche, da konnte der Abend ja nur spaßig werden. Zum Programm selber lässt sich sagen, das es recht gut war. Man muß aber ehrlicherweise sagen, das es schon mal besser war und vor allem mit mehr Akteuren. Ich selber darf mich dabei ja nicht ausschließen, denn ich war früher selber mal aktiv und habe was vorgeführt. Zwar immer in einer Gruppe, aber immerhin. Nun gehöre ich auch zu den Passiven, die lieber gucken als was zu machen. Ist zwar nicht richtig, aber die Zeit fehlt mir einfach dazu. Außerdem habe ich keine Kraft mehr dazu mich um so was auch noch zu kümmern. Doch bevor ich hier gar nichts vom Programm erzähle möchte ich das absolute Highlight des Abends kurz erwähnen. Es war ein Auftritt der Natheplantruppe. Sie führten das Märchen von Aschenputtel auf in einer Version die man sonst nur bei Hochzeiten sieht. Es wird eine Sichtbarrikade aufgestellt und dahinter verbergen sich die Akteure und stehen nur dann auf und sind somit für das Publikum sichtbar, wenn sie was zu sagen haben. Dabei haben sie meistens alberne Kostüme an und sprechen in einer Tonart die sonst nur in der Blue Oyster Bar gut ankommt. Um dem ganzen noch ein Sahnehäubchen zu verpassen werden die Frauenrollen von Männern gespielt und die Männerrollen von Frauen. In diesem speziellen Fall, brauchte man eine Frau, die den Prinzen gespielt hat, das war die Melanie. Ich selber habe in so einer Produktion auch mal mitgewirkt, bei Andres Hochzeit. Da ich ja prädestiniert für peinliche Rollen bin, wurde mir die Rolle als gute Fee übertragen. Und ich war gut. Doch an diesem Abend wurde ich von meinem Thron gestoßen. Schmieri übernahm die gute Fee und war einfach perfekt. Er hatte ein rosa Kleid, langes wallendes Haar, einen Zauberstab mit Musik und er sah Scheiße aus. Scheiße sieht er ja immer aus, aber als er dann an fing zu sprechen war es vorbei. Der Saal tobte. Ich mußte ja schon laut auflachen, als er sich kriechend hinter den Sichtschutz begab. Da er einen verdammt spitzen Hut hatte, konnte er auch nur auf dem Boden sitzen. Herrlich. Und er war der Brüller bei der Aufführung und hätte mit Sicherheit den ersten Platz bekommen, wenn wir so was verteilt hätten.

Der Büttenabend endete mit dem Einmarsch aller Beteiligten und meine Hände taten langsam weh vom vielen Klatschen. Außerdem war das Bier nur sehr sporadisch gebracht worden, was aber an der Masse an Leuten vor der Bühne gelegen hat, das die Bedienung nur selten den Weg zu uns fand. Es gab aber zum Glück genügend Pausen in denen ich mir dann im Eilverfahren die Biere in den Kopf schoß. Außerdem konnte ich so auch mal mit Ingo und Köppel mal reden. Nicht zu vergessen Näppchen und Anne, die ja Köppel und Ingo begleiteten. Leiche entdeckte dann auch zwischen den Pausen eine Kiste mit Kaubonbons für die Prinzengarden, die wir dann wegschroteten, da die Prinzengarden gar nicht auf der Bühne waren. Ha, selber Schuld. Der Büttenabend war also überstanden und man konnte nun zum gemütlichen Teil übergehen. Dem hemmungslosen Betrinken direkt an der Theke. Zwischendurch mußte man nochmal auf der Theke antreten um sich den obligatorischen Löwentor rein zu jagen. Ich hoffte so sehr das es der letzte sein würde. Warum konnte ich keinen Korn trinken. Den sieht die Leber wenigstens nicht.

Was mich angeht, ist es eigentlich schon genügend Spaß wenn man an der Theke steht und die verschiedensten Leute trifft. Man hat immer schnellen Zugriff auf das Bier und braucht sich nur um zu drehen und schon hat man den nächsten Gesprächspartner. Doch der liebe Gott hat nicht nur das Bier erschaffen um bei Parties richtig viel Spaß zu haben, sondern auch die Tanzmusik. Mir sollte es recht sein. Wem es nicht reichte sich mit Bier schwindlig zu trinken der kann gerne mit ein paar Runden auf der Tanzfläche nach helfen. Doch warum werde dazu immer ich heran gezogen. Ich glaube ich habe da selber Schuld dran. Seit ich einmal geschrieben habe, das die Prinzessin mich aus erkoren hat zum Tanzen und ich da einmal ein wenig in der Wortwahl ausgerutscht bin hat sie nun eine debile Freude dran mich zum Tanzen zu zwingen. Da sie ja Prinzessin ist, kann sie ja machen was sie will. Also kam sie wieder lächelnd auf mich zu und verlangte von mir mein Bier an die Seite zu stellen. Als ich mich anfangs weigerte verzog sich das Lächeln ganz schnell und der Griff um mein Handgelenk zog sich zu wie eine Schraubzwinge. Mir bleib nichts anderes als mich zu fügen. Schließlich ist sie die Prinzessin. Und so tanzte ich erneut und viele andere sahen es. Ich wusste genau was nun bald folgen würde. Ich durfte mit mehreren Frauen tanzen. Die Wahl lag da ganz bei den Frauen. Ich konnte ja nicht mal Nein sagen, da es sonst wieder heißen würde das ich ja mit der getanzt hätte und mir ihr dann ja nicht. Manchmal hasse ich mein Harmoniebedürfnis.

Es dauerte nicht lange da kam dann auch die Hüfte an und wollte über das Parkett geschoben werden tanzen. Und Ramona ist auch so eine Kanditatin bei der ich nicht Nein sagen kann. Zwischendurch kam ich dann doch noch dazu ein oder zwanzig Bier zu trinken. Aber ich lerne ja immer neue Frauen kennen und so wies mich dann Birgit auch in das Tanzen ein. Leider bei einem Leid, welches kein Discofox war. Hmm, egal ich schieb es einfach auf mein Strammsackzustand. Ich kann ja tanzen, das habe ich von höchster Stelle bestätigt bekommen, ich mache es nur nicht gerne.

Der Abend wurde später und auch extremer. Die Gästeschar lichtet sich nach und nach und wie es nun mal so ist macht sich da schnell mal der Magen bemerkbar. Leider waren alle Schnitzel aus der Küche auf mysteriöse Weise verschwunden. Es waren nur noch mehrere Töpfe vorhanden, die Gulaschsupe, Jägersoße und Würstchen enthielten. Als ich die Küche betrat legte sich folgende Szene vor mir danieder. Am Würstchentopf hat sich Ingo eingefunden. Am Gulaschtopf war Böning zu Gange und den Jägersoßentopf wurde von Morchel in Beschlag genommen. Er war fest der Meinung das sich auf dem Grund die Schnitzel befanden. Also löffelte er mit einem kleinen Löffel die Soße weg. Er hatte ja nur noch 15 Liter bis er zum Topfboden vorgestoßen war. Ich wollte dann von Ingo eine Wurst haben, woraufhin er mir nur eine halbe gab. Vielleicht war das ein versteckter Hinweis, das ich eine Diät in Betracht ziehen sollte. Oder aber er hatte so einen Hunger das er bei meinem Würstchen nochmal abbeißen mußte. Ähhhh, ihr wisst schon was ich meine.

Zurück in der Mehrzweckhalle waren nicht mehr viel Gäste anwesend. Aber es gab Phil Collins und Bier. Morchel nutzte die Gelegenheit, nahm sich einen Stuhl, setzte sich auf die Bühne und schlief ein. Ich nahm ja eigentlich an, das er nun eine Pille-Kopp-Karaokeshow hinlegen wollte, aber dem war nicht so. Also stürmte ich auch die Tanzfläche. Ja, ich gebe es zu, ich bin freiwillig auf die Tanzfläche gegangen und so richtig zu Phil Collins abgespackt. Aber ich war voll und kann es mir erlauben, da ich einen Großteil der Leider eh auswendig kenne. Wisst ihr eigentlich was das Schlimmste ist was man auf der Tanzfläche machen kann. Die Lieder mit singen. Ich hasse es und habe lauthals mitgegröhlt. Man sagt es sich immer wieder und dennoch erwischt man sich dabei Lippensynchron mit zu singen. Ich lerne es wohl nie.

Es scherte sich zu solchen späten Alkoholexessen späten Stunden auch keiner mehr um diverse Regeln die später einmal für das hohe Gericht interessant werden könnten. Die Kappen wurden munter getauscht, es wurden Fotos von aufgesetzten Kappen gemacht und vieles mehr. Selbst die Kappe quer aufzusetzen stört keinen Schwanz mehr. Früher wurde man dafür an den Testikeln vom Kirchturm gebaumelt, heute gehört es schon zum guten Ton. Ich beteiligte mich aber dennoch nicht an dem Frevel und blieb brav. Ich nenne auch extra an dieser Stelle keine Namen, da ich keinen ans Messer liefere. Aber ich freue mich schon auf das hohe Gericht.

Die Luft war raus und der Aufbruch nahte. Vorher erzählte mir Nollo noch diverse Sachen von denen ich nur noch die Hälfte weiß. Irgendwie hatte es was mit Intelligenz zu tun und mit eine der Bedienung und mit ”Licht unter den Scheffel stellen“. Ich bin fest der Meinung das es sich dabei nicht um mich drehen könnte. Allein schon wegen dem ersten Begriff. Nun ja, unsere tiefsinnige Diskussion war jedenfalls vorbei, als wir aufbrachen. Doch nach Hause konnte wir noch nicht. Wir mußten noch zu Böning und dort frühstücken. Wenn ich Böning sage, meine ich Julia und Patrick. Böning erzählte irgendwas von Rühreiern und Kai wollte sie zubereiten. Mir war es recht, er erwähnte sogar noch was von Bier. Damit hatte er eh mein Herz gewonnen. So zogen wir durchs Dorf. Schmieri und Anja, Nollo und Biggi, Kai, Schnitzel, Böning und Julia und ich. Ich war sogar sehr hilfsbereit und half dem Schmierigen dabei die Marken zu tragen. Die ließ ich dann aber in Bönings Haus erstmal vom Ofen auf den Boden fallen. Ich bin ja immer noch der Meinung das es ein plötzliches Erdbeben, bestehend nur aus einem Stoß, war und die Markenkiste vom Ofen geworfen hat. Das Gelächter beim Aufheben härte ich gar nicht mehr. Man soll auch gar nicht glauben wie viele Leute in eine kleine Küche passen. Auf jeden Fall alle.

