Mit Vollgas in die Feiertage

„Last Christmas I gave you my heart, but the very next day, you gave it away…“ (Übrigens sensationelles Video!). Ich weiß, das war gemein, aber jetzt habe ich die Aufmerksamkeit der Leser. Dieser Song wurde in letzter Zeit bestimmt so oft gespielt wie die Erde alt ist und trotzdem wird er jedes Jahr wieder aus der Mottenkiste geholt und er gehört auch einfach dazu. Ich habe es ja immer ganz gut vermieden diesen Song zu hören, da ich nur noch sleten Radio höre und wenn dann radio auf dem keine Einheitsscheiße gespielt wird. Bis zur vergangenen Woche habe ich das auch gut durchgehalten, doch dann hat es mich erwischt. Früher hat man ihn ja im guten alten Checkpoint des öfteren in der Vorweihnachtszeit gehört. Aber den Checker gibt es ja jetzt nicht mehr und früher war eh alles besser. Oder auch nicht.

Früher gehörte es auch dazu bei der Weihnachtsfeier der 1. Mannschaft zum Weihnachtsmarkt in Duderstadt zu gehen und schon früh die Laternen an zumachen und Witze über gebrannte Mandeln in Verbindung mit Görtler zu machen. Aber das fiel dieses Jahr leider aus. Deswegen hielt ich es für angebracht den Weihnachtsmarkt nach der Arbeit zu besuchen und zwar mit ein paar Arbeitskollegen. Mit keinen direkten Arbeitskollegen, aber mit dem Scholle aus der Entwicklungswerkstatt. Und auf dem Weihnachtsmarkt trafen wir dann noch ein paar Leute aus der Orthesenabteilung. So sah also mein Freitag am frühen Nachmittag aus. Glühwein und Vorfreude auf die Weihnachtsfeier. Ich hielt mich aber beim Glühwein dezent zurück, denn ich mußte ja noch fahren.

Nachdem ich dann Scholle und noch eine junge Dame nach Seulingen gebracht habe fuhr ich auf direktem Wege nach Hause um dann zur Mehrzweckhalle aufzubrechen. Unterwegs traf ich dann Naddel und Biensi. Wenn ich gewusst hätte was mich an dem Abend erwarten würde, dann wäre ich jetzt schnell weg gelaufen. Wobei ich ja eigentlich hätte vor gewarnt sein müssen, hat mich doch Naddel mal auf einer Zapfe-Party dazu gezwungen überredet mit ihr Tequila zu trinken. Dank meines Einhorntricks konnte ich mich aber der Tequliafalle entziehen. Wir trafen also gemeinsam an der Mehrzweckhalle ein und waren die Ersten. Und die Einzigen! Wo waren alle? Gut wir waren ein wenig zu früh dran, aber normalerweise hätte ich nun schon mindestens fünf Leute am Tresen erwartet, die sich das Bier schon mal in den Kopf klopfen. Nichts dergleichen. Nur Günner der kurz nach uns ankam. Dann folgten Andre, Christian und Sabrina und dann kam endlich Kolben, der die Schlüsselgewalt hatte. Kurz aufgeschlossen und schon konnte es los gehen mit besinnungslosen Sauferei gemütlichen Zusammensein. Ich freute mich schon auf ein kühles Bier. Doch ich freute mich zu früh, denn es waren keine Gläser da. Also wurden die erstmal organisiert und nebenbei wurde die Herdstelle für das Essen vorbereitet. Oberbrandstifter Andre wusste bestimmt genau was er da tat.

Nach einer nie enden wollenden Zeit, voller Schweißausbrüche kurzer Zeit waren dann auch die Gläser am Start und ich konnte mir mit Günner an der Theke ein Bier reinknallen. Das tat wirklich gut und so machte einem das Gewusele an den Buffettischen nicht mehr ganz so viel aus. Als dann Kosta kam und das Gyros rein brachte war natürlich noch nichts fertig. Dafür schmiß dann Kosta erstmal einen von den Feuertöpfen herunter die unter die Warmhaltevorrichtungen gestellt wurden, damit das Essen nicht kalt wird. Der Boden brannte und sämtliche Feuerwehrleute hatten ein seltsames Glitzern in den Augen. Es wurde dann aber recht fix eine Wassergläserkette von der Theke bis zum Brandherd eingerichtet. Man gut das Gläser da waren, kann ich hier nur sagen. Ich versuchte zwar ein nassen Lappen zu organisieren, aber da war das Feuer schon aus und man konnte ihn prima zum Aufwischen nehmen. Feuer aus und so langsam konnte ich das Bier wirklich gebrauchen.

