Elferrat Overdose

Der Freitag kam sehr überraschend. Er sollte nicht nur das Ende meines Urlaubs bedeuten, sondern auch den Eichsfelder Büttenabend. Eine Veranstaltung auf die ich absolut gar kein Bock hatte. Für den Elferrat bedeutet es nämlich nur, das sie noch einen weitere Veranstaltung hatten bei der sie schuften durften und wie immer viel zu wenig Mann sind. Dementsprechend freute ich mich auf diese Veranstaltung. Am Montag wurde die Bühne aufgebaut und da hatte ich schon keinen Bock mehr auf die Veranstaltung. Es ging aber leider kein Weg dran vorbei.

So begab ich mich denn frühzeitig auf den Weg und sammelte unterwegs noch Patrick und Kai ein. Zusammen schlugen wir oben auf und durften gleich weiter arbeiten. Es sollte ja ein Pavillon aufgebaut werden, damit die Raucher nicht so naß wurden, falls es denn anfangen zu regnen sollte. Warum müssen solche dümmlichen Arbeiten immer die Nichtraucher machen. Ist mir doch Wurst ob die Raucher draußen kalt und naß werden. Müssen sie halt nicht rauchen. Aber was macht man nicht alles wenn man im Verein ist. Da springt man sogar lachend in einen Tümpel, bei dem man den Grund wegen akuter Wassertrübung nicht sehen kann, wenn man in dem entsprechenden Verein ist. Nachdem dann der Pavillon aufgebaut war, mußten noch diverse andere Dinge erledigt werden. Zum Glück wurde schon Bier gereicht. Welches recht zügig in meine Kehle floß. Mit etwas Glück. Ich hoffte nur das es für die Leute die etwas zu tun hatten den ganzen Abend Freibier gab oder zumindestens während der Veranstaltung. Nach einiger Diskussion stand fest, das wir alle bezahlen mußten. Für wurde zu dem Zeitpunkt klar, das ich nie wieder zu einem Eichsfelder Büttenabend gehen werde. Sollte er wieder in Westerode statt finden, dann trete ich auf der Stelle aus dem Elferrat aus. Ich bin doch nicht so bescheuert und opfere meine wertvolle Freizeit für eine hirnrissige Veranstaltung bei der ich dann auch noch buckeln darf und für mein Bier bezahlen muß. Eher lasse ich mich mit einem Katapult vor eine Wand schießen. Da habe ich mehr von. Ich hielt noch mal kurz Rücksprache mit Kalle, der den DJ mimte, hatten wir dann aber doch Freigetränke. Ich glaube wohl es hackt. Die Theken-Leute schrauben sich ein Bier nach dem anderen rein und ich soll dafür bezahlen!

Neben der jetzt gut genutzten Getränke-Flatrate hatte ich noch ein paar organisatorische Dinge zu erledigen. Zunächst mußte ich von dem Vorstizenden Zettel der Akteure und deren Vorleiben abholen. Dann mußte ich den Schnitzel einweisen, da er bei der Generalprobe nicht dabei war. Und vor allem mußte ich Bier trinken. Ich kann nun mal keinen Büttenabend überstehen, wenn ich keinen uneingeschränkten Zugang zu Bier und ähnlichen alkoholischen Getränken habe. Ich bin gerne im Elferrat, aber das hat nicht viel mit Karneval zu tun, sondern mit den Leuten. Was natürlich auch von Vorteil ist, sind die ganzen Prinzengarden. Die waren wirklich nett anzusehen. Zwar nicht immer das Gesamtbild, aber so einige Lichtblicke gibt es ja in jeder Garde. Die Westeröder Garde mal außen vor, die sehen ja alle gut aus. Ich hoffe man sieht meine Schleimspur nicht. Und dann waren da noch die Hilkeröder. Die traten mit dem Männerballett auf. Und ein Name auf der Liste kam mir seltsamerweise sehr bekannt vor. Patrick, der Jugendfeuerwehrwart aus Hilkerode, spielt da auch mit. Na das konnte ja ein heiterer Abend werden.