Nun muß ich hier leider die nackte, harte Wahrheit sprechen. Das Gebot meines Logbuch bindet mich daran. Schmierpopel ist einer der fiesesten Typen die ich jemals kennen gelernt habe und ich kenne schon fiese Typen. Ich mag den Vogel echt gerne, aber manchmal schafft er es immer noch mich zu schocken. Es war nämlich so, das Bönings noch Weihnachtskekse hatten, die ich erstmal auf den Tisch stellte. Nun kennt ja jeder Spritzgebäck. Das ist lang und wird auf einer Hälfte mit Schokolade bestrichen. Wegen dem Geschmack. Hier kommt der Schmierpopel ins Spiel er greift also in die Keksdose und nimmt sich so ein Spritzgebäck, beißt die Hälfte mit der Schokolade ab und wirft den Rest wieder in die Keksdose. Ich fasste es nicht und war der Meinung eine Halluzination zu haben. Wäre ja nicht meine erste. Doch ich sah ihn das eben erwähnte wiederholen. Völlig ungläubig fragte ich ihn was er denn da mache und ob er denn noch ganz glatt wäre. An dieser Stelle möchte ich den folgenden Prolog gerne wörtlich wieder geben:

Schmierpopel: „Bist Du total blöd, ich ess doch nicht die Seite wo keine Schokolade drauf ist!“
Ich: „Da mußt du doch aber den Rest nicht wieder in die Keksdose zurück werfen!“
Anja: „Das macht er zu Hause auch immer…“
Schmierpopel grinst und rülpst
Ich: „Du bist einer der ekeligsten Menschen die ich jemals kennen gelernt habe!“

Mittlerweile hatte Kai dann auch das Rührei fertig und servierte jedem eine Portion. Dazu gab es frisch aufgebackene Brötchen. Das nenne ich mal ein fürstliches Frühstück. Bei Bönings esse ich immer gerne. Vor allem gab es noch Bier. Von meinem Rührei bekam ich allerdings nicht viel, da Anja meins zur Hälfte auch noch auf aß. Hunger hatte ich eh keinen mehr. Erstens saß mir die Keksgeschichte noch schwer im Magen und ich mußte mir merken, das ich nie wieder bei Schmierpopel Kekse essen würde. Ich stelle mir lieber nicht vor wo bei ihm die ganzen Haselnüsse herkommen. Nachher ißt er so gerne Ferrero Rocher und mag die Nuß nicht! Zweitens mußte ich mit ansehen wie Schmieri auf dem Tisch ein schlief und anfing zu schnarchen. Nachdem mir dann auch zwei Mal die Augen zu gefallen sind, entschied ich mich für den Heimweg. Schmieri und Anja schloßen sich mir an. Zum Glück regnete es und ich wurde nochmal richtig naß. Tolle Wurst!

Sonntag Morgen. Mein Wecker klingelte und ich mußte zum Aufräumen. Welches recht fix ging, denn es wollten wohl alle noch mal auf das Sofa, bevor man sich in die Nachmittagsvorstellung schmiß. Das klappte bei mir nicht ganz und ich ging sehr müde zur Vorstellung. Welche die gleiche Qualität hatte wie am Vorabend. Doch was soll ich sagen, ohne Alkohol ist ein Büttenabend sehr schwer zu überstehen. Noch schwerer wird es wenn man das alles schon mal gesehen hat. Ich wollte aber nüchtern bleiben, da ich ja am nächsten Tag arbeiten mußte. Das ging auch ganz gut, bis ich in der Mehrzweckhalle war und mir von der Bedienung ein Bier zum Testen angeboten wurde. Warum kommen die damit immer auf mich zu? Projekt alkoholfreier Sonntag war gestorben. Aber sonst war ich brav.

Gegen 1800 Uhr war es dann auch geschafft und ich gleich dazu. Ich wollte nur noch nach Hause und eventuell noch ein wenig verdiente Ruhe vor der stressigen Woche zu bekommen. Hört bitte auf zu Lachen…..


Halb besoffen ist…

13/01/2008

Eins kann ich schon mal vorweg nehmen, dies wird ein nicht ganz so langer Eintrag, da ich nur einen Tag vom Wochenende abdecken muß. Einen Tag nur? Was war los, habe ich einen Dauerparty veranstaltet in der ich am Freitag Abend angefangen habe und erst am Sonntag in den frühen Morgenstunden nach Hause gekommen bin, Währenddessen aber die halbe Welt gesehen habe und dank eines Zeitsprungs wieder rechtzeitig zu Hause war. Wer weiß. Diese Risse im Raum-Zeit-Kontinuum sind nicht zu unterschätzen und man stolpert leicht. Genug mit dem ganzen Schwachsinn, es war natürlich ganz anders. Ich achte ja neuerdings auf meine Gesundheit und habe einen alkoholfreien Tag eingeführt. Eigentlich sogar fünf. Nämlich Sonntag bis Donnerstag. Und vergangene Woche waren es dann einer mehr, nämlich der Freitag.
Praktischerweise mußte ich nämlich am Samstag auf eine berufliche Weiterbildung und die wäre absolut gar nicht erfolgreich gewesen, wenn ich mich am Freitag Abend so abgeschädelt hätte das ich den Samstag nur im Halbschlaf mitbekommen hätte. Also entschied ich im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte das ich am Freitag Abend mal zu Hause bleiben würde. Ich muß aber zugeben, das ich, als ich die Nachricht von der Samstagsarbeit erhalten habe, erst ein wenig innerlich zerbrochen bin, habe mich aber schnell wieder gefangen, da ich ja eh nichts daran hätte ändern können. Also akzeptierte ich mein Schicksal und bereitet mich auf einen Fernsehabend vor. Nun ja, so war es jedenfalls geplant, doch der Schnitzel rief noch an und teilte mir mit, das man sich im Feuerwehrhaus treffen würde. Ich fuhr also nochmal los und statte einen kurzen Besuch ab, der nicht gerade unfruchtbar war. Ich labte mich zwar nicht an alkoholischen Getränken, aber wir fanden endlich ein Thema für den Karnevalwagen der Jugendfeuerwehr. Das ich hier natürlich nicht verrate. Außerdem ließ ich meine Kreativität richtig fließen und dachte mir noch zwei Sprüche für den Wagen aus. Wiebke, Kais Freundin, brachte auch noch einen Spruch mit ein, während bei Kai nur Nonsens raus kam. Was anderes hätte ich auch nicht erwartet. Nach diesem kurzen Abstecher brachte ich mich dann in die horizontale Lage auf meiner Couch und schaute die Gilmore Girls, ich find ja Lorelai unglaublich scharf einen harten Action-Kracher, eben Männerunterhaltung. Leider mußte ich meiner Erschöpfung nachgeben und entschlummerte nach wenigen Minuten ins Reich der feuchten Träume. Als ich erwachte, mußte ich mit erschrecken feststellen, das meine Couch wohl breit genug für drei Personen nebeneinander ist, aber nicht lang genug um mich in meiner vollen Länge aufzunehmen. Entweder sind die drei Personen nebeneinander sehr schmal gebaut, so wie ich oder aber ich bin unglaublich groß. Ich glaube weder noch, denn die Lehnen sind tierisch breit und da liegen dann meine Beine so komisch drauf. Ich überlegte nun ob es denn sinnvoll wäre, den Standort in das Schlafzimmer zu verlegen, konnte mich aber nicht wirklich aufraffen. Ich glaube es ist eine der schlimmsten Entscheidungen sich vom Sofa aufzuraffen und sich ins Bett zu legen. Man liegt gerade und will einfach nur weiter schlafen, das Unterbewusstsein gibt einem ja die richtigen Ratschläge und weiß das man im Bett viel besser schlafen kann. Wenn da nur nicht das aufstehen an sich, die vielen Stufen und das ”bettfertig“ machen wäre. Aber die Vernunft hat gesiegt, schließlich wollte ich ja ausgeruht und fit für den anstehenden Lehrgang sein.

Es war ein komisches Gefühl an einem Samstag Morgen aufzustehen ohne einen Kater zu haben. Wenn ich sonst früh aufstehen muß, zum Beispiel beim Grundlehrgang, dann war ich den Abend vorher Weg. Da ist das auch nicht weiter schlimm, da ich ja Ausbilder bin und körperlich nicht hart arbeiten muß und die ganze Zeit an der frischen Luft bin. Nun bin ich aber selber Lehrgangsteilnehmer und mußte aufnahmebereit sein. Deswegen die Entscheidung des alkoholfreien Abends. Trotz guter Vorbereitung und schon geholten Brötchen bin ich leicht mit meinem Zeitplan in die Bredouille gekommen. Aber gegen ein paar Minuten zu spät kann ja keiner was sagen.

Zum Glück war der Lehrgang nicht allzu anstrengend, so daß er recht fix vorbei ging. Und nun habe ich erstmal einen Haufen Überstunden. Allerdings habe ich mir schon einen Plan zurecht gelegt wie ich sie wieder weg bekomme. Ist nicht bald Karneval? Egal, es wurde Zeit sich um die Abendplanung zu kümmern. Ein kurzes Telefonat mit dem Doktor ließ mich wissen, das er wohl nicht mehr so viel machen wollte. Schnitzel mußte beim Sängerball bedienen und würde somit auf ausfallen. Ich bereite mich also schon auf einen zweiten Abend in den eigenen vier Wänden vor. Und ich muß sagen, das ich damit absolut gar kein Problem hatte. Ich würde mir ein zwei Bierchen rein knallen und dann wieder auf dem Sofa einschlafen. Kein nagendes Gefühl. Doch ganz tief im Innern dachte ich das ich eigentlich hätte weggehen wollen. Gerade nach diesem bisher eher mauen Wochenende. Gegen 1800 Uhr klingelte dann mein Telefon und der Doktor war dran. Er hätte doch ein wenig Lust was zu machen. Ich hatte ja schon früher am Tage vorgeschlagen zu einer Party zu gehen. Ich möchte jetzt hier lieber nicht nieder schreiben welche Party das war, aber werde wohl nicht drum herum kommen. Im Bostal war eine Wahlparty, von der JU organisiert. Da ich mit der JU, wegen gewissen Differenzen nicht mehr so ganz konform gehe, wäre es eigentlich ein Grund dort keinesfalls hinzugehen. Allerdings lockten sie mit günstigen Getränken und man hatte einen kleinen Hoffnungsschimmer, das dort eventuell was los sei. Also machte ich den Vorschlag, dort aufzuschlagen, die ganzen kostenfreien Snacks weg zu schroten, sich hemmungslos zu betrinken und dann wieder den Abflug zu machen. Der Doktor war nicht wirklich begeistert, aber auch nicht abgeneigt. Man muß sich ja erstmal in Stimmung bringen. Also machte ich Alternativvorschläge was man denn vorher machen könnte. Unter anderem fielen da einschlägig bekannte Lokalitäten in der Stadt. Wir entscheiden uns dann doch zum ruhigen vorglühen bei Markus zu Hause. Er hatte ja auch gerade Bier geholt. Guter Mann.