Die Plätze wurden eingenommen und Köppel hielt eine kurze Ansprache. Das Buffett war eröffnet. Ich hielt mich an die Standardsachen, wie Gyros, Tzaziki und Krautsalat. Immer was solides im Magen und es war auch lecker. Und vor allem sollte man bei Weihnachtsfeiern niemals vergessen, das man nie zu viel in sich hinein schrotet. Denn später wird man dann träge und kann vor allem nicht mehr so viel Bier trinken. Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe schon ein paar Weihnachtsfeiern hinter mich gebracht. Ich machte nur den großen Fehler mich neben Naddel zu setzten. Ich bitte das jetzt hier nicht falsch zu verstehen, Naddel ist eine eine ganz feine Frau, aber wenn sie Schnaps in ihrer Reichweite hat, dann kann es schnell sehr grenzwertig werden. Kurz nach dem Essen rettet ich mich vor dem Verdauungsschnaps, in dem ich Kim hinter der Theke ablöste, der dort zapfte. Das Bier war so eingestellt, das man mit einem Mal die Gläser voll zapfen kann und zwar so, das man keine Blume hat. Sieht dann natürlich aus wie ein Glas frisches Morgenurin und wir so wohl nur in Obernfeld getrunken. Also mußte ein wenig mit dem Glas gespielt werden. Und nachdem ich dann einige Bier voll gemacht hatte, hatte ich den Dreh auch raus. Bleib nur die Frage, wer denn die ganzen Angezapften Bier verzehrt. Also bis ich in den sauren Apfel und fing an zu trinken. Nicht das ich das jetzt aus Absicht gemacht hätte. Jede Anlage hat ihren eigenen Dreh und die Kohlensäure ist auch immer eine von den Spezialeinstellungen. Zum Glück gab es dann noch ein paar extra Bestellungen, so daß ich nicht alles alleine trinken mußte. So ein Mist!

Nachdem dann Kim wieder da war konnte ich zurück an meinen Platz und dort wartet auch schon Naddel auf mich, die auch noch Verstärkung von Sabrina bekommen hat. Ich weiß nicht ob die Zwei was heimlich besprochen haben, aber ich mußte auf einmal Schnaps trinken. Ich hatte zwar noch die Wahl zwischen Roten und Löwentor, aber das war es dann auch schon. Hat man die Wahl zwischen Pest und Cholera, nimmt man am besten Beides. Beides für auf jeden Fall zum Tod und wenn man Beides nimmt geht es womöglich schneller. Ich entschied mich trotzdem für den Roten. Nun ging es los, Schlag auf Schlag, Glas um Glas mußte ich die süße Plörre in mich hinein kippen. Ich konnte mich nicht mal wehren, denn Naddel ließ keine Gegenwehr zu. Wer schon mal mit ihr getrunken hat weiß wovon ich rede. Felkl saß mir gegenüber und hat Löwentor getrunken, allerdings auch Cola dazu und kein Bier. Ich war aber sehr dankbar für das Bier, denn es spülte die Zuckerplörre aus meinen Geschmacksknospen. Es half mir zwar nicht bei meinem Promillepegel, aber es war ein kleiner Hoffnungsschimmer, nachdem der Rote meine Zunge berührt hat. So ging das dann munter Weiter. Ich will jetzt nicht übertreiben, aber die Gläser wurden im Minutentakt gefüllt. Ich war immer dankbar für Wartezeiten, hervorgerufen durch fehlende Leute in der Runde.