Nachdem ich dann genügend Bier konsumiert hatte konnte ich den Abend freigeben. Praktischerweise sah das der erste Vorsitzende auch so und legte los. Der Hauptteil von Schnitzels und meiner Arbeit bestand also aus auf und abbauen der Bütt, was sich eigentlich nur als umher schleppen darstellte. Dazu wurden wir natürlich vom Publikum angefeuert. Man gebe den Leuten ein paar Pils zu trinken verfeinere die ganze Gelegenheit mit ordentlich Schnaps und schon kommen die dummen Sprüche von ganz alleine. Erschwerend kam hinzu das sich Regin an einem der vorderen Tische befand und mit den dummen Sprüchen nicht sparte. Aber man ist ja geduldig. Man braucht nur ein großes Gedächtnis, wo das alles an einer Stelle notiert wird, die man dann bei geeigneter Gelegenheit abrufen kann. Und diese Gelegenheit wird bestimmt kommen, da bin ich mir ziemlich Sicher. Aber man ist ja im Elferrat und da versteht man viel Spaß. Und man konnte die Auf- und Abbauaktionen prima nutzen um sich ein wenig Getränkenachschub zu holen. Komischerweise war das auch meine Aufgabe, denn die anderen waren nie so schnell mit ihren Getränken fertig wie ich. Das Problem war dann aber diese Getränkemissionen so abzupassen, das man keine Aufbauaktion verpasst oder gar dabei erwischt wird, das man gerade an der Theke sich ein Bier in den Schlund laufen lässt, während auf der Bühne das komplette Chaos herrscht, weil eine Garde gerade die Pyramide machen wollte und dabei in die Bütt gefallen ist. Nicht das mir das schon mal passiert wäre. Jedenfalls nicht bei einem Büttenabend. Bei Fußballspielen ist das was ganz anderes und zählt hier auch nicht.
Das Bier schmeckte seltsamerweise recht gut und ich dankte meinem Körper dafür, das er es so gut ertrug, denn auf Mischungen konnte ich keinesfalls umsteigen und Schnaps wollte ich nicht trinken. Auch wenn ich schon wieder ein paar Androhungen bekommen habe. Ramona drohte mir schon an, mit mir zu tanzen, was ich aber einigermaßen abwenden konnte, da ich wieder mein kaputten Fuß aus einem fiktiven Krieg aus grub. Aber dafür sollte ich dann einen Schnaps mit ihr trinken. Schon schlimm, wenn man sich für eine Sache opfert. Aber bis zum Ende des Büttenabends war ja noch ein wenig Zeit. Doch bei den diversen Toilettengängen kam man dann auch an dem Tisch von Porno vorbei. Eben jener hatte sich mit Philip eine Flasche Roten geholt und die innerhalb einer viertel Stunde recht arg dezimiert. Eigentlich wollte ich ihnen mein Beileid aussprechen, aber sie waren schon so schön stramm, da hätten sie eh nichts mehr mitbekommen. Wenn man ihnen beim Gehen zugeguckt hat, dann konnte sie nur stramm gewesen sein. Oder aber da interne Navigationssystem hatte einen Fehler und konnte sich nicht entscheiden. Porno jedenfalls passte mich bei einem Toilettengang ab und zwang mich einen Roten mit ihm zu trinken. Ich fragte vorsichtshalber ob er da vorher rein gespuckt hätte, aber erntete nur ein süffiges Lächeln. Alles klar, voll bis zur Unterlippe, da kann man so ein kleines Glas nicht mehr mit Spucke treffen. Der Geschmack war jedenfalls sehr ekelerregend. Ich habe ganz vergessen wie süß solche Schnäpse schmecken. Warum muß immer alles mit dem Vorschlaghammer erreicht werden. Reicht da nicht der normale Suff, den man sich langsam durch Bier aufbaut. Davon hat man länger was und vor allem braucht man mit 35 keine neuen Geschmacksnerven, weil die alten zugeklebt waren.