2030 Uhr, Markus holte mich ab. Dafür, das ich vor zwei Stunden noch leichte Kopfschmerzen hatte und mich eigentlich ohne großes Lamentieren mit einem ruhigen Abend abgefunden hatte ging es mir nun recht gut und ich hatte große Lust mich einfach zu betrinken. Was so ein ruhiger Freitag doch alles aus macht. Vielleicht sollte ich das öfter machen. Beim Doktor angekommen gab es herrliches Becks und dazu durfte ich sein Kabelnetz bestaunen. Und seinen neuen LCD-TV. Ich hatte mir ja auch schon mal einen bestellt, aber dank Verarsche der Internetfirma, habe ich keinen bekommen. Lange Geschichte, die ich hier nicht wieder geben möchte, da ich mich zu sehr aufrege und meinen Blutdruck in ungeahnte Höhen treiben werde. Aber so ein Teil ist schon sehr gefällig. Da ich mich nun aber zu einer anderen entscheidenden Anschaffung durchgedrungen habe für dieses Jahr werde ich wohl noch ein wenig auf meinem alten Röhrenlumpi weiter gucken. Aber die andere Anschaffung geht vor und darauf freue ich mich schon wie bekloppt sehr. Was wird bei passender Gelegenheit hier veröffentlicht. Auf jeden Fall ist es schwarz! Nun ja, bei harten Rock ließen wir uns die Biere schmecken. Kurze Zeit später kamen dann noch Bemi und Nina. Ich hatte ja im Vorlauf des Abends schon mit dem Langen telefoniert und der wollte sich auch noch anschließen. Die Zeichen standen gut für einen lustigen Abend. Bemi hatte dann auch eine schöne Kiste Bier mit dabei. Allerdings war es KöPi, was mir mit ziemlicher Sicherheit am nächsten Tag Kopfschmerzen bereiten würde. Doch ich hatte ja noch Becks. Und was noch vorteilhaft hinzu kam war, das der Doktor einen Rest an Havana hatte, den wir uns im Vorfeld zu Gemüte führten. Auch wenn es hart war, ich habe den Umschwung nach dieser Leckerei auf das Bier wieder geschafft.

Seltsamerweise lief im Fernsehen die Chart Show, anscheinend normale Samstagsabendunterhaltung und ich war froh, das ich doch noch auf Piste gehen würde. Wenn ich mir so einen Rotz zu Hause antun würde, würde ich nach einer halben Stunde schreiend auf der A7 mit 250 km/h unterwegs sein. Auf direktem Wege nach Wilhelmshafen um dort in den Tiefseehafen zu stürzen. Sicher ist sicher! Das Thema der Show waren die Besten der Besten der Schlager. Darf man eigentlich so Begriffe wie Beste vom Besten in Verbindung mit Schlagern nehmen? Das ist doch was total gegensätzliches. Ab und an wurden auch Auschnitte von Wolle Petry gezeigt. Ich bin der Meinung das sich Wolle nicht Sänger nennen darf. Was er dort getan hat konnte man mit Vergewaltigung von Musik bezeichnen. Und das allerbeste ist ja, das auf den Konzerten ca. 40% der anwesenden Gäste genau so aussahen wie Wolle Petry. Also Vokuhila der übelsten Sorte und dazu einen echt fiesen Oberlippenbart. Männer wie Frauen! Ich hoffe ihr verzeiht, das ich keine Bilder hier verlinke, denn ich möchte den Lesern den Brechreiz ersparen. Der einzige Grund warum ich bei Wolle Petry nach an mich halten kann, hat mit Suggestion zu tun. Denn als es vor langer, langer Zeit den Checker noch gab, kam dort einmal am Abend Wolle Petry. Mindestens. Ich konnte ich damals schon nicht ab und war dem Brechreiz schon sehr nahe. Doch eine junge Dame mit dem Namen Imke, in die ich mich auf den ersten Blick verliebt hatte, fand den Wolle unglaublich Klasse und bewegte ihren Körper sofort auf die Tanzfläche als die Musikvergewaltigung aus den Lautsprechern tropfte. Daher konnte ich auch Wolle was Gutes abgewinnen. Die Geschichte mit Imke ist schon lange her und schon damals habe ich es ganz groß vermasselt. Entweder werde ich die Geschichte hier mal veröffentlichen oder aber ihr fragt bei Gelegenheit meinen Cousin David, der kann euch die Geschichte auch detailgenau wiedergeben. Sogar Ausführung mit seiner Meinung.

Genügend in der Vergangenheit gekramt. Mittlerweile sind dann auch noch der Lange und Helena und Florian und Anja angekommen. Der Abend wurde immer lustiger und das Fernsehprogramm wechselte nun zwischen Saturday Night Live im O-Ton und Atze Schröder. Atze kann ab und an ganz witzig sein, aber viele Sachen finde ich einfach nicht lustig. Geschmäcker sind halt verschieden. Und wenn man dann schon gut einen im Kahn hat lacht man auch über jeden Mist. So geschehen bei Saturday Night Live. Es kam eine Episode von The Molecular Man. Wenn man sich nun diesen Video anguckt ist es gar nicht mal so lustig, aber wenn der Alkohol das Blut schon ein wenig flüssig gemacht und einen Teil davon in die Großhirnrinde eingelagert hat findet man so was Klasse. Gerade den Ausruf ”The Molecular Man“ hat großen Anklang bei uns gefunden und wurde noch ein paar Mal den Abend zum Besten gegeben. Langsam wurde es aber auch Zeit den Aufbruch zu wagen, denn sonst verpassen wir wohl noch die Party. Hin fuhren wir getrennt, denn Anja fuhr noch und der Rest kam dann mit dem Taxi hinter her. Im Bostal angekommen kam ich mir vor wie in der Bronx. Es fehlten nur noch die brennenden Mülltonnen. Und wie es aussah war nicht wirklich was los auf der JU-Party. Doch zur Umkehr kamen wir nicht, da wir jetzt schon hier waren und uns das Elend aus erster Hand angucken wollten. Der Eintritt war frei und als wir drinnen waren wussten wir auch warum. Es war nämlich nichts los. Jedenfalls nicht viel. Meine Brille beschlug innerhalb weniger Millisekunden und ich hoffte das ich niemanden kannte den ich jetzt dank meiner Blindheit nicht grüßte. Nachdem dann teilweise das Sichtfenster wieder hergestellt war konnte ich mich richtig orientieren. Und ich kannte tatsächlich ein paar Leutchen, die gleich begrüßt wurden. Kurze Zeit später stand dann die Kerstin hinter mir und tippte mir auf die Schulter. Sie berichtet mir erstmal das ich nicht wirklich viel verpasst habe, denn vorher war auch nicht mehr los. Ich hab sie schon lange nicht mehr gesehen und freute mich. Sie war aber nur mit ihrem Freund unterwegs und ohne Kathrin und Heike. Schade eigentlich, denn dann wäre der Abend noch lustiger gewesen. Kathrin habe ich nämlich auch schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Dann kam noch die Inken hinzu und wir begrüßten uns kurz. Es wurde aber nun Zeit den Smalltalk zu beenden und sich den wichtigen Dingen zu widmen. Bier trinken. Welches wie ein Schlag ins Gesicht schmeckte. Bei dem Versuch es gefahrfrei hinunter zu bekommen sah ich dann ein weiteres bekanntes Gesicht. Den Matze. Um ehrlich zu sein, überraschte es mich nicht wirklich ihn dort zu treffen, ist er doch immer da wo es günstige Getränke gibt und man sich schön betrinken kann.

Wie schon erwähnt schmeckte das Bier nicht wirklich gut und ein Blick auf die aufgestellten Schirme verhieß nichts Gutes. Überall stand 9 Springe. Ich hoffte das es da keine Übereinstimmungen gab. Doch wenn ich mir den Geschmack vor Augen führte lag es auf der Hand. Man schüttet sich ja alles rein. Dafür gab es dann auch ohne Ende Snacks. Als ich mich dann irgendwann mal wieder umdrehte traute ich meinen Augen nicht. Der Jörg war auch da und unüberraschenderweise bumsvoll. Er blieb kurz stehen, schütte sich ein Bier in seine Getränkeöffnung und teilte mir dann mit, das er wieder nach Hause ging. War dann ein doch sehr lohnenswerter Besuch gewesen. Wir hingegen entschieden uns dann doch einen Sitzplatz zu suchen. Eine Bank mußten wir noch austauschen und dann stand dem gefahrfreien Sitzen nichts mehr im Wege. Dummerweise drückte auch die Blase ab und an und der Weg zur Toilette wurde ausgekundschaftet. Nun frage ich mich, warum auf dem Männerklo die Tür ausgehängt wird. Da hätte man auch gleich sagen können, das die Eimer die im ganzen Raum verteilt waren als Pinkelgelegenheit genutzt werden können. Ich entschied mich dann mich der freien Natur anzuvertrauen. Schließlich kann man das.