Nach einer gewissen Zeit schaffte ich es dann auch mich vom Tisch los zu reißen und an die Theke zu flüchten. Was auch teilweise daran lag, das Naddel ihren Platz aufgeben hat. An der Theke kam ich gerade rechtzeitig zu einer „Reise nach Jerusalem“-Absprache. Na toll, Spiele bei denen man durch die Gegend laufen muß und man schon eine Hinfall-Garantie hat. Nachdem die Stühle aufgestellt wurden versuchte ich mich erfolglos zu verstecken, aber es half nichts. Also ging es los mit der Reise. Machen wir es kurz, ich hielt ungefähr drei Runden durch und bekam dann von Rüdiger einen Bodycheck, der zu einer fünf Minutenstrafe im Eishockey geführt hätte und war raus. Zum Glück, wie ich hier feststellen darf und ich bin Rüdiger echt dankbar. Gut ich mußte einen Löwentor trinken, aber das war nicht mehr ganz so schlimm, da der Rote sämtliche Geschmacksknospen in meinem Mund verklebt hatte. Ich hätte auch Spiritus trinken können und hätte nichts gemerkt. Nun ging aber die Parade richtig los. Rückwärts, im Froschgang, Rücken an Rücken mit dem Nachbarn und was weiß ich nicht noch alles. Ich konnte mir die ganze Geschichte von der Bühne aus angucken und mich freuen. Und ich konnte in Ruhe Bier trinken. Und Videos drehen. Ich liebe meine Kamera! Das Spiel war zu Ende und Matze hatte gewonnen. Zweiter Platz ging an Köppel, der sich sichtlich ärgerte. Der Preis war übrigens eine Flasche Wein, die den Flaschen vom Büttenabend verdammt ähnlich sah. Ich möchte es nicht beschwören, aber sogar das Geschenkpapier sah aus wie das vom Büttenabend von vor drei Jahren.

An der Theke zurück machte dann unsere Prinzessin ihr Versprechen war. Sagen wir mal so, es war ein Versprechen das sie sich selber gegeben hat. Ich wurde dabei nicht gefragt. Wir trafen uns am Anfang des Abends an der Theke und da erzählte sie mir das sie ab jetzt auch Internet haben und sie immer mein Logbuch liest. Damit also auch die Geschichte vom Eichsfelder Büttenabend, wo ich sie als Unregelmäßigkeit im Raum-Zeit-Gefüge klassifizierte. Ich dachte ja eigentlich das ich das alles mit netten Worten umschrieben habe, aber dem war wohl nicht so. Jedenfalls beschloss sie nun bei jeder Gelegenheit mit mir zu tanzen. Da ich ja bei solchen Beschlüssen nie anwesend sein muß, blieb mir auch nichts anderes über als zu nicken. Ich hoffte ja insgeheim, das sie es vergessen würde. Aber Silvia hat ein gutes Gedächtnis und ich mußte also tanzen. Ich möchte hier nun erwähnen das niemand sonst getanzt hat und auch niemand tanzen wollte. Aber hat das die gute Prinzessin davon abgehalten? Natürlich nicht. Ich glaube selbst ein Austritt aus dem Elferrat bringt nichts, sie wird mich immer wieder finden. Ich hoffe nur das andere Prinzessinnen das hier nicht auch lesen und sich daran ein Beispiel nehmen.

Zwischenzeitlich waren auch Ramona und ihre Freundin da, die aus der Werkstatt geflogen waren. Um nicht zu früh nach Hause zu gehen, bleiben sie noch kurz bei uns. Vernünftige Entscheidung, denn zu Hause ist man ja eh genug, da sollte man schon jede Minute nutzen die man Abends unterwegs ist. Doch als dann die ersten Ohren die Worte Werkstatt vernahmen wurden schon Entscheidungen getroffen. Ingo kam zu mir und fragte ob ich denn auch noch mit kommen würde. Es war eher eine rhetorische Frage, denn er kannte die Antwort ja schon vorher. So brachen wir dann also auf um in die Werkstatt zu fahren. Dort erwartet uns eine recht gut gefüllte Hütte. Was mich sehr wunderte, denn es war ja Freitag. Aber die großen Letter „School’s Out Party“ hinter der Kasse brachten Aufklärung. Gleich zu Beginn überschlugen sich die Ereignisse. Wir waren uns sehr uneinig was wir trinken sollten und ich holte erstmal eine Runde Getränke, doch kurze Zeit später war klar, das wir Wodka trinken wollte, mit Sprite. Gut, hatte ich noch nicht probiert aber ich mache ja alles mal. Dann kam Schnitzel der den Verlust seiner Flasche beklagte. Da ich nicht mitbekommen hatte wo sie hin war war Schnitzel schon bei Eberhardt und konnte ihm schon die Übeltäter zeigen. Eberhardt aber machte nichts und somit zog Schnitzel wutentbrannt ab. Verständlicherweise.