Auf der Bühne zurück bleib nur noch ein kleiner Teil des Büttenabends zu meistern und das war der Teil, wo wir am meisten tun mußten, besser gesagt am geschicktesten Koordinieren mußten weil ein Gardetanz fehlte. Aber dank des Biers, konnte ich nicht mehr klar denken und so schafften wir auch diese Hürde. Es klappte alles problemlos. Ich möchte hier nochmal lobend den Auftritt von Hilkerode erwähnen. Das Männerballett war richtig klasse, auch wenn Regin da mitgemacht hat. Aber einen Kasper muß es ja immer geben. Irgendwem muß man die Schuld ja zuschieben, wenn es nicht klappen sollte.

Der Büttenabend war also vom organisatorischen vorbei. Jedenfalls von meiner Seite und ich habe die Zeit gut genutzt und mir bestimmte Gardemitglieder der Krebecker Garde genau an geguckt einen soliden Schutzwall aus Bier aufgebaut. Ich war also gut drauf und konnte den Einmarsch aller Beteiligten gemütlich am Tresen erleben. Aber der Präsident muß definitiv ausgetauscht werden. Ich habe noch nie einen unlustigeren Menschen durch das Programm führen sehen. Doch halt, letztes Jahr beim Eichsfelder Büttenabend. Aber kommen wir zum Einmarsch. Da hatte ich die Gelegenheit mal den Westeröder Tisch genauer zu beobachten. Und Junge waren die voll. Spontan fällt mir jetzt nur Florian ein. Der war aber auch bumsvoll. Er stand als erster von den Westerödern auf der Bank, was aber auch an seiner Größe gelegen haben könnte. Doch was ich nun sehen mußte war schon sehr erheiternd. Er war mit Leib und Seele dabei und jedes Helau das seine Lippen verließ war mit ziemlicher Sicherheit im oberen Bereich der Lautstärkeskala. Manche der Garde-Mädels erschraken regelrecht als er sie an schrie. Aber lustig anzusehen war es. Aber Vollmer war nicht der Strammste im Saal. Bei weitem nicht. Ganz weit vorne kamen die Bilshäuser, die einfach jede Menge Spaß hatten. Nun lässt sich bestimmt eine Relation zwischen dem konsumierten Alkohol und dem Spaßfaktro aufstellen. Hat dazu irgendjemand Bock, also ich nicht. Ich kann nur bestätigen, das die richtig Stimmung gemacht haben und des öfteren Sprechgesänge anstimmten und als erste auf die Bänke gestiegen sind. Gut, sie waren auch die ersten die beinahe die Bilshäuser Garde abgeräumt hatten, aber da wollen wir mal nicht so kleinlich sein.

Nun hieß es immer sehr thekennah zu agieren, also war die Tanzfläche für mich gesperrt. Die war ja viel zu weit weg von der Theke. Außerdem war sie voll bis oben hin. Ich frage mich jedes mal, wo bei manchen Menschen der Bewegungsdrang herkommt, wenn sie was getrunken haben. Aber ich bin auch dankbar, denn sonst würden sie ja alle an der Theke stehen und ich würde nichts mehr zu trinken bekommen. So hat jeder seinen Spaß. Doch manchmal gibt es eine kleine Unregelmäßigkeit in dieser Konstellation. Da gibt es eine kleine Anomalie im Raum-Zeit-Gefüge, die mit der bestehenden Ordnung nicht so ganz konform gehen will. Solche Unregelmäßigkeiten sind dann sehr hartnäckig. Und meistens ist die Prinzessin so eine Unregelmäßigkeit, eine nette Unregelmäßigkeit. Man sitzt gemütlich am Tisch und befindet sich gerade in einem Bier Langzeittest und schaut sich aus der Ferne ein bestimmtes Mitglied der Krebecker Garde an. Da kommt dann die Prinzessin heran und macht von ihrem königlichen Recht Gebrauch und verlangt zu tanzen. Meistens habe ich da ja nichts gegen und lasse sie gerne ihre Gliedmaßen durch die Gegend schmeißen, der Knackpunkt ist nur der das sie mit mir tanzen wollte. Ich fing zwar erst an mit meinem schlimmen Fuß und diversen anderen Gebrechen, doch bei dem Blick hatte ich keine andere Wahl und verwarf die Idee sie in den Bierlangzeittest einzuweihen. Es hätte ja eh keinen Sinn gehabt. So durfte ich dann mal wieder mit der Prinzessin tanzen. Warum suchen sich eigentlich die Frauen immer die Männer zum Tanzen aus, die dazu am Wenigstens Bock haben. Es scheint ein Sport zu sein. Und die kommen immer dann auf solche Ideen, wenn es gerade eine neue Runde Bier gibt. Komischerweise setzen auch alle immer ein freundliches Gesicht auf, wenn sie mich bei rhythmisch zuckenden Bewegungen auf der Tanzfläche sehen. Aber die Prinzessin hat sich gefreut und da ich ja eh als Prinzenpatrouille eingeteilt bin, habe ich es ja gerne gemacht. Und die Bierrunde ist ja auch nicht weggelaufen. Das wäre auch fatal gewesen. Dann hätte ich mir sofort die Füße abgehackt.