Drinnen war die Stimmung eher nicht so toll, was auch irgendwie an den wenigen Leuten lag. Ich hielt noch regen Kontakt mit Schnitzel per Kurznachrichten und der fragte ob er denn noch hinkommen sollte. Ich schilderte ihm die Lage und überließ ihm die Entscheidung. Immerhin waren für ihn ja ein paar junge Mädels dabei. Für mich allerdings zu jung. Er hielt es aber für besser beim Sängerball zu bleiben. Weise Entscheidung. Nachdem wir dann unser Tablett geleert hatten brachen wir auch auf. Und wurden vor das nächste Problem gestellt. Wie bekommt man acht Leute in einen fünf Personen Wagen? Lösung: Die fünf normalen Plätze wurden besetzt und die drei die übrig geblieben waren legen sich in den Kofferraum, wobei dieses Los Bemi, Helen und der Lange abbekommen haben. Die Plätze wurden aber nicht nach Schnelligkeit vergeben, sondern die drei Passagiere im Kofferraum legten sich da freiwillig. Wenn wir ehrlich sind, hätte ich den Kofferraum auch alleine ausgefüllt. Dann wären wir auch keinen Schritt weiter gewesen. So ging dann die Fahrt los und ich wurde am Kreisel nach Westerode raus geschmissen. Den kurzen Weg konnte ich ja zu Fuß gehen, außerdem hatte ich das Gefühl als sei meine Blase auf die Größe einer überreifen Wassermelone herangewachsen.

Nachdem ich mich dann erleichtert hatte ging kein Weg daran vorbei noch in der Mehrzweckhalle vorbei zu gucken. Nach kurzen Einmarsch kette ich mich an der Theke fest, denn dort befanden sich Schnitzel und Pascal. Bier gab es auch, also warum sollte man so ein schönes Szenario zerstören. Außerdem ist es immer recht gefährlich sich zu den Sängern zu setzen, da man sonst schneller eine Einzugsermächtigung unterschreibt als einem lieb ist. Zunächst leerte ich erstmal meine mitgebrachte Mischung und dann widmete ich mich dem Bier. Da meine Geschmacksnerven eh schon den Geist aufgegeben hatten, war mir egal was ich mir rein schüttete. So kam es dann auch das da noch zwei Rote dabei waren. Manchmal kennt man echt keine Grenzen mehr. Doch der Sängerball machte bald zu. Der harte Kern ging nach Hause und wir schlossen ab und taten es ihnen gleich. Kälte merkte ich auch nicht mehr und fragte mich was ich denn alles getrunken hätte. Als ich dann in meinem Bett lag, konnte ich nicht schlafen und lag mit offenen Augen im Bett. Da fiel es mir wieder ein. Ein Jägermeister-Red Bull war dazwischen gerutscht. Ich wartete also auf den Sandmann.

Zum Glück bin ich am Sonntag früh genug aufgewacht, denn sonst wäre ich bestimmt zu spät zur Kommandositzung gekommen. Als ich dann die Zeit hatte mich mit meinem Körperzustand zu befassen fiel mir auf, das es mir ja Scheiße ging. Endlich ein Sonntag wie ich ihn kannte!


No brakes

08/01/2008

Ich glaube meine Bremsen sind kaputt. Normalerweise sollte man doch nach dem Jahreswechsel und einer kleinen aber feinen Grippe einen Gang zurück schalten. Vielleicht sollte man mal einen Tag am Wochenende zu Hause bleiben und sich ein wenig schonen. Doch das kommt für mich nicht in Frage. Im Gegenteil. Die Bremsen sind ausgebaut worden und es wurde ein Gang nach oben geschaltet. Wer später bremst ist länger schnell!

Freitag Nachmittag, der Feierabend rückte näher und eigentlich sollte das ein Grund zur Freude sein. Doch seit dem Mittag plagten mich sehr gemeine Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase. Zu Hause machte ich dann noch den Fehler mir ein wenig Ruhe zu gönnen, so daß ich kurz vor 2000 Uhr die Augen geschlossen hatte. Zum Glück klingelte mein Telefon und Kai holte mich in das Hier und Jetzt zurück. Der Grund war etwas sehr belangloses, aber dennoch wollte er es mir mitteilen. Ich muß zu meiner Schande gestehen das ich drauf und dran war den Abend zu Hause zu verbringen. Doch dann packte mich irgendwas und sagte zu mir: „Schlafen kannst Du noch genug, nach dem Tod!“ Ich glaube es hatte Recht. Ich machte mich also auf und nahm mit folgendes vor“ Egal was ich heute Abend mache, ich werde keinesfalls in der Werkstatt enden. Ich werde mir ein paar Bierchen zu Gemüte führen und dann werde ich leicht angeheitert nach Hause gehen und am nächsten Tag schön ausschlafen. Ohne einen Kater zu haben!

So weit der Plan. Doch als ich die Tür zum Feuerwehrhaus öffnete war der erste Blick den ich erhaschte war der Vollmer. Naja, da wusste ich ja schon wieder das der Abend nicht ganz so früh enden würde wie ich erhofft hatte. Es gab aber kein zurück mehr und ich trat ein. Nach der Begrüßungsrunde ging ich dann erstmal in den Turm um mich mit kalten Getränken zu versorgen. Ich stand also im Turm und mein Kopf meldete leichte schmerzen auf der linken Gehirnhälfte. Ich ignorierte sie, denn ich wollte ja eh nicht so viel machen. Das erste Bier war ein Geschmackserlebnis sonder gleichen. Ich hatte nicht angenommen, das es mir dann doch so sehr munden wollte. Lag doch der letzte Rausch nur wenige Tage zurück. Ich ließ mich also überraschen was denn nach der ersten Runde noch so alles drin war. Neben dem Vollmer war auch noch der Böning anwesend. Bei solchen Aktionen die kurz nach dem Jahreswechsel statt finden weiß man ja immer nie, wem man schon alles Gute zum neuen Jahr gewünscht hat und wem noch nicht. Mir ist auch spontan bei dem Anblick von Vollmer und Böning eingefallen, das ich noch am Neujahrsmorgen, also ganz früh, mit Günner telefoniert hatte. Bin mir aber nicht mehr sicher, wen ich alles von den ganzen Kaputten am Telefon hatte. Was mich dann doch ein wenig beruhigte war, das es ihnen ganz neu war das Günner noch telefonieren konnte, aber ein kleines Fragezeichen in den Gesichter bestätigte mir, das sie es selber nicht mehr wussten, ob wir noch telefoniert hatten.

Die Bier gingen recht gut den Schlund hinunter und mein schmerzender Kopf gehörte recht fix der Vergangenheit an. Ich dachte einfach nicht mehr daran und schon waren die Schmerzen vergessen. Vielleicht hat auch die linke Hälfte meines Gehirns aufgehört zu arbeiten, was ich aber nicht mit Sicherheit bestätigen kann. Denn alle mir vertrauten Körperfunktonen liefen noch ohne Probleme. Ich erhöhte leicht die Schlagzahl und war erfreut das mein Körper nach mehr forderte. Als dann der Schnitzel irgendwann kam war mir irgendwie klar, das wir noch in der Werkstatt enden würden. Doch halt, etwas in meinem Kopf setzte zur Gegenwehr an. War da nicht ein Vorsatz, den ich wenige Stunden zuvor gefällt hatte? Mein Gehirn wollte den in Stein gemeißelten Befehlen wie ein Golem Folge leisten, doch mein Geist war stärker und zertrümmerte die Tafeln mit den geschriebenen Befehlen zu Feinstaub der nun in meinem Kopf umher irrt. Ich vermute mal in dem Teil wo kurz vorher noch meine linke Gehirnhälfte ihre Tätigkeit verrichtet hat.

Doch bevor ich den ruf von Eberhardt folgen würde sollten noch ein paar weitere Bierchen den Weg in meinen Magen finden. Ich hoffte so genügend Willensstärke aufzubauen um später dann den Ausflug in die Werkstatt zu verneinen. Denn ich war mir fast sicher, das dort nichts los sein würde. Und doch war tief in mir ein kleines nagendes Gefühl , welches mich immer wieder meine Entscheidung umwerfen ließ. Um ehrlich zu sein, erleichterte jede weitere Runde Bier die Entscheidung. Nämlich doch in die Werkstatt zu gehen. Selbst Philip machte da kein Hehl daraus das er wohl sagte er wisse noch nicht ob er in die Werker gehen würde, es aber schon beim Sprechen verwarf nach Hause zu gehen. Er trieb das ganze Spiel auch noch auf die Spitze in dem er sagte, das er die Münze entscheiden lassen wollte. Um e s kurz zu machen, er hat dann einfach so oft geworfen, bis wir dann in die Werkstatt gingen. Es muß ja irgendwie klappen und Fortuna lässt sich auf diesem Wege leicht überlisten. Ich war sogar der Meinung eine seltsame Zeichnung mit Felder auf der Tafel gesehen zu haben. Erst dachte ich es sei ein Versuch mit einem Stück Kreide im Mund ein Selbstporträt zu malen, aber dann erkannte ich die wahre Identität der abstrakten Zeichnung. Egal, wir fuhren also in die Werkstatt. Mit Umwegen, da ja noch einige Leute Geld brauchten. Übrigens fuhren Vollmer und Böning nicht mit, da Vollmer unpassende Sachen an hatte. Wobei ich bezweifele das es unpassende Sachen für die Werkstatt gibt. Da kann man glaube ich auch hin kommen, wenn man 10 Minuten vorher eine halbsteinige Wand niedergerissen hat hinter der zu aller Überraschung mehrere Sack Mehl hervor gekommen sind und über dem Abreißenden zerplatzt sind.