Unterdessen stellten wir Wachen für unsere Flasche auf. Am Besten eignete sich hierfür der Viktor. Der trank dann seinen Wodka auch ohne Sprite. Ich machte gerade eine Mischung fertig und fragte ihn wie viel Sprite er denn in seinen Wodka haben möchte. Daraufhin fragte er nur welchen Wodka. Naja, er kommt auch aus der sibirischen Steppe, da wurde Wodka wohl schon in die Frühstückflocken geschüttet. Ich war froh um die Sprite, denn sie schmeckte um Längen besser als Red Bull. Wie man vielleicht schon gemerkt hat, geht es jetzt rasant auf der Zeitachse nach vorne. Was aber auch daran liegen kann, das mein Gedächtnis nicht mehr auf Hochtouren lief. Anders ausgedrückt, fehlen mir gewisse Zeitabschnitte aus der Werkstatt. Doch an eins kann ich mich noch erinnern. „Temple of Love“ von Sisters of Mercy. Morchel, der Verrückte hat gesagt er wünscht sich das und dann soll ich tanzen. Auch wieder so eine Entscheidung, die ohne mich gefällt wurde. Warum nur? Das Lied kam und ich ging tanzen. Und dazu gesellte sich dann noch der Morchel und etwas später die Hüfte, was mich besonders freute. Sie war nämlich auch mit dem Porno da. Allerdings waren Beide gut dabei. Porno sogar so gut, das er nur noch geradeaus gucken unfallfrei hin bekam. Alles andere wäre zu viel Aufwand geworden.
Die Zeit schien rum zu sein, denn meine Uhr zeigte irgendwas um die 0500 Uhr an. Und wir wollten los. Doch Thomas B. hatte seine Jackenmarke vergessen, ergo bekam er auch seine Jacke nicht wieder. Das war der Auftakt zu einer grandiosen Diskussion. Viktor war eh schon gut drauf und wollte seiner Energie freien Lauf lassen. Man gut das wir ihn ein wenig aufgehalten haben, denn sonst wäre von der Werkstatt nicht mehr viel über geblieben. Er ist so was wie der Hulk aus Russland. Nur das er nicht grün wird, sondern so bleibt aber trotzdem aus der Werkstatt im Handumdrehen eine Achterbahn gemacht hätte. Es endete damit, das Morchel die Polizei reif, Philip kurzzeitig seinen Ausweis verlor und Thomas seine Jacke wieder bekam. Und wir irgendwie beim Bäcker landeten und uns Brötchen kauften. So schnell geht das. Nach dieser Stärkung ging es dann endgültig Heim, wo mich dann nochmal kurz der Philip anrief und mir mitteilte das ihn sein Vater angeschrien hätte, ihm das aber komplett egal gewesen wäre. Sehr mitteilungsbedürftig der Gute.