An der Theke traf ich dann auf Ramona, bei der ich dann ja auch schnellstens meine Tanzschuld einlösen wollte. Nicht das sie mich jetzt tanzen gesehen hatte und nun auf den Schnaps verzichten wollte und dafür lieber das Tanzbein schwingen. Doch ich hatte Glück, sie wollte weder das eine noch das andere. Hmmm, ihr Gesichtsausdruck sagte mir, das sie wohl doch schon den einen oder anderen Schnaps getrunken hat. Mir war es Recht und ihre tröstenden Worte, das wir dann beim nächsten Mal was trinken wollte ich gar nicht mehr hören.

Der Abend schritt fort und der Saal leerte sich. Die Einzigen die noch da waren, waren waren zwei Elferratsmitglieder aus Krebeck, die auch sehr gut am Glas waren. Aber so langsam wurde es Zeit, das wir auch die Tore schließen würden. Also wurden sie zu einem Löwentor überredet, ein Schnaps der dem Ungewohnten schnell sagt wo die Tür ist. Ich war mittlerweile auf Cola Asbach umgestiegen. Die Geschichte wie es dazu kam möchte ich lieber verschweigen, weiß aber, das es dann wieder böse Gerüchte gibt, daher gebe ich sie lieber selber zum Besten und zwar so das ich am Besten bei weg komme wie sie wirklich passiert ist. Ich stand vor der Theke und genoß ein Pils, als einer der häßlichsten Menschen den ich je gesehen habe Schmierpopel mit eben jener Flasche um die Ecke kam. Ich traute meinen Augen kaum gab ein paar nicht identifizierbare Laute von mir und forderte ebenfalls eine Mischung die einem das Lachen aus dem Gesicht prügeln würde und protestierte auf das Heftigste. Doch leider bin ich auch nur ein Mensch und ließ mich mit einer Mischung bestechen. Wenn man bedenkt, das ich früher nur an einer Asbachmischung reichen mußte um einen Brechreiz zu bekommen habe ich mich schon sehr gebessert. Die Krebecker vertrugen den Löwentor besser als erwartet und machten nur halb so fiese Hackfressen wie ich wenn ich Schnaps trinken muß. Ich machte ihnen dann noch ein paar Komplimente über ein Mitglied ihrer Garde und sie bewegten sich gen Ausgang, was aber nicht am Kompliment lag, sondern am wartenden Taxifahrer.

Mir wurde mittlerweile schon wieder angeboten, das ich Schlüsseldienst machen sollte, aber diesmal besann ich mich meiner Pflicht und lehnte dankend ab, da ich die Prinzenpatrouille hatte. Ein Dienst neunzehnmal besser als Schlüsseldienst. Den nahmen dann Sylvia und Jens auch an und wir begaben uns gen Heimat. Kurz vorher telefonierte ich noch mit Regin, der im Auftrag einer Gardetänzerin anrief, die ihre Jacke wohl vergessen hat. Die hatte ich nun auch noch dabei. Dann noch eine selbst gemachte Mischung in der rechten Hand und ein Schnitzelbrot in der linken Hand. Und nun soll noch mal einer sagen, das ich nicht multitaskingfähig bin. Außerdem regnete es in Strömen und das Prinzenpaar entließ mich gnädigerweise aus meiner Pflicht, so daß ich auf direktem Wege nach Hause ging. Naß, aber satt und nicht mehr durstig schlief ich den Schlaf der Gerechten.