Wir kamen also in der Werkstatt an und ich war nicht wirklich überrascht, denn es herrschte gähnende Leere. Man erwartet ja immer das man sich irrt, besser gesagt hofft man und schickt kurz vorher noch Stoßgebete zum Himmel. Und manchmal klappt das auch, obwohl ich bezweifele das es an den Gebeten liegt. Wenn sie erhört werden, dann wohl immer nur dann wenn die Werkstatt leer ist. Ich vermute mal das Gottes Weg mir zu zeigen, das ich einfach mal zu Hause bleiben soll. Aber ich sage ihm schon weiter oben Erwähntes: Ruhe gibt es genug nach dem Tod. Nun ja, kommen wir nicht vom Thema ab. Fakt war das wenig los war und die die da waren waren nun nicht gerade die Creme de la Creme. Uns eingeschlossen. Normalerweise sollte man nun aus Anstand ein zwei Runden trinken und dann den Heimweg antreten. Was rede ich da? Aus Anstand? Einfach um nur um abzuwarten ob nicht gleich die Partytruppe aus Jamaica eintrifft und jedem eine Sportzigarette überreicht. Doch seit wann sind Westeröder normal. Ich meine, wir behaupten von uns selber, das Löwentor unser Nationalgetränk ist. In anderen Orten wird es zum abbeizen von alten Holzmöbeln benutzt und wir schütten uns das literweise rein. Wobei ich mich hier ausnehmen möchte, da ich seit längerem die Aufnahme verweigere. Aus „Anstand“ bestellten wir dann erstmal zwei Falschen Wodka, weil wir ja auch mit sechs Mann da waren. Eine würde ja nicht reichen und dann können wir ja auch schon so früh nach Hause gehen. Ich schüttelte zwar innerlich mit dem Kopf, aber in Wahrheit war das Argument sehr ziehend. Egal wie rum wir das gemacht hätten. Wir hätten doch noch die zweite Falsche bestellt.
Doch als echte Alternative zu dem normalerweise gereichten Red Bull gab es diesmal O-Saft. Ich entschied mich für diese Alternative, da ich meinen Vitaminhaushalt auf Vordermann bringen wollte. Glaubt ja eh keiner, ich kann einfach keinen Red Bull mehr sehen. Dieses Zeug wird irgendwann noch mal mein früher Tod sein. Ich glaube es dreht meine Herzfrequenz von 80/min auf 240/min. Hab eich am Anfang etwas von fehlenden Bremsen erzählt kann man hier erste Anzeichen von einer Kurve erkennen. Ich fuhr mit Vollgas darauf zu. Die Mischungen wurden immer schlimmer und auch wenn andere Leute meinten, das der Wodka nach Zimt schmeckte, schmeckte ich gar nichts mehr. Ich redete mir ein, das der O-Saft meinem Körper gut tat und ich deswegen etwas mehr Alkohol trinken konnte. Das wäre so gewesen, wenn ich jede Mischung mit drei Litern O-Saft getrunkne hätte. Habe ich aber nicht, sondern eher mit 0,1 l.

Wir schon erwähnt war rein gar nichts los und das änderte sich auch nicht, als wir mehr Wodka tranken. Trotzdem wurde angedacht, eine dritte Flasche zu holen, was aber wieder verworfen wurde. Dafür wurde aber beschlossen auf dem Rückweg bei McDonalds anzuhalten. Klasse, wenn wir unsere Leber nicht mit dem Wodka zerstören, dann können wir wenigstens etwas FastFood der ungesunden Ernährung hinzu addieren. Auch hier versagte mein Menschenverstand und ich reihte mich in die Schlange vor dem Tresen ein. Das wir dorthin mit dem Taxi gekommen sind, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Schließlich hätte man auf dem langen Weg dorthin erfrieren können. Sobald man also Platz genommen hatte wurden die liebevoll zusammengestellten Burger auseinander gepflückt. Wer macht denn bitte auch eingelegte Gurken auf einen Cheeseburger. Das schmeckt doch wie ein Schlag ins Gesicht. Was macht man aber nun mit der Gurke? Richtig, man klatscht sie an eine Tischangrenzende Wand und freut sich des Leben. Und wenn ich Jemand mal damit angefangen hat, dann machen es gleich alle nach. Außerdem wurden dann noch diverse Freilose gewonnen. Alleesamt Eisbecher, die gleich eingelöst wurden. Schmeckt ja auch lecker so ein Eis, wenn man stramm ist und soeben diverse Burger gegessen hat. Als besonderes Highlight wurden dann noch diverse Burger in das Eis eingetaucht. Diesmal wasche ich aber meine Hände in Unschuld, denn mit solchen Sachen habe ich nichts zu tun.

Nachdem wir also wieder mal unangenehm aufgefallen sind, ging es weiter nach Hause. Doch nicht ohne den neuesten skandalträchtigen Auftritt von unserem lieben Philip. Er hatte mal wieder einen kleinen Geschwisterzwist mit seinem anwesenden Bruder Kai und beschimpfte ihn als kleines Mädchen. In Verbindung dazu scheute er sich auch nicht seinen Itimbereich frei zu legen und sein Gemacht nach hinten weg zu klemmen. Wohlgemerkt alles um 0400 Uhr Morgens auf dem Parkplatz von McDonalds. Ich fasste es nicht. Manchmal frage ich mich was ihn reitet wenn er solche Aktionen durch zieht. Wahrscheinlich hat ihn seine linke Gehirnhälfte auch verlassen. Man muß ihm allerdings eine gewisse Schnelligkeit zugestehen, denn beim kleinsten Anzeichen von Fremden hatte er die Hose schneller wieder oben als manchen Damen lieb gewesen wäre.

Zurück in Westerode kann man ja nicht einfach nach Hause gehen. Da muß man nochmal ins Feuerwehrhaus gehen, weil man da noch Bier trinken kann. Eigentlich hätte man das auch gleich so in den Ausguß kippen können, da es nichts mehr gebracht hat. Doch halt, Kai hat noch versucht seinen kleinen Cousin zu verprügeln, es aber auf Grund diverser durch alkoholgenuß hervorgerufenen grobmotorischer Störung nicht mehr hin bekomme. Dafür haben sie aber schön die Tische verrückt. Außerdem hat er das von ihm vor Monaten abgebrochenen Thermostat immer noch nicht wieder an die Heizung angebracht. Das hielten wir ihm auch noch mal vor, was ihn dann ziemlich ausfallend werden ließ. Ich hoffe das treibt ihn an, das Thermostat etwas schneller wieder anzubauen.

Samstag Morgen, ich war fertig, aber die Kopfschmerzen waren weg. Oder eben noch nicht anwesend. Ich hoffte sie waren auf einer längeren Urlaubsreise und würden keine Ansichtskarte schreiben. Dafür mußte ich aber trotzdem aufstehen, da ich zugesagt hatte, beim Aufbauen für die bevorstehende Neujahrswanderung zu helfen. Ich Arsch! Aber versprochen ist versprochen. Wenn man nun aufmerksam gelesen hat, kann man auch schon im entferntesten erahnen womit ich den Samstag verbracht hatte. Wie jedes Jahr stand die Neujahrswanderung vom KCW an. Mit anderen Worten, es wurde ein Grund gesucht schon Mittags mit Bier trinken anzufangen. Und so war es dann auch. Das Aufbauen bestand eigentlich aus herumstehen und Müll labern. Dafür haben wir aus erster Hand erfahren, das Kai von der Polizei angehalten wurde, nicht im Besitz seiner Fahrerlaubnis als auch Fahrzeugpapiere war, weiterhin geblitzt wurde und nicht angeschnallt war. Ein 6er im Lotto ist wohl wahrscheinlicher. Außerdem durfte er nochmal zur Wache fahren um seine fahrlässig vergessenen Papiere vorzuzeigen. Es wurden schon Wetten abgeschlossen ob man seine Fackel riechen würde und er noch pusten durfte. Mußte er dann aber leider nicht.

1315 Uhr ein leises Ploppen läutete die Wanderung ein. Zunächst erstmal das Bier trinken, los gehen wollten wir ja erst gegen 1400 Uhr. Ich wolle mit dem trinken anfangen, bevor sich die Kopfschmerzen dazu entschlossen etwas früher aus dem Urlaub zurück zu kommen. Und ich tat gut daran. Das Bier schmeckte schon wieder. Besser jedenfalls als der in der Küche zusammengebraute Glühwein. Bitte nicht falsch verstehen, ich mag Glühwein, allerdings reicht mir eine oder zwei Kuren pro Winter, dann kann ich gerne drauf verzichten. Was mich besonders gefreut hat, war Vokkes Anwesenheit, denn er hat durch Schichtarbeit immer wenig Zeit. Außerdem ist er immer der Erste der stramm ist und sieht dabei immer am lustigsten aus. Doch bevor wir überhaupt von einem strammen Zustand sprechen können hat der KCW die Wanderung gelegt. Ich war zuerst schockiert las ich hörte wir wollten auf den Euzenberg rauf, denn dazu hatte ich wenig Lust. Was ich hier aber mal getrost nicht auf die Faulheit schieben möchte, sondern auf meinen geschwächten Zustand. Ha Ha, das glaubt mir jeder!

Es solle sich bewahrheiten, die Wanderung Richtung Euzenberg gehen. Zwar nicht bis zur Erklimmung des Gipfels ganz oben hin, aber immerhin bis zum Wasserhäuschen. Das liegt ja ungefähr auf halber Strecke, geht aber gut den Berg rauf. Und wir hatten keinen Bollerwagen dabei. Panik machte sich auf der Stelle bei mir breit, denn wer sollte das ganze Bier tragen? Niemand, denn wir hatten Verpflegungsstationen unterwegs. Aber ohne mich, ich organisierte mir und Vokke erstmal einen Vorrat, der uns über die Runden bringen sollte. Desweitern sollten sich mal alle die Taschen mit Schnaps voll stecken. Da ich eh keinen Trinken wollte, konnte ich das Kapitel überspringen. Dachte ich zumindestens. Ich muß wohl dummerweise in einer vorläufigen Versammlung bekannt gegeben haben, das man auch mal Euzenberger kaufen soll, den würde ich dann auch trinken. Ja ja, damals war ich noch jung und dumm und nun hatte ich vor mir einen Würfel Euzenberger stehen und sollte mir damit die Taschen voll stopfen. Unter Beobachtung. Nun muß man dazu sagen, das Euzenberger ein paar Umdrehungen mehr hat als Löwentor, dafür aber besser im Abgang ist. Sprich, man hat nach dem Runterschlucken nicht das Gefühl als hätte man gerade ein Stück Stacheldraht geschluckt. Naja, dann stecke ich mir mal ein zwei vier zwölf Flaschen in die Jacke. Müssen ja nicht alle werden.

Die Wanderung war nun gar nicht so schlimm, wie man sich das vorgestellt hat. Gut, durch den anfänglichen Regen sahen die Feldwege aus, wie der Standortübungsplatz in Osterode bei der Bundeswehr, aber das kannte ich ja schon. Die erste Station war auch schnell erreicht und dort gab es dann auch wieder Glühwein. Ich war fast in Versuchung eine Tasse zu nehmen, da es dort oben recht schattig und zugig war, blieb aber dennoch hart und trank mein nun auch wohl temperiertes Bier. Weiter ging es dann vom Wasserhäuschen in den Breiten Anger, wo sich dann der nächste Zwischenstop befand. Die Stationen wurden übrigens von Jense durchgeführt, der die ganze Zeit mit seinem Auto die alkoholischen Getränke umher kutschierte. Auf dem Weg in den breiten Anger wurde ich dann von Julia und Maren über eine paar Besonderheiten bei meinem neuen Arbeitgeber aufgeklärt. Immer gut zu wissen, was so abgeht, von zwei erfahrenen Mitarbeiterinnen. Am Breiten Anger angekommen mußte dann mal wieder ein Schnaps rein. Es war nun mittlerweile der vierte der Sorte und mein Hals hat sich so langsam an den folgenden Schmerz gewöhnt. Wir wollen mal nicht so fies sein, denn es hätte schlimmer kommen können. Ich hätte ja auch zum Beispiel dazu gezwungen werden können, Löwentor in mich hinein zu kippen. Und Vokke trank immer kräftig mit.

