Endspurt

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und was noch los ist kann man an einer Hand abzählen. Anders gesagt trennte uns nur noch ein Wochenende von dem allseits beliebten Jahreswechsel. Sollte man da noch Party machen, wenn die angeblich größte Party bereits am Montag statt finden sollte? Ich finde ja, denn irgendwann gibt es eine Wendung im Leben, wo man diese Parties nicht mehr feiern kann. Dann blickt man auf das Leben bis dorthin zurück und ärgert sich vielleicht, das man damals an genau diesem Jahr nicht Party gemacht hat. Sehr tiefgründig und ich hoffe das nimmt nicht überhand in diesem Logbuch.

Der Freitag kam und hatte die Weihnachtsfeiertage und einen Doppelkopfabend hinter sich. Alles sehr Konditionszehrend, aber alles lohnenswert, da könnte man doch das letzte Wochenende im Dezember auch ruhig angehen. Und es wurde beschlossen, das es Abends nach Göttingen gehen sollte um ein paar Cocktails zu schlürfen. Cocktails, das ist genau mein Ding, Baby! Ich trinke gerne Cocktails, allerdings muß man da schon den Alkohol schmecken und nicht solche Lapalooza-Frucht-Cocktails, wo vielleicht 2 cl Schnaps drin ist. Das kommt bei mir nicht ins Glas. Meine Cocktails müssen einem schon kräftig in den Arsch treten. Am Nachmittag haben wir alles klar gemacht. Wir trafen uns eh wegen Sylvestervorbereitungen und konnten so gut ab kaspern wann es los gehen sollte und wer denn alles mit kommen wollte. Übrig geblieben sind dann doch nur Jens, Steini, Christian, Sabrina und ich. Jens bot sich auch freiwillig als Fahrer an, da er wohl den Vortag beim Doppelkopf schon genügend getrunken hat. Verstehe ich gar nicht, da war ich doch auch? Egal, die Kutsche kam pünktlich und wir fuhren endlich mal wieder nach Göttingen. Bei manchem Ausflug dorthin haben wir böse über die Stränge geschlagen und sind meistens erst früh am Morgen wieder nach Hause gekommen. Aber ich hatte so das leichte Gefühl, das dies nicht einer dieser Abenden werden würde. Die Feiertage sind immer hart und fordern immer ihre Opfer.