Trotz der Tatsache das ich hätte ausschlafen können, war ich um 0900 Uhr wach und konnte mich nur noch umher wälzen. Warum nur straft mich Gott so fürchterlich. Ich mußte ja eh zum Aufräumen und begab mich auf direktem Wege zur Mehrzweckhalle. Dort war ein Großteil schon getan und ich mußte nur noch Tische rücken und ein wenig mit Aufräumen. Aber ich war froh, das ich bald wieder fahren konnte. Denn am Nachmittag mußte ich bei Martin umziehen helfen. Zwar nur ein paar Sachen, aber das sollte ja dann am Sonntag weiter gehen. Besonders lustig war das Schrank abholen bei Hardts. Den angebotenen Eierpunsch lehnte ich aber vorerst ab, denn erstens hatte ich ja noch genügend vom Vorabend drin und zweitens wusste ich nicht genau was ein Eierpunsch ist. Nachher sagt man ja und kriegt einen gehörigen Tritt in die Testikel. Ich wollte es nicht unbedingt ausprobieren. Der Schrank wurde recht fix verladen und es wurden Gerüchte um eventuelle Auszüge verbreitet. Am frühen Nachmittag reif mich dann auch der Scholle an und teilte mir mit das wir so gegen 1730 Uhr mit der Kneipentour starten wollten und ob ich denn den Dr. Dieck schon erreicht hätte. Ein Tatsache die ich schon längst verdrängt habe, aber das Resturlaubssaufen ließ sich nicht mehr aufhalten. Man gut, denn ich freute mich schon sehr drauf. Mit Scholle und dem Dr. los zuziehen versprach immer eine gelungener Abend zu werden. Wir mußten die Tradition zwar ein wenig biegen, aber ich denke der christliche Gedanke zählt. Die Uhr zeigte 1730 Uhr und ich war fertig. Nicht nur mit den Nerven, sondern auch frisch geduscht und der Scholle fuhr schon vor. Besser gesagt Daniel fuhr vor und fuhr Heiko und mich in die Stadt. Ich mußte zugeben, das ich ein wenig Angst hatte. Es gab nämlich schon Abende an denen ich um 2300 Uhr schon wieder zu Hause war. Aber das sollte diesmal nicht passieren, denn ich fühlte mich gut vorbereitet.

In der Stadt angekommen trafen wir zunächst auf einen weiteren Arbeitskollegen von Heiko. Zusammen traten wir dann in die Backstube ein, die wir als Startpunkt der Tour ausgesucht hatten. Wir wollten ja ein wenig Umsatz machen, da wir in letzter Zeit ein wenig öfter die Toilette genutzt hatten als wir eigentlich geplant haben, obwohl wir keine Getränke konsumiert haben. So gibt man Stück für Stück zurück. Den Anfang machten vorerst zwei Bierrunden und dann meldete sich schon der Magen bei dem Einen oder dem Anderen. Die angefangenen Diskussionsrunde konnten wir aber auch bei Kalle Marschall im „Halben Mond“ fortsetzen. Gesagt getan. Auf dem Weg dorthin trafen wir dann noch Nina und Markus, die den gleichen Weg einschlugen. Auf Grund der geballten Hungrigkeit hatten wir dann doch ein wenig Bedenken das es für alle reichen würde. Langsam aber sicher wurde die Schrittgeschwindigkeit erhöht, aber Nina und Markus hatten am Ende die Nase vorn. Auch wenn sie Kalle beteuerten das sie uns nicht kennen würden, als wir eintraten, war es uns egal und wir bezogen ihnen gegenüber einen Tisch. Somit hatten wir alles im Blick und konnten genau Protokoll führen ob sie die größeren Portionen bekommen würden. Frecherweise bekamen sie ihr Essen auch noch vor uns und wir mußten ihnen beim Essen zu sehen. Nur mit Mühe und Not konnten wir Heiko am Platz halten, damit er nicht Markus sein Milanese-Schnitzel wegputzte. Obwohl mit Fischer nicht gut Schnitzel essen ist. Und dann kam unsere Portion. Vorausgegangen waren erstmal zwei weitere Bierrunden und erhebliche Diskussion und einige Kommentare in Richtung Markus und Nina. Man kennt ja die Szenen aus „Life of Brian“, in denen die Volksfront von Judä die populäre Front als Spalter beschimpft. So ähnlich muß man sich das vorstellen.

Kommen wir nun aber zum Essen. Ich habe ein Jägerschnitzel bestellt, doch was da auf meinem Teller lag war einfach ein großer Brocken Fleisch. Unglaublich wie das in eine Pfanne gepasst hat. Es war unglaublich lecker, aber es war auch unglaublich viel. Zugunsten des Fleisch habe ich den Salatteller schon vorher verbannt. Und die Pommes wurden auch nicht ganz geschafft, sondern teilweise noch an Heiko abgegeben. Die letzten Stücken des Schnitzel mußten reingeschoben werden. Das Problem war, das die schon verzehrten Stücke nicht schnell genug die Speiseröhre hinunter wanderten. Da gab es ein paar Unfälle. Aber es bleib alles drin. Im Anschluß hätte ich mir einen sofortigen Besuch bei der Tierarztpraxis Dr. Hippe gewünscht um mir einen Pansenstich abzuholen, aber leider hatte er über die Feiertage nur in Notfällen geöffnet. Also bleib nur die Schnellkur in Form eines Ouzos. Ja, Kotzo bringt dann den Darm richtig in Wallung. Ich sollte wirklich die Finger von Anis-Schnäpsen lassen. Was mich noch mehr verwunderte war, das Markus vorweg ein Solei gegessen hat. Und es uns recht schmackhaft gemacht hat. Wir wollten dann ja auch so ein Teil essen. Nach dem Essen. Doch das hätte einfach nicht mehr rein gepasst. Heiko wollte zwar unbedingt, aber ich vertröstet ihn auf später. Nach dem Essen wurden dann alle gespielten Feindseligkeiten vergraben und Markus und Nina setzten sich mit an unseren Tisch.