Vom Breiten Anger ging es dann für einige auf dem schnellsten Wege zurück. Manch andere wollten ja unbedingt über den Wall gehen und ich hatte schon die Befürchtung, das Kai von Philip den Wall hinunter geschubst wird. Auf jeden Fall wäre es eine gelungene Stunteinalge zum Abschluß der Wanderung geworden. Durchgefroren sind wir dann in die Mehrzweckhalle eingerückt. Dort war es zwar recht warm, aber wenn man erstmal durchgefroren ist, da wärmt einen nichts so richtig schnell auf. Außer ein paar Schnaps. Da ich niemals früh das Pferd wechsele, blieb ich also beim Euzenberger und ich muß sagen, das er mir noch ganz gut tat. Vokke, trank gut mit und seine Brille war schon auf dem Weg die Nase herunter. An dem Stand von Vokkes Brille kann man meistens seinen Alkoholpegel erkennen. Auch wenn man meinte, so wie er in manchen Situationen die Brille auf hat, kann man gar nichts erkennen, glaube ich, das er die Brille immer so aufsetzt das er in jeder Situation und eben Promillezustand perfekt sehen kann. Für den normalen Außenstehenden mag das zwar aussehen, als sei er hackenvoll, was er auch ist, aber seine Sehkraft bleibt nach wie vor gleich.

Das Essen war grundsolide und gut. Es gab eine Suppe von Wolle und belegte Brötchen. Nichts außergewöhnliches, aber es hat vollkommen ausgereicht. Um ehrlich zu sein, ist mir manchmal so ein kalt warmes Buffet im kleinen Stil lieber als groß aufgefahrene Sachen. Nachdem dann also eine Grundlage im Mageninnern geschaffen wurde, wenn man mal von den diversen Bieren und Schnäpsen unterwegs absieht, konnte nun im großen Stil getrunken werden. Bier, Schnaps und wieder Bier und noch ein paar Schnäpse. Zwischendurch wurde öfter mal der Platz gewechselt und man hat die Gesprächspartner durch getauscht. Neben wem ich alles saß, kann ich gar nicht mehr mit Gewissheit sagen, was aber nicht auf übermäßigen Alkoholkonsum zurück zu führen ist, sondern einfach auf die vielen Leute. Ha Ha, das glauben die mir schon wieder! Ich kann mich aber noch rege an ein Würfelspiel erinnern welches der Günner eingeführt hat. ER ist ja gerade beim Bund und da sucht man ja ganz gerne mal Spiele bei denen man sich richtig aus dem Leben schießen kann. Also werden Würfel genommen,total stupide Regeln erfunden und los geht es mit der hemmungslosen Ballerei. Vorzugsweise wird Schnaps genommen, gerne aber auch frisch gezapftes Bier aus 0,2 l Gläsern. Ich hielt mich bei dem Spiel zurück und trank mit Vokke lieber Euzenberger wenn es uns gepasst hat. Man gut das Vokke schon gut getankt hat, denn ansonsten würde ich auch schnell so aussehen, wie der Rest der Anwesenden. Vokke allerdings schoß den Vogel ab und lag um 2045 Uhr schon mit dem Kopf auf dem Tisch. Sensationell welches Durchhaltevermögen er immer hat. Aber das ist mein voller Ernst, denn noch ist er nicht zu Hause und der Abend ist noch lange nicht vorbei. Zu dem Zeitpunkt war Günner jedenfalls schon auf dem Heimweg, welcher bestimmt auch wieder länger ausgefallen ist, als geplant. Aber er hatte ja seine Frau dabei, die ihm liebevoll den Weg gewiesen hat. Während dieser ganzen Zeit saß ich gerade neben Julia, die gerade Schwimmen spielte. Wir tranken Schnaps und tüftelten die Zukunft eines gemeinsamen Bekannten aus. Vanessa half auch kräftig mit, wie mir gerade einfällt. Auf jeden Fall sollten unsere Pläne aufgehen.

Der Abend war noch sehr jung und ein paar einschlägig bekannte Dorftrinker hatten Bedenken, was man denn nun noch machen sollte. Ich gesellte mich zu ihnen, da ich auch noch keinen Bock hatte nach Hause zu gehen. Aus irgendeiner Ecke hatte man erfahren, das Birgit, Nollos Lebensgefährtin, ihren Geburtstag feiern würde. Es war eine gefährliche Zeit. Der Alkohol floß in Strömen und die Hemmschwelle war auf einem Niveau, welches sich 3 m unter dem Meeresspiegel befand. Der Entschluß stand fest, das wir da einfach so rein platzen wollten. Doch ich zückte vorher mein Telefon und wollte mich bei Schmierpopel erkundigen was denn dort noch ging. Ich weiß, das es vielleicht ein großer Fehler war beim Schmierigen anzurufen, aber ich bin halt mutig. Doch Schmieri ging nicht dran. Rief aber wenige Minuten zurück und beschimpfte mich erstmal auf das übelste am Telefon. Ich war ja eh nichts anderes von ihm gewohnt. Nach einer kurzen, sagen wir mal Konversation, war klar, das er und Anja nicht bei Birgit auf dem Geburtstag waren, aber er machte den Vorschlag, das wir doch bei ihm vorbei kommen sollten. Mir war es egal ob er es ernst gemeint hat und schon waren wir auf dem Weg. Böning, Schnitzel, Görtler, Vokke, der wieder wach geworden ist) und ich. Schmieri hatte ja keine Ahnung auf was er sich da eingeladen hat.

Ohne zu murren wurde auch die Tür geöffnet und wir traten ein , polterten auf das heftigste rum und wurden erstmal von Anja zusammen geschissen, weil ja die Kinder schliefen und waren leise wie Katzen auf Samtpfoten. Fast sofort wurden uns gekühlte Mixgetränke gereicht. Schmieri lebt ja nicht wie ein Bettler , auch wenn er so aussieht. Es dauerte auch nicht lange, da war die zweite Mischung am Start und Schnitzel machte den Vorschlag doch mal SingStar rein zuschmeißen. Anders gesagt der Beginn eines lustigen Abends.

Wir spielten also SingStar. Jeder mal ein bisschen, außer Vokke, der mehr oder weniger in seiner Sofaecke einem Wachkoma erlag. Doch Schmieri und ich waren am meisten am Mikrophon. Der erfahrene Leser merkt an dieser Stelle, das ich ganz schön granatenstramm war, denn sonst würde ich ein Spiel wie SingStar in der Ecke liegen lassen. Aber es machte unglaublichen Spaß und Schmierpopel und ich sangen immer gegeneinander, was die Sache umso lustiger machte. Was sehr auffällig war, war das er immer die deutschen Lieder gewann und ich die englischen. Zum Glück hatte er die 80er da, da war ich natürlich unschlagbar. Nicht nur das ich sie mitfurzen alle auswendig konnte, weil ich SingStar kannte. Nein ich kannte sie weil ich sie früher schon gehört, ach was schreibe ich inhaliert habe. Ich bin ein Kind der 80er, auch wenn ich dafür zu jung bin. Aber dank meiner älteren Geschwister, vor allem mein Bruder, habe ich diese sensationelle musikalische Periode verspätet mit gemacht. Mein Bruder hat alle Hits auf Kassette aufgenommen und eine immense Sammlung. Die habe ich nach und nach gehört und mich in die Lieder verliebt. Ich glaube ich mache bald mal einen Eintrag mit ein paar 80er Klassikern. Youtube ist da eine herrliche Bibliothek!

Zu meiner Schande muß ich gestehen, das ich auch ein paar ultrafiese deutsche Schlager mitgesungen habe. Wahrscheinlich hat Schmieri da nur gewonnen, weil mir beim Singen schlecht geworden ist. Aber nur vom Singen kann man ja nicht leben und außerdem hatten wir die DVDs schon alle durch gesungen. Schätze ich mal. Was macht man also nun, nachdem man auch noch den Schnapsvorrat vom Popel nahezu vernichtet hat? Genau man geht noch in die Werkstatt. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und auf meine kaputten Bremsen hinweisen. Ich befand mich in genau diesem Moment auf einer Talfahrt, hatte Rückenwind und raste mit gefühlten 320 km/h auf eine Haarnadelkurve zu. Wer später bremst ist länger schnell.

Das Taxi stand schon vor der Tür und die letzte Mischung wurde rein gekippt. Vokke allerdings erwachte aus seinem Koma und ging nach Hause. War vielleicht auch besser so. Wir wollten zwar den Schmierpopel noch überreden mitzukommen, aber der ließ sich noch aus dem Haus zerren. Er faselte irgendwas von Kindern und Haue auf den Kopf von Anja. An der Werkstatt angekommen, waren wir noch in guter Erinnerung und durften umsonst eintreten. So gefiel das und es mache dann auch nichts mehr aus, das nicht wirklich was los war. Man gewöhnt sich ja langsam dran. Nach einer obligatorischen Runde ging es dann an die Theke und zu meiner großen Überraschung und Freude wurde mal kein Wodka geordert, sondern Havana Club. Ich mußte mich umdrehen, damit niemand die Tränen in meinen Augen sieht. Die Mischgetränke waren einfach eine Wucht. Ich glaube ich sollte nun wieder öfter Havana trinken. Und ich glaube auch das Havana Halluzinationen aufruft, denn plötzlich erblickten meine Augen, den Schmierpopel und Anja. Sie hatten es sich doch noch überlegt und sind in die Werkstatt gekommen. Sensationell, stellt sich nun noch die Frage ob es noch mehr los gehen konnte.