Nach einer spannenden Parkplatzsuche und einer Rundtour durch Göttingen mit dem Auto mußte einer wieder aus der Reihe tanzen und noch am Sparkassen-Geldautomaten. Um mich nicht selbst zu belasten verschweige ich an dieser Stelle mal den Namen. Aber als ich dann so auf dem Weg zum Bankautomaten war kam ich am Weihnachtsmarkt vorbei, der gerade abgebaut wurde. Da ist mir erstmal aufgefallen, das ich in Göttingen nicht einmal auf dem Weihnachtsmarkt war. Sehr betrübt ging ich an den Bratwurstbuden vorbei, die mir sanfte Düfte von Schnitzelbrötchen in die Nase trieben. So ein Weihnachtsmarkt hat schon was für sich. Und auch die Schilder mit der Aufschrift „Junger Mann zum Mitreisen gesucht“ übersah ich geschickt. Mit leicht gefülltem Portemonnaie sind wir dann ins „El Sol“ gegangen. Sehr nette mexikanische Kneipe/Bar/Fressbude. Und vor allem gibt es da Cocktails und eine Happy Hour. Mehrstündig! Teilweise haben sie auch recht gut aussehende Bedienungen. Aber lassen wir uns überraschen.
Nach anfänglicher temporärer Blindheit (Kalte Umwelt, Warme Räume, beschlagene Brille) und ein zwei Bodychecks fanden wir dann einen Tisch in den hinteren Gefilden. Wer meint das man hier dann schneller seine Getränkebestellung aufgeben könnte, der irrt. Aber man ist ja geduldig. Die junge Dame die unsere Bestellung aufnahm war jedenfalls schon mal sehr ansehnlich. Die erste Runde bestand bei mir aus einem Alabama Slammer. Sehr lecker auch wenn er fruchtig ist. Wenn ich ihn mixen sollte, dann ist er halt nicht so fruchtig, dafür aber mehr in-die-Blutbahn-gehend. Doch die Bedienung die uns die Getränke brachte war nun absolut gar nicht nach meinem Geschmack. Erstens war sie männlich. Und das war schon ausreichend. Außerdem gehörte er wohl zur Schwertschluckergilde. Nicht das ich was gegen Schwule hätte, aber ich gucke mir dann doch lieber Frauen an und finde es besser wenn Frauen in Kneipen bedienen. Klar, wollen auch Frauen was zum gucken haben, aber ich bin nun mal keine Frau. Und wenn man ehrlich ist, das denkt doch jeder Kerl in einer Kneipe, das die hübsche Bedienung nur Augen für ihn hat. Auch wenn er sich fünfzehn Bier rein knallt. Vielleicht erhöht das sogar seine Anziehungskraft. So denkt der Gast, der Bedienung wird das wohl relativ egal sein, da sie ihren Freund wohl zu Hause sitzen hat. Aber so ist das nun mal im harten Gastronomiegeschäft. Egal, ohne weibliche Bedienung konnte ich mich dann mehr auf meinen Cocktail konzentrieren. Und auf das Scheißegelabere was damit Hand in Hand ging. Und es wurde ordentlich vom Leder gezogen. Felkl hatte ich auf den Long Island Ice Tea eingeschossen. Wenn man Cocktails trinkt ist das auch immer eine sehr gute Wahl. Bringt einen definitiv schnell nach Vorne. Er gab sogar zu schon leicht stramm zu sein, nach der ersten Runde. Das harte Studium mit dem gelegentlichen Alkoholkonsum schien seine Spuren zu hinterlassen.

Die nächste Runde bestand dann aus einem Zombie bei mir. Seltsamerweise zauberte das ein Lächeln auf das Gesicht der Kellnerin, als sie meine Bestellung auf nahm. Vielleicht fiel ihr der Spruch „Jeder trinkt das was er ist!“ ein. Allerdings war auch der mir zu fruchtig. Ich kann immer nur auf meine eigenen Mixkünste hinweisen. Während ich am Anfang noch streng nach Rezept operiere und nur am Schluß leicht verfeinere geht es nach zwei Runden schon nur noch nach Augenmaß. Und die Cocktails machen dann richtig Spaß. Felkl blieb bei seinem Ice Tea und wurde immer lustiger. Um zur allgemeinen Erheiterung beizutragen erzählen Felkl und ich Geschichten von unserem USA Urlaub vor ein paar Jahren. Ich konnte Neuigkeiten von Rebekah berichten. Und zwar das zwei ihrer Freundinnen im kommenden Jahr heiraten werden. Julie, ist eine davon und ich muß nun ernsthaft zugeben, das ich mich damals leicht sie verguckt hatte. Ich hatte das Gefühl, das wir perfekt zueinander passen würden. Felkl war der gleichen Meinung. Leider stand einer Intensivierung unserer Beziehung 3000 km und ein Ozean im Wege. Es waren schon lustige Zeiten.

Derart in Erinnerungen schwelgend wagten wir dann noch einen Pitcher Long Island Ice Tea zu ordern. Man bedenke, das den nur Felkl und ich tranken. Sabrina und Steini tranken jedes mal was anderes und Jens tat mir mit seinen alkoholfreien Cocktails ein wenig Leid. Der Pitcher war natürlich sehr beachtlich und wurde dann von Felkl und mir nieder gemacht. Am Anfang mußten wir noch mit Strohalmen aus dem gleichen Gefäß trinken was dem ganzen einen warmen Charakter verleih, aber wir haben ja keine Probleme mit unserer Sexualität. Diesem Pitcher folgte noch eine weitere Runde Long Island und dann wurden wir langsam aufgefordert die Rechnung zu bezahlen, da sie bald schließen wollten. Hmmm, wenn das nicht gewesen wäre würden wir da bestimmt immer noch sitzen. Wenn man sich erstmal ein wenig fest gelabert hatte, dann geht die Zeit rum wie im Flug.