Samstag Morgen, es nahte das Aufräumen und mich verließ spontan die Lust aufzustehen. Aber auch das Aufräumen ging vorbei und diesmal sogar recht fix. Denn es gab ja einen großen Plan auf den man hinarbeitete. Die abendliche Weihnachtsfeier vom Elferrat. Die diesmal wieder in Duderstadt statt finden sollte. Was das bringen sollte wusste keiner genau. Es war nur eins klar, die letztjährigen Weihnachtsfeiern waren immer ein voller Erfolg. Betonung liegt hier auf voll!

1830 Uhr war der Treffpunkt bei Kai Walter. Wiebke fuhr ihn, Schnitzel und mich nach Duderstadt in der Hoffnung das wir noch vorher einkehren würden. Ich war zumindestens der Hoffnung, aber dank diverser Bankgeschäfte hatten wir dafür keine richtige Zeit mehr und sind gleich in das Elaton eingerückt. Am Eingang haben wir noch gleich den Jotte aufgeschnappt und ab gings. Das Elaton verspricht feine griechische Küche. Mit anderen Worten, egal was man isst, hinterher reicht man aus dem Mund als hätte man eine Expedition nach Transylvanien vor. Was ich absolut nicht schlimm finde. Knoblauch ist ein verdammt gutes Zeug und ich liebe es, genauso wie die griechische Küche. Wer damit Probleme hat hat selber Schuld. Der Tisch war gedeckt und man konnte gleich mal Getränke bestellen. Ich hatte die Wahl zwischen Warsteiner (Kopfschmerzen am Folgetag) und Weizen (Blähungen am Folgetag). Da ich aber irgendwie nicht den Bezug zum Hefe hatte entschied ich mich für eine ausgedehnte Bierkur. Schließlich war ich ja vom Vortag noch im Training und sollte nicht so schnell das Pferd wechseln. Außerdem hatte ich Angst, das ich nicht so viel Hefe trinken konnte, wie ich plante. Nach und nach trudelten die Anderen ein und man konnte sich an die Bestellung machen. Im Hinblick auf den noch ausschweifenden Abend entschied ich mich für eine normale Portion Gyros. Ich schwankte ein wenig zwischen dem Nikos-Teller und einer großen Protion, aber da ich mich noch ordentlich zuschütten wollte, mußt eich ein wenig Platz im Magen vorsehen. Ich wollte ja nicht das das gute Essen vorzeitig wieder das Tageslicht erblickt. Schon ging es los. Nachdem die Bestellung aufgenommen wurde wurde dann erstmal ein Kotzo gereicht. Ich verstehe es einfach nicht. So ein Schnaps trinkt man doch hinterher, damit die Verdauung ordentlich angeregt wird und nicht vorher, wenn der Magen leer und die Größe eine getrockneten Weintraube hat. Aber was solls, da wird sich halt auf nüchternen Magen erstmal ein hochprozentiger Schnaps rein gefeuert.
Das übliche Schnapsgesicht später wurde schnell mit Pils hinterher gespült. Und gleich das nächste bestellt. Schließlich wollte man ja heute noch was schaffen. Man hatte ja noch ein After-Essen-Programm in petto. So hoffte ich zumindestens, denn nur Essen gehen ist dann doch schon fad. Ich kann mich an Weihnachtsfeiern erinnern, da ging im Anschluß noch richtig die Post ab. Doch schon kam das Essen. Sehr lecker und sehr Verdauungsfördernd, da genügend Zwiebeln und genügend Tzaziki vorhanden war. Ich liebe ja würzige Speisen. Das Fleisch war sehr lecker und hätte ein wenig reichlicher sein können. Dafür könnte man ja getrost den Reis und die Pommes ein wenig dezimieren. Die sind eh nur da um die Zwischenräume zu füllen. Aber es ging auch so. Schließlich gab es ja noch Bier um sich ein wenig aufrecht zu halten.