Ja, es konnte, denn ein paar halbe Stunden später machte mich der Schnitzel auf Jemanden auf der anderen Seite der Theke aufmerksam. Ich fasste es nicht, der Akki hatte den Weg in die Werkstatt gefunden. Ich ging gleich los und begrüßte ihn. Toll, er war schon stramm, dann konnte dem gepflegten Scheiße labern nichts mehr im Wege stehen. Wir ging zu den anderen und er begrüßte erstmal den Schmierpopel. Auf die Frage ob die Zwei sich kennen würden, bekam ich erstmal von beiden Seiten blöde Sprüche und Beleidigungen an den Kopf geworfen. Es war unglaublich, die zwei häßlichsten Menschen, die ich auf der ganzen Welt kenne, kennen sich untereinander. Im Nachhinein betrachtet ist das eigentlich keine so große Überraschung. Nun ging aber die Trinkerei richtig ab. Wir hatten eine Flasche und Akki bestellte dazu noch weitere Mischungen für mich und ihn und alle anderen. Ich weiß gar nicht mehr ob ich nur mit zwei Gläsern da stand oder ob sie sich langsam aber sicher auf der Theke summiert hatten.

Immer wenn es am Schönsten ist, dann vergeht die Zeit wie im Flug. Da ansonsten nicht sehr viel los war zogen Anja und Popel von dannen. Natürlich wurde vorher die Flasche geleert und die Uhr zeigte meiner Meinung nach 03irgendwas Uhr. Zeit für uns Übrigen noch eine Runde zu bestellen und zu trinken, da man ja ernsthaft noch überlegt hat noch eine weitere Flasche zu ordern. Und dann ging es auch in Richtung Heimat. Per motorisierten Gefährt versteht und einem weiteren Zwischenstop bei McD. Sehr schlimm. Ich weiß. Doch in Westerode angekommen konnte ich noch lange nicht nach Hause, denn der Böning wollte noch einen ausgeben, bei sich zu Hause. Auf ein schnelles Pils kommt man ja immer gerne mit. Folgende Sachen spielten sich ab: Böning öffnet die Tür und gibt lautstark bekannt das er zu Hause sei und mich mit gebracht hat. Daraufhin stürmt er in das Schlafzimmer und weckt Julia mit lauten Rufen. Die wiederum fragt ihn in einer ähnlichen Lautstärke ob er noch alle Tassen im Schrank hat und schmeißt ihn sofort aus dem Schlafzimmer. Währenddessen erkenne ich den Ernst, aber auch die Komik, der Situation und schleicht mich zur Haustür. Böning kommt aus dem Schlafzimmer gewankt und verlangt, das ich sofort in die Küche gehe während er Bier holt. Kurze Zeit später sitze ich in der Küche und Böning kommt mit zwei Flaschen rein. Bier war es nicht, aber ich wollte ihn nicht enttäuschen und trank trotzdem das Biermixgetränk. Um ehrlich zu sein hätte ich kein Bier mehr trinken können. Sekunden später liegt Böning mit dem Kopf auf dem Tisch und schnarcht. Ich stürze mein Bier runter und verabschiede mich und schleiche aus dem Haus. War auf jeden Fall einen Besuch wert.

Sonntag, mir ging es ein wenig Bescheiden. Ich machte eine komplizierte Überschlagsrechnung und kam auf 15 Stunden betrinken. Sagen wir mal so ich habe die Haarnadelkurve zwar geschafft, bin aber mit Sicherheit zweimal gegen die Leitplanke geknallt, habe drei Waschbären über den Haufen genagelt und konnte dem Elch nur knapp ausweichen. Meine Bremsen sind definitiv abgebaut worden. Abends bekam ich dann die Rechnung für das exzessive Wochenende. Mein Kopf verwandelte sich in ein Kabinett der Schmerzen. Sollte es irgendwo ein Epizentrum von gemeinen Kopfschmerzen geben hat es sich am Sonntag Abend in meinem Kopf eingenistet und strahlte in alle Richtungen. Zu Recht höre ich den Großteil sagen: „Selber Schuld!“ Ich solle unbedingt zu einer guten Werkstatt gehen und neue Bremsen einbauen lassen!

Zum Abschluß noch ein kleiner Hinweis an einen nicht näher genannte(n), weil unbekannte(n) Leser/in. Ich habe ein kleines Kommentar zu einem meiner Einträge bekommen. Leider ohne e-mail-Adresse. Ich würde gerne antworten, aber ich werde das nicht im weblog machen, sondern per e-mail. Eine mail an mich geht auch über das weblog. Und zwar in dem man hier klickt. Hier kann man dann auch die e-mail-Adresse gefahrlos angeben.


2008: A new hope

02/01/2008

A long time ago, in a galaxy far, far away…
It is a period of civil war. Rebel spaceships, striking from a hidden base, have won their first victory against the evil Galactic Empire. During the battle, Rebel spies managed to steal secret plans to the Empire’s ultimate weapon, the DEATH STAR, an armored space station with enough power to destroy…

Hoppala, falscher Text zur Eröffnung. Herzlich willkommen in 2008 und zum Eintrag über die Jahresendaktivitäten. Wird uns die ultimative Party erwarten oder doch eher eine Feier, die sich nicht besonders von den anderen 500 abhebt? Vielleicht macht auch gerade der letzte genannte Punkt eine solche Jahresendfeier aus. Also schmeißen wir den Flux-Kompensator an und begeben uns in das Jahr 2007, 31. Dezember.

Wir haben das Jahresende bei David und Ellen gefeiert, weil sie es so einfacher mit der kleinen Hannah haben und an ihnen das ganze Aufräumen hängen bleibt. Wir das waren David, Ellen, Steini, Jens, Andre, Nadine, Christian, Sabrina, Frank und ich. An der Aufzählweise kann man die Pärchen herauslesen, abgesehen von den letzten zwei Personen. Ob es eine gute Idee war mit so viel Pärchen zu feiern, hör ich da jetzt den Einen oder Anderen Bedenken anmelden. Doch dem Zweifler sei gesagt, das ich sie nicht als Pärchen gesehen habe, sondern alle als gute Freunde und mit denen feiert man doch immer gut. Doch vorweg möchte ich auch noch betonen, das ich in diesem Jahr so unmotiviert wie noch nie war Sylvester zu feiern. Ich konnte es mir auch nicht erklären, aber irgendwie hatte ich zu den ganzen Feierlichkeiten gar keinen Bock. Doch solche Feten werden meistens am Besten.

Treffpunkt war also das Haus von David und Ellen um genau 1800 Uhr. Gegen 1745 Uhr klingelte ich bereits an der Tür, weil zu Hause auch nichts mehr los war. „Dinner for one“ (Teil ITeil IITeil IIITeil IVTeil V) hatte ich knapp verpasst und die nächste Ausstrahlung kam so spät, das ich da schon stramm wie eine Haubitze in der Ecke liegen wollte auf der Feier sein wollte. Ich hoffte außerdem schon mal am Bier zu lecken, was sich aber als Trugschluß herausstellte. Denn das Bier wollte der Andre mitbringen, der sich um ganze 10 Minuten verspätete. Sehr nervös schaute ich auf die Uhr. Normales Treffen war um 1800 Uhr, das hieß das Andre erst um 1810 Uhr hier sein wird. Frühestens. Aaaaaaarg, ganze 25 Minuten ohne Bier. Vielleicht sollte ich an der mitgebrachten Flasche Havana schon mal probieren ob der Verschluß ohne Probleme auf geht? Doch ich bleib eisern und hielt an dem ursprünglichen Angriffszeitpunkt von 2200 Uhr fest. Der Havana war also in Sicherheit. Während der Wartezeit unterhielt uns die kleine Hannah, die sehr viel Gefallen an ihrem neuen Laufgitterdingsbumsteil hatte. Da waren nämlich tolle Knöpfe dran, die beim Drücken Melodien von sich gaben. Ich legte in diesen Minuten fest, das ich später meinem Kind niemals solch ein Teil kaufen werde. Und falls Jemand auf die Idee kommen sollte so etwas zu schenken mache ich von meinem Recht als Hausherr Gebrauch und erteile Hausverbot. Zumindestens sollte ein Lautstärkeregler dran sein. Es beruhigte mich ein klein wenig, das David schon intensiv nach dem Batteriefach gesucht hat.

Nach und nach trudelten die anderen ein und auch der Andre mit dem Bier. Es gab cremiges Krombacher vom 5 l -Fäßchen. Ich bin ja nicht so der Fan von solch kleinen Fäßchen. Das dauert immer so ewig lange und ist Arschteuer. Nur damit man das Bier aus einer Metalldose bekommt? Muß ich nicht unbedingt haben. Aber Andre und Jens sind da wohl wahre Fans von. Mir war es egal. Ich mußte halt immer nur zum Bier holen nach draußen, weil es dann nicht so eine Sauerei gab. Besser gesagt, da störte die Sauerei nicht so. Man kann aber mit allem leben. So auch damit. Zu Essen gab es eine Art Menu. Jeder machte etwas. Ja auch ich habe mich an der Menugestaltung beteiligt. Ich habe die Vorspeisen besorgt. Und zwar reichlich. Motto war wohl irgendwie Italienisch, denn es gab Nudeln mit diversen Soßen. Vorweg eine handgemachte Gemüsesuppe von Frank. Zwischendurch die Anti-Pasti, von mir. Handgekauft. Und Käsepieker von Nadine. Dann Nudeln mit zwei Soßen, von Steini und Ellen. Zum Schluß gab es dann Vanille- und Schokopudding von Christian. So sagt er jedenfalls, ich glaubte ihm aber nicht ganz. Aß aber trotzdem nichts, da ich nicht so ein Süßspeisenfan bin. Auch wenn ich nicht so aussehe. Während des Essens wurde mehrfach Bier gereicht. Besser gesagt, Andre und ich sind des öfteren zum Fäßchen gerannt, da David 0,2 l Gläser vorrätig hatte. So konnte man Teile der zu sich genommenen Kalorien gleich wieder verbrennen. Aber das interessierte jetzt ja eh keinen mehr, das die Kalorienzufuhr über die Weihnachtsfeiertage mit ziemlicher Sicherheit bei 1500% über dem empfohlenen Tageswert lag. Das Essen war vorbei und die Schlagzahl konnte nun durchaus erhöht werden. Ein kurzer Blick auf die Uhr teilte mir mit, das ich knapp hinter dem Zeitplan lag. Die Uhr rückte schneller vor, als gedacht und wir hatten das erste Faß noch nicht ganz alle. Hierzu ist zu sagen, das wir auch einen Ausfall zu beklagen hatten. Jens lag einen Tag vorher flach und traute sich noch nicht an kaltes Bier heran. Drinnen wurden allerlei alte und neue Geschichten ausgegraben und zum Besten gegeben.
Meine selbst gesetzte Grenze von 2200 Uhr konnte ich nicht ganz einhalten, dafür haben wir es aber geschafft, das zweite Faß anzuzapfen. Wenigstens ein kleines Erfolgserlebnis an dem Abend. Ich konnte mich nun in Ruhe der Flasche Havana Club widmen, wollte aber nicht übertreiben, da so manche Hast mich schon einige Erinnerungen gekostet hat. Man gut das ich nicht mehr weiß ob es gute oder schlechte Erinnerungen waren, denn ich kann mich an sie ja nicht mehr erinnern. Trotzdem legte ich ganz gut los und war auch der Meinung das die Mischungen nicht zu stark waren. Das Problem war einfach, das ich nachdem ich nun vom goldenen Nektar aus Kuba gekostet habe nicht wieder auf Bier zurück schwenken konnte. Da mußte ich mir dann was einfallen lassen. Schließlich will man beim Böllern zum Jahreswechsel auch ein alkoholhaltiges Getränk in der Hand halten. Und nur mit einem Glas raus zu gehen ist ja auch doof, das ist ja so schnell alle. Ich hatte ja noch Zeit. Kurz vor Mitternacht hatte ich mir dann mit meinem großen männlichen Gehirn ein halbwegs verlässlichen Plan zurecht gelegt. Der Jahreswechsel kam und meine Flasche war schon recht gut ausgetrunken. Ich hatte zwar noch nicht die zweite Hälfte begonnen, aber war kurz vorm ankratzen selbiger Grenze. Früher hatte ich die halbe Stunde vor Mitternacht damit verbracht mir die Jackentaschen mit Bierflaschen voll zustopfen, da man ja unterwegs noch ordentlich was zu trinken braucht. Da ich nun aber schon Havana trank und das Fäßchen so schlecht in meine Jackentasche bekam machte ich mich nach den Neujahrswünschen daran in eine angefangene Colaflasche Havana einzufüllen. Nun ist das Einschütten mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, betrachtet man die kleinen Öffnungen der Flaschenhälse. Gepaart mit meiner ruhigen Hand, nach ca. 3 Liter Bier und einer viertel Flasche Havana konnte man das getrost als Herausforderung bezeichnen. Aber es ging nur wenige ml verzeihliche Mengen fast gar nichts daneben. So konnte ich mich dann der Böllerhölle widmen. Ich kaufe ja seit Jahren keine Böller oder ähnliches Feuerwerk mehr. Mein Geld kann ich besser anlegen. Man beachte auch mein Motto: „Bier statt Böller!“ Spenden werden gerne angenommen. Auch in flüssiger Form. Gibt es preisgünstig im Getränkemarkt zu 24er Gebinden zu kaufen.