Es dauerte nicht lange, da hatte Heiko so lange genervt bis wir dann die letzten zwei Soleier bekamen. Auch wenn nichts mehr rein passte, wir stiegen mit ein. Ich aß aber aus Vorsicht nur ein halbes. Auch wenn Markus davon schwärmte, ich wollte zunächst vorsichtig sein. Markus erklärte uns wie man das isst und ab ging es. Ich war ein wenig sehr großzügig mit dem Tabasco. Markus warnte mich noch, ob ich denn wüsste das es Tabasco sei und ich erwiderte nur großkotzig, das ich es gerne etwas schärfer mag. Leider verwechselte ich in dem Moment Tabasco mit der jämmerlichen Pfeffersoße aus dem Penny. Als das Ei dann langsam meine Speiseröhre hinunter wanderte und meine Geschmacksknospen aufhörten weh zu tun konnte ich heimlich die tränen aus meinen Augen wischen. Ich werde nun in Zukunft mehr Tabasco-Soße kaufen. Die Penny-Soße stinkt dagegen jämmerlich ab. Und ich muß sagen, daß das Solei recht vorzüglich schmeckte. Eine Alternative zu dem normalen Ei.

Markus und Nina entschlossen sich uns bei dem kollektivem Abschießen nun alleine zu lassen, aber sie wurden recht fix von dem Dr. abgelöst. Der kam nämlich am gleichen Tag aus dem Skiurlaub und war also im Sauftraining. Ich vermute ja eh, das er nur mit dem Lift hochgefahren ist, in die nächste Hütte eingekehrt ist, sich bis zum Schluß die Mirte mit Hefe zugeknallt hat und dann stramm mit dem Lift wieder nach unten gefahren ist. Ski-Urlaub ist schon herrlich. Markus begann seine Ankunft jedenfalls gleich mal mit einem Heidegeist. Na toll, so macht man sich also Freunde. Da ich aber das Schnitzel immer noch am verdauen war, war ich dankbar für den Beschleuniger. Auch wenn ich Schnaps eigentlich abgeneigt bin, begrüßte ich ihn hier mit offenen Armen.

Es wurde dann nach einigen weiteren Bieren etwas voller. Sowohl im Kopf als auch in der Kneipe und der Doktor und ich wollten noch auf den Stadtberg, da dort die Willkommensparty unserer Thailand-Urlauber war. Also setzten wir unseren Weg vorerst zum Backsteinhaus fort. Man will ja überall mal trinken.

Dort angekommen entschieden wir uns spontan für Mixgetränke. Um es nicht so einfach zu machen für die Bedienung nahm dann auch jeder etwas anderes. Der Doktor Bacardi-Cola, Heiko Jim Beam-Cola und ich Havana Club Cola. Nach der dritten Bestellung hat sie es dann auch einigermaßen unfallfrei hin bekommen. Der Arbeitskollege von Heiko hat dann schon früher die Segel gestrichen, da er noch auf ein Konzert wollte. Ich konnte ihn ein wenig verstehen, das er sich nicht so gerne mit stadtbekannten Strammsäcken sehen lassen wollte. Also waren wir nur noch zu dritt und tranken was das Zeug hielt. Diskussionsgrundlage waren diverse Themen, auf die ich hier im einzelnen nicht mehr eingehen kann, da sie sich meinem Gedächtnis entzogen haben. Aber es war interessant. Auch die Tatsache, das wir wie die Weltmeister bestellten. Es war unglaublich was wir für eine Schlagzahl vorlegten. Man sollte meinen, das am Folgetag der Alkohol knapp wird und heute der letzte Tag der prohibitionsfreien Zeit ist. Außerdem lernten wir das die Blättchen unter den Biergläsern „Schlüpfer“genannt werden. Das war quasi eine Steilvorlage und somit bestellte Heiko Mixgetränke bei der Bedienung nur noch ohne Schlüpfer. Es ist schon faszinierend worüber man sich alles kaputt lachen kann, wenn man erstmal den richtigen Pegel erreicht hat. Schlüpfer waren nun überall. Und Mixgetränke. Wir bestellten sogar noch Runden als das Taxi angerufen wurde und als es vor der Tür stand. Einen kann man ja immer noch trinken. Man merkt schon das es ins Grenzwertige abdriftet.