Wir entschieden uns dann aber doch den Heimweg anzutreten, denn Sabrina war ein wenig geschafft von der Autofahrt. Man mußte es ja in Anbetracht des Jahreswechsel nicht übertreiben. Auf der Heimfahrt sind mir dann auch ein paar Mal die Augen zu gefallen, trotzdem entschied ich mich noch ein wenig TV zu gucken, denn 0123 Uhr ist ja noch keine Zeit zum Schlafen gehen. Weise Entscheidung, ich weiß gar nicht mehr was ich geguckt habe, doch um 0327 Uhr gingen meine Augen wieder auf und ich verlegte meine Schlafstätte vom Sofa ins Bett.

Der Samstag war sehr ungewohnt. Ich war frisch, soweit man das bei mir sagen kann, und irgendwie fehlte etwas an meinem Zustand. Ha, der Kater war nicht erschienen und ich hatte einen recht schmerzfreien Samstag. Gut, ich mußte noch kleine Sylvestereinkäufe machen und hatte schon Panikattaken über überfüllte Läden und Hammerkranken so weit das Auge reichen würde, aber damit mußte ich leben. Entgegen meiner Vorstellung kam ich gut durch und konnte das G3 und die drei Splitterhandgranten im Auto lassen.

Abends ging es dann erstmal zu Ute, Friedes Frau. Die hatte nämlich Geburtstag und da wollte ich mich auch mal sehen lassen. Bewaffnet mit einer Falsche Obstler ging es los. Unterwegs traf ich dann noch Tutuzki und Martina, die gerade wieder auf dem Heimweg waren. Das war dann ein wenig dumm gelaufen, so habe ich sie knapp verpasst. Aber ich kannte bestimmt noch andere Leute auf dem Geburtstag. Zu Beginn sorgte ich wieder mal für allgemeine Heiterkeit. Die alte Geschichte mit der beschlagenen Brille. Leider bin ich stark kurzsichtig und sehe dann rein gar nichts. Also lief ich wie ein Maulwurf durch eine unscharfe Welt und war auf der Suche nach Ute. Die fand ich auch. Als Brillenträger trägt man ja immer gerne zur Unterhaltung der Gästeschar bei. Nach einer kurzen Gratulation ging es dann gleich zum Wesentlichen über. Es gab Bier. Und zwar Bier aus großen Flaschen. Eigentlich bin ich ja nicht so der Fan von 0,5 l Pullen, aber ab und an kann man sich schon daran laben. Ansonsten war ich dann doch sehr überrascht, das nicht ganz so viel los war, wie ich gedacht habe. Wird das mit dem alter so? Kommen dann weniger Leute und bleiben die dann nicht so lange. Ich meine, wenn ich mich recht erinnere war Samstag Abend und der Sonntag ist doch immer dazu da um ein wenig zu entspannen und das Wochenende Revue passieren zu lassen. So war es zumindestens früher. Egal, ich saß an einem Kopfende und war irgendwie richtig. Friede und Bärmes hatte ich als Gesellschaft und es konnte los gehen. Ich mußte mich aber ran halten, da ich so gegen 2200 Uhr schon wieder die Segel streichen wollte. Man will ja den Gastgebern nicht allzu sehr zur Last fallen. Bis um 2200 Uhr passten aber noch locker drei weitere Halbe rein. Schließlich trage ich nicht umsonst gewisse Spitznamen. Dazu gab es dann schmackhafte Chips, die seit dem Doppelkopf liebevoll Fußnägel genannt wurden. Ich möchte es nicht im Einzelnen erklären, aber es hat es mit dem Geschmack und einem sehr unappetitlichen Vergleich mit Leiches Füßen zu tun. Und das ist nicht auf meinem Mist gewachsen!