Da mir das Geböllere der anderen etwas zu langweilig war und ich nicht mit den Raketenexperimenten von Andre (Eine fiel rein „zufällig“ um und zerschellte an der Mauer am Grundstück gegenüber, eine zweite fiel auch „zufällig“ um und nahm ihre Reise die Straße runter auf. Und dann wird alles auf die unschuldige Jim Beam Flasche geschoben.) in Verbindung gebracht werden wollte machte ich mich auf den Weg meine Eltern zu finden, die etwas weiter die Straße runter feierten. Sie waren zum Glück leider schon wieder drinnen. Also ging ich weiter die Straße runter zur nächsten Menschenansammlung bei unserem Prinzen auf dem Hof. Die Dunkelheit machte ich mir zu Nutze und gratulierte allen. So konnte ich mein leicht verschwommenes Gesichtsfeld geschickt vertuschen. Kurze Neujahrswünsche und ich setzte meinen Weg fort. Ich konnte sogar auftrumpfen, da ich ja nicht wie üblich mehrere Flaschenbier bei mir trug, sondern nur eine Flasche Cola. Ich versicherte Jedem der mich danach fragte, das es Cola sei, aber alle lachten nur. Verdammt, woher wussten sie nur das es keine Cola war. Soviel Gerüche kamen doch aus dem kleinen Flaschenhals gar nicht raus.

Weiter ging es zu meinem Cousin, der um die Ecke wohnte und dort auch feierte. Es war zwar keiner mehr draußen, aber trotzdem klingelte ich, da ich nicht der Annahme war, das sie sich sofort ins Bett gelegt hatten. Drinnen wurde nach den Glückwünschen erstmal Platz genommen, weil doch mehr Leute noch anwesend waren. Und fast alles Verwandtschaft. Und nun kommen wir zum essentiellen Teil dieses Logbucheintrages. Dem guten Rat! Man sollte niemals in angetrunkenen oder vollstrammen Zustand an Sylvester zur Verwandtschaft gehen. Denn dann werden einem Geheimnisse entlockt, die man sonst nie erzählt hätte. Im letzten Jahr waren es Elke und Martin, bei denen meine Zunge zu gleichem Thema locker wurde. Wie es nicht anders kommen konnte, wurde das Gespräch auf meinen bevorstehenden Geburtstag gelenkt und meine mit ziemlicher Sicherheit statt findende Erniedrigung. Diesem konnte aber Abhilfe geschaffen werden, wenn ich vorher heiraten würde. Nun wurden Vorschläge gemacht, bei den ich seltsamerweise kräftig mit machte. Ich kann mich noch leicht an Aussagen meinerseits erinnern, die irgendetwas mit www.russenschlampen.de einem Online-Brauthandel zu tun hatten. Mein anderer Cousin machte dann noch den Vorschlag eine Bekannte mit Namen Kathleen ins Spiel zu bringen. Jetzt wurde mir die Sache etwas zu heiß und ich machte mich wieder auf den Weg. Sobald nämlich Namen ins Spiel kommen, dann könnte es ruckzuck ernst werden. Ich entschied mich dann wieder zurück zu David zu gehen, denn die Fete sollte ja noch ein wenig weiter gehen. Seltsamerweise hat der schnelle Wechsel zwischen warm und kalt und meine vielleicht nicht ganz so zarte Mischung Havana mich promillemäßig weit nach vorne gebracht. Ich kann mich nämlich nicht mehr ganz an meinen Aufenthalt erinnern. Auf jeden Fall haben wir uns noch nett unterhalten.

Als nächstes setzt die Erinnerung wieder ein bei einem Telefonat mit dem Schnitzel, der mich dann doch gerne nochmal in der Mehrzweckhalle sehen würde. Der Großteil der Gäste ich auch schon gegangen und ich setzte dann auch dazu an die Hallen zu verlassen. Vorher machte ich mir dann doch nochmal eine Megamischung Havana in einer angefangenen Cola-Flasche. Wenn es beim ersten Mal geklappt hat, dann klappt es jetzt auf jeden Fall wieder. Der erste Probeschluck allerdings lehrte mich eines besseren. Da ist mir wohl ein wenig viel Havana rein geraten. Nach kurzem Durchschütteln, aber ging es schon wieder besser. Vielleicht merkte ich auch die Stärke nicht mehr so. Für die Weg zur Mehrzweckhalle war es auf jeden Fall ausreichend. Die Kälte spürte ich jedenfalls nicht mehr. Oben angekommen war nicht mehr ganz so viel los, wie ich mir erhofft hatte. Ich wünschte den noch Anwesenden ein frohes neues Jahr und widmete mich weiterhin meiner Mischung, die seltsamerweise an Stärke gewonnen hat. Plötzlich stand Ramona hinter mir und wünschte mir noch ein frohes neues Jahr. Irgendwie schien es noch einen Geheimraum zu geben, denn ich hatte sie beim Reinkommen gar nicht bemerkt.

Es war nach Vier und so langsam wurde die Mehrzweckhalle leerer. Sollte die Party etwa schon zu Ende sein? So machte es jedenfalls den Anschein. Was tut man da? Man schnappt sich einfach den Matten und zieht weiter. Und zwar in Richtung Puttfeld. Aus geheimen Quellen wusste ich, das bei Martin auch gefeiert wurde. Wohl nicht mehr um 0430 Uhr wie die erloschenen Lichter erahnen ließen. Also ging es weiter zu Kühles, denn dort feierte die Puttfelder. Und dort war auch noch was los. Mich überraschte gar nicht, das ich dort noch Glöckner, Markus, Antje und natürlich die Kühles vor fand. Wir tranken noch ein Bierchen und ich wünschte mir was von den Ärzten. Doch dann war auch da Schluß. Meine Uhr zeigte 0530 Uhr ich beschloß in einer diktatorischen Abstimmung das es nun für mich Zeit wurde nach Hause zu gehen. Ein weiteres Jahr auf der Haben-Seite.

Am frühen Morgen mußte ich zwei Dinge fest stellen. Erstens, ich fühlte mich Scheiße. Was nun nicht an dem vielen Alkohol lag, sondern an der tollen Erkältung, die sich am Vorabend irgendwie in meinen Körper geschlichen hat. So fertig war ich schon lange nicht mehr. Zweitens, man sollte am frühen Morgen im vollstrammen leicht angeheiterten Kopf, wenn man gerade von den Sylvesterfeierlichkeiten kommt, keine SMS mehr schreiben. Ich glaube ich trete jetzt im StudiVZ in eine entsprechende Gruppe ein.

Wenn ich mich recht erinnere habe ich vor knapp einem Jahr ein Eintrag veröffentlicht, der sich mit gewissen nicht vorgenommen Vorsätzen beschäftigt hat. Schauen wir uns mal die Rechnung an. Also ich habe es nicht hin bekommen mir eine Freundin zu suchen. Punkt 1 also erfüllt. Mehr Sport habe ich auch nicht getrieben und weniger Alkohol habe ich auch nicht getrunken. Also somit habe ich alle Punkte zu meiner vollsten Zufriedenheit erfüllt. Halt, so will ich das hier nicht stehen lassen. Denn die Punkte 2 und 3 waren ja eh zum Scheitern verurteilt. Doch Punkt 1 habe ich aufgeschrieben, obwohl ich ihn nicht ganz ernst gemeint habe. Ich habe wirklich versucht danach zu leben. Aber es klappt halt nicht immer. Ich vergucke mich immer schnell in Frauen, was es mir im Nachhinein schier Unmöglich macht sie noch anzusprechen. Und bei der einen Frau, der ich am liebsten meine Zuneigung gestehen würde, weil ich der Meinung bin, das da alles passen würde, traue ich mich am wenigsten. Jedenfalls der Teil mit dem Geständnis wird wohl nie was werden. Ich sollte bei meinem Cousin doch nähere Informationen über eine gewisse Kathleen einholen.


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