So ging es auch munter weiter. Nachdem das Essen weggeputzt war wurde der Bierexpress drastisch nach vorne getrieben. Interessanterweise hatten wir einen recht guten Rhythmus drauf, so daß die Bedienung ständig auf Tour war. So hält man die Leute fit und kann den Krankenkassen ein wenig unter die Arme greifen. Man denkt ja immer an das Gesundheitssystem. Dummerweise hat sich in die ganze Getränkelawine im Anschluß an das Essen noch ein Kotzo verirrt. Nur böse Zungen behaupten, das ich den selber bestellt hätte, denn jeder weiß ja wie sehr ich Schnaps verabscheue. Zu dem Kotzo gab es dann noch eine kostenlose Runde vom Haus. Warum nicht eine kostenlose Runde Bier? Egal, rein mit dem Zeug, dann ist es schneller weg. Seltsamerweise verließen uns einige Elferratsmitglieder schon recht früh. Und gerade solche Experten von denen ich mir etwas mehr Einsatz erhofft hatte. Zuerst war da der Gaudo, der stellvertretenden Trötenbeauftragte, er verließ den Tisch mit wenigen Worten und fuhr nach Hause. Wenig später schloß sich Morchel an, der komplett nüchtern geblieben ist. Ich mache mir ernsthaft Sorgen um den Elferrat, wenn das so weiter geht, verlieren wir drastisch an Substanz. Ich hoffe die nächsten Parties gehen wieder besser ab. Nachdem dann also zwei Hoffnungsträger den Saal verlassen haben wurde es langsam Zeit sich um das Programm nach dem Essen Gedanken zu machen. Und die Entscheidung wurde recht fix getroffen. Es sollte in die Werkstatt gehen. Wohin auch sonst. Nach den recht guten Erfahrungen von letzter Woche, vom Ende mal abgesehen, könnte man ja wieder mal einen Versuch starten und gucken ob denn da wieder so viel los sei. Aus verlässlichen Quellen habe ich erfahren, das dort 1 € Party sei. Das tut mal wieder gut für den Geldbeutel. Denn wenn ich meinen Deckel so anguckte, dann hatte ich schon wieder Angst an die Kasse zu gehen. Die Striche bei Pils wurden seltsamerweise immer mehr. Und schon wieder war einer dazu gekommen. Zum Glück kann ich mich nicht mehr erinnern, wie viel ich dort getrunken haben. Ich weiß nur das ich den ersten Querstrich schon vollzogen habe.

Die Überraschung kam dann an der Kasse. Satte 30 € durfte ich dort lassen um dann in die Kälte geschickt zu werden um die Werkstatt anzugehen. Ja richtig gelesen, wir wollten zu Fuß gehen. Wir, das waren Kai, Görtler, Schnitzel, Vollmer, Böning, Thomas B. und ich. Wobei die Reihenfolge nicht den Zustand der Trunkenheit wieder spiegelt. Denn dann müßte ich Vollmer an erster Stelle schreiben und dann lange Zeit nichts. Und mein Platz am Ende der Liste ist schon ganz gut gewählt. Wenn man davon ausgeht, das der Zustand den Vollmer am Freitag hatte, dann wären wir alle am Freitag als nüchtern eingestuft worden. Heute war die Kluft nicht ganz so drastisch, aber man merkte schon das beim verlassen des Elaton die Zunge plötzlich schwerer wurde. Es wurde gelallt und vor allem lustige Handzeichen gegeben, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte. Der Weg zur Werkstatt war so gesehen ein Katzensprung. Ist man aber mit sieben Leuten unterwegs, die alle nicht mehr ganz nüchtern waren, kann sich das schon mal ein wenig in die Länge ziehen. Vor allem wenn ein Großteil übermütig wird und sich gegenseitig durch die Gegend schubst. Vor der Werkstatt passierte dann das Unfassbare. Vollmer rief Patrizia an, damit sie ihn abholen sollte. Ich sagte, das er einen Ei-Tritt bekommt, das sie ihm zu den Ohren rausfliegen würden. Aber er erwiederte nur, das sie ein schlechtes Gewissen hätte, weil sie am Freitag so voll war. Alles klar, Patrizia war voll. Was war denn dann der Vollmer. Komatös? Ich kann es nicht beziffern, weil meine Skala so weit nicht reicht. Egal, der Vollmer war also raus und Kai versuchte uns umsonst rein zu bekommen. Er hatte ja noch einiges gut zu machen, da er auf Grund von ”Terminen“ zum Aufräumen nicht erschienen war. Wer es glaubt. Ich weiß zwar nicht wie er es gemacht hat, aber wir sind umsonst eingelassen worden. Besser gesagt, habe ich nichts mehr bezahlt und die Uhr war nicht so weit fortgeschritten, das die Kasse schon zu hatte. Ganz unbewusst kenne ich am Eingang schon sämtliche Leute und kann sie mit Handschlag begrüßen. Eine Tatsache die einem zu denken geben sollte. Aber wenn man schon etliche Biere und Kotzo im Elaton in sich rein geschüttet hat, dann ist man froh wenn man an das nächste Denken kann, was der Körper zu tun hat. Bier holen!