Fast pünktlich um 2200 Uhr habe ich meine Segel bei Ute und Friede gestrichen und bin im Feuerwehrhaus eingefallen. Dort hatten sich schon Philip, Schnitzel, Kai und Wiebke versammelt und saßen in den Startlöchern. Während ich mich dann erstmal mit einem Bier versorgte kam dann noch der Tobi vorbei. Nach mehr oder weniger aufschlussreichen Gesprächen fuhren wir dann los. Der Tobi wollte sogar noch selber fahren, da er später noch ins Savoy nach Göttingen wollte. Die gute alte Lanz Bulldog Geschichte. Im Glashaus angekommen erwartete uns entgegen aller Erwartungen Leere. Ein kurzer Blick auf die Uhr teilte mit das es erst 2345 Uhr war. Sehr seltsam, sollte es wirklich ein Samstag werden wo nicht viel los sein würde? Aber an der Kasse traf ich schon mal den Thomas K. Na das konnte ja ein heiterer Abend werden. Als wir dann direkt in des Havana verlegten bog ich vorsorglich ab und organisierte mir einen Havana Club an meiner Lieblingstheke und hoffte das meine Lieblingsbedienung da wäre. Und sie war es. Und sie erkannte mich wieder und setzte ein zauberhaftes Lächeln auf. Sie wusste sogar gleich was ich haben wollte und verdoppelte die Menge. Ich glaube sie versteht mich.

Von dem hübschen Lächeln verzaubert und von der Mischung in meiner Hand betört stand ich nun vor der nächsten Aufgabe, den Rest meiner Truppe wieder zu finden. Aber Kai gab schon ausladende Handzeichen von der Theke. Außerdem war dort auch noch der Thomas. Schön wenn sich alle Bekannten an einem Punkt ballen. Was nun allerdings für ein Mist gelabert wurde kann ich gar nicht alles wieder geben. Ich kann nur sagen, das Thomas und ich ordentlich vom Leder gezogen haben. War schon lustig.

Unser Platz war auch recht gut und man konnte recht viel vom Havana überblicken. Meine anfängliche Befürchtung, das es nicht so voll werden würde hat sich schnell verflüchtigt. Es war zwar nicht brechend voll, aber immerhin gut gefüllt. Sagen wir mal so, es war angenehm voll,man konnte überall bequem stehen ohne das man sich vor kam wie eine Sardine in der Büchse. Mich interessierte zwar nur das weibliche Volk, aber das ist ja schon mal ausreichend, wenn man sich nur auf 60% der Anwesenden konzentrieren muß. Nebenbei mußte ja auch die Havana Vorräte aufgefüllt werden. Doch mein Problem war das der Weg zu meiner Lieblingsbedienung leicht umgebaut war. Der direkte Weg wurde auf Grund von Gästemangel zu gemacht. Also hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich gehe quer über die Tanzfläche oder mogele mich über die Bühne, die für das Volk frei gegeben war. Die Alternative Tanzfläche wurde schnell verworfen, weil dort schon wieder rituelle Fruchtbarkeitstänze tanzähnliche Vorführungen dargeboten wurden. Also mogelte ich mich über die Bühne, was besser klappte als ich angenommen hatte. Als mich meine Lieblingsbedienung um die Ecke kommen sah machte sie schon das international eindeutige Zeichen für einen Havana Club und ich mußte nur noch nicken. Wir verstanden uns blind und ich habe sie wirklich in mein Herz geschlossen. Und so lief es dann jedes mal ab, wenn ich in die ungefähre Richtung ging. Und jedes mal schenkte sie mir ein Lächeln.