Das Taxi fuhr uns ohne Umschweife zum Stadtberg und wir dachten eigentlich das wir den Heiko überredet hatten noch mit zu kommen, aber er bleib eisern. Man kann halt niemanden zwingen. Die Ankunft in der Bar war wohl noch vor Mitternacht. Die Zeitschiene kann ich ab jetzt vergessen, denn diese Aufzeichnungen sind nur noch ohne Zeitangaben. Das Hallo war jedenfalls groß und ich wunderte mich warum sich die Zwei Spitzlumpis von der Neckermann Single Reise Urlauber so braun angemalt hatten. Bis ich dann feststellte, das es gar nicht die Edding 3000 Farbe war sondern echte Bräune. Aus ihren Berichten weiß ich das der Umschwung von +36°C in Thailand auf -4°C in Düsseldorf gar nicht so schlimm war. Ich glaubte kein Wort und lehnte den mir angebotenen Glühwein ab. Jetzt süße Zuckerplörre trinken die noch warm ist war keine gute Idee. Ich befürchtet, daß das Schnitzel noch nicht komplett verdaut war und eventuell nochmal gucken kam ob noch was von den Pommes über ist. Also betrat ich die Bar und wurde gleich von Helena und Jenny überfallen. Ich sollte doch sofort tanzen und meine Jacke ausziehen. Wie ein Reh im Scheinwerferlicht stand ich nichts sagend rum und überlegte mit meinem großen männlichen Gehirn wie ich jetzt hier wieder raus kam. Man kann sich nun vorstellen, das es zu lange gedauert hat und ich einfach zur Theke vor stürmte. Das war der einzig mit bekannte Platz und wie von einer Tonbandkassette kam dann die Worte „Schnell, ich brauch was zu trinken!“ aus meinem Mund. Die Gegenfrage was es denn sein sollte, überforderte mich dann total und führte zum Komplettausfall. Jenny hatte mich schon im Tanzgriff und entlockte mir ein zwei Hüftschwünge, aber ich versicherte ihr, das es jetzt ganz schlecht wäre. Erstmal die Grundfunktion durch alkoholische Getränke sicherstellen und dann könnte man über erweiterte Funktionen wie Tanzen nachdenken. Ich verlangte zwar Havana, aber bekam Bacardi. Gut, es hätte auch schlimmer kommen können. Die Mischung wurde von David B. persönlich gemacht. Insidern ist er auch als General Bergfrühling an der Hitlersäge bekannt. Waren das noch Zeiten wo sich Pepshmir und der Genral gegenseitig die Marmel weggeschossen haben. Es wird Zeit das wir mal wieder eine Runde CoD spielen!

Ausgestattet mit einem Mixgetränk machte ich mich wieder auf den Weg nach draußen wo ich mich dann mit den neusten Klatsch und Tratsch aus Thailand versorgte. Ich wollte ja eigentlich die schlüpfrigen Stories hören und wissen wie sich das thailändische Mädchen in der Küche macht aber die Information wurde nur mit „Klassifiziert“ kommentiert. Also muß ich bei Gelegenheit mal den Schötti abfüllen. Was aber auch wieder eine Herausforderung werden könnte, denn ich habe von einigen Bucket-Zwischenfällen gehört.