Aber dem konnte ich früh genug Einhalt gebieten. Denn es war ja 1 € Party in der Werkstatt. Also gab ich intern neue Parolen aus. Ab jetzt wurden im großen Stil Mischungen eingefahren und zwar Havana Club. Den Beginn machte Thomas B. der ja am Freitag auch Geburtstag hatte. Herrlich dieser Geschmack von herben Havana Club auf der Zunge, er spülte die triste Stimmung in der Werkstatt einfach hin fort. Denn es war wie es nicht hätte anders sein können. Nichts, keine hübschen Frauen, keine bekannten Gesichter, nur der übliche harte Kern. Also konnte man gar nichts anderes machen als sich langsam aber sicher dem Delirium anzunähern. Doch halt, ein bekanntes Gesicht war schon da. Nämlich der Florian, also unterhielt ich mich mit ihm ein wenig und spendierte einen Kaffee für ihn und eine Runde für den Rest. Doch die hatten schon Tabletts geordert. Hui, das ging ja schon mal gut ab und war definitiv noch ausbaufähig. Florian und ich unterhielten uns über dies und das, bis er dann weiter zog. Aber er wurde von diversen anderen Leuten abgelöst, deren Namen ich nicht mehr genau weiß. Das Gefühl ist einem bestimmt bekannt, wenn man Leute begrüßt und deren Namen einen zum Teufel nicht einfallen will. So ein Gefühl hatte ich mehrfach am Samstag. Aber ich habe immer nett und höflich zurück gegrüßt. Man weiß ja nie wann man sich mal wieder trifft und einem dann spontan einfällt das dies der Lottogewinner des größten Jackpots aller Zeiten war.

Kurze Zeit später traf dann die ältere Riege in der Werkstatt ein, bestehend aus Kalle, Schmierpopel, Fasel und M7. Sie reihten sich gleich in die Runde der Trinker mit ein und Fasle vertrug den Wodka Red Bull gar nicht so gut. Ich verstand ihn recht gut und nippte genüßlich an meinem Havana Club. Ein wahres Fest für den Gaumen und die Zunge und überhaupt den ganzen Körper. Auch wenn mir klar wurde, das mir am nächsten Tag wieder der Strafzettel dafür vor gehalten wird. Aber man lebt nur einmal und das sollte man genießen. Was nützt mir, wenn ich jahrelang gesund gelebt habe und dafür auf den Geschmack von Havana Club verzichten hätte müssen. Früher oder später wird es mir eh ein Arzt verbieten und bis dahin werde ich es ausnutzen. My body, my temple. Und der sieht eh baufällig aus. Nachdem sich jedenfalls Fasel die Wodka Mischung rein gewürgt hat, wurde ihm von Kalle ein Havana Club gereicht, welches seine Gesichtsmuskeln eindeutig entspannen ließ. Da erkennt man den wahren Kenner.
Nun folgte ein recht ereignislose Zeit in der man den Hauptaugenmerk darauf legte sich hemmungslos zu betrinken. Was sollte man auch sonst in der Werkstatt anstellen. Hübsche Frauen waren Mangelware und wenn dann schon von Görtler in Beschlag genommen. Oder andere Spitzlumpis haben sich wie kleine Blutegel an ihnen fest gesaugt auch wenn mir Schnitzel mitteilte, das er sich ziemlich sicher war das diese junge Dame zu dem ältesten Gewerbe der Welt gehörte. Verstehe ich gar nicht was Schnitzel gegen Bäckersfrauen hat? Ich wüsste nur gerne woher er das wusste.