Zurück zu den harten Fakten. Schnitzel und Philip fuhren gleich die harten Kaliber auf. Wodka Red Bull für harte Männer. Das bedeutet eine Flasche Wodka und eine Flasche Red Bull Verschnitt. Und los ging die Hatz nach der Promillegrenze. Während ich mich mit meinen liebevoll angefertigten Doppelmischung eher auf der mittleren Spur der Promilleautobahn befand, rasten Schnitzel und Philip mit Mach 3 auf der linken Spur vorbei. Die Mischungen waren hart und schien den Beiden nichts an zu haben. Die Stimme war noch klar und glockenhell und auch die Bewegungen waren noch alle kontrolliert. Zu Beginn der wilden Hatz jedenfalls. Etwas später am Abend neigte dann Philip dazu ein wenig zu tanzen, an nicht dafür vorgesehenen Stellen.

Tanzen war auch so ein leidliches Thema. Thomas wollte die ganze Zeit das ich irgendwelche Frauen anspreche und auch mal das Tanzbein schwinge. Aber davon riet ich eindeutig ab. Wer weiß ob dann wieder zu einer Massenpanik kommen würde. Ihn hielt es aber nicht ab zu tanzen. Und ich sage mal so, das hätte ich auch noch hin bekommen. Ich weiß zwar nicht was er genommen hat, aber er hatte jede Menge Spaß. Auf die Frage wie denn das Zeug hieß lachte er nur. Hat er denn den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden, ich wollte auch was ab haben. Nun ja, ich kann mich nun wahrlich nicht über Tanzkünste aufregen oder gar lästern, da ich selber wie eine -7 auf einer Skala von 1 bis 10 aussehe. Auf jeden Fall war es Ausdruckstanz. Nun verstehe ich auch warum er immer so viel Durst hatte.

Es dauerte auch nicht lange da hatte ich mich schon wieder auf drei Favoritinnen fest gelegt, wo bei ich meine Lieblingsbedienung da nicht mit einrechne, obwohl sie unter anderen Umständen auf jeden Fall dabei gewesen wäre. Natürlich gab es wieder jede Menge hübscher Frauen im Glashaus, wie eigentlich immer, aber nur drei passten perfekt in meine Schablone. Was das Aussehen an ging. Die Charakterschablone konnte man ja noch nicht anwenden. Wobei es da wohl auch schon Jemanden gibt, auf die beide Schablonen passt. Weiter im Thema. Mein Standpunkt war ein wenig abseits von der Tanzfläche, so daß ich nicht mal hätte Blickkontakt aufbauen können. Was ja auch sonst nie geklappt hat, als konnte man aus der Ferne bewundern. Außerdem waren sie ja immer mit Tanzen beschäftigt (glücklicherweise nie mit männlichen Partnern) und ich hatte ja immer meine Mischung in der Hand und außerdem war Samstag. Ich weiß alles Ausreden die den Namen nicht verdienen, aber ich war einfach noch zu nüchtern um überhaupt Tanzen zu gehen. Und das impliziert Frauen anzusprechen. Da könnte ich ja eigentlich mal eine Reihenfolge zusammenstellen an der man den Vollheitsgrad ablesen kann. Ich stelle mir da einen Graphen vor, der auf der x-Achse den konsumierten Alkohol und auf der y-Achse die jeweilige Tätigkeit anzeigt. Gut, das würde dann ein komplett linearer Graph werden, aber immerhin macht es so einen eher wissenschaftlichen Eindruck. Auf jeden Fall würde „Tanzen gehen“ definitiv nach „Frauen ansprechen“ kommen. Wohin gegen „Frauen ansprechen“ auf einer 1000 mm langen Achse einen Abschnitt von 1 mm belegt. Da noch eine Formel drum herum gestrickt und schon bin ich aus der Misere, warum ich denn nichts gebacken kriege.