Ich nutze auch die Gelegenheit über mein bevorstehendes Jubiläum zu sinnieren. Und mußte feststellen, das andere Leute das gleich Problem haben. Ich schloß mich also mit Florian kurz und wir machten eine Art Vorabkommen. So langsam nimmt einiges Formen an. Aber ich will jetzt nicht weiter daran denken, denn sonst werde ich wieder von Angstzuständen geschüttelt und traue mich eine Woche nicht vor die Tür. Die Flucht in den Alkohol hilft ja immer. So ging ich denn in regelmäßigen Abständen in die Bar um mir dort Nachschub zu holen. Dummerweise lief die Nebelmaschine auf Hochtouren, so daß ich mir wie in einem Zombiefilm vor kam. Das war jetzt keine Beschreibung der anwesenden Personen, aber ich konnte teilweise die Hand vor Augen nicht sehen. Doch der Geruch von Bacardi fand den Weg in meine Nase und führte mich zielsicher zur Theke. Dort bleib ich dann erstmal eine Weile. Die Quelle durfte nicht versiegen und Bemi hatte schon angedeutet, das es eventuell zu einem Engpaß kommen könnte. Der Schock stand in vielen Augen groß geschrieben. Aber noch war alles da.

Doch der Zeitpunkt kam, da keine Getränke mehr vorhanden war. Die Cola war alle und der Bacardi ging zur Neige. Bier gab es schon lange nicht mehr und nun gingen schon die ersten Gäste. Doch Hoppi schaffte der ganzen Misere Abhilfe und organisierte eine weiter Kiste Bier von zu Hause. Auf Hoppi ist ja immer Verlaß und wir schütten ein wenig weiter. Es war zwar Warsteiner und ich hatte Angst das ich nach Mixgetränken den Geschmack für Bier verloren hatte, aber es ging recht gut in den Kopf. Nun gab es aber trotz des Biernachschubs erneute Auslöseerscheinungen. Die Familie Ballhausen und der TZ wollten noch in die Werker. Ich wägte kurz ab und entschied dann, das es besser wäre mit zu fahren. Allerdings war das Taxi nun schon ausgebucht und ich wollte nach kommen. Es war aber auch noch so viel Bier da. So bleiben wir noch ein wenig im kleinen Kreis und ich konnte noch sensationelle Fotos machen. Und wurde Zeuge eines Geständnisses von Demian (ich hoffe der Name ist richtig geschrieben). Der fragte mich ob ich denn überhaupt was getrunken hätte, da meine Augen noch so klar waren. Ich rechnete kurz die von mir an diesem Abend zugeführten alkoholischen Getränke nach und mußte feststellen, das ich sehr wohl was getrunken habe und wunderte mich das ich nicht danach aussah. Vielleicht lag es auch an dem Blickwinkel aus dem mich Demian ansah. Von schräg unten, mit einem Auge leicht zugekniffen. Er sprach mir jedenfalls seine Bewunderung aus. Nun bin ich mir nicht sicher, ob der Zustand in dem ich mich gerade befand so erstrebenswert ist.

Schluß mit den tiefsinnigen Gedanken über Sinn und Zweck des Ballerns. Erstmal mußte ein weiteres Bier rein. Hoppi hatte die Forderung gestellt, das die Kiste noch ausgetrunken werden mußte. Wir gaben unser Bestes und gegen 0445 Uhr hatten wir es dann geschafft. Bemi machte die Lichter an und Schötti und ich krochen ins Taxi. Im Taxi ließ ich dann meine Vorsätze für den Abend nochmal passieren. Nicht so viel trinken. Nicht erfüllt! Früh nach Hause (ca. 0300 Uhr). Nicht erfüllt! Am Sonntag ausschlafen. Konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nichts zu sagen, aber ich greife mal vor und bestätige: Nicht erfüllt!

Sonntag 0900 Uhr. Ich war wach und konnte nicht wieder einschlafen. Mein Magen rebellierte ein wenig und am Nachmittag sollte ich weiter beim Umzug von meinem Cousin helfen. Ich war, sagen wir mal, nicht gerade motiviert aufzustehen. Egal, der Umzug muß sein und ist auch gut gelaufen. Ich helfe ja gerne. Abends war ich leicht fertig und freute mich auf den Heiligen Abend. Wenn auch aus anderen Gründen als die 10jährigen.

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