Ich muß zugeben, das manche Leute Hefe-Weizen in Verbindung mit Wodka Red Bull nicht ganz so gut vertragen. Um genau zu sein, war es der Kai. Teilweise konnte man nicht mehr feststellen, ob seine Augen geöffnet oder geschlossen waren. Oder ob die Sehschlitze nur dazu da waren um gelegentlich die Augen zu bleichen um einen Funktionstest zu vollführen. Auch der Gleichgewichtssinn schien stark in Mitleidenschaft geraten zu sein, denn das Sitzen auf einem Stuhl wurde zur wahren Herausforderung. Meine Fotoapparat freute sich sehr über solch schönen Fotos. Aber Kai war mitnichten nicht der Strammste. Da gab es noch ein paar andere Aspiranten. Leider waren diese Vögel von dem Kaliber, das sie sich gerne mal streiten, wenn sie einen zu viel getrunken haben, auch wenn sie aussehen wie ein halbes Hähnchen. Dieser Vogel wollte dem Kai an den Kragen und keiner konnte genau sagen warum nur. Also bin ich dazwischen gegangen und sollte dann wiederum von einem Möchtegern-Rauschmeißer auf die Fresse bekommen. Der war aber ungefähr drei Köpfe kleiner. Er hat sich aber auch gleich einen Rüffel von Eberhardt eingefangen. Manchmal glaube ich das sich manche Leute einfach zu oft an der Schlange mit der Dummheit angestellt haben. So was sollte verboten oder weg gesperrt werden.

Nach diesem Zwischenfall war die Stimmung ein wenig gedrückt und die Mischungen flossen nur noch halbherzig die Kehlen hinunter. Es dauerte auch nicht lange, bis die ersten die Zelte abbrachen und gen Heimat zogen. Und sie ließen nur Kalle, Görtler und mich zurück. Naja, dann tranken wir halt noch ein paar und zogen dann von dannen. Hat auch vollkommen gereicht. Irgendwie haben wir auch Görtler verloren und ein wenig hatte ich das Gefühl, das Görtler auch meinen Zunge in seiner Tasche hatte, denn als ich draußen war kam plötzlich Chief-Heavy-Tongue vorbei und beschoß mich mit Pfeilen. Der eine oder andere Pfeil traf auch ganz gut und ich führte leicht lallend eine Diskussion mit dem Taxifahrer. Aber bei so was kommt ja auf keinen grünen Zweig. Gerade nicht bei mir, denn wenn ich einen im Arsch habe, dann diskutiere ich gerne! Obwohl ich ja immer recht umsichtig und rücksichtsvoll bin. In Westerode angekommen trennten sich unsere Wege schnell, denn es war kalt und meine Uhr verriet mir das es schon recht spät war. Um genau zu sein befand sich der kleine Zeiger schon auf der fünf, an den großen kann ich mich nicht mehr mit Gewissheit erinnern. Ich war jedenfalls froh mein Bett zu sehen und hoffte den Sonntag gut zu überstehen. Denn so eine Havana Kur ist nicht immer leicht weg zustecken.

Zum Abschluß noch ein kleiner Veranstaltungshinweis. Am Donnerstag ist in der Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt wieder ein Blutspendetermin vom DRK. Ich werde diesmal auf Grund einer betrieblichen Weihnachtsfeier nicht dran teilnehmen können, kann aber versichern, das sich mein Blutsbruder Ingo, der mich überhaupt an die ganze Geschichte heran gebracht hat, da sein und ordentlich zur Ader gelassen wird. Ich vermute mal ab 1800 Uhr wird bei ihm angezapft werden. Wer also hin gehen wird, bestelle ihm einen schönen Gruß. Und ich schwöre, wenn er mir berichten sollte, das eine bestimmte junge Dame dort gewesen sein sollte, dann fresse ich einen Besen samt Putzfrau. Bei meinem Glück kann man diesem Ereignis in der kommenden Woche beiwohnen. Termin gebe ich hier noch zeitnah bekannt.

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