Die Uhr zeigte irgendwas um 0300 Uhr an und Wiebke und Kai wollten los, das hieß für uns Mitfahrer, das wir aus tranken und uns dem Konvoi anschlossen. Leider konnte ich mich nicht mehr von Thomas verabschieden, da er im exzessiven Ausdruckstanz auf der Tanzfläche gefangen war. Und ich war nun nicht so leichtsinnig um ihm zu folgen. Denn wenn ich dann erstmal auf der Tanzfläche gewesen wäre, wäre ich bestimmt nicht mehr so schnell weggekommen. Thomas sieht zwar nicht so aus, aber er kann verdammt fest zu packen. Also versuchte ich ihm aus der Ferne zu winken oder seinen Blick zu erhaschen, aber er war mitten drin imaginäre Feuer aus zu treten in seinem Tanz. Nun hatte ich das nächste Problem den Rest zu finden, aber der Sammelpunkt war ja an der Kasse. Auf dem Weg dorthin passierten wir das Magic. Oha, hier brauchte es keine Klimaanlage, denn die Coolness die in der Disco anwesend war ist bestimmt Schuld am Klimawandel. Selten habe ich so viele crazy Checker auf einem Haufen gesehen. Möchtegern Gangster und Pseudo Don Juan’s so weit das Auge reichte. Ich mußte mir ja ein kleines Lachen verkneifen wenn ich die Vögel mit ihren Basecaps, die nicht ganz aufgesetzt sind, sehe. Warum setzt man die Mützen so auf? Damit die Frisur nicht kaputt geht? Aber jeder soll seinen Lebensraum haben und so lange sie sich nicht unkontrolliert vermehren, dann geht das ja alles. An der Kasse angekommen hatte ich wieder Erwarten nicht den Jackpot und war recht froh darüber. Doch der Abend war ja nicht vorbei, denn wir beschlossen auf Grund der frühen Morgenstunden noch in der Werkstatt einzufallen. Das kann auch ein wenig an dem Disput gelegen haben, den Philip und Schnitzel gegen Kai hegten, der auf dem frühen Aufbruch fußte.
Egal, ich war dabei. Doch hätten wir es uns lieber erspart dorthin zu gehen. Es war einfach nur bitter. Ich war gerade mal angeheitert, was ich nur auf mein wochenlanges Training zurückführen konnte und das Bild was sich mir in der Werkstatt bot konnte man nur in einem Zustand ertragen, der einen alles vergessen ließ am nächsten Tag („Was? Wir waren noch in der Werkstatt?“). Schnitzel und Philip hatte die frische Luft richtig gut getan und der Chief Heavy-Tongue hatte ihnen einen kleinen Besuch abgestattet. Schnitzel redete sich gerade in Rage über das anwesende Klientel und unser Entschluß gleich die Zelte abzubrechen stand fest. Wir tranken noch mal Reihe um und dann ging es los. Halt, vorher habe ich ja noch als eine der Einzigen vernüftigen Annette getroffen, meine Ex-Nachbarin.

In Westerode angekommen hielten wir noch ein kurzen Pläuschen vor der Kirche und gingen dann getrennte Wege. Die Uhr zeigte 0412 Uhr als ich mich in mein Bett legte. Doch an Einschlafen war noch nicht zu denken. Denn unzählige Gedanken schwirrten in meinem Kopf herum. Verdammter Jahreswechsel da wird man immer so sentimental und wenn ich dann nur angeheitert bin, dann kommt mein Gehirn erst richtig in Schwung.

Nichtsdestotrotz möchte ich die Gelegenheit nutzen und all meinen Lesern, bekannterweise und unbekannterweise, eine guten Rutsch und ein frohes neues Jahr wünschen. Lasst es in der Sylvesternacht richtig krachen. Ich werde es machen und hoffe euch davon bald zu berichten.
And always remember: Do not underestimate the power of the dark side